Tweets Numero m+88 //3305

Die folgenden fifty Tweets habe ich zwischen dem 31. Mai und dem 14. Juni 2025 verfasst.

Verhörer des Tages: T-Rex statt Tierrechts[organisation]
Kommentarstatistik: 51900 Kommentare auf meinem breakpoint-Blog
#Kaffee ist ja auch unglaublich teuer geworden. Ich habe bisher schon den Kaffee nicht besonders stark getrunken. In den letzten Wochen habe ich die Dosierung noch einmal halbiert. Geht auch.
Verleser des Tages: gesetzliche statt gesetzte [Frist]
Prärentner auf Fahrt //3212 Dreitausendzweihundertzwölf
Habe mich doch erweichen lassen, mit ein paar Mitarbeitern auf den #Berch zu gehen. Juniorchef war auch dabei.
+“Ist er integer?“ – „Er ist Single.“ Softies kugeln sich vor Lachen, die anderen haben den Witz nicht verstanden.
+Als ich (mit JC) das Gelände nach fast anderthalb Stunden verlassen habe, grabscht mich doch so ein (vermutlich angetrunkener) Hobby-Senologe an.
Das Verhalten realer Systeme ist nicht monokausal, sondern es gibt etliche Einflussgrößen, oftmals sogar nicht-linear oder miteinander gekoppelt. Wir Physiker scheitern ja bereits an der Dynamik dreier Körper, die sich gegenseitig beeinflussen.
Verschreiber des Tages: Reisbusen statt Reisebussen
Kriege in letzter Zeit immer wieder unangeforderte Mails, bei denen ein Personalvermittler mir irgendwelche angeblichen IT-Fachkräfte aufdrängen will. Würde ich normalerweise unbesehen löschen, aber ich werde persönlich angeschrieben. Mich ärgern besonders die großen Anhänge.
Verleser des Tages: Zähne statt Zäune
Tweets Numero m+72 //3211 Dreitausendzweihundertelf
Kein Land und keine Religion sind es wert, dafür Leben zu opfern.
Verleser des Tages: Anbieter statt Arbeiter
Warum haben politische Fehlentscheidungen, die schwerwiegenden Schaden angerichtet haben, so gar keine Konsequenzen für die Verantwortlichen?
Verhörer des Tages: One-Night-Stand statt „One last dance“
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. #Mittagsmenü: Heute wird gegrillt. Dazu gibt es bunten Kartoffelsalat und Chinakohl-Salat. Als Nachtisch ist Eis vorgesehen.
Verleser des Tages: [pürierten] Erbsen statt Erdbeeren
Es ist 22:27 Uhr. „Du gehst schon ins Bett?“ – „Ja, es ist ja schon fast 11 Uhr.“ – „Es ist doch gerade erst 10 Uhr durch.“ #Zeit ist #relativ.
Wie [k]ein Tatzenkäfer //3210 Dreitausendzweihundertzehn
Eigentlich wollte der Chef heute grillen. Aber aufgrund des Wetters haben wir das auf morgen verschoben. Deshalb gibt es heute als #Mittagsmenü Forelle in Wurzelgemüse und Buttersauce mit Gemüsereis und gemischtem Salat. Als Nachtisch wie geplant Rhabarberquark.
Verleser des Tages: lebensgroß statt lebensfroh
?a*b?ck hat hier einen Scherbenhaufen hinterlassen und setzt sich jetzt auf einen lukrativen Posten in die USA ab.
Verschreiber des Tages: Ballon statt Balkon
Politik ist, wenn jemand durch reine Berufung zum Experten für ein spezielles Thema ernannt wird, ohne davon überhaupt Kenntnisse haben zu müssen.
Verleser des Tages: Algerien statt Allergien
Ausgiebiger Morgenritt auf meinem Hengst.
Verhörer des Tages: Rahmen statt Ramen
Sechste #Zecke2025: schon wieder linke Kniekehle
Warum – verflixt! – kann ich nicht auf meinen Server zugreifen?
Hab doch mal erwähnt, dass ich jemanden, dessen Tweets mir immer wieder in die TL gespült werden, persönlich kenne. IRL ist er ein ziemlicher Chaot, aber seine Tweets sind erstaunlich durchdacht, ausgewogen und nuanciert. Hätte ich so nicht erwartet.
Verleser des Tages: Grok statt Glück
Offertenausschlag //3209 Dreitausendzweihundertneun
Neulich einen Mann im Kilt in der S-Bahn gesehen. Ja, Röcke sind schon praktisch.
Verleser des Tages: erratum statt erraten
Das angekündigte Extremunwetter stellte sich heraus als ein bis zwei Stunden andauernder milder Regen.
Verschreiber des Tages: blank statt black
Na, wenn das mal nicht wieder der heißeste Juni seit 100 Billionen Jahren wird!
Verleser des Tages: Besitzer statt Beisitzer
Suchbegriffe Numero n+29 //3208 Dreitausendzweihundertacht
Manchmal gelingt mir eine Formulierung so gut. Die könnte glatt von einer KI stammen.
Verhörer des Tages: Armbanduhr statt Armatur
Verleser des Tages: Genderwahn statt Größenwahn
Bibalia //3207 Dreitausendzweihundertsieben
Klar gibt es Funktionen, die aus Ungleichem Gleiches machen. Aber da geht immer Information verloren. Und bei der Umkehrung ist dann mindestens eine Fallunterscheidung erforderlich.
Verleser des Tages: Drogenaufnahme statt Drohnenaufnahme
#Mittagsmenü: Nürnbergerle, Sauerkraut, Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln, Rettichsalat #Frankenfood. Eis oder Bananenshake als Nachtisch.
Verschreiber des Tages: typsicher statt typischer
Dieses Jahr sind so viele Motorräder unterwegs. In den letzten Jahren waren sie nur eine seltene Randerscheinung. Heuer brummt und knattert mindestens alle halbe Stunde so ein motorisiertes Zweirad lautstark an einem vorbei.

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Thermische Annemalie //3304

Eigentlich hätten wir im Januar uns noch gerne ein (evtll. verlängertes) Wochenende in einem Spahotel gegönnt. Leider konnten wir uns das aus terminlichen Gründen nicht einrichten. Immerhin hat es für einen Tag in der Therme gereicht. Ursprünglich wollten wir an einem anderen Tag fahren, aber da hätten wir niemanden gefunden, der auf Johannes aufpasst, nachdem der Kindergarten am Spätnachmittag schließt. So mussten wir ein wenig umdisponieren und den Tag so legen, dass Sonja Zeit hatte.

Am Morgen kam uns unerwartet etwas Dringendes dazwischen. Fast hätten wir den Ausflug ganz abblasen müssen. Schließlich konnten wir doch noch weg, aber erst anderthalb Stunden später, als ursprünglich geplant.
Insgesamt wurde es ein unbeschwerter und entspannter Tag, den wir uns auch nicht von ein paar geringfügigen Misslichkeiten verderben ließen.

In Erinnerung an frühere Besuche, bei denen es mir sehr unangenehm gewesen war, meinen nassen und kalten Bikini beim Verlassen des Saunabereiches wieder anzuziehen oder auch mit nassen Sachen herumzulaufen, wollte ich mir einen zweiten Bikini einpacken, für den Fall, dass ich nicht gleich wieder ins Wasser will.
Als wir uns in der Therme angekommen, im Umkleidebereich auszogen, musste ich jedoch feststellen, dass ich das Bikinihöschen des einen Bikinis wohl daheim vergessen hatte. Das Oberteil war da. Es blieb mir nichts anderes übrig, als doch den Bikini, der eigentlich trocken bleiben sollte, ins Wasser anzuziehen.
Durch das Suchen meines Bikinihöschens hatte ich länger gebraucht, um mich umzuziehen. Carsten war deshalb schon ins Bewegungsbecken vorangegangen, wo um diese Zeit gerade einmal nichts los war.
Er sah mich kommen, und meinte dann, als ich wieder bei ihm war, dass ich ja so ein „heißes Weib“ sei. Es haue ihn immer wieder um, wenn er mich (fast) nackt sähe.

In einem der Becken gibt es eine Reihe mit Massagedüsen. Als wir angekommen waren, war dieses Becken gerade durch Wassergymnastik oder ähnliches belegt. Als wir das nächste Mal vorbeikamen, schon wieder.
Später jedoch ergab sich die Gelegenheit und ich stellte mich in der Schlange an. Die zwei ersten Düsen waren mir zu niedrig. Die dritte hätte schon passend sein müssen. Aber als ich endlich davorstand, kam kein Massagestrahl heraus. Erst dachte ich, sie sei kaputt. Aber offenbar waren die anderen Düsen auch nicht mehr in Betrieb. Jemand musste sie ausgeschaltet haben. Wie sich herausstellte, begann wieder eine Runde Wassergymnastik und währenddessen liefen die Düsen wohl nicht.

Zweimal war ich draußen im Sportschwimmbecken und schwamm jeweils zwei Bahnen, bis es mir zu kalt wurde. Die erste Bahn hatte ich gegen die Sonne geschwommen. Da das Wasser verdampfte, sah ich kaum, wo ich hinschwamm, denn das Sonnenlicht wurde wie im Nebel an den kleinen kondensierten Wassertröpfchen gestreut. Immerhin war es für Januar recht mild.
Im Saunabereich entdeckten wir einen neuen Ruheraum mit einer Art Liegeschaukeln.
Meine Theorie, dass man die meisten Leute gar nicht nackt sehen will, wurde wieder mal bestätigt. Manchmal bin ich schon froh darüber, kein eidetisches Gedächtnis zu haben. So kann sich so mancher Anblick eben nicht in meine Erinnerung einbrennen.
Das abschließende Duschen, Anziehen und Föhnen liefen problemlos ab.

Abends trafen wir uns noch zum Essen in einem Restaurant mit Sonja, die Johannes mitbrachte. Er sei mustergültig brav gewesen, aber so wissbegierig, dass er einem ein Loch in den Bauch fragt.

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Rückblick 2. Halbjahr 2025 //3303

Heute fasse ich noch einmal kurz zusammen, was in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres passiert ist.

Ulrich, unser langjähriger Leiter der (Geräte-)Entwicklung verabschiedete sich in den Ruhestand.
Eine spezifische Erweiterung eines Branchenstandards kostete mich insgesamt viel Zeit und einige Nerven, ist aber inzwischen erfolgreich abgeschlossen.
In den Schulferien besuchten uns meine Stieftochter Verena mit ihren Kindern Sophie und Niklas, sowie mein Neffe David.
Bald darauf verreisten Carsten, Johannes und ich zu einer mediterranen Insel, wo wir einen schönen Strandurlaub genossen.
Als Johannes Geburtstag hatte, durfte er diesen mit zwei Freunden im Tiergarten feiern.
Das Jahr endete mit einem Besuch meiner Stieftochter Fiona und ihrem Sohn Kim, die noch Verstärkung durch Frau Hilflo-Seerbin bekamen.

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1000 Fragen 849..864 //3302

Dann mache ich mal weiter und beantworte wieder einige der 1000 Fragen.

849. Könnten sich Menschen ändern? (655)
Menschen ändern sich ständig. Man sollte von ihnen keine Beständigkeit oder Kontinuität erwarten.

850. Wie oft lackierst du dir die Nägel? (415)
In meiner Jugend habe ich das alle paar Wochen mal gemacht, aber bereits seit Jahrzehnten überhaupt nicht mehr.

851. Was schiebst du zu häufig auf? (282)
Die Wohnung zu putzen.

852. Zu wem hast du blindes Vertrauen? (993)
Zu niemandem.

853. Was bedeutet Freundschaft für dich? (556)
Erst in schlechten Zeiten lässt sich erkennen, wer tatsächlich ein wahrer Freund ist.

854. Wirst du am meisten jünger oder älter geschätzt? (612)
Deutlich jünger.

855. Ist jeder Tag ein neuer Anfang? (631)
Offensichtlich.

856. Hattest du schon mal ein Blind Date? (935)
Ja, einige.

857. Was musst du endlich wegwerfen? (505)
Muss ich gar nicht.

858. Welcher Geruch erinnert dich sofort an früher? (728)
So richtig fällt mir nichts ein. Am ehesten vielleicht noch der Geruch von frisch gekochten Bohnen oder Mangold.

859. Was ist dein Traumberuf? (133)
Hauptsache, 'was mit Zahlen und ohne Menschen.

860. Wie kumpelhaft bist du? (420)
Kommt drauf an.

861. Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? (5)
Selbstverständlich, deshalb mache ich das auch nicht.

862. Mit wem hattest du vor Kurzem ein gutes Gespräch? (444)
Mit meinem Mann. Wir finden immer wieder interessante Gesprächsthemen.

863. Hast du schon mal jemanden zum Weinen gebracht? (686)
Nicht, dass ich wüsste.

864. Folgst du eher deinem Herzen oder deinem Verstand? (352)
Die Richtung muss sich ja nicht unbedingt unterscheiden. Normalerweise gibt es da keinen Widerspruch. Aber falls doch, selbstverständlich letzteres.

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Der lange Weg zur Urlaubsentscheidungsreife //3301

Bis zum Urlaub ist es noch weit. In der Vergangenheit haben wir unseren Sommerurlaub manchmal schon frühzeitig gebucht, in anderen Jahren erst kurzfristig. Nach aller Erfahrung ist es durchaus zweckmäßig, den Urlaub schon bald festzulegen, und die geschäftlichen Termine eben außenherum zu legen. Es schadet zumindest nichts, mich schon mal umzuschauen und zu informieren.
Der Urlaub soll irgendwann im August stattfinden. Wir wollen irgendwohin, wo wir noch nicht (in der Nähe) waren. Die Reise soll nicht zu lange dauern, insbesondere will ich einen Direktflug vom nächstgelegenen Flughafen aus. Carsten möchte einen anderen Reiseveranstalter als letztes Jahr, weil er mit diesem aus Gründen nicht wirklich zufrieden war. Johannes wegen können wir leider kein Erwachsenenhotel buchen. Als „Nichtraucherhotels“ bezeichnen sich eigentlich sowieso ziemlich alle, wobei sich das leider nur auf die Innenbereiche bezieht.

Ich recherchierte also ein wenig und tendierte danach eindeutig zu einem bestimmten Ziel. Blieb nur noch die Auswahl des Hotels.
Ich gab in die Suchmaske (bei zwei oder drei Anbietern) meine wichtigsten Kriterien ein: All-Inclusive, Hotel direkt am Sandstrand, was die anfangs unüberschaubare Trefferanzahl auf eine Handvoll Hotels reduzierte. Mindestens ein Pool und WLAN sind sowieso Standard.
Ich schaute mir die Lage und weitere Details der Hotels an, und begrenzte dabei die Auswahl auf zwei oder drei Favoriten.
Dabei fiel mir auf, dass sich zwei der Hotels (anbieterübergreifend) preislich erheblich unterscheiden, obwohl ich keinen wesentlichen Unterschied zwischen beiden sehe, zumindest keinen, der für mich von Bedeutung wäre.
Ich stehe jetzt vor der Wahl zwischen einem guten, günstigen Hotel und einem zweitem, das vielleicht (je nach Gewichtung) geringfügig besser, aber auch deutlich teurer ist. Ist dieser Preisunterschied gerechtfertigt? So richtig erkennt man das meistens erst dann, wenn man die Kiste bereits geöffnet hat (eigentlich nur eine der beiden Kisten).

