Es ist schon so, dass ich seinerzeit irgendwann ahnte, dass ich psychische Probleme hatte, aber durch meine Umwelt und nicht zuletzt auch durch Medien so sehr mit Vorurteilen und nicht zuletzt auch mit einer Angst vor der Psychiatrie angefüttert worden war, dass es für mich unmöglich war mir dort Hilfe zu suchen. Bei mir musste der seelische Zustand erst so unerträglich werden, dass ich mir selbst nach dem Leben trachtete. Heute für mich dumm und nicht nachzuvollziehen. Doch das Gute an diesem Extrem war, dass ich ab dem Zeitpunkt Hilfe bekam. Sofort. Denn es wurde bei mir anhand der geschilderten Symptome eine Krankheit erkannt, die sich mit Medikamenten und angepasster Lebensweise bei mir im Zaum halten lässt.
Doch damit verbunden war auch ein jahrelanger Lernprozess. Ich saugte auch neben der therapeutischen Betreuung förmlich alle Informationen zu der Erkrankung und psychologischen Themen auf, die ich bekommen konnte. Allmählich setzten sich die Puzzleteilchen zusammen. Es waren Veränderungen und Weiterentwicklungen nötig, aber auch so manches musste beendet werden damit ich ein Leben führen kann, das sich nicht nur irgendwie aushalten lässt, sondern sich darüber hinaus auch schön und überaus lebendig anfühlen kann.
Wenn ich heute von jemandem erfahre, dass eine Therapie begonnen wurde, dann freue mich darüber, auch wenn ich erahne, welcher Leidensdruck dem vermutlich vorausgegangen ist. Aber wenn man in der Therapie bereit ist zu lernen und sich dabei auch auf neue Erfahrungen und Veränderungen einlässt, besteht zumindest die Möglichkeit, dass man wieder Einfluss auf sein Leben nehmen kann.
Ich drücke euch die Daumen, dass ihr die Hilfe findet, die ihr braucht!
Vielleicht kann euch dabei dieses YouTube-Video von Psychologeek ein wenig helfen:
