Ich liebe meinen Thermomix! Für die, die mich kennen, ist das nichts Neues. Aber nun leben wir in sehr ungewissen Zeiten: Ist morgen die Heizung noch warm? Reicht mein Klopapiervorrat? Wo kann ich Plastik einsparen? Sind wir gesund?
Also versuche ich weniger wegzuschmeißen. Ich koche Apfelmus ein, bereite eigenes Tomatensugo vor und backe Bananabread aus übersüßen Bananen. Dabei habe ich die Bilder des Krieges vor Augen: „Stell Dir vor, Du musst mit Deinen Kindern jetzt fliehen. Stell Dir vor, Du hast das letzte Abendmahl nicht genossen. Stell Dir vor, wie kostbar frisches Obst ist.“
Diese Küchenmaschine hilft mir dabei. Unkompliziert zerkleinert, verrührt, kocht sie ein, womit ich sie füttere. Dabei fällt mir Elisabeth Zott (Eine Frage der Chemie) ein: „Ein gutes Gericht kann in einer Stunde zubereitet werden.“ Richtig!
Ich kann frisch kochen – auch heute, nicht wie in den 60ties, als es keinen fertigen Pizzateig gab – ohne dass mich der ganze Prozess ewig in der Küche hält.
Das Ding hilft mir also bei der Vereinbarung von Beruf und Familie (wie übrigens auch ein Helikopter, der den Sohn mit in den Urlaub nimmt). Es schenkt mir die Freiheit zu arbeiten und gut zu kochen.

Tja, die Freiheit. Diese leidet besonders in diesen Tagen. Um es mit Guido Westerwelle zu sagen: „Freiheit stirbt zentimeterweise.“ Selensky würde dem widersprechen. Ich hoffe, dass alle Politiker, die derzeit Kiew besuchen auch dem Rückweg ihre Züge, Busse und sonstigen Transportmittel mit Flüchtlingen teilen. Man hat derzeit das Gefühl, dass alle, die was zu sagen haben wollen dort hinfahren, aber die, die wegwollen werden nicht gehört.
Es sind die Frauen, die fliehen. Die Frauen, die mit Omas und Opas, Kindern und Haustieren die Heimat verlassen müssen. Die Frauen, denen die Hände gebunden scheinen beim Widerstand gegen den Aggressor. Sie sprechen oft die hiesige Sprache nicht. Sie müssen ein neues oder vorübergehendes Zuhause finden mit all dem Tross an ihrer Seite. Sie müssen die Familien ernähren und sie werden (hoffentlich schon bald) mit dem Aufbau beginnen. Ich weiß, auch die Männer leiden, dennoch geht es mir hier explizit um die Frauen, denn ihnen wird allzuoft die Welt entrissen. Ihnen hören zu wenige zu. Wir sind oft so leise.
Vom Osten kommt die Bedrohung, aber im Westen sieht es nicht viel besser aus. Da eröffnet der Supreme Court die Diskussion um die Abtreibungsbestimmungen und will sie auf das Jahr vor 1973 zurückdatieren? Geht es eigentlich noch? Da entscheiden alte weiße Männer, wie wir zu handeln haben?
Na gut, sagt der ein oder andere, wer in den USA dann abtreiben will, muss halten einen anderen Bundesstaat reisen.
Das ist doch keine Lösung! Ich will über meinen Körper entscheiden. Ich sage, ob ich dünn oder dick, lang- oder kurzhaarig, brünett oder blau gefärbt sein will. Und ich bestimme ganz sicher auch darüber, ob ich so ein lebenseinschneidendes Ereignis einer Geburt auf mich nehmen möchte – und damit fängt der Trouble ja erst an …
Ja, mich erfüllt Mutterschaft, aber das ist meine Entscheidung gewesen. Diese Entscheidung darf man keiner Frau abnehmen. Niemand.








