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Abschied

Liebe und vielfach auch über viele Jahre treue Leserschaft!

Am 14.02.2011 ging mein Blog erstmals auf Sendung. Damals noch unter dankvolker.wordpress.com und im Laufe der Jahre umgetauft auf deichlaeufer.de. Heute, knapp 14 Jahre und unglaubliche 1.330 Beiträge später, möchte ich diesen Blog beenden.

Viele Liebe und Herzblut, unglaublich viele Abenteuer und Erlebnisse haben über all die Jahre in diesem Blog gesteckt. Wunderbare Menschen habe ich durch ihn kennengelernt, so manche davon sind zu guten Freunden geworden. Viele Läufe hätte ich nicht gemacht, manches Laufziel hätte ich nicht erreicht, wenn ich nicht im regen Austausch mit so vielen anderen Bloggern gestanden hätte.

Nichtsdestotrotz ist mir in den letzten Jahren der Esprit verloren gegangen, speziell aber nicht nur seit die Depression von mir Besitz ergriffen hat und über die lange Zeit, die ich durch die Probleme mit meiner Ferse nicht mehr richtig laufen kann.

Schlußendlich hat sich auch die Laufbloggerlandschaft sehr ausgedünnt. Die große Vielfalt ist weg. Aufrufzahlen und die Anzahl der Kommentare spiegeln dies sehr deutlich wieder. Hinzukommt kommt eine Veränderung der Sprache, die ich mir zwar selber nicht zu eigen mache. aber die ich auch andern Orts nicht lesen mag. Die Zeiten ändern sich und wer nicht mit der Zeit geht, muß mit der Zeit gehen. Dem beuge ich mich hiermit 😉 Ich werde halt alt 😀

Das Erlebte aber, die Begegnungen, die Freude all dieser Jahre kann mir keiner nehmen. Die bleiben für immer, zum Teil sogar tief in meine Haut geinkt 😀

Ich bedanke mich bei allen, die mir über viele Jahre hier die Treue gehalten haben. Die mich motiviert haben, mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben und mich in vielen Ecken der Republik und darüberhinaus geführt haben. Ohne Euch wäre das alles nur leblos und statisch gewesen ❗

Ich wünsche Euch wundervolle Weihnachtstage und ein gutes, gesundes und friedliches neues Jahr.

Euer Volker

Den Blog als solchen lasse ich stehen. Als Zeitdokument und um hier immer mal wieder in Erinnerung zu kramen 🙂

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Regina

Ich lernte Regina ungefähr Mitte der 2010er Jahre über Hanno kennen. Sie betrieb zu dieser Zeit schon über dreißig Jahre lang ein Restaurant mit ostpreußischen Spezialitäten im Herzen von Berlin.

Regina war eine stattliche Frau mit opulenter Dauerwelle und einem Angela Merkel nicht unähnlichen Kleidungsstil. Sie betrieb ihr Restaurant, das sie seit der Eröffnung in den 80igern, nie verändert hat, mit Herzblut, bester, deftiger Küche und einem teils herben Humor (Sie brauchen einen Zahnstocher? Ich schau mal, ich glaub am Nebentisch wird gerade einer frei). Sie füllte das Restaurant mit ihrer Persönlichkeit, gesellte sich an jeden Tisch und war Gastgeberin und Gesellschafterin im besten Sinne.

Die unsäglichen Corana-Maßnahmen brachen Reginas Restaurant das Genick. Es gelang ihr zwar noch das Restaurant in neue Hände zu geben. Sie selber war aber wirtschaftlich ruiniert und zog sich ins Privatleben zurück. Zu diesem Zeitpunkt war sie gesundheitlich schon schwer angeschlagen. Psychisch viele Jahre schwer krank, gesellte sich noch die Lungenkrankheit COPD hinzu.

Neben gelegentlichen Telefonaten besuchte ich Regina noch zweimal in ihrer kleinen Wohnung in Berlin Wilmersdorf. Unser gemeinsames Schicksal Depressionen brauchte uns nah und ich hatte den Eindruck Regina fühlte sich durch mich verstanden und auch wohl in meiner Gesellschaft. Darauf schließe ich, da sie mir bei meinem ersten Besuch ihr Leben erzählte. Eine Lebensgeschichte, die mich sprachlos sein ließ, mich teilweise erschütterte.

Sprachlos war ich, als sie mir erzählte, dass sie 1949 als Junge zur Welt gekommen ist. Sie wuchs in den prüden 50igern auf, wurde in den 60igern erwachsen. Immer im falschen Körper lebend, gab es für sie in Deutschland zu dieser Zeit keine Möglichkeit zu einer Geschlechtumwandlung. Über Umwege und durch glückliche Umstände, konnte sie die notwendige Operation in Casablanca durchführen lassen. Zu den glücklichen Umständen gehörte, dass sie dafür erstaunlicher Weise finanzille Mittel von der evangelischen Kirche erhielt. Mit der Auflage niemals darüber zu sprechen. Mit einem Schmunzeln meinte sie, dass sie sich über vier Jahrzehnte später wohl nicht mehr daran halten müsse.

Regina muß eine richtig hübsche junge Frau gewesen sein. Sie erzählte mir von einem harten, aber auch erfüllten Berufsleben in der Gastronomie, einer unerfüllten Liebe und einer nie erfüllenden Sexualiät. Zeit ihres Lebens litt sich unter schweren Depressionen, war verschiedentlich in diversen Krankenhäusern.

All das und noch viel mehr erzählte mir Regina bei unserem ersten privaten Treffen und ich war bewegt und erschüttert und tief beeindruckt, wie weit sie sich mir geöffnet hat. Ein weiteres Mal war ich noch bei ihr und viel zu selten haben wir telefoniert. Leider ließ es meine eigene Kraft nicht so zu, mich ihr zu widmen und sie zu besuchen, wie ich es mir gewünscht hatte.

Regina wollte schon lange nicht mehr leben, mochte die Dunkelheit und den Winter. Ich hatte Verständnis für ihre Situation, sie für die meine. Unser letztes Telefonat datierte erschütternder Weise auf den Januar diesen Jahres, da war sie gerade wieder aus der Klinik entlassen. Sie fragte mich noch, wann ich denn wohl das nächste Mal wieder in der „Reichshauptstadt“ sein würde, wo sie sich immer mit der „Droschke“ (Taxi) von ihrem Restaurant hatte nach Hause fahren lassen. Ich ließ die Frage unbeantwortet, wohl wissend, dass es ihr schon sehr schlecht ging, sie kaum noch Luft bekam und sie Besuch nicht mehr ertragen konnte.

Nun habe ich gestern erfahren, dass Regina schon im Juni diesen Jahres gestorben ist.

Liebe Regina, Du hast nun Deinen Frieden gefunden und ich wünsche Dir, dass Du auch ins Licht zurück gefunden hast. Ich bin dankbar, liebe Regina, Dich kennengelernt zu haben. Dankbar, dass Du Dich mir gegenüber so geöffnet hast. Dankbar für diese tiefe Vertrautheit, die wir bei den gar nicht so häufigen Gelegenheiten des persönlichen und telefonischen Kontakts zu einander aufgebaut haben.

Behalte immer Dein

auf den Lippen.

Anmerkung: Der Vorname Regina ist fiktiv, da ich Reginas Geschichte nicht erzählt hätte, wenn man so ohne Weiteres Rückschlüsse auf ihr wahre Identität schließen könnte.

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OP oder nicht OP?

Das ist hier die Frage!

Vor dem Fersenupdate eine kleines Eingangsstatement an meine Bloggerfreunde: Leider waren die vergangenen Wochen (mal wieder) nicht so, dass ich Ruhe und Konzentration gefunden habe, mich am Bloggeraustausch via Lesen und Kommentieren zu beteiligen. Immerhin überfliege ich Eure Beiträge, die mein Reader listet, um wenigstens etwas auf dem Laufenden zu bleiben. Ich bitte nach wie vor um Verständnis!

Nun das Update zur Ferse. Bei meinem zweiten Termin in der Orthopädischen Ambulanz des Pius-Hospitals in Oldenburg bin ich heute nun doch an die Fuß-Koryphäe gelangt. Nach Auswertung des MRT konnte sie mir die Meinung des Radiologen bestätigen, daß die Achillessehne gesund und ein Schleimbeutel entzündet ist. Angesichts dieses per se guten Ergebnisses würde sie eigentlich nicht operieren wollen, andererseits würde sie es auf Grund der Tatsache, daß die Beschwerden schon über zwei Jahre lang anhalten, trotzdem tun, um da grundlegend Ruhe reinzubekommen.

Eine OP würde allerdings bedeuten, daß ich für sechs Wochen einen Schuh tragen müßte, der den Fuß ruhigstellt. Sie empfiehlt mir daher vor einer OP noch eine Eigenblut-Therapie gegen den entzündeten Schleimbeutel und exzentrisches Training nach Prof. Knobloch. Dieses exzentrische Training für die Achillessehne ist nichts anderes als die allseits bekannte Übung der Dehnung der Achillessehne auf einer Treppenstufe. Nur viel intensiver als ich das jemals gemacht habe. Sechsmal täglich mit mindestens 15 Wiederholungen, nach zwei, drei Wochen dann möglichst nur noch auf einem Bein.

Nachdem ich durch den Radiologen ja schon erfahren hatte, daß meine Achillessehne gesund ist, bin ich mit genau dieser Übung auch schon angefangen. Also werde ich das Ganze jetzt forcieren und auch mindestens 12 Wochen durchziehen, wie es Prof. Knobloch vorgibt und auch die Fuß-Koryphäe gesagt hat.

Sobald wir von der Insel Sylt wieder zurück sind, nehme ich dann auch das Thema Eigenbluttherapie in Angriff.

Sollte das Ganze final auch nichts nützen, würde ich die Option der Operation in Anspruch nehmen. Das damit erstmal weitere Wochen und Monate ins Land ziehen, nehme ich jetzt auch noch in Kauf. Zumal ich nach einer zeitnahen Operation mit besagtem Schuh kein Auto fahren könnte und Jens wegen seiner Kopf-OP auch ein Vierteljahr kein Auto fahren darf. Ein beiderseitigen, zeitgleichen Mobilitätsausfall können wir uns aber nicht leisten.

Somit soll das wohl erstmal so laufen und wer weiß, ob es nicht doch noch etwas bringt, wenn ich der Achillessehne jetzt wochenlang so massiv auf den Sack gehe, und damit eine OP schlußendlich überflüssig wird. We will see.

So long

Volker

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No Sports

… ist wohl das bekannteste Zitat, das Winston Churchill zugeschrieben wird. Er ist ja trotzdem sehr alt geworden. Insofern besteht bei mir ja noch Hoffnung. Damit schlage ich den Bogen zu meinen bisherigen sportlichen Aktivitäten im August, bzw. zu den Nichtaktivitäten. Sport fand in den ersten Zweidritteln dieses Monats schlicht und ergreifend nicht statt.

Der August startete ja noch mit meiner bereits erwähnten Gürtelrose, die ich mittlerweile medikamentös …

… niedergerungen habe. Bis auf gelegentliches Brennen und ganz leichte Schmerzen hinter dem rechten Ohr ist von ihr nichts mehr zu spüren.

Während die Gürtelrose abklang, hat mich dann eine Mücke in den rechten Fuß gestochen. Jawohl, eine Mücke und nicht etwa eine Hornisse, obwohl es eher danach aussah.

Auf Anraten einer ärztlich versierten Freundin aus Berlin habe ich Antiallergie-Tabletten genommen und zwei Tage später nahm der Fuß dann langsam wieder normale Formen an.

Da fing es aber schon an, daß es Jens nicht gut ging. Nach tagelangen Kopfschmerzen, einem ergebnislosen Besuch bei seiner Hausärztin und einem ebenso ergebnislosen Besuch in einer Notfallpraxis endete das Ganze nach ca. einer Woche mit einem spätabendlichen Rettungsdiensteinsatz, Einlieferung ins Krankenhaus und Operation am nächsten Tag.

Ein Albtraum, der zum Glück ein gutes Ende genommen hat, da die OP erfolgreich verlaufen ist. Allerdings wird es noch ein paar Wochen dauern, bis Jens wieder komplett fit ist.

