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Das Bild zu meinem Türchen im Adventüdenadventskalender.
17 Mittwoch Dez 2025
Posted in Allerlei
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Das Bild zu meinem Türchen im Adventüdenadventskalender.
17 Mittwoch Dez 2025
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01 Samstag Nov 2025
„Guten Morgen, bin ich richtig bei Gastrogauner?“
„Das kommt darauf an.“
„Worauf?“
„Darauf, wer Sie sind.“
„Ich möchte ich mich vorerst bedeckt halten.“
„Natürlich. Wie sind Sie auf uns gekommen?“
„Auf Empfehlung.“
„Und von wem?“
„Die Dame ist auf ihre Privatsphäre bedacht. Ich soll ausrichten: psychodelisches Scherbengericht.“
„Oh, wie schön. Ich habe ein Bild vor Augen. Flaschen bersten im Weinkeller? Zur Überraschung eines Herren mit schlechten Umgangsformen?“
„Das wird es sein.“
„So ein schönes Ereignis. Aromatisch und farbenfroh.“
„Meine Bekannte war begeistert.“
„Sie möchten etwas Ähnliches in Auftrag geben?“
„Ich denke an eine vorweihnachtliche Überraschung. Eine Adventsfeier der explosiven Art sozusagen.“
„Das könnte in unser Portfolio passen.“
„Wunderbar. Wie gesagt, Sie wurden mir wärmstens empfohlen. Und wie würde das Prozedere …?“
„Wenn Sie sich für uns entscheiden, schicken Sie eine Kurznachricht an diese Nummer. In Ihrem Fall sollte darin stehen: Advent, Advent.“
„Ah. Und dann?“
„Wir schicken Ihnen einen Link zum Buchungsportal für die weiteren Details. Diskret im Darknet. Niemand wird Sie mit unserer Leistung in Verbindung bringen. Sie bestellen ein Paket, sagen wir, feurige Lebkuchen. Nach der Feier schicken wir Ihnen einen Pressespiegel.“
„Das klingt ansprechend. Man will sich nicht in den Vordergrund drängen.“
„Natürlich. Wir operieren seriös und dezent.“
„Muss ich noch etwas wissen?“
„Vor Auftragsannahme interessiert uns der Hintergrund der Festveranstaltung. Wir arbeiten ausschließlich für Kundschaft mit einem überzeugenden Motiv. Unser Geschäftsmodell ist ausgleichende Gerechtigkeit.“
„Lobenswert. Zur Motivation: Dieser Lump hat mich …“
„Werter Herr, wir klären solche Details vertraulich im Buchungsportal. Sie erfahren dann auf einen Klick, ob wir uns Ihrer Sache annehmen möchten.“
„Sie hören von mir.“
„Das würde uns freuen. Eine Bitte vorab: Hinterlassen Sie nach erfolgreicher Transaktion eine anonyme Bewertung in unserem Portal. Unser guter Leumund ist unser Kapital.“
„Selbstverständlich.“
„Dann verbleibe ich mit besten Grüßen und wünsche schon jetzt einen schönen Advent.“
Dies ist eine ABC-Etüde. Drei Wörter mussten in einen Text von maximal 300 Wörtern eingefügt werden. Die Worte für Oktober 2025 spendierte Ludwig Zeidler. Sie lauten: Gastrogauner, psychedelisch und bersten.
Christiane stellt auf ihrem Blog “Irgendwas ist immer” regelmäßig eine neue Schreibaufgabe: Sie präsentiert eine Wortspende, die in einen Text zu integrieren ist, und sammelt die entstandenen ABC-Etüden. Ein vergnügliches Spiel, offen für alle, die Lust darauf haben.
Herzlichen Dank für die Worte, Ludwig, und für die Einladung zum Schreiben, liebe Christiane!
06 Mittwoch Aug 2025
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Zu Ostern gab es beim Texttreff,- dem Netzwerk wortstarker Frauen ein „Blog-Hoppeln“, bei dem wir uns gegenseitig Blogbeiträge schenkten. Ich zog das Blog „Ferngeweht“ von Sabine Olschner, für das ich über das Radfahren über Land schrieb. Der Beitrag ist vor Kurzem erschienen bzw. hinterher gehoppelt. Vielen Dank, dass ich zu Gast sein durfte!
Hier geht es zu meinem Beitrag bei ferngeweht:
11 Freitag Jul 2025
Es ging ihr gut. Keine dramatischen Vorfälle, keine unerwarteten Betriebskostenabrechnungen, keine aggressiven Wadenbeißer in Sicht, selbst nicht bei der Arbeit. Hätte sie jemand gefragt, sie hätte nicht gewusst, worüber sie sich beschweren sollte. Also seufzte sie im Stillen.
Ihr Leben plätscherte dahin. Sie absolvierte die Wochen wie Kilometermarken bei einem Dauerlauf. Wenn sie zurückblickte auf die letzte Zeit, hatte sie Krisen bewältigt, Streits beigelegt und Aufgaben erfolgreich zu Ende gebracht. Sie hatte spannende Bücher gelesen, gute Filme gesehen und ein paar anregende Gespräche geführt. Sie konnte zufrieden sein. Sie sollte zufrieden sein.
Das Leben ist nicht dazu da, Spaß zu haben, hatte ihr Vater gesagt. Sie hatte ihm vehement widersprochen. Doch jetzt fühlte sich ihr Leben nicht nach Spaß an, nicht nach Begeisterung. Es war ok. Ok, wie ein Bad im lauwarmen Wasser, das Herz und Haut schonte und den Reinigungseffekt vollkommen erfüllte.
Hätte sie jemand gefragt, sie hätte ein leidenschaftliches Plädoyer für das heiße Bad gehalten. Es ging darum, das Leben mit Händen zu greifen, es auszukosten und zu erkunden. Das hätte sie gesagt. Doch saß sie im lauwarmen Wasser und betrachtete ihre verschrumpelnden Fingerkuppen.
Nur metaphorisch natürlich, erinnerte sie sich. Nicht einmal ihre existentiellen Krisen zelebrierte sie angemessen. Sie saß im Sessel und sinnierte bei einer Tasse Yogitee. Würde sie in zehn Jahren immer noch hier sitzen und beobachten, wie die Tage verstrichen?
Sie wollte ausbrechen oder, um im Bild zu bleiben, aus der Wanne steigen. Sie wollte, dass ihr Leben mehr war als ein stufenloses Altern. Es fehlte ihr nicht an Mut und Entschlossenheit, nur am Elan und an der Hoffnung. Vielleicht sollte sie für den Anfang ein wenig heißes Wasser zulaufen lassen, dachte sie.
Sie würde darüber nachdenken.
Dies ist eine verspätete ABC-Etüde. Drei Wörter mussten in einen Text von maximal 300 Wörtern eingefügt werden. Die Wörter für Juni 2025 wurden von Myriade und ihrem Blog la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée gespendet. Sie lauten Begeisterung, lauwarm und greifen.
Christiane stellt auf ihrem Blog “Irgendwas ist immer” regelmäßig eine neue Schreibaufgabe: Sie präsentiert eine Wortspende, die in einen Text zu integrieren ist, und sammelt die entstandenen ABC-Etüden. Ein vergnügliches Spiel, offen für alle, die Lust darauf haben.
Ich war irgendwie raus aus dem Etüdenfluss, wollte aber wenigstens als Nachzüglerin wieder einsteigen.
Herzlichen Dank für die Worte, Myriade, und für die Einladung zum Schreiben, liebe Christiane!