Um möglicherweise eine bessere Entscheidungsgrundlage zu finden, schaute ich mir die Bewertungen an. Dabei stellte ich (wieder mal) fest, dass andere Leute teilweise völlig andere Kriterien haben und Schwerpunkte setzen. Insbesondere negative Bewertungen können aussagekräftig sein.
Jemand kritisierte, dass das Buffet zu wenig Auswahl bei laktose- und glutenfreien Speisen hatte, und bewertete das Hotel deswegen schlecht. Das kratzt mich überhaupt nicht.
Einer beklagte sich, dass das Hotel schlecht für Raucher sei. Er sei beim Rauchen immer schief angeschaut worden. Deswegen vergab er nur einen Stern. Schlecht für Raucher ist gut für Nichtraucher. Das spricht für das Hotel.
Jemand beschwerte sich, es sei überhaupt nichts los dort. Fein. Dann ist es wenigstens ruhig.
Das Essen sei zu schwach gewürzt gewesen. Probleme haben die Leute. Das ist doch besser als zu stark gewürzt. Nachwürzen kann man immer noch, sollte es tatsächlich zu fade schmecken.
Das sei Hotel zu groß und unübersichtlich. Tendenziell ziehe ich größere Hotels vor, weil sie meist eine signifikant bessere Ausstattung haben. Ein großes Hotel kann eine viel größere, vielfältige Auswahl am Buffet bieten.
Das Meer sei zu laut, auch nachts. Tja – das ist halt so, wenn man in Strandnähe logiert. Wen das stört, der sollte eben ein Hotel weiter im Landesinneren wählen. Dass das Meer aber auch so überhaupt keine Rücksicht nimmt!
Die Zimmer seien teilweise nicht sauber. Wenn sich solche Aussagen häufen, wäre das bedenklich. Solange es sich jedoch um eine Einzelmeinung handelt, kann man es ignorieren.
Die Zimmer hätten keine Klimaanlage, sondern nur einen Deckenventilator. Ist das überhaupt ein Nachteil? Letztes Jahr hatten Carsten und ich immer wieder Meinungsverschiedenheit über den Gebrauch der Klimaanlage. Ich neige dazu, das Fehlen einer solchen als Vorteil zu betrachten.
Das Personal spräche kaum deutsch. Das ist nun mal im Ausland meistens so. Solange man sich auf Englisch verständigen kann, ist es in Ordnung. Ein paar Brocken der Landessprache zu lernen, ist immer empfehlenswert.

Es gibt aber kaum etwas, was mich weniger interessiert, als ob die Bars nur bis 22 Uhr, 23 Uhr oder sogar bis 24 Uhr geöffnet haben.
Dagegen ist es mir persönlich wichtig, welche Cocktails in All-Inclusive inbegriffen sind. Da hatte ich in den letzten Jahren nicht immer Glück. In zwei Hotels war die Auswahl nur dürftig. Deshalb hätte ich das gerne vorher herausgefunden. Aber normalerweise steht die Cocktailkarte nicht online zur Verfügung. Höchstens ausnahmsweise steht so etwas manchmal in irgendwelchen Reiseforen. Da weiß man aber auch nicht, ob die Informationen überhaupt noch aktuell sind. Es scheint, dass diese Katze sich nicht in der Kiste, sondern im Sack befindet.

Zumindest aktuell sind KI-Bots noch keine ausschlaggebende Hilfe bei der Entscheidungsfindung. Das kann in ein oder zwei Jahren schon ganz anders sein.

Nachdem ich etliche Bewertungen gelesen habe, sowie Fotos angesehen, bin ich trotzdem noch nicht viel schlauer. Eines der beiden Hotels wird es voraussichtlich werden. Ich tendiere zum günstigeren, denn ich sehe wirklich nicht ein, welchen Mehrwert das teurere bieten würde. Ein paar kleinere Punkte sind dort vielleicht schon besser, aber nichts, was den Preisunterschied begründen könnte. Bestimmt sind wir mit dem anderen gut bedient. Oder sollen wir uns doch das minimal schönere leisten?
Ob uns das Hotel gefällt, wissen wir wirklich erst, wenn wir ein paar Tage dort sind. Ob uns das andere besser gefallen hätte, können wir gar nicht vergleichen. Bisher haben wir noch bei jedem Urlaub schöne Aspekt entdeckt, auch wenn andere eher enttäuschend waren. Deswegen wird es wohl das preiswertere werden. Warum sollen wir mehr Geld als nötig dafür ausgeben?

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Eiswasser //3300

Der Phasenübergang zwischen flüssigem Wasser und Eis ist bestimmt kein bedeutendes Thema, es hat mich in gewisser Weise aber immer fasziniert, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe. Vielleicht sollte ich noch vorausschicken, dass Normalbedingungen und quasistationäres Gleichgewicht bestehen sollen.

Wie stellen uns ein (oben offenes) Gefäß mit (destilliertem, reinem) Eiswasser vor. Dieses Eiswasser hat exakt die Temperatur null Grad Celsius (273.15 Kelvin über dem absoluten Nullpunkt). Wenn man das Gefäß erwärmt (d.h. Energie von außen zuführt), dann taut ein Teil des Eises auf. Erst wenn sämtliches Eis aufgetaut ist, kann sich die Temperatur wieder erhöhen. Andererseits friert mehr Eis, wenn man dem Gefäß Wärme entzieht. Erst wenn alles Wasser in Eis übergegangen ist, sinkt die Temperatur weiter.
Solange eine Mischung aus gefrorenem und flüssigem Wasser vorhanden ist, bleibt die Temperatur konstant auf 0°C. Zugefügte Energie löst die im Kristallgitter bestehende Bindung. Die thermische Energie der Wassermoleküle nimmt zu.

Im Gegensatz zu den allermeisten anderen Substanzen friert Wasser von oben nach unten zu. Dies hängt mit der Dichteanomalie des Wassers zusammen. Am schwersten ist Wasser bei 4°C. Dann sinkt es nach unten. Kälteres Wasser ist leichter und schwimmt oben, wo es dann anfängt zu gefrieren.
Dies hat zur Folge, dass Gewässer im Winter oft unter der Eisschicht noch flüssiges Wasser enthalten.
Die Wassermoleküle haben ein elektrisches Dipolmoment, so dass Van-der-Waals-Kräfte zwischen ihnen wirken. Es kommt zur Wasserstoffbrückenbindung, die letztendlich für die Dichteanomalie des Wassers ursächlich sind.

Umgekehrt taut Wasser von außen nach innen auf, weil sich zuerst die Oberfläche erwärmt.

Je höher die Temperatur, desto stärker die thermische Bewegung. Irgendwann überwiegt diese. Dann reichen die Van-der-Vaals-Kräfte nicht mehr aus, um die Flüssigkeit zusammenzuhalten, und sie beginnt zu verdampfen.

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Tweets Numero m+87 //3299

Endlich sind die Feiertage vorbei. Es kehrt wieder Routine ein. Heute wiederhole ich meine Tweets vom 14. bis 31. Mai 2025.

Verleser des Tages: Ehemann statt Einnahmen
„Welche Pizza gibt es heute Mittag?“ – „Schinken und Chicken.“ Unerwarteter #Zungenbrecher
Verhörer des Tages: cancelled statt gehänselt
Ausschweifende Texte, bei denen – von esoterischem Geschwafel und Selbstbeweihräucherung abgesehen – die Informationsdichte gegen null geht.
Verleser des Tages: Transhaus statt Traumhaus
Himmlische Fahrt //3206 Dreitausendzweihundertsechs
Werde keinen #Kaffee mehr beim Bäcker trinken. Nicht nur, dass sie in den letzten Monaten die Preise stark erhöht haben, machen sie jetzt die Tassen nicht mehr ganz voll und die Tortenstücke sind deutlich kleiner.
Verleser des Tages: Sensor statt Seelsorge
Erst machen sie das (private) Vermieten von Wohnraum maximal unattraktiv, dann wundern sie sich, wenn es zu wenige Wohnungen gibt.
Verschreiber des Tages: organosatirisch statt organisatorisch
Es ist gut für die Vegetation, dass es mal wieder ausgiebig geregnet hat. Aber jetzt darf es allmählich auch wieder aufhören.
Verlesertripel des Tages: Liederkette | Lieferkette | Lichterkette
Tweets Numero m+71 //3205 Dreitausendzweihundertfünf
Was mit in den letzten Wochen besonders aufgefallen ist: Ein Radfahrer überholt mich – mancher klingelt, mancher nicht, mit größerem oder kleinerem Abstand, mit Helm oder ohne, mal Mann, mal Frau, mal älter, mal jünger – und hinterlässt eine deutliche Parfumwolke.
+Wenn ich das draußen so intensiv, fast belästigend wahrnehme, müssen die sich stark eingeduftet haben. Warum machen die das in einem solchen Ausmaß? An meiner Geruchsempfindlichkeit kann es nicht liegen, weil ich sonst im Alltag keinen Unterschied bemerke. Nur manche Radfahrer.
Verleser des Tages: backup statt breakup
Diese Ver- und Bewunderung, wenn jemand Worte wie Getreide, Probe, Madagaskar, Kandidat, Downtown, Soldaten, intended etc. völlig ohne nachzudenken richtig aussprechen kann.
Verhörer des Tages: Lustschleusen statt Luftschleusen
Habe den Eindruck, dass manche Leute #Meinungsfreiheit mit Meinungslosigkeit verwechseln.
Verleser des Tages: Zeitverschwendung statt Zeitverwendung
Ein Bad im Gluinosee //3204 Dreitausendzweihundertvier
#Mittagsmenü: reichlich gefüllte Rindsrouladen, Kartoffelklöße, Blaukraut. Gemischtes Eis.
Verleser des Tages: Skandinavien statt Standardinventar
Hodie sine mantelio non. #Handtuchtag #Towelday
Verschreiber des Tages: were statt wäre
So ein heißer Mai, bei dem es mir immer noch mit #Kopftuch angenehmer ist als ohne. Diese ständige #Hitze macht mich fertig.
Verleser des Tages: Masken statt Massaker
#Blogparade: Erfahrungen aus der Selbständigkeit //3203 Dreitausendzweihundertdrei
KI-Chatbot lobt mich für mein ausgezeichnetes physikalisches Verständnis. Darauf darf ich mir jetzt wohl etwas einbilden.
Verhörer des Tages: [Regierung will] Demokratie statt Bürokratie [abschaffen]
Fünfte #Zecke2025: linke Kniekehle. Ich hätte mich gestern nicht beschweren sollen, dass alle rechts sind. Jetzt hatte ich in diesem Jahr bis heute bereits mindestens so viele Zecken wie im gesamten letzten Jahr.
Verleser des Tages: gegendert statt gerendert
1000 Fragen 683..697 //3202 Dreitausendzweihundertzwei
Verleser des Tages: Dünkelchen statt Dünkirchen
Vierte #Zecke2025: rechts außen an der Kniekehle. Warum sind die Viecher heuer alle rechts?
Verhörer des Tages: emittiert statt imitiert
Verleser des Tages: Understand statt Unterstand
De amicitiis //3201 Dreitausendzweihunderteins
#Mittagsmenü: Waldpilzsuppe, Putenrollbraten in Gemüse, Kartoffelklöße, Kohlrabi, Eisbergsalat. Zum Nachtisch Eis.
Verleser des Tages: Frittierung statt Filtrierung
„Warum stehst du schon so früh auf?“ – „Das Wasser will raus aus meinem Körper.“
Schon irgendwie ein rekursives Paradox, wenn Xwitter nicht funktioniert, und man das nicht zwitschern kann.
Verschreiber des Tages: Standort statt Stanford
Und wieder eine #Hitzewelle, die nicht stattgefunden hat.
Wo man lacht, da leg‘ dich in die Ritze. Böse Menschen haben keine Witze.
Verleser des Tages: Russland statt Ruhestand
Subduktive Trajektorie //3200 Dreitausendzweihundert
Beobachtungen im Café: Bedienstete nutzt den gleichen Lappen, um zuerst die Sitzflächen der Stühle, und dann die Tischflächen abzuwischen.
Verhörer des Tages: Hautmeister statt Hausmeister
So blamabel, wenn Leute noch nicht einmal ihren eigenen Namen richtig schreiben können.

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Kontrasyllogistische Polarisationsdichtematrix //3298

Im Dorf gibt es eine kleine Bücherei, die ich aber, obwohl ich Bücher sehr mag, noch nie besucht habe, weil sie am Wochenende, wenn wir auf dem Land sind, nie geöffnet hat.
In der Stadtbücherei in $NichtImSauerland war ich ebenfalls schon lange nicht mehr. Ich wollte ja einmal zusammen mit Johannes hinein, durfte aber nicht, weil 2G damals vorgeschrieben war. Seither ist viel Zeit vergangen. Es hat sich nie ergeben, denn ich bin nur selten gemeinsam mit Johannes während der Öffnungszeiten in der Innenstadt, und wenn, dann habe ich Dringenderes zu erledigen. Bestimmt hätte ich es schon einmal einrichten können, aber ehrlich gesagt, hat mich das Erlebnis damals so verdrossen, dass ich seither keine größere Lust mehr auf (diese) Bücherei hatte. Ich selbst lese höchstens noch im Urlaub zur Unterhaltung, und Johannes hat selbst schon einen ganzen Schwung Bücher, die er immer wieder gerne anschaut, oder sich vorlesen lässt.

Als Fiona letzte Woche hier war, wollte sie mit Kim in die Dorfbücherei, als diese gerade einmal offen hatte. Sie kamen eine Weile später wieder zurück, Fiona war schwer enttäuscht. Sie erzählte, dass nur noch Leute mit einem Büchereiausweis die Bücherei überhaupt betreten dürften, und ausleihen schon gar nicht. Sie habe trotzdem mit Frau Klei, der ehrenamtlichen Bibliothekarin, gesprochen, die sie noch von früher kannte, weil sie zusammen mit ihrer Mutter manchmal Dorfbelange organisiert hatte. Während früher die Ausleihe kostenlos war, müssen jetzt alle eine jährliche Gebühr bezahlen. Frau Klei habe gemeint, das Dorf könne sich sonst keine Bücherei mehr leisten. „Frau Klei hat auch gesagt, dass der Preis dafür so hoch ist, dass viele Benutzer..innen ihn gar nicht bezahlen wollen, und die Bücherei nicht mehr besuchen.“
„Hauptsache, die Benutzer sind noch außen zufrieden“, rutschte es mir unwillkürlich heraus. Ja, diese Äußerung hatte ich nicht gründlich durchdacht. Aber ich hatte mich die letzten Tage so sehr zurückgehalten und immer wieder eine Bemerkung verkniffen, dass mein metaphorisches Überdruckventil schließlich ausgelöst wurde.