In den Vormittagsstunden des Tages, an dem Jens ins Krankenhaus gekommen ist, hatte ich meinen seit einem Vierteljahr ersehnten Termin bei der Fußorthopädie-Koryphäe. Allerdings landete ich statt bei besagter Koryphäe bei einer burschikosen Assistenzärztin, die sich nicht einmal die Überweisung meines Orthopäden durchgelesen hatte. Nun denn, das symphatische Mädel wollte noch ein MRT von der Achillessehne. Während Jens im Krankenhaus lag, hatte ich zwischenzeitlich das MRT machen lassen und bis auf einen entzündeten Schleimbeutel zeigt dieses keine Auffälligkeiten. In zwei weiteren Wochen habe ich dann erneut Termin bei der Koryphäe oder wohl eher wieder bei ihrem Assistenzsymphatikus, um zu besprechen was in Sachen Haglund-Ferse nun zu tun oder zu lassen ist.

An Sport mag ich im Moment auch weiterhin gar nicht denken, ich bin einfach nur müde und kaputt. Ich bin froh, wenn ich den Alltag und die für die kommenden Wochen notwendige Unterstützung für Jens, der heute wieder nach Hause gekommen ist, geregelt kriege.

Eigentlich mag ich nicht mehr, Akku alle, restlos.

Noch knapp drei Wochen bis zu unserem Urlaub, den wir Gott sei Dank antregen können. Mögen Strand und Meer auf Sylt den Akku zumindestens etwas wieder aufladen.

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Was mir seit langen unter den Nägeln brennt

Achtung! Der Deichläufer schweift ab! Aber es ist ihm wichtig! Deshalb einmal ein ganz anderer Inhalt als gewohnt.

Heute morgen bin ich im Internet auf einen Artikel gestoßen, der im Wesentlichen das wiedergibt, was mir seit längerer Zeit unter den Nägeln brennt. Nicht nur, aber auch, weil es aus Sicht eines schwulen Mannes geschrieben wurde.

Ich möchte den gesamten Text hier einmal im Wortlaut wiedergeben, auch wenn ich nicht mit jedem einzelen Satz übereinstimme, aber im Kern bin ich voll und ganz bei ihm. Natürlich nenne ich zuforderst die Quelle im Internet:

https://www.achgut.com/artikel/ich_trete_aus

Hier aber nun der Text:

Ich trete aus

Das Wort „woke“ hat nichts mehr mit Offenheit und Toleranz zu tun, sondern ist zu einer eitlen Institution mutiert. Hier eine sehr persönliche Geschichte.

Vor ein paar Tagen sprach ich mit einem guten alten Freund, der in den späten 1970er Jahren den Grundstein für das gelegt hat, was heute in Köln groß als ColognePride gefeiert wird. Unter dem Namen „Homolulu“ holte er in Frankfurt zusammen mit anderen schwul-lesbisch engagierten Männern die Protestbewegung CSD nach Deutschland.

Vom 23. bis zum 30. Juli 1979 hieß es in Frankfurt: „Die Geburt eines Vulkans“. In Hamburg wurde etwa zur gleichen Zeit der CSD unter dem Namen „Stonewall“ veranstaltet. Seitdem hat sich einiges verändert.

CSD steht für Christopher Street Day. Der CSD hat seinen Ursprung in den Protesten, die 1969 in der Christopher Street in New York stattfanden. Die berühmten Stonewall-Unruhen, die von der schwul-lesbischen Community gegen Polizeigewalt und Diskriminierung angeführt wurden, gelten als Beginn der modernen Pride-Bewegung. Die Idee war, für die Rechte der homosexuellen Gemeinschaft zu kämpfen und sich gegen soziale Ungerechtigkeiten zu erheben.

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Heute ist der CSD in Köln nicht mehr nur als CSD bekannt, sondern als ColognePride. Das Event hat sich zu einem gigantischen Festival entwickelt, das Millionen von Besuchern aus aller Welt anzieht. Es ist ein schwul-lesbischer Karneval mit einer Parade, die mittlerweile länger zu sein scheint als der Rosenmontagszug. Die Stadt Köln wird während des Pride-Wochenendes von tausenden von Feiernden überflutet, die in bunten Kostümen durch die Straßen ziehen und eine Party feiern, die kaum noch zu übertreffen ist.

Es ist wunderbar, auf der Party der ColognePride die Selbstverständlichkeit zu erleben, mit der dort schwules und lesbisches Leben gefeiert wird. Es rührt, Menschen zu sehen, die aus kleinen Dörfern anreisen, weil sie in ihren Heimatorten noch nicht geoutet sind. In Köln konnten sie endlich einmal freie Luft schnuppern. All das ist wunderbar, aber dennoch hat sich in den letzten Jahren etwas verändert. Allein die „Hundestaffel“ war im Jahr 2024 größer als die ganze Homolulu-Parade im Jahr 1979.

Was als Pionierarbeit begann, ist heute teilweise zu einem Jahrmarkt der Eitelkeiten geworden. Das erkennt man schon daran, dass die Parade, die noch vor dreißig Jahren von den meisten Politikern gemieden wurde, nun ein Magnet für alle Politiker geworden ist (Foto oben), die sich jedoch entlarvenderweise oft immer nur dann auf den Wagen der Parade befinden, wenn auch eine Kamera der öffentlich-rechtlichen Medien in der Nähe ist. Sind die Bilder erst mal im Kasten, geht es für manchen Spitzenpolitiker direkt weiter zum nächsten Fototermin, vorher aber noch kurz zum Visagisten, um Make-up und Frisur zu richten, zahlt ja alles das Volk, das um die Parade herumsteht und jubelt. Das ist wohl die größte Veränderung: Was einst als Demonstration gegen die Regierung begonnen hat, ist heute eine Demonstration für die Regierung. Aus einem Protestzug ist eine Militärparade geworden. Die Bewegung hat sich institutionalisiert und dabei auch kommerzialisiert.

Nicht mehr nur Opfer, sondern auch Täter

Wer als Unternehmen etwas auf sich hält, bekennt heute stolz Farben für die Bewegung, aber natürlich nur in den Regionen, wo es auch etwas bringt. Es gibt unzählige Unternehmen, die zwar im Westen stolz die Pride-Farben zeigen, aber ihre Dependancen im arabischen Raum nicht, was vermuten lässt, dass es diesen Unternehmen nicht wirklich um die Werte der Bewegung geht, sondern vielmehr darum, den eigenen Absatz zu steigern. Das ist überhaupt nicht verwerflich, lässt jedoch auch vermuten, dass das Unternehmen auch ganz andere Flaggen und Farben zeigen würde, wenn es damit den eigenen Umsatz steigern könnte.

Die Institutionalisierung der Bewegung zeigt sich besonders an der Einführung der Ehe für alle im Jahr 2017. Diese Gesetzesänderung ermöglichte es gleichgeschlechtlichen Paaren, legal zu heiraten und die gleichen Privilegien wie heterosexuelle Paare zu genießen. Die homosexuelle Ehe wurde institutionalisiert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich das Urteil für die Ehe für alle gefeiert habe. Es war ein wunderbarer Tag. Ich spreche jedoch bewusst von dem Privileg der Ehe und nicht von dem Recht auf Ehe, denn die Ehe ist streng genommen kein Recht, sondern ein Privileg, das der Staat bestimmten Beziehungen gewährt. Homosexuelle Paare genießen nun Privilegien, die nicht allen Beziehungen zugestanden werden, wie etwa der Ehe mit mehreren Partnern.

Durch die rechtliche und soziale Gleichstellung haben homosexuelle Menschen nicht nur gleiche Rechte, sondern auch Privilegien erhalten. Zudem gibt es immer mehr staatlich subventionierte Institutionen, die sich für ihre Belange einsetzen. Strenggenommen sind sie damit jetzt nicht mehr nur Opfer, sondern auch Täter, mit der Möglichkeit, Privilegien für sich zu verteidigen. Das Privileg der Ehe wird schließlich durch die Staatsgewalt geschützt und ermöglicht.

„Mit großer Macht kommt große Verantwortung“

Die Bewegung hat somit Rechte und Privilegien für sich erstritten und damit die eigene Macht ausgebaut. Als mein guter Freund die Ideen des CSD nach Deutschland geholt hatte, war die Situation noch ganz anders. Damals gab es noch den Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches. Paragraph 175 StGB galt bis 1994 und stellte homosexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe.

Diese Kriminalisierung gehört der Vergangenheit an. Homosexuelle Menschen haben ihre Rechte erstritten und sogar einige Privilegien gewonnen. Das heißt, sie haben nun deutlich mehr Macht gewonnen. Von dem Comiczeichner Stan Lee stammt folgender Satz: „Mit großer Macht kommt große Verantwortung.“

Leider habe ich den Eindruck, dass viele Mitglieder der neuen Kirche der Woken mit dieser Verantwortung nicht gut umgehen. Sie neigen oft dazu, Feindbilder zu suchen, anstatt sich durch eigene Taten als Vorbilder zu beweisen. Klassische Feministinnen werden zum Beispiel als TERFs (trans-exclusionary radical feminists) abgestempelt, nur weil sie unterschiedliche Perspektiven vertreten.

Verurteilt als Ketzer und Hexen

Die Entstehung der Kirche der Woken erinnert mich an die Entstehung der christlichen Kirchen. Ich bin Christ, ich liebe die Grundwerte des Christentums wie Nächstenliebe, Vergebung und Gerechtigkeit. Das christliche Prinzip „Fürchtet euch nicht“ hat mich durch manche schwierige Zeit gebracht. Dennoch bin ich aus der Kirche ausgetreten. Das heißt nicht, dass ich die Werte des Christentums nicht mehr vertrete. Im Gegenteil, ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich an die Prinzipien des Christentums glaube.

Oft zeigt die Kirche als Institution in der Geschichte, dass sie die eigenen christlichen Werte nicht immer lebte. Die Kirche arbeitete mit politischen Unterdrückern zusammen, schuf Feindbilder und polemisierte gegen sie. Sie verfolgte, verurteilte und verbrannte Hexen und Ketzer und war missionarisch tätig, um ihre eigenen Ansichten durchzusetzen.

Heute ist es ähnlich. Die Kirche der Woken neigt dazu, Menschen, die nicht ihre Überzeugungen teilen, als Ketzer und Hexen zu verurteilen, sie nennen sie Hater und TERFs. Wer nicht voll und ganz an ihre Ideologie glaubt, wird niedergebürstet und ausgeschlossen. Aus dieser unbarmherzigen Kirche der Woken trete ich aus.

Ich vermisse diese Selbstverständlichkeit

Das bedeutet nicht, dass ich nicht weiterhin hinter den Grundwerten der schwul-lesbischen Bewegung stehe. Schon in meiner Jugend habe ich mich für die schwul-lesbische Bewegung engagiert. 1991, im Religionsunterricht, widersprach ich offen einem Lehrer, der sich abfällig über Hella von Sinnens Homosexualität geäußert hatte. Später, beim Abitur 1995, moderierte ich als Drag-Queen Xenia den Abigag und lebte offen meine Sexualität. Mein Vater, ein ehemaliger Seemann, nahm mich und meine Beziehungen selbstverständlich an, ohne darüber sprechen zu müssen.

Ich weiß noch genau, wie mein Vater, der in den letzten Jahren seines zu kurzen Lebens in einer Kneipe gearbeitet hatte, mich an der Theke mit einem Mann sitzen und küssen sah. Ich musste ihm das nicht erklären. Es war einfach so. Ich musste mich niemals outen. Es war selbstverständlich. Als ich dann irgendwann doch mit einer Frau aufschlug und sie später sogar heiratete – zu einer Zeit, als das in Deutschland nur heterosexuellen Paaren erlaubt war – musste ich ihm auch das nicht erklären. Es war einfach so.

Heute vermisse ich diese Selbstverständlichkeit an vielen Stellen. Es gibt überall ein geradezu unheilvolles Bedürfnis nach Bestätigung und gebetsmühlenartigen Solidaritätsbekundungen, die oft hohl erscheinen. Wenn Menschen zum Beispiel darauf bestehen, mit bestimmten Pronomen angesprochen zu werden, und es als Beleidigung empfinden, wenn ihr Selbstbild nicht bestätigt wird, dann hat das alles mehr mit Unsicherheit zu tun als mit Selbstbewusstsein.

Man nennt solche Menschen Tyrannen

Manchmal erinnert mich die Aufforderung, bestimmte Pronomen zu nutzen und spezielle Floskeln zu verwenden, an die blutleeren Gebete der institutionellen, arrivierten christlichen Kirche. Oft sind diese Gebete nur dazu da, um den Gläubigen Unterwerfung abzuringen und zu demonstrieren, dass sie der „richtigen“ Kirche angehören. Diese Rituale scheinen mehr dazu zu dienen, eine bestimmte Form der Zugehörigkeit zu zeigen, als eine tiefere Bedeutung zu vermitteln.

