Reblogged: Offertenausschlag

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Read-Feel-Heal: „.. wir Frauen ..“

Unvorhergesehen habe ich heute ein wenig Zeit, die noch nicht durch andere Verpflichtungen verplant ist. Da ich mich nebenbei allerdings um das Mittagessen kümmern muss, während Mann und Kind zusammen draußen unterwegs sind, kann ich mich auch nicht auf eine bedeutsamere Aufgabe konzentrieren, die mehr Aufmerksamkeit benötigen würde.
Aber um hier mal wieder zu bloggen reicht es, und so nutze ich die seltene Gelegenheit.

Da bin ich kürzlich auf einen Blogartikel gestoßen, bei dem bereits der Titel anmaßend ist:

Sätze, die wir Frauen nicht mehr hören wollen: Ein Blick auf Alltagssexismus durch Sprache

Mit „wir Frauen“ soll wohl suggeriert werden, dass die Autorin für alle Frauen spricht. Sie spricht aber nur sich selbst. Den Versuch, andere Frauen dafür zu vereinnahmen, empfinde ich als recht übergriffig.

Sie nennt eine Reihe Sätze, die Frauen angeblich häufig hören, und deshalb genervt sind.
Ich gehe nur auf einige davon ein.

Wenn du lächelst, siehst du viel schöner aus.
Du solltest mehr lächeln.

Ein Lächeln erhellt jedes Gesicht. Wer will schon mit einem eskenesken Bitchface herumlaufen? Wer will einer Person mit sauertöpfischer Miene gegenübersitzen?
Lächeln erhöht auch das eigene Wohlbefinden, weil alleine durch das Betätigen der Gesichtsmuskulatur entsprechende Botenstoffe ausgesendet werden.

Du bist so emotional.
Du bist so kompliziert.

So etwas hat noch nie jemand zu mir gesagt.
Um so etwas derart oft zu hören, dass es als nervend empfunden wird, muss man selbst einen entsprechenden Anlass gegeben haben. Es ist doch äußerst plausibel, dass an der Aussage etwas dran ist. Betroffene sollten einmal in sich gehen, um selbstkritisch zu überprüfen, inwieweit die Aussage zutrifft. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Das ist aber ein männlicher Beruf/Hobby.

Das ist in vielen Fällen einfach eine Tatsache. Manche Berufe werden statistisch vor allem von Männern ausgeübt, andere von Frauen.
Weshalb man deshalb beleidigt oder gekränkt sein sollte, erschließt sich mir nicht. Es ist doch viel eher einer Anerkennung, sich auch in untypischen Berufsdomänen etabliert zu haben.

Du klingst wie eine typische Feministin.

Das ist allerdings bedenklich. Was für einen irrationalen oder sexistischen Stuss muss man von sich gegeben haben, um das hören zu müssen!

Noch mehr Zeit mag ich jetzt nicht mehr dafür aufwenden.
Es ist halt immer wieder der gleiche Typus Feministin, die sich für den Nabel der Welt hält und sich einbildet, alle anderen Frauen würden genauso wie sie selbst, oder höchstens noch wie eine Handvoll anderer Frauen in der gleichen Echokammer, empfinden.

Viel interessanter wäre es doch, einmal eine Liste von Sprüchen zu sammeln, die Männer und Jungen immer wieder hören müssen, und die „sich bei genauerer Betrachtung als Manifestationen von Alltagssexismus, die Stereotype festigen und zur Marginalisierung beitragen“, herausstellen.

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Rechte: 24. Gewalthilfegesetz

Die Liste mit den unterschiedlichen Rechten von Männern und Frauen wird als lose Folge von einzelnen Einträgen für jeden Punkt fortgeführt. Die Reihenfolge bedeutet keine Priorisierung oder Gewichtung, sondern ergibt sich aus der ursprünglich eher zufälligen Reihenfolge, wie ich sie in der Liste aufgeführt habe.
Da ich mich selbst nicht mit jedem Thema auskenne, werde ich mich nicht unbedingt an der Diskussion beteiligen.