Wie von der Tarantel gestochen, sprang Fiona auf. Während sie mit dem Finger auf mich zeigte, rief sie ihrem Vater zu: „Da siehst du, wie sie wieder gegen mich hetzt!“
„Sie“ – damit meinte sie wohl mich. Dabei kann ich mich nicht erinnern, dass Fiona mich je nach meinem Pronomen gefragt hätte.
„Anne hat ganz recht“, erwiderte Carsten ruhig, „mich nervt deine Sprachverunstaltung schon die ganze Zeit.“
Fiona redete sich weiter in Rage, und betonte dabei jedes einzelne Wort: „Ich – werde – Frauen – NICHT – unsichtbar – machen!“
„Das ist doch Unsinn, Fiona!“, wies Carsten sie in scharfem Ton zurecht, „Frauen werden nicht durch einen normalen Sprachgebrauch unsichtbar. Sieh dir Anne an. Sie redet vernünftig, und ist bestimmt nicht unsichtbar.“
Fiona atmete heftig, sagte aber nichts.
In etwas milderem Ton fuhr Carsten fort: „Schau, Fiona, du hast keine Ahnung, wie das reale Leben tatsächlich läuft. Du bist sehr behütet und verwöhnt aufgewachsen. Anne dagegen hat sich in einer Männerumgebung durchgesetzt, und ist trotzdem weiblich geblieben. Und sie braucht diesen \“innen\“-Schwachsinn wirklich nicht.“
Fiona stieß einen unartikulierten Schrei aus, stampfte aus dem Raum und Schmiss die Tür hinter sich zu, wie man es von einem pubertierenden Teenager erwarten könnte, aber nicht von einer längst erwachsenen Frau.

Später hat sie sich bei ihrem Vater für ihren Ausfall entschuldigt, zumindest halbherzig.
Die Angelegenheit mit der Dorfbücherei ist wieder ein anderes Thema, auf das ich eventuell wieder zurückkommen könnte.

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Ein paar Erinnerungen //3297

Die Feiertage über dem Jahreswechsel haben mich wieder an Traditionen erinnert, die ich als Kind erlebt habe.
Zwischen den Jahren besuchte ich zusammen mit meinem Vater „die Hagels“. Herr Hagel – von uns „Onkel Hagel“ genannt, war ein Cousin meiner Großmutter. Er lebte zusammen mit seiner Frau „Tante Hagel“ in einem kleinen Häuschen mit großem Grundstück etwas außerhalb der Stadt.
Oft war der Weg dorthin verschneit, so dass wir durch den Schnee stapfen mussten. In einigen Jahren zog mich mein Vater auch auf dem Schlitten. Und immer war es mehr oder weniger kalt, manchmal sogar klirrend. Obwohl ich in dicke Winterkleidung eingemummelt war, ist die Erinnerung daran, wie ich fror, überdeutlich.

In jungen Jahren hatte Onkel Hagel in einer entfernten Großstadt als Chemielaborant gearbeitet. Nach einer Explosion erblindete er. Tante Hagel hatte ihn zu dieser Zeit bereits gekannt und heiratete ihn trotz seiner Behinderung. Die beiden hätten gerne Kinder gehabt, aber es hatte sich nie ergeben, und deswegen wollten sie auch nicht zu Ärzten gehen, um nicht zu erfahren, an wem es liegt. Vielleicht wäre es nur eine Kleinigkeit gewesen.
Jedenfalls freuten die beiden sich immer sehr, wenn ich zu Besuch kam. Onkel Hagel war ein alter Mann mit dunkler Brille und Stock, der sich in seinem Haus aber sicher bewegte. Tante Hagel war ebenfalls alt und zierlich. Bei ihr war ein deutlicher Kropf zu sehen.
Wir brachten ihnen selbstgebackene Plätzchen (die sie angeblich immer so gerne aßen) mit, und wurden ebenfalls bewirtet (z.B. mit Saft und Lebkuchen). Sie hatten auch immer ein schönes Geschenk für mich parat. Ich erinnere mich noch an einen Ledergeldbeutel, den ich immer noch habe.
Zu einigen Anlässen besuchten wir sie auch mal im Sommer. Ich weiß aber nicht mehr, warum, erinnere mich allerdings noch an die Erdbeeren mit Schlagsahne, die sie mir auftischten.
Ich war hin und her gerissen, ob ich gerne hinging oder nicht. Einerseits gab es dort immer etwas für mich, andererseits mochte ich den Weg dorthin nicht, und die Gespräche waren meist langweilig.

Als die Hagels zu alt wurden, um sich selbst zu versorgen, zog ein frühpensionierter Neffe von Tante Hagel mit seiner Frau bei ihnen ein, um sich um sie zu kümmern und sie ggf. zu pflegen.
Beide Hagels starben während meiner Schulzeit kurz hintereinander (erst Tante Hagel, dann Onkel Hagel, der immer angenommen hatte, die Reihenfolge würde umgekehrt sein, und jetzt mit der Situation nicht mehr zurecht kam). Ich erinnere mich noch an die Trauerfeiern, weil sie in der evangelischen Kirche stattfanden, wo ich sonst noch nie gewesen war. Zumindest bei der einen musste ich die Schule etwas früher verlassen, um noch einen früheren Bus zu erwischen, damit ich rechtzeitig zur Stelle war.

An Neujahr war es in der Alten Heimat üblich, in der Nachbarschaft herumzugehen, um „Brost Noijohr“ zu wünschen. Bei einigen wurde man dann hineingebeten. Dort gab es dann Plätzchen und bei einzelnen auch „ä Likörle“, manchmal auch ein paar Mark („Noijohrschdüggle“).
Ein hochbetagtes Ehepaar wohnte ein paar Häuser weiter. Sie hatten einen Sohn gehabt, der jedoch im Krieg gefallen war. Dort gab es Plätzchen, mit einer bestimmten, leckeren Glasur, die mir immer – im Gegensatz zu den meisten anderen mir vorgesetzten Plätzchen – sehr gut schmeckten.
Manchmal, wenn ich von der Schule kam oder zum Einkaufen ging, sah ich den Mann draußen auf der Straße den Weg kehren oder seine Pflanzen gießen. Er war immer sehr freundlich. Seine Frau sah ich seltener. Die schaute höchstens mal zum Fenster heraus.

OT: Die von mir quartalsweise veröffentlichten Blogstatistiken werden anscheinend nur von wenigen Lesern überhaupt wahrgenommen. Deshalb erlaube ich mir, in Zukunft darauf hinzuweisen und für die interessierten Leser zu verlinken.

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1000 Fragen 834..848 //3296

Als ich vor über drei Jahren angefangen habe, die 1000 Fragen nach und nach zu beantworten, war mir klar gewesen, dass ich nicht zu jeder Frage eine aussagekräftige Antwort finden würde. Einerseits habe ich wohl dieses Ausmaß ein wenig unterschätzt, andererseits gibt es durchaus genügend Fragen, zu denen ich eine konkrete Antwort geben kann – und darauf kommt es ja an. Es war von Anfang an nicht vorgesehen, zu jeder einzelnen Frage eine erschöpfende Antwort zu geben.

834. Mit welchem Gefühl besteigst du ein Flugzeug? (314)
Mit freudiger Erwartung.

835. Wie gut gedeihen Pflanzen bei deiner Pflege? (821)
Keine Ahnung. Diese Kiste bleibt geschlossen.

836. Welche Tradition wird überbewertet? (773)
Unter anderem das ganze Weihnachtsbrimborium.

837. Mögen Kinder dich? (56)
Manche ja, manche nein.

838. Machst du jeden Tag etwas Neues? (399)
Vielleicht nicht jeden Tag, aber ziemlich oft. Und wenn ich nur ein ganz neues Brötchen mit ganz neuem Käse belege.

839. Meditierst du gern? (89)
Kommt drauf an, wie man Meditation definiert.

840. Hast du eine gute Gewohnheit, die du jedem empfehlen würdest? (410)
Meine Gewohnheiten sind an meine speziellen Umgebungsbedingungen angepasst, und lassen sich kaum auf andere übertragen, da die Voraussetzungen nicht übereinstimmen. Immerhin ist es nie verkehrt, auf die Toilette zu gehen, bevor man das Haus (länger) verlässt.

841. Glaubst du an eine offene Beziehung? (454)
Tendenziell eher nicht.

842. Gönnst du dir selbst regelmässig eine Pause? (222)
Normalerweise schon. Wenn ich im Flow bin, vergesse ich die Pause aber schon mal, oder ich komme im Stress und unter Zeitdruck nicht dazu.

843. Wann bist du zuletzt im Theater gewesen? (750)
Das ist schon ziemlich lange her.

844. Was machst du an einem regnerischen Sonntagnachmittag am liebsten? (891)
Faulenzen. Vielleicht ein ausgedehntes Bad nehmen. Ein wenig lesen, ..

845. Was wissen die meisten Menschen nicht über dich? (210)
So etwas werde ich jetzt erst recht nicht verraten. Außerdem haben die allermeisten Menschen sowieso noch nie von mir gehört.

846. Was war die spontanste Aktion deines Lebens? (917)
Ich habe länger überlegt, aber etwas Spontaneres als ein Kinobesuch ist mir nicht eingefallen. Da ich nur ungern von meinen vorgesehenen Tagesplänen abweiche, dürfte da auch nicht viel Spektakuläres gewesen sein.

847. Was ist wichtiger: zu scheitern oder es gar nicht erst versucht zu haben? (873)
Das kommt doch wohl sehr auf die konkrete Situation und die Umstände an. Ich maße mir keine pauschalierende Aussage an.

848. Hast du schon mal selbst ein Schmuckstück hergestellt? (849)
Als Kind habe ich Perlen zu einer Kette aufgefädelt.

Eigentlich halte ich nichts von solchen Wünschen, entspreche aber der gesellschaftlichen Konvention, indem ich euch allen einen schönen, geruhsamen Jahreswechsel und alles Gute für das bevorstehende Jahr wünsche.
Es wäre allerdings Aberglaube, anzunehmen, meine Wünsche hätten irgendeine Auswirkung auf die Zukunft. Die Realität ist völlig unabhängig von Wünschen, Hoffnungen, aber auch von Ängsten (zumindest dann, wenn man von selbsterfüllenden Prophezeiungen mal absieht).

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Last statt Rast mit Gast, fast eine Hast //3295

Fiona und Kim sind seit Freitagabend hier.
Fiona scheint sich gesundheitlich wieder einigermaßen gefangen zu haben. Sie ist wieder zu ihrer ursprünglichen Haarfarbe zurückgekehrt. Unser Verhältnis ist unverändert unterkühlt.
Kim wirkt ein wenig ruhiger und verträglicher als letztes Jahr. Trotzdem werde ich ihn nicht unbeaufsichtigt mit Johannes spielen lassen.
Zum Glück kann ich mich zwischendurch mal zurückziehen. Sonst würde ich es nicht aushalten. Es kann wohl kaum jemand nachfühlen, was für einen Stress und Unannehmlichkeit es für mich bedeutet, ständig mit anderen, fast fremden Menschen zusammengezwungen zu sein.

Ich hatte schon lange vorgehabt, zwischen den Jahren einige Arbeiten zu erledigen, die nicht so dringend waren, aber irgendwann halt doch gemacht werden müssen. Zwischen meinen Pflichten im normalen Tagesgeschäft komme ich nicht dazu, weshalb ich diese Angelegenheiten schon mehrfach hatte aufschieben müssen. Aber die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr ist eigentlich prädestiniert für solche Aufgaben. Ich war entschlossen, meine Planungen durchzuziehen, konnte es aber nur teilweise und bin jetzt im Verzug. Wenn ich sage, dass ich noch dieses und jenes machen muss, hört sich das wie eine Ausrede an. Ist es aber nicht.

Fiona hat einen Mini-Weihnachtsbaum mitgebracht, also ein Tannenbäumchen in einem Blumentopf, das mit LEDs beleuchtet werden kann und sonst noch murmelgroße Plastikchristbaumkugeln an sich trägt. Furchtbar scheußlich und kitschig – aber bevor man es entsorgen kann, muss es erst in Biomüll, Elektronikschrott, Rest- und Sondermüll zerlegt werden. Carsten überlegt, das Ding gemeinsam mit Sohn und Enkel draußen im Garten zu pflanzen – in der Erwartung, dass es den Winter nicht übersteht.

Nicht genug, dass Fiona und Kim hier sind, hat Carsten auch noch Frau Hilflo-Seerbin für ein paar Tage eingeladen, damit sie „auf andere Gedanken“ kommt, weil es in ihrer Ehe heftig kriselt.
Fiona und Frau Hilflo-Seerbin verstanden sich auf Anhieb prima, waren praktisch sofort per Du. Fiona meinte, es sei so schön, dass mal wieder jemand hier wäre. Zu Zeiten ihrer Mutter hätte es fast immer Gäste gegeben, und Frau Hilflo-Seerbin erinnere sie sogar ein wenig an ihre Mutter. Diese habe den Kopf genauso gehalten und das gleiche Lächeln gehabt.
Fiona schwärmte davon, wie schön das Haus früher zu Weihnachten immer geschmückt und dekoriert war – nicht so trist und steril wie jetzt – mit einem großen, dicht behängten Weihnachtsbaum, Girlanden, Kerzen, Lametta und sonstigem weihnachtlichem Schmuck. Frau Hilflo-Seerbin stimmte ein und erinnerte sich, wie sich als Kind mit ihren Angehörigen Weihnachtsdeko gebastelt und Plätzchen gebacken hatte, welche Gerüche und Aromen es gab, und welches die schönsten Ausstechförmchen waren. Als ich einmal etwas zum Thema beitragen wollten, gingen sie nicht darauf ein, sondern erzählten stattdessen, wie sie Geschenke eingepackt hatten und Adventskränze gesteckt hätten.
Frau Hilflo-Seerbin überschlug sich fast, immer wieder zu betonen, wie verständig Kim doch schon sei, und dass er wunderschön malen könne (wenigstens beschränkt er sich inzwischen auf Papierblätter und schmiert nicht mehr an den Wänden und Möbeln herum).

Dann kamen die beiden auf die Idee, heute zusammen kochen zu wollen.
Sie fragten mich nicht einmal, was ich davon halte. Ich erinnere mich noch gut daran, als Fiona schon einmal gekocht hatte.
Sie haben mit Carsten ausgemacht, dass er mit ihnen nachher zum Einkaufen fährt, um Zutaten zu besorgen.
Ganz egal, was sie da fabrizieren werden – ich will das nicht essen. Ich suche einen Vorwand, heute in die Stadt zu fahren, damit ich mittags außer Haus bin. Kochen muss ich ja eh nicht. Da braucht mich niemand. Ich habe auch schon überlegt, meiner Schwester einen Besuch abzustatten, aber dazu hätte ich mehr Vorlauf gebraucht. Wenn es hier unerträglich wird, werde ich mich wohl doch absetzen. Vielleicht nehme ich Johannes dann mit. Er freut sich bestimmt, seine Verwandten in der Alten Heimat zu sehen, insbesondere David.

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Tanz der Bienen //3294

In meiner Jugend war ich wirklich fit in Rechtschreibung. Ich hatte in schriftlichen Arbeiten kaum jemals einen Rechtschreibfehler. Dann kam die Rechtschreibreform, und die stürzte alle bestehenden Regeln um, ohne Rücksicht auf Kompatibilität zu nehmen. Manches habe ich von den neuen Schreibweisen übernommen, anderes nicht, und einiges schreibe ich mal so, mal so. Oder sogar ganz anders. Im Grunde genommen, ist es mir dadurch ziemlich egal geworden, ob meine Schreibweise so tatsächlich korrekt und konsistent ist. Hauptsache, eindeutig und allgemein verständlich. Orthographie ist lediglich eine gesellschaftliche Konvention, die zwar der klaren Kommunikation und dem Informationsaustausch dient, mit der man aber auch brechen kann.