Ein zentraler Grundwert der christlichen Kirche ist die Demut. Doch wie nennt man jemanden, der von seiner Umgebung verlangt, ihn genau so zu sehen, wie er gesehen werden möchte? Man nennt solche Menschen Tyrannen. Das steht im klaren Widerspruch zur Demut. Und so wie die christliche Kirche in ihrer Geschichte viele Tyrannen hervorgebracht hat, schafft sich auch die neue Kirche der Woken ihre eigenen Tyrannen.

Es gibt neue Tyrannen, die überhaupt kein Problem damit haben, dass Strafen verhängt werden für Menschen, die sich weigern, eine Person als Mann oder Frau zu bezeichnen, nur weil sie sich selbst so oder so sieht, unabhängig von der biologischen Realität. Von dieser neuen Kirche der Woken distanziere ich mich, nicht aber von den Werten, die dort noch irgendwo unter dem Stolz begraben liegen.

Durch die neue Tyrannei ist die Community zerstrittener als je zuvor. Lesben müssen sich beleidigen lassen, wenn sie nicht an das Konzept von Frauen mit Penis glauben, homosexuelle Männer müssen sich rechtfertigen, wenn sie nicht mit Transmännern ins Bett gehen möchten, Feministinnen geraten in Gefahr, wenn sie ihren Schutzraum für Frauen dahingehend verteidigen, dass sie ihn ausnahmslos als Schutzraum für biologische Frauen ansehen, und wer es als homosexueller Mensch wagt, eine „falsche Partei“ zu wählen, wird von der Gemeinschaft verstoßen. 

Ich habe einige homosexuelle Freunde, die mir nur unter dem Mantel der Verschwiegenheit gestanden haben, dass sie bei der letzten Wahl die AfD gewählt haben, ich solle dies aber bitte für mich behalten und unter keinen Umständen weitersagen, weil sie sonst Probleme bei der Arbeit bekommen würden. In diesen Momenten des Outings muss ich mich immer daran erinnern, dass ich noch vor 25 Jahren so manche ein Gespräch unter vier Augen auf einer Party in der Küche um zwei Uhr morgens geführt habe, wo mir jemand gesagt hat, er sei der homosexuellen Liebe nicht abgeneigt, aber ich möge es bitte für mich behalten, da es sonst Probleme in seinem Umfeld und bei seiner Arbeit geben könnte. Heute höre ich diese Angst wieder, aber nicht aufgrund der sexuellen, sondern aufgrund der politischen Präferenz.

Ich erinnere mich an die heimlichen Gespräche über die Homosexualität, besonders aus meiner Zeit des Zivildienstes in einem Kinderhospital in Osnabrück und eines späteren Praktikums in einem Altenheim im Emsland. Schwulenfeindliche Aussagen waren dort im Pausenraum nicht selten. Ich erinnere mich ganz persönlich noch an ein Gespräch im Schwesternzimmer in einem Altenheim im Emsland im Jahr 1997, als eine Stationsschwester sagte, wenn sie wüsste, dass ein Zivildienstleistender homosexuell wäre, würde sie ihn sofort von der Station werfen, weil sie sich nicht vorstellen könnte, dass diese „Schwuchtel“ Männer waschen würde, „und dann auch noch im Intimbereich“, wie sie hinzufügte und sich vor Ekel schüttelte. Ich weiß noch, wie ich dort saß, schweigend, und mich fragte, warum sie das sagt und ob sie wirklich nicht weiß, dass auch ich mit einem Mann zusammen bin. Ich fragte mich auch, warum heterosexuelle Frauen Männer im Intimbereich waschen können, aber homosexuelle Männer nicht. Noch heute schäme ich mich, diese Fragen nicht laut gestellt zu haben, aber ich hatte Angst um meine Stelle.

Unterwürfig und passiv wie eine Stute im Darkroom

Als ich nach Köln zog, war es mit dieser Angst schnell vorbei, aber leider nur für kurze Zeit, denn die Angst ist wieder zurück, auch im so toleranten Köln, allerdings in einem anderen Zusammenhang. Heute benötigen homosexuelle Veranstaltungen deutlich mehr Sicherheitsvorkehrungen als noch vor zwanzig Jahren. Die Übergriffe gegen Schwule und Lesben sind heute zahlreicher und brutaler als um die Jahrtausendwende. Nie waren die Sicherheitsvorkehrungen innerhalb der Szene so groß wie heute. Wenn jedoch homosexuelle Menschen über den Grund für diese neuen Sicherheitsvorkehrungen nachdenken und laut ansprechen, dass der Grund unter anderem an der Zuwanderung von Menschen aus einem Kulturraum liegt, in dem Homosexualität nicht nur nicht toleriert wird, sondern offen abgelehnt und verfolgt, dann sieht man sich sehr schnell dem Vorwurf der Islamophobie ausgesetzt. Wenn es um den Islam geht, sind viele ach so mutige Demonstranten für die Liebe gar nicht mehr so woke, sondern unterwürfig und passiv wie eine Stute im Darkroom. 

Als im Jahr 1979 die Parade „Homolulu“ in Frankfurt durch die Straßen zog, hörte man vereinzelt so üble Rufe wie „Unter dem Adolf hätte es so etwas nicht gegeben“. Im Jahr 2024 gleicht in Köln die schwul-lesbische Meile auf der Schafenstraße einem Hochsicherheitstrakt, aber nicht aus Angst vor altdeutschen Männern mit braunen Hüten, die sich nach Hitler sehnen, sondern vor den Aggressionen und Messern jungmuslimischer Schwulenhasser aus Sonstwoistan, die sich nach Mohammed sehnen und bei denen so mancher bärtige Mann unverhohlen Sympathien für den großdeutschen Schnauzbart pflegt. Das anzusprechen gilt jedoch als unfein, denn es herrscht ein neues Narrativ der staatlich geförderten Queerness. Ob man in diesem Herrschaftsnarrativ woke ist oder nicht, ist eben kontextabhängig.

Die Wurzeln des Begriffs „woke“ liegen in der afroamerikanischen Umgangssprache. Der Begriff ist eng mit der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika verbunden. Ursprünglich bedeutete „woke“ einfach nur „wach“ oder „aufgeweckt“. Im sozialen und politischen Kontext wurde er jedoch im frühen 20. Jahrhundert als Metapher für das Bewusstsein und die Wachsamkeit gegenüber Ungerechtigkeiten und Unterdrückung verwendet. In den letzten Jahren hat das Wort „woke“ eine neue Belebung und vor allem eine Erweiterung seiner Bedeutung erfahren. Mit dem Aufstieg der sozialen Medien und Bewegungen wie „Black Lives Matter“ wurde der Begriff populärer und breitete sich über afroamerikanische Gemeinschaften hinaus aus. Er wurde zu einem Schlagwort für das Bewusstsein und das Engagement für verschiedene soziale Gerechtigkeitsthemen, einschließlich Geschlechtergleichheit und dem Kampf für die schwul-lesbische Emanzipation.

Nichts weiter als eine eitle Institution

In dem ursprünglichen Verständnis des Wortes bin ich auch „woke“. Aber zu einer Bewegung, die mit ihrer selbst ergriffenen Wachsamkeit Hexen sucht, sie zu verbrennen droht und erbarmungslos gegen alle vorgeht, die eine andere Meinung haben oder einen anderen Lebensstil pflegen, möchte ich nicht gehören. Bei Inquisitoren, die vermeintlichen Hass und Hetze im Internet zensieren, möchte ich nicht stehen, denn Hass und Hetze ist für diese Leute nichts anderes als jede Meinung, die ihnen nicht gefällt. Sie lassen Internetseiten löschen und machen damit im Grunde genommen nichts anderes als eine zeitgenössische Form der Bücherverbrennung. Ich kann und will mich nicht für eine Bewegung einspannen lassen, die aus Angst nicht wagt, die aktuellen Probleme und brennenden Gefahren der Zeit anzusprechen und die sogar abfällig und vernichtend mit jenen Menschen umgeht, die Opfer dieser neuen antihomosexuellen Ideologie geworden sind und es wagen, laut über diese Gefahr zu sprechen. Mit diesen Klemmschwestern, die aus Angst vor dem Islam und der falschen Toleranz der Kirche der Woken schweigen, möchte ich nichts zu tun haben.

Ich möchte nicht zu Menschen gehören, die glauben, so sicher auf der vermeintlich richtigen und guten Seite zu sein, dass sie Zwietracht unter den Menschen säen. Jede sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität hat mittlerweile ihre eigene Fahne, hinter der sich die bunten Sex-Nationalisten verschanzen. Allein schon die neue Bezeichnung der Bewegung lässt nichts Gutes erahnen. LGBTQ+, was soll dieser Buchstabensalat bitte bedeuten? Das ist eine leblose Aneinanderreihung von Buchstaben, so wie eine Nummer. Das ist keine Individualität mehr, das ist nur noch eine schnelle Nummer. Die Individualität ist hinter einer Fahne, einer Ideologie, einer Nummer verschwunden.

Was als gelebter Glaube begann, ist nun oft nichts weiter als eine eitle Institution, die nur noch durch Prunk, Protz, Phrasen und Pillen aufrechterhalten wird. Deshalb erkläre ich laut und öffentlich: Ich trete aus dieser Kirche der Woken aus!

Gerd Buurmann. Als Theatermensch spielt, schreibt und inszeniert Gerd Buurmann in diversen freien Theatern von Köln bis Berlin. Er ist Schauspieler, Stand-Up Comedian und Kabarettist.  Im Jahr 2007 erfand er die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Mit seinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und den von ihm entwickelten Begriffen des „Nathan-Komplex“ und des „Loreley-Komplex“ ist er in ganz Deutschland unterwegs. Seit April 2022 moderiert er den Podcast „Indubio“ der Achse des Guten. Sein Lebensmotto hat er von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!“

Anmerkung von meiner Seite: Wer dem Link nicht folgt, das im Text erwähnte Bild zeigt Karl Lauterbach auf dem Kölner CSD.

Desweiteren habe ich überlegt, ob ich die Kommentarfunktion für diesen Beitrag sperre, damit sich niemand genötigt fühlt, sich den ganzen Text anzutun und sich dazu zu positionieren. Aber ich denke meine liebe Leserschaft ist emanzipiert genug diesbezüglich eigene Entscheidungen zu fällen.

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Schönes und weniger schönes

Die Zeit rast! Nach langer Planung, vielen ausgesprochenen und auch angenommenen Einladungen und intensiven Vorbereitungen ist unsere Feier zum ersten Hochzeitstag schon eineinhalb Wochen her. Nachdem Jens und ich im vergangenen Jahr nur in Beisein von unseren Trauzeugen auf einem Schiff auf der Ostsee geheiratet hatten, wollten wir zum Einjährigen doch noch mit Freunden, Kollegen und Familie feiern. Das auch viele meiner über die Jahre zu Freunden gewordenen Laufblogger an der Feier teilgenommen haben, freut mich an dieser Stelle natürlich ganz besonders.

Als Location hatten wir unser eigenes Zuhause ausgewählt. Da dieses für 60 Leutchen dann doch etwas zu klein ist, haben wir kurzer Hand den Nachbarn die Auffahrt unseres Reihenhauses mit einem Zelt blockiert und auch unseren kleinen Garten mit dazugenommen.

Da ich mich hier auf die Laufblogger konzentrieren möchte, kann ich verkünden, dass Doris, Helge, Elke und Chris und Manfred den Weg in den hohen Norden gefunden haben, um mit Jens und mir einen ganz und gar nicht nordisch frischen Tag erleben zu dürfen. Wobei Jens der Respekt gebührt, dass er es den ganzen Hitzetag in seinem Hochzeitsoutfit von vor einem Jahr ausgehalten hat. Mein weißes Hemd hingegen, war binnen kürzester Zeit klatschnaß, so dass ich mich nach nur ca. zwei Stunden komplett umgezogen habe.

Da alle aus dieser geselligen Bloggerrunde auch die weitesten Anreisen hatten, bleiben alle bis auf Elke und Chris noch die Nacht nach der Feier in Oldenburg. Das hatte den wunderbaren Vorteil, daß Jens und ich zum Ende der Feier die Zeit und Muse fanden, noch ausgiebig an dem kleinen Bloggertreffen teilzunehmen. Als dann alle anderen Gäste gegangen waren, konnten Doris und Helge nicht mehr an sich halten, sie mußten noch eine Runde im Kleinen Bornhorster See schwimmen gehen. Jens und ich wurden überredet mitzukommen und das war gut so, die Abkühlung im See war eine Wohltat. Darüberhinaus machten Helge und Doris in Teamwork einen weiteren 1.000er für Doris Schwimmchallenge klar 🙂

Manfred danke ich für die Fotos!