24. Gewalthilfegesetz
Das Gewalthilfegesetz, am 31. Januar 2025 vom Bundestag beschlossen und am 14. Februar 2025 vom Bundesrat bestätigt, diskriminiert Jungen und Männer bei der Hilfe gegen häusliche Gewalt. Es garantiert ab 2032 einen Rechtsanspruch auf kostenlosen Schutz und Beratung – jedoch ausschließlich für Frauen und ihre Kinder. Männer, einschließlich betroffener Jungen außerhalb dieser Konstellation, bleiben ausgeschlossen, obwohl sie ebenfalls Opfer von Gewalt werden können. Mit 2.6 Milliarden Euro fördert der Bund den Ausbau von Frauenhäusern und Beratungsstellen, doch diese einseitige Ausrichtung untergräbt Geschlechtergerechtigkeit und lässt männliche Betroffene im Stich.

Die Begriffsbestimmungen in §2 besagen:

(1) Geschlechtsspezifische Gewalt im Sinne dieses Gesetzes ist Gewalt gegen Frauen und damit jede körperliche, sexuelle oder psychische Gewalthandlung durch eine oder mehrere Personen, die sich gegen eine Frau richtet, weil sie eine Frau ist, oder die Frauen unverhältnismäßig stark betrifft und zu Schäden oder Leiden führt oder führen kann.

(2) Häusliche Gewalt im Sinne dieses Gesetzes ist jede körperliche, sexuelle und psychische Gewalthandlung gegen eine Frau durch eine oder mehrere Personen des familiären Umfelds, innerhalb bestehender oder beendeter Ehen, bestehender oder beendeter eingetragener Lebenspartnerschaften, bestehender oder beendeter Partnerschaften oder durch sonstige im Haushalt der gewaltbetroffenen Frau lebende Personen. Ein fester Wohnsitz der gewaltbetroffenen Frau oder eine feste Haushaltszugehörigkeit ist nicht erforderlich.

(3) Gewaltbetroffene Personen im Sinne dieses Gesetzes sind Frauen, die geschlechtsspezifische Gewalt oder häusliche Gewalt erlitten haben, erleiden oder hiervon bedroht sind sowie Kinder, die geschlechtsspezifische oder häusliche Gewalt gegenüber nahestehenden Dritten miterlebt haben oder miterleben. Kind im Sinne dieses Gesetzes ist, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

..

Siehe auch:
Rechte: 9. Häusliche Gewalt
Rechte: 15. Gewaltschutzmaßnahmen
Diskussion bei AllesEvolution

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Kurzreview zu einem feministischen Blogbeitrag

Hab‘ gerade eine halbe Stunde Leerlauf, weil eine geplante Besprechung kurzfristig ausgefallen ist, und nutze diese Zeit, um mal wieder einen feministischen Blogtext zu besprechen, den ich kürzlich gefunden habe. Ich muss mich kurz fassen und kann nicht auf alle Punkte eingehen.

Es gibt tatsächlich Frauen, die überzeugt sind, dass es keinen Feminismus benötigt. Eigentlich ist es doch viel netter, wenn der Mann die Kohle heranschafft und die Frau sich mit Kindern, Haushalt und gut aussehen beschäftigt.

Der behauptete Zusammenhang mit Feminismus ist nicht schlüssig.

ÖPNV
Mir ist es ein Rätsel warum manche Männer in den öffentlichen Verkehrsmitteln so sitzen müssen, dass ihre Genitalien einen eigenen Sitzplatz brauchen. [..] aber warum denken Männer, dass sie ein Recht haben, mehr Platz zu brauchen als Frauen?

