Aus der Nähe beschrieben

Die nächsten Tage lasse ich Euch mal alleine mit ein paar ZItaten zum Spiel zwischen Düsseldorf und Bielefeld. Das begann ja mit kräftigem Nebel, mit Feuerwerk und all dem Krempel, der von Silvester noch übrig geblieben war -oder so.

Die Kollegen des Kicker beschrieben das Szenario aus sicherer Entfernung der Tribüne gegenüber wie folgt und erwartungsgemäß mainstream- und „fankultur“- like.

„Noch vor dem Anpfiff sorgten beide Fanlager für eine tolle Atmosphäre in der Merkur Spiel-Arena, die sich allerdings nur bedingt auf das Geschehen auf dem Rasen auswirken sollte.“

Aus dem Bielefelder Fanforum geben drei verschiedene Teilnehmer mal ihre Eindrücke aus unmittelbarer Nähe dieser Aktion wieder.

„Die haben die 3 Reihen über den gesamten Gästeblock gesperrt. 3 Reihen Sitzplätze in einem ausverkauften Block. Das muss man sich mal vorstellen. Einige hundert Arminen wussten nicht, wo sie hinsollten. Alle Gänge/Fluchtwege waren besetzt. Und dann fackeln die so ein Feuerwerk ab. Unverantwortlich von diesen Selbstdarstellern und Vereinsschädigern. Aber die werden ja immer schön beklatscht und gefeiert für ihre tollen Choreos.“

Einer begab sich dann mal ins Zentrum der Feuerlichkeiten:

„Ich hatte gestern ein wenig Austausch mit einem der maskierten Typen, die aus den ersten Reihen im Oberrang gezündelt haben, und habe ihn gefragt, wie er diesen „Raketenwerfer“ ins Stadion bekommen hat. Er sagte, das macht die organisierte Fanszene schon am Vortag und das Ding lag bei Ankunft schon auf seinem Platz“

Man braucht sich das Zeug also gar nicht mehr portioniert ind en Allerwertesten zu stecken und im Stadionklo zusammenbauen.

„Das ist aber nicht wirklich neu, dass die „Sportsfreunde“ da am Tage oder Tage zuvor die Sachen -teilweise mit Hilfe des „Gegners“- deponieren (lassen). Ist Standard in der Szene.“

Wenn ich mir das so auf der Zunge zergehen lasse, wirken die Appelle der Vereine gleich noch ein wenig scheinheiliger. Denn wenn jede „organisierte Fanszene“ Zugang und eventuell auch Räumlichkeiten im Stadion hat, so kann das doch kaum ohne Duldung oder bewusstem Wegsehen in den Vereinen funktionieren.

Wir lesen uns am Freitag wieder.

To(p)p…

Top- Spiel oder Topp-Möller? Was war das Thema des Spieltags? Schon am späten Freitagabend hatte es sich ja angedeutet, dass das 3:3 der Frankfurter bei Werder für Dino Toppmöllers Joberhalt zu wenig sein würde. Bei nur einem Sieg aus neun Spielen, zuletzt regelmäßig drei Gegentreffern, sieht man die Saisonziele akut gefährdet.

Sechs Punkte Rückstand sind es aktuell auf die CL- Plätze. Und dort will man ja wieder hin. Sicherlich plant man dann auch mit einem Kader, der gewisse fixe Einnahmen braucht. Da dürfte eine Saison ohne Europa schon einen Umbruch auf hohem Niveau nach sich ziehen.

Wer also soll es machen? Alosno? Rose? Und sollte man zuvor noch in einen neuen Torwart investieren? Knappe zwei Wochen noch hat das Transferfenster geöffnet und nebenbei steht eine englische Woche ins Haus.

Wie auch für Tabellenführer Bayern. 5:1 nach Rückstand in Leipzig. Auch wenn sie bei RB von einer perfekten ersten Halbzeit sprechen: ja, Bayern bei den expected Goals bei nullkommairgendwas zu haben und 1:0 zu führen, das ist schön. aber perfekt wäre es gewesen, wenn man seine Chancen genutzt und mit einer höheren Führung in die Pause gegangen wäre. Denn wenn Bayern erst einmal aufdreht,… was ich ja neulich schon schrieb: die Münchener hören dann nicht einfach auf, wenn der Sieg sicher scheint, sondern ziehen durch. Und das ist gar nicht so schlecht anzuschauen. Außerdem – man hat das Gefühl, sie können sich über ihre eigenen Spiele freuen. Auch das sah schon geschäftsmäßiger aus in den Vorjahren,

Dortmund siegt mit VAR- Elfer und debattiert um die Schönheit des Erfolges. Bayer Leverkusen scheint seinen Trainer hängen zu lassen. Statt Feuer gab es eine Pleite in Sinsheim.