Danach ließ es sich die Bloggertruppe nicht nehmen, Jens und mir noch beim Abbauen und Aufräumen zu helfen. Zusammen mit einem Nachbarn habt Ihr uns bestimmt einen ganzen Tag Arbeit erspart.

Tausend Dank dafür! Genauso wie Tausend Dank für das schöne Geschenk, einer kulinarischen Reise durch die Bloggerwelt, an der sich auch Catrina, Karina und Oliver beteiligt haben, die leider nicht dabeisein konnten.

Jens und ich müssen gestehen, dass die kulinarische Reise durch Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Österreich, der Schweiz, Südarfika, nebst einem Abstecher nach Frankreich, nach eineinhalb Wochen schon nicht mehr ganz vollständig erhalten ist 😳

Abschließend bleibt zu sagen, dass Jens und mir dieser Tag in wunderbarster Erinnerung bleiben wird!

Aber der Deichläufer wäre nicht der Deichläufer, wenn sich nicht bereits vier Tage nach diesem schönen Tag neues Ungemach anbahnt hätte. Im Laufe des Donnerstag bekam ich eine Beule hinterm rechten Ohr mit unangenehmen, teils stechenden Schmerzen in der Ohrmuschel. Über die kommenden Tage gesellten sich dann noch Bläschen im Nacken dazu, die sich mehr und mehr über die rechte Kopfseite ausdehnen. So war heute ein Gang zum Arzt unausweichlich, der leider eine Gürtelrose am Kopf diagnostizierte. Dagegen gibt es jetzt sieben Tage lang Tabletten, ebenso wie starke Schmerzmittel gegen die zermürbenden Schmerzen im und am Ohr.

Darüberhinaus habe ich meine Challenge en miniature wegen Unzulänglichkeiten in der Berechnung durch Coros abgeblasen. Mal belohnt die App eine sportliche Aktivität mit 17 km Fahrradfahren und 7 km laufen mit satten 233 Zählern, vergibt aber am nächsten Tag für 27 Fahrradkilometer nur 21 Pünktchen um Tags drauf für ebenfalls 27 km 103 Punkte rauszurücken. Die Sinnhaftigkeit der Coros Rechenkünste erschließt sich mir da leider nicht und so wird mein kleines Challengespiel, die von Coros vorgebene Wochentrainingspunktzahl zu erreichen mehr ein Zufallsprodukt bzw. Glücksspiel. Das macht leider keinen Spaß.

Aber egal, so kann ich mich erstmal um das Heilen meiner Gürtelrose kümmern und mich an einen schönen Hochzeitstag erinnern 🙂

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Vorteile vom Sommer

So, die ersten drei Wochen hat das mit meiner Miniatur-Challenge schonmal geklappt. Wobei die Coros-App einen sogar auf recht niedrigen Niveau etwas triezen kann. Befindet sie mich nämlich für super ausgeruht, vergibt sie für ein und die selbe Bewegungseinheit weniger Punkte als wenn sie meint, dass ich schon einen gewissen Grad der Erschöpfung aufweise. Um die meisten Punkte zu scheffeln, mache ich am Besten ein paar Einheiten hintereinander, dann ist Coros verhältnismäßig großzügig. Dabei erkennt sie allerdings keine zusätzlichen Heldentaten wie eine Anhängelast von über 30 kg am Fahrrad und würdigt sie somit auch nicht 😦

Schwiegermamas Lieblingsgetränk auf Vorrat

Ansonsten ist es der Vorteil des Sommers, dass sich Radeln und Schwimmen bzw. Radeln und Laufen gut miteinander kombinieren lassen. Da man ganz entspannt am Rad die Klamotten wechseln kann, derer man auch nicht so viele braucht, ergo auch nicht so viele mitschleppen muss.

So kann ich zur Hunte rausradeln und dort die kurzen Laufstrecken gepflegt barfuß absolvieren.

Oder ich radel ins Moor um dort in den Genuß vom Laufen auf flauschigen Sandwegen zu kommen.

Der Vorteil der Kombination von Radeln und Laufen ist, dass ich so gleich in einem Abbacken auf ein einigermaßen gescheites Bewegungsniveau komme.

Der Vorteil vom Sommer ist auch, dass das Radeln generell viel Spaß macht. Man genießt den Fahrtwind und friert sich weder den Allerwertesten noch die Füße ab 😆 So komme ich denn für den Juni auch auf über 400 Fahrradkilometer.

Apropos Fahrrad: Ich habe mir an meinem Rad ein Gimmick gegönnt, was ich als sehr angenehm empfinde. Ein Rückspiegel erleichtert mir jetzt das Leben. Speziell auf schmaleren Wegen und Straßen empfand ich es immer als unangenehm, wenn z. B. an dem Auto, was ich von hinten kommen hörte, überraschender Weise noch ein Pferdeanhänger dran war. Oder wenn es nicht nur ein Auto sondern gleich mehrere waren, die einen überholten. Ebenso sehe ich dann auch, oben da von hinten ein oder gleich mehrere Rennradler an einem vorbeirauschen wollen. Da nimmt einem der Spiegel doch den einen oder anderen Schreckmoment. Oder ich bin einfach zu sehr Autofahrer, als das ich nicht gerne weiß, was sich hinter mir abspielt 🙂

Nicht unbedingt sexy, aber praktisch

Ein Update zur Ferse: Zwei kurze Läufe in der Woche toleriert sie, signalisiert aber auch, dass es mit Steigerungen des Umfangs nicht einverstanden wäre.

Und ein kleines Update zu meiner Depression: Im Juni ging es mir recht gut und das auch recht stabil. Die immer wiederkehrenden Anflüge von negativer Denke konnte ich verhältnismäßig gut abwehren. Das kostet zwar viel Kraft, aber immerhin war diese ausreichend vorhanden. Das ist u.a. wohl auch ein Vorteil des Sommers.

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Challenge en miniature

Challenges sind ja nicht so meins, speziell in den letzten Jahren hätten sie mich auch mehr gestreßt als beflügelt. Außerdem könnte ich niemals gegen die Challenge-Meisterin Doris mit ihren Mittelpunkten, Eisbärschwimmen, 1000m Schwimmstätten-Sammeln usw. bestehen 🙂

Aber nun versuche ich ja verzweifelt so halbwegs meine Form zu erhalten ohne meine Ferse zu ruinieren. Dabei fallen mir immer wieder die Statistiken der App von meiner Coros-Laufuhr ins Auge. Diese wunderbare App gibt wöchentlich Von-bis-Zahlen als Trainingsbelastung für diese Woche vor. Und so ermittelt sie diese:

Weißte Bescheid, Schätzelein?

Dieses Produkt, das da die Trainingsbelastung darstellt, ist bei mir ja recht bescheiden. Also genau das richtige um mir als Challenge mal das Erreichen der wöchentlichen Trainingsbelastungen vorzunehmen 🙂

Nehme ich diese laufende Woche zum Beispiel, so reichten mir von Montag bis Freitag schon folgende Aktivitäten um die Wochentrainingsbelastung nicht nur zu erreichen, sondern sogar zu übertreffen:

  • 10,4 km Laufen (zwei Läufe)
  • fette 600 m Schwimmen in drei Einheiten
  • ein Sammelsurium von Fahrradfahrten mit insgesamt 80,5 km.

Das ist also eine Challenge, der ich mich durchaus mal stellen kann 😎 Zumal ich, nachdem ich heute nochmal 5 km gelaufen und 15 km Fahrrad gefahren bin, so erschöpft bin, dass ich mich 110 Stunden erholen darf 😆

Ab und alle 😆

Aber wenn sich die Trainingsbelastung als Produkt aus den oben beschriebenen Indikatoren ergibt, sollte ich tatsächlich auch nicht zu viel tun, weil sonst rechnet die Coros-App das ganze hoch und das Erreichen dieses Produkts könnte in naher Zukunft dann doch noch zur echten Challenge werden 😀 Aber noch hält sich diese „Gefahr“ wohl in recht überschaubaren Rahmen.

Die beiden Läufchen diese Woche waren wenigstens der pure Genuß. Satte 5,3 km im strömenden Regen am Montag …

… und gechillte 5,1 km an der Hunte am heutigen Freitag.

Das könnte eine Challenge ganz nach meinem Geschmack werden 😀

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Holprig

Das „Teufelszeug“ hat sein Pulver verschossen. Nach Stoßwellentherapie, Physio und Akupunktur hatte Ende April eine Kortisonspritze für eine erhebliche Besserung meiner Fersenbeschwerden und für ein weitgehendes Abklingen der Entzündung gesorgt. Leider schlichen sich in den vergangenen Wochen die Probleme nach und nach wieder ein. Zwar sind sie noch recht weit vom ursprünglichen Level entfernt, was aber auch daran liegt, dass ich recht schnell wieder die Reißleine gezogen habe und mein läuferisches Tun wieder bzw. weiterhin auf Sparflamme koche. Somit endet auch der Mai mit bescheidenen 35 Laufkilometern.

Mein heutiger Termin beim Orthopäden brachte dann auch das, was ich erwartet habe. Ein Überweisung in die orthopädische Ambulanz des Oldenburger Pius-Hospitals.

Immerhin soll dort eine wahre Koryphäe in Sachen Fuß tätig sein. Nur läßt der Termin natürlich auf sich warten. Am 14.08.24 wird dann die Dame die Sache beurteilen und mutmaßlich zu der Erkenntnis kommen, das Skalpel zu schwingen um den Kalk vom Fersenknochen zu kratzen. Dabei sehe ich dem eigentlichen Eingriff relativ emotionslos entgegen. Was mich hingegen fuchst, sind die vielen weiteren Monate, die ins Land ziehen, ohne das ich wieder einigermaßen durchstarten kann.

Etwas schmunzeln mußte ich aber über das was mein Orthopäde u. a. auf die Überweisung geschrieben hat:

Zum „hohen sportlichen Anspruch“ meinte er, den dürfe ich ruhig haben, schließlich sei ich ja noch keine 70. Nun denn 😎

Somit wird es also auf unabsehbare Zeit recht überschaubar mit oder ohne Sandalen weitergehen.

Immerhin hatte ich mir vorgestern noch einen schönen Regenlauf in Berlin auf dem Tempelhofer Feld gegönnt, zum Schluß noch 2,7 km barfuß.

Es bleibt also alles im Allem holprig und das Jahr 2024 kann ich läuferisch auch schon wieder abschreiben. Aber wat soll`s, da kommt es auch nicht mehr drauf an, shit happens würde der Franzose sagen. Es soll ja mal einen Inder gegeben haben, der mit 100 Jahren noch Marathon gelaufen ist, es besteht also noch Hoffnung 🙄

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Teufelszeug

Aaauuuuaaaauuuuaaaa!!! Da habe ich heute aber eine heiße Sohle aufs Parkett auf den Asphalt gelegt. Dazu aber später mehr…

Zuerst zu meinem Allgemeinbefinden. Die letzten Wochen waren teilweise mal wieder minderschön. Viel zu viel Ungemach auf einmal brach da auf mein ein. Das Ganze gipfelte darin, dass es sogar in meinem geliebten Berlin so schlimm wurde, dass ich dort den Krisendienst aufsuchen mußte. Gott sei Dank habe ich in der Stadt einen stabilen, in Gold nicht aufzuwiegenden Freundeskreis, der mich danach weiter aufgefangen hat. Inzwischen geht es mir wieder besser und einige Problemfelder haben sich gelöst. Bei einem wieder mal fälligen Termin bei der Amtsärztin am gestrigen Tag, signalisierte mir diese, dass ich für ein weiteres Jahr im Ruhestand verbleiben werde. Damit ist ein Stressor weiterhin für die nächsten 12 Monate ausgeschaltet.

Zu meiner Ferse: Nachdem die Stoßwellentherapie dem Fersensporn mürbe gemacht hat, dürfen ihm die körpereigenen Mechanismen den Rest geben. Diese Mechanismen stoßen aber an ihre Grenzen wenn es um die durch den Fersensporn verursachten Entzündungen geht. Offensichtlich haben diese über die sehr lange Zeit meiner Beschwerden eine entsprechende Resistenz gegen die Selbstheilungskräfte entwickelt, so dass -neben der Physiotherapie- mein Orthopäde dem Übel zusätzlich mit Akupunktur zu Leibe gerückt ist. Insgesamt fünf Mal hing ich an der Nadel, bzw. an den Nadeln 🙂

Den Durchbruch erzielte aber offensichtlich die Gabe von Kortison über eine weitere Nadel, die einer Spritze.