Dieses Rätsel des sog. „Manspreadings“ kann ich leicht aufklären. Alleine durch die Beckenanatomie neigen Männer mehr dazu, die Beine beim Sitzen zu spreizen. Da Männer i.A. breite Schultern haben, verlagert das den Schwerpunkt des Oberkörpers nach oben. Die Sitzposition ist weniger stabil als bei Frauen mit einem breiten Gesäß. Um dies auszugleichen, spreizen Männer unwillkürlich die Beine beim Sitzen. Es wurde mir auch schon erklärt, dass insbesondere bei einem harten Sitzplatz der Druck auf die Hoden unangenehm ist, was durch Beinspreizen vermindert wird. Letzteres kann ich persönlich nicht beurteilen.
Im statistischen Mittel sind Männer größer als Frauen, was ihren Platzbedarf logischerweise erhöht. Insbesondere in engen Bussen oder Flugzeugen, in denen die Bankreihen kurz hintereinander angeordnet sind, reicht bisweilen der Platz bis zum Vordersitz nicht aus, und man stößt mit den Knien an die Lehne. Dies lässt sich etwas mildern, indem die Oberschenkel schräg gestellt werden. Männer spreizen deshalb die Beine auseinander (solange der Platz zur Seite ausreicht) und profitieren vom Kosinus des halben Spreizwinkels.

Ausweichen
Ich habe vor ein paar Jahren einen Artikel über den Selbstversuch einer Journalistin gelesen, die 60 Minuten lang mit einer versteckten Kamera durch eine Innenstadt gelaufen ist. Ihr Fazit: Zu viel ungewollter Körperkontakt mit Männern und nicht eine Entschuldigung fürs Anrempeln. [..]
Es ging sehr zu Ungunsten der Autorin dieses Artikels aus. Seit der Lektüre dieses Artikels achte ich verstärkt auf meine Reaktion, wenn mir jemand entgegen kommt und springe seltener zur Seite. Stattdessen bemühe ich mich, das Umfeld zu beachten. Für wen ist es leichter, einen Schritt zur Seite zu machen? Fällt das Urteil zu seinen Ungunsten aus, gehe ich nur zur Seite, wenn ich gerade meine Ruhe will. Bisher hat es allerdings noch nie Stress gegeben.
Die meisten Männer sehen gar nicht, dass sie da ein Privileg haben.

Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ausnahmen mag es geben, aber normalerweise erscheinen mir Männer da um einiges rücksichtsvoller als viele Frauen.

Formulare kreativ ausfüllen
Mit Kindern kommt ein neues Hobby, welches nicht wirklich Spaß macht: ständig sollen sie angemeldet werden, das Einkommen muss nachgewiesen werden, um Beiträge zu berechnen und jede Menge anderer Kram, für deren Papier benötigt wird. In den meisten gibt es eine Spalte für die Informationen über die Mutter und eine für den Vater. Dabei wird natürlich der Vater zuerst genannt.

Ja? Und wenn schon. Einer muss zuerst kommen, und es ist wirklich sinnvoll, eine feste Reihenfolge einzuhalten und das nicht beliebig und unnachvollziehbar hin und her zu ändern.

Gendergerechte Sprache
Ein emotionales Thema, ich weiß. Mir fällt dazu immer ein Rätsel ein, welches davon ausgeht, dass es nur zwei Geschlechter und heterosexuelle Beziehungen gibt. Aus der Perspektive ist es nicht gut, um genau zu sein sogar ziemlich schlecht. Wenn man diesen Punkt aber ignoriert, zeigt es den Kern des Problems:
Ein Vater und sein Sohn haben einen schweren Unfall. Der Vater stirbt und der Sohn landet schwer verletzt in der Notaufnahme. Der hinzugezogene Arzt sagt: „Ich kann den Jungen nicht behandeln. Er ist mein Sohn.“
In welchen verwandtschaftlichen Verhältnis steht der Arzt zu dem dem Kind?
Der Arzt ist eine Ärztin. Mit zwei Punkten und zwei Buchstaben wird plötzlich alles klarer. Da in dem Rätsel nur die männliche Berufsbezeichnung verwendet wird, ist das erst auf den zweiten Blick erkenntlich und, wie zuvor erwähnt, man muss auch an anderen Stellen ignorant sein.

Oh, je! Generisches Maskulinum nicht verstanden. In diesem Beispiel geht es um eine konkrete Person, deren Geschlecht bekannt ist. Da nutzt man keine generische Form, wie sie bei gemischten Gruppen, unbekanntem Geschlecht, oder wenn das Geschlecht irrelevant ist, verwendet wird, sondern nimmt die spezifische grammatikalische Form. Kein Mensch (zumindest kein deutscher Muttersprachler) spricht so, wie in diesem Beispiel.

