Im vergangenen Monat veröffentlichte die Hamas stillschweigend ein Dokument mit dem Titel „Our Narrative: Al Aqsa Flood: Two Years of Steadfastness and the Will for Liberation“ [Unser Narrativ: Die al-Aqsa-Flut: zwei Jahre Standhaftigkeit und der Wille zur Befreiung]. Das als historische Rückschau präsentierte 42-seitige PDF aus dem Medienbüro der Hamas in Wirklichkeit eine Propagandaschrift. Darin legt die Hamas in ihren eigenen Worten dar, wie sie den 7. Oktober versteht, warum sie das Massaker verübte und warum sie es weiterhin rechtfertigt.
Weitgehend unbeachtet blieb, wie das Dokument diese Geschichte visuell erzählt.
HonestReporting hat herausgefunden, dass das Dokument – neben Screenshots aus Hamas‑Propagandavideos – stark auf Bildmaterial westlicher Nachrichtenagenturen zurückgreift. Von den Fotos aus dem Gazastreifen scheinen zehn von Fotografen aufgenommen worden zu sein, die für Reuters, Getty Images und AFP arbeiten.
Diese Fotos werden auf den digitalen Plattformen dieser Agenturen zum Verkauf angeboten, zu Preisen zwischen 375 und 500 US‑Dollar. Laut den jeweiligen Nutzungsbedingungen muss jedes Foto mit ordnungsgemäßer Genehmigung und Lizenzierung erworben werden. Daraus ergeben sich drei dringende Fragen:
Hat die Hamas die Agenturen für das Recht bezahlt, ihre Fotos herunterzuladen und zu verbreiten, was potenziell rechtliche Probleme nach US‑Gesetzen zur materiellen Unterstützung terroristischer Organisationen aufwerfen würde?
Hat die Hamas die Fotos ohne Genehmigung verwendet, was bedeuten würde, dass die Agenturen nun verpflichtet sind, Maßnahmen zu ergreifen, um die Nutzung ihrer Arbeit in Terrorpropaganda zu verhindern?
Wussten die Agenturen oder ihre im Gazastreifen ansässigen Fotografen von der Nutzung der Fotos durch die Hamas und sahen darüber hinweg, was als Sachzuwendung gelten könnte?
Wie auch immer: Reuters, Getty Images und AFP müssen erklären, wie es sein kann, dass ihre Bilder in einem Hamas‑Propagandamanifest auftauchen, das Massenmord rechtfertigt.
Beunruhigende Verbindungen
Obwohl keine Quellenangabe oder Herkunftsangaben für die Fotos angegeben ist, gelang es HonestReporting, sie und die Fotografen, die sie aufgenommen haben, zu identifizieren. Es überrascht nicht, dass sie unethische Verbindungen zur Hamas haben.
Daher ist es nicht schockierend, dass ihre Bilder dem Narrativ der Terrororganisation dienten. Hier ist eine Auswahl von Bildern aus dem Manifest, mit Bildunterschriften, die HonestReporting basierend auf unserer Recherche hinzugefügt hat:
Als Waffe eingesetzter Journalismus
Ds ist keine technische oder rechtliche Fußnote. Die Strategie der Hamas beruht seit langem auf der Kontrolle nicht nur von Fakten, sondern auch von Bildern. Durch die Einbeziehung von Bildern westlicher Medien hüllt die Hamas ihr Narrativ effektiv in geliehene Glaubwürdigkeit.
Diese Enthüllungen werfen die Frage auf, ob internationalen Nachrichtenagenturen rechtliche und ethische Risiken drohen, wenn ihre Bilder wissentlich oder unwissentlich von der Hamas in einem Propagandamanifest verwendet würden und ob sie nun zum Handeln verpflichtet sind.
Wenn sie handeln, müssen Agenturen wie Reuters – die es seit dem 7. Oktober weitgehend vermieden hat, die Hamas als Terrororganisation zu bezeichnen – sie möglicherweise öffentlich als solche anerkennen.
Wie auch immer, das Ergebnis ist dasselbe. Der Hamas ist es gelungen, westliches Bildmaterial in ihre eigene englischsprachige Propaganda einzubetten und damit ein Narrativ zu stärken, das Gewalt rechtfertigt, um potenzielle Verbündete im Westen anzusprechen.
HonestReporting hat seit Langem davor gewarnt, dass Medienarbeit im Gazastreifen in einem Umfeld stattfindet, in dem die Hamas Druck ausübt und Einfluss nimmt. Dieses Dokument liefert neue Belege dafür, wie dieses Umfeld es einer Terrororganisation ermöglicht, den Journalismus selbst zur Waffe zu machen.
Wenn ein Hamas‑Manifest größtenteils mit Fotos westlicher Medien illustriert ist, stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Hamas die Medien manipuliert. Sondern es stellt sich die Frage, ob die Medien bereit sind, sich damit auseinanderzusetzen, wie leicht ihre Arbeit zur Rechtfertigung der Ermordung von Juden genutzt wird.
Es ist inzwischen eine gängige Taktik, Israel jedes nur denkbare Vergehen unter der Sonne mit einem wohlklingenden Begriff anzulasten. Definitionen werden bewusst verdreht, um sie gegen den einzigen jüdischen Staat richten zu können. Fakten werden entweder absichtlich ignoriert oder gezielt verzerrt, um ein vorgefertigtes Narrativ zu bedienen, das Israel als einen Staat darstellt, der ununterbrochen der schlimmsten Verbrechen schuldig gesprochen wird.
Die UNO tat am 7. Januar genau dies erneut, indem sie Israel „Rassentrennung und Apartheid“ im Westjordanland vorwarf. Der Bericht umfasst mehrere Jahre, konzentriert sich jedoch speziell auf den Zeitraum vom 7. Oktober 2023 bis zum 30. September 2025.
Obwohl der Bericht in der überwiegenden Mehrheit der Medien bislang nicht auf den Titelseiten auftaucht – vermutlich, weil UNO-Anschuldigungen gegen Israel leider zur Routine geworden und damit kaum noch berichtenswert sind – verlor die BBC keine Zeit, die Geschichte zu veröffentlichen, was das obsessive Bestreben des Senders zeigt, eine israelfeindliche Agenda voranzutreiben.
Es ist unglaublich, aber der Bericht streift die Terrorangriffe der Hamas vom 7. Oktober nur am Rande, obwohl sein Schwerpunkt eigentlich auf deren Folgen liegen soll. Hätte die UNO die Schwere der Angriffe anerkannt, hätte sie zugleich eingestehen müssen, dass Israels Anti-Terro-‑ und Sicherheitsstrategie sich in Echtzeit veränderte, um Anschläge zu verhindern, bevor sie stattfinden konnten und um wahrgenommene Bedrohungen unmittelbar zu bekämpfen. Ab dem 7. Oktober war die mögliche Eröffnung einer neuen Front im Westjordanland keineswegs eine abwegige Vorstellung, sondern eine sehr wahrscheinliche Entwicklung, da die Hamas und andere Terrororganisationen in mehreren Städten feste Stützpunkte aufgebaut haben. Die Hamas rief die in der Westbank lebenden Palästinenser sogar unmittelbar nach dem 7. Oktober dazu auf, bewaffnete Angriffe auf Israel durchzuführen.
Von jedem Staat, der gerade einen grausamen Terroranschlag auf seine Zivilbevölkerung erlebt hat, wäre zu erwarten — ja er wäre verpflichtet — verstärkt vorbeugende und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass sich so etwas niemals wiederholen kann. Das erfordert von der IDF die Umsetzung neuer Terrorbekämpfungsoperationen in Hochburgen des Terrorismus wie Jenin und Tulkarm. Das ist keine Apartheid, sondern Terrorismusbekämpfung und der Schutz israelischer Zivilisten.
Die UNO versucht ihren Standpunkt zu untermauern, wonach die IDF wahllos Palästinenser in der Westbank ins Visier nimmt, indem sie auf einen Anstieg der Todesfälle nach dem 7. Oktober verweist und sich dabei auf Daten des UNO-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) stützt. Nicht nur fehlt erneut der Kontext des 7. Oktobers, die UNO verschweigt auch bequemerweise, dass viele dieser Palästinenser Mitglieder von Terrororganisationen waren oder als Einzeltäter versuchten, Terroranschläge auf Israelis zu begehen oder sie tatsächlich verübten. Berücksichtigt man die anhaltende Terrorbedrohung sowie die Tatsache, dass israelische Operationen sich auf Städte konzentrierten, die seit Langem als Zentren des Terrorismus gelten, bricht die Behauptung wahlloser Zielauswahl bereits unter geringster Prüfung in sich zusammen.
Während die UNO versucht, aus dem Ungleichgewicht zwischen israelischen und palästinensischen Todesopfern im Westjordanland eine Verbindung herzuleiten, spiegeln die Daten in Wahrheit vor allem die Wirksamkeit der israelischen Terrorbekämpfungsoperationen wider, die zu einem Rückgang israelischer Todesopfer geführt haben.
Zugang zu Bewegungsfreiheit und Ressourcen
Die Behauptung, Israel übe Kontrolle durch Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und des Zugangs zu Ressourcen wie Wasser aus, ignoriert die bestehenden Vereinbarungen, die gemeinsamen Verwaltungsstrukturen und die Rolle der Palästinensischen Autonomiebehörde bei der Wasserverteilung.
Über Terrorbekämpfungsoperationen hinaus musste Israel weitere Sicherheitsmaßnahmen ergreifen, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Dazu gehören Beschränkungen auf bestimmten Straßen in der Westbank, um Anschläge zu verhindern, terroristische Aktivitäten zu stören und das Risiko von Gewalt zu verringern. Der Zugang richtet sich nach sicherheitsrelevanten Erwägungen und nicht nach ethnischer Zugehörigkeit oder Religion und viele dieser Straßen werden sowohl von Israelis als auch von Palästinensern genutzt.
Der UNO-Bericht ließ zudem die Bewegungseinschränkungen außer Acht, die Israelis im Westjordanland auferlegt werden — Maßnahmen, die ausdrücklich ihrem Schutz vor gezielten Terroranschlägen dienen. Es handelt sich daher nicht um eine Apartheidpolitik, sondern um sicherheitsbedingte Maßnahmen, deren Umfang sich je nach Bedrohungslage verändert.
It's easy for @nytimes to create a flashy interactive feature meant to promote the false idea of "apartheid roads."
Yes, Palestinians have less freedom of movement. Shootings, rock-throwing attacks, car-rammings and bombings—terrorism. This is what happens when Israel loosens… pic.twitter.com/EFfOm70g7f
Apartheid als weitere israelfeindliche Verleumdung
Die Verwendung des Begriffs Apartheid, der einen spezifischen historischen Kontext hat, zur Beschreibung einer komplexen Sicherheitslage ist nicht nur unzutreffend, sondern auch äußerst gefährlich. Diese Bezeichnung verschärft die Spannungen, delegitimiert Israels legitime Sicherheitsmaßnahmen und führt die internationale Gemeinschaft in die Irre, indem sie eine Verteidigungsstrategie als systematische rassistische Unterdrückung der Palästinenser darstellt.
Genau aus diesem Grund nutzte die Sowjetunion den Begriff Apartheid – um Israel politisch zu isolieren und das Ansehen des Landes in der Welt negativ zu beeinflussen. Es ist bedauerlich, dass die UNO, anstatt die Sicherheitslage objektiv zu beurteilen, auf Propaganda aus der Sowjetzeit zurückgreift.
Der Vorwurf der Apartheid ist zwar nicht neu, doch seine erneute Instrumentalisierung durch die UNO zur Erhebung einer pauschalen und politisch motivierten Anschuldigung gegen den jüdischen Staat ist zutiefst beunruhigend. Israel ist keineswegs ein perfektes Land. Dennoch steht es vor Sicherheitsherausforderungen, die ein Großteil der demokratischen Welt nicht kennt, also vor Schwierigkeiten, die im Westen ungewöhnlich oder gar unbekannt sind. Jede ehrliche Bewertung Israels muss das berücksichtigen, andernfalls riskiert man die Wahrheit völlig zu verfälschen.
Analysten sagen, dass sich diese Proteste grundlegend von früheren Unruhen unterscheiden. Die Islamische Republik ist schwächer als zu jedem anderen Zeitpunkt in jüngerer Vergangenheit. Ihre regionalen Stellvertreter, darunter die Hisbollah und die Hamas, sind geschwächt; die Wirtschaft bricht unter Sanktionen und Korruption zusammen; und anders als bei früheren Unruhen stellen sich die Demonstranten offen auf die Seite des im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlavi.
Ob es den Protestierenden letztlich gelingt, ihre Unterdrücker zu stürzen, bleibt abzuwarten. Doch eines haben sie bereits erreicht – etwas, das weit über die Grenzen des Iran hinausreicht.
Sie haben die Unehrlichkeit, Trägheit und moralische Feigheit großer Teile der westlichen Medien offengelegt.
Die Demonstrationen begannen Ende Dezember in Teheran, als Händler und Geschäftsleute aus Protest gegen die katastrophalen wirtschaftlichen Bedingungen Irans in den Streik traten. Innerhalb weniger Stunden breiteten sich die Proteste aus. Heute sind sie in mindestens 180 Städten dokumentiert und umfassen Millionen von Iranern.
Menschenrechtsgruppen im Land berichten, dass Hunderte Demonstrierende von Regimekräften erschossen wurden. Tausende weitere wurden verhaftet. Eine nahezu vollständige Internetsperre wurde verhängt, sowohl um die Organisierung der Proteste zu verhindern als auch um zu unterbinden, dass Bilder des Vorgehens nach außen gelangen.
Jung und alt. Männer und Frauen. Studierende, Arbeiter, Mütter, Väter. Iraner aus allen Lebensbereichen riskieren ihr Leben, um sich einem islamistischen Regime entgegenzustellen, das durch Repression, Hinrichtungen und Angst herrscht.
Und dennoch haben die westlichen Medien die Geschichte fast zwei Wochen lang entweder verschwiegen oder – schlimmer noch – sie im Sinne der Propagandapunkte des Regimes umgedeutet.
Die Beerdigung
Das erste Versagen war das Schweigen. Wie HonestReporting und andere feststellten, widmeten große internationale Medien den Ereignissen, die den Nahen Osten hätten verändern könnten, nur wenige bis gar keine ernsthafte Berichterstattung.
Von der New York Times bis zur BBC war die Berichterstattung spärlich und ausweichend. Wurden die Proteste überhaupt erwähnt, wurde ihr explizit regimekritischer Charakter oft verschwiegen. Die Demonstrationen wurden als vage Proteste gegen die Lebenshaltungskosten umgedeutet, obwohl die Protestierenden offen das Ende der Herrschaft der Kleriker fordern.
1/ Western media coverage of Iran’s escalating nationwide protests has been strikingly limited and cautious – despite widespread anti-regime demands across dozens of cities.
So erklärte ein iranischer Aktivist: „Diese Proteste in ‚politisch‘ oder ‚wirtschaftlich‘ zu unterteilen, ist irreführend. Fast jeder begreift, dass die politische Struktur der Islamischen Republik den wirtschaftlichen Zusammenbruch verursacht hat.“
Noch schlimmer: Als Journalisten auf ihre mangelnde Berichterstattung angesprochen wurden, lieferten mehrere Ausreden, die ans Absurde grenzten.
John Simpson, Leitender Redakteur Welt bei der BBC, behauptete, dass Aufnahmen aus sozialen Medien sorgfältig verifiziert werden müssten, bevor seriöse Medien sie verwenden könnten – eine bemerkenswerte Behauptung angesichts der Tatsache, dass dieselben Medien monatelang bereitwillig unbestätigtes Material aus dem Gazastreifen veröffentlichten.
Lindsey Hilsum, Redakteurin für Internationales von Channel 4, stimmte dieser Aussage zu und argumentierte, dass die Berichterstattung über den Iran objektiv schwierig sei, da ausländische Journalisten nicht in das Land einreisen dürften.
Von uns wird erwartet, dass wir vergessen, dass dieselben Journalisten Jahre damit verbrachten Opferzahlen, Videoaufnahmen und Zeugenaussagen aus einer von der Hamas kontrollierten Enklave zu veröffentlichen, oft ohne aussagekräftige Verifikation, Quellenangabe oder redaktionelle Sorgfalt.
Die Neubewertung
Als die Kritik nicht länger ignoriert werden konnte, nahm die Berichterstattung endlich zu.
Doch anstatt die iranischen Protestler und die Brutalität des Regimes in den Mittelpunkt zu stellen, verlagerten viele Medien ihren Fokus einfach auf die Verbreitung der Propaganda Teherans.
Die BBC und NBC News brachten Schlagzeilen, die Khameneis Behauptung verstärkten, die Demonstranten seien Vandalen, die Trump gefallen wollten. Sky News berichtete als erstes über Anschuldigungen iranischer Staatsmedien, die Israel und die Vereinigten Staaten für die Gewalt verantwortlich machten.
CNN räumte zwar Todesfälle ein, betonte aber wiederholt, dass man Berichte von Aktivisten nicht unabhängig überprüfen könne; der Vorbehalt hätte Gewicht, wenn der Sender nicht in den vergangenen zwei Jahren die von der Hamas veröffentlichten Opferzahlen aus dem Gazastreifen mit minimaler Skepsis oder Quellenangaben verbreitet hätte.
Kurz gesagt: Wenn Islamisten sprechen, werden sie als Quellen behandelt. Wenn Iraner sprechen, werden ihre Aussagen zu bloßen Behauptungen reduziert.
Noch wichtiger ist, dass das nicht unbemerkt geblieben ist. Iranische Dissidenten und Aktivisten kritisieren westliche Medien in den sozialen Medien offen und äußern ihren Unmut darüber, wie die Medien die Narrative des Regimes verstärken und gleichzeitig die Stimmen derer, die ihr Leben für die Freiheit riskieren, zum Schweigen bringen.
1/ The anti-regime protests in Iran didn’t just expose the brutality of the Islamic Republic.
They exposed the Western media.
As Iranians risk their lives to overthrow a regime that exports terror and repression, major outlets either ignored the story or worse, laundered regime… pic.twitter.com/mITW38nm1s
Der 7. Oktober 2023 – das Massaker der Hamas an israelischen Zivilisten – löste eine Kette von Ereignissen aus, die offenlegte, wie tief kompromittiert ein großer Teil der westlichen Presse inzwischen ist.
Im Gazastreifen haben Reporter wiederholt die Verbrechen der Hamas verharmlost, die islamistische Ideologie beschönigt und eine völkermörderische Terrororganisation zur Widerstandsbewegung umgedeutet.
Der Iran hat diese Abrechnung nun vollendet.
Hier beschönigen die Medien nicht nur die Handlungen eines Regimes. Sie säen aktiv Zweifel an den Opfern, verstärken die Stimmen von Tyrannen und behandeln den Sturz einer islamistischen Diktatur als eine Geschichte, die man verwalten müsse – nicht als eine, die man berichten sollte.
Im Gazastreifen, in Teheran, in Beirut und darüber hinaus haben sich westliche Medien immer wieder auf derselben Seite befunden wie die brutalsten islamistischen Regime der Welt, egal ob bewusst oder aus moralischer Trägheit.
Wenn das iranische Regime fällt, wird die Welt zu Recht den Mut derjenigen würdigen, die ihr Leben für Veränderung riskiert haben. Sie sollte sich aber auch an die Feigheit eines großen Teils der westlichen Medien erinnern. Der iranische Mut muss als Schande der Medien stehen bleiben.
Am 6. Januar 2026 kamen Zehntausende Hareidim (ultraorthodoxe Juden) auf den Straßen nahe der Einfahrt nach Jerusalem zusammen, um gegen die Einberufung hareidischer Jugendlicher in die IDF zu protestieren. Anders als die meisten 18‑jährigen Israelis, die zum Militärdienst eingezogen werden, gibt es für 18‑jährige Mitglieder der hareidischen Gemeinschaft eine umfassende Ausnahme vom Wehrdienst, über die derzeit in der israelischen Knesset gesetzlich entschieden wird.