Kortison ist und bleibt ein Teufelszeug, denn schon kurze Zeit nach der Injektion besserten sich die Schmerzen in der Ferse deutlich und sind zwischenzeitlich so gut wie ganz verschwunden. Nach gefühlten Jahrhunderten kann ich z. B. endlich wieder die Treppen ohne Humpeln runtergehen und dabei den ganzen Fuß aufsetzen. Längere Spaziergänge …

Spaziergang zum Kleinen Bornhorster See

und kürzere Läufe …

… führen nicht mehr zu einem Humpeln am darauffolgenden Tag und bleiben schmerzfrei.

So ganz mag ich dem Frieden aber noch nicht trauen und halte die Laufdistanzen kurz mit ausreichend Tagen Pause dazwischen.

Heute aber war Lauftag. Das warme Wetter ermöglichte es mir mit dem Fahrrad an die Hunte zu fahren um dort einen 5 km-Lauf zu machen. Warm genug war es auch, um beim Radeln erstmals ein Shirt von Forbi auszuführen, das er mir im vergangenen Herbst geschenkt hatte. Danke, mein Lieber, es trägt sich angenehm und sorgt für Aufmerksamkeit 🙂

Für das Läufchen bevorzugte ich bei 25 ° allerdings ein noch etwas luftigeres Leibchen und trabte zur Huntebrücke. Diese Brücke, der ich sogar mal einen eigenen Blogbeitrag gewidmet habe, wird zur Zeit abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der schon in sechs Jahren *rubbeldiekatz* in der neuen Deutschlandgeschwindigkeit fertig sein soll.

Apropos Geschwindigkeit, dem Kahn auf dem mittleren Bild konnte ich tatsächlich in meinem Schleichtempo davonlaufen 😀

Damit wäre ich dann auch bei AaaaauuuaaaauuuaaaheißenSohlen. Die fünf Asphaltkilometer zur Brücke und zurück zum Fahrrad waren nämlich so heiß, das meine Fußsohlen schon bei Ankunft an der Brücke ziemlich auf Krawall gebürstet waren. Aber ich mußte ja noch wieder zurück und ich war wirklich megafroh, als ich wieder am Fahrrad angekommen war. Dummerweise waren meine Fußsohlen auch nicht wirklich amused, dass sie noch die Pedale treten sollten und ich suchte ständig die richtige Position auf den Pedalen 😆 Dafür habe ich ihnen dann noch eine Abkühlung im See geboten.

Auf diese Weise kam ein kleiner Mini-Triathlon zustande. 20 km Radeln, 5 km Laufen und sage und schreibe 100 m Schwimmen 😀

Schaden haben die Fußsohlen zum Glück nicht genommen. Die sind nur einfach nichts mehr gewohnt, diese Weicheier 😛

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Wer kann`s?

Zu erst die gute Nachricht: Ein heutiges Ultraschall beim Orthopäden ergab, dass der Fersensporn dabei ist sich aufzulösen. Die schlechte Nachricht: An den Beschwerden hat sich dadurch leider noch nichts geändert. Da die zeitliche Perspektive für Beschwerdefreiheit auf den Herbst lautet, ist das halt erstmal so. Unterstützend zur Physiotherapie setzt mein Orthopäde aber jetzt ergänzend die Akupunktur-Nadeln ein. Allein meine rechte Wade zierten heute acht Stück davon 🙂 Harren wir also weiter der Dinge, die da kommen.

Mein Orthopäde fragte mich, ob ich die „Lagerfeuerhocke“ könne. Also in die Hocke gehen und dabei den Fuß mit der ganzen Sohle am Boden aufsetzen. Nein, kann ich nicht, nicht mal ansatzweise, konnte ich noch nie. Für meinen Orthopäden ein Indiz für eine schon immer verkürzte rückseitige Muskulatur und vielleicht ein Grund dafür, dass mir meine Fersen auch schon immer mal wieder Probleme gemacht haben.

Wie sieht`s bei Euch aus? Könnt Ihr die Lagerfeuerhocke oder auch tiefe Hocke genannt?

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Quo vadis?

Jetzt lasse ich, der nie Latein gehabt hat, mal den Intellekutellen raushängen. Wohin gehst du, Deichläufer, wohin geht dein Blog?

Mittlerweile hat dieser Blog 13 Jahre auf dem Buckel. Er startete genau am 26.02.2011 mit diesem Beitrag. Über diese Jahre habe ich sage und schreibe 1.319 Beiträge veröffentlicht und es kamen um die 30.000 Kommentare zusammen, von denen wohl ca. die Hälfte Anworten von mir waren *ächz*.

Der Blog war über viele Jahre, neben dem Laufen selber, DAS große Hobby für mich, dem ich mich mit viel Zeit, Liebe und Hingabe gewidmet habe. Der Blog war für mich ein wichtiges Ausdrucks- und Kommunikationsmittel. Aber er begann natürlich erst durch das Kennenlernen anderer Blogs und den Menschen dahinter richtig zu leben.

Viele Blogger habe ich in den langen Jahren kommen und gehen sehen. Viele Blogger habe ich persönlich kennenlernen dürfen. Für mich waren das immer die ganz besonderen Momente. Treffen zu Laufveranstaltungen, private Treffen, die sogar über die Landesgrenzen hinaus führten, Besuche bei mir. Dabei sind wirklich fantastische Begegnungen herausgekommen, die ich um alles in der Welt nicht missen möchte.

Das Bloggen hat meinen – nicht nur, aber im wesentlichen- läuferischen Horizont mächtig erweitert. So manchen Lauf, so manche Distanz hätte ich ohne die Bloggerei wohl nie unter die Füße genommen. Zugegeben, manchmal habe ich mich durch Vergleich mit anderen, auch zu Dingen und Leistungen hinreißen lassen, die mir nicht gut getan haben. Aber Try and error gehören halt auch dazu.

Vor ca. drei Jahren aber hat plötzlich -zum zweiten Mal in meinem Leben- etwas anderes die Hoheit über mein Leben übernommen. Eine Krankheit, die mit Heimtücke das Gehirn erobert, die positives Denken massiv behindert und Lebensfreude unterdrückt. Die meine Arbeitsfähigkeit geraubt hat. Die den Akku leerlutscht, das Wiederaufladen verhindert. Die mir das, was mich lange Jahre mit großer Freude und Begeisterung erfüllt hat, manchmal nur noch banal und belanglos erscheinen läßt. Als wenn das nicht schon genug wäre, begab sich wenige Monate später mein rechter Fuß in den Störungsmodus, der leider bis heute anhält.

Zwar befinde ich mich jetzt seit gut fünf Wochen in orthopädischer und physiotherapeutischer Behandlung, aber noch zeichnet sich keine Besserung ab. Der Orthopäde meint auch, er wäre froh, wenn er mich zum Herbst wieder fit hat. Wenn nicht, wäre nur noch eine OP der letzte Ausweg. Zeitliche Prognose danach? Ungewiss.

Alles in allem deutet sich da auf absehbbare Zeit nichts an, was dieses Laufblog mit läuferischen Inhalten füllen könnte. Also quo vadis? Zwar versuche ich mein läuferisches Bewegungsdefizit durch Schwimmen (ich staune immer noch drüber) und mit dem beginnenden Frühling auch wieder mit Radfahren auszugleichen, aber mit der gleichen Emotionalität wie das Laufen erfüllt mich das nicht. Ob dies den Sportarten als solchen oder meiner Krankheit oder beidem angelastet werden kann, sei einmal dahingestellt.

Ein weiterer Punkt: Das Bloggen hat augenscheinlich generell seinen Zenit überschritten. Die Zeiten, wo mein Reader mit neuen Blogbeträgen ebenso überquoll wie die Kommentarspalten meiner Blogbeiträge sind schon länger vorbei. Die Zeiten werden immer schnelllebiger. Bloggen ist da zu beschaulich, erfordert Zeit und Aufmerksamkeit. Da sind ein paar auf Instagram, Facebook oder WhatsApp-Status *hüstel* hingeworfene Bilder, vielleicht noch um eine Textzeile ergänzt, einfacher, schneller und oberflächlicher. Ex und hopp, wie die bei WhatsApp nach 24 Stunden wieder verschwindende Statusbilder.

Ich mache ich da nicht frei von, aber ernsthaft anfreunden kann ich mich damit nicht. Also quo vadis, deichlaeufer.de? Quo vadis, Volker Dank, der du ja schon ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis hast?

Themenwechsel? Vielleicht zu Back- und Kochrezepten? Gartentipps? Och nö, das bin ich nicht. Barfuß habe ich schon versucht, ist thematisch lange nicht so ergiebig wie das Laufen. Politik? Ach herrje, ich bin ja schon depressiv. Diese Depression zum Thema machen, ihr damit noch mehr Raum geben? Nein, wirklich nicht.

Qua vadis? Wohin gehst du? Noch zeichnet sich kein wirklicher Weg ab. Noch fühle ich mich wie ein Blatt im Wind, das mal hierhin mal dorthin geweht wird und die Richtung nicht selber bestimmt. Auch wenn es mir nicht gefällt, es braucht wohl noch Zeit für Orientierung, um zu wissen wohin die Reise gehen soll. Ich bin erst 55 Jahre jung, da muß noch was kommen, da muß noch was gehen.

Quo vadis, deichlaeufer.de? Findet dieser Blog hiermit sein Ende? Vorläufig lasse ich ihn noch stehen, schließlich habe ich ja ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis und vielleicht gibt es auf absehbare Zeit etwas, was ich der Welt unbedingt erzählen muß!

Außerdem hört man nicht mit 13 Jahren auf, ist einfach keine schöne Zahl! 😉

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Baustellen

Sechs Wochen hat das Jahr 2024 mittlerweile schon auf dem Buckel und in dieser ganzen Zeit herrscht, von einem einzigen Post abgesehen, Funkstille auf meinem Blog.

Meine Depri konnte in diesen Wochen teilweise fröhliche Urstände feiern. Ein nicht einmal schwerwiegendes privates Problem hat mich in den letzten Wochen nahezu völlig aus der Bahn geworfen. Daraus habe ich mich jetzt wieder etwas herausgearbeitet, aber es ist immer wieder erschütternd wie erschöpfend diese Krankheit ist, wie sie mich restlos auslaugen kann. Ich komme mir vor, als hätte ich einige Wochen im Bergwerk geschuftet.

Nichtsdestotrotz ist es mir neben dieser Baustelle gelungen endlich endlich zwei andere gesundheitlichen Baustellen anzugehen. Zum einem ist da eine gastroenterologische Baustelle, die zwar insgesamt recht harmlos ist, mich aber noch ca. ein Vierteljahr behandlungstechnisch in Anspruch nehmen wird. Zum anderen ist da diese vermadeldeite rechte Ferse, deren Probleme ich nach unendlich langer Zeit nun mittels Orthopäden auf den Grund gehe.

Heute hatte ich den Termin beim Orthopäden. Bislang habe ich ja ein recht gespaltenes Verhältnis zu dieser ärztlichen Spezies. Torben hat mir einen Schwimmvereinskollegen von ihm empfohlen. Bislang hatte dieser in einer orthopädischen Gemeinschaftspraxis in Vechta praktiziert, sich aber vor einer Zeit mit eigener Praxis in Oldenburg selbstständig gemacht. Da er mit der Massenabfertigung nicht mehr glücklich war, behandelt er in seiner Praxis nur Privatpatienten und Selbstzahler um Zeit zu haben und ein ganzheitliches Konzept verfolgen zu können.

Grundsätzlich tue ich mich ja schwer mit der Zweiklassenmedizin, aber nachdem ich in jüngster Vergangenheit aus verschiedenen Richtungen erfahren habe, was Hunde- und Katzenbesitzer im Krankheitsfall für ihre Vierbeiner auf den Tisch legen (müssen), denke ich, dass man im Einzelfall auch mal für seine eigene Gesundheit ein paar Euro locker machen kann. Andererseits habe ich als Privatpatient auch gut reden. Schwieriges Thema, um das es hier eigentlich auch gar nicht gehen soll.