Die Argumente gegen das Gendern sind vielfältig:

  • Texte werden länger, wenn man immer alle Geschlechter erwähnt
  • Sprache wird dadurch viel umständlicher und sperriger
  • Das generische Maskulinum meint doch alle Geschlechter

So ist es, und das sollte doch eigentlich ausreichen, auf den Gender-Unfug zu verzichten.

Doch warum wurde keine schlauere Formulierung gewählt? [..] oder „… fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Apotheker“ sind zwei Optionen, die den Text nur wenig verlängert hätten.

Letztes hätte aber die Bedeutung verändert. „Ärztin“ schließt nämlich männliche Ärzte aus. (Muss man das wirklich erklären? Mit minimalem Sprachgefühl sollte das eigentlich selbstverständlich sein.)

Meine Pause ist vorbei, und mehr Zeit will ich dafür nicht mehr aufwenden. Sorry für die inkonsistente Formatierung.

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Linkliste: Gender Empathy Gap

Heute ist wieder Gender Empathy Gap Day, also der Tag, der bewusst machen soll, dass in unserer Gesellschaft Frauen und Mädchen Mitgefühl und Verständnis für ihre Belange bekommen, während die Probleme von Männern und Jungen ignoriert, heruntergespielt oder lächerlich gemacht werden.

Aus diesem Anlass habe ich eine Liste zusammengestellt, die meine Blogeinträge zu diesem Thema aufzählt:

2019: Tag der Geschlechter-Empathielücke #GEGD
2022: Gender Empathy Gap Day
2023: Zum Gender Empathy Gap Day

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Die „Emotions-Toolbox“

Bei einem Beitrag auf Alles Evolution bin ich auf die „Emotional Toolbox“ gestoßen. Damit möchte eine Schweizer „Women-in-Tech-Initiative“ Vorschläge machen, wie angeblich junge Frauen für IT-Berufe zu gewinnen wären.
Man könnte das Pamphlet tatsächlich für Satire halten, aber ich fürchte, es ist ernst gemeint.

Aus Zeitgründen beschränke ich mich heute auf die Besprechung der Anforderungen in einer exemplarischen Stellenanzeige für eine „Lehrstelle Informatiker/in Plattformentwicklung EFZ“ (sh. Seite 30).

A: Die „Vorher“-Anzeige:

Das bringst du mit

  1. Gute Sekundarschulnoten in Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik und Chemie
  2. Logisch-abstrakte und exakte Denkweise
  3. Schnelle Auffassungsgabe und gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  4. Hohe Lern- und Leistungsbereitschaft und ausgeprägte Kundenorientierung
  5. Teamfähig und Kundenorientiert

B: Die „Nachher“-Anzeige:

Wie du begeisterst

  1. Du arbeitest gern im Team und möchtest, dass sich Kunden gut aufgehoben fühlen
  2. Du bist motiviert, Neues zu lernen und dich einzubringen
  3. Du denkst gern um die Ecke und findest kluge Lösungen für knifflige Probleme
  4. Du hast gute Sekundarschulnoten in Deutsch, Englisch, Mathematik, Physisch und Chemie
  5. Du erfasst neue Informationen schnell und kannst dir Dinge gut vorstellen

Zum einfacheren Vergleich habe ich die Aufzählungen der Anforderungen durchnummeriert.
Die Liste A ist, wie man es angeblich nicht machen soll, B soll zeigen wie es „besser“ wäre, wenn man junge Frauen als Bewerber gewinnen will.
Die Reihenfolge wurde absichtlich verändert, damit die mutmaßlich ansprechenderen Anforderungen weiter oben stehen.

Vergleich

Aus A1 wird B4. Das Schulfach „Physisch“ kenne ich nicht. Es wird doch wohl nicht etwa auf das physische Erscheinungsbild abzielen?