Während des Protests, der zunehmend chaotisch geworden war, raste ein Bus durch die Menge, tötete einen Jugendlichen und verletzte drei weitere Menschen. Eine Untersuchung der israelischen Polizei zu dem Vorfall läuft derzeit.
Noch bevor der Vorfall von großen Medienorganisationen aufgegriffen wurde, wurde er von israelfeindlichen Accounts und anderen Akteuren auf X (ehemals Twitter) manipuliert und in zwei falsche Narrative umgedeutet: dass die Hareidi-Proteste ein Zeichen tiefgreifender öffentlicher Unzufriedenheit mit der israelischen Regierung seien und dass der israelische Staat für die Tötung des hareidischen Jugendlichen verantwortlich sei.
In vielen Fällen schienen die Accounts, die diese Fehlinformationen verbreiteten, dem iranischen Regime wohlgesonnen zu sein und nutzten den Vorfall, um eine Parallele zwischen den regierungskritischen Protesten im Iran und dem Wehrpflicht-Protest in Jerusalem zu ziehen.
Im Folgenden ein Blick auf diese beiden falschen Narrative und ihre Verbreitung auf X:
Narrativ A: Die hareidischen Proteste bedrohen die israelische Regierung
Für alle, die mit Israel und seiner politischen Landschaft vertraut sind, sind Hariedi-Proteste gegen die Wehrpflicht (oder andere Regierungsmaßnahmen) nichts Neues.
Dennoch behaupteten mehrere Accounts unter Verwendung von Bildern des Hareidi-Protests, es handele sich um massive Demonstrationen gegen die Regierung Netanyahu und deuteten an, diese stellten eine Bedrohung für deren Stabilität dar. Einige Accounts schrieben dem Protest sogar falsche Gründe zu.
Der „Nachrichten“-Account RKM postete ein Video des Protests und behauptete, Israel stehe aufgrund von „Gen-Z-Protesten“ angesichts „steigender Inflation, Rezession und Korruption“ kurz vor einem „Bürgerkrieg“. Diese Falschmeldung wurde über 67.000-mal angesehen und mehr als 1.500-mal weiterverbreitet.
Der populäre antiisraelische Account @Jvnior behauptete ebenfalls, dass „in Israel bald ein Bürgerkrieg ausbrechen wird“, und feierte dies.
Mehrere Accounts zogen eine Parallele zwischen diesem Protest und jenen gegen das iranische Regime. Ein scherzhaft gemeinter Beitrag postete sarkastisch, der Hareidi-Protest sei ein Zeichen dafür, dass „Israel fällt“ (in Anspielung auf diejenigen, die behaupten, die Proteste im Iran kündigten das Ende der Herrschaft des Ayatollah an).
Ein weiterer pro-iranischer Account, Zahra Hamidia, teilte ein Video des Hareidi-Protests mit der Bildunterschrift: „Massive regierungsfeindliche Proteste im Iran [sic]. Ups, sorry, es scheint, dass es nicht Iran ist, sondern Tel Aviv [sic].“ Dieser Beitrag soll anscheinend der israelischen Regierung einen Anstrich von Illegitimität zu verleihen, ähnlich der Illegitimität, die manche Beobachter der Islamischen Republik zuschreiben.
Das ist nicht das erste Mal, dass pro-iranische Accounts israelische Proteste nutzen, um zu behaupten, sie seien ein Zeichen für die Zerbrechlichkeit der Regierung. Nur wenige Stunden vor dem Hareidi-Protest teilte der Account Iran Military Media ein Video einer Demonstration und behauptete, „Tel Aviv ist letzte Nacht von massiven regierungsfeindlichen Unruhen erschüttert worden“. Proteste gegen die Regierung Netanyahu sind in Tel Aviv recht häufig und das Video zeigt nichts, was einer „Unruhe“ gleichkäme.
Narrativ B: Der israelische Staat tötete den jugendlichen Hareidi
Neben der Behauptung, der Hareidi-Protest sei ein Symbol für die Zerbrechlichkeit der israelischen Regierung (oder sogar Israels insgesamt), verbreitete sich in den sozialen Medien ein weiteres falsches Narrativ: dass Vertreter des israelischen Staates den Hareidi-Jugendlichen getötet hätten.
Ein Beitrag des in Europa ansässigen Accounts @AryJeay (der behauptet, ein iranischer Forscher und Autor zu sein) erreichte fast eine halbe Million Aufrufe, nachdem er behauptet hatte, ein „Bus der israelischen Polizei überfahre regierungsfeindliche Demonstranten in Tel Aviv“.
Abgesehen von der falschen Behauptung, es habe sich um einen Bus der israelischen Polizei gehandelt (jeder Einheimische könnte erkennen, dass es ein ziviler Bus des Unternehmens „Extra“ war), fand der Vorfall nicht in Tel Aviv statt. @AryJeay war nicht der einzige Account, der diese Fehlinformation verbreitete – der bekannte Desinformationsakteur Sulaiman Ahmed postete ebenfalls, der Vorfall habe in Tel Aviv stattgefunden und fügte zudem die frei erfundene Angabe hinzu, dass 10 Menschen getötet worden seien.
Zusätzlich zu der Behauptung, es sei ein Polizeibus gewesen, erreichte ein weiterer Beitrag des Accounts @Jvnior 778.000 Aufrufe, nachdem er fälschlicherweise behauptet hatte, ein „IDF-Soldat hat gerade orthodoxe Juden mit einem Bus auf den Straßen ‘Israels’ ÜBERFAHREN“. Kaum überraschend bei einem Account, der kürzlich gepostet hat: „Es ist nichts falsch daran, antisemitisch zu sein.“
BREAKING: IDF soldier just RAN OVER Orthodox Jews with a bus on the streets of ‘israel’ 🇮🇱
Ein weiterer X‑Nutzer, der pro‑iranische Regime‑Account „Persian Girl“, veröffentlichte ebenfalls das Video des Busses, der durch die Menge raste, zusammen mit den Worten: „Oh nein, was ist mit der einzigen Demokratie im Nahen Osten passiert?“ Damit wurde stark angedeutet, die Regierung sei für das Überfahren der Demonstrierenden verantwortlich gewesen, um den Protest niederzuschlagen.
Ob es nun darum geht, Falschmeldungen über die Art des jüngsten Protests der Hareidis zu verbreiten oder Israel zu beschuldigen einen der Demonstrierenden getötet zu haben – es ist eindeutig, dass antiisraelische Akteure den Vorfall genutzt haben, um die sozialen Medien mit Desinformation über Israels politische Stabilität oder die angebliche Unterdrückung von Protestierenden durch die Regierung zu fluten.
Es scheint, dass mehrere dieser Lügenverbreiter dem iranischen Regime wohlgesonnen sind, was die Situation noch besorgniserregender macht.
Insgesamt haben diese Beiträge innerhalb von weniger als 24 Stunden über eine Million Nutzer erreicht und zeigen damit, wie rasant sich Desinformation in sozialen Medien verbreiten kann – mit negativen Auswirkungen auf jene, die diese Plattformen als primäre Nachrichtenquelle nutzen.
Nach der US-Militäroperation in Venezuela am Samstag, 3. Januar, richtete sich die internationale Aufmerksamkeit schnell auf die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro. Während diese Entwicklung weithin als ein bedeutender geopolitischer Moment betrachtet wurde, fielen die Reaktionen alles andere als einheitlich aus.
Viele äußerten vorsichtigen Optimismus und selbst jene, die Zweifel an der Art und Weise hatten, wie Maduro festgesetzt wurde, räumten zumindest die zahlreichen Verfehlungen des venezolanischen Staatschefs ein. Wie immer gab es jedoch eine Gruppe, die keinerlei Anlass zum Feiern sah. Ganz im Gegenteil. Die pro-palästinensische Linke im Internet geriet nach Bekanntwerden der Festnahme in völlige Auflösung — nicht aus Demut, sondern weil sie Maduros Festnahme vehement ablehnte und versuchte, die Schuld dafür Israel zuzuschieben.
No surprise. Far-left lunatics like Cenk Uygur and right-wing nutjobs like Candace Owens are blaming the "hidden hand of Zionism" for the removal of Venezuela's Maduro.
No coincidence. So many of these conspiracy theorists have a fetish for both terrorists and authoritarians. pic.twitter.com/ZwDh0BgBqI
Maduro war als Diktator bekannt, der für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich war. Über die innenpolitische Repression hinaus spielte Maduros Venezuela eine bedeutende Rolle auf der internationalen Bühne. Unter seiner Führung knüpfte das Land enge Beziehungen zum iranischen Regime und dessen Stellvertretern und bot militärische, finanzielle und politische Zusammenarbeit, die weit über symbolische Diplomatie hinausging. Dadurch konnte die Hisbollah ihren globalen Einfluss in Südamerika ausweiten, was eine direkte Bedrohung für die Interessen und die Sicherheit sowohl der USA als auch Israels darstellte.
Dennoch wurden diese Fakten von der pro-palästinensischen Online-Aktivistenszene entweder offen ignoriert oder als israelische Propaganda abgetan. Das ist kaum überraschend, da dieselben Accounts, die sich gegen Maduros Festnahme aussprachen, auch lautstarke Unterstützer der Islamischen Republik und der Hamas waren.
Israel als Standardschuldiger
Der Podcast‑Moderator Jake Shields behauptete, die amerikanische Militäroperation sei „im Auftrag Israels“ durchgeführt worden – ein bekanntes Narrativ, das nahezu jede außenpolitische Entscheidung der USA als von Israel gesteuert darstellt. Zuvor war er sogar noch weiter gegangen und hatte behauptet, „der Iran macht die Welt zu einem sichereren Ort“, womit er die dokumentierte Rolle des iranischen Regimes bei der Unterstützung von Terrorismus, der Destabilisierung regionaler Regierungen und dem Vorantreiben nuklearer Ambitionen verharmloste.
Last week, Trump was the first non jew to win the Israeli award
This week, Trump launched another war on behalf of Israel
In diesem Zusammenhang hat Bushra Shaikh, eine Sozial- und Politikkommentatorin, in der Vergangenheit faktisch für die Hamas geworben. Sie behauptete, die am 7. Oktober 2023 verübten Gräueltaten seien „von der israelischen Regierung übertrieben worden, um öffentliche Unterstützung für ihr bevorstehendes Massenabschlachten von Palästinensern zu gewinnen“. Im Anschluss an die amerikanische Militäroperation rief sie begeistert dazu auf, der Iran solle „diese Atombombe bauen“ und unterstützte damit die Aufrüstung eines Regimes, das offen zur Vernichtung Israels aufruft.
Natürlich war abzusehen, dass Israel für die US-Operation in Venezuela verantwortlich gemacht werden würde. Die Podcasterin Candace Owens hielt sich online an diese unausgesprochene antiisraelische Regel und behauptete, die „Zionisten bejubeln jeden Regimewechsel“, auch in Venezuela, „weil sie dadurch Land, Öl und andere Ressourcen stehlen können.“
Venezuela has been “liberated” like Syria, Afghanistan, and Iraq were “liberated”.
The CIA has staged another hostile takeover of a country at the behest of a globalist psychopaths.
Doch die Reaktionen blieben nicht auf den Influencer-Bereich beschränkt. Sie wanderten schnell in institutionelle und politische Räume, wo Vergleiche zu Israel gezogen und Forderungen nach Maßnahmen gegen dessen politische Führung laut wurden.
Die UNO-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese verwies auf Maduros Festnahme als einen „tödlichen Schlag“ gegen das Völkerrecht – im selben Atemzug, in dem sie die Festnahme des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu forderte. Eine solche Gleichsetzung verwischt entscheidende rechtliche und moralische Unterschiede und untergräbt durch ihre selektive Anwendung die Glaubwürdigkeit internationaler Rechtsnormen. Zudem ist der Vergleich zwischen dem demokratisch gewählten Netanjahu und einem Diktator, der in den Drogen-Terrorismus verwickelt war, eine tiefgreifende Verzerrung der Realität.
LET'S NOT LOSE SIGHT OF JUSTICE AS OUR COMPASS. Attacking a sovereign country and abducting its leader is a lethal blow to intl law, no matter how deserving s/he may be to face justice. That applies also to Netanyahu: I look forward to his lawful arrest and trial in The Hague. https://t.co/UMFUo5VPfv
— Francesca Albanese, UN Special Rapporteur oPt (@FranceskAlbs) January 4, 2026
Ebenso bezeichnete CODEPINK, eine radikale linke Organisation, die zuvor den Iran besucht hatte, um sich im Rahmen einer sogenannten „Friedensdelegation“ mit Mitgliedern des iranischen Regimes zu treffen, Maduro als „demokratisch gewählten Führer einer souveränen Nation“ und Netanyahu als niemand anderen als einen „gesuchten Kriegsverbrecher, der Völkermord begeht“.
Der neu vereidigte New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani bezeichnete Maduros Verhaftung als „Kriegsakt“ und betonte, dass das „offensichtliche Streben nach einem Regimewechsel“ auch New Yorker betreffe. Ironischerweise hat Mamdani geschworen, Premierminister Benjamin Netanjahu zu verhaften, sollte dieser New York betreten.
I was briefed this morning on the U.S. military capture of Venezuelan President Nicolás Maduro and his wife, as well as their planned imprisonment in federal custody here in New York City.
Unilaterally attacking a sovereign nation is an act of war and a violation of federal and…
Die pro-palästinensische und pro-Maduro-Annäherung
Maduros Verhaftung wurde zudem durch die gleiche ideologische Brille betrachtet, die zur Bekämpfung Israels eingesetzt wird. Die Bewegung Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) verdeutlichte diese Annäherung, indem sie zu „kollektiver Solidarität gegen die völkermörderische Achse USA-Israel“ aufrief. Indem BDS Venezuela in ein bekanntes antiisraelisches Narrativ einordnete, stilisierte es eine Diktatur, die sich des Drogenterrorismus schuldig gemacht hatte, praktisch zu einem Teil eines umfassenderen Kampfes gegen „koloniale Gewalt“.
From Palestine to Venezuela: We call for unity in the struggle for self-determination and for collective solidarity against the genocidal US-Israel axis.
Al Jazeera was a powerful platform for the Venezuelan president to promote his statements. In this photo, he appears with Al Jazeera anchor Khadija Ben Qenna on Al Jazeera. pic.twitter.com/5awbQE2zXU
Diese Überschneidung zwischen pro-palästinensischem Aktivismus und Pro-Maduro-Apologetik zeigt, dass ideologische Loyalität – und nicht echte Sorge um Menschenrechte oder demokratische Werte – zunehmend bestimmt, welche Führungspersonen verurteilt und welche verteidigt werden.
In ihrer Gesamtheit nähren diese Reaktionen einen breiteren und tief verwurzelten Mythos, wonach Israel die globale Politik und damit auch die USA kontrolliere. Indem Israel als ultimativer Bösewicht dargestellt wird, hat die israelfeindliche Szene die Verteidigung von Diktatoren, die Rechtfertigung von Terrorismus und die unverhohlene Ignoranz gegenüber autoritären Allianzen ermöglicht.
„Was machten die Medien, als das Regime unter Ali Khamenei schließlich fiel?“
Diese Frage wird gestellt werden, falls wir – wie viele Iraner nun zu hoffen wagen – tatsächlich die letzten Tage der Islamischen Republik nach mehr als vier Jahrzehnten an der Macht erleben. Es ist auch eine Frage, auf die die westliche Presse möglicherweise nur schwer eine Antwort finden wird.
Wie es begann
Die aktuelle Welle der Unruhen begann Ende Dezember, als Ladenbesitzer in Teheran in den Streik traten – aus wachsender Wut über die kollabierende iranische Wirtschaft. Der Rial erreichte historische Tiefststände, während die Preise unter einer lähmenden Inflation weiter explodierten. Händler, Großhändler und Geschäftsleute gingen aus Protest auf die Straße, zunächst wegen wirtschaftlicher Misswirtschaft – doch die Wut richtete sich rasch gegen das Regime selbst.
Innerhalb von 48 Stunden hatten sich die Demonstrationen über die Hauptstadt hinaus auf große Städte wie Isfahan, Schiras, Maschhad, Hamadan, Qeschm und weitere Orte ausgebreitet. Von Iranern gepostete Videos zeigten Menschenmengen, die offen politische Parolen riefen: „Tod dem Diktator“, „Die Mullahs müssen weg“ und „Dieses Heimatland wird nicht frei sein, bis der Mullah weg ist.“
Regimenahe iranische Medien haben mehrere Todesfälle eingeräumt. Unabhängige Schätzungen deuten darauf hin, dass die Zahl deutlich höher sein könnte. Unstrittig ist, dass sich die Unruhen rasch von wirtschaftlichen Protesten zu einer breit angelegten Herausforderung der klerikalen Herrschaft entwickelt haben.
Die von den Medien kaum berichtete Geschichte
Und doch brachte The New York Times am Freitag auf der Titelseite keinen einzigen Artikel über die Proteste.
Keinen einzigen.
Dabei handelte es sich um Unruhen, die – sollten sie Erfolg haben – den Iran, den Nahen Osten und die globalen Sicherheitsdynamiken für Jahrzehnte verändern könnten. Ein Regime, das die Hamas und die Hisbollah unterstützt, terroristische Stellvertreter in der gesamten Region bewaffnet, Israel mit der Vernichtung droht und internationale Energiemärkte destabilisiert, sah sich der nachhaltigsten landesweiten Opposition seit Jahren gegenüber. Und dennoch fand die Geschichte kaum Beachtung.
Das nahezu völlige Schweigen der New York Times war kein Ausreißer. Es war symptomatisch.
Als die mangelnde Berichterstattung in den sozialen Medien kritisiert wurde, lieferte John Simpson, World Affairs Editor der BBC, eine beinahe komische Verteidigung: Videos aus sozialen Netzwerken, sagte er, müssten sorgfältig verifiziert werden, bevor „seriöse Medien“ sie verwenden könnten.
Dieses Prinzip ist für sich genommen unstrittig. Seine selektive Anwendung hingegen ist es nicht.
Das ist dieselbe BBC, die wiederholt unbestätigtes – oder nur oberflächlich bestätigtes – Bild- und Videomaterial aus dem Gazastreifen ausgestrahlt hat. Im Iran jedoch wurde Verifizierung plötzlich zu einem unüberwindbaren Hindernis, obwohl Dutzende Videos aus mehreren Städten übereinstimmende Szenen, Parolen und Muster der Unruhen zeigten.
Wenn die Rahmung die Arbeit des Regimes erledigt
Berichte der BBC und Analysen von BBC Verify haben wiederholt „Lebenshaltungskosten-Proteste“ betont – trotz verifizierten Materials, das Menschenmengen zeigt, die das Ende der klerikalen Herrschaft fordern und Symbole des Regimes angreifen.
Dort, wo BBC Verify die „Verifizierung“ vorgenommen hat, die John Simpson als so schwierig bezeichnete, geriet die Redaktion in die Kritik: Sie konzentrierte sich darauf, vereinzelte Fälle von KI-generierten Bildern zu entkräften – statt das überwältigende Ausmaß echten Materials anzuerkennen, das die Brutalität gegen Demonstrierende dokumentiert.
Genuinely shocked to see BBC Verify have chosen now to be out there giving an impression we should not believe what we are seeing in #Iran based on one image (of a real event).
Amplification of this intensely organic revolution by Israeli social media accounts is making many…
Sky News, Reuters, FRANCE24 und andere [darunter auch die deutschen ÖRR-Sender] folgten einem ähnlichen Muster – sie stellten steigende Preise und wirtschaftliche Stagnation in den Vordergrund, während sie den unüberhörbar politischen Parolen, die durch die Straßen Irans hallten, nur geringe Aufmerksamkeit schenkten.
