Von großem Glück. Qujanaqsuaq.
16. Oktober 2025
Die aufregendsten Dinge in meinem Leben begegneten mir an den entgegengesetzten Enden dieser Erde.
Ich habe die Magellanstraße bereist und meinen Fuß auf Kap Horn gesetzt.
Ich habe das Kreuz des Südens gesehen. In einer Geburtstagsnacht zur Stunde meiner Geburt.
Ich bin einem geschichtsbewussten Nachfahren aus Chiles unwegsamem Süden begegnet. Er hat den Finger in all die offenen Wunden gelegt.
: – : – :
Ich bin im Eisbärenland auf einer Eisscholle spazierengegangen. Sie hat mich ein paar Stunden lang mitgenommen.
Ich habe überwältigende Eisberge in großer Zahl gesehen und mir eine unstillbare Sehnsucht eingehandelt.
Ich habe einen Narwaljäger aus dem höchsten Norden kennengelernt. Wie zu erwarten, war er ein Philosoph.
(Und dann war ich noch einmal auf Albatros segeln …)
Das Wort für heute: Regenschauer
15. Oktober 2025
Regenschauer, der
fällt aus (nicht allen) Wolken, fühlt sich mal warm, mal kalt an, immer aber nass. Er tritt oft mit großer Heftigkeit auf und trübt verlässlich die Sicht. Vorhersehbar, so man über gute Augen oder ein Radar verfügt.
Der Regenschauer pflegt eine enge Freundschaft mit Winden verschiedener Richtungen, mit denen er sich auch schon mal zu einer Sturmbö verbündet. Auf der Rückseite von Tiefdruckgebieten fühlt er sich nicht ganz so wohl.
Dazu eine Seglerweisheit, die durchaus manchmal zutrifft:
Erst der Wind und dann der Regen, kannst dich ruhig schlafen legen.
Erst der Regen, dann der Wind, gei die Segel auf geschwind.
Das Wort für Samstag: Trackback
10. Februar 2014
Trackback, der/die/das; Geschlecht umstritten
1. Stellt Beziehungen her. Führt zu Rückmeldungen. Nicht zu verwechseln mit Backtrack.
2. Samstagabendsendung auf Radio Fritz. Zu Netzpolitik, Netzmusik und Netzdönekens.
Bei der Gelegenheit habe ich einen ungewöhnlichen Namen kennengelernt: Jonte. So heißt der Moderator von Radio Fritz, der mich für die Trackback-Rubrik Blogger privat interviewt hat.
Wenn man genau schaut, kann man hier (unter dem 8. Februar) den Podcast finden: http://trackback.fritz.de. Blogger privat beginnt ca. 13 Minuten vor Schluss.
Eine Woche vorher wurde Joerg Utecht interviewt, der mich empfohlen hat. Danke, hat mich sehr gefreut. Nächsten Samstag wird es Lakritze sein oder Missboulette.
Das Wort für heute: Wurstpumpe
2. Februar 2014
Wurstpumpe, die
zylindrisches Gerät mit prominenter Tülle, über die ein feiner Darm gestreift wird, der sich nach Betätigen der o.g. Wurstpumpe wie von selbst mit Wurstbrät füllt, unterstützt nur von der ordnenden Hand des Wursters. Wer selbst einmal versucht hat, Wurstbrät mithilfe mechanischer Vorrichtungen in Därme zu füllen, weiß, welche Tücken dem Objekt eignen und welcher Koordinationsleistungen es bedarf, um den Vorgang im Fluss zu halten.
(Kennengelernt habe ich die Wurstpumpe am 1. Februar 2014 in der Malzfabrik, der ehemaligen Schultheiss-Mälzerei, anlässlich einer von der Kitchen Guerilla veranstalteten Wurstgalerie. Bedient wurde sie daselbst von Peter Inhoven, einem begnadeten Düsseldorfer Bratwurster, dessen zärtlich über die werdenden Würste gleitende Hände sowohl live als auch auf die weiße Wand gebeamt und im Video zu bewundern waren.)
Das Wort für heute: Eiaufschlagplatz
15. Dezember 2013
Eiaufschlagplatz, der
Jede Bäckerei hat einen. Zumindest jeder Kuchenbäcker. Für den Privathaushalt sind andere Eiaufschlaghygienemaßnahmen angezeigt.
(Den Eiaufschlagplatz hat vilmoskörte bei bakingsandra gefunden und mir geschenkt.)
Bohnenkerne: Borlotti mit Salbei
15. September 2013
Es gab sie frisch, die Borlottibohnen: da sgranare.
So hatte mich vor vielen Jahren ein Maurer in Ligurien losgeschickt, als ich ihn nach Rezepten für Zampone und Cotechino befragte: mit dem Auftrag, für den nächsten Tag im Mercato coperto von Porto Maurizio fagioli da sgranare zu holen. Auf meine Frage, was für Bohnen das denn seien, kam nur: Es gibt zur Zeit nur die einen. Die vom Gemüsestand wüssten dann schon, was ich meine. Carote und Sedano und was man sonst noch brauche, seien ja da, habe er gesehen, und um den Cotechino werde er sich selber kümmern.
Neben seiner Arbeit tags drauf – er hatte gerade angefangen, die vielen Quadratmeter Wand zu verputzen – nahm er sich immer wieder die Zeit, eine zu rauchen und nach seinem Bohnentopf zu schauen, der in der improvisierten Küche auf der Loggia im Gusseisentopf seiner Vollendung entgegenköchelte.