Kölns Coach Kwasniok darf weitermachen nach dem Sieg gegen Mainz. Deren Niederlage und die von Pauli bringt Heidenheim dank eines Unentschiedens in Wolfsburg wieder auf Rang 16.

In Liga zwei gewinnt Schalke durch das 0:0 in Berlin einen weiteren Punkt Vorsprung auf Paderborn und Elversberg, die beide verlieren. Darmstadt spielt auch nur unentschieden und Hannover verliert in Kaiserslautern in der Nachspielzeit. Und in Liga 3 hat Verl die Tabellenführung übernommen, auch eine Premiere.

Und so in die CL?

Mit dem zweitbesten Angriff der Liga ein negatives Torverhältnis. Nur eines aus neun BL- Spielen gewonnen. Nach der Weihnachtspause in drei Spielen neun Gegentore und nur zwei von neun möglichen Punkten geholt: das ist der Tabellensiebte Eintracht Frankfurt.

Ein 3:3 gab es in Bremen dank eines Treffers in der 94. Minute, weshalb sich Werder nach schnell gedrehtem Spieldoch noch grün und weiß ärgerte und den Sprung auf Platz 10 verpasste. Immerhin spiegelt das Ergebnis auch die wackligen Abwehrreihen wider.

Und Frankfurts Coach Toppmöller? Kriegt keine Job- Garantie für die CL in der nächsten Woche. Manager Krösche hat doch nicht etwa durch alte Leverkusener Connection die Nummer vom Alonso?

Der Spieltag sieht das Topspiel zwischen Leipzig und den Bayern. Da gilt es ein 0:6 aus dem Saison- Eröffnungsspiel zu beantworten. Aber selbst wenn das den Leipzigern gelingen sollte: es wäre halt Genugtuung, den Bayern die erste Niederlage zuzufügen. Mehr im Hinblick auf den Ausgang der Saison ganz sicher nicht.

Hoffenheim empfängt Leverkusen, das kann richtig attraktiv werden. Außer, Bayer gönnt sich den nächsten Komplett- Absturz. Das ist ja immer wieder mal drin. Gewinnt die TSG, könnte sie Bayer im Rennen um die CL- Teilnahme schon ein wenig hinter sich lassen.

Köln und Mainz – auch da soll es angeblich für Kölns Kwasniok um den Job auf der Bank gehen. Hat er es mit seinen forschen Auftritten überzogen? Anfangs kam es ganz gut an, doch bei einer Sieglos- Serie fällt einem eh alles auf die Füße, was man vorher gemacht oder gesagt hat. So ist das Geschäft.

Hamburg kann Gladbach mit in den Abstiegskampf ziehen, gleiches gilt für Heidenheim in Wolfsburg. St. Pauli kann in Dortmund nur überraschen, der BVB die Punkte für die CL- Teilnahme mitnehmen. Gleiches versucht Stuttgart gegen Union, während Freiburg in Augsburg Punkte sammelt und erst irgendwann wissen dürfte, wofür.

In Liga 2 geht es eher um Fernduelle. Ansonsten sollte Hertha gegen Schalke gewinnen, angesichts von sechs Punkten Rckstand auf Platz 2. Und im Keller treffen Dresden und Fürth direkt aufeinander. Wer dort verliert, hat eine extrem schwere Rückrunde vor sich.

Zwischen Kaugummi und Flummi

Das Donnerstags-Spiel zwischen Augsburg und Union hielt über weite Strecken, was es versprach. Damit wäre über das 1:1 schon alles gesagt. Einen Sieger hatte es auch nicht verdient. Eher fragte man sich, weshalb nicht beide Mannschaften dort unten in der Tabelle stehen.

Und es zog sich ja noch ein wenig in die Länge, als gegen Ende der 1. Halbzeit Flummis auf den Rasen geworfen wurden. Groß genug, um drauf auszurutschen. Klein genug, so dass es wirklcih Mühe machte, sie alle wegzuräumen.

„Ihr zerstückelt die Spieltage, wir zerstückeln Eure Spielzeit“ stand auf einem Transparent, welches vom Unternehmens- TV der DFL schlecht zu ignorieren war. Die Botschaft ist schon klar. Und dass man am besten im Stadion protestiert, auch. Aber: die Vereine sind doch nun wirklich nicht in einer Opfer- Rolle. Sie profitieren ja mit davon, dass der Fußballimmer mehr ausgepresst wird.