Dieses Framing ist entscheidend. Proteste gegen Inflation deuten auf Reform hin. Proteste, die den Sturz des Obersten Führers fordern, deuten auf einen Kollaps des Regime hin.
In einigen Fällen ist die westliche Berichterstattung noch weiter gegangen und hat die vom Regime bevorzugte Darstellung vollständig übernommen.
Als US‑Präsident Donald Trump warnte, die Vereinigten Staaten würden reagieren, falls iranische Demonstrierende massakriert würden, verurteilten iranische Offizielle die Äußerungen als „verantwortungslos“. Mehrere Medien, darunter die BBC, stellten diese Verurteilung in den Mittelpunkt – sie rückten Teherans Empörung ins Zentrum und stellten damit implizit die Vereinigten Staaten, nicht die Islamische Republik, als destabilisierende Kraft dar.
In der vergangenen Woche veröffentlichte der Guardian sogar einen Gastbeitrag des iranischen Außenministers Abbas Araghchi unter der Überschrift: „You’ll never defeat us in Iran, President Trump: but with real talks, we can both win.“ [Du wirst uns im Iran niemals besiegen, Präsident Trump: aber mit echten Gesprächen werden wir beide gewinnnen.]
Einfach ausgedrückt stellte der Guardian seine Seiten der Propaganda eines ranghohen Vertreters eben jenes Regimes zur Verfügung, gegen das die Iraner ihr Leben riskieren – derselben Islamischen Republik, die Mahsa Amini zu Tode prügelte, weil sie angeblich ihr Kopftuch falsch getragen hatte, die Demonstranten hinrichtete, Dissidenten einsperrte und seit 45 Jahren mit Hilfe von Angst herrscht.
1/ Western media coverage of Iran’s escalating nationwide protests has been strikingly limited and cautious – despite widespread anti-regime demands across dozens of cities.
Westlichen Journalisten mangelt es nicht an Informationen über den Iran. Die Belege sind reichlich vorhanden und werden oft unter enormem persönlichem Risiko von Iranerinnen und Iranern selbst geliefert.
Was offenbar fehlt, ist nicht der Zugang, sondern der redaktionelle Wille.
Die Anerkennung eines sich entwickelnden Aufstands gegen das Regime würde unangenehme Schlussfolgerungen erzwingen: dass langjährige Annahmen über „Stabilität“, „Reform“ und diplomatische Annäherung an Teheran fehlgeleitet waren; dass die Islamische Republik nicht nur fehlerhaft, sondern grundsätzlich illegitim ist; und dass westliche Regierungen und Institutionen jahrzehntelang ein brutales Regime hofiert haben, das nun offen von seinem eigenen Volk zurückgewiesen wird.
Es ist einfacher – sicherer – Unruhen als wirtschaftliche Beschwerden zu beschreiben, sich hinter Verifizierungsrhetorik zu verstecken oder Regimestimmen als „Kontext“ zu präsentieren.
Doch wenn dieser Aufstand Erfolg hat, wird die Geschichte dieser Vorsicht nicht wohlgesonnen sein. Und die Frage wird bleiben:
Als Iranerinnen und Iraner Freiheit forderten, warum wandten sich so viele westliche Medien ab?
Drei der größten und einflussreichsten Nachrichtenorganisationen der Welt – mit einer kombinierten Reichweite von Hunderten Millionen über Fernsehen, Radio und digitale Plattformen – und einer entsprechend großen Verantwortung.
Wenn Medien dieser Größenordnung Fehler machen, verzerren sie nicht nur einen einzelnen Nachrichtenzyklus; sie prägen das öffentliche Verständnis eines gesamten Konflikts.
Das ist gerade jetzt besonders wichtig. Als Mitte Oktober die Feuerpause zwischen Israel und der Hamas begann und die ersten israelischen Geiseln nach zwei Jahren unterirdischer Gefangenschaft zurückkehrten, war die weltweite Aufmerksamkeit enorm – und Genauigkeit wichtiger denn je.
Doch innerhalb nur einer Woche veröffentlichten oder sendeten alle drei Organisationen gravierende, folgenschwere Fehler. Jeder Fehler war anders gelagert, doch gemeinsam offenbarten sie dasselbe Muster, das HonestReporting während des gesamten Krieges aufgezeigt hat: Desinformation verbreitet sich mit Höchstgeschwindigkeit, während Korrekturen viel zu spät hinterherhinken – sofern sie überhaupt erfolgen.
Das ist kein isoliertes Problem. Es ist ein kumuliertes.
Nach zwei Jahren, in denen das Publikum mit irreführenden Berichten, Fehlübersetzungen, Euphemismen und offenen Falschdarstellungen bombardiert wurde, bieten diese Fehler von Mitte Oktober einen Momentaufnahme des angerichteten Schadens – und zeigen, warum mediale Rechenschaftspflicht unverzichtbar bleibt.
Die drei Fehler – und was sie offenbaren:
1. CNN: Amanpour verharmlost die Folter an Geiseln
Am 13. Oktober behauptete Christiane Amanpour, die internationale Chefkorrespondentin von CNN, israelische Geiseln seien „wahrscheinlich besser behandelt worden als der durchschnittliche Gazaner“ und bezeichnete sie als „Schachfiguren“, um die sich die Hamas aus Eigeninteresse gekümmert habe.
HonestReporting machte die Äußerung öffentlich und löste breite Empörung aus.
Amanpour entschuldigte sich später live auf Sendung und räumte ein, ihre Bemerkungen seien „unsensibel und falsch“ gewesen, nachdem sie erfahren hatte, dass die Geiseln berichteten, sie seien ausgehungert, mit Stromschlägen misshandelt, in Ketten und Käfigen unter der Erde festgehalten, am Weinen gehindert und gezwungen worden, ihre eigenen Gräber zu schaufeln.
Das war kein Versprecher. Es war ein Weltbild – eines, das israelisches Leid reflexhaft herunterspielt, selbst in Momenten, in denen die Fakten eigentlich unbestreitbar sein sollten.
.@amanpour: The Israeli hostages have "probably been treated better than the average Gazan because they are the pawns & the chips that Hamas had."
Starved, electrocuted, held in chains & cages underground, forced to dig their own graves.
2. ABC News: Ein Terrorist erhält einen Heldenzuschnitt
In derselben Woche sendete ABC News Aufnahmen, in denen ein Hamas‑Kämpfer während der Feuerpause als heroischer Retter dargestellt wurde – ohne ihn als Mitglied einer von den USA eingestuften Terrororganisation zu identifizieren.
HonestReporting deckte die Verbindungen des Mannes und seine Rolle im Hamas‑Terrorismus auf. ABC hat ihn seither in keiner weiteren Berichterstattung mehr verwendet.
Quellen berichten, dass dieser Beitrag außerhalb des üblichen redaktionellen Prozesses von ABC News eingereicht wurde und ausschließlich von einem in Gaza ansässigen Kameramann produziert wurde – ohne Beteiligung eines ABC‑Reporters. Nach zwei Jahren, in denen Hamas‑nahe „Content Creator“ als unabhängige Journalisten auftraten, lässt sich die Verantwortungslosigkeit kaum übertreiben, dass solches Material ohne gründliche Überprüfung ausgestrahlt wurde.
Das war mehr als ein Fehlurteil. Es war ein Versagen der Sorgfaltspflicht: Material, das vollständig aus von der Hamas kontrolliertem Gebiet stammt, durfte einen Terroristen in einen vermeintlichen Retter verwandeln – und wurde an Millionen von Menschen ausgestrahlt. Das zeigte ein grundlegendes Versagen der Verifikation durch ABC News.
1/ Here's Mahmoud Bassal, coordinating the recovery of bodies from under the rubble in Gaza, according to @ABC.
3. BBC News: Die Freilassung von Gefangenen als „Geiselaustausch“ bezeichnet
Ebenfalls am 13. Oktober beschrieb die BBC die Freilassung israelischer Geiseln – entführter Zivilisten, die zwei Jahre lang unterirdisch festgehalten worden waren – als Teil eines „Geiselaustauschs“ mit palästinensischen Gefangenen.
Diese falsche Gleichsetzung hat sich zu einem hartnäckigen Medientopos entwickelt, der den Unterschied zwischen der Entführung von Zivilisten und der Inhaftierung von Personen, die gewalttätiger Verbrechen beschuldigt oder dafür verurteilt wurden, einebnet.
Die BBC veröffentlichte keine Klarstellung. Stattdessen beharrte die Journalistin, die den Text verfasst hatte, später darauf, die Formulierung habe nicht beabsichtigt, israelische Geiseln mit palästinensischen Gefangenen gleichzusetzen.
Die von diesen drei Vorfällen aufgedeckte Wahrheit
Diese drei Fehler sind nicht im luftleeren Raum entstanden.
Sie sind Teil desselben Ökosystems der Fehlberichterstattung, das seit dem 7. Oktober 2023 die öffentliche Wahrnehmung geprägt hat. Im Nebel des Krieges – und dem politischen Druck, der darauf folgt – haben etablierte Medienorganisationen wiederholt ungeprüfte Behauptungen verbreitet, aktivistische Sprache übernommen, Extremisten eine Plattform geboten und israelische Selbstverteidigung als Aggression dargestellt.
Korrekturen, sofern sie überhaupt erscheinen, sind verhalten, verspätet und erreichen nur einen Bruchteil des Publikums, das die ursprüngliche Behauptung aufgenommen hat.
Das Ergebnis?
Zwei Jahre globaler Meinungsbildung, die nicht von Fakten bestimmt waren, sondern von einem stetigen Strom verzerrter, ungenauer und mitunter völlig falscher Berichterstattung. Die Woche während der Feuerpause Mitte Oktober ist kein Ausreißer, sondern ein Fallbeispiel – eine komprimierte Zeitleiste, die zeigt, wie schnell israelfeindliche Desinformation sich verbreiten, festsetzen und zu „Wahrheit“ verhärten kann.
Und wenn drei derart gravierende Fehler innerhalb einer einzigen Woche auftreten können – aus drei der einflussreichsten Redaktionen der Welt –, dann zeigt das, womit HonestReporting in den vergangenen zwei Jahren konfrontiert war. Das ist die Dimension des Problems: Dutzende Millionen Menschen, die Verzerrungen in Echtzeit ausgesetzt sind, während Korrekturen – falls sie überhaupt erscheinen – leise und zu spät kommen, um noch etwas zu bewirken.
Deshalb darf unsere Arbeit nicht beim Faktencheck stehenbleiben. HonestReporting konzentriert sich zunehmend auf Medienkompetenz: dem Publikum beizubringen, wie man Fehlrahmungen, emotionale Manipulation, aktivistische Sprache und faktische Taschenspielertricks erkennt. Und deshalb widmen wir uns nun der schwierigen, aber unverzichtbaren Aufgabe, Israels Ansehen nach zwei Jahren unablässiger Fehlrepräsentation wiederherzustellen – indem wir Leserinnen und Lesern, Zuschauerinnen und Zuschauern sowie Entscheidungsträgern zeigen, was tatsächlich geschehen ist und warum Genauigkeit zählt.
Denn wenn diese Oktoberwoche eines gezeigt hat, dann dass Desinformation über Israel kein gelegentliches Phänomen ist.
Sie ist systemisch.
Sie ist einflussreich.
Und wenn man ihr nicht widerspricht, wird sie zur Geschichte.
Eine zentrale Strategie der Hamas und anderer Terrororganisationen ist das Einbetten von Kombattanten in zivile und humanitäre Organisationen im Gazastreifen, um der Entdeckung durch israelische Behörden zu entgehen. Israel hat kontinuierlich daran gearbeitet zu verhindern, dass gutmeinende Hilfsorganisationen für diese Zwecke missbraucht werden.
Im März 2025 informierte Israel alle Hilfsorganisationen im Gazastreifen darüber, dass sie einen erneuten Registrierungsprozess durchlaufen müssten, um ihre Arbeit ab Januar 2026 fortsetzen zu können. Die wichtigste Anforderung an die Organisationen bestand darin, dass sie im Rahmen eines Sicherheitsüberprüfungsverfahrens eine Liste sämtlicher Mitarbeiter einzureichen haben. Wer diesen Prozess nicht abschloss, würde seine Tätigkeit nicht fortsetzen können.
Protecting Aid – Preventing Exploitation
As of January 1, 2026, international NGOs that did not renew their registration will no longer be allowed to operate.
Organizations were notified in March 2025, given nearly ten months to comply, and granted a good-faith extension… pic.twitter.com/U0JqfR8OKF
Viele Medien, darunter auch CNN, haben dies so dargestellt, als könne es zu einer „humanitären Krise“ führen. Dies geschieht, obwohl die gesamte Hilfe all dieser 37 Organisationen lediglich 1% der gesamten in den Gazastreifen gelangenden Hilfsgüter ausmacht. Alex Crawford von Sky News behauptete, Israel blockiere diese Organisationen „ohne Beweise“ für Verbindungen zu Terrororganisationen zu haben und bezeichnete die Gruppen als „angesehen“.
Israel is blocking some of the world’s most respected aid groups from Gaza, The groups say Israel’s rules to operate are arbitrary and cd endanger lives. Israel insists – without evidence – that they’ve been infiltrated by militants. https://t.co/gMb3i7XUz4
Aber es gibt nichts „Respektables“ daran, wenn Terroristen Organisationen unterwandern, die eigentlich Zivilisten in Not helfen sollen. Darüber hinaus dient diese Maßnahme dazu sicherzustellen, dass Terrororganisationen keine Kontrolle über humanitäre Einsätze gewinnen oder sie unterlaufen.
Im Verlauf des Krieges sind humanitäre Organisationen immer wieder von Terrororganisationen missbraucht worden. Ärzte ohne Grenzen (MSF) ist beispielsweise eine der Organisationen, deren Tätigkeit in den kommenden Monaten ausgesetzt wird, nachdem sie keine Liste ihrer Mitarbeiter im Gazastreifen vorgelegt hat. MSF ist dabei kein unbeschriebenes Blatt. Im Jahr 2024 wurde aufgedeckt, dass ein MSF-Mitarbeiter in den Islamischen Jihad aktiv war und ein weiterer als Scharfschütze in einer Hamas-Einheit diente.
This is your employee, @MSF. A physical therapist by day and terrorist by night.
Fadi Al-Wadiya, who was eliminated by the @IDF 2 days ago, worked both as a physical therapist for Doctors Without Borders and as a prominent terrorist in the PIJ terrorist organization.
Mosab Abu Toha, ein Pulitzer-Preisträger, zu dem HonestReporting aufdeckte, dass er die Entführung israelischer Geiseln am 7. Oktober verharmloste, stimmte online ebenfalls in den Chor derjenigen ein, die sich über die Suspendierung von MSF im Gazastreifen beklagen. Ihm fehlt das grundlegende Verständnis dafür, dass sich Hamas und andere Terrororganisationen in zivile Infrastruktur eingebettet haben – einschließlich Krankenhäusern. Und während er den Eindruck erweckt, die Zivilbevölkerung des Gazastreifens sei auf MSF angewiesen, sieht die Realität laut COGAT so aus, dass MSF lediglich fünf von insgesamt 220 Primärversorgungskliniken und medizinischen Anlaufstellen im Gazastreifen betreibt.
What country is barring more than 30 humanitarian organizations, including Doctors Without Borders, from operating in Gaza? As if these aid groups were ever allowed to function freely in the first place. For months, humanitarian organizations have faced blocked access, extreme…
Natürlich wird dieser Kontext in internationalen Berichten über die Suspendierung der NGOs ausgelassen, weil er nicht in das gewünschte Narrativ passt. Ebenso bezeichnend ist, dass sich die mediale Aufmerksamkeit auf die 15% der Organisationen richtet, die Israels Vorgaben nicht erfüllen und nicht auf die 85%, die es tun. Das würde jedoch voraussetzen, dass die Medien hinterfragen, warum 37 sogenannte Hilfsorganisationen sich weigern die einfache Aufgabe zu erfüllen eine Liste ihrer Mitarbeiter vorzulegen.
Es ist nicht das erste Mal, dass das Hilfssystem im Gazastreifen durch terroristische Unterwanderung als anfällig – wenn nicht gar als kompromittiert –hervorgehoben wurde. Die Hamas hat systematisch Mitglieder in zivile Infrastruktur eingeschleust, um Ressourcen zu kontrollieren. In der Folge haben internationale Hilfsorganisationen Behauptungen der Hamas ohne jede Prüfung übernommen. Diese Behauptungen wurden dann unkritisch von den Medien verstärkt, wodurch ein sich selbst verstärkender Kreislauf entstand, in dem die Hilfsnarrative der Hamas zu akzeptierten „Fakten“ wurden.
Während Terrororganisationen versuchen, Falschinformationen über einen angeblichen Mangel an humanitärer Hilfe im Gazastreifen zu verbreiten, bleibt die Realität bestehen: Wöchentlich gelangen 4.200 Lastwagen voller Hilfsgüter nach Gaza, koordiniert zwischen Israel und denjenigen Hilfsorganisationen, die sich an die Regeln halten. Organisationen, die sich weigern, eine Mitarbeiterliste vorzulegen, müssen erklären, warum sie sich dieser grundlegenden Transparenzanforderung hartnäckig entziehen.
Glaubt allen Frauen – außer israelischen Frauen. Diese Botschaft sendet die Medienlandschaft immer wieder. Als vor einigen Jahren Vorwürfe sexueller Übergriffe gegen Hollywoodstars erhoben wurden, standen die Frauen, die sich zu Wort meldeten, ununterbrochen in den Schlagzeilen – gefeiert für ihren Mut, trotz der Einschüchterungen durch ihre Täter zu sprechen. Doch wenn israelische Frauen und Männer über ihre Erfahrungen in der Gefangenschaft der Hamas oder über das berichten, was sie am 7. Oktober erlebt haben, sind die Medien deutlich leiser gewesen.
Wenn große Medienhäuser israelischen Überlebenden doch eine Plattform geben, wird ihre Geschichte entweder heruntergespielt, verschleiert oder von anderen online als erfundener Bericht verspottet.
Genau das geschah, als Romi Gonen, die 471 Tage lang in Gaza als Geisel festgehalten wurde, mit ihrer Geschichte über sexuelle Gewalt während der Gefangenschaft an die Öffentlichkeit ging. In ihrem Interview mit Israels Kanal 12 schilderte Romi die grausamen und wiederholten sexuellen Übergriffe, die sie durch Hamas-Täter erleiden musste.
Romi Gonen beschreibt Missbrauch in Gefangenschaft
Die westlichen Medien, die Israel so schnell – trotz fehlender Beweise – Verbrechen wie Völkermord vorwerfen, sind nun auffallend abwesend, sobald das Verbrechen sexueller Gewalt öffentlich wird, das eine ehemalige Geisel erlitten hat. Es ist äußerst enttäuschend, dass zum Zeitpunkt, da dies geschrieben wird, lediglich die Daily Mail und der Telegraph über Romis wichtige Aussage berichtet haben.
Die sexuellen Gewalttaten, die an Israelis am und nach dem 7. Oktober verübt wurden, sind seit den Tagen unmittelbar nach den Angriffen bekannt – dokumentiert durch Zeugenaussagen von Überlebenden, forensische Beweise, Augenzeugenberichte sowie Ermittlungen israelischer Behörden und internationaler Institutionen. Dennoch wird online und in den Medien, selbst wenn immer mehr Beweise von Überlebenden ans Licht kommen, all dies weiterhin als kontrovers behandelt, statt als Wahrheit.
Das ist kein Zufall. Es spiegelt ein beunruhigendes zweierlei Maß wider, bei dem israelischen Opfern jene moralische Klarheit verweigert wird, die man anderen routinemäßig zugesteht. Für Romi begann diese Verweigerung nicht erst in der vergangenen Woche mit der nahezu vollständigen Ausblendung ihrer Geschichte. Bereits vor einigen Monaten, als ihre Schwester Yarden Gonen mit Briahna Joy Gray, früher von The Hill, sprach und sie bat, israelischen Vergewaltigungsopfern zu glauben, reagierte Gray mit einem Augenrollen.