A2 soll wohl durch B3 ersetzt werden. Allerdings ist „Logisch-abstrakte und exakte Denkweise“ nicht so ganz das Gleiche wie „um die Ecke“ denken.

Wenn A3 zu B5 werden sollte, dann blieb dabei das räumliche Vorstellungsvermögen auf der Strecke.

Aus der „Lern- und Leistungsbereitschaft“ bei A4 bleibt bei B2 nur noch die Motivation, Neues zu lernen. Von Leistung ist nicht mehr die Rede.

A5 entspricht wohl B1, was wohl implizieren soll, dass es die höchste Priorität darstellt, mit Kunden zu arbeiten.

Fotos

Noch kurz ein paar Worte zu den Fotos auf den Beispielanzeigen:
Bei „Vorher“ sieht man einen jungen Mann, der hochkonzentriert vor einem (allerdings sehr kleinen) Monitor in Ruhe und ungestört arbeitet. Ein angenehmes und konstruktives Umfeld.
Bei „Nachher“ sind mindestens fünf Personen auf engem Raum an einem einzigen Tisch zusammengedrängt. Sie sehen nicht so aus, als ob sie einer produktiven Tätigkeit oder einer ernsthaften Besprechung nachgingen.

Zum Vergleich jetzt noch mein Vorschlag für eine entsprechende Anforderungsliste:

C: Von mir vorgeschlagene Anzeige

Must-haves

  1. Ausgeprägtes Interesse an technischen Zusammenhängen
  2. Gute Schulnoten, insbesondere in Mathematik
  3. Logisch-abstrakte und exakte Denkweise
  4. Hohe Lern- und Leistungsbereitschaft
  5. Schnelle Auffassungsgabe und gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  6. Teamfähigkeit und Kundenorientierung

Ich habe noch „Interesse an technischen Zusammenhängen“ hinzugefügt.
Bei den Schulnoten lege ich den Fokus auf Mathematik. Gerade Englisch ist für manche interessierte, und ansonsten gut geeignete Schüler der schwächste Punkt und würde sie abschrecken. Und ob ein Schüler gut darin ist, Gedichte zu interpretieren, interessiert eigentlich niemanden.
Die Kundenorientierung war doppelt genannt. Ich habe sie einmal rausgeschmissen.
Ich hätte fast die „Fähigkeit zum selbständigen Arbeiten“ hinzugefügt. Aber die Anzeige bezieht sich ja nur auf eine Ausbildungsstelle an. Als Azubi ist selbständiges Arbeiten noch von geringerer Bedeutung.
Vielleicht noch ein Hinweis, dass z.B. Programmiererfahrung o.ä. wünschenswert („Nice-to-have“) ist, aber keine Voraussetzung. Auch etwas wie „Kreativität und Lösungsorientierung“, oder „Freude am strukturierten und systematischen Arbeiten“ könnte man eventuell noch ergänzen. Allerdings sollte die Liste auch nicht zu lang werden. Da muss man schon die wesentlichen Punkte auswählen.

Das Ziel ist es doch, jemanden zu finden, der geeignet und motiviert für die gegebenen Aufgaben ist. Solche Menschen ködert man nicht mit „verspielten“ Formen und Farben.
Deshalb halte ich die „Emotions-Toolbox“ für frauenverachtend. Sie unterstellt, dass Frauen auf irgendeinen pastelligen Schnickschnack abfahren, aber nicht in der Lage sind, ihre Berufswahl basierend auf den eigenen Neigungen und Begabungen zu treffen.

Nachtrag:
Die Toolbox beruht auf einer von Zutt, einem auf „Neuromarketing“ spezialisiertem Schweizer Unternehmen, durchgeführten Studie, die in ihrem Ansatz, Ausführung und Auswertung äußerst dürftig ist. Die gezogenen Schlussfolgerungen resultieren in der Toolbox, und sind keinesfalls überzeugend.
Solche Studien werden immer von irgendwelchen Soziologinnen oder Psychologinnen durchgeführt, die sich überhaupt nicht ins Mindset von MINT-lern einfühlen können, und sich dann solchen Schwachsinn ausdenken.
Ihr Studiendesign begründen sie damit, dass 80% des Denkens emotional, und nur 20% rational abliefen.
IMHO sollte man aber gerade etwas wie die Berufswahl nicht von spontanen Emotionen abhängig machen, sondern besonnen und vernünftig alle Vor- und Nachteile abwägen. Die eigenen Interessen und Talente sollten den Ausschlag geben.