In amerikanischen Filmen und Serien sieht man immer wieder Buchstabierwettbewerbe („spelling bees“). Meines Wissens gibt es die auch vor allem dort. Sie sind in den meisten anderen Ländern nicht verbreitet. Jetzt könnte man überlegen, inwiefern das mit den jeweils geltenden Rechtschreibregeln zu tun hat, aber das lasse ich.
Ich muss zugegeben, dass ich beim dortigen Buchstabieren manchmal gar nicht mitkomme. Das geht zu schnell. Sicher trägt auch Übung und Training dazu bei, und das fehlt mir natürlich. Auch wenn ich genau weiß, wie man ein Wort schreibt, hätte ich Schwierigkeiten, die einzelnen Buchstaben so schnell aufzusagen. Noch schwerer fällt mir allerdings, aus den gehörten Buchstaben mental wieder ein Wort zusammenzusetzen. Vermutlich liegt das an meiner Aphantasie.
Warum schreibt man das Wort nicht einfach auf eine Tafel? Das wäre viel praktischer.

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Tweets Numero m+86 //3293

Auch wenn ich persönlich mich überhaupt nicht um das ganze Weihnachtszeugs schere, und mir notgedrungen halt ein paar leerlaufende Tage mache, möchte ich dennoch allen, denen etwas daran liegt, schöne Feiertage wünschen.
Ansonsten wiederhole ich ganz regulär meine Tweets vom 30. April bis 14. Mai.

Verleser des Tages: Demagoge statt Dermatologe
Tweets Numero m+70 //3199 Dreitausendeinhundertneunundneunzig
Niemand mag #Java.
Verleser des Tages: Frequenzraum statt Freiraum
Mikrowellengerät macht nach dem Einschalten ungewöhnliche Geräusche. Drehteller sitzt korrekt. Geschirr ist das gleiche, das ich schon lange dafür verwende. Ich hoffe, dass das keinen Defekt ankündigt. So alt ist das Gerät eigentlich noch nicht.
Verschreiber des Tages: Lovations statt Locations
In unserer Firma streichen wir übrigens keine Diversitätsprogramme, Gleichstellungsbestrebungen, Frauenquoten oder ähnliches. So etwas hatten wir nie.
Kann #MammaMia nicht mehr sehen, ohne mir vorzustellen, wie sich Beverly Hofstadter und Molly Weasley miteinander unterhalten.
Verleser des Tages: Zugaben-teuer statt Zug-abenteuer
Inelastischer Fall //3198 Dreitausendeinhundertachtundneunzig
Für den Nachmittag hat der Chef eine Muttertagstorte besorgt mit Erdbeeren, Panna Cotta und weißer Schokolade.
#Mittagsmenü: Seelachsfilet in Zwiebel-Sahnesauce, Salzkartoffeln, Spinat, Ofeneier, Chicoreesalat. Pistazieneis.
Verleser des Tages: schweigen statt schwelgen
Dritte #Zecke2025: hinter dem rechten Oberarm, unterhalb der Schulter
Ich glaube an die #Natur: Raum und Zeit, Materie und ihre Wechselwirkungen. #Realität #Existenz
Verhörer des Tages: Entlausungspapiere statt Entlassungspapiere
Irgendwann muss man auch mal wieder Gras drüber wachsen lassen.
Verleser des Tages: Oblaten statt Obsolet
Holosynaptische Admittanz //3197 Dreitausendeinhundertsiebenundneunzig
Ach, was kleben mir jetzt die Finger, weil ich mit JC einen Erdbeerplunder geteilt habe.
Verleser des Tages: Klischees statt Kritisches
Zweite #Zecke2025: oberhalb der rechten Hüfte. Keine Ahnung, wo ich die herhabe. Ich war in den letzten Tagen nur in der Stadt, noch nicht einmal in einem Park.
Verschreiber des Tages: Potter statt Plotter
Ein Sprichwort lautet: „Irren ist menschlich.“ #ErrareHumanumEst Machen Fehlleistungen also eine KI menschlich?
Verleser des Tages: No-Go statt NGO
1000 Fragen 668..682 //3196 Dreitausendeinhundertsechsundneunzig
+Mein #Blog hat jetzt 7000 #Normseiten.
Eine gewisse Genugtuung, dass gebrochene Wahlversprechen doch nicht immer ganz folgenlos bleiben.
Verleser des Tages: Gaußformel statt Grußformel
Will ins Büro gehen. Mache mich fertig, ziehe meine Jacke über, schließe die Wohnungstür zu, steige die Treppe hinunter, und stelle an der Haustür fest, dass ich immer noch meine Hausschuhe an habe. #Schusselig
Verhörer des Tages: „die Franken“ statt Befragten
Neulich in der S-Bahn. Frau mir gegenüber liest Buch „Immun gegen toxische Menschen“. Schauriger Titel. Mit Leuten, die anderen Menschen das Etikett #toxisch aufkleben, möchte ich lieber nichts zu tun haben.
Verleser des Tages: Alter statt Atelier
Informationsdefizit //3195 Dreitausendeinhundertfünfundneunzig
„Steh mir bitte nicht im Weg rum, wenn ich koche.“ – „Aber Mama, das ist doch meine Aufgabe! Wer soll dir denn sonst im Weg stehen?“
#Mittagsmenü: Hähnchen, bunter Kartoffelsalat, Kartoffel-Spinat-Auflauf. Pfirsich Melba als Nachtisch.
Verschreiber des Tages: Schade statt Schaden
Möge der Vierte mit euch sein! #StarwarsDay Warum wurde #Force mit Macht übersetzt? Kraft wäre treffender gewesen. Macht würde ich mit Power übersetzen, und Power mit Potenz.
Verleser des Tages: Wortspiele statt Wertspeicher
Kommen an einem Gebäude vorbei, aus dessen Schornstein #weißerRauch aufsteigt. „Habemus papam!“
Verhörer des Tages: „hässliche Beilage“ statt „herzliches Beileid“
Hab lange Zeit an einem Projekt programmiert und getestet. Es gab immer andere Ergebnisse, als ich erwartet hatte. Jetzt scheint es, dass ich mich verrannt hatte. Das Programm rechnete schon richtig, bloß ich hatte falsche Vorstellungen davon, wie das Ergebnis aussehen müsste.
Verleser des Tages: Exhibitionismus statt Extremismus
LSB flip //3194 Dreitausendeinhundertvierundneunzig
#Mittagsmenü: Schweineschnitzel, Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln, Karotten und Erbsen.
Verleser des Tages: Kernkraft statt Kaufkraft
Aus aktuellem Anlass
Verschreiber des Tages: Zeit statt Zenit
Tote Amsel liegt auf meinem Balkon. Was mache ich jetzt bloß mit dem Kadaver? Ist das #Restmüll?
Verleser des Tages: Impfbeschwerden statt Infektbeschwerden

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Die List mit der Liste //3292

Eine Liste ist eine Datenstruktur mit einer variablen, aber bekannten Anzahl von Einträgen, auf die man über den Index zugreift. Man kann neue Einträge hinten anhängen, vor einem anderen Eintrag einfügen, oder löschen. Im Gegensatz zum Array rutschen die dahinterliegenden Einträge dann wieder nach vorne auf.

Die Aufgabe (konkrete Werte sind nur exemplarisch):
Du hast eine Liste mit 47 Einträgen (indiziert von 1 bis 47). Du sollst die Einträge mit den Indizes 3, 8, 22, 31 und 45 löschen.
Wenn du einen einzelnen Eintrag löschst, dann rutschen die darauffolgenden Einträge um 1 vor. Beim Löschen von Nummer 3 wird also die alte 4 zur neuen drei, die alte 5 zur neuen 4, 8 wird zu 7, 22 zu 21, und so weiter und so fort.
Nachdem du also Nummer 3 gelöscht hast, willst du den Eintrag 8 löschen. Aber auf dieser Position liegt jetzt eigentlich der Inhalt von Eintrag 9, der beibehalten werden soll.
Die Reihenfolge bleibt zwar gleich, aber die hinteren Einträge haben nun alle einen anderen Index, so dass man leicht durcheinanderkommt.

Für dieses Problem gibt es eine ganz einfache Lösung. (Geübte) Softwareentwickler sehen sie auf Anhieb. Leute ohne Programmiererfahrung brauchen deutlich länger (sofern sie sie überhaupt finden).
Man kann dabei einen Listeneintrag nur entweder vollständig entfernen, oder lässt ihn unverändert stehen. Es ist nicht erlaubt, ihn zu überschreiben, markieren oder flaggen.
Gesucht ist eine ganz einfache Lösung mit nur einem Durchlauf, nicht irgendein umständliches Vorgehen (selbst wenn es denn funktionieren würde).

Also überlegt mal, wie man die Sache angehen könnte. Um den Trick nicht vorzeitig spoilern zu lassen, setze ich die Kommentare vorläufig erst einmal auf Moderation.

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Angekündigter Besuch //3291

Es war mir ganz recht, als Fiona uns mitteilte, dass sie Weihnachten lieber „mit ein paar Freund-innen“ verbringen wolle.
Dann kam vor ein paar Tagen noch die Nachricht, dass sie und Kim am Wochenende nach den Feiertagen anreisen würden, um bis Silvester bei uns zu bleiben. Sie werden also vier oder fünf Tage im Landhaus sein. Ich kann nicht behaupten, dass ich mich darüber freuen würde.

Carsten und ich drücken unsere gegenseitige Wertschätzung und Vertrauen zueinander u.a. dadurch aus, dass wir uns durch irrationale gesellschaftliche Konventionen nicht dazu drängen lassen, wann wir uns etwas zu schenken haben.
Fiona und Kim werden jedoch erwarten, dass sie Weihnachtsgeschenke bekommen. Meinetwegen. Sollen sie doch etwas kriegen. Das ist nicht das Problem.
Das Problem ist, dass Johannes es nicht verstehen wird. Er akzeptiert es ja, dass er nichts speziell zu Weihnachten bekommt, aber bestimmt fühlt er sich zurückgesetzt, wenn Fiona und Kim Geschenke erhalten.
Johannes bekommt sowieso alles, was er braucht, und gelegentlich zwischendurch auch ein Geschenk, das ihm Freude machen soll. Aber wir lassen uns den Anlass und Zeitpunkt dafür nicht von anderen diktieren. Falls ich ihm etwas zu Sonnenwenden oder Tag-und-Nacht-Gleichen schenken wollte, so ist das meine eigene Entscheidung. Ich lasse mir keine Kriterien dafür vorgeben.

Wir müssen Fiona auch noch beichten, dass ihr Halbbruder ihr altes Puppenservice geschrottet hat.

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Suchbegriffe Numero n+34 //3290

Ja, es gibt inzwischen fast keine aktuellen Suchanfragen mehr, insbesondere keine, die ich nicht schon früher hatte. Trotzdem bleibe ich (zumindest vorläufig) dabei, den Abstand zwischen den Blogeinträgen nicht noch weiter zu vergrößern. Dann ist die Liste eben nur kurz.

„blog strumpfhose“
So interessant, um darüber zu bloggen, sind Strumpfhosen meist nicht.

„wie häufig muss ich bloggen“
Von „müssen“ kann gar nicht die Rede sein. Eine gewisse Kontinuität empfiehlt sich. Früher habe ich öfter gebloggt, jetzt blogge ich einigermaßen regelmäßig dreimal pro Woche.

„intelligente interpunktion“
Als Code-Schreiber ist man an syntaktische Tokens gewöhnt.

„orthogeorgia“
Wenn das Orthografie heißen soll, dann entspricht es dieser schon mal nicht.

„wer fehlerfrei ist werfe den ersten stein“
ACK.

„reddit autofelatio“
Mit Reddit habe ich überhaupt nichts zu tun.

„schokodildo“
Das war nur mal so ein Gedankenexperiment.

„rechte winkel die mühle“
Ja, bei diesem Spiel kommen als Winkel nur Vielfache von pi/2 vor.

„winkel theta“
Ein kleines Theta benutzt man gerne für Polarwinkel.

„mathematische reziproke zahl“
Gibt es auch reziproke Zahlen, die nicht mathematisch sind?

„frage 698“
Hm .. die 1000 Fragen hatte ich ja umnumeriert.

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Cookie History //3289

Ich versetze mich gedanklich einige Jahrzehnte zurück in meine Schulzeit, und erinnere mich daran, wie wir es damals mit den Plätzchen hielten.

Das Plätzchenbacken begann immer am 6. Dezember und zog sich etwa zwei Wochen lang hin (Wochenenden waren ausgenommen).
Meine Mutter hatte am Vormittag den Teig (das zwei- oder dreifache des Grundrezepts) vorbereitet, und wartete darauf, dass Sabine und ich aus der Schule kamen. Wir backten jeden Tag eine andere Sorte: Kokosmakronen, Nussmakronen, Butterplätzchen, Spritzgebackenes, Lebkuchen, Zimtsterne, Würzburger Rocks (oder so ähnlich hießen die – die Lieblingssorte meiner Mutter, und mit Rosinen, weshalb ich diese Sorte überhaupt nicht mochte), .. gab es in jedem Jahr. Vanillekipferl, Anisplätzchen, Mandelmakronen, Nussküsschen gab es meistens, aber nicht immer, sowie eine weitere Sorte, deren Namen ich leider nicht mehr weiß, und die eigentlich die einzigen waren, die ich wirklich gerne gegessen habe. Bestimmt habe ich noch zwei oder drei Sorten vergessen, die es zumindest in einzelnen Jahren gab.

Wir bereiteten also abwechselnd auf drei oder vier Blechen die Plätzchen vor. Während ein Blech bereits im Backofen backte, belegten wir ein anderes. Je nach Sorte mussten Oblaten verteilt werden, Teighäufchen aufgesetzt, Teig ausgerollt, mit Backförmchen ausgestochen (vom Rand nach innen, um nicht zu viel Verschnitt zu haben, welcher dann später erneut ausgerollt wurde, bis der Rest schließlich nicht mehr zum Ausstechen reichte, und manuell noch ein Plätzchen damit geformt wurde), Teig geformt, Teig durch den Fleischwolf mit speziellem Aufsatz gedreht werden, ..
Wenn ein Blech fertig gebacken war (je nach Sorte vielleicht zehn oder fünfzehn Minuten), wurde es aus dem Backofen entnommen und das nächste vorbereitete Blech kam hinein. Die fertig gebackenen Plätzchen mussten vom Blech genommen werden. Manche Sorten bekamen danach noch eine Zuckerglasur, Schokoguss oder andere Verzierung. Das abgekühlte Blech wurde wieder für den nächsten Durchgang vorbereitet, sprich gesäubert und eingefettet (meine Mutter mochte kein Backpapier).

Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie viele Bleche es pro Sorte waren. Nach dem Auskühlen kamen sie in große Blecheimer (müssen wir mal vom Bäcker bekommen haben, wo sie laut Aufschrift ursprünglich Konfitüre enthalten hatten, und waren IIRC bestimmt 8 Liter groß), wo sie bis Weihnachten noch – je nach Sorte – mürb oder weich werden mussten.
Lebkuchen wurden platzsparend in geeigneten Schachteln gestapelt.