Dieser Moment brachte das Problem auf den Punkt. Wenn israelische Frauen über sexuelle Gewalt sprechen, begegnet man ihnen nicht mit Mitgefühl, sondern mit Misstrauen, Zynismus oder Abwertung. Was in jedem anderen Kontext sofort als Grausamkeit erkannt würde, wird normalisiert, sobald die Opfer Israelis sind.
REMEMBER THIS? In 2024, while Romi Gonen was being sexually assaulted in Gaza, Briahna Joy Gray ROLLED HER EYES at Romi’s sister, Yarden, when Yarden tried to draw attention to the abuse the hostages were suffering.
Seit der Ausstrahlung von Romis Interview hat die Leugnung der sexuellen Gewaltverbrechen, die Hamas am und nach dem 7. Oktober begangen hat, deutlich zugenommen. Drop Site News etwa versuchte, den ersten Bericht von Amnesty International über sexuelle Gewalt am 7. Oktober zu diskreditieren (ein Bericht, der ohnehin verzögert veröffentlicht wurde, um die Israel-Hasser in den eigenen Reihen nicht zu verärgern), indem behauptet wurde, es seien „keine solchen Beweise“ für sexuelle Gewalt vorhanden. Nur wenige Wochen zuvor hatte Drop Site die Hamas-Leugnung sexueller Gewalt am 7. Oktober erneut verbreitet.
Ebenso veröffentlichte Drop Site ein Video erneut, in dem eine Journalistin, die im vergangenen Sommer an der Freedom Flotilla teilgenommen hatte, behauptete, sie sei während eines Transfers zwischen israelischen Gefängnissen vergewaltigt worden. Zeitpunkt und Authentizität dieser Behauptung werfen erhebliche Fragen auf, da sie genau zu dem Zeitpunkt auftauchte, als Romis Aussage öffentlich wurde. Die plötzliche Verstärkung einer unbestätigten Gegenbehauptung, die den Fokus von israelischen Opfern weg und zurück auf Anschuldigungen gegen Israel lenkt, kann nicht isoliert betrachtet werden.
Die Auslöschung israelischer Opfer sexueller Gewalt ist keine Neutralität. Sie ist Komplizenschaft – und die Botschaft ist eindeutig: Ihr Leid ist verhandelbar, ihr Trauma bedingt, ihre Glaubwürdigkeit dauerhaft angeklagt. Romis Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen, verdient dieselbe Empathie und Verstärkung, die anderen Opfern sexueller Gewalt selbstverständlich zuteil wird. Dass die Medien dies verweigern, ist eine moralische Entscheidung, kein selektives Versehen.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat die Hamas die weltweite öffentliche Meinung durch ihre Propaganda-Kriegsführung geprägt. Die Terrororganisation filmte die an diesem Tag an Israelis verübten Gräueltaten mit sichtlicher Begeisterung und stellte sie in den sozialen Medien hoch; jeder, der auch nur einen Ausschnitt davon sah, war zu Recht entsetzt.
Doch schon kurz darauf, als die Bilder nicht mehr frisch waren und nicht länger die Titelseiten dominierten, wandte sich die Hamas einer neuen Strategie zu: sich als Opfer der israelischen Armee zu inszenieren. Und seither ist die Medienlandschaft diesem Narrativ weitgehend gefolgt.
So berichteten Medien am 17. Oktober 2023 von einer Explosion im Al-Ahli‑Krankenhaus. Sie verbreiteten eilig die Behauptung der Hamas, mehr als 500 Menschen seien getötet worden. Später jedoch zeigten Belege, dass ein Parkplatz neben dem Krankenhaus von einer fehlgeleiteten Rakete des Islamischen Jihad getroffen worden war – und dass die Opferzahlen deutlich niedriger lagen als berichtet.
Dieses Muster setzt sich bis heute fort. Jede Opferzahl, die das von der Hamas kontrollierte Gesundheitsministerium (GhM) veröffentlicht, wird von westlichen Medien umgehend aufgegriffen – oft ohne jeglichen Hinweis auf die Quelle – Hamas.
Das hat dazu geführt, dass moderne Blutbeschuldigungen auf Titelseiten gedruckt wurden, in denen Israel vorgeworfen wird, gezielt Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, anzugreifen. Doch der überwiegende Teil der im Verlauf des Krieges verbreiteten Opferzahlen wurde von der Hamas bewusst verzerrt dargestellt.
Stand Dezember 2025 behauptet das von der Hamas geführte GhM, seit Beginn des Krieges seien über 70.000 Menschen in Gaza ums Leben gekommen. Eine weitergehende Analyse von Salo Aizenberg, Vorstandsmitglied von HonestReporting, zeigt jedoch, dass diese Zahl auch gefallene Hamas‑Kämpfer, natürliche Todesfälle und interne Auseinandersetzungen unter Gazanern umfasst. Auch wenn die Analyse auf fundierten Schätzungen beruht und die exakte Zahl möglicherweise erst in Jahren feststehen wird, verdeutlicht sie doch das Ausmaß, in dem die Opferzahlen aus dem Gazastreifen in den vergangenen zwei Jahren in der Berichterstattung der Medien verfälscht wurden.
Die Zahlen sind so angepasst, dass natürliche Tode und Fehler entfernt wurden und fehlender Kombattanten hinzuzufügen. „Andere“ beinhaltet natürliche Tode oder Tote, die nicht verifiziert werden könne; „interne Opfer“ beinhalten zivile Tote, die der Hamas oder anderen Terrororganisationen zugeschrieben werden.
Obwohl es schwierig ist, die genaue Zahl der seit Kriegsbeginn von der IDF getöteten Terroristen zu bestimmen, gehen Schätzungen davon aus, dass es bis Oktober 2025 mehr als 22.000 waren – ohne jene, die bei den Terrorangriffen am 7. Oktober getötet wurden. Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass die Zahl über 25.000 liegt, was auch der Wert ist, den Aizenbergs Analyse zugrunde legt.
Neben den Kombattanten ist im Verlauf des Krieges vermutlich mit rund 11.000 natürlichen Todesfällen zu rechnen, basierend auf den Mustern vor Kriegsbeginn. Weitere 4.000 Todesfälle gehen auf interne Kämpfe zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb des Gazastreifens zurück, darunter Beschuss von Zivilisten an Hilfsstellen oder Exekutionen von Personen, die Hamas-Terroristen der Zusammenarbeit mit Israel verdächtigten. Zusätzlich lassen sich etwa 1.000 Todesfälle auf Fehler in der Berichterstattung zurückführen.
Zieht man diese Opferzahlen von den insgesamt 70.000 ab, verbleiben 54.000 Todesfälle. Von diesen 54.000 kann man vernünftigerweise annehmen, dass etwa 25.000 Terroristen waren, so dass 36.000 zivile Opfer bleiben. Auch wenn jeder unschuldige zivile Todesfall eine Tragödie ist, ergibt sich daraus dennoch ein bemerkenswert niedriger Verhältniswert von Zivilisten zu Kombattanten von 1,45:1 – insbesondere unter den Bedingungen urbaner Kriegsführung.
Visualisierung auf Grundlage von Daten von Salo Aizenberg
Diese Zahlen widersprechen eindeutig der Behauptung, die Mehrheit der Todesopfer seien Zivilisten – eine Behauptung, die in der Vergangenheit von Medien verbreitet wurde. Ein „investigativer“ Bericht des Guardian und des +972 Magazine, veröffentlicht im Sommer 2025, behauptete, etwa 83 % der Opfer seien Zivilisten.
Die Medien verschwiegen jedoch bewusst, dass diese Zahl ausschließlich jene Terroristen umfasste, die die IDF bereits vor dem Krieg identifiziert hatte und deren Ausschaltung zweifelsfrei bestätigt werden konnte – und damit Tausende von Kombattanten ausschloss, die während der Gefechte nicht identifiziert werden konnten. Indem dieses Teil-Datenset als vollständig präsentiert wurde, entstand ein irreführender Eindruck, der anschließend als autoritative Quelle zitiert wurde.
Neu ist diese Problematik allerdings nicht. Ein Bericht der Henry Jackson Society vom Dezember 2024 stellte fest, dass 84 % der untersuchten Veröffentlichungen es versäumten, die entscheidende Unterscheidung zwischen getöteten Kombattanten und getöteten Zivilisten in den Gesamtzahlen vorzunehmen – ein weiteres Beispiel dafür, wie sehr irreführende Opferstatistiken Fuß fassen konnten. Der Bericht stellte zudem fest, dass Männer im kampffähigen Alter überproportional vertreten waren und natürliche Todesfälle in die Opferstatistiken einflossen.
Vielleicht noch aufschlussreicher für die Dynamik des Krieges im Gazastreifen ist das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Todesopfern. Männer im kampffähigen Alter (18–59) starben dreimal so häufig wie Frauen derselben Altersgruppe – ein Verhältnis von 3:1. Die 32.690 Todesfälle von Männern im kampffähigen Alter machen 46,7 % aller Opfer aus.
Visualisierung auf Grundlage von Daten von Salo Aizenberg.
Die zwei J Im Verlauf des Krieges jedoch wurde in großen Zeitungen immer wieder das Gegenteil behauptet. Medien wie die Associated Press, die BBC und die Washington Post haben zuvor unkritisch die Behauptung übernommen, 70 % der Todesopfer des Krieges seien Frauen und Kinder. Diese Zahl beruhte selbstverständlich auf verfälschten Daten und die neue Opferanalyse widerlegt diese Behauptung erneut.
Selbst nachdem die UNO diesen Prozentsatz aufgrund unvollständiger Informationen zurückgenommen hatte, druckten zahlreiche Medien weiterhin, dass mehr als die Hälfte der Opfer Frauen und Kinder seien.
Die zwei Jahre des Krieges hindurch haben Medien immer wieder die Verleumdungen und Opferzahlen der Hamas nahezu ohne Zweifel übernommen und damit einer Terrororganisation ermöglicht, das öffentliche Narrativ ohne gründliche Analyse oder Überprüfung zu prägen. Überhöhte Angaben zu zivilen Opfern werden das öffentliche Verständnis des Krieges weiterhin verzerren, indem sie die tatsächlichen Verhältnisse zwischen zivilen und kämpfenden Toten sowie zwischen männlichen und weiblichen Todesopfern verschleiern.
Es wäre daher ein Gebot verantwortungsvoller Berichterstattung, dass jedes Medium, das die Opferzahlen der Hamas ungeprüft veröffentlicht hat, Korrekturen herausgibt und anerkennt, dass nicht jeder Todesfall im Verlauf des Krieges auf Handlungen der IDF zurückzuführen ist.
In jeder Weihnachtszeit kehren internationaleMedien zu derselben vertrauten Figur in Bethlehem zurück: Munther Isaac. Als lutherischer Pastor vorgestellt, der moralische Reflexionen aus dem Geburtsort Jesu anbietet, wird Isaac regelmäßig zitiert, wenn er die Auswirkungen der israelischen Politik auf palästinensische Christen beklagt.
Seine Stimme, verstärkt durch das weit verbreitete Bild „Christus in den Trümmern“ während des jüngsten Krieges in Gaza, wird als maßgeblich, mitfühlend und moralisch fundiert behandelt.
Munther's activities include board membership of Kairos Palestine, an org whose founding document makes antisemitic statements, such as engaging in replacement theology to deny the Jewish people’s historic connection to Israel.
Genauso wie letztes Jahr wird Munther von Reuters mit einer Krippenszene gezeigt, die von Evanglisch-Lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem aufgebaut wurde; darin wird ein „palästinensisches“ Jesuskind in einer Keffiyeh auf einem Haufen Schutt liegend gezeigt.
Was dem Publikum jedoch nicht gesagt wird: Derselbe Pastor hat das Hamas-Massaker vom 7. Oktober öffentlich gerechtfertigt, indem er es als vorhersehbare und sogar verständliche Reaktion auf israelische Maßnahmen darstellte.
Am 8. Oktober 2023, einen Tag nachdem Hamas-Terroristen im Süden Israels mehr als 1.200 Israelis ermordet hatten, hielt Isaac eine Predigt, in der er den Angriff nicht als Terrorismus, sondern als Folge der Umstände beschrieb. Unter Verweis auf die sogenannte „Belagerung“ des Gazastreifens sprach er bewundernd von „der Stärke des palästinensischen Mannes, der seiner Belagerung die Stirn bot“ und stellte die Gewalt als Ausdruck von Durchhaltevermögen dar – nicht als Gräueltat.
Laut dem Medienanalysten Eitan Fischberger und der Jewish Insider-Korrespondentin Lahav Harkov, die über die inzwischen entfernte Predigt berichteten, ordnete Isaac das Massaker anschließend in das ein, was er als jahrzehntelange Ungerechtigkeit seit der Gründung Israels im Jahr 1948 bezeichnete. Mit anderen Worten: Die gezielte Tötung von Zivilisten wurde nicht als solche verurteilt, sondern in ein historisches Beschwerde-Narrativ eingebettet.
This week, Georgetown University is hosting an event clearly designed to evoke the good old-fashioned “Jews killed Jesus” canard.
Dr. Munther Isaac, whom @JohnnieM has described as the "high priest of antisemitic Christianity," is a Palestinian pastor from Bethlehem who supports… pic.twitter.com/hzR6GVY8nz
Isaacs schriftstellerisches Werk untermauert diese Weltanschauung. In seinem im März 2025 veröffentlichten Buch „Christ in the Rubble: Faith, the Bible, and the Genocide in Gaza“ lehnt er ausdrücklich ab, den 7. Oktober vom größeren politischen Kontext zu trennen. „Wir können nicht über den Krieg gegen Gaza oder den 7. Oktober sprechen, ohne die Belagerung Gazas anzusprechen, die sechzehn Jahre vor dem Oktober 2023 begann, sowie die zahlreichen Kriege, die in diesem Zeitraum gegen Gaza geführt wurden“, schreibt er. An anderer Stelle betont er, dass „wenn die fünfundsiebzig Jahre Kolonialismus und Unterdrückung gegenüber den Palästinensern den weiteren Kontext für den 7. Oktober bilden, die Belagerung Gazas der unmittelbare Kontext für den 7. Oktober ist.“
Er geht noch weiter und richtet sich direkt an jene, die das Massaker verurteilten: „Diejenigen, die schnell die Gewalt der Palästinenser am 7. Oktober verurteilen, bitte ich darum, einmal in unseren Schuhen zu gehen, bevor ihr uns belehrt, wie wir reagieren sollten.“ Er beschreibt den Gazastreifen als „das größte Freiluftgefängnis der Welt“ und argumentiert, dass eine gewaltsame Reaktion unter diesen Lebensbedingungen nahezu unvermeidlich gewesen sei.
Diese Aussagen sind bedeutsam, weil Isaac nicht irgendein lokaler Geistlicher ist. Er ist Vorstandsmitglied von Kairos Palestina, einer 2009 gegründeten palästinensisch-christlichen Bewegung, deren Gründungsdokument wegen antisemitischer Elemente kritisiert wurde, darunter eine Ersatztheologie, die jüdische historische und religiöse Bindungen an Israel leugnet. Dieses Dokument bezeichnete zudem die Erste Intifada – eine Phase, die von weit verbreiteten Angriffen auf israelische Zivilisten geprägt war – als friedlichen Widerstand. Heute bezeichnet Kairos Palestina Israels Krieg im Gazastreifen als Völkermord und fördert aktiv internationale Boykotte.
Isaac leitet außerdem Christ at the Checkpoint, eine evangelische Initiative mit Sitz in Bethlehem, die laut NGO Monitor einen theologischen und politischen Rahmen vertritt, der Israel als Unterdrücker darstellt und jüdische Verbindungen zum Land in Zweifel zieht.
Dieser Kontext wird selten offengelegt, wenn Isaac in westlichen Medien zitiert wird. Wie HonestReporting in seiner Berichterstattung über die Weihnachtszeit in Bethlehem im vergangenen Jahr dokumentierte, stellen Medien ihn routinemäßig als moralische Instanz dar, während sie seine ideologischen Überzeugungen und seine explizite Rechtfertigung von Gewalt auslassen.
Isaac kritisiert nicht einfach nur die israelische Politik. Er liefert religiöse und moralische Rückendeckung für die Handlungen der Hamas – einschließlich des schlimmsten Massakers an Juden seit dem Holocaust. Diese Realität ist unvereinbar mit dem erhabenen religiösen Image, das dem weltweiten Publikum immer wieder präsentiert wird.
Die Frage ist nicht, ob Isaac das Recht auf seine Ansichten hat. Sondern warum Medien ihn weiterhin als moralische Stimme hervorheben, ohne Leser und Zuschauer darüber zu informieren, was er tatsächlich gesagt hat, als es am wichtigsten war.
Mehr als zwei Jahre nach den Gräueln vom 7. Oktober und nachdem sie Israel fälschlich des Völkermords beschuldigt haben, veröffentlichte Amnesty International einen Bericht zu den Hamas-Verbrechen Mord, Geiselnahme und sexueller Gewalt an diesem Tag.
Zwei Jahre. So lange hat Amnesty International, eine der angeblich führenden Menschenrechtsorganisationen der Welt, gebraucht, um in einem Bericht offiziell anzuerkennen, dass die Hamas am 7. Oktober 2023 schreckliche Verbrechen am jüdischen Volk und dem Staat Israel begangen hat.
Das sind Tatsachen, für deren Feststellung Juden Amnesty nicht benötigten. Der Massenmord, die sexuelle Gewalt, die Geiselnahmen und die Brutalität wurden in Echtzeit dokumentiert. Die Beweise existierten. Die Zeugenaussagen existierten. Die Verbrechen waren unbestreitbar und hätten von jeder Organisation, die vorgibt Menschenrechte zu verteidigen, sofort berichtet werden müssen.
Stattdessen wählte Amnesty einen anderen Weg. Von Anfang an stellte die Organisation Israel als Hauptaggressor dar, während sie die gegen Israelis verübten Gräueltaten ausblendete, verharmloste oder deren Anerkennung verzögerte.
Noch schlimmer: Nur ein Jahr nach dem Massaker veröffentlichte Amnesty einen Bericht, in dem Israel des Völkermords beschuldigt wurde. Um zu diesem Schluss zu gelangen, dehnte und verzerrte die Organisation die Definition von Völkermord und vermied auffällig jede ernsthafte Aufschlüsselung darüber, wie viele Hamas-Terroristen in den Kämpfen getötet wurden. Das Ergebnis war kein sorgfältiger Menschenrechtsbericht, sondern ein Dokument, das so geformt wurde, dass es in ein vorgefertigtes Narrativ passte.
In a new report, Amnesty twists facts, even redefining "genocide" to fit their accusations against Israel while overlooking the cause of the war: the Hamas-led massacre on October 7. pic.twitter.com/B8bsBk3vS2
Für Amnesty International sind Beweise weniger wichtig als die Aufrechterhaltung eines falschen Völkermord-Narrativs. Als unwiderlegbare Beweise für die am 7. Oktober begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit auftauchten, schwieg die Organisation. Der Grund liegt auf der Hand: Die Anerkennung dieser Verbrechen hätte das sorgsam konstruierte Narrativ zerstört, mit dem Israel die internationale Sympathie entzogen werden sollte.
Ursprünglich sollte ein Bericht, der die Verbrechen der Hamas detailliert darstellt, im September 2025 veröffentlicht werden. Seine Veröffentlichung wurde nach interner Opposition innerhalb von Amnesty International verzögert; Kritiker sollen argumentiert haben, dass selbst ein verspätetes Eingeständnis der Gräueltaten der Hamas Israel in der öffentlichen Wahrnehmung zugutekommen könnte, insbesondere angesichts der Nähe zu laufenden Waffenstillstandsverhandlungen.