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Reblogged: Limnothalassischer Nachmittag

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Zum Bär-oder-Mann-Dilemma

Über dieses hypothetische Gedankenexperiment, ob eine Frau, die sich im Wald verirrt, lieber einen Mann oder einen Bären treffen will, ist in den letzten Wochen in den sozialen Medien viel geschrieben worden, z.B. bei Alles Evolution.
Jetzt bin ich noch auf einen weiteren Beitrag gestoßen.

Was mir auffiel, ist, dass die Autorin tatsächlich eine solche irrationale Angst vor Männern im Wald zu haben scheint.
Doch dann stieß ich auf ein paar Sätze, die mich nachdenklich machten:

Die Angst vor Männern wurde mir seit meiner Kindheit eingetrichtert.

Aber meinen Eltern war damals mein Maß an Angst nicht genug.

Frauen wird systematisch von der Gesellschaft beigebracht, Angst vor Männern zu haben.

Was bin ich froh, dass meine Eltern da eine realistischere Einschätzung hatten. Sie ließen mich alleine im Wald spazieren gehen. Bedingung war lediglich, dass ich zu einer festen Uhrzeit wieder zurück bin, und mich nicht zu weit von den Wegen entfernte. Sie wussten von den Risiken im Wald. Man kann sich leicht verlaufen. Gefahren drohen auch von Zecken, Fuchsbandwurm, Tollwut oder Eichenprozessionsspinner. Oder ein Sturz über eine Wurzel, nach dem man nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen kann und stundenlang warten muss, bis man vielleicht zufällig gefunden wird.
Zuerst sammelte ich ein paar Himbeeren am Waldrand, dann beobachtete ich die Wildschweine im Gehege, später machte ausgedehntere Waldspaziergänge. Dabei lief mir höchstens mal ein Waldarbeiter oder ein Wanderer über den Weg. Manchmal sah ich Hasen oder Rehe (einmal sogar eines, das höchstens zwei Meter von mir entfernt mich mehrere Sekunden lang ansah).
Meine Eltern trauten mir also – zurecht – zu, dass ich mit realistisch zu erwartenden Gefahren selbst klarkomme.
Was sind das nur für Eltern, die ihren Töchtern solch eine übertriebene, durch nichts zu belegende Angst einreden?

Beim ersten Lesen der Frage war meine erste Assoziation bei dem Wort ‚Mann‘ meine Brüder und Freunde gewesen.

Vor ihren Brüdern und Freunden hätte sie selbst also kein Angst gehabt. Aber impliziert sie nicht in ihrem weiteren Text, dass ihre Brüder und Freunde für fremde Frauen wohl durchaus eine Gefahr darstellen könnten?
Wie kommt man nur zu einem derart negativen Männerbild? Warum sollte ein Mann, der sich gerade gleichzeitig an einer bestimmten Stelle im Wald aufhält, nichts Besseres zu tun haben, als über die Frau, die ihm zufällig und unerwartet über den Weg läuft, herzufallen? Diese Vorstellung ist doch absolut weltfremd und sexistisch. Es legt sich doch kein Mann irgendwo auf die Lauer, wo im Schnitt vielleicht jede Woche mal eine Frau vorbeikommt. Vielleicht spricht auch ein gewisser Narzissmus aus dieser paranoiden Androphobie: „Ich bin ja so toll, dass jeder Mann sofort über mich herfällt, wenn er die Gelegenheit hat.“ Das ist – gelinde gesagt – Schwachsinn, und entspringt – wie so vieles feministisches Gedankengut – nur der eigenen Projektion.