Und stellen sich die Ultras mit dem „wir“ und „ihr“ nicht auch gegen ihren Verein, den sie doch stets so bedingungslos unterstützen und – egal, wo – jegliche Kritik niederschreien? Worum also geht es wirklich? Wären sie konsequent, würden sie diesen Spielen fernbleiben. Aber dann fehlt ja wieder die Bühne. – Übrigens gibt es in Augsburg auch Sturmhauben in Vereinsfarben, für die Modeinteressierten unter Euch.

Beide Mannschaften sieht man – das entsprechende Abo vorausgesetzt – erst am Sonntag wieder. Das ist das Positive an solch einem Donnerstags- Spiel. Das muss auch mal erwähnt werden.

Am Abend geht die Rückrunde dann los mit dem Spiel zwischen Werder und Frankfurt. Und beide fragen sich, wer denn für Tore sorgen soll. Wacklige Abwehrreihen haben beide, aber der Gegner jeweils kein treffsicheres Personal. Bremen könnte sich mit einem Sieg Luft nach unten verschaffen, Frankfurt ebenso. Anderenfalls droht übers Wochenende das Abrutschen ins Mittelfeld.

Liga 2 legt los mit Abstiegskampf zwischen Düsseldorf und Bielefeld, Sechzehnter gegen Vierzehnter. Parallel spielen der Dreizehnte Braunschweig und der Fünfzehnte aus Magdeburg gegeneinander. Die vier Mannschaften liegen drei Punkte auseinander, da kommt also gleich zum Rückrundenstart ein wenig Bewegung rein.

Ein Geniestreich und was noch?

Das war schon chic, wie der Gnabry da den Ball drückte und dessen Sprungverhalten ausnutzte, um die Kugel über Kölns Keeper Schwäbe zu bugsieren. Geniestreich nennt man das wohl – und mit diesem Treffer drehten die Bayern dann die Partie beim FC.

Und trotz der Kölner Führung dachte man stets, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Münchener das Ding auf ihre Seite bringen. So ist das halt mit einer konkurrenzlosen Mannschaft in der Liga. 47 Punkte aus 17 Spielen und eine Tordifferenz von plus 53 – Glückwunsch.

Interessant war, dass Kölns Trainer Kwasniok diesmal El Mala von Beginn an brachte. Ist das auf seinem Mist gewachsen oder knickte er vor denen ein, die das Supertalent schon früher gefordert hatten? Namentlich Ultras und Präsidium, das bereits vom „Versilbern“ von El Mala gesprochen hatte. Dann musste er natürlich einem potentiellen Käufer vorspielen.

Was das nun für Kwasniok selbst heißt? So schlecht war der Auftritt seiner Mannschaft nun wirklich nicht. Dennoch sollte er nicht auch den Rückrunden- Auftakt verlieren, wenn es im Duell der Karnevals- Vereine gegen Mainz 05 geht. Sonst wird es eng für ihn und den FC.

Knapp war es für St. Pauli mit der Niederlage kurz vor Spielende in Wolfsburg. So bleibt man bei einem Nachholspiel weiterhin Sechzehnter, punktgleich mit Mainz und Heidenheim.

Leipzig gewann wie gewohnt gegen Freiburg und Gladbach holte sich bei der TSG Hoffenheim eine 1:5-Klatsche ab. Die Fohlen sind damit der Inbegriff für Mittelfeld und fehlende Konstanz. Haben aber wenigstens die Aussicht, sich am Wochenende von diesem Spiel zu erholen, denn ihre Partie in Hamburg ist austragungsgefährdet.

Der Knaller zwischen Augsburg und Union beendet dann am Abend die Hinrunde, von den drei Nachholern einmal abgesehen. Gab es Überraschungen? Positiv vielleicht Hoffenheim, wo sich die Mannschaft vom wilden Drumherum nicht in der Konzentration aufs Sportliche ablenken lässt. Negativ dann schon am ehesten Mainz, die ganz sicher nicht auf dem Plan haben, nächste Saison nach Lautern zu fahren. Aber noch können sie das ka abwenden.

Um die Plätze

Muss wohl mehr effizient als schön gewesen sein, was Vizemeister- Kandidat Dortmund da beim 3:0 gegen Bremen gezeigt hat. Aber der Guirassy trifft mal wieder, kam diesmal von der Bank. Und die Pfiffe zur Pause waren auch nach Abpfiff bald vergessen. Pflichtnummer eben.