Amnesty International präsentiert sich als unparteiische humanitäre Organisation, die sich dem Schutz aller Opfer von Menschenrechtsverletzungen verpflichtet fühlt. Doch dieser Vorfall zeigt, wie interne Politik dieses Mandat überlagern konnte. Israelische Opfer wurden erst dann anerkannt, als dies zeitlich so gesteuert werden konnte, dass ein bevorzugtes Narrativ nicht gestört wurde. Diese selektive moralische Abwägung untergräbt die ohnehin fragwürdige Glaubwürdigkeit und den Anspruch der Organisation auf Unparteilichkeit noch weiter.
Selbst mit der Verzögerung hätte allein die Tatsache, dass eine große Menschenrechtsorganisation endlich die an Israelis begangenen Verbrechen dokumentiert hatte, es für sich genommen wert sein müssen, dass darüber berichtet wird.
Stattdessen blieben viele derselben Medien, die Amnestys zutiefst fehlerhafte Völkermordbeschuldigung gegen Israel bereitwillig verstärkten, bezüglich des Berichts, der die am 7. Oktober an Israelis verübten Verbrechen gegen die Menschheit dokumentiert, auffallend still. Der Kontrast ist schwer zu übersehen — und spricht Bände, welche Opfer als berichtenswert gelten und welche nicht.
🧵 Same outlets. Same source. Two very different reactions.
Side by side, so you can see it for yourself.
On Dec 11, Amnesty International released a long-delayed report concluding Hamas committed crimes against humanity on Oct. 7, 2023.
Große Medienhäuser, darunter CNN, die BBC, The Washington Post und die Associated Press, haben zu dem neuen Bericht von Amnesty International geschwiegen, obwohl sie die Völkermord-Vorwürfe der Organisation nur ein Jahr zuvor sofort verstärkt hatten. Diese Ungleichbehandlung deckt auf, wie selektiv diese Medien mit Material aus derselben Organisation umgehen: Sie heben Behauptungen hervor, die in ein bevorzugtes Narrativ passen, während sie die ignorieren, die es verkomplizieren.
Hätten die Medien, die Amnestys zutiefst fehlerhaften Völkermordbericht so eifrig verbreiteten, sich grundlegenden journalistischen Standards verpflichtet, dann hätten sie dessen Verzerrungen und den Missbrauch des Begriffs Völkermord gründlich untersucht. Zumindest hätten sie auch über Amnestys Dokumentation der israelischen Opfer berichten müssen. Ihre Weigerung, dies zu tun, erzählt eine beunruhigende Geschichte — eine, in der redaktionelle Entscheidungen nicht nur bestimmen, welche Geschichten erzählt werden, sondern auch, welche Opfer überhaupt existieren dürfen.
Wenn Menschenrechtsorganisationen und Redaktionen entscheiden, wessen Leid Anerkennung verdient — und diese Anerkennung nur dann gewähren, wenn sie politisch opportun ist —, dann geht es nicht nur um den Umgang mit einem einzelnen Bericht. Sie untergraben das öffentliche Vertrauen, höhlen die Prinzipien aus, die zu verteidigen sie vorgeben und verwandeln die Sprache der Menschenrechte in ein Werkzeug selektiver Auslöschung.
Am 14. Dezember 2025 ereignete sich während einer Hanukka‑Feier am Bondi Beach in Sydney ein tödlicher antisemitischer Schusswaffenanschlag mit vielen Opfern. Mehr als ein Dutzend Menschen wurden ermordet, Dutzende weitere verletzt – ein Akt islamistischer Gewalt, den die australischen Behörden und internationale Medien als antisemitischen Terroranschlag beschrieben haben, inspiriert vom Islamischen Staat. Verdächtige wurden identifiziert, Zeugen befragt und physische Beweise sichergestellt. Politische Entscheidungsträger und Strafverfolgungsbehörden reagierten entsprechend.
False-Flag‑Vorwürfe
Doch nahezu unmittelbar nach dem Anschlag tauchte online ein vertrautes und beunruhigendes Narrativ auf. Es kursierten Behauptungen, das Massaker sei eine „False Flag“ gewesen – kein echter Terrorakt, sondern eine inszenierte Operation, die die Öffentlichkeit täuschen solle. Obwohl es nicht den geringsten Beleg für solche absurden Anschuldigungen gibt, verbreiteten sie sich dennoch rasch über soziale Medien und griffen auf ein tief verwurzeltes Reservoir antisemitischer Verschwörungsmythen zurück, das Juden beharrlich die Anerkennung als legitime Opfer von Gewalt verweigert.
Verifizierte Berichterstattung hat die grundlegenden Fakten des Anschlags eindeutig festgestellt. Die Behörden benannten die Täter, rekonstruierten den Ablauf der Ereignisse und stellten die Verbindung zur islamistischen Ideologie her. Einer der Angreifer wurde am Tatort getötet, ein weiterer unter Bewachung ins Krankenhaus eingeliefert. Ermittler stellten Material sicher, das die jihadistischen Motive bestätigte und der Anschlag wurde offiziell als Terrorismus eingestuft.
Doch soziale Medien waren noch nie ein Ort, an dem Fakten zählen. Auf X behaupteten einige Nutzer, die Aufnahmen seien gestellt, die Zeugen Schauspieler oder jüdische Organisationen und Medien hätten das Ereignis zu politischen Zwecken erfunden. In einem Austausch antwortete der Nutzer @MrHSuliman direkt auf einen Beitrag mit den Worten: „MOSSAD False Flag… fuck off jew.“ Das Massaker wurde nicht mehr als Gewaltakt verstanden, sondern als ausgeklügelte Täuschung – als angebliche Inszenierung statt als Opfererfahrung.
Andere Kommentatoren warnten vor diesem Phänomen. In einem Beitrag auf X vermerkte der Militäranalyst Andrew Fox, wie schnell nach dem Anschlag False‑Flag‑Vorwürfe aufkamen und mahnte, dass solche Narrative ein wiederkehrendes Element extremistischer Propaganda und moderner Informationskriegsführung seien.
Dieser Reflex jedoch ist weit älter als soziale Medien oder die geopolitische Gegenwart.
1/ 🧵 How terrorists who murder Jews are quietly humanized in media coverage.
Not through praise – but through framing, emphasis, and omission.
Wie Terroristen, die Juden ermorden, in der Berichterstattung stillschweigend vermenschlicht werden. Nicht durch Lob – sondern durch geschickte Darstellung, Hervorhebung und Auslassung. Hat man es einmal gesehen, kann man es nicht mehr ignorieren.
Historische und judenfeindliche Verschwörungen
Seit Jahrhunderten stehen Juden im Zentrum verschwörungsideologischer Fantasien, die sie als geheime Drahtzieher darstellen, die im Verborgenen Schaden anrichten. Im mittelalterlichen Europa beschuldigte man Juden, Brunnen zu vergiften und so Pestepidemien auszulösen. In Fällen von Ritualmord-Verschwörungen wurden sie fälschlich angeklagt, christliche Kinder entführt und getötet zu haben, um sie für religiöse Zwecke zu missbrauchen. Diese Mythen dämonisierten Juden nicht nur; sie verkehrten die Realität ins Gegenteil, indem sie jüdische Verwundbarkeit in vermeintliche kriminelle Handlungsmacht umdeuteten.
Spätere Verschwörungen folgten demselben Muster. „Die Protokolle der Weisen von Zion“, ein gefälschtes zaristisches Pamphlet aus dem frühen 20. Jahrhundert, behaupteten einen jüdischen Plan zur Kontrolle von Regierungen, Medien und Finanzwesen zu enthüllen. Obwohl das Dokument immer wieder als Fälschung entlarvt wurde, avancierte es zu einem der einflussreichsten antisemitischen Texte der Geschichte und befeuerte den Antisemitismus des 20. Jahrhunderts sowohl im nationalsozialistischen Deutschland als auch in der Sowjetunion. Sein zentraler Vorwurf lautete nicht, dass Juden Gewalt verübten, sondern dass sie Ereignisse im Hintergrund orchestrierten, während sie sich selbst als Opfer darstellten.
Dieses Muster setzt sich bis in die Gegenwart fort. Juden und Israel, der jüdische Staat, wurden beschuldigt, Organe von Nichtjuden zu entnehmen, Anschläge zu inszenieren, um militärische Maßnahmen zu rechtfertigen oder Gräueltaten zu erfinden, um die internationale Meinung zu manipulieren. Jede dieser Anschuldigungen beruht auf derselben Grundannahme: Jüdisches Leid ist niemals real. Es müsse strategisch, inszeniert oder betrügerisch sein.
False‑Flag‑Behauptungen nach Angriffen auf Juden fügen sich nahtlos in diese Tradition ein. Zu behaupten, ein antisemitisches Massaker sei inszeniert worden, bedeutet nicht einfach Fakten zu bestreiten; es reaktiviert eine uralte verschwörungsideologische Logik, die Juden den Status eindeutiger Opfer abspricht. Gewalt wird zum Komplott umgedeutet. Trauma wird zum Theater. Empathie weicht Misstrauen. Jüdische Erfahrung wird letztlich ausgelöscht.
Judenfeindliche Verschwörungen und KI
Moderne Technologien beschleunigen diesen Prozess. Nach dem Anschlag am Bondi Beach kursierte online ein KI-generiertes Bild, das angeblich den Menschenrechtsanwalt Arsen Ostrovsky zeigte, wie er nach der Schießerei lächelnd mit blutig geschminktem Gesicht posiert. Das Bild war nachweislich gefälscht, verbreitete sich jedoch rasch als vermeintlicher Beleg für jüdischen Zynismus oder angebliche Mitwirkung. Es sollte nicht informieren, sondern die moralische Reaktion auf jüdisches Leid zu vergiften.
Forschung zu Desinformation zeigt immer wieder, dass False‑Flag‑Narrative gerade deshalb gedeihen, weil sie nicht falsifizierbar sind. Jedes vorgelegte Beweismittel wird zum angeblichen Beweis für die Vertuschung. Diese zirkuläre Logik spiegelt ältere antisemitische Mythen wider, die sich ähnlich jeder Widerlegung entzogen, weil jüdisches Bestreiten selbst als Bestätigung der Schuld gedeutet wurde.
Die Folgen solcher Narrative sind keineswegs abstrakt. False‑Flag‑Vorwürfe geben den Opfern die Schuld, lenken die Aufmerksamkeit von den Tätern ab, traumatisieren Überlebende erneut und schüren Judenhass in Momenten kollektiver Trauer. Sie normalisieren die Vorstellung, jüdischer Schmerz sei inszeniert statt real.
Das Massaker am Bondi Beach war ein Akt judenfeindlichen Terrorismus. Behauptungen, es sei inszeniert oder erfunden worden, entbehren jeder Grundlage und wurzeln stattdessen in jahrhundertealten verschwörungsideologischen Fantasien über Juden. Diese Geschichten überdauern nicht, weil sie die Realität erklären, sondern weil sie jüdisches Opfersein auslöschen und die Welt von Verantwortung entbinden.
In Momenten des Traumas ist die Pflicht zwischen Tatsache und Fantasie zu unterscheiden nicht nur Aufgabe von Journalistinnen und Journalisten. Sie ist eine moralische. Wenn digitale Plattformen und KI‑gestützte Systeme Täuschung beschleunigen, können diejenigen, die sie entwickeln und von ihnen profitieren, keine Neutralität beanspruchen. Die Geschichte zeigt, was geschieht, wenn Verschwörung die Wahrheit ersetzt und jüdisches Leid als Lüge abgetan wird.
Genauso verharmloste die BBC die Verbrechen der Terroristen, indem sie sich weigerte, sie überhaupt Terroristen zu nennen. Stattdessen wurden sie lediglich als „Bewaffnete“ bezeichnet – ein derart beschönigender Begriff, dass Leser aus der Schlagzeile nicht einmal erkennen konnten, dass sie einen tödlichen Angriff auf Juden verübt hatten.
3/ Humanization also shows up in language choices.
“Terrorists” become gunmen. “Murder” becomes an incident. A mass-casualty attack on Jews becomes something that “happened at Bondi Beach.”
Unterdessen verlagerte Sky News [UK] den Fokus von den jüdischen Opfern hin zu der Warnung, dass sich Muslime in Australien unsicher fühlen könnten. Das erzeugt eine moralische Umkehrung, die das Nachspiel eines antisemitischen Terroranschlags zu einer Geschichte über das mögliche Unbehagen einer völlig anderen Gemeinschaft umdeutet.
Diese Umkehrung vollendet ein vertrautes Muster: Jüdische Opfer verschwinden, Antisemitismus wird abstrakt und die Medien ziehen weiter, ohne sich jemals der Feindseligkeit zu stellen, die den Anschlag überhaupt erst möglich gemacht hat.
Jews are massacred in an Islamist terror attack.@SkyNews’ response: bring on an imam to warn that Muslims may now feel unsafe.
Wenn offene Aufrufe zum Mord an Juden als Einzelfälle abgetan werden, wenn Angriffe auf jüdische Einrichtungen verharmlost werden und wenn jüdische Angst als politische Übertreibung behandelt wird, wird Gewalt unausweichlich. Ein Terroranschlag gegen Juden in Australien ist die Folge von anhaltender Verleugnung, Gleichgültigkeit und moralischem Versagen. Die Verharmlosung antisemitischer Vorfälle und von Gewalt gegen das jüdische Volk in den Medien trägt zu diesem Teufelskreis bei.
Antisemitismus beginnt nicht mit Terroranschlägen. Er beginnt, wenn Warnzeichen ignoriert werden – und er wird so lange anhalten, bis Institutionen, Führungspersönlichkeiten und Medien bereit sind, klar und unmissverständlich zu sagen, dass Juden angegriffen wurden, weil sie Juden sind.
Verglichen mit den Terrorbedrohungen, die von zahlreichen Fronten ausgehen – darunter dem Gazastreifen, dem Libanon, Syrien, dem Jemen und Iran – spielt die internationale Presse die Gefahren, denen Israel vom Westjordanland ausgesetzt ist, oft herunter oder tut sie ab.
Nach dem Massaker vom 7. Oktober machte die Hamas keinerlei Anstrengung ihre Absicht zu verbergen im Westjordanland eine Front zu eröffnen und rief die Palästinenser dazu auf die Waffen gegen Israel zu erheben.
Im Jahr 2024 sah sich Israel laut der Abteilung Nationale Öffentliche Diplomatie mehr als 18.000 Terrorvorfällen gegenüber. Der Shin Bet, Israels Inlandsgeheimdienst, vereitelte im Jahr 2024 1.040 Vorfälle im Westjordanland und in Jerusalem, zusätzlich wurden 231 bedeutende Terrorakte gemeldet.
Im Jahr 2025 hielt die Bedrohung an. Im Februar 2025 löste ein Terrorist aus dem Raum Nablus im Westjordanland eine Serie von Explosionen in Bussen im Raum Tel Aviv aus. Glücklicherweise detonierten die Sprengsätze, als die Busse leer waren, so dass niemand verletzt wurde.
Im September forderte ein tödlicher Terroranschlag an der Ramot-Kreuzung in Jerusalem sechs unschuldige Menschenleben und verletzte einundzwanzig weitere. Die Terroristen kamen aus dem Westjordanland.
In dieser Woche, am 29. November, schleuderte ein Terrorist eine Eisenstange gegen die Windschutzscheibe eines Autos auf der Straße 5, einer Schnellstraße im nördlichen Westjordanland. Wie durch ein Wunder wurde niemand körperlich verletzt, doch der Vorfall unterstreicht die Bedrohung, die sich gegen Israelis richtet.
An iron rod was thrown at an Israeli vehicle on Highway 5 near Mas’ha in the northern West Bank, piercing the windshield in front of the driver. Authorities say the attack appears terrorist in nature.https://t.co/cZTUfqPahA
Die Sicherheitsherausforderung ist real und hält an. Sie richtet sich gegen Israelis, ganz gleich, wo im Land sie sich befinden.
Nach Inkrafttreten des Waffenstillstands im Gazastreifen im Oktober stellten Analysten fest, dass die Hamas und andere Terrororganisationen begannen, ihre Operationen im Westjordanland neu zu organisieren, um ihren sogenannten „Widerstand“ fortzusetzen.
Aus diesen Gründen begann die IDF am 26. November die Operation Fünf Steine, eine Terrorbekämpfungsoperation, die speziell darauf abzielt, Bedrohungen im nördlichen Westjordanland zu bekämpfen.
Natürlich verurteilten Terrorgruppen die Operation. Das hinderte AFP jedoch nicht daran, die Pressemitteilungen der Hamas und des Islamischen Jihad zu bekräftigen.
Die Anstrengungen der IDF zur Terrorbekämpfung haben sich als erfolgreich erwiesen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden von palästinensischen Terroristen aus dem Westjordanland 22 Terroranschläge verübt – im Vergleich zu 90 im Jahr 2024. Mit dem Beginn der neuen Operation agiert die IDF gezielt in bestimmten Orten des Westjordanlands, die sich als Brennpunkte früherer Anschläge erwiesen haben, darunter Jenin, Tulkarm, Nur Schams, Tubas und Tammun. Diese Städte und Dörfer haben sich zu operativen Zentren der Hamas, des Islamischen Jihad und anderen von Iran unterstützten Gruppen entwickelt, die dort alles produzieren – von Straßenbomben über Schusszellen bis hin zu koordinierten Anschlagsplänen gegen israelische Zivilisten im ganzen Land.
Me’ata, ein palästinensisches Medienzentrum, behauptete, es habe im Oktober 2025 im Westjordanland und in Ostjerusalem 356 „Aktionen des Volkswiderstands“ gegeben, darunter 16 Fälle, in denen Sprengsätzen gelegt und gezündet wurden, vor allem im Bereich von Jenin und Tubas. Einer dieser Explosionen in Tubas verletzte zwei IDF-Soldaten.
Jenin ist vielleicht der Lieblingsort der Medien im Westjordanland, sie bezeichnen ihn durchweg als „Hauptstadt der Märtyrer“. Was die meisten Berichte jedoch verschweigen, ist, dass dieser Name die Rolle der Stadt widerspiegelt, aus der während der Zweiten Intifada mehr als ein Drittel der Terroranschläge kam. Das nächste Mal, wenn Sie „Hauptstadt der Märtyrer“ lesen, sollten Sie wissen: Der Journalist spricht in Wahrheit von Terrorismus.
The Jenin refugee camp is the terror capital of the West Bank – the source of multiple acts of terrorist violence against Israeli civilians going back many years.
Die IDF begann im Januar 2025 mit intensiven Operationen in Jenin, nachdem ein Terroranschlag von Terroristen aus der Region drei Israelis das Leben kostete.
Während der laufenden Operation in Jenin schaltete die IDF zwei Terroristen aus, die der Islamischen Jihad für sich beanspruchte. Der Schusswechsel wurde auf Film dokumentiert und es wurde eine Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob die Einsatzkräfte korrekt gehandelt haben um Schaden von sich selbst abzuwenden – wie es sich gehört in einem Fall, in dem Fragen bestehen, ob Einzelne gegen die Einsatzregeln und den Verhaltenskodex der IDF verstoßen haben.
.@piersmorgan does it again. Even @Reuters, which posted one of the first versions of this video, reported that the Israeli military and police have already opened an investigation into the shooting.
Mehrere große Medien, darunter CNN, derGuardian und dieWashington Post, berichteten über den Vorfall jedoch, ohne in der Schlagzeile zu erwähnen, dass die beiden Getöteten keine gewöhnlichen palästinensischen Zivilisten, sondern Terroristen waren. Diese Auslassung vermittelt den Lesern einen verzerrten Eindruck des Geschehens und verschleiert den Kontext der anhaltenden Terroraktivitäten in Jenin.
Sky News ging sogar so weit, zu suggerieren, die beiden seien überhaupt keine Terroristen gewesen.