Am liebsten würden solche Frauen es Männern ganz verbieten oder zumindest verleiden, sich alleine in freier Natur aufzuhalten. Wer – wie mein Mann – einfach gelegentlich durch den Wald streifen will, um sich in aller Ruhe vom Stress des Alltags zu erholen, wird als gefährliche Bedrohung gebrandmarkt.
Welcher Sexismus, Frauen nur als Opfer und Männer als Täter darzustellen!

Ich will ja gar nicht abstreiten, dass es durchaus Situationen gibt, in denen auch mir mulmig zumute ist. Aber entweder besteht eine tatsächliche Bedrohungslage (sehr selten, und jeder vernünftige Mann wäre ebenfalls vorsichtig), oder es ist mein eigenes Problem. So völlig konnte ich diesen gesellschaftlichen Einfluss halt auch nicht abschütteln, der Mädchen weit übertrieben ängstigt.

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Diskriminierung von Jungen – zwei aktuelle Beispiele

Habe leider nur wenig Zeit. Deshalb weniger ausführlich.


Girls‘ Day

Anlässlich des heutigen Girls‘ Days habe ich mich auf der aktuellen FAQ-Seite ein wenig umgesehen.

Sind die Girls’Day-Angebote nur für Mädchen?
Ja, der Girls’Day richtet sich an Mädchen*. Für Jungen gibt es den Boys’Day. Geschlechtergetrennte Angebote ermöglichen Mädchen eine unbefangenere Herangehensweise an Technik und IT. Sie haben „unter sich“ weniger Berührungsängste und trauen sich mehr zu. Gerade in der Berufsorientierung in Bereichen, die üblicherweise keinen hohen Frauenanteil haben, hat sich diese Veranstaltungsform bewährt.
*Genderqueere Kids willkommen. Wenn du nicht weißt, ob du am Girls’Day oder Boys’Day teilnehmen sollst, melde dich bei uns und wir finden eine Lösung.

„Geschlechtergetrennte Angebote ermöglichen Mädchen eine unbefangenere Herangehensweise an Technik und IT“ – was für ein Vorwand! Selbst wenn man die Behauptung der „Unbefangenheit“ akzeptiert, rechtfertigt das nicht den absoluten Ausschluss von Jungen von für sie interessanten Themen.
Vielleicht sollten Jungen sich temporär als Mädchen ausgeben. Das darf ja neuerdings nicht mehr angezweifelt werden.

Warum gibt es den Girls’Day und Boys’Day, obwohl es mehr als zwei Geschlechtsidentitäten gibt?
Beim Girls’Day und Boys’Day geht es um den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, der in Deutschland unter Frauen und Männern sehr ungleich aufgeteilt ist. (Z. B. arbeiten an Grundschulen fast nur Frauen und in technischen Berufen oder in Führungsetagen überwiegend Männer).
Würden wir die Kategorien „weiblich“ und „männlich“ einfach wegfallen lassen, könnten wir diese Ungleichheiten auch nicht mehr benennen.
Diese Ungleichheiten entstehen auch durch den Einfluss von Geschlechterklischees auf die Berufs- und Studienwahl. Hier setzen die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day an.
Junge Menschen, die sich nicht (ausschließlich) mit dem männlichen oder dem weiblichen Geschlecht identifizieren, können sich ganz individuell für einen Berufsbereich des Girls’Day oder Boys’Day entscheiden.

Ein Junge hat sich angemeldet, darf er ausnahmsweise an unserem Angebot teilnehmen?
Nein, Girls’Day und der Boys’Day werden bewusst geschlechtergetrennt durchgeführt.
Geschlechtergetrennte Angebote ermöglichen Mädchen eine unbefangenere Herangehensweise an Technik und IT. Sie haben „unter sich“ weniger Berührungsängste und trauen sich mehr zu. Gerade in der Berufsorientierung in Bereichen, die üblicherweise keinen hohen Frauenanteil haben, hat sich diese Veranstaltungsform bewährt.
Wenn sich ein Junge für Ihr Angebot angemeldet hat, informieren Sie uns gern, damit wir die Situation klären können.

