Eastcoast #15

Es war Montagabend. Normalerweise verbringt Adam diesen Abend mit allen Freunden vor der Playstation oder sie schauten ein gemeinsames Spiel der Bruins. Heute fehlte aber Jen, Ethan, Alyssa, Anastasia und Aaron. Wahrscheinlich verbrachten sie den Abend gemeinsam bei Alyssa in der Wohnung. Doug hatte sein neues Date, Madison vom Vortag, zu Adam mitgebracht.

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Gedanken zum menschlichen Handeln #15 Cialdini: Soziale Bewährtheit

Nach langer Abstinez in Sachen in Bezug auf Cialdinis Buch über die Psychologie des Überzeugens folgt nun endlich der vierte Teil zu dieser Reihe. Das Kapitel beginnt mit der Fragestellung, weshalb in verschiedenen Sitcoms ständig künstliche Lacher eingespielt werden. Dem Zuschauer ist dabei jeweils völlig klar, dass das Gelächter eingespielt ist und die Witze mehr oder weniger platt sind. Die meisten Menschen glauben auch, dass sie dieses Gelächter eher ablehnen. Warum machen die Produzenten also diesen vermeintlichen Unsinn? Cialdinis Antwort: Sie wissen, was die Forschung dazu sagt. Weiterlesen „Gedanken zum menschlichen Handeln #15 Cialdini: Soziale Bewährtheit“

Der Neid (Helmut Schoeck 1980) (Teil 1)- Gedanken zum menschlichen Handeln #14

Beim Lesen eines Blogs bin ich auf ein Zitat mit Hinweis auf ein Buch gestoßen. Ich lese nun Helmut Schoeck, „Der Neid“, eine umfassende Abhandlung aus anthropologischer, psychologischer und philosophischer Sicht, seit ca. zwei Monaten. Es ist ein sehr dickes Buch, aber ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Helmut Schoeck schafft es, dieses Thema durch unzählige Zitate und Abhandlungen von Philosophen wie Schopenhauer, Nietzsche, Goethe, Aristoteles…. zu beleuchten. Er berichtet aus der Feldforschung von Eingeborenenstämmen im Amazonasgebiet, von Dörfern in Mexiko oder aus Asien und er beleuchtet dieses Thema aus Sicht der Religionen. Die besten Zitate und meine Meinung dazu möchte ich euch hier vorstellen. Weiterlesen „Der Neid (Helmut Schoeck 1980) (Teil 1)- Gedanken zum menschlichen Handeln #14“

Eastcoast #14

Jennifer fror. Obwohl sie zusätzlich eine Decke über ihrer Jacke trug durchzog sie die Eiseskälte des Regenwetters am ganzen Körper. Adam saß auf der Treppe unter dem Vordach und lehnte mit dem Rücken an der puren Ziegelwand des Gebäudes. Sein Blick zeigte irgendwohin in die undurchdringliche Regenwand. Sie war erschrocken, dass die Situation so eskaliert war. Seine linke Gesichtshälfte war ganz zerkratzt. Er sah schlimm zugerichtet aus. Sicher nicht durch ihre Ohrfeige. Vermutlich war sein Kopf mit dieser Seite auf dem Boden aufgeschlagen. Nachdem Freddy das Schreien und den Schlag gehört hatte, vermutete er Adam als Angreifer und riss ihn zu Boden, um Schlimmeres zu verhindern. Adam sah niedergeschlagen aus. Sonst war er immer ein fröhlicher Typ. Es passte so gar nicht, ihn so zu sehen. Sie wollte ihn jetzt gern in den Arm nehmen und trösten.

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Verborgene Prozesse des Bewusstseins

In einigen früheren Blogbeiträgen verdeutliche ich die Meinung verschiedener Autoren, dass menschliches Denken und der „Denkapparat“ selbst sehr schematisch geprägt ist. Der Geist wird gleichsam einer Maschine durch vorgeburtliche und frühkindliche Erfahrungen geprägt, so wie Transistoren auf eine leere Platine gelasert werden und dadurch ein Prozessor entsteht. Alle Informationen aus dem späteren täglichen Bewusstseinsstrom werden dann bspw. im Erwachsenenalter durch diese Maschine bzw. diesem  jedem Menschen individuell innewohnenden Algorithmus verarbeitet. Wir denken und verarbeiten dann immer auf die selbe individuell geprägte Art und Weise.

Heute las ich ein interessantes Interview in der Zeitschrift Gehirn & Geist (10/2018) vom Spektrum Verlag.

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Eastcoast #13

Vorgeschichte: Adam (wohnhaft in Boston) ist mit Jen zusammen, trifft sich jedoch mit Krista zum Dating. Er hat sie zufällig in New York beim Besuch seiner Tante kennengelernt hat. Seitdem verbringt er häufiger ein Wochenende in NY bei seiner Tante. Adams Freundeskreis ist auch gleichzeitig der Freundeskreis von Jen. Sein Buddy Aaron beispielsweise ist mit der Schwester von Jen, Anastasia, zusammen. Alle treffen sich am Abend vorgeblich zum Billiardspiel. Allerdings hat Jen am Vortag erfahren, dass Adam sich mit Krista in NY auf ein Date getroffen hat.