There's nothing "invariably" about it. They were claimed by Islamic Jihad – a terrorist org – as two of their own.
Die terroristische Bedrohung, mit der Israel aus dem Westjordanland konfrontiert ist, ist weder theoretisch noch isoliert; und sie ist auch nach den Terroranschlägen vom 7. Oktober nicht verschwunden. Hätte die IDF nicht fortlaufend gehandelt, um weitere Anschläge zu verhindern, stünden die Israelis heute einer weitaus tödlicheren und besser koordinierten Terrorkampagne gegenüber.
Nach dem 7. Oktober gelobte Israel, niemals wieder das Land oder das jüdische Volk einer solchen Verwüstung und Unsicherheit auszusetzen. Ein sicheres Israel nach diesem Massaker bedeutet, dass Terrornetzwerke zerschlagen werden, bevor sie Anschläge mit Massen an Opfern verüben können – nicht erst danach. Es bedeutet, dass der Hamas und dem Islamischen Jihad die Möglichkeit verwehren wird sich in zivilen Gebieten einzunisten, Sprengstofffabriken zu errichten oder Terroristen in israelische Städte zu entsenden. In einer Realität nach dem 7. Oktober ist Terrorbekämpfung nicht optional. Sie ist die Voraussetzung für jede jegliche echte Stabilität, Sicherheit und Frieden.
Nahezu täglich berichten Zeitungen weltweit über die Zahl der Palästinenser, die im Westjordanland angeblich von der IDF oder von Israelis, die im Westjordanland leben, getötet wurden. Unter Bezugnahme auf Zahlen der UNO haben Medien wie The New York Times, The Guardian, ABC Australia und die BBC Palästinenser erwähnt, die sowohl von „israelischen Streitkräften als auch von Siedlern“ getötet worden seien.
Während die IDF dafür bekannt ist, bei ihren Operationen im Westjordanland Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen um Schäden für Zivilisten zu minimieren, handelt es sich bei vielen der Getöteten keineswegs um gewöhnliche palästinensische Zivilisten, sondern vielmehr um Terroristen mit Verbindungen zu Terrororganisationen wie der Hamas und dem Islamischen Jihad oder um Einzeltäter, die Anschläge auf Israelis und die IDF verüben.
Die Medien berichten jedoch nicht korrekt über diese Vorfälle, sondern verfassen durchgehend Darstellungen, die nahelegen, dass palästinensische Zivilisten routinemäßig von Israelis im Westjordanland angegriffen und ermordet würden.
B’Tselem, eine randständige israelische „Menschenrechtsorganisation“, die Israel zuvor des Völkermords beschuldigt hat, hat ebenfalls Daten über die im Westjordanland getöteten Palästinenser gesammelt – darunter Name, Ort, Todesdatum und Art der Verletzung.
Vom 7. Oktober 2023 bis zum 31. Oktober 2025 – dem aktuellsten verfügbaren Datum – listet B’Tselem 963 palästinensische Todesfälle durch israelische Streitkräfte im Westjordanland und in Israel auf. Knapp unter 50 Prozent der Getöteten werden als Personen mit bekannten Verbindungen zu Terrorgruppen erfasst, ohne dabei Einzeltäter einzuschließen, die versuchten oder tatsächlich Anschläge auf israelische Zivilisten oder Sicherheitskräfte durchzuführen.
Visualisierung auf Grundlage der Daten von B’Tselem über von israelischen Streitkräften getötete Palästinenser vom 7. Oktober 2023 bis zum 31. Oktober 2025.
Im gleichen Zeitraum verzeichnete B’Tselem zusätzlich 24 Palästinenser, die von israelischen Zivilisten getötet wurden, sowie 13, die von unbekannten Parteien getötet wurden. Diese Zahlen umfassen sowohl Personen mit Verbindungen zu Terrororganisationen wie Hamas oder dem Islamischen Jihad als auch nicht organisierte Angreifer, die Terroranschläge verübten. Insgesamt meldete B’Tselem über den zweijährigen Zeitraum etwa 1.000 Todesfälle.
Das OCHA listet für denselben Zeitraum (7. Oktober 2023 bis 31. Oktober 2025) 1.020 palästinensische Opfer im Westjordanland und in Israel. Darunter sind 23 Palästinenser, die von israelischen Zivilisten oder außer Dienst befindlichen Soldaten getötet wurden. Es werden jedoch weder Name noch Art der Verletzung für die einzelnen Personen angegeben. Die Opfer in dieser Liste umfassen Palästinenser, die bei direkten „Konfrontationen“ mit Israelis ums Leben kamen – darunter also auch Terroristen, die während oder nach der Ausführung eines Terroranschlags getötet wurden.
Beim Vergleich der Daten von OCHA und B’Tselem zeigen sich mehrere Muster. Obwohl sich die Datensätze in Methodik, Kategorisierung und Gesamtzahlen teilweise unterscheiden, bleiben ihre allgemeinen Trends konsistent.
Daten nach Bezirk
Diagramm auf Grundlage von B’Tselem-Daten von Palästinenser, die seit vom 7. Oktober 2023 bis zum 31. Oktober 2025 durch israelische Streitkräfte getötet wurden.
Bemerkenswert ist, dass die Daten von B’Tselem eine Korrelation zwischen Bezirken mit der höchsten Zahl an Todesfällen und einer hohen Konzentration terroristischer Aktivitäten und Verbindungen zeigen. Die Gebiete, die in Zeitungen am häufigsten als die „tödlichsten“ bezeichnet werden, sind oft dieselben, in denen Terrororganisationen wie Hamas und Islamischer Dschihad eine starke operative Präsenz unterhalten. Dies gilt insbesondere für Jenin, das sowohl von B’Tselem als auch vom OCHA als der Ort mit den höchsten palästinensischen Todesraten genannt wird. Andere Städte mit hohen Todesraten sind Tulkarm, Nablus und Tubas, in denen die IDF operiert hat, um Terrorbedrohungen zu vereiteln.
Die eigenen Daten von B’Tselem zeigen, dass mehr als die Hälfte der Todesfälle in Jenin seit dem 7. Oktober 2023 Personen mit Verbindungen zu Terrororganisationen betraf. Dennoch hat die Medienberichterstattung die Stadt weiterhin als „Hauptstadt der Märtyrer“ dargestellt.
Reminder to @WSJ: Jenin wasn’t a “center of militant resistance”—it IS a terror hub that fuels suicide bombings against Israeli civilians. Its terrorists have recently murdered Israelis in Tel Aviv, Elad, and Jerusalem.
Erinnerung für das Wall Street Journal: Jenin war kein Zentrum militanten Widerstands – es IST ein Terror-Knotenpunkt, der Selbstmord-Bombenanschläge gegen israelische Zivilisten antreibt. Seine Terroristen haben vor kurzem Israelis in Tel Aviv, Elad und Jerusalem ermordet.
Opferzahlen, die von der sicherheitspolitischen Realität dieser Städte losgelöst sind, bergen die Gefahr, Leser in die Irre zu führen, indem sie wahllose Gewalt gegen palästinensische Zivilisten suggerieren – oft dargestellt als durch israelische Zivilisten verübt – statt die Realität israelischer Terrorbekämpfungsoperationen gegen organisierte Terrornetzwerke im Westjordanland abzubilden.
Von Israelis getötete Terroristen
Ein Terroranschlag mit Schusswaffen an einer Tankstelle in der jüdischen Gemeinde Eli im Westjordanland am 29. Februar 2024 hinterließ zwei ermordete Israelis. Ein außer Dienst befindlicher Reservist neutralisierte den Terroristen. Diese Daten erscheinen ebenfalls in der OCHA-Liste der Opferzahlen, wo der Israeli, der den Terroristen neutralisierte, als „israelischer ziviler Siedler“ aufgeführt wird. Da es sich bei dem Israeli um einen außer Dienst befindlichen Soldaten handelte, führte B’Tselem den palästinensischen Terroristen in der Liste derjenigen, die von israelischen Streitkräften getötet wurden. Obwohl die OCHA-Daten jede Person nicht nach Namen und Hintergrund aufschlüsseln, zeigt ein Abgleich der Daten, dass Terroristen in den Opferzahlen enthalten sind.
Daten der OCHA-Datenbank „Opferdaten“ mit einem palästinensischen Opfer am 29. Februar 2024
In B’Tselems Liste zu Palästinensern, die von israelischen Zivilisten getötet wurden, finden sich auch Personen, die Terroranschläge verübten – wie Hareth Khaled ‘Abdallah Jbarah, der am 6. November 2024 sein Auto in eine Bushaltestelle nahe der jüdischen Gemeinde Shilo im Westjordanland lenkte. Anschließend stieg er mit einem Messer aus dem Wagen und versuchte, Israelis zu attackieren, bevor er von einem israelischen Zivilisten erschossen wurde. Er wird auf der OCHA-Website ebenfalls als palästinensisches Opfer dieses Tages aufgeführt, wobei die Person, die seinen Angriff stoppte, als „israelischer ziviler Siedler“ beschrieben wird.
Erst kürzlich vermerkte das OCHA im Humanitarian Situation Update #343, dass im Gebiet Gush Etzion am 18. November 2025 „zwei Palästinenser versucht haben, eine Gruppe von Israelis zu überfahren“, bevor „israelische Streitkräfte das Feuer eröffneten und beide palästinensischen Männer töteten.“ Diese Daten erscheinen ebenfalls in den Opferstatistiken des OCHA.
Das offenbart ein durchgängiges Muster: Palästinenser, die während der aktiven Ausführung eines Terroranschlags getötet werden, werden als „palästinensische Opfer“ erfasst. Gleichzeitig werden die Israelis, die sie neutralisieren, als die Gewalttäter dargestellt.
Daten aus der OCHA-Opferdatenbank zeigen israelische Opfer vom 7. Oktober 2023 bis 31. Oktober 2025.
Interessanterweise unterscheidet das OCHA in seinen Daten zu israelischen Todesfällen zwischen einem „Siedler“ und einem „israelischen Zivilisten“ – was impliziert, dass es einen Unterschied zwischen beiden gibt. Diese Unterscheidung wird jedoch nicht angewandt, wenn über palästinensische Todesfälle berichtet wird.
Das weist auf ein größeres Problem in der Berichterstattung über das Westjordanland hin. Die Opferdaten der Vereinten Nationen werden irreführend, wenn Terroristen zusammen mit Zivilisten, die tragischerweise ins Kreuzfeuer geraten sind, in einer gemeinsamen Kategorie erfasst werden – und die unkritische Nutzung dieser Zahlen durch die Medien, ohne Unterscheidung, Überprüfung oder Kontext, verstärkt ein verzerrtes Bild der Ereignisse vor Ort zusätzlich.
Indem Medien aggregierte Opferzahlen zitieren, ohne darzulegen, wie, wo und warum Todesfälle eingetreten sind, reduzieren sie komplexe Terrorbekämpfungs-Operationen auf vereinfachte Narrative einseitiger Gewalt. Das Ergebnis ist eine Berichterstattung, die Verantwortlichkeiten verschleiert, die Rolle von Terrororganisationen ausblendet und den Lesern ein grundlegend falsches Verständnis davon vermittelt, was im Westjordanland geschieht.
In der vergangenen Woche veröffentlichte Reporter ohne Grenzen (RSF) seine jährliche Zusammenfassung der weltweit getöteten Journalisten und erklärte 2025 zu einem „tödlichen Jahr für Journalisten“, getrieben von „Hass und Straflosigkeit“.
In globalen Konfliktzonen verzeichnete RSF zwischen dem 1. Dezember 2024 und dem 1. Dezember 2025 insgesamt 67 getötete Journalisten. Nach ihrer Zählung entfielen 29 dieser Todesfälle auf den Gazastreifen – auffällige 43 Prozent aller Journalisten, die „wegen ihres Berufs“ getötet wurden.
Doch die Darstellung von RSF lässt eine entscheidende Tatsache außer Acht: Im Gazastreifen sind viele sogenannte „Journalisten“ keineswegs ausschließlich Medienarbeiter, sondern dokumentierte Mitglieder von Terrororganisationen, die unter dem Deckmantel der Berichterstattung agieren.
Reporters Without Borders (@RSF_inter) says Israel “portrays journalists as terrorists” while describing Hamas operatives as "reporters."
Urbaner Krieg ist von Natur aus chaotisch und tragischerweise können Zivilisten – einschließlich Journalisten, die über die Kämpfe berichten – manchmal ins Kreuzfeuer geraten. Trotz dieser Realität hat Israel konsequent daran gearbeitet zivile Opfer zu minimieren und greift Journalisten oder andere Personen nicht absichtlich ohne rechtmäßigen militärischen Zweck an. Doch wenn festgestellt wird, dass jemand als Teil einer Terrororganisation agiert und aktiv an Feindseligkeiten teilnimmt, gilt er nach dem Kriegsrecht nicht mehr als Zivilist.
Im Verlauf des Krieges ist zunehmend deutlich geworden, dass die Hamas ihre Propagandastrategie direkt in die Mediensphäre eingebettet hat. Einige der von Interessengruppen angeführten „Journalisten“ waren in Wirklichkeit Doppelrollen-Akteure. Hossam Shabat diente als Scharfschütze im Beit-Hanoun-Bataillon der Hamas. Anas Al-Sharif arbeitete für Al-Jazeera, während er gleichzeitig von der Hamas im Ost-Jabaliya-Bataillon beschäftigt war. Dennoch erscheinen beide auf der RSF-Liste der Journalisten, die „im Dienst“ während des Israel–Gaza-Krieges getötet wurden.
Ihr tatsächlicher „Dienst“ war nicht Journalismus, sondern aktiver Einsatz innerhalb einer Terrororganisation.
Es ist sehr wahrscheinlich, dass Al-Sharif und Shabat in der jährlichen Zählung der von RSF erfassten getöteten Journalisten enthalten sind. Doch dies kann nicht unabhängig bestätigt werden, da RSF nicht tatsächlich alle Personen, die es als getötet meldet, namentlich identifiziert. Für eine Organisation, die vorgibt, den Zugang zu „freier und verlässlicher Information“ zu verteidigen, ist der Mangel an grundlegender Transparenz in ihrer eigenen Berichterstattung ein auffälliger Widerspruch.
Dennoch beeilten sich große Nachrichtenmedien, die Schlagzeile zu verstärken und zu behaupten, Israel sei für fast die Hälfte aller weltweit getöteten Journalisten verantwortlich. Die Darstellung sprach Bände. Ha‘aretz führte Israels „Angriff in Gaza“ als Erklärung für die getöteten Journalisten an – und stellte damit einen Verteidigungskrieg nach einem brutalen Terroranschlag als unbegründete israelische Offensive dar. Auch die Irish Times und France24 verbreiteten die RSF-Zusammenfassung, während sie die unbequeme Tatsache ausließen, dass viele der gezählten Personen Terroristen waren, die sich als Journalisten ausgaben.
Ein Vergleich mit dem Committee to Protect Journalists (CPJ) ist aufschlussreich. CPJ, eine Organisation mit ähnlichem Auftrag, veröffentlicht eine kontinuierlich aktualisierte Liste der im Gazastreifen getöteten Journalisten. Von den 209 Personen auf dieser Liste wurden 83 als Mitglieder oder Angestellte von Medien identifiziert, die mit als Terrororganisation eingestuften Gruppen verbunden sind.
Diagramm auf Grundlage von CPJ-Daten für 2023 bis 2025.
Von 82 Personen auf der CPJ-Liste sind 56 als mit der Hamas verbunden bestätigt, 21 mit dem Islamischen Jihad und weitere 6 haben Verbindungen zu anderen Terrororganisationen wie der Hisbollah oder der Fatah.
Diagramm auf Grundlage von CPJ-Daten für 2023 bis 2025.
So zeigen, obwohl RSF es abgelehnt hat, eine Namensliste zu veröffentlichen, die verfügbaren Daten von Organisationen, die Transparenz bieten, eine ganz andere Realität. Die öffentlich zugänglichen Informationen des CPJ belegen, dass viele der im Gazastreifen als „Journalisten“ bezeichneten Personen direkte Verbindungen zu Terrororganisationen hatten. Ebenso untersuchte eine Studie des Meir Amit Intelligence and Terrorism Information Center 266 im Krieg getötete Journalisten aus dem Gazastreifen und stellte fest, dass 60 Prozent Kämpfer waren oder dokumentierte Zugehörigkeiten zu Terrorgruppen hatten. Das widerspricht direkt der von RSF in ihrer jährlichen Zusammenfassung verbreiteten Darstellung.
RSF wusste sicherlich, dass die Veröffentlichung eines Berichts ohne ausreichende zugrunde liegende Daten zur Stützung der impliziten Behauptung, Israel würde Journalisten gezielt angreifen, bereits für sich genommen ein journalistisches Versagen darstellt. Mit der Veröffentlichung der Zusammenfassung ohne überprüfbare Beweise schuf RSF ein Vakuum – eines, das Medien schnell füllten, indem sie Israel als Hauptaggressor darstellten und die Rolle der Terrororganisationen vollständig ausblendeten.
Wenn Organisationen, die sich dem Schutz journalistischer Integrität verschrieben haben, von anderen erwarten, Standards einzuhalten, müssen sie diese Standards selbst erfüllen. Wenn Transparenz verschwindet, verschwimmen die Fakten – und ein antiisraelfeindliches Narrativ füllt die Lücke.
Ein weiterer Tag, eine weitere Lüge, wenn es um Israel in den sozialen Medien geht. Dazu gehört auch die Geschichte des jüdischen Staates zusammenzulügen.
Während die meisten israelfeindlichen Erfindungen keine große Verbreitung finden und im Stimmengewirr der Randgruppen, die in den dunklen Ecken des Internets gedeihen, untergehen, schaffen es andere, sich durchzusetzen und ein Eigenleben zu entwickeln.
Eine der neuesten historischen Falschbehauptungen, die online abheben, ist die Behauptung, dass die Palästinenser nach dem Holocaust jüdische Überlebende des nationalsozialistischen Völkermords willkommen geheißen (einige behaupten sogar, sie seien in ihre Privathäuser aufgenommen worden) und dass eben diese Überlebenden später die Palästinenser aus ihren Häusern vertrieben hätten.
Selbst der unerfahrenste Student der israelischen Geschichte könnte Ihnen sagen, dass diese Behauptung eine lächerliche Verzerrung der Vergangenheit ist – so absurd, dass sie eigentlich keine Antwort verdient.
Dennoch hat diese Erzählung trotz ihrer offensichtlichen Unwahrheit online Fuß gefasst aufgenommen: Eine Darstellung auf einem X-Konto (früher Twitter) erreichte über zwei Millionen Aufrufe. Roy Casagranda, ein Geschichtsprofessor (!!) am Austin Community College, teilte diese Fiktion ebenfalls auf seiner Instagram-Seite, wo sie über 57.000 Likes erhielt (sein zweitbeliebtester Beitrag auf Instagram).“
Jews arriving in Palestine from Europe as refugees in 1947.
Shortly after getting off the boat, they began killing and robbing the homes of the Palestinians who welcomed them with open arms.
Aus Europa in Palästina ankommenden Flüchtlinge, 1947 Kurz nachdem sie von Bord gingen, begannen sie zu töten und die Häuser der Palästinenser auszurauben, die sie mit offenen Armen empfangen hatten. Jetzt glauben sie, sie seien die Einheimischen im Land.
Bevor diese anti-israelische Lüge in bestimmten Kreisen als akzeptierte Geschichte gilt, wollen wir deshalb darlegen, warum sie haltlos und lächerlich ist:
Zunächst einmal: Zwischen 1945 und 1948 gab es keine unabhängige palästinensische Regierung, die jüdische Flüchtlinge hätte aufnehmen können – selbst wenn sie es gewollt hätte. Die Einwanderungspolitik wurde von der Verwaltung des britischen Mandats für Palästina festgelegt, und diese Politik war kaum einladend für die Tausenden von Flüchtlingen, die die Küsten des Landes Israel erreichen wollten.