Schlußendlich habe ich jetzt eine, oder besser gesagt zwei Diagnosen und es kann etwas getan werden. Als erstes ist da ein klassischer Fersensporn an der Rückseite der Ferse, dem der Orthopäde mit ebenso klassischer Stoßwellentherapie zu Leibe rückt (hat heute teilweise ganz schön Aua gemacht) Als zweites ist da, aus demselben Material wie der Fersensporn gebaut, eine recht ausgeprägte Haglund-Exostose an der Ferse. Der ist mit Stoßwellen nicht beizukommen und ließe sich nur operativ entfernen. Das hält der Orthopäde allerdings nicht für nötig. Stattdessen soll gezielte Physiotherapie die Achillessehne soweit aufdehnen, das sie gut über die Haglund-Exostose hinwegkommt.

Immerhin hat er mir aber eine ausgesprochen kräftige und gesunde Fußsohlensehne diagnostiziert. Also bringt das Barfußlaufen doch was 🙂

Viermal wird jetzt noch gestoßen und 10 physiotherapiert. Dann schauen wir mal weiter. Schonen soll ich mich übrigens nicht, was mich schon einmal sehr freut. Somit werde ich nach meinem gestrigen 7 km-Läufchen gleich nochmal einen ausgiebigen Spaziergang machen.

Meine Baustellen verlangen also noch einen etwas längeren Atem, aber kein Weg endet ohne die ersten Schritte gemacht zu haben. Also auf geht`s. It´s a long way …

Auf diesem Weg werde ich mich hier wohl weiterhin etwas rar machen. Ich bitte um Nachsicht.

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Sintflut

Die Sintflut ist -nicht nur- über den Nordwesten hereingebrochen. Hier hat es in den letzten Wochen geregnet, geregnet, geregnet und geregnet. Und teilweise ordentlich gewindet. Auf der Rückfahrt am Heiligabend von Schwiegermuttern aus Berne hat es z. B. so geschüttet und gestürmt, dass man nur maximal 60 bis 70 km/h fahren konnte.

Was da an Wasser zusammengekommen ist, beschäftigt inzwischen schon seit fast 14 Tagen die Einsatzkräfte im Land. Auch Oldenburg ist betroffen, zuerst war es der Stadtwesten und dann und aktuell immer noch der Stadtsüden. Hier bangen immer noch mehere Hundert Menschen, dass der Huntedeich hält und ihre Häuser verschont bleiben. Seit Tagen sind sie auf eine Evakurierung vorbereitet und sitzen quasi auf gepackten Koffern und gestern hatte es noch einmal bis in die Nacht wie aus Kübeln gegossen 😦

Zum Glück wohnen wir nicht nur im Nordosten von Oldenburg, sondern auch noch nahezu am höchsten Punkt der Stadt. Hier sieht man zwar auch einige Schläuche, die Wasser aus Kellern befördern, aber hier ist es „nur“ das Grundwasser, das durchs Gemäuer drückt. Wir haben keinen Keller!

In den letzten Tagen war ich immer wieder mal zu Fuß oder mit dem Fahrrad in meinem Laufrevier unterwegs. Die Bornhorster Wiesen stehen unter Wasser, das tun sie immer im Winter, als Polderflächen sind sie auch dafür da. Die Wiesen haben auch noch Kapazitäten. Kleiner und Großer Bornhorster See und sämtliche Gräben und Kanäle sind randvoll und laufen teilweise über. Betroffen sind davon aber nur Wiesen und Felder und die Autostraße zum Kleinen Bornhorster See.

Hier ein kleines Bildersammelsurium der letzten Tage:

In dem randvollen Kleinen Bornhorster See war ich beim Weihnachtsschwimmen am Heiligabend dabei.

Ebenso beim Neujahrsschwimmen, wo am See die Hölle los war und in verschiedenen Gruppen mehr als 30 Leute im Wasser waren.

Unsere Gruppe war aber wohl die am besten verpflegte. Es gab selbstgebackene Berliner, Plätzchen und Krüllkuchen. Das hat wirklich Spaß gemacht, zumal es exakt zu der Zeit mal kurz trocken war.

Mein erstes 2024iger Läufchen gab es am heutigen 03.01.. Natürlich zum See. Die Straße, die am Neujahrstag noch recht gut befahrbar war und wo ich (siehe ersten Bilderblog) noch durch das wenige Wasser durchradeln konnte, stand nun komplett unter Wasser. Gut, dass unsereins in kurzen Hosen und Sandalen unterwegs war. Das Wasser war aber so tief, dass es sich nicht durchlaufen sondern nur noch durchwaten ließ. Auch die zweite von drei Zuwegungen zum See stand unter Wasser.

Dem SUV wäre seine Durchfahrt fast zum Verhängnis geworden, da er vom Weg abkam. Der Fahrer war aber nicht der einzige Verrückte, der das gemacht hat.

Der Steg zum Bootshaus ist auch nicht mehr trockenen Fußes zu erreichen. Im Sommer konnte man die Beine vom Steg baumeln lassen ohne das sie die Wasseroberfläche erreicht haben und da wo mein Köpfchen (es war aber nicht so tief, ich habe mich nur züchtig unter Wasser gehalten 😆 ) aus dem Wasser guckt, war im Sommer das Ufer.

Beeindruckend ist es schon überall Wasser zu sehen. Aber was hier in meinem direkten Umfeld nur spektakulär ist, geht nur wenige Kilometer entfernt leider weit darüberhinaus.

Die kommenden Tage soll es endlich nahezu trocken bleiben und deutlich kälter werden. Ich hoffe, dass die Deiche noch solange halten und der Wasserstand der Flüße schnell genug sinkt, bevor vielleicht noch Eisgang den Deichen zusetzt.

Ach ja, das „sportliche“ 2023 endete bei mir mit 452,4 km Laufkilometern -eine Steigerung um immerhin 157 km zum Vorjahr- und mit 41,5 km beinahe einem übers Jahr geschwommenen Marathon. Am aktivsten war ich auf dem Fahrrad, an auf Touren gemessenen Kilometern erzählte mir meine Uhr von ca. 1.500 km.

Zu guter Letzt wünsche ich Euch noch einen gutes neues Jahr 2024!

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Emotionale Momente

Ich mag die Adventszeit, lasse mich gerne von der vorweihnachtlichen Stimmung tragen und höre in dieser Zeit auch gerne weihnachtliche Musik. Nun nähert sich Weihnachten mit großen Schritten. Es ist schon eine emotionelle Zeit.

Vor wenigen Tagen wurde diese noch dadurch angereichert, dass Heimo mal wieder im Norden war. Vier lange Jahre ist es her, dass wir zusammen an Weihnachten gelaufen sind. Vier Jahre, in denen sich unser beider Fitness nicht unbedingt zum Besten entwickelt hat. Aber ein kurzes gemeinsames Läufchen mußte einfach sein und zusammen mit einem anschließenden Frühstück hatten wir eine, trotzdem viel zu kurze, Zeit zum Klönen und um uns gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen. 

Danke Heimo, dass Du Deiner knappen Zeit im Norden diese Stunden abtrotzen konntest. Es war sehr schön und hat gut getan.

Am 20.12. hatte ich dann auch noch meine letzte Stunde bei meinem Psychotherapeuten. Nach 100 Stunden läuft die Finanzierung durch die Kassen aus und im Prinzip ist es auch gut so. Herauszuarbeiten gibt es nach diesen vielen Stunden nicht mehr wirklich etwas. Trotzdem war es immer noch gut und wichtig diesen Anlaufpunkt zu haben und irgendwie fühle ich mich schon etwas entwurzelt bei dem Gedanken jetzt wieder alleine im Alltag laufen lernen zu müssen. Für eventuelle Krisen steht mir mein Therapeut aber weiterhin zur Verfügung.

Danke Herr Wulf, für diesen Angebot und die wichtige und wertvolle Betreuung in den letzten gut drei Jahren.

Es weihnachtet sehr und möchte Euch mit einem musikalischen Zufallsfund aus dem Netz beglücken. Ein Stück, hervorragend gesungen von drei Geschwistern, das ich mir in letzten Tagen gerne angehört habe und das mir jedes Mal Gänsehaut beschert hat.

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten und schöne Stunden zum Innehalten, für Gemeinsamkeit und zum Kraft tanken für das was kommen mag, im neuen Jahr.

Danke für die Treue, die Ihr auch in diesem Jahr meinem Blog gehalten habt.  

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Kampfspuren

Laufen ist ja persé kein gefährlicher Sport. In Gegensatz zu vielen anderen Sportarten sind von außen einwirkende Verletzungen doch eher die Ausnahme. Knochenbrüche und/oder spektakuläre Narben, die als „Trophäen“ z. B. vom Mountainbiken, Rennradeln oder irgendwelchen Kampfsportarten übrigbleiben sieht man eher selten.

Ab und zu bleibt aber doch etwas zurück. So sieht man immer noch die Narbe von der Verletzung, die ich mir vor ziemlich genau einem Jahr zugezogen habe, als ich beim Offroad-Laufen in einem Weidedraht hängengeblieben bin. Hier besteht aber noch die Hoffnung, dass die nur noch blasse Narbe irgendwann nochmal ganz verschwunden ist.

Das wird wohl die Narbe auf dem linken Fuß nicht, wie mir meine Dermatologin vor einer Woche eröffnet hat. Diese Narbe stammt von meiner Bruchlandung, die ich am 01.06. hingelegt habe und mir auch zwei Kronen gekostet hat.

Zugegeben als heroische Trophäen für den kernigen Laufsport taugen diese kleine Blessuren nicht unbedingt. Also weg davon und hin zu einem kleinen Erfolgserlebnis. Nach dem ersten Winterintermezzo hat es hier tagelang fast nur noch geregnet. Nach meiner Rückkehr aus Berlin, wo ich mir nach der langen Autofahrt erstmal direkt die Frische gegönnt habe …

… konnte ich drei Tage später noch einen Lauf mit etwas Restschnee genießen.

Der Typ im Wasser bin nicht ich, da war ich schon wieder draußen

Heute war es endlich mal trocken, sogar mit einem Hauch von Sonne. Bestes Wetter um das erste Mal seit dem 14.05. wieder zweistellig zu laufen. Der durch das obligatorische Bad unterbrochene Laufe endete mit 10,4 km.

Rechtes Bild: Nicht unbekleidet im Wasser 😆

Dieses kleine Glück genieße ich für den Rest des Tages. Die neue Bescheidenheit 🙂

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Kalt

… ist es im Ländle geworden. Aber während sich weite Teile der Republik schon Ende November weiß zeigen, stemmt sich der Nordwesten noch gegen diesen farblichen Trend. Spätabendlicher Schneefall vorgestern überlebt die Nacht nicht und sogar einige sonnige Stunden lassen sich genießen.

Heute habe ich läuferisch den November abgeschlossen. Pünktlich zum Laufstart dann aber das:

Zum Glück wehrt der Spuk nicht lange und im Laufe des Laufs blinzelt dann auch schon wieder die Sonne. Die vier Kilometer zum See laufen sich recht geschmeidig, dafür wird das Wasser peu à peu etwas frischer (7°) und die Verweildauer peu à peu etwas kürzer (3 1/2) Minuten).

Speziell die Hände sind diesmal not really amused und so sind die Handschuhe fast die ersten Kleidungsstücke, die ich wieder anziehe. Um wieder warm zu werden gebe ich auf dem Rückweg erstmals soviel Gas, dass ich -wenn auch nur minimal- mit meiner erst letztens vorgestellten Regel breche, dass der Rückweg immer langsamer ist als der Hinweg.

Mit Ende des Rückwegs summiert sich der November auf sagenhafte 46,4 km. Immerhin das beste Monatsergebnis seit Mai diesen Jahres. Zur Feier dieses besonderen Ereignisses lag dann doch noch etwas weißes Konfetti rum.