Jetzt hatten wir diese Unmengen Plätzchen – mindestens acht bis zehn Eimer voll. Was haben wir eigentlich mit denen gemacht?
Zunächst gab es ab Weihnachten dauernd irgendwelche Plätzchen. Immer stand irgendwo mindestens eine Schale herum, auf der von jeder Sorte ein paar lagen. Jeder durfte sich dort jederzeit bedienen. Insbesondere mein Vater aß gerne und viel von den Plätzchen. Dann haben wir auch viele Plätzchen an Verwandte und Nachbarn verschenkt, in einer weihnachtlich bedruckten Papiertüte, die sich oben zubinden ließ, und von jeder Sorte einige enthielt.
Die Plätzchen reichten ungefähr bis Ostern. Dann waren alle verbraucht.
Ich hab’s mal grob überschlagen. Es müssen locker so zwanzig Kilogramm Plätzchen und Lebkuchen gewesen. Wenn man mal 100 Tage für die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern ansetzt, und die Menge der Plätzchen darauf umlegt, dann wären das im arithmetischen Mittel 200 Gramm pro Tag. Das ist realistisch und kommt hin.

Ebenso reichten unsere Christstollen auch manchmal bis Ostern. Ich erinnere mich, dass wir Nüsse, Mandeln, Rosinen, Zitronat, Orangeat abwogen, (in Rum einlegten? – bin mir nicht mehr sicher), und zur vereinbarten Zeit zum Bäcker brachten. Dort konnten wir dann am nächsten oder übernächsten Tag sechs oder sieben Christstollen abholen. Meine Mutter bepinselte sie mit flüssiger Butter und bestreute sie dick mit Puderzucker. In einzelnen Zellophantüten wurden sie aufbewahrt.
An Weihnachten wurde die erste angeschnitten, danach zunächst etwa in Wochenabstand, später dann seltener, die übrigen.

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Dissipative Serialisierung //3288

Unser Marketing-Leiter hat gekündigt. Er wird nach Ablauf der Kündigungsfrist das Marketing eines größeren Unternehmens übernehmen mit über dreißig Mitarbeitern. Ich sehe das ja ein. Bei uns gab es für ihn keine Aufstiegschancen mehr, obwohl er eindeutig Potential hat und offenbar auch weitergehende Ambitionen. Seine Führungsqualitäten hat er bewiesen, indem er in den letzten Jahren mit stoischer Ruhe und Gelassenheit seine (oft nicht ganz einfachen) Mitarbeiterinnen gut im Griff hatte.
Die Frage ist jetzt, wie wir damit umgehen werden. Letztes Jahr war eine der Marketenderinnen frühverrentet worden, und wir hatten keinen Ersatz eingestellt. Ich hatte ohnehin vor, Marketingaufgaben zunehmend an externe Agenturen outzusourcen.
Die Marketingabteilung wird also aufgelöst. Die übrigen Mitarbeiterinnen werden dem Vertrieb unterstellt (wie es früher schon einmal einige Zeit der Fall war). Vielleicht können sie auch Aufgaben bei den Kaufleuten oder der Personalabteilung übernehmen.
Die Marketingmitarbeiterin, die ich für am vernünftigsten und zuverlässigsten halte, soll für den Kontakt zur Marketingagentur verantwortlich werden.
Wir kriegen da schon hin. Das Marketing ist entbehrlich.

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Tweets Numero m+85 //3287

Immer wenn ich einen neuen Tweet abgesetzt habe, füge ich diesen am Anfang einer Textdatei ein. So speichere ich nach und nach alle meine (neueren) Tweets. Nach jeweils 50 Zeilen mache ich einen Absatz.
Wenn ich alle zwei Wochen einen Tweeteintrag verblogge, kopiere ich den untersten dieser Absätze fürs Blog, und lösche diesen Absatz nach Veröffentlichung. Ja, so läuft das.
Auf diese Weise bin ich jetzt bei den Tweets vom 20. bis 30. April angelangt.

Alleine daheim. Höre immer wieder leise Geräusche, als wäre nebenan jemand. Stehe mehrmals auf, um nachzuschauen. Niemand zu sehen, aber wenn ich wieder zurück an meinem Rechner arbeite, klackt und scharrt es. Stelle schließlich fest, dass das Mauskabel am Gehäuse schleift.
Verhörer des Tages: sonnig statt sonic
Tweets Numero m+69 //3193 Dreitausendeinhundertdreiundneunzig
Warum kommt der Paketdienst ausgerechnet immer dann, wenn man gerade mal für eine halbe Stunde zum Einkaufen außer Haus ist?
Verleser des Tages: Freizeit statt Fehlanreiz
Alle Achtung den iberischen Ingenieuren, die nach dem #Blackout die Stromversorgung so schnell wieder hingekriegt haben! Bin gespannt, welche Folgerungen man hierzulande aus dem Vorfall schließt.
Verschreiber des Tages: Physe statt Phase
Ich gehe den Gehsteig entlang. Rechts neben mir hohe Hecken, die den Blick versperren. Plötzlich schießt aus einem kleinem Seitenweg ein Radfahrer hervor, sieht mich und kann gerade noch bremsen. Das war wieder knapp! Eigentlich hätte der dort gar nicht so schnell fahren dürfen.
Verleser des Tages: Reptilien statt Redpiller
Wie rechnet ihr 37*24? #Umfrage #Kopfrechnen [37*3*8|37*100/4-37|30*20+7*20+30*4+7*4|anders]
Verhörer des Tages: Destruktor statt Disruptor
Sonnigweißer Tag //3192 Dreitausendeinhundertzweiundneunzig
Nachbar läuft uns über den Weg. Der war früher (vor ca. 10 – 12 Jahren) noch ein ansehnlicher, stattlicher Mann. Jetzt ist er deutlich gealtert #vergreist (dick, Halbglatze, schlurfend-gebeugter Gang, trägt Schlabberkleidung) und fährt seinen Enkel im Buggy spazieren.
+Es ist deprimierend, zu sehen, wie manche Leute so extrem abbauen. Dieser Nachbar muss so um die 60 sein, zumindest nicht viel drüber. Das ist nicht besonders alt. AFAIK führte er auch einen halbwegs gesunden Lebensstil.
Verleser des Tages Oliven.. statt Onlinevideopiraterie
JC isst zur Zeit total gern Brot mit Obatzdem und Erdnussbutter.
Verschreiber des Tages: Unstieg statt Umstieg
Das war zwar nur eine kurze Arbeitswoche, aber trotzdem ungewöhnlich anstrengend. Bin jedenfalls froh, dass ich doch noch alle Aufgaben rechtzeitig geschafft habe. Werde dieses #Wochenende umso ruhiger angehen.
Verleser des Tages: [mit dem Hund im Wald] Wildern statt Wandern
Nicht nur die #Grundsteuer ist massiv gestiegen. Habe gerade die Rechnung für die Wohngebäudeversicherung meines (vermieteten) Elternhauses bekommen. Die ist in den letzten drei Jahren auch um das anderthalbfache gestiegen. Das wird alles auf die Nebenkosten der Mieter umgelegt.
Verhörer des Tages: Schaden statt Schatten
Cerebral Processing Unit //3191 Dreitausendeinhunderteinundneunzig
Immer wenn ich irgendwo lese, dass die Benutzeroberfläche verbessert oder vereinfacht wurde, kann ich drauf wetten, dass das UI stattdessen umständlicher und unübersichtlicher geworden ist.
Verleser des Tages: Totzeit statt Tourzelt
Integration ist eine Kunst, Differentiation ein Handwerk.
Verschreiber des Tages: Aufwachen statt Aufwachsen
#Grundsteuer trendet. Wer hätte denn auch ahnen können, dass für einen renovierungsbedürftigen Altbau der gleiche Steuerbetrag fällig wird wie für eine teure, moderne Villa, wenn die Flächen gleich sind.
+Während mein Mann jetzt für sein Landhaus deutlich weniger Grundsteuer zahlt, und für die Stadtwohnung auch etwas weniger, bezahle ich für meine geerbten (und erbschaftsversteuerten) Immobilien in der Alten Heimat den mehrfachen Betrag von früher.
+Es ist eigentlich nicht gerecht, dass Eigentümer von Luxusimmobilien nicht stärker zur Kasse gebeten werden, als Eigentümer, deren Grundbesitz nur einen viel niedrigeren Wert hat. Eigentlich sind solche Substanzsteuern sowieso von vornherein unfair.
Verleser des Tages: Gesang.. statt Gasangriffen
Erste #Zecke2025: rechte Kniekehle
Wichtige Datenbank in der Firma gecrasht. Bemühe mich um Schadensbegrenzung. Die anwesenden IT-ler arbeiten fieberhaft daran, die Daten wieder herzustellen. Hoffe, dass es ohne Datenverlust abgehen wird. Glücklicherweise sind noch Osterferien und deshalb weniger los.
Verhörer des Tages: Birthday statt Earthday
Suchbegriffe Numero n+28 //3190 Dreitausendeinhundertneunzig
Kaffeeautomat in Caféteria kaputt. Keine Pointe.
Verleser des Tages: Erektion statt Eieraktion
Das Produkt zweier #Primzahlzwillinge plus 1 ist durch 36 teilbar. #Funfact
Versprecher des Tages: [wirkt Sauerkraut als] Aphrodisiakum statt Abführmittel
Er fingert an den Blüten der Apfelbäume herum. „Ich hab‘ sie bestäubt.“ – „Du Bienerich!“
Stockentenpärchen bahnt sich den Weg durchs hohe Gras. Sie geht voran, er trottet hinterher.
Wollen uns unterwegs auf einer Ruhbank (die einzige weit und breit) etwas hinsetzen. Es stellt sich heraus, dass sie völlig verdreckt ist. Wo kein Vogelkot ist, ist anderer Abfall verschmiert. Warum machen Leute #Vandalen so etwas? Wir gehen lieber ohne Pause weiter.
Wenn ich nicht kochen müsste, hätten wir die Auferstehung #Resurrectio des Herrn noch öfter praktiziert.
#Mittagsmenü: Kasseler Braten, Sauerkraut, Kartoffelpüree mit Röstzwiebeln. Bananenshake als Nachtisch.
Verleser des Tages: Wasserkuppe statt Wandergruppe
Der Name ist Hase //3189 Dreitausendeinhundertneunundachtzig
Mit diesem #Thread möchte ich nur etwas testen. Manchmal kommt es vor, dass man einen längeren Gedanken ausführen will, der zu lang für 280 Zeichen in einem Tweet ist. Dann kann man den Text in mehrere aufteilen. Das ist aber oft umständlich. .. (1/5)
+.. Man muss rechtzeitig vor der Zeichenbegrenzung abtrennen, hier noch etwas umformulieren, dort noch ein paar Zeichen kürzen. Meist ist das ziemlich aufwendig, bis einigermaßen gleich lange Tweets entstanden sind. Wenn man dann auch noch .. (2/5)
+.. sinnvolle Abschnitte einhalten will, dann erst recht. Dann ist mir schon häufig aufgefallen, dass einige andere User damit anscheinend keine Probleme haben. Die Einzeltweets sind sauber getrennt und sogar manchmal durchnummeriert. Ich traue .. (3/5)
+.. diesen Usern nicht unbedingt zu, das selbst auf die Reihe zu bringen. Dafür ist strukturiertes Vorgehen nötig, das ich in diesem Fall ja selbst nicht schaffe (ohne mir mehr Zeit dafür zu nehmen, als die ganze Angelegenheit wert ist). Und woher .. (4/5)
+.. wissen die schon am Anfang, wie viele Tweets es letztendlich werden? Also habe ich mir mal selbst ein kleines Tool zusammengebastelt, das ich hiermit ausprobiere. (5/5)

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Das Ende einer Tradition //3286

Vor etlichen Jahren habe ich angefangen, mich an der Kastanienbewegung zu beteiligen. Im Herbst suchte ich mir eine Kastanie, trug die dann den ganzen Winter hindurch in meiner Jackentasche, und gab sie im Frühjahr danach wieder in die freie Natur zurück.
Ich fand es sehr angenehm und aufbauend, wenn ich unterwegs die Kastanie in meiner Tasche fühlte, die mich daran erinnerte, dass auch der strengste, kälteste und unangenehmste Winter wieder vorüber geht.

In den letzten Jahren hatte ich immer wieder Schwierigkeiten, überhaupt eine Kastanie zu finden. An meinen üblichen Wegen befindet sich kein Kastanienbaum. Wenn ich Umwege machte, um trotzdem zu einem Kastanienbaum zu gelangen, so war mir immer jemand zuvorgekommen, der alle Kastanie bereits aufgelesen hatte. Ich wollte doch nur eine einzige!
Auch heuer habe ich keine Kastanie gefunden, obwohl ich immer die Augen dafür aufgehalten habe und einige Male sogar ausdrücklich danach gesucht.

Es hat wohl keinen Zweck mehr. Ich beende diese Tradition. Im nächsten Herbst werde ich keine Kastanie mehr suchen, und mir somit einigen Frust ersparen. Sollte ich trotzdem zufällig auf eine Kastanie stoßen, kann ich es ja noch einmal überdenken, aber ich fürchte, jetzt ist endgültig Schluss damit.

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Scheiden tun weh //3285

Vor einiger Zeit hatte ich eine Sehnenscheidenentzündung am rechten Arm. Ich habe damals nicht darüber gebloggt, weil das Tippen meinen Arm belastete. Ich war froh, dass ich ein paar fertig formulierte Entwürfe hatte, die ich stattdessen veröffentlichen konnte. Ich hätte es auf Xwitter erwähnen können. Tja, hab‘ ich aber nicht – keine Lust, mich mit wirkungslosen Genesungswünschen oder Ratschlägen auseinanderzusetzen.

Es fing mit Schmerzen am Daumen an, wenn ich die Hand bewegte oder belastete. Am nächsten Tag zog sich der Schmerz den ganzen Unterarm hinauf, verschwand irgendwann vom Daumen und verschob sich zeitweise zum Handrücken, später zum Handgelenk, schließlich zum Handballen.
Der betroffene Bereich war (im Vergleich zur anderen Hand) leicht geschwollen, und kam mir etwas wärmer vor.

Ich versuchte, meinen Arm möglichst zu schonen, und stattdessen mehr mit links zu machen.
Zwar bin ich Beidhänderin, aber vieles ist einfach Gewohnheit. Da sind die vielen kleinen Bewegungen, die man völlig willkürlich macht, ohne bewusst darüber nachzudenken. Eine Tasse hochheben, die Türklinke runterdrücken, Kleider anziehen, Körperhygiene, .. Jedesmal Schmerz. Sich irgendwo abstützen oder festhalten .. Schmerz.
Dann gibt es noch so viele Tätigkeiten, für die man eigentlich beide Hände braucht. Manches geht mit einer Hand gar nicht (wie Wäscheaufhängen), anderes braucht viel länger (wie Spülmaschine ausräumen).