Es war ein stürmischer Abend. Der Wetterbericht hatte jedoch nur eine leichte Brise prognostiziert. Von Regen durchzogene Windböen schlugen ihm ins Gesicht. Es war nicht das Wetter, welches man bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 20 Prozent erwarten würde. Normalerweise wäre er oben in seinem Studentenzimmer geblieben und hätte NHL geschaut oder Playstation gezockt. Wahrscheinlich ging es bei dem Hundewetter jedem so. Aber er war mit Jen und den Anderen verabredet. In seinem grauen Kurzmantel und den halbhohen Lederschuhen fror er, aber fühlte sich halbwegs vor der Nässe geschützt. Die grüne Celtics Stoffmütze, welche er irgendwann mal in der U-Bahn gefunden hatte, brachte ihm aber leider gar nichts. Die Kälte zog durch jeden Spalt seiner Kleidung. In der Dämmerung versuchte er zu erkennen, ob eines der vorbeifahrenden Autos Martin gehören könnte. Um diese Zeit war die Pilgrim Road wenig befahren. Die Straßenlaternen spiegelten sich in den Pfützen auf dem Asphalt wider und warfen Schatten hinter die Bäume am Straßenrand. Irgendwie erinnerte ihn diese Situation an den Film Dark City mit Kiefer Sutherland und William Hurt.

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Gedanken zum menschlichen Handeln #13 Cialdini: Commitment und Konsistenz

Nach etwas längerer Abstinez vom Schreiben folgt nun ein weiterer wichtiger Baustein der menschlichen Interaktion zumindest laut dem Buch von Cialdini. Im Speziellen komme ich wegen einem Beitrag einer Bloggerin darauf. Sie hatte ein erstes Date, welches nach meinem Verständnis so lala lief. Der Typ war hinterher unterschwellig anbiedernd und mittelschwer unterwürfig in der Kommunikation. Das zweite Date lief wie von ihr vermutlich unterbewusst längst vermutet – schlecht. Warum führt man das zweite Date durch, wenn man bereits davor ein schlechtes Gefühl hat? Die Antwort ist Commitment und Konsistenz.

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Erlebendes Ich versus Erinnerndes Ich

Meine aktuelle Auslastung verhindert leider mehr Blogbeiträge. Es ist noch soviel offen, was zu schreiben wäre. Außerdem muss die Story noch weitergesponnen werden. Aber aus aktuellem Anlass möchte ich einen kurzen Beitrag über das „Erinnernde Ich“ und das „Erlebende Ich“ bringen.

Wenn ein Date anscheinend super läuft, warum meldet sich die andere Person am nächsten Tag/Woche nicht mehr? Die Firmenfeier läuft super, alle schlagen ein wenig über die Stränge. Am nächsten Tag sind alle etwas peinlich berührt. Warum? Ein schöner Film der traurig ausgeht vs. ein Film, der die ganze Zeit über schlechte Inhalte widerspiegelt aber ein Happy End hat. Warum wird letzterer besser bewertet?

Die Antwort kann man in dem Interview vom Spiegel mit dem Psychologen Daniel Kahneman nachlesen. Meine kurze Zusammenfassung:

Das „Erlebende Ich“ nimmt rund um die Uhr permanent Eindrücke auf. Schöne Eindrücke genießt es, schlechte Eindrücke lehnt es ab. Wenn ein Eindruck, Erlebnis oder Episode vorbei ist, dann ist sie vorbei und die nächste Episode beginnt.

Das „Erinnernde Ich“ bewertet die Episode. Es bewertet aber nur den Höhepunkt (z.B. einen Kuss), den Tiefpunkt (ein heftiger Streit) und den Endmoment, sprich der Empfindung kurz vor Abschluss der Episode. Es bewertet nicht die Dauer einer Empfindung.  Beim Dating sollte also gut beachtet werden echte Highlights einzubauen, keine Tiefpunkte – also nervige Diskussionen etc. – zuzulassen, egal wieviel Zeit man hat, sowas wieder auszugleichen. Und natürlich sollte das Ende nochmal richtig gut sein.

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Gedanken zum menschlichen Handeln #12 Cialdini: Reziprozität Teil 2

Wie im vorherigen Beitrag erwähnt, dient die Reziprozitätsregel dazu, ausgeglichene Verhältnisse herzustellen. Allerdings kann sie auch dafür sorgen, ausgesprochen ungleiche Verhältnisse oder Ergebnisse herzustellen.

„…woher kommt es, dass kleine erste Gefälligkeiten oft unverhältnismäßig größere Gegenleistungen nach sich ziehen? Ein wichtiger Grund besteht darin, dass es so unangenehm ist, sich jemanden verpflichtet zu fühlen.“ In dem Zusammenhang möchte ich nochmals auf meine gestrige Eingangsmotivation zu dem Beitrag eingehen. Cialdini: „Frauen berichten häufig von dem unangenehmen Gefühl, zu einer Gegenleistung verpflichtet zu sein, wenn ein Mann ihnen teure Geschenke macht oder bei einem Rendezvous eine hohe Lokalrechnung begleicht.“ Er belegt das im Buch dann im Folgenden mit Studien und Beispiel, bei denen Frauen beschreiben, sich zu einer sexuellen Gegenleistung verpflichtet zu fühlen.

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