Genug der Ehre, nicht nur wegen der bescheidenen Laufkilometer brauche ich nicht mehr von dieser Art Konfetti 😀

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Immer langsamer, nie schneller

Rein läuferisch gibt es immer noch nicht viel zu schreibseln. War dies eigentlich mal ein Laufblog? 🙄 Aber immerhin gibt es eine kleine Auffälligkeit bei meinen kleinen Läufen, die ich für zwingend berichtenswert halte 😀

Bei meinen Läufchen zum Kleinen Bornhorster See zeichne ich mit meiner Uhr ja immer zwei Läufe auf, damit ich dazwischen auch meine schwimmerischen Heldentaten dokumentieren kann. Beim abschließenden Betrachten dessen, was ich da so läuferisch gerissen habe, fällt mir dann auf, dass ich den Rückweg immer, aber auch wirklich immer, langsamer laufe als den Hinweg bzw. NOCH langsamer als den Hinweg 😆

Wenn ich mir die Oktober- und Novemberdaten so anschaue, sind das teils schon beträchtliche Unterschiede. Da kommen auf dem Rückweg schonmal 26 Sekunden pro Kilometer mehr zusammen als auf dem Hinweg. Im günstigsten Falle waren es nur sechs Sekunden. Aber es war immer langsamer, nie schneller. Gefühlt bin ich immer gleich schnell unterwegs. Aber vielleicht stimmt da ja auch mit meinem Gefühl etwas nicht. Mit den Gefühlen ist das ja so eine Sache, wie der zur Zeit wieder in aller Munde stehende Lorriot schon vor Jahrzehnten wußte 😆

Allerdings führt meine Gefühlsungereimheit zu keinerlei Mordgelüsten, denn im Gegensatz zu einem harten Frühstücksei ist es mir schlußendlich egal wie „schnell“ ich da auf dem Rückweg vom See laufe. Aber erwähnen wollte ich es halt einmal und ende jetzt mit einem kleinen obligatorischen Bilderblock 😛

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Zweimal

… bin ich diese Woche gelaufen. Das gab es das letzte Mal Mitte Juni, ein zarter Erfolg. Zumal ich zwischen den beiden Läufen am Mittwoch und am heutigen Samstag auch noch einen ausgiebigen Spaziergang gemacht habe.

Laufstrecke ist -welch Überraschung- die zum Kleinen Bornhorster See, weil ein kleines Bad muß ja sein.

Der Spaziergang führte mich mal nicht zum Kleinen Bornhorster See, sondern um den Großen Bornhorster See drumherum.

Am heutigen Samstag war das Bad im See ca. ein Grad wärmer als das Laufen an der sieben Grad frischen Luft. Ein feuchte Angelegenheit war aber beides 😆

Den drei Per Pedes-Aktivitäten ging am Dienstag noch eine Fahrradtour über 40 km am Dienstag voraus. Bei 10 ° durften dabei erstmals Hände- und Füße beschuht sein. Zum Schluß wurde es dann auch noch naß. Auf dem Rad ist das nicht so prickelnd, aber wat läßt man nich alles über sich ergehen um einigermaßen Bewegung zu bekommen 😎

Eine Radtour, zweimal Laufen, drei mal im See jeweils 100 m rumgeschwommen, morgen noch Schwimmbad. Für ne trübe Novemberwoche ist das, denke ich, ganz ok.

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Saisonende

Sonntags gab es die letzte Radelausfahrt nach Berne zu Schwiegermuttern. Am kommenden Sonntag sind dann schon die Uhren umgestellt und ich kann dann nicht mehr im Hellen zurückradeln.

Auf der letzten Tour rollte ich auf dem Hinweg unterm Huntedeich entlang und schaute noch eben an der Weser vorbei. Auch an diesem 22.10. ließ es sich noch wunderbar in kurzen Hosen und barfuß radeln.

Die finale Rücktour entwickelte sich zu einer schon fast spektakulären Sunset-Fahrt. Im goldenen Licht ging es zurück über das flache Land und ich erreichte mit einsetzender Dämmerung das traute Heim.

Jetzt muß ich sehen, dass ich so noch ein paar Tageslichtouren hinbekomme. Vielleicht könnte ich auch noch etwas laufen. Ich werde mal mit Lady A reden, was die davon hält 😀

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Schreibenswert?

Ist ein 4 km-Läufchen des Schreibens wert? Ich finde ja, vorallem wenn man sich dabei vom warmen Ofen entfernt und sich in den verregneten, stürmischen und sechs Grad kalten Tag hinaus begibt. Ein Grund, der es einem leichter macht, ließ sich auch noch finden. Die Brötchen, die es freitags bei uns traditionell zum Abendbrot gibt, wollten geholt werden.

Also rein in Laufshorts, Regenjacke, Mütze und Handschuhe, Laufrucksack auf und ab dafür. Die Strecke zum Bäcker noch etwas auf 2,4 km verlängert, ebenso wie den Rückweg auf 1,6 km, dabei jede Pfütze mitnehmend und Spaß haben.

Nach diesem Mini-Tripp dann wieder ab vor den Ofen und feststellen, dass sich Sport immer lohnt, sei es auch noch so wenig 🙂

Apropos schreibenswert: Mich erreichen teils bedrückende Nachrichten aus Neukölln. Ein Freund hörte gestern Abend in seiner Wohnung das Geböller von „Demonstranten“ auf der Sonnenallee. Schlimm was in diesem Lande in Bezug auf Antisemitismus wieder passiert und dabei so gar nichts mit Rechts zu tun hat. Ich muß mich da schon wieder arg zusammenreißen um meine kuschelige Laufplattform nicht für Schimpftiraden auf unsere politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse zu missbrauchen. Montag in einer Woche werde ich wieder nach Neukölln fahren und hoffe, dass sich die Lage bis dahin wieder etwas beruhigt hat.

Aber dieses 4 km-Läufchen, das war toll. Und jetzt schmeiße ich mich in die Regenklamotten und mache noch einen Spaziergang, weil das Wetter ist gerade so schön 😎

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Fünf mit Sieben

Während ich in Berlin weilte um u. a. mit den Marathonis aus meinem Bloggerumfeld ein paar schöne gemeinsame Stunden zu verbringen, funkte mich Torben an, ob ich mit ihm beim Oldenburger Marathon auf der 5 km-Strecke starten wollte. 5 km, die meinte ich meiner Lady A. (Catrina, sie wird bei mir nie wieder einen anderen Namen haben 😀 ) zumuten zu können.

Dummerweise erzählte ich bei einem Läufer-Videomeeting davon, als so generell in die Runde gefragt wurde, ob dieses Jahr noch etwas anstehen würde, und schon wurde ich darauf festgenagelt 🙂 Tagsdrauf schlug Karina vor, dass die Läufer dieser Video- und Threemagruppe mich doch virtuell begleiten könnten. Das fand großen Anklang. Leider war ich dann aber derjenige, der es noch spannend machte, zweifelte ich inzwischen doch ob besagte Lady auch nur diesen fünf Kilometern gewachsen sein würde. Schlußendlich rang ich mich zu einer Teilnahme durch und schwörte mich darauf ein, einfach mit dem hinteren Teil des Felds ins Ziel zu schlönzen.

Am Tag vor dem Lauf holte ich meine Startnummer und den Einmalchip für die Zeitnahme ab. Beim Einmalchip wurde erklärt, wie man ihn an Schuh oder Fußgelenk festtüddeln kann. Da wurde sogar gezeigt, dass man ihn auch barfuß tragen kann.

Was für eine coole Idee! Das könnte ich doch mal machen! Da wäre ich sonst nicht drauf gekommen! 😆

Am Laufmorgen war das Wetter erstmalig diesen Herbst richtig grausig. Zum Start der Marathonläufer hatte es nur fünf Grad und es regnete immer wieder mal. Wir waren aber erst um 13:30 Uhr dran und als ich Torben einsammelte und wir zum Lauf radelten (wir hatten es keine fünf Kilometer weit) war es trocken, beim Laufen und auf dem Rückweg auch. Auch die Temperatur rappelte sich noch auf geniale, in der Sonne warme 9 ° hoch.

So stand ich mit Torben im sonnenbeschienenen Starterfeld um auf die nasse Asphaltstrecke zu gehen. An den virtuellen Startlinien standen zur gleichen Zeit Doris, Elke, die frisch gekämte 😆 Helge, Manfred und Oliver 🙂

Nicht umsonst hatte ich vorher um Selfies vom Start gebeten, bei Elke muß allerdings die Uhr mit ihrer sehr guten Zeit herhalten 🙂

Die fünf Kilometer verliefen unspektakulär und ich hielt mich an mein ruhiges Laufen, was Lady A. scheinbar honorierte. Lediglich das häufige Fallen des Wortes „Barfuß“ aus dem Läuferfeld und den Zuschauerreihen, während ich vorbeilief, deutete daraufhin, dass wohl nicht allzu viele dem Anbringbeispiel des Chips gefolgt sind 😆 Torben und ich liefen gemeinsam. Den letzten Kilometer zog Torben das Tempo an, ich sagte ihm das ich das nicht mitgehen würde und so nahm er mir auf dem Schlußkilometer noch eine halbe Minute ab. Es ist für ihn gut gelaufen, was mich sehr für ihn freut.

Vor mir im virtuellen Ziel waren Elke, Manfred und Oliver, während Doris ähnlich gechillt wie ich unterwegs war. Länger unterwegs war Helge, die noch für Ideengeberin Karina weitere fünf Kilometer gelaufen ist, da Karina leider krank geworden ist.

Ebenfalls um 13:30 Uhr, aber in einer anderen Zeitzone und deshalb sieben Stunden später ging Roni dann noch in Texas auf die Strecke. Torben und sechs Blogger bildeten somit mein Läuferumfeld, genial!

Genial auch, dass Lady A. sich am Day after nicht anderes gebärdet wie vorher, nicht wirklich gut, nicht wirklich schlecht. So blieb mein kürzester offizieller Lauf offensichtlich folgenlos. Das macht die Sache nochmal so richtig rund.

Danke nochmals an alle, die Ihr mich begleitet habt. Ohne Euch wäre ich nicht auf die Strecke gegangen und hätte einen schönen Lauf mit viel Spaß verpaßt.

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100 ohne

Irgendwie brauchte ich noch ein kleine Verrücktheit mit viel Bewegung, bevor Herbst und Winter die Outdooraktivitäten etwas dämpfen. Da läuferisch zur Zeit kein Blumentopf zu gewinnen ist, entschied ich mich für einen Fahrrad-Tripp an die Nordsee. Genauer gesagt an den Jadebusen, so richtig Nordsee ist der ja nicht, weshalb mein bislang weitester Lauf von Oldenburg an die Nordsee auch nicht am Jadebusen endete, sondern in Burhave, direkt an der offenen See. Heute sollte mir aber Dangast als Ziel genügen.

Das Wetter versprach nach der Vorhersage ganz okay zu werden, auch wenn der Abzug des morgendlichen Regens bei Wetteronline immer etwas weiter nach hinten verschoben wurde und schlußendlich blieb es auch beim Versprechen … :-/

Die ersten Kilometer führten mich aber erstmal mitten in die Stadt, zum Bankautomaten, um die Ebbe im Portemonnaie zu beenden. Als ich endlich raus aus der Stadt war, wollte ich meine Regenjacke ausziehen und im „Kofferraum“ verstauen, nur um festzustellen, dass ich den Kofferraum zu Hause gelassen hatte.

Die Satteltasche war wichtig und konnte nicht zuhause bleiben

Das bescherte mir ca. sieben Zusatzkilometer und damit die Gewissheit, dass ich tatsächlich ein bestimmtes Kilometer-Ziel erreichen werde. Ich nahms (erstaunlicher Weise) gelassen, zumal ich die Gelegenheit nutzte die Regenjacke gleich zuhause zu lassen und gegen den dünnen Windbreaker zu tauschen.

Nun nahm ich endlich Fahrt auf und nach einem ersten Verfahrer ließ ich via Telefon die Google-Navigation mitlaufen. Das Programm entschied sich allerdings teilweise für abenteuerliche Wege, auf den ich mir manchmal gewünscht hätte, dass mein starres Singlespeed ein kuschelig, schaukelig gefedertes Mountainbike gewesen wäre.

Der Weg auf dem rechten Bild ist noch der reinste Highway

Der Himmel war trübe und statt das es dem Wetterbericht entsprechend immer trockener wurde, fing es, immer intensiver werdend, an zu nieseln. Nichts macht so naß wie intensiver Nieselregen und der Windbreaker machte schlapp. Regenjacke ist ja auch nicht sein Job. Immerhin hielt sich die Temperatur mit anfänglich 14 ° und zum Schluß um die 16 ° im angenehmen Bereich.

Kurzzeitig wußte ich echt nicht, was ich da mache, als es auch noch ein paar wenige Kilometer eine Bundesstraße entlang ging, mit tosenden Verkehr und donnernden und gischtsprühenden Lkw`s. Aber mein zartes Köpfchen zeigte sich bockig und so kurbelte ich stoisch weiter gen Norden und erreichte nach knapp 60 Gesamtkilometern Dangast.

Kurz vorher wurde es sogar trocken und ich gönnte mir draußen ein Stück Kuchen und einen großen Milchkaffee, kramte dann trockene Wechseloberbekleidung aus dem Kofferraum, besuchte noch den Strand am alten Kurhaus mit seinen Kunstwerken und mit „Schlicktown“ Wilhelmshaven im Hintergrund.