Wesentlich schwungvoller war da die Nummer in Stuttgart, wo er VfB Frankfurt mit 3:2 besiegte und die Eintracht zwar wie bereits am Freitag eine schöne Story hat mit dem ersten Treffer eines Neuzugangs, diesmal aber komplett leer ausgeht. Doch wenn man jedes Mal drei Gegentore kassiert, wird es schwer zu punkten. Ein Zähler aus den ersten beiden Spielen- ist das schon ein Fehlstart oder schaut man eher auf den Auftritt an sich? Freitag geht es nach Bremen, vielleicht klappt da ja was.

Stuttgart macht sich auf Richtung CL- Teilnahme, am Abend kann Leipzig folgen mit einem Sieg gegen Freiburg. Gegen diesen Gegner verlieren sie irgendwie (fast) nie. Ob es deshalb ein Selbstläufer wird?

Mainz erarbeitet sich gegen Heidenheim einen 2:1- Erfolg und überholt den Gegner. Konkurrent St. Pauli spielt am frühen Abend in Wolfsburg und will den VW- Ableger mit in den Abstiegskampf ziehen. VfL- Trainer Bauer hat beim 1:8 in München übrigens das Defensiv- Verhalten als Knackpunkt identifiziert… Klasse Analyse!

Fegt Bayern ähnlich über Köln hinweg wie über Wolfsburg? Dann dürfte die Stimmung gegenüber FC- Trainer Kwasniok wohl endgültig kippen. Schon im Vorfeld hat der Vorstand den Kontakt zu den Ultras gesucht. Schade, dass sich manche Vereine einfach nicht entblöden, diesen Gruppen die „Macht“ im Stadion auch noch auf dem Silbertablett zu servieren. Schauen wir mal, ob Ruhe die oberste Bürgerpflicht auf den Rängen sein wird.

Die Rückkehr von Gladbachs Trainer Polanski nach Hoffenheim geht da fst schon unter. Auch, dass die TSG Nutznießer des Spieltags werden kann im Rangeln um die internationalen Plätze. Wer hätte gedacht, dass das österreichische Modell in Sinsheim noch Bestand haben würde trotz aller Nebenbaustellen in dem Laden?

Schnellsch(l)uß und Siegpflicht

Täusche ich mich eigentlich, oder war der Wechsel von Xabi Alonso nach Madrid länger vorbereitet worden als seine Amtszeit dort am Ende gedauert hat? Nach dem verlorenen Supercup- Endspiel gegen Flickhansis Barca war Feierabend bei Real. Das ging schnell.

Und nun schaut der eine oder andere noch ein wenig mehr auf Leverkusen. Die hatten gerade mal wieder einen dieser Auftritte, anhanddessen man nicht auf ihren Tabellenplatz rückschließen kann. Ein Debakel gegen Stuttgart und heute Abend geht es zum HSV, Der sollte seinerseits tunlichst nicht unten reinrutschen in der Tabelle. Hat schließlich genug um die Ohren mit dem Nebenschauplatz Kuntz.

Hamburg darf also vorlegen im unteren Tabellendrittel am letzten Spieltag der Hinrunde. Die beiden Mannschaften auf den Abstiegsrängen, Mainz und Heidenheim, treffen zeitgleich aufeinander. Die drei Unentschieden bringen die 05er nicht voran, das merken sie selbst. Insofern besteht schon Siegpflicht für den Karnevalsverein. Nebenbei würde Mainz auf Platz 16 übernachten. Heidenheim wäre mit einem Dreier auf Rang 15 und würde Augsburg vor deren Spiel gegen Berlin gehörig unter Druck setzen.

Weiter oben kann Dortmund gegen Werder für sein Ziel Vizemeisterschaft punkten, während sich Stuttgart und Frankfurt gegenseitig die Zähler wegnehmen können. Und ob das 3:3 der Eintracht gegen den BVB bei einer Niederlage in Stuttgart immer noch so positiv gesehen wird?

Gestreckt und durchgezogen

Womit haben die Kollegen von der Sportschau eigentlich am Samstag die Sendung gestreckt angesichts zweier Spielausfälle? Mit Bildern aus dem alten Jahr zur „Einstimmung“? Oder etwa mit anderem Sport als Fußball?

Ein Bayern- Spiel hätte da schon weiter geholfen, doch auch DAZN will ja mal Tore zeigen. Pech also. Noch mehr aber für die Wolfsburger und ihren noch neuen Trainer Bauer. 8:1 drehen die Münchener nach der Pause so richtig auf.

Die Höhe des Ergebnisses spielt für die Tabelle keine Rolle, für die Meisterfrage ohnehin nicht. Und doch ist es bemerkenswert, dass da eben nicht mit dem Verweis auf die englische Woche nach zwei Toren Vorsprung nur noch verwaltet und der Abpfiff abgewartet wird. Die ziehen’s einfach durch – für ihre Fans sicherlich eine tolle Sache. Und hey, dort unter die Räder zu kommen, das kann halt mal passieren.