Am Computer bediente ich die Mouse vorzugsweise mit links. Vor allem längeres Scrollen hatte meinen Arm immer wieder belastet. Aber wenn man auch die Tastatur braucht, läuft es halt doch wieder auf beide Hände hinaus. Mit rechts unterstützte ich die nötigen Aktionen zumindest.
Aufgrund meiner Lechts-Rinks-Schwäche hatte ich schon immer Probleme, die Drehrichtung bei Wasserhähnen oder Schraubverschlüssen richtig zu wählen. Normalerweise machte das meine rechte Hand automatisch. Wenn ich aber nicht auf Anhieb den erwarteten Effekt sehe, komme ich durcheinander. Ich fange an, darüber nachzudenken, in welche Richtung ich drehen muss, und die Chance beträgt dann 50 Prozent, dass es stimmt.
Als ich jetzt die linke Hand dazu benutzen wollte, kriegte ich einen metaphorischen Knoten im Kopf. Mit rechts hatte ich das Schraubglas nicht aufbekommen (war bereits geöffnet gewesen, also nicht mehr allzu fest zu), bzw. ich brach ab, als mein Arm weh tat. Schließlich simulierte ich erst eine Öffnung mit rechts, krakelte dann mit Permanentstift einen Pfeil auf den Deckel. Mich daran orientierend, schaffte ich es dann, das Glas mit links zu öffnen.

Es sollte Kartoffelpüree zu Mittag geben. Aber das Schälen der Kartoffeln wollte ich meinem Arm nicht zumuten. Gerade das Ausüben eines gewissen Drucks, das Bewegen des Schälmessers und Drehen der Kartoffel würden meinen Arm über Gebühr belasten.
Also bat ich Carsten darum, dies zu übernehmen, was er auch tat. Er erzählte dabei, dass er beim Bund manchmal Küchendienst gehabt hatte, und dort große Mengen Kartoffeln habe schälen müssen oder andere „niedere Dienste verrichten“. Eigentlich hätte er es also können müssen. Es stellte sich jedoch heraus, dass er bei weitem nicht so gründlich war wie ich sonst. Ich musste die Kartoffeln noch nachbearbeiten und einzelne Schalenreste selbst entfernen, damit sie meinen Ansprüchen an appetitliche Zutaten genügten.
Er hält sich auch überhaupt nicht an meine Vorgaben, mein Timing und meine seit Jahren bewährten Best Practices. Ich bin froh, wenn ich sonst nicht auf seine Hilfe angewiesen bin.

Carsten meinte mehrfach, dass ich doch zum Arzt solle. Aber was hätte das gebracht? Da hätte ich erst telefonisch einen Termin ausmachen müssen, den Weg hinlaufen, eine Weile im Wartezimmer sitzen, um schließlich doch nur zu hören bekommen, ich solle den Arm schonen. Vielleicht eine Schiene oder Bandage, vielleicht irgendwelche antiphlogistischen Medikamente, die mehr Nebenwirkungen haben, als dass sie nützen. Nein, brauche ich nicht.
Stattdessen holte ich mir die Orthese, die Carsten vor ein paar Jahren wegen einer Verletzung hatte tragen müssen. Vom Placebopotential mal abgesehen, stabilisierte die Orthese meinen Arm und gab ihm Halt. Wie bei einem Exoskelett fing die Orthese so manche Kraft oder Erschütterung ab, obwohl sie nicht optimal passte. Außerdem verhinderte sie alleine durch ihre Existenz so manche schnelle Bewegung, die mir nicht gut getan hätte. Irgendwie kam ich mir mit ihr ein bisschen wie ein (Cy)Borg vor.

Ein bis zwei Wochen war ich durch die Sehnenscheidenentzündung erheblich beeinträchtigt. Danach wurde es allmählich wieder besser.

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1000 Fragen 819..833 //3284

Um ehrlich zu sein, nerven mich manche der 1000 Fragen schon, wenn es wieder einmal darum geht, was mein „Lieblings“-irgendwas ist, oder wann ich zuletzt ein bestimmtes Erlebnis hatte. Nun ja, inzwischen befinde ich mich im letzten Fünftel, und werde den Rest auch noch hinter mich bringen. Nehmen wir die Fragen als Wege zur Selbsterkenntnis. Gnothi seauton!

819. Bist du dir deiner selbst bewusst? (284)
Ja, natürlich. Cogito ergo sum.
[Ich habe diese Frage spaßeshalber mal einigen KI-Bots gestellt. Grok und ChatGPT haben sofort verneint, Perplexity.ai ist der Frage jedoch zunächst ausgewichen, und hat erst nach Rückfrage verneint.]

820. Wie heisst dein Lieblingsfilm auf Youtube? (942)
Hab‘ ich nicht.

821. Was würdest du auf dem roten Teppich tragen? (578)
Keine Ahnung.

822. Was darf bei einem guten Fest nicht fehlen? (356)
Da mache ich keine Vorgabe.

823. Denkst du oft darüber nach, wie Dinge hergestellt werden? (610)
Ob „oft“, weiß ich nicht. Gelegentlich schon. Produktionsprozesse sind doch interessant.

824. Was bringt dich zum Lachen? (860)
Unter anderem Nerdwitze.

825. Hängst du an Traditionen? (328)
Nur an denen, die ich selbst eingeleitet habe.

826. Fühlst du dich wohl in deiner Haut? (881)
Normalerweise schon.

827. Welches Wort sagst du zu häufig? (117)
Wenn es so eines gibt, bin ich mir dessen nicht bewusst.

828. Worauf achtest du bei jemandem, dem du zum ersten Mal begegnest? (601)
Bewusst auf gar nichts. Deswegen vergesse ich die Leute ja auch gleich wieder.

829. Was hat dich früher froh gemacht? (82)
Ein Eis.

830. Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? (15)
Muss im Sommer gewesen sein. Oder?

831. In welchen Punkten unterscheidest du dich von deiner Mutter? (297)
Da gibt es einige. Am markantesten dürfte ihre Religiosität gewesen sein, die mir nun wirklich völlig abgeht.

832. Wie hoch war das höchste Gebäude, das du je besucht hast? (463)
Das weiß ich jetzt nicht mehr, weil es mir absolut gleichgültig ist. Vielleicht irgendein Aussichtsturm.

833. Machst du es dir manchmal unnötig schwer? (868)
Vermutlich.

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breakplaining: Folgen und Reihen //3283

Eine Folge ist eine Sequenz von Zahlenwerten x_0, x_1, x_2, x_3, .. x_k. Obwohl die Zahlen im Grunde genommen beliebig und zufällig sein können, sind mathematisch die Folgen interessant, die man über definierte Zusammenhänge eindeutig berechnen kann.
Dafür gibt es zum einen die geschlossene Form, bei der eine Folge durch eine Formel in Abhängigkeit vom Index berechnet wird. Beispielsweise lässt sich die Folge der Zweierpotenzen darstellen als x_n = 2^n (mit n als natürlichem Index von 0 bis Unendlich). Gebräuchlich ist diese Form etwa für die Berechnung des Kapitals K_n mit festem Zinssatz p nach n Jahren: K_n = K_0 * (1+p)^n („Zinseszins“)
Andere Folgen berechnen sich rekursiv aus vorangegangenen Werten sowie einem Anfangswert. Reziproke Zweierpotenzen lassen sich etwa berechnen als x_0 = 1, x_n = x_(n-1)/2. Ein Beispiel für eine Folge, die sich rekursiv aus mehreren früheren Werten berechnen lässt, ist die Fibbonacci-Folge x_0 = 1, x_1 = 1, x_n = x_(n-1) + x_(n-2).

Eine Folge kann unbeschränkt gegen Unendlich gehen (z.B. Zweierpotenzen), gegen einen festen Wert gehen (z.B. radioaktiver Zerfall geht für viele Halbwertszeiten gegen 0), oder auch in eine periodische Folge münden.
Letzteres kennen wir alle von der Division einer ganzen Dezimalzahl durch eine andere, teilerfremde Primzahl (außer Potenzprodukte aus 2 und 5). Die Grandi-Folge (-1)^n flippt zwischen -1 und +1 hin und her.
Ein aufwändigeres Beispiel wäre das Collatz-Problem, bei dem vermutet wird, dass es immer in den Zyklus 4 – 2 – 1 mündet. Man beginnt mit einer beliebigen positiven, natürlichen Zahl. Ist diese gerade, wird sie halbiert. Sonst multipliziert man sie mit 3, und addiert 1 zu diesem Produkt (wodurch wieder eine gerade Zahl entsteht). Fangen wir exemplarisch mit 42 an. Die folgenden Werte sind 21, 64, 32, 16, 8, [Rosi’s Telefonnummer], und schließlich 4, 2, 1, was bis in alle Ewigkeit wiederholt wird.

Bei einer Reihe werden die Werte einer Folge aufsummiert.
Die arithmetische Reihe summiert Werte auf, die eine konstante Differenz zu ihrem Folgewert haben. Das einfachste Beispiel ist die Summation natürlicher Zahlen, für deren Partialsummen man 1, 3, 6, 10, 15, .. (sog. „Dreieckszahlen“) erhält. Bereits als Kind fiel mir diese Folge auf, weil sie sich ergab, wenn man Treppen mit Legoteilen baute. Irgendwann leitete ich mir selbst die Formel n*(n+1)/2 her, die ich später auch beim Pascal’schen Dreieck oder Binomialkoeffizienten wiederfand.
Die geometrische Reihe summiert Werte mit konstantem Verhältnis q zum Folgewert. Nehmen wir die Folge, bei der jeder Wert die Hälfte des vorangegangenen ist (also q = 1/2). Mit dem Startwert 1/2 erhalten wir für die Reihe 3/4, 7/8, 15/16, .. , was letztendlich gegen 1 als Grenzwert geht. Dies wäre auch das Ergebnis der entsprechenden unendlichen Reihe, für die man (für Summation ab n = 1, |q| kleiner 1) allgemein q/1-q erhält.
Die harmonische Reihe über 1/n divergiert und wächst logarithmisch.
Die unendliche Reihe über alle Summanden der Form 1/n! geht gegen die Euler’sche Zahl e.
Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich irgendwann einmal vorgeführt habe, wie man pi mit einer alternierenden Reihe (Leibniz-Reihe) berechnet, habe den Eintrag aber nicht gefunden. Vielleicht habe ich es auch nur mal erwähnt. Jedenfalls ergibt sich ein Viertel von pi als Grenzwert der unendlichen Reihe über alle (-1)^n/(2*n+1) – das heißt die reziproken Werte aller ungeraden Zahlen werden aufsummiert, wobei das Vorzeichen jedesmal wechselt. Ist es nicht ungeheuer faszinierend, dass man nur durch Addition bzw. Subtraktion rationaler Kehrwerte die transzendente Kreiszahl pi berechnen kann?

Eine Potenzreihe ist eine Reihe mit Gliedern der Form a_n * x^n. Besonders bedeutsam ist die Taylor-Reihe, mit der sich analytische Funktionen approximieren lassen.
Als letztes Beispiel nenne ich noch die Fourier-Reihe, mit der man periodische Funktionen annähern kann. Dabei wird über Sinus- und Kosinusterme summiert, je nach Geschmack auch über cis(x) bzw. e^(i*x).

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Entropische Totalreflexion //3282

Carsten hatte angerufen, dass er erst später heimkommen würde.
„Wieso denn? Was ist los?“, wollte ich wissen.
„'zähl ich dir später.“ Schwupps, aufgelegt.

Nun ja. Wir hatten nichts besonderes vor, wollten uns nur einen gemütlichen Abend machen.
Ich aß dann mit Johannes zu Abend, wir schauten ein bisschen fern, ich las ihm eine Geschichte vor, bevor ich ihn zum Zähneputzen antrieb und schließlich zu Bett brachte. Johannes war enttäuscht, weil sein Vater normalerweise abends etwas Zeit mit ihm verbringt.
Sonst geht Carsten meistens schon sehr früh ins Bett, und folglich ich auch. Nur wenn er nicht da ist, weil z.B. verreist, bleibe ich deutlich länger auf. Ich schlafe nur ungern allein, akzeptiere das aber, wenn er aus guten Gründen verreist ist.

Carsten war immer noch nicht zurück. Allmählich überlegte ich, ob ich ihn anrufen solle, konnte mich aber nicht fest dazu entschließen. So wurschtelte ich noch eine Weile am Computer herum.
Irgendwann wollte ich das aber nicht mehr. Ich bin es nicht gewohnt, bis deutlich nach Mitternacht aufzubleiben, und schließlich musste ich ja am nächsten Tag auch wieder früh auf.
Also ging ich dann doch ins Bett, wo ich allerdings so alleine nicht einschlafen konnte, und mich nur hin und her wälzte.

Nach drei Uhr nachts war Carsten dann wieder da. Normalerweise rede ich nicht im Bett, weil mir dann die Bettschwere abhanden kommt. Aber da ich eh nicht schlafen konnte, kommt es darauf auch nicht mehr an.
Ich fragte ihn also, warum er erst jetzt käme.
„Darüber unterhalten wir uns besser erst morgen früh“, meinte er, „ich bin müde.“
„Morgen früh haben wir keine Zeit dafür“, erwiderte ich, „sag’s mir jetzt gleich.“
„Ach, Anny, ..“ Er begann mit eiskalten Händen über meinen Körper zu streichen. Ich schauderte zurück.

Er seufzte. „Also gut. Astrid hat mich angerufen. Sie war völlig aufgelöst ..“
Aus seinen Worten ergab sich, dass Frau Hilflo-Seerbin wohl Eheprobleme mit ihrem Mann hatte. Dabei sind die gerade mal ein halbes Jahr verheiratet. Was genau vorgefallen ist, weiß ich auch nicht. Er hat ihr Vertraulichkeit zugesagt und wollte mir keine Einzelheiten nennen.
Jedenfalls war sie scheinbar so verstört und außer sich, dass er zu ihr hinfuhr, um ihr beizustehen und sie aufzumuntern.
„Du hättest mich wirklich zwischendurch mal anrufen können, um mir zu sagen, was los ist.“
„Ich hatte dir doch Bescheid gegeben, dass ich später kommen würde. Dass es so lange dauern würde, hatte ich nicht gedacht. Später wollte ich dich dann nicht stören, weil du wohl schon im Bett warst.“
„Wenn du nicht da bist, bleibe ich mindestens bis Mitternacht auf“, warf ich ein, „das weißt du doch.“
„Ich hätte sowieso keine Gelegenheit gefunden. Wenn ich eine weinende, verzweifelte Frau tröste, kann ich schließlich schlecht unterbrechen, nur um daheim anzurufen.“
„Dann kann ich ja froh sein, dass du es überhaupt noch geschafft hast, heimzukommen“, rief ich sarkastisch, „hat sie sonst denn niemanden, der sie \“trösten\“ könnte? Muss sie dazu einen Familienvater von seinen familiären Pflichten fernhalten?“
„Ihre Freunde sind wohl in erster Linie die von ihrem Mann, und ihre eigenen Freunde und Verwandten wohnen weiter weg“, erklärte er und fuhr fort, „als Astrid sich endlich beruhigt hatte, bot sie mir an, im Gästezimmer zu übernachten, aber ich wollte heim zu dir.“
Kurz überlegte ich. Ich wollte jetzt nicht überreagieren und die Sache eskalieren lassen, sondern beschloss, den Vorfall als einmaligen Ausreißer hinzunehmen.
„Das darf sich aber nicht wiederholen!“, schloss ich das Gespräch ab. Ich behalte mir vor, die Geschichte ggf. wieder aufs Tapet zu bringen.

