
Ich äußere mich hier nur selten zur politischen Lage – weder national noch international. Nicht, weil ich keine Meinung hätte (ich habe ganz schön viel Meinung 😉 ), sondern weil mir oft die Hintergründe fehlen und ich natürlich nicht weiß, was hinter den Kulissen vor sich geht. Und zugegebenermaßen, weil ich mir Shitstorms ganz gern vom Leib halte. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem Schweigen auch keine Option mehr ist.
Trump und Grönland. Ernsthaft. Man reibt sich die Augen und fragt sich, ob Satire inzwischen Regierungshandeln ersetzt hat. Dieser Mann ist eine Mischung aus narzisstischem Schulhofbully und politischem Unfall – laut und selbstverliebt und erstaunlich planlos. Und ja, mir ist bewusst, dass die Weltwirtschaft eng verflochten ist und die USA ein wichtiger Handelspartner Deutschlands sind. Aber Abhängigkeit ist keine Einladung zur Unterwerfung.
Was mich fast mehr irritiert als Trump selbst, ist die auffällige Zurückhaltung auf deutscher Seite. Friedrich Merz tritt national gern mit breiter Brust auf, teilt aus, zählt unsere Defizite auf und weiß immer ganz genau, was „wir“ – wir Normalbürger – falsch machen. Wir sind zu oft krank und arbeiten zu wenig. International dagegen wirkt er erstaunlich kleinlaut. Da knickt er gefühlt schneller ein, als man „transatlantische Partnerschaft“ sagen kann.
Andere Regierungschefs zeigen aktuell gerade sehr deutlich, dass man auch Grenzen setzen kann und muss – deutlich und bestimmt. Die Botschaft ist simpel: Auch andere Länder haben etwas anzubieten. Auch andere Allianzen sind möglich. Wir sind nicht alternativlos. Und zusammen sind wir nicht schwach und hilflos.
Oder, weniger diplomatisch formuliert: Finger weg von Grönland. Wir brauchen keinen orangenen Machtfantasien-Imperialisten, sondern Rückgrat.