Dann habe ich mir kurz angeschaut, welche aktuellen Regelungen in den einzelnen Bundesländern gelten.
Aus Zeitgründen kann ich hier nicht weiter ins Detail gehen. Im Wesentlichen geht es um Schulfreistellungen und Versicherungen. Es wird dabei grundsätzlich darauf geachtet, dass Mädchen und Jungen getrennt sind und nur geschlechtsuntypische Berufe kennenlernen dürfen.


Safe Space

Ein aktueller Elternbrief wurde mir zugespielt, bei dem es darum geht, dass bei einem großen Volksfest eine Schutzzone ausschließlich für Frauen und Mädchen eingerichtet wird.
Jungen oder Männer, die sich dort unsicher fühlen, bedroht werden oder ein Problem haben, erhalten keine Unterstützung.
Dass ihnen geholfen wird, wenn sie sich als gesternte Mädchen* oder Frauen* ausgeben, darauf sollte man sich besser nicht verlassen.

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Vestis virum non facit

Auf diesem Blog ist es in den letzten paar Jahren ruhig geworden. Es gibt nur noch sehr sporadisch neue Einträge.
Zum einen liegt das daran, dass ich durch Firma und Familie schon sehr eingespannt bin. Zum anderen gibt es auch kaum noch Inspirationsquellen. Insgesamt ist deren Anzahl stark zurückgegangen. Dazu trug auch der Niedergang von Xwitter bei. Wenn ich denn doch einmal dazukomme, einen neuen (feministischen) Text zu lesen, dann bietet er nichts Neues. Alles schon mal dagewesen.
Ich möchte das Blog aber nicht völlig einschlafen lassen.

Kürzlich jedoch, als ich wieder mal einen entsprechenden Blogpost las, blieb ich an einem Satz hängen. Der Rest ist das übliche, bedeutungslose oder inkohärente Gerede, auf das sich nicht einzugehen lohnt.

Für sie [die Männer] gilt nur die Art von Frau kompetent, die sich so kleidet wie sie selbst.

Die Autorin scheint tatsächlich zu glauben, dass Männer glauben, dass feminin gekleidete Frauen inkompetent seien.

Nach über zwanzig Jahren Berufserfahrung in MINT-Bereichen (über ein Vierteljahrhundert, wenn man das Studium mitzählt) kann ich das nicht bestätigen. Das ist ein abwegiges Hirngespinst, das einfach so nicht stimmt.
Es liegt mir fern, zu pauschalieren, aber wenn überhaupt ein Muster zu erkennen ist, dann, dass insbesondere die Frauen, die sich durch Kleidung, Styling und Auftreten den Männern optisch möglichst angleichen wollen, tendenziell unangenehme und unsympathische Personen sind.
Beruflich kompetente Frauen haben es nicht nötig, Fähigkeiten durch derartige Verkleidung, um nicht zu sagen „Mimikry“ vorzutäuschen.

Männer (nicht alle, aber zumindest diejenigen, auf die es ankommt) wissen, dass Kompetenz nicht an der Kleidung abzulesen ist (lassen wir spezifische Berufskleidung oder Dress Codes mal außen vor – das würde vom Thema zu weit wegführen).
Wenn sich dennoch einzelne Frauen diskriminiert fühlen, die sich feminin kleiden, so liegt die Ursache nicht in der Kleidung, sondern in mangelnden Fähigkeiten oder zickigem Verhalten. Der „Blümchenrock“ scheint dann eventuelle Vorurteile zu bestätigen.
Kompetente Frauen beweisen ihr Können durch ihre Fertigkeiten, nicht durch ihre Kleidung. Nur weil sie mit Männern arbeiten, müssen sie nicht auch so aussehen.

Es kommt dagegen vor, dass andere Frauen gegenüber betont feminin auftretenden Frauen voreingenommen sind. Anfeindungen deswegen kommen höchstens von anderen Frauen, niemals von Männern. Leider ertragen es manche Frauen nicht, wenn andere Frauen erfolgreicher oder attraktiver sind als sie selbst, und versuchen, diese weiter runter in den Krabbenkorb zu ziehen.

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