Mehr Gedanken muss sich da sicherlich Bayer Leverkusen machen. Mal wieder ein Systemabsturz. 0:4 zur Halbzeit gegen Stuttgart, das auch noch ein oder zwei Tore hätte nachlegen können. Trotz des Ehrentreffers verließen Viele das Stadion schon vorzeitig. Gab ja auch nichts zu sehen.

Am Tabellenende spielen Heidenheim und Mainz nur Unentschieden. Augsburg und Wolfsburg verlieren und lassen das Bild dadurch eng erscheinen. Ob St. Pauli gegen Leipzig gepunktet hätte, sei mal dahingestellt. So kann man sich die Lage noch ein wenig schöngucken am Millerntor.

Kaltstart

Ebnoutalib, der Neue aus Elversberg, schrieb dann wohl die Geschichte des Abends, traf bei seinem ersten Spiel für Eintracht Frankfurt zum 2:2 beim 3:3 gegen Dortmund. Es war aber auch insgesamt ein gut anzuschauendes erstes Bundesliga- Spiel des neuen Jahres.

Und huch, das ist ja erst der sechzehnte Spieltag, der da eröffnet wurde. Die englische Woche folgt und erst am nächsten Freitag beginnt die Rückrunde.

Wobei Werder, Hoffenheim, Pauli und Leipzig schneebedingt noch ein paar Tage länger Winterpause haben. Die Spielabsagen sind sowohl vernünftig als sie auch zeigen, dass man eben nicht immer den Zufall minimieren kann im modernen Fußball. Irgendwelche Nachholtermine werden sich schon finden, die am Ende vielleicht sogar die Zuschauerzahl bei den Einzelspielen erhöhen.

Das Topspiel des Abends wird hoffentlich wirklich eines: Leverkusen empfängt Stuttgart. Ein wenig gallig ging es da in den letzten Jahren des öfteren zu. Und rasanten Fußball gab es dazu in der Regel auch.

Nachmittags wird es vielleicht ein wenig wehmütig, wenn Urs Fischer mit seinen neuen Mainzern beim alten Verein Union Berlin auftaucht. Auf eine Verabschiedung will er wohl verzichten – klar, nach zwei Jahren wirkt das auch seltsam. Und Zeit war ja seither ausreichend. Also hätten beide Seiten gewollt, da wäre sicherlich was gegangen.

So aber muss Mainz sich darauf konzentrieren, gleich zum Kaltstart zu punkten. Keller- Konkurrent Heidenheim spielt zeitgleich gegen Köln. Wird auch nicht einfach, für die Rheinländer genauso wenig. Denn abzurutschen, das geht schnell.

Freiburg und Hamburg treffen sich zum Mittelfeld- Duell, am Sonntag dann Gladbach und Augsburg. Bayern gegen Wolfsburg scheint eine klare Sache zu sein. So klar, dass man sich bei den Münchnern sicherlich um ein paar Nebenbaustellen wird kümmern können.

Und los geht’s

Auch wenn keine Tore fielen zwischen Arsenal und Liverpool – übrigens das einzige Spiel, das ich mir während der Winterpause der Bundesliga gegeben habe – war es sehenswert. Weil Arsenal zeigte, warum sie derzeit in England das Maß aller Dinge sind. Ließen Liverpool zwanzig Minuten lang kaum aus deren Strafraum kommen und das will schon was heißen. Nur dort brachten sie dann kaum hundertprozentige Chancen zustande.

Ob das Free-TV- Spiel zum Rückrunden- Start (SAT 1) zwischen Frankfurt und Dortmund ähnlich sehenswert wird? Von den Voraussetzungen ganz sicherlich, auch wenn es so scheint, als würden der Eintracht mehr wichtige Leute fehlen als dem BVB.

Gespannt bin ich auf Ebnoutalib, der aus Elversberg nach Frankfurt wechselte, gleich in der Startelf stehen soll. Ob er so einschlagen wird wie man es sich wünscht? Burkart gilt es immerhin zu ersetzen. Apropos Ersatz: Im Tor soll wohl wieder Kaua Santos stehen, Zetterer auf die Bank gehen.

Frankfurt könnte mit einem Sieg den Kmapf um die internationalen Plätze anfeuern, Dortmund im Rennen um die Vize- Meisterschaft vorlegen und abwarten, was am Samstagabend Leverkusen und Stuttgart auf die Ketten kriegen.