Einige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkriegs veröffentlichte die britische Regierung das Weißbuch von 1939, das eine strenge Begrenzung der jüdischen Einwanderung in das britische Mandatsgebiet festlegte: 75.000 Juden innerhalb der nächsten fünf Jahre. Danach sollte jede weitere jüdische Einwanderung vom Willen der arabischen Bevölkerung des Landes abhängen. Für die Massen von Juden, die bald Zuflucht vor den Klauen des NS-Regimes suchen würden, bedeutete diese Politik faktisch ein Todesurteil.
Despite the 1939 white paper, illegal Jewish immigration persisted and continued to increase during WW2. After 1945, Jewish immigration to Mandatory Palestine was still illegal – but persisted anyway via smuggling networks. pic.twitter.com/72XAeqWntF
Jüdische und arabische Zuwanderung während der Zeit des Mandats Palästina nahm dramatisch zu, hauptsächlich infolge der politischen und wirtschaftlichen Anreize. Die Spannungen zwischen Arabern und Juden nahmen allerdings zu, die jüdische Zuwanderung wurde von der britischen Mandatsverwaltung stark eingeschränkt. Trotz des Weißbuchs von 1939 hielt die illegale jüdische Zuwanderung an und nahm während des Zweiten Weltkriegs weiter zu. Nach 1945 war jüdsiche Zuwanderung ins Mandat Palästina immer noch illegal – hielt aber über Schmuggel-Netzwerke weiter an.
Das Weißbuch war eine Reaktion auf drei Jahre Gewalt während der Großen Arabischen Revolte (1936–1939). Die Revolte, bei der Araber sowohl Juden als auch Briten im Mandatsgebiet Palästina angriffen, war teilweise auf den Anstieg der jüdischen Einwanderung ins Land in den vorangegangenen Jahren zurückzuführen. Anstatt diejenigen willkommen zu heißen, die aus Nazi-Deutschland und Osteuropa flohen, griff die Führung der arabischen Bevölkerung des britischen Mandats zu Gewalt, um den Zustrom jüdischer Einwanderer zu stoppen.
Wenn manche darauf antworten: „Sicher, das war vor dem Holocaust. Nach der Vernichtung des europäischen Judentums öffneten die Palästinenser ihre Arme für jüdische Flüchtlinge“, dann ist dies schlichtweg nicht wahr.
Selbst nachdem das NS-Regime besiegt und das Massenmorden an Juden beendet war, setzten die Briten ihre Politik zur Verhinderung der meisten jüdischen Einwanderungen fort. Da so viele jüdische Displaced Persons ins Land Israel einwandern wollten, kam es zu einer Zunahme koordinierter Versuche, die britische Seeblockade mit Flüchtlingsschiffen zu durchbrechen (das bekannteste war die Exodus 1947). Etwa 50.000 jüdische Flüchtlinge aus den Ruinen Europas wurden von den Briten abgefangen und größtenteils in Internierungslagern auf Zypern festgehalten.
Es waren nicht nur die Briten, die nach dem Holocaust versuchten, die jüdische Einwanderung ins Mandatsgebiet zu stoppen. 1946 stellte das Anglo-Amerikanische Untersuchungskomitee fest, dass die arabische Führung jeglicher jüdischen Einwanderung nach Palästina ablehnend gegenüberstand und dass ihr Hauptproblem mit dem Weißbuch von 1939 darin bestand, dass es bei der Blockierung jüdischer Einwanderung nicht weit genug ging.
So hält Absatz 9 von Kapitel VI fest:
„Das Weißbuch von 1939 und die drastische Einschränkung der jüdischen Einwanderung sowie des Landverkaufs an Juden, die darauf folgten, entsprachen der arabischen Sichtweise nur teilweise. Die Araber wären noch viel weiter gegangen. Die von ihren Führern geäußerten Forderungen wollen sofortige Unabhängigkeit, endgültige Beendigung der jüdischen Einwanderung und das Verbot jeglicher Landverkäufe von Arabern an Juden.“
Diese Haltung überrascht nicht, da der Bericht des Komitees feststellte, dass sich viele Araber Palästinas weiterhin mit dem exilierten Großmufti von Jerusalem identifizierten, der während des Zweiten Weltkriegs als Gast und Verbündeter Hitlers fungierte.
Damit ist klar, dass die Palästinenser – entgegen der falschen, online verbreiteten Darstellung – jüdische Flüchtlinge nach dem Holocaust nicht mit offenen Armen empfingen. Vielmehr kämpften sie gegen jede jüdische Einwanderung in das britische Mandatsgebiet.
Obwohl wir die zentrale Prämisse dieser falschen Behauptung von der angeblichen Gastfreundschaft gegenüber Palästinensern und der angeblichen Doppelzüngigkeit der Juden widerlegt haben, sollten wir uns kurz mit ihrem zweiten Teil befassen: der Behauptung, Palästinenser, die jüdische Flüchtlinge (im Land oder sogar in ihren Häusern) aufnahmen, seien später von diesen vertrieben worden.
Erstens ist klar, dass es keinerlei historische Belege für ein großflächiges Phänomen gibt, bei dem jüdische Flüchtlinge in palästinensischen Häusern lebten.
Zweitens gab es keine Massenvertreibung von Palästinensern durch Juden oder Israelis.
In den Monaten vor der Gründung des Staates Israel und während des israelischen Unabhängigkeitskrieges verließen schätzungsweise 750.000 Palästinenser ihre Häuser. Die überwiegende Mehrheit dieser Palästinenser floh jedoch vor den vorrückenden arabischen Armeen oder aus dem Kriegsgebiet. Nur in wenigen Fällen vertrieben israelische Streitkräfte Palästinenser aus ihren Häusern, in der Regel aufgrund der Lage in militärisch sensiblen Gebieten.
Es ist daher klar, dass diese Behauptung von Anfang bis Ende Unsinn ist und jeglicher Grundlage in der Realität entbehrt. Leider hat dies nicht verhindert, dass es bei Menschen, die die israelische Geschichte
Drohnenaufnahmen sind zur einflussreichsten visuellen Währung des Gaza-Konflikts geworden. Sie wirken zuverlässig. Sie wirken neutral. Sie scheinen das gesamte Bild zu zeigen.
In Wirklichkeit wird keine andere Form von Bildmaterial in diesem Krieg stärker vom Bediener gesteuert oder redaktionell geformt als der Blick aus der Luft.
Von Höhe bis Winkel, von Zuschnitt bis Farbgebung, von der zeitlichen Planung der Flüge bis zur bewussten Ausblendung der umgebenden Normalität – Drohnenaufnahmen aus dem Gazastreifen entstehen durch eine visuelle Sprache, die den meisten Betrachtern gar nicht auffällt.
Was wie objektive Dokumentation erscheint, ist oft ein konstruiertes emotionales Produkt, das darauf abzielt Verwüstung, Verzweiflung oder Anklage zu vermitteln. Die Drohne zeigt nicht was ist, sondern was der Bediener zu zeigen wählt und was das veröffentlichende Medium zu verstärken entscheidet.
Diese Untersuchung stellt den Mythos der Objektivität von Drohnen infrage. Sie zeigt, wie Luftbilder zu narrativen Waffen werden, die Wahrnehmungen des Gazastreifens durch technische Entscheidungen prägen, die alles andere als neutral sind.
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1. Forensische Analyse
Dieses Luftbild zeigt lange Gemeinschafts-Iftar-Tafeln, die in einem schmalen Korridor aus Trümmern innerhalb des Flüchtlingslagers Nuseirat aufgestellt sind. Die Tafeln bilden eine gerade geometrische Linie durch eine zerstörte Straßenlandschaft. Mehrere umliegende Gebäude weisen teilweise Einstürze, beschädigte Böden und freiliegenden Bewehrungsstahl auf.
Gemeinschaftliche Iftar-Tafeln, angeordnet in einem schmalen Trümmerkorridor in Nuseirat. Der mittelhohe Drohnenwinkel hält die Zerstörung im Vordergrund, während er das weitere Umfeld verbirgt. Die Inszenierung platziert Zivilisten in einer strukturell gefährlichen Zone und wirft Fragen nach Zugang, Koordination und Zweck auf.
Gemeinschafts-Iftar-Tische, arrangiert in einem engen Korridor zwischen Schutt in Nuseirat. Der halbhoe Drohnen-Blickwinkel macht die Zerstörung dominant, während das weitere Gebiet verborgen bleibt. Die Inszenierung setzt Zivilisten innerhalb einer strukturell gefährlichen Zone, was Fragen zu Zugang, Koordination und Zweck aufwirft.
Der für das Mahl gewählte Ort ist nicht neutral. Er zwingt Zivilisten – darunter Frauen, Kinder und ältere Menschen – dazu, eine aktive Gefahrenzone zu betreten und dort zu verweilen:
Strukturell instabile Gebäude flankieren die Szene.
Trümmerfelder enthalten scharfkantiges Metall, Betonfragmente und möglicherweise nicht explodierte Gefahren.
Zufahrtsstraßen in das Gebiet wirken schmal oder blockiert, was auf einen kontrollierten Zugang hinweist.
Die Platzierung wirft ernste Fragen auf: Wer hat den Zugang genehmigt, warum wurde genau dieser Korridor gewählt und wie konnten Hunderte von Zivilisten in eine Hochrisikoumgebung hinein- und wieder hinausgeführt werden? Nichts im Bild deutet auf eine organische öffentliche Versammlung hin. Das Arrangement ist angesichts der umgebenden Instabilität zu geordnet, zu symmetrisch und zu logistisch durchdacht.
Fotografisch-technische Analyse
Der Fotograf setzt mehrere Konstruktionsstrategien ein:
Rahmengebung aus mittlerer bis hoher Flughöhe
Verstärkt den Eindruck völliger Verwüstung und verhindert die Sichtbarkeit sicherer oder alternativer Bereiche außerhalb des beschnittenen Korridors.
Geführte Symmetrie
Die gerade Iftar-Linie erzeugt einen bewusst theatralischen Kontrast – das Ritual im Vordergrund, die kuratierte Zerstörung im Hintergrund.
Randbeschnitt
Die Drohne wird so positioniert, dass die Betrachter weder sichere Ausgänge noch breitere funktionierende Zonen erkennen können; gezeigt wird nur der enge Ausschnitt der Verwüstung.
Zeitlich angepasst: grauer Himmel
Die Wahl eines bedeckten Moments entfernt jede Farbwärme und verstärkt die wahrgenommene Härte der Umgebung.
Menschliche Dichte als emotionaler Maßstab
Überfüllte Tafeln verstärken die wahrgenommene Nähe zwischen Zivilisten und struktureller Gefahr.
Risiko- und Zuganglogik
Die Szene kann nicht stattfinden ohne:
Vorab freigegebene Zugangswege in eine Gefahrenzone
Genehmigung durch die kontrollierende Behörde
Logistische Vorbereitung, einschließlich Tischen, Stühlen, Lautsprechern und Beschilderung
Koordination der Bewegung der Menschen und Planung der Ausgänge in einem aktiven Konfliktumfeld
Das Bild dokumentiert daher nicht nur ein Iftar, sondern die gezielte Platzierung von Zivilisten in einer Hochrisikoumgebung zu fotografischen Zwecken.
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2. Forensische Analyse
Dieses Bild zeigt eine lange, gemeinschaftliche Iftar-Tafel mitten in einer verwüsteten Straße im Viertel al-Shujaiyya in Gaza-Stadt. Die Szene wurde von einem erhöhten Standpunkt aus aufgenommen, um das Ausmaß der Zerstörung rund um die Zusammenkunft zu verdeutlichen.
Ein langer Gemeinschafts-Iftartisch steht mitten im Zentrum einer zerstörten Straße in Schujaiyya. Familien versammeln sich in einer strukturellen Gefahrenzone, umgeben von eingestürzten Gebäuden und Schutt. Die erhöhte Perspektive und die Tiefenschärfe betonend die Zerstörung und werfen Fragen zu Sicherheit Organisation und Zugangskontrolle auf.
Große Teile der Straße bleiben uneben, instabil und von Trümmern übersät. Der Zugang zu diesem Ort erfordert das Durchqueren eingestürzter Gebäude, losen Gerölls und scharfkantiger Betonfragmente. Entlang der Tafel erscheinen an mehreren Stellen Personen in Warnwesten, was auf koordinierte Inszenierung, Kontrolle der Menschenmenge und logistische Organisation hindeutet.
Während die Bildunterschrift die Szene als eine Gemeinschaft darstellt, die religiöse Rituale inmitten der Ruinen wiederaufnimmt, macht die visuelle Realität deutlich, dass es sich um eine aktive Kriegszone handelt – nicht um einen sicheren öffentlichen Raum. Die Platzierung von Familien in einem strukturell gefährlichen Korridor zerstörter Gebäude wirft Fragen darüber auf, wer den Ort bestimmt hat und unter welchem Maß an Zwang oder Anleitung dies geschah.
Fotografisch-technische Analyse
Der Fotograf verwendet einen hohen Abwärtswinkel, um eine dramatische lineare Komposition zu erzeugen. Der lange Tisch wird zu einer visuellen Achse, die sich durch die Trümmer zieht. Dieser Winkel maximiert die vertikalen Wände der Zerstörung rund um die Versammlung.
Zusätzliche im Bild erkennbare Techniken umfassen:
Symmetrische Rahmung des Tisches, um kollektive Einheit und Entschlossenheit zu suggerieren
Vordergrundtrümmer und Gäste im Mittelgrund, die zusammengefügt werden, um ein Narrativ von Widerstandskraft vor dem Hintergrund der Verwüstung zu verstärken
Erweiterte Tiefenschärfe, die sowohl den Tisch als auch die beschädigten Gebäude scharf abbildet, sodass die Zerstörung die emotionale Wahrnehmung dominiert
Subtile Betonung grauer Tonwerte, ob natürlich oder nachbearbeitet, die die Trostlosigkeit verstärken und einen Kontrast zu den farbigeren Westen und Tischdecken schaffen
Das ist eine sorgfältig gestaltete visuelle Botschaft. Die Gemeinschaft wirkt klein im Vergleich zur gewaltigen Zerstörung, die sie umgibt.
Risiko- und Zuganglogik
Dieser Ort ist erkennbar gefährlich. Die vertikalen Platten, zerbrochenen Böden und lockeren Trümmerfelder deuten auf eine baulich instabile Zone mit Einsturzgefahr, Staubbelastung oder der Gefahr von Sekundärverletzungen hin. Zivilisten, darunter Kinder, zu einem gemeinsamen Essen in eine solche Umgebung zu bringen, würde nicht spontan geschehen.
Dies wirft drei entscheidende Fragen auf:
1. Wer hat den Zugang und den Versammlungsort organisiert?
Normale Bewegungen von Zivilisten führen selten in den strukturell gefährlichsten Korridor eines zerstörten Viertels.
2. Wurden die Teilnehmer angewiesen oder ermutigt, sich hier zu versammeln?
Die synchronisierte Tischanordnung und die Anzahl der Menschen deuten auf Planung und Koordination hin.
3. Wurde dem Fotografen exklusiver sicherer Zugang gewährt?
Aufnahmen aus großer Höhe erfordern kontrollierten Zugang und operative Genehmigung, insbesondere in einem Trümmerfeld.
Diese Faktoren entsprechen bekannten Mustern der Medienkontrolle im Gazastreifen. Zugang wird erleichtert, wenn das entstehende Bildmaterial den narrativen Zielen dient
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3. Forensische Analyse
Zwei Luftaufnahmen zeigen mehrere hundert Schulkinder, die in streng kontrollierten Formationen vor provisorischen Zeltklassen angeordnet sind, die neben der Harun-al-Rashid-Schule stehen. Die Flughöhe der Drohne ist bewusst niedrig bis mittel gewählt, wodurch die Kinder im Vordergrund visuell besonders hervorgehoben werden.
Luftbilder zeigen Schüler in präziser Formation neben Zelt-Klassezimmern; die Bildbeschreibungen schildern harte Umstände, das warme Licht, kontrollierte Inszenierung und gefährliche Standorte, die eine kuratierte Szene nahelegen, die emotional beeinflussen sollen, statt eine natürliche Darstellung schulischen Tagesgeschehens.
Die von den Schülern geformten Linien – sie bilden Kurven und parallele Reihen – deuten auf eine gezielte Anordnung hin und nicht auf spontane Bewegung. Ihre symmetrische Positionierung verstärkt ein Narrativ von Bildung inmitten der Zerstörung, wobei visuelle Ordnung den emotionalen Kontrast erhöht.
Aus fotografischer Sicht:
Der abwärts gerichtete Kamerawinkel von etwa 35 bis 45 Grad sorgt dafür, dass Trümmer das Bild dominieren, während unbeschädigte Bereiche außerhalb der Szene weggelassen werden.
Starkes Sonnenlicht zur Mittagszeit und klare Schatten zeigen warme und stabile Bedingungen, statt des rauen Wetters, das in Bildunterschriften oft angedeutet wird.
Zeltklassen, teils mit UNICEF-Logo versehen, sind zentral platziert, um symbolische Hinweise auf Abhängigkeit und Krise zu verstärken.
Der Sicherheitswiderspruch ist deutlich. Hunderte Kinder sind in einer aktiven, kriegsbeschädigten Zone positioniert, die normalerweise wegen struktureller Instabilität und der Gefahr nicht explodierter Munition gesperrt wäre.
Die Gesamtdarstellung signalisiert eine visuell konstruierte Szene – organisiert, symmetrisch und höchst fotogen, jedoch an einem Ort, der üblicherweise als zu gefährlich für Schulunterricht gelten würde. Diese beiden Bilder sind ein starkes Indiz für drohnengestützte narrative Konstruktion, nicht für neutrale Dokumentation.
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4. Forensische Analyse
Dieses Luftbild zeigt das Yarmouk-Stadion, das einst für Sport- und öffentliche Veranstaltungen genutzt wurde und nun mit provisorischen Unterkünften gefüllt ist. Die Bildunterschrift stellt die Szene als humanitäre Folge zweijähriger israelischer Angriffe dar, doch das Foto offenbart auch wichtige Kontextfaktoren, die in der Bildunterschrift unerwähnt bleiben
Eine Drohnenaufnahme des Yarmuk-Stadions zeigt es voller Zelte und so symmetrisch aufgenommen, dass es den Eindruck von Massenvertreibung gibt. Am unteren Rand sichtbare Fahrzeuge deuten auf funktionierende Zugangsrouten und gewisse betriebsbereite Infrastruktur, was der Bildunterschrift widerspricht, die völlige Isolation von Versorung suggeriert. Die Bildkomposition lässt intakte benachbarte Straßen und Gebäude aus und verstärkt das visuelle Narrativ des völligen Zusammenbruchs, das von der Umgebung nicht unterstützt wird.
Aus fotografisch-forensischer Sicht:
Die Drohne wird in mittlerer Höhe geflogen, nicht in großer Höhe, wodurch der Innenraum des Stadions komprimiert und verhindert wird, dass angrenzende intakte Straßen die Erzählung abschwächen.
Die Bildgestaltung ist bewusst symmetrisch und auf das ovale Innere zentriert, was die Vorstellung einer abgeschlossenen, eingeschlossenen humanitären Krise verstärkt.
Die umliegenden Gebäude wirken teilweise intakt, doch der Bildausschnitt blendet viele der unmittelbar um das Stadion vorhandenen funktionierenden Gebäude aus. Der gewählte Winkel sorgt dafür, dass die Zelte das Sichtfeld füllen und ihre Dimension verstärken.
Das Stadion ist nur über kontrollierte Zugangspunkte erreichbar, was bedeutet, dass die Menschen im Inneren in die exponierte Zone einer aktiven Konfliktumgebung gebracht werden mussten – ein zentraler Widerspruch, der in Bildunterschriften nie thematisiert wird.