Inzwischen hatte er sich wieder soweit aufgewärmt, dass ich nicht mehr zurückwich, als er sich zwischen meine Beine schob.

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Tweets Numero m+84 //3281

Typischerweise erstreckt sich meine Wiederholung von 50 früherer Tweets auf einen Zeitraum von mehr oder weniger als etwa zwei Wochen (diesmal vom 11. bis 20. April) und bietet eine vielfältige Mischung ganz unterschiedlicher Themen.

#Mittagsmenü: Gyros mit viel Gemüse, Salzkartoffeln, Paprika-Quark, gemischter Salat. Bananenshake als Nachtisch.
Verleser des Tages: beruflichen statt beachtlichen [Erfolg]
Dieses Phänomen, wenn man programmiert hat, in der #Debugging-Phase ein paar kleine intuitiv-experimentelle Änderungen vorgenommen hat, und plötzlich funktioniert der #Code, und man weiß gar nicht, warum.
Verschreiber des Tages: Auazug statt Auszug
Vögelnde Vögel gesehen: Sperber, Störche, Tauben. Nein, mit #Ornitologie kenne ich mich nicht aus.
Vorhin #ausGründen mit meiner Schwester telefoniert. Ich erinnere mich jetzt wieder, wie Buben mit knatternden Ratschen an den Kartagen durch Straßen und Gassen gezogen sind. #Grabesruhe
Verleser des Tages: Flirtteam statt Filmteam
C-A-F-F-E-E. Ich trink‘ noch mehr Kaffee.
Verhörer des Tages: ovo statt oro
Gutgemeinte Hilfe kann mehr Arbeit machen, als hätte man’s ganz bleiben lassen. Beispiel: Mein Mann bringt den Komposteimer weg. Ich hätte ihn aber noch gebraucht, um Gemüseabfall reinzutun. Hab ihn dann erst gesucht, weil er weg war, ..
+.. hatte dann den Aufwand, den Abfall irgendwo zwischenzulagern und musste doppelt saubermachen. Später hätte ich ja eh runter gemusst und den Eimer dann mitgenommen. Wenn man helfen will, muss man das Timing vorher absprechen.
Verleser des Tages: beneidenswert statt beendenswert
#Mittagsmenü: Seelachsfilet in Zwiebel-Sahne-Sauce, Gemüsereis, Eisbergsalat mit Feta, Walnüssen, getrockneten Tomaten. Eis mit Schmoräpfeln (die letzten der Saison)
Versprecher des Tages: Vulkane statt Vokale
Anders als geplant //3188 Dreitausendeinhundertachtundachtzig
Vielleicht nur mein subjektiver Eindruck, aber in den letzten Jahren scheint sich die Zahlungsmoral stark verschlechtert zu haben. Jedenfalls musste ich in letzter Zeit öfters ausstehenden Zahlungen nachlaufen und mehrfach Zahlungserinnerungen an die Schuldner schreiben, ..
+.. bis sie endlich die Rechnung beglichen. Das ist mir in früheren Jahren zwar auch schon passiert, aber nicht so oft. Es ist wirklich ärgerlich, wenn Geld, das einem zusteht, nicht pünktlich überwiesen wird. Schließlich habe ich selbst ebenfalls Verpflichtungen.
Verleser des Tages: [meine] Königin statt Kollegen
Hähncheninnenfilet? Schon recht irritierend, wie Federvieh jetzt auch gegendert wird.
Verschreiber des Tages: Pupps statt Pumps
Ungewöhnlich lange Schlange vor der Kasse beim Einkaufen. Vor mir Dame mit eskenesker Miene beschwert sich lautstark. Die anderen Wartenden bleiben gelassen. Kassiererin entschuldigt sich später für kurzfristigen Personalengpass.
Verleser des Tages: Strahlenschutz statt Strahlensatz
Er trinkt manchmal #Hopfentee. „Der schmeckt wie Bier. Mit einem Schnaps drin, könnte man ihn glatt als Bier verkaufen.“ #Reinheitsgebot
Verhörer des Tages: Farmer statt Pharma
Tweets Numero m+68 //3187 Dreitausendeinhundertsiebenundachtzig
#BusinessLunch mit Geschäftspartnern. Stelle beim Hauptgang plötzlich fest, dass meine Strumpfhose ein großes Loch oben beim Rocksaum hat. Bin dann so lange wie möglich sitzengeblieben.
Es ist wieder mal Zeit für einen neuen #Profiltext: „Expertin für #Integration und #Transformation. Geliebte des Chefs. Dem #Krabbenkorb entkommen. MILF, Nerd und (Ex-)Programmierschlampe. Vive la différence!“
Verleser des Tages: Selbstverwirklichung statt Selbstverwaltung
Potentieller Kunde in LA möchte Online-Meeting. 10 Stunden Uhrzeitdifferenz. Kommt nicht in Frage.
Verschreiber des Tages: Kink statt Link
Oberste Priorität einer Regierung sollte das Wohl der eigenen Bevölkerung sein. Nicht Klima, nicht Ukraine, nicht Migranten, .. sondern die Menschen, die hier leben, arbeiten, Steuern bezahlen und das ganze System am Laufen halten. Die Zielsetzung hier ist so verrutscht.
Verleser des Tages: chaotische statt christliche
Nicht nur der #Kaffee, auch die #Torte beim Bäcker ist teurer geworden. Statt 2.50 €/St. jetzt 3.50. Das ist eine #Preiserhöhung um 40%. Ich werde meine Besuche reduzieren.
Verhörer des Tages: neun statt neuen
Zum Tango gehören zwei //3186 Dreitausendeinhundertsechsundachtzig
Laufen beim #Spaziergang an einer großen #Schafherde vorbei. Ein paar Lämmer sind über einen (ausgetrockneten) Graben ausgebüxt. Ein Hütehund treibt sie zurück auf die Wiese zu den anderen.
#Mittagsmenü: Ofennudeln (Lasagne), gemischter Salat. Eis und Schmoräpfel als Nachtisch.
Verleser des Tages: „wer braut baucht ..“ statt „wer baut braucht ..“ (sic!)
Er: „Es müsste dringend wieder einmal regnen.“ – Ich: „Let it rain ..“
+Nur ein paar Stunden vorbei, und – siehe da! – nach meinem #Regentanz und -gesang hat es jetzt tatsächlich ein paar Tropfen geregnet.
Verschreiber des Tages: Tittivillus statt Titivillus
+Titivilus hat schon wieder zugeschlagen. Irgendwie ist das rekursiv.
Spaziergang. Halten nach #Löwenzahn Ausschau, aber kaum einer zu sehen. Zu trocken. Ein Bauer hat einen kleinen Weg, den wir sonst gerne gehen, zugeackert. Also müssen wir wieder den gleichen Weg zurück. Keine halbe Stunde später blühen dort plötzlich viele Löwenzahn-Blüten.
C kommt zufällig vorbei, als ich gerade die Waschmaschine ausräume. Ich trage wieder einen Frühlingsrock (zwar schon alt, aber kurz und eng). Es gelingt mir gerade noch, ihn zu vertrösten, bis ich die Wäsche aufgehängt habe.
Eine #Pizza ist ungefähr rotationssymmetrisch. Immer wenn ich sie anschneide, um sie in Sektoren zu zerteilen, wird mir die #Symmetriebrechung bewusst.
Verleser des Tages: Edeka statt Erika
JC tanzt auf der Terrasse mit seinem Plüschelefanten.
Verhörer des Tages: [dass Veränderung] wehtun statt gelingen [kann]
Jede Fehlentscheidung, jeder Misserfolg der kommenden Regierung wird die Opposition stärken.
Verleser des Tages: Brüste statt Brüssel

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Schulfreundinnen im Gymnasium //3280

Über die ersten Freundschaften in meiner Kindheit hatte ich bereits gebloggt. Eigentlich kann ich einen entsprechenden Beitrag auch über meine Zeit auf dem Gymnasium schreiben.

Von meiner Grundschulklasse kannte ich Meike, die in meiner Nähe wohnte. Es lag nah, dass wir den Schulweg zusammen zurücklegten.
Als wir am ersten Schultag unsere Plätze im Klassenzimmer nebeneinander einnahmen, sprach uns ein Mädchen an, das hinter uns saß. Zusammen mit deren Banknachbarin waren wir dann in der Schule meistens zusammen, luden uns auch gegenseitig zum Geburtstag ein.
In der 6. Klasse kam dann noch eine weitere Schülerin zu unserem Kleeblatt hinzu, die die Klasse wiederholen musste.
Als Meike und ein anderes dieser Mädchen in der 7. Klasse sitzenblieben, löste sich unsere Gruppe auf.

Jetzt war ich meistens mit $E zusammen. Wir verstanden uns gut. Sie war etwas älter als der Rest der Klasse, und deshalb bereits reifer und durchaus gebildet und belesen, weil sie – genau wie ich – in ihrer Freizeit viel las. Sie galt als Streberin, und weinte, wenn sie – was selten passierte – eine schlechte Note hatte. [Sie war eines der wenigen Akademikerkinder, das mit Englisch angefangen hatte. In den meisten Fällen nahmen Akademikerkinder Latein als 1. Fremdsprache und Nicht-Akademikerkinder Englisch.]
Den Schulweg legte ich jetzt häufig mit einem Mädchen zurück, das in meiner Nähe wohnte, aber im Jahrgang unter mir war.

Ab der 10. Klasse wurden die Klassen neu durchmischt. Wir hatten uns aussuchen dürfen, ob wir lieber in Kunst oder Musik unterrichtet werden wollten. Die meisten der Klasse hatten Kunst gewählt. Nur $E, ich und noch ein Junge wollten lieber Musik. Deshalb kamen wir dann in eine Parallelklasse, wo wir uns mit zwei anderen Mädchen anfreundeten. Auch meine Cousine Kathrin war dabei, die ich zwar schon von kleinauf gekannt hatte, in der Schule aber bisher nur wenig Kontakt gehabt hatte.
Zwei weitere Schuljahre gingen ins Land.

In der Kollegstufe lief dann wieder alles anders. $E, Kathrin und ich hatten alle unterschiedliche Leistungskurse gewählt. Dafür kamen wir in Kontakt mit einigen anderen Schülerinnen (aus Klassen mit Latein als erster Fremdsprache). Teils kannte ich sie vom Sportunterricht, den wir Mädchen immer zusammen mit einer Parallelklasse gehabt hatten. Das einzige andere Mädchen im Physikleistungskurs hatte ich früher einmal im Religionsunterricht kennengelernt, den wir Katholiken zusammen mit einer Parallelklasse hatten.
Jedenfalls bildeten wir jetzt eine neue Clique. Wir trafen uns in den Pausen im Schulhof, unternahmen ein paar Mal etwas in unserer Freizeit zusammen (z.B. Pizza essen gehen). Unsere Abifahrt begingen wir größtenteils gemeinsam.
Nach dem Abitur trennten sich unsere Wege. Einige studierten an der gleichen Uni wie ich, so dass ich sie noch hin und wieder traf. Aber nach und nach verflüchtigte sich unser Kontakt.
Mit Kathrin habe ich noch gelegentlich Kontakt, weil sie meine Cousine ist. Sie wiederum trifft sich noch manchmal mit einigen früheren Mitschülerinnen, die in der Gegend geblieben sind.

Im Studium änderte sich vieles. Bis dahin hatte ich eigentlich nur nähere Bekanntschaften mit anderen Mädchen. Plötzlich befand ich mich dann zum allergrößten Teil zwischen Männern. Das war damals eine große Umstellung für mich, die sich aber insgesamt als höchst angenehm herausstellte. Endlich war ich unter Menschen, die ähnlich nerdig drauf waren wie ich. Der Druck, den ich latent immer empfunden hatte, mich an mein Umfeld anzupassen, war verschwunden.

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Vorbereitung zum Abschluss //3279

Kürzlich war wieder eine Arbeitskreissitzung, und diesmal fand der Arbeitskreis einen Konsens bezüglich der Spezifikation, an der ich gearbeitet hatte.
So wie Sebastian angeregt hatte, wird es zwei Varianten geben. Mein Vorschlag hat einen klangvollen Namen und wird gleichrangig mit der anderen Variante genannt, also ohne dass ein Default angegeben wird. Nur eine vage Formulierung, dass jeder Implementor sich je nach den jeweiligen Anforderungen und Bedürfnissen eine Variante aussuchen kann, steht dabei. [Jeder mit etwas Sachverstand, der sich für eines der beiden Konzepte entscheiden muss, wird meine Variante wählen. Die andere ist maßgeschneidert nur für die aktuellen Erfordernisse eines einzigen Herstellers und passt ausschließlich dafür. Klassischer Fall von Overfitting.]

Als nächsten Schritt muss ich mein Dokument jetzt noch einmal überarbeiten, um die Einbindung in den Standard vorzubereiten. Ein paar Remarks der anderen Mitglieder werde ich auch noch umsetzen. Das sind alles keine großen Sachen, vor allem formale Änderungen und Anpassungen. Ich muss aber noch auf ein paar bestimmte Daten warten, für die ich auf die Zuarbeit anderer angewiesen bin. Mir wurde aber zugesagt, dass ich die zügig bekomme.
Wenn also alles klappt, sollte es kein großes Problem sein, das Dokument noch in diesem Jahr fertig zu kriegen. Eine Qualitätssicherung, also detaillierte Kontrolle und Überprüfung durch dritte Personen, ist nicht vorgesehen. Kein Wunder, dass ich früher immer wieder teils schwerwiegende Fehler in der Dokumentation gefunden habe. Erst letztens war wieder ein dicker Brummer dabei. Es liegt in meiner eigenen Verantwortung, das Dokument selbst gründlich und sorgfältig durchzusehen.
Wenn ich soweit bin, schicke ich mein Dokument an den Vorsitzenden des Arbeitskreises, der es wohl mal grob durchschauen wird. Der gibt es dann weiter an Sebastian, der bestimmt auch einen Blick darauf wirft und es dann für die Veröffentlichung zusammen mit weiteren Änderungen des Standards vorbereiten wird. Die Veröffentlichung wird voraussichtlich noch im Januar stattfinden. Dann ist es offiziell freigegeben und wird weltweit benutzt werden (in den ersten Jahren wohl erst einmal nur langsam, aber im Laufe der Zeit wird es sich durchsetzen).

Wer sich schon einmal Gedanken gemacht hat, wie technische Normen, Standards, Richtlinien zustande kommen – so ungefähr läuft das.

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1000 Fragen 804..818 //3278

In meiner Schulzeit war Buß-und-Bettag ein Feiertag, den ich ansonsten gar nicht wirklich wahrgenommen hätte. Am Mittwoch musste ich abends sowieso immer in die Kirche.
Außer Buß-und-Bettag ist heute auch der Internationale Männertag.
Unabhängig davon fahre ich fort mit der Beantwortung der 1000 Fragen.

804. Welche Jahreszeit entspricht deinem Typ am ehesten? (24)
Mal davon abgesehen, dass ich solche Vergleiche ziemlich absurd finde – wenn ich mich festlegen muss, dann würde ich Frühjahr sagen, denn dann geht alles aufwärts und wird besser.