Da ein Blick auf den Himmel weiterhin nichts gutes versprach, machte ich mich aber alsbald auf den Rückweg und sparte mir deshalb auch noch einen Abstecher zum Vareler Hafen. Desweiteren ignorierte ich teilweise die Instruktionen des Navi und seine penetranten Wendeaufforderungen, das mich wieder über die selben Rumpelpisten zurückschicken wollte. Irgendwann kam sie mit neuen und auch weitaus besseren Vorschlägen.

Die nieselige Trübnis gibt schon mal einen Ausblick auf die kommenden Herbst- und Wintermonate

Auf den letzten Kilometern, exakt bei 99,9 km, blieb mir dann noch das Herz kurz stehen. Als ich eine vielbefahrene Straße überquerren wollte, um auf der anderen Seite in eine Straße einzubiegen, gab ich einem aus dieser Straße kommenden Autofahrer zu verstehen, dass ich ihn eben vorlasse. Das nutzte dann auch noch ein Autofahrer hinter ihm, von dem ich nicht sehen konnte wohin er fahren wollte. Als ich die Straße überquerte, fuhr er auch los. Trotz Vollbremsung touchierte ich mit meinem Vorderrad seine vordere Stoßstange, was ihn aber nicht kratzte, da er einfach weiterfuhr. Von dem Schreck mußte ich mich einige Minuten erholen, bevor ich zu den letzten Kilometern ansetzte und nach 107 km wieder zuhause ankam.

Nach der Tour sieht mein Fahrrad aus wie die Sau, als wäre ich die gesamte Strecke nur offroad gefahren.

Trotz des bescheidenen Wetters war es eine coole Tour. Weder Beine noch der Allerwerteste murren. Es war die zweite 100 km-Tour meines Lebens. 2014 bin ich in Dänemark das erste Mal über 100 km, damals mit dem Rennrad, gefahren. Damals waren es 108 km, hätte ich das noch gewußt, hätte ich heute noch eine kleine Extra-Schleife gezogen 😆 Aber dafür bin ich die einen Kilometer kürzere Strecke mit dem Singlespeed ohne Gangschaltung gefahren. War aber auch keine Kunst, da flaches Land und insgesamt wenig Wind 😎

Aber egal, ich habe es mir für meine Verhältnisse mal wieder ordentlich gegeben und es war g..l 😀

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Ein Läufchen wagen

Sportlich und blogtechnisch war der September sehr mau. Null Laufkilometer, null Blogbeiträge und auch nur wenige Schwimmkilometer. Gründe dafür?: ——–.

Trotzdem war der September nicht gerade arm an Highlights, die sich weitestgehend auf die 11 Tage am Monatsende konzentrieren, an denen ich in Berlin war. Der Marathon dort versprach einige Treffen mit Bloggerfreunden, die ich zum Teil bekochte und zum Teil mit ihnen essen ging. Auch den Marathon selber habe ich mir einige Zeit live an der Strecke angeschaut. Leider habe ich keine von den Lauffreunden unter den fast 50.000 Teilnehmern erspähen können. Als diesbezüglich auch keine Hoffnung mehr bestand, beschloß ich von der Marathonstrecke über gut 5 km nach Hause zu spazieren. So hatte ich an dem Tag nicht nur auch noch etwas Bewegung sondern auch einen ganz speziellen Blick auf den Marathon. Nämlich auf die Schlußkarawane aus Besenbussen, Feuerwehr, Stadtreinigung usw. Sieht man auch nicht alle Tage.

Das war Highlight Nr. 1 von den vielen Highlights in Berlin. Highlight Nr. 2 war der Besuch der Gedankstätte Hohenschönhausen, ein ehemaliger Stasiknast. In kleiner Gruppe wurden wir von einer ehemaligen Insassin geführt. Das war sehr beeindruckend und emotional. Zumal ich unsere Führerin nach Abschluß der eineinhalbstündigen Führung noch fragte, ob sie mit meinem Berliner Freund Frank und mir noch einen Kaffee trinken wollte. In einer weiteren geschätzen halben Stunde kamen wir dabei noch intensiver ins Gespräch. Unvergesslich!

Als drittes Highlight unter den Highlights nahm ich an meinen letzten Tag vor Abreise an einer Barfußwanderung im wunderschönen Heiligensee und Tegeler Forst, nebst einziger Sanddüne Berlins, teil. Wir waren 14 Peoples, die bei schönstem Wetter durch den äußersten Nordwesten Berlins zogen, mit abschließender Einkehr in ein Lokal mit toller Küche.

Überhaupt war ich in Berlin viel per pedes unterwegs. Neben den 5,4 km von der Marathonstrecke nach Hause und den ca. 7,5 km der kleinen aber feinen Wanderung durch Heiligensee und Co. bin ich auch noch einmal über 8 km über das Tempelhofer Feld, durch die Hasenheide und über die pulsierende Hermannstraße spaziert.

All diese Gänge hat meine malade rechte Achillesferse recht gut verkraftet, so dass ich mich am heutigen Feiertag bei erstmals herbstlich anmutendem Wetter mal wieder auf ein Läufchen gewagt habe. Und zwar 3,5 km hin zum Kleinen Bornhorster See, a bisserl schwimmen und 3,7 km wieder zurück.

Am See ist die Badesaison zu Ende, die Markierungen für den Nichtschwimmerbereich werden eingeholt und das Wasser präsentiert sich überraschend klar.

Das zweigeteilte Läufchen lief gut und hat Spaß gemacht. Nun warte ich den morigen Tag ab, um zu horchen, was die Sehnen dann zu dem Testlauf sagen.

Wenn es mit diesen Läufen zum See und zurück in den nächsten Monaten funktionieren würde, wäre ich schon sehr glücklich. Etwas Laufbewegung, immer mal wieder eben in den See, das würde mir nach all dem Elend der letzten Zeit an Outdoor-Aktivität erstmal vollkommen reichen.

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Wähle

… und ich bin eins, zwei, drei schon bei Dir … Aus diesem Grunde hätte ich gestern abend nicht die 333 gewählt, sondern beinahe die 112 um den Notarzt herbeizurufen.

Was war passiert?

Am frühen Vormittag war ich noch zum See geradelt und fein Schwimmen. Später zog dann Regen auf und die Luft verwandelte sich in den Typ „Waschküche“. Trotzdem wollte ich zum frühen Abend noch ein kleines Bisschen laufen. Der Regen war zwar vorbei, aber die Waschküche war noch da. Ich stieg auf`s Fahrrad und radelte zum Geestrandgraben. Zwischen dem kleinen Kanal und der Landstraße in die Wesermarsch läßt es sich flauschig auf grasbewachsenen Weg laufen. Hier Arschifbilder:

Ich pendelte für insgesamt 5 Kilometer. Auf den letzten Metern zurück zum Fahrrad juckte meine Kopfhaut ganz entsetzlich. Am Fahrrad angekommen, hätte ich mich dann am ganzen Körper dodkratzen können. So schnell es ging schwang ich mich aufs Fahrrad und radelte noch eben zum See um mich im Wasser etwas abzukühlen. Als ich mich aus den Klamotten pellte, sah ich, dass große Stellen meines Körpers feuerrot waren. Das Wasser brachte zwar etwas Linderung, aber ich konnte mich überall mit aller Gewalt kratzen, auf dem Kopf, hinter den Ohren und die Ohren selbst, den verlängerten Rücken, einfach überall. Außerdem fühlte sich der Bereich unter der Unterlippe an, als hätte ich beim Zahnarzt eine Betäubung bekommen.

Als ich wieder zuhause war, machte Jens große Augen als ich ihm meinen Körper zeigte. Ich ging duschen und legte mich danach erstmal auf`s Bett, da mein Kreislauf anfing Achterbahn zu fahren. Meine Ruhepuls lag mehr als doppelt so hoch wie normal. Mir war übel. Der ganze Körper machte einen auf

… und zeigte sich rot wie ein Feuerwehrauto.

Kommt auf dem Bild nicht so rüber

Da war ich nahedran die 112 zu wählen. Aber ich warte noch etwas und tatsächlich nahm die Röte bald etwas ab und der Puls beruhigte sich. Statt Notarzt zog ich nach einiger Zeit den Abendbrottisch vor. Hier sackte dann nochmal der Kreislauf durch und ich legte mich schnell auf den Boden, während Jens meine Beine hochhielt. Dann war auch dieser Spuk vorbei. Zum späteren Abend lag ich im 26 ° warmen Wohnzimmer unter der Decke auf`m Sofa und fröstelte.

Nach gut geschlafener Nacht ist heute wieder alles vorbei, Kreislauf und Puls sind normal, sämtliche Röte wieder verschwunden. Lediglich zwei große Beulen am Kopf und mehrere Einstichstellen an den Beinen zeigen, dass mich da gestern beim Laufen irgendwelche Stechinsekten massiv attackiert hatten.

Vor zwölf Jahren hatte ich so etwas schon einmal. Immerhin ist es diesmal ohne Krankenhaus abgegangen, wenn auch nur knapp. Fazit: Bei solchen klimatischen Bedingungen werde ich nicht mehr in der Natur laufen gehen. Weiß der Himmel auf auf welche Viecher ich so dermaßen reagiere.

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Ängste, Zweifel und Hoffnung

Wer glaubt, dass es nach meinem positiven Post nur noch Friede, Freude, Eierkuchen bei mir zu lesen gibt, sieht sich getäuscht. Ich wäre schließlich nicht ich, wenn es nicht auch ausführlich die negativen Seiten meines Daseins zu betrachten gäbe.

In meinem letzten Beitrag hatte ich ja geschrieben, dass es mir seit einigen Wochen ausgesprochen gut geht. In Verbindung bringe ich das mit einer, sagen wir mal, selbstdurchgeführten Änderung meiner Medikamentation. Mir geht es dadurch um einiges besser, im Kopf ist es klarer und das Blei aus selbigen ist weg. Ich genieße das sehr und bin glücklich über diesen Ist-Zustand. Aber nach insgesamt inzwischen schon über drei Jahren, die mich die Depression in Geiselhaft hält und immer mal wieder kurzen guten Zeiten dazwischen, schwingt bei mir die Angst mit, dass auch diese gute Phase wieder nicht von Dauer sein wird. Sie überdeckt meine genannte Freude zwar nicht, aber ich kann sie auch nicht abschütteln. Vielleicht ist das sogar ganz gut so, damit es mir im Fall der Fälle, dass es wieder schlechter wird, dann nicht den Boden unter den Füßen wegreißt.

Zudem geht meiner jetziger Zustand mit einer gewissen Dünnhäutigkeit einher. Klappen Dinge nicht so wie ich mir das vorstelle, neige ich momentan dazu recht schnell aggro zu werden. Deswegen ist es auch gut, dass ich inzwischen sehr geübt darin bin, die aktuelle Nachrichtenlage nicht an mich heranzulassen. Das große Thema, das mit C anfängt und mit orona aufhört, ist ja zum Glück von Tisch, wenn auch schon wieder ein paar Hysteriker Alarm schlagen. Alles andere mitsamt der einseitigen Berichterstattung halte zum Großteil erfolgreich von mir fern.

Soweit zu dem, was sich in meinem Köpfchen abspielt.

Das andere große Thema: Sport! Bzw. das Laufen. Es kommt einfach kein Fluß ins Laufen. Nach meiner ewigen Fersenproblematik und dem folgenden, bescheidenen Wiedereinstieg folgte der Sturz. Die großflächige Wunde am rechten Knie ließ mich erstmal wieder komplett aufhören, auch mit dem Schwimmen, da die Wunde zwei, drei Wochen offen war. Die ersten beiden Läufchen nach dem Malheur liefen ganz gut, dann bekam ich plötzlich beim Laufen akute Atemnot, konnte gerade mal 300 bis 400 m am Stück durchlaufen. Den zweiten Lauf dieser Art brach ich nach eineinhalb Kilometern frustriert hab. Wenige Tage später bekam ich in der rechten Wade starke Schmerzen, ganz ohne Sporteinfluß und in einer Art, wie ich sie noch nie gehabt habe. Zusammen mit brutalen Krämpfen in der Kniekehle und einem geschwollenen Fuß führte dies sogar zu einem nächtlichen Besuch des notärztlichen Dienstes in meiner Berliner Wohnung. Ein Verdacht auf eine Thrombose konnte bis dato weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Aufgrund abegeklungener Beschwerden, des nahenden Urlaubs und unserer Hochzeit verschrieb mir mein Arzt prophylaktisch Blutverdünner. Zwischenzeitlich sind alle Beschwerden wieder weg. Dafür murren seit dem Urlaub