Die gesamte Farbgestaltung tendiert zu kühlen und entsättigten Tönen, die die emotionale Wahrnehmung von Trostlosigkeit verstärken.
Aus Sicht des Narrativs handelt es sich um eine konstruierte visuelle Behauptung, nicht um vollständige dokumentarische Wahrheit. Das Bild betont Massenvertreibung, während es den operativen Kontext verschleiert. Zelte, die in einem offenen Stadion in einer aktiven Kriegszone platziert sind, werfen Fragen darüber auf, wer das organisiert hat, warum dieser Ort gewählt wurde und ob Zivilisten in eine baulich unsichere Umgebung geleitet wurden.
Die Behauptung der Bildunterschrift von „harten Bedingungen ohne Zugang zu Wasser, Strom oder sanitären Einrichtungen“ wird durch die visuellen Belege nicht gestützt. Sichtbare Fahrzeuge und weit verbreitete Nutzung von Mobiltelefonen widersprechen der Vorstellung eines vollständigen infrastrukturellen Zusammenbruchs.
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5. Forensische Analyse
Dieses Drohnenbild zeigt die Küste von Gaza-Stadt in Richtung Norden. Die Bildunterschrift beschreibt die Szene als Gazas ehemalige Touristenküste, die sich nun in eine Zufluchtsstätte für Obdachlose verwandelt hat. Diese Formulierung steht im direkten Widerspruch zu jahrelanger internationaler Berichterstattung und der Rhetorik von Nichtregierungsorganisationen, die den Gazastreifen lange vor dem aktuellen Krieg als das größte Freiluftgefängnis oder Konzentrationslager der Welt darstellten. Es kann nicht gleichzeitig eine Touristenküste und ein Gefängnis gewesen sein. Die Bildunterschrift schreibt die Vergangenheit subtil um, um die emotionale Wucht der Gegenwart zu verstärken.
Eine Drohnenaufnahme aus mittlerer Höhe zeigt den Küstenstreifen von Gaza-Stadt mit Zelten und provisorischen Unterkünften zwischen beschädigten und teilweise intakten Gebäuden. Die Bildunterschrift bezeichnet das Gebiet als ehemalige Touristenküste, im Widerspruch zu jahrelanger Berichterstattung, die den Gazastreifen als Freiluftgefängnis darstellte; ein schmaler Küstenkorridor wird genutzt, um die gesamte Stadt zu repräsentieren.
Visuell wird die Drohne in mittlerer bis großer Höhe geflogen und in einem flachen Winkel geneigt, wodurch sich eine weitläufige Staffelung ergibt – vom dichten und beschädigten Vordergrund bis hin zum hellen Streifen aus Strand und Meer. Die Komposition zwingt den Betrachter, einen einzigen schmalen Korridor aus Zerstörung und Zelten als repräsentativ für die gesamte Küste zu lesen.
Nahe am Strand sind Gruppen von Zelten und provisorischen Bauwerken sichtbar, eingebettet zwischen beschädigten und teilweise intakten Betongebäuden. Der Bildausschnitt blendet den größten Teil des städtischen Hinterlands sowie jegliche funktionierende Infrastruktur außerhalb dieses Korridors aus. Diese selektive Auslassung ist die entscheidende fotografische Wahl. Dem Betrachter wird nie gezeigt, was sich direkt außerhalb des Objektivs befindet – nur dieses sorgfältig kuratierte Band einer zerstörten Touristenküste, das die Erzählung von totaler Transformation und Verlust stützt.
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6. Forensische Analyse
Dieses Luftbild zeigt die Gegend um das Kulturzentrum Rashad Shawa in Gaza-Stadt. Das Gebäude und seine Umgebung sind beschädigt, provisorische Unterkünfte füllen den freien Raum darum herum. Die visuelle Botschaft ist bewusst gewählt. Es handelt sich nicht um ein anonymes Gebäude, sondern um ein kulturelles Wahrzeichen, das nun von vertriebenen Familien umgeben ist.
Das Kulturzentrum wird als langjähriger Mittelpunkt für Ausstellungen, Festivals und Konferenzen präsentiert, in dem jetzt heimatlose Palästinenser untergebracht sind, was ein höchst emotionales Narrativ verstärkt und einen klaren Widerspruch zu früheren Behauptungen bloßstellt, der Gazastreifen fungiere einzig als Freiluftgefängnis.
Die Bildunterschrift betont, dass das Zentrum seit vielen Jahren Ausstellungen, Festivals, Konferenzen und öffentliche Podiumsdiskussionen beherbergt hat. Diese Formulierung ist sorgfältig gewählt. Indem die kulturelle Geschichte des Gebäudes hervorgehoben wird, lädt die Fotografie den Betrachter dazu ein, den Schaden als Angriff auf das zivile Leben, die Bildung und die Kultur zu sehen – und nicht als einen Ort unter vielen im größeren Konflikt.
Dies fügt sich in ein klares Muster der Drohnenserie ein. Redakteure wählen wiederholt emotional aufgeladene öffentliche Orte, darunter Schulen, Stadien, eine ehemalige Touristenküste und nun ein Kulturzentrum. Jeder wird ausgewählt, weil er im Bewusstsein des Betrachters bereits symbolische Bedeutung trägt. Die Wahl des Motivs leistet ebenso viel wie die Zerstörung selbst.
Darüber hinaus legt diese Bildunterschrift einen tieferen Widerspruch offen. Jahrelang wurde der Gazastreifen vor dem Krieg in internationalen Medien und NGO-Kampagnen weithin als Freiluftgefängnis beschrieben – mit wenig Bewegungsfreiheit oder normalem öffentlichen Leben. Doch dieselbe Bildunterschrift beschreibt nun einen Veranstaltungsort, der regelmäßig Ausstellungen, Festivals, Konferenzen und Diskussionsrunden ausrichtete. Beide Darstellungen können nicht gleichzeitig wahr sein. Die Drohnenaufnahme zeigt daher mehr als nur Trümmer. Sie offenbart stillschweigend, wie Narrative angepasst werden, um den emotionalen Bedürfnissen des Augenblicks zu entsprechen.
Aus visueller Sicht verdichten die Höhe und der Winkel der Drohne die beschädigten Gebäude, Zelte und das dichte urbane Raster zu einem abgeflachten Feld. Dadurch fällt es dem Betrachter schwer, zwischen temporär und dauerhaft oder zwischen stark beschädigt und noch stehend zu unterscheiden. Das Auge liest das gesamte Gebiet als gleichmäßig überwältigt – genau der Effekt, den die Komposition zu erzeugen beabsichtigt.
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7. Forensische Analyse
Diese Drohnenaufnahme des Al-Saraya-Platzes setzt das in den vorangegangenen Abschnitten etablierte Muster fort: die bewusste Auswahl emotional aufgeladener Orte des öffentlichen Lebens wie religiöse Versammlungsstätten, Schulen, ein Stadion, ein Kulturzentrum und symbolträchtige Plätze. Jedes dieser Wahrzeichen trägt symbolisches Gewicht und vermittelt so den Eindruck, dass die Grundpfeiler des gesellschaftlichen Lebens einheitlich zerstört wurden. Die visuelle Strategie bleibt konsistent: Wiedererkennbare öffentliche Räume werden genutzt, um die emotionale Wirkung zu verstärken und einen totalen gesellschaftlichen Zusammenbruch zu suggerieren.
Der Al-Saraya-Platz wird als Zone von Massenvertreibung dargestellt, obwohl nur begrenzt Schutzunterkünfte zu sehen sind, während die breitere Szenerie belebte Straßen und weitgehend intakte Gebäude der Umgebung zeigt.
Der Bildausschnitt setzt eine einzelne große Ruine im unteren rechten Quadranten und nutzt sie als dominanten emotionalen Anker. Das steht im Kontrast zu einem breiten Hintergrund aus weitgehend intakten, mehrstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäuden mit sichtbaren Balkonen, Fenstern und durchgehender urbaner Dichte. Die Flughöhe ist so gewählt, dass das Ausmaß der Zerstörung übertrieben wirkt, während die ausgewählte Ruine dennoch als visuelles Zentrum bestehen bleibt.
Die Bildunterschrift behauptet, dass der Al-Saraya-Platz zu einem Zufluchtsort für Hunderte von Familien geworden sei, doch die sichtbaren Belege zeigen nur eine begrenzte Anzahl von Zelten und provisorischen Bauwerken, die über den Platz verteilt sind. Die Straßen rund um den Platz bleiben belebt, Fahrzeuge und Fußgänger bewegen sich frei. Dies widerspricht der Implikation eines Raums, der von Vertriebenen überwältigt ist.
Dies folgt dem breiteren Muster, das in der Serie zu beobachten ist. Symbolische öffentliche Räume werden ausgewählt, ein einzelner Cluster von Schäden oder Zelten wird isoliert und dann als repräsentativ für das Ganze dargestellt – unabhängig davon, was das umgebende gebaute Umfeld tatsächlich zeigt.
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8. Forensische Analyse
Diese Luftaufnahme des Friedhofs von Alt-Gaza nutzt Asymmetrie als zentrales emotionales Gestaltungsmittel. Der Fotograf positionierte die Kamera schräg nach oben, sodass der Bildausschnitt optisch zu den zerstörten Gräbern im Vordergrund geneigt ist. Dieser starke Kompositionsgradient erzeugt einen psychologischen Sturz von der lebendigen Stadt in eine Landschaft der Zerstörung und vermittelt dem Betrachter das Gefühl, dass sich die Verwüstung vom Friedhof aus in Richtung des zivilen Lebens ausbreitet.
Ein Luftbild des Friedhofs von Alt-Gaza – Die Bildgestaltung schafft eine schroffe Asymmetrie zwischen den inrakten Hochhäusern in der Umgebung und dem Friedhof darunter; die emotionale Wirkung wird verstärkt, während sie sich in eine Reihe mit dem breiteren Muster der auswähenden Symbolik stellt, durch die Wahrzeigen die Wahrnehmung formen.
Der Friedhof selbst wird aufgrund seiner maximalen symbolischen Bedeutung ausgewählt. Als Ruhestätte von Vorfahren, Erbe und kollektiver Identität trägt die Zerstörung hier ein schwereres emotionales Gewicht als Trümmer gewöhnlicher Straßen. Das spiegelt das Muster in allen acht Aufnahmen wider – eine bewusste Fokussierung auf emotional aufgeladene öffentliche Wahrzeichen, darunter Schulen, Stadien, Kulturzentren, religiöse Versammlungsorte, Touristenzonen und nun auch Begräbnisstätten. Keiner der ausgewählten Orte ist neutral. Sie werden aufgrund ihrer Fähigkeit gewählt, emotionale Interpretationen zu verstärken, anstatt einen ausgewogenen räumlichen Kontext zu liefern.
Wesentlich ist, dass das Bild – wie die anderen auch – jeden Hinweis auf das unterirdische Tunnelsystem unter dem Gazastreifen auslässt, das direkte Relevanz für Bodeninstabilität, Einsturzmuster und das Ausmaß der Schäden an der Oberfläche ist. Diese Auslassung ist in den Drohnen- und Luftaufnahmen von Anadolu durchgängig zu beobachten und bildet einen Teil der visuellen Erzählstrategie, die in diesem Artikel dokumentiert wird.
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Schlussfolgerung
Bei all diesen Drohnenaufnahmen findet sich dasselbe Muster. Das Material ist konstruiert, nicht einfach gefunden.
Den Zuschauern werden Trümmer gezeigt und nicht Wiederaufbau. Graues Licht und nicht die helle Sonne, die ebenfalls existiert. Selektive Zerstörung und nicht die funktionierenden Straßen, die direkt außerhalb des Bildausschnitts liegen. Ein kurzer Flug wird zu einem umfassenden visuellen Urteil über ein ganzes Gebiet.
Diese Aufnahmen sind keine aus der Luft aufgenommenen neutralen Dokumente. Sie sind narrative Objekte, kontrollierte visuelle Aussagen, die darauf ausgelegt sind, Mitgefühl zu wecken, Schuld zuzuweisen und bestehende politische Botschaften zu verstärken.
Was ausgelassen wird, ist oft wichtiger als das, was gezeigt wird.
Die funktionierenden Viertel in der Nähe.
Das Marktgeschehen direkt außerhalb des Bildausschnitts.
Operativer Kontext, wie Tunnelzschächte oder kontrollierte Sprengungen.
Das tatsächliche Wetter und Licht, die auf einen einzigen grauen Moment reduziert werden.
Drohnenaufnahmen sind zu einem der überzeugendsten Werkzeuge im globalen Informationskrieg geworden. Um visuelle Integrität wiederherzustellen und falsche oder verzerrte Narrative herauszufordern, müssen Zuschauer und Redakteure gleichermaßen lernen, diese Bilder als das zu lesen, was sie sind. Sie zeigen einen ausgewählten Ausschnitt der Realität, nicht das Ganze.
Die Wahrheit liegt nicht in der Höhe.
Die Wahrheit liegt im Kontext, der bewusst außerhalb des Rahmens gelassen wurde.
Ein Jahr nach einem brüchigen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah töteten die IDF gestern (24. November) einen ranghohen Kommandeur der Terrororganisation bei einem gezielten Angriff in einem Vorort von Beirut.
Die Hisbollah – und ein Großteil der Medien – stellten den Angriff sofort als israelischen Bruch des Waffenstillstands dar, obwohl Israel seit Monaten versucht, die Bemühungen der Organisation zum Wiederaufbau ihrer militärischen Infrastruktur zu verhindern, während sie sich offen weigert, abzurüsten.
Um die Dynamik zwischen dem Libanon, Hisbollah und Israel besser zu verstehen, sprach HonestReporting mit Oberstleutnant (d.Res.) Sarit Zehavi, Gründerin und Präsidentin von Alma, einem gemeinnützigen und unabhängigen Forschungszentrum, das sich auf die Sicherheit der israelischen Nordgrenze spezialisiert.
„Rasenmähen“
Fast jedes große Medium, das über die Ermordung des Hisbollah-Kommandeurs Ali Tabtabai berichtete, lieferte Hintergrundinformationen, die nahelegten, Israel sei der Aggressor. Reuters schrieb beispielsweise:
Der Waffenstillstand vom November 2024 sollte ein Jahr der Kämpfe zwischen Hisbollah und dem israelischen Militär beenden, der durch den Raketenbeschuss israelischer Stellungen durch die Hisbollah einen Tag nach dem Angriff ihres palästinensischen Verbündeten Hamas am 7. Oktober 2023 ausgelöst wurde.
Doch Israel setzte seine nahezu täglichen Angriffe auf den Libanon seit dem Waffenstillstand fort, wobei es nach eigenen Angaben Waffenlager der Hisbollah, Kämpfer und Bemühungen der Gruppe zum Wiederaufbau ins Visier nahm. In den letzten Wochen wurden diese Angriffe noch verstärkt.
Israel wirft der Hisbollah vor, im Süden wieder Fuß zu fassen und drängt den Libanon, aggressiver gegen alle nicht genehmigten Waffen im Land vorzugehen – einschließlich derjenigen der Hisbollah.
Die Hisbollah hat seit Beginn des Waffenstillstands nicht auf Israel geschossen und behauptet, ihn einzuhalten.
Doch kein Medium untersuchte die wirklichen Gründe hinter der Situation oder was die Hisbollah vor Ort tut. Zehavi hob drei zentrale Punkte hervor, die für das Verständnis der Lage entscheidend sind:
Die IDF agiert mit Unterstützung der USA, um zu verhindern, dass die Hisbollah sich wiederbewaffnet.
Strategisch hat Israel nach den schweren Schlägen, die die Hisbollah im jüngsten Konflikt einstecken musste, weiterhin die Oberhand.
Ohne eine langfristige politische Kursänderung wird die Hisbollah sich einfach wieder aufbauen – erneut.
Hezbollah continues to build up its forces south of the Litani River in clear violation of the understanding between Lebanon and Israel established almost a year ago. These four buildings used by Hezbollah are just a few out of dozens of others in the village of Beit Lif where… pic.twitter.com/3qKJ4woIER
Einerseits unternimmt die Hisbollah große Anstrengungen, um ihre militärische Stärke wiederherzustellen und andererseits greift die IDF jede Art solcher Versuche an. Wer gewinnt in dieser Art von Wettbewerb? Ich weiß es nicht, aber es ist klar, dass wir das „den Rasen mähen“, sagte Zehavi gegenüber HonestReporting und verwendete damit eine bekannte Metapher für periodische Militäroperationen im israelisch-palästinensischen Konflikt.
„Wenn es nötig ist, das Spektrum der Angriffe zu erweitern, wird die IDF das tun,“ fügte sie hinzu – nur wenige Stunden vor dem Schlag, der Tabtabai tötete.
Laut Zehavi liegt ein Teil der Herausforderung in den geringen Erwartungen an die libanesische Armee und Regierung, die nicht genug tun, um die Hisbollah zu entwaffnen – aus Feigheit oder infolge von Zusammenarbeit.
„Es ist ein großes Gebiet, größer als der Gazastreifen; es dauert lange, sie [die Hisbollah] zu entwaffnen. Und wenn man nur so tut, als würde man sie entwaffnen, es aber nicht wirklich tut, dann dauert es noch länger. Was man also sieht, ist, dass die IDF die Bewohner auffordert, bestimmte Orte zu verlassen, um diese bestimmten Gebäude zu bombardieren, weil sich dort Waffen der Hisbollah befinden.
Ein Politikwechsel
Im vergangenen Jahr der Kämpfe – beginnend am 8. Oktober 2023 – hat Israel einen Großteil der Führungsspitze der Hisbollah ausgeschaltet, darunter ihren ehemaligen Anführer Hassan Nasrallah. Eine verdeckte Operation im September 2024, bei der Tausende von Pagern zur Detonation gebracht wurden, neutralisierte zahlreiche Kämpfer.
Zehavi sagt aber, diese Erfolge seien zwar bedeutend, hätten das zugrunde liegende Problem jedoch nicht gelöst.
„Es ist offensichtlich, dass die Aufgabe der IDF nicht beendet ist. Sie hatte einen großartigen militärischen Erfolg, aber die Hisbollah existiert weiter. Wir haben 80 Prozent ihres Raketenarsenals zerstört, aber sie besitzen immer noch Tausende von Raketen … Und einen Tag nach dem Waffenstillstand begann die Hisbollah wieder mit dem Wiederaufbau. Das läuft weiter.“
Auf die Frage, ob sich das Kräfteverhältnis verschoben habe, sagte Zehavi, dass die Hisbollah derzeit von Vergeltung absehe, doch diese Zurückhaltung möglicherweise nicht von Dauer sei.
„Israel kann nicht dieselbe Politik verfolgen wie nach dem Krieg 2006, als wir den Waffenstillstand respektierten, obwohl die Hisbollah wieder aufrüstete. Die Hisbollah hat den Waffenstillstand nie respektiert … Wir standen einfach an der Grenze und sahen zu, wie die Hisbollah zu einem Monster wurde. Das dürfen wir nicht wieder geschehen lassen“, sagte sie und bezog sich auf die Lage nach dem Konflikt von 2006 zwischen Hisbollah und Israel.
Als Bewohnerin Nordisraels sagt Zehavi, fühle sie sich heute etwas sicherer, warnt jedoch, dass die Lage alles andere als stabil sei.
„Der Unterschied jetzt ist, dass die IDF grünes Licht hat, anzugreifen, wenn es Verstöße durch die Hisbollah gibt und dass sie fünf Hügelstellungen im Süden des Libanon hält, statt dass es dort Hisbollah-Positionen gibt“, sagte sie. „Die Hisbollah ist nicht mehr dieselbe wie am 6. Oktober 2023. Sie ist deutlich schwächer. Dennoch haben wir nicht das Gefühl, dass die Lage hier stabil ist … Was wir hier erleben, ist kein Frieden.“
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