805. In welchen Sprachen kannst du dich verständlich machen? (913)
„Verständlich“ ist ein weites Feld. Deutsch und Englisch klappen noch am besten. Französisch und Spanisch vielleicht halbwegs, wenn es um einfache Zusammenhänge geht. Verstehen tue ich auch etwas Italienisch. In weiteren Sprachen (u.a. Griechisch und Klingonisch) kann ich noch ein paar einzelne Ausdrücke.
Programmiersprachen verstehe ich etliche, so dass ich sie zumindest lesen und kleinere Änderungen machen kann.

806. Wie sieht dein Auto innen aus? (981)
Ich habe kein Auto.

807. Was magst du am Sommer am liebsten? (544)
Dass es schön warm ist, und man leicht bekleidet herumlaufen kann, ohne zu frieren.

808. Wer hat für dich Vorbildfunktion? (531)
Wenn überhaupt jemand, dann höchstens Mr. Spock.

809. Wie eitel bist du? (351)
Ein wenig wohl schon, aber nicht übermäßig.

810. Was würdest du mit einer Million Franken tun? (456)
Es gibt gut vier Millionen Franken. Warum sollte ich dann mit einer Million etwas tun wollen? Hm .. es wäre schon ein gigantischer Chor.

811. Wer beschützt dich? (877)
Wenn wir zusammen spazieren gehen, beschützt mich mein Mann ggf. vor Hunden.

812. Auf welchem Gebiet sind Frauen besser als Männer? (946)
Gebären und stillen. Es gibt zwar andere statistisch signifikante Unterschiede, die können für Individuen aber erheblich abweichen.

813. Füllst du gern Tests aus? (180)
Kommt drauf an, was für Tests. Testprotokolle eher nicht, aber das kann ich delegieren.

814. Kannst du mit einer Person des anderen Geschlechts eine Freundschaft haben? (766)
Natürlich. Eine sexuelle Spannung ist zwar meistens vorhanden, aber die braucht man ja nicht umzusetzen.

815. Wie oft am Tag bist du auf Facebook? (47)
Gar nicht. Ich nutze kein Fakebook.

816. Was gibt dir in schweren Zeiten Halt? (554)
Das Wissen, dass ich in der Vergangenheit bereits schwierige Situationen bewältigt habe, und deshalb darauf vertrauen kann, auch über diese Krise hinwegzukommen. In einem halben Jahr sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

817. Was ist das Verrückteste, das du jemals getan hast? (465)
Dazu fällt mir spontan nichts ein, obwohl es bestimmt die eine oder andere Aktion gegeben hat, die man als „verrückt“ bezeichnen könnte. Hm .. als kleines Kind hab‘ ich mal meine Schuhe einen kleinen Bach entlang schwimmen lassen. Meine Mutter konnte sie zum Glück gerade noch herausfischen.

818. Hast du gern mehrere Eisen im Feuer? (885)
Diversifikation ist wichtig. Wenn es einmal nicht klappt, hat man noch Alternativen, Redundanz und einen Fallback.

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A Lost Weekend //3277

Der Vorteil der Corona-Maßnahmen war, dass viele gesellschaftliche Events nicht mehr durchgeführt wurden. So manche Tradition schlief völlig ein. So sind die gelegentlichen Treffen einer Gruppe von Geschäftsführern ganz zum Erliegen gekommen.
Zwei oder drei wollten nun diese Treffen wiederaufleben lassen und organisierten ein Teilwochenende in einer geeigneten Umgebung.
Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust gehabt, mich zu beteiligen. Aber Carsten überredete mich. Das wäre ein rein privates Wochenende, ohne Geschäftstermine, keine Trennung zwischen Männern und Frauen, jeder könne sich an den vorgesehenen Freizeitaktionen beteiligen oder auch nicht, Johannes würde mitkommen, es würden auch ein paar andere Kinder dabei sein, ich könne die Gelegenheit nutzen, mal wieder zu schwimmen, denn es gäbe ein großes Indoor-Schwimmbecken.
Also stimmte ich zu.

Wir reisten dann am Freitag Nachmittag an (ist schon ein bisschen her).
Nach dem gemeinsamen Abendessen gab es ein kleines Unterhaltungsprogramm.
Es waren zwar einige Kinder anwesend, aber ungefähr in Johannes‘ Alter gab es nur ein Mädchen, mit dem Johannes nicht spielen wollte, weil es „die Haare hat wie die Silke, und die Silke ist dumm“. [Silke ist das engelsbegeisterte Mädchen im Kindergarten. Nur scheinbar beurteilt er jene dabei nach ihrer Frisur. Sie war tatsächlich eine verzogene, freche Göre. Silke dagegen ist im Grunde ein liebes Mädchen, nur leider recht unbedarft und töricht.]
Etwas später konnten wir Johannes als Vorwand nehmen, uns zeitig zurückzuziehen. Johannes war aber noch aufgekratzt und konnte lange nicht einschlafen.

Das Essen im Event-Hotel war recht gut, auch die Zimmer angenehm gestaltet.
Darüber hinaus gibt es aber kaum noch etwas Positives zu berichten.
Ich hatte mich auf das Schwimmbecken gefreut, musste aber zu meinem Leidwesen erfahren, dass es aufgrund irgendwelcher Baumaßnahmen aktuell nicht genutzt werden konnte.
Alle Männer, ein paar der Frauen und älteren Kinder wollten eine Kletterhalle besuchen. Das reizte mich überhaupt nicht. Außerdem war Johannes noch zu jung, um mitzukommen. Ich blieb also zurück. Die ebenfalls zurückgebliebenen Frauen wollten zusammen in die Sauna gehen. So tief bin ich noch nicht gesunken, dass ich mit anderen Frauen zusammen in die Sauna gehe. Wieder lieferte Johannes eine gute Begründung, warum ich nicht mitkommen könnte. [Eigentlich hätte es im Hotel sogar eine Kinderbetreuung gegeben, aber das war ihnen wohl gar nicht bewusst gewesen.]
Nach einigem Hin und Her spaltete sich eine Gruppe ab, die stattdessen eine Kunstausstellung besuchen wollte. Das interessiert mich sowas von überhaupt nicht! Etwas anderes wäre es gewesen, wenn es eine naturkundliche oder technische Ausstellung gewesen wäre. Etwas in dieser Art gab es leider nicht in der Umgebung. Mir irgendwelche zusammengeklecksten Gemälde anzuschauen, dazu habe ich wirklich nicht die geringste Lust.
Warum wird man immer wieder unter Rechtfertigungsdruck gesetzt, wenn man nicht an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilnehmen will?

Mit Johannes zusammen machte ich einen kleinen Spaziergang in die nähere Umgebung. Aber es war mir bald zu kalt, das Wetter ohnehin nur trüb.
Das WLAN des Hotels stellte sich als unzuverlässig heraus, langsam und immer wieder Abbrüche. Schließlich fand ich ein Fernsehprogramm, das zumindest Johannes interessierte.
Am Sonntag Morgen reisten wir gleich nach dem gemeinsamen Frühstück zurück.

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Verlernt, vergessen und verloren //3276

Es ist schon ein paar Monate her, als ich auf eine gerade veröffentlichte Studie aufmerksam wurde. Es drängte mich, meine Gedanken und Assoziationen dazu aufzuschreiben, aber ich kam lange nicht dazu. Immerhin hatte ich mir notiert, dass ich mal darüber bloggen wollte. Ich fürchte, ich habe einen ziemlichen Teil vergessen, von dem, was ich eigentlich schreiben wollte. Vielleicht fällt mir ja nachträglich noch etwas dazu ein.
Es ging darum, dass eine bestimmte Berufsgruppe (aus der sich die Benutzer unserer Geräte größtenteils rekrutieren) gewisse Fähigkeiten deutlich verloren hat, seit sie mit KI-Anwendungen wie Evalyze arbeiten. Das überrascht zwar nicht, aber mit dieser Studie wurde es – zumindest für diesen Use Case – nachgewiesen.

Grundsätzlich sind KI-Bots toll! Was man mit denen alles machen kann!
Du hast irgendeine Frage? Der KI-Bot deines Vertrauens ist Experte für das Thema. Anstatt in einer langen Liste von Suchergebnissen herumzuklicken, und selbst einzelne Webseiten nach einer passenden Antwort zu durchkämmen, macht das der KI-Bot für dich, und antwortet beliebig ausführlich. Du kannst Rückfragen stellen, bis alle Unklarheiten beseitigt sind. Gerade auch, wenn du eine so banale Frage hast, so dass du nur nichtssagende Suchbegriffe hast, bei der die Nadel mit der erwünschten Antwort im Heuhaufen der Suchergebnisse sonst untergeht, gibt dir der KI-Bot schnell die Antwort, nach der du gesucht hast. Du kannst deine ursprüngliche Frage ja jederzeit verfeinern.
Oder du hast ein Problem mit deinem Computer? Statt etliche Foren danach zu durchwühlen, leitet dich der KI-Bot zielgerichtet zu einer Lösung.
Du brauchst für deine Arbeit bestimmte Daten? Der KI-Bot unterstützt dich bei der Recherche, indem er relevante Quellen verlinkt und die Daten übersichtlich darstellt oder sonst aufbereitet.
Du musst ein sehr langes Dokument lesen? Der KI-Bot spart dir Zeit, indem er eine Zusammenfassung erstellt. Du selbst kannst dabei Schwerpunkte bestimmen oder Einzelheiten hinzufügen lassen.
Du suchst einen bestimmten Begriff? Ein Wort oder alternative Formulierung fällt dir gerade nicht ein? Der KI-Bot weiß Bescheid.
Du lernst für Schule oder Studium neuen Stoff? Der KI-Bot erklärt dir alles so ausführlich, wie du magst. Er geht auf deine Rückfragen ein, bleibt dabei geduldig und wird nie müde oder abgelenkt, hat rund um die Uhr Zeit. Ganz egal, wie trivial deine Fragen sind, er antwortet so lange, bis du alles verstanden hast. Du brauchst keine Scheu zu haben, auch mal eine „dumme“ Frage zu stellen. Der KI-Bot wird sich nicht darüber lustig machen, sondern bleibt stets sachlich.
Du musst dich auf eine Prüfung oder ein wichtiges Gespräch vorbereiten? Der KI-Bot übt und trainiert mit dir. Er nimmt dabei jede erwünscht Rolle vom konstruktiv-wohlwollenden Mentor bis zum kritischen Advocatus Diabolus ein.
Du sollst einen Vortrag halten? Der KI-Bot hilft dir bei der Vorbereitung. Er erstellt ein grobes Konzept, das du dann im Dialog mit ihm verfeinern und erweitern kannst. Er gibt dir Feedback zu deinen eigenen Ideen.
Du willst einen längeren Text schreiben? Der KI-Bot kann ihn nicht nur überprüfen auf orthographische und grammatikalische Korrektheit. Er checkt auch die Richtigkeit der genannten Fakten und gezogenen Schlüsse. Er macht Formulierungsvorschläge und diskutiert mit dir geduldig den Inhalt von der Warte einer hochkompetenten Person aus.
Du möchtest die Argumentation einer anderen Person widerlegen? Der KI-Bot kann das mindestens genauso gut, und erspart dir die Mühe, die Behauptungen der Person selbst gegenzuchecken. Er ist schlagfertig, bleibt dabei aber stets höflich.
Du willst jemandem mit deinen Fachkenntnissen beeindrucken? Der KI-Bot unterstützt dich dabei, ein Konzept zu entwickeln und füllt deine Wissenslücken, so dass du nicht selbst erst langwierig nachschlagen musst, um dich über Details zu vergewissern. [Wenn du selbst aber überhaupt keine Ahnung vom Thema hast, dann funktioniert das nicht!]
Du hast gesundheitliche Beschwerden? Der KI-Bot vernimmt deine Symptome, empfiehlt dir ggf. Gegenmaßnahmen und klärt mit dir, inwieweit darüber hinaus Handlungsbedarf besteht.
Du hast Kummer und Sorgen? Der KI-Bot kann einfühlsam Trost spenden und muntert dich auf.

Wie oben beschrieben, kann die häufige Nutzung einer KI-Anwendung zum Verlust der eigenen Fähigkeiten führen. Das gilt für andere Skills und Tätigkeiten genauso. Ich sehe es ja an mir selbst.
Wenn ich früher etwas Neues programmiert habe, musste ich mir selbst haarklein den Algorithmus überlegen und umsetzen. Wenn ich nicht weiterkam, recherchierte ich im Internet. Fand hier eine vielleicht geeignete API-Funktion, dort einen Code-Schnipsel, kopierte drei Zeilen von einer bereits fertigen Funktion, passte an, änderte um, deklarierte hier, implementierte dort, ..
Jetzt bin ich faul geworden, und frage gleich eine generative KI, sobald ich nicht weiter weiß, oder auch nur, weil ich keine Lust habe, etliche Zeilen mit Standardcode einzutippen. Natürlich verliere ich dabei Praxis, komme aus der Übung, und verlerne einiges.
Aber ich habe immerhin Programmieren einmal gelernt und viele Jahre lang praktiziert. Ich kenne mich genug aus, um passende Prompts zu formulieren und die üblichen Fallstricke zu erkennen.
Was ist mit den Leuten, die jetzt erst beginnen, Programmieren zu lernen? Setzen die nur noch auf Vibe Coding? Wenn man sich von Anfang an zu sehr auf eine KI verlässt, kann man selbst doch kein fundiertes Wissen aufbauen und Erfahrungen sammeln.
Und wo bleibt der Spaßfaktor? Kodieren macht Freude, sobald man es einigermaßen beherrscht. Es ist so toll, wenn der Computer genau das macht, was man ihm beigebracht hat.
Wo bleiben die Erfolgserlebnisse, wenn man sich längere Zeit durchgebissen hat, und endlich, nach ein paar zwischenzeitlichen Fehlschlägen funktioniert es schließlich wunderbar?
Wo bleiben die Aha-Erlebnisse? Ich finde seit Langem, dass die KI-Bots viel zu ausführlich Kleinigkeiten erklären. Irgendwann liest man das gar nicht mehr. Auf diese Weise erwirbt man selbst keine neuen Erkenntnisse mehr. Wozu auch? Man kann ja die KI nutzen, die zuverlässig alle gewünschten Informationen liefert.

Ein Teil unserer Softies ist spürbar produktiver geworden, seit sie Claude-Lizenzen haben. Gerade die besonders erfahrenen Mitarbeiter aber überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Wenn die Leerlaufzeiten insgesamt steigen, könnten wir die gleiche Arbeit im Grunde genommen, von weniger Mitarbeitern erledigen lassen.
Man sollte sich zwar von KI-Anwendungen unterstützen lassen, aber nicht die vollständige Denkleistung an sie outsourcen.
Es ist irgendwie schade. In (mindestens) gleichem Maße, wie die künstliche Intelligenz stärker wird und aufbaut, baut die natürliche ab.

PS: Ursprünglich wollte ich eigentlich nur darauf aus, dass KI-Anwendungen dazu führen, dass wir selbst unsere entsprechenden Fähigkeiten verlieren. Der resultierende Eintrag erschien mir dann doch sehr negativ, woraufhin ich noch den ganzen Abschnitt ergänzt habe, für welche Aufgaben KI-Chatbots sehr nützlich sind.

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