Seither liebe ich Borlottibohnen, und ich bin jedes Jahr glücklich, wenn die Zeit kommt, da es sie beim türkischen Gemüsehändler frisch gibt, da sgranare eben, zum Enthülsen.
Ich hatte Salzwiesenlamm aus Nordstrand mitgebracht. Die Haxen waren schon zu einem Irish stew geworden, und nun kam die Schulter, kurz angebraten und mit Rosmarin und Knoblauch gespickt, bei 100 °C für dreieinhalb Stunden in den Backofen.
Dazu sollte es Bohnen geben, eigentlich grüne. Doch dann sah ich die rotgesprenkelten Hülsen, die ihre rotgesprenkelten Kerne verbargen, und ich konnte nicht widerstehen.
Für die Zubereitung bediente ich mich beim Rezept für Fagioli al fiasco, nur dass ich eben nicht die kleinen weißen Cannelinibohnen nahm und – mangels bauchiger Flaschen und offenen Feuers – auf die Prozedur des Garens im Fiasco verzichte(n muss)te.
Das kommt in den Topf:
Wasser
ca. 300 g frische Borlottibohnenkerne
1 bis 2 Knoblauchzehen
(nicht gezählte) junge Salbeiblätter
1 getrockneter Peperoncino
mindestens 1 Tl Salz
1/2 Glas Olivenöl
Und so einfach geht’s:
Die Bohnen mit Peperoncino, Salbei und den ganzen Knoblauchzehen knapp mit kaltem Wasser bedeckt aufsetzen und aufkochen lassen. (Sie verlieren sofort ihre kapriziöse Färbung und werden unansehnlich beige bis lilabraun.)
Dann das Öl zugießen, salzen (reichlich!) und die Bohnen bei geringster Hitze mit geschlossenem, später mit halb aufgelegtem Deckel ziehen lassen. Sie sollen einen Großteil der Flüssigkeit aufsaugen. Die Bohnen sind fertig, wenn sie weich sind, aber noch nicht zerfallen.
Was dabei rauskommt, ist eine unglaubliche Aromafülle. So gut Salzwiesenlamm schmeckt, und es schmeckt wirklich großartig, ich würde es jederzeit gegen die puren Bohnen tauschen.
Das Wort für heute: Elf
23. August 2013
Elf, die
1) von ahd. einlif: eins darüber, d. h. eins über zehn
2) hexadezimal B, oktal 13
3) findet in der 13 ihren Primzwilling
4) unteilbar, aber zählbar. Zehn davon laufen dem bewussten Ball hinterher. Beachte auch: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter
5) im Osten yang, himmlisch, männlich, unveränderlich
6) im Westen sündhaft; steht für die Maßlosigkeit und die Übertretung, geht sie doch über die Zehn und damit die Zahl der Vollendung und des mosaischen Gesetzes hinaus
7) Kölner Zahl, einmal jährlich vervierfacht zum elften Elften, elf Uhr elf
Elf, der
Der Elf und seine weiblichen Artgenossen unterstehen einer manchmal zickigen, nicht mehr ganz jungen Königin: Titania.
Elf., der
Esslöffel. Pendant zu Tlf. = Teelöffel. Vorkommen ausschließlich in den großartigen Rezepten von lamiacucina und daselbst mit Inbrunst verteidigt.
Elph, der
Der Elph verbündet sich mit der Zwölf und tritt notabene als Philipp1112 auf.
Here endeth the lesson.
Lieben Dank für das Foto an Vilmoskörte.
Pasta mit Zucchini, Safran und Basilikum
20. August 2013
Die Kombination von Safran, Basilikum und Parmesankäse macht den spezifischen Geschmack dieses Zucchini-Gerichtes aus. Speck kann, muss aber nicht dabei sein. Sahne ist nötig für ein bisschen Sämigkeit. Und frisch gemahlener Pfeffer bringt den kleinen bissigen Aromakick.
Nötig sind:
pro Person 100 g Nudeln (als Primo weniger)
wie kleine Farfalle, Gnocchi oder Conchiglie,
hier die türkischen Fiyonk Canestrini von Baktat
Olivenöl
ca. 80 g Pancetta
1 Zucchino
1 kleine Knoblauchzehe
ein halber Becher Sahne
ein paar Fäden Safran
Weißwein
Basilikumblätter, am liebsten vom kleinblättrigen
Salz
eine Prise Zucker
ein Spritzer Zitrone
Parmigiano reggiano
Pfeffer
So geht’s:
Pancetta oder notfalls, wie hier, durchwachsenen Speck in Streifen oder Würfel schneiden, einen mittelgroßen Zucchino würfeln, Knoblauch feinschneiden und alles nacheinander in Olivenöl (oder Butter oder einer Mischung aus beidem) anbraten.
Ein wenig Sahne angießen, den in Weißwein eingeweichten Safran dazugeben und kurz einkochen lassen. Vorsichtig salzen.
In Streifen geschnittene Basilikumblätter, viel davon, unterrühren, mit Zucker und Zitrone abschmecken, kurz ziehen lassen und die knapp gegarten Nudeln unterheben.
Bei Tisch mit Parmesan und Pfeffer vollenden.
Und nach langer Pause nehme ich diesmal wieder am Garten-Koch-Event des Gärtnerblogs teil.








![Garten-Koch-Event August 2013: Basilikum [30.08.2013]](https://i0.wp.com/farm4.staticflickr.com/3787/9449217583_ed74331d46.jpg)











![Garten-Koch-Event August 2011: Fenchel [31.08.2011]](https://i0.wp.com/farm7.static.flickr.com/6132/6012541272_11291f8f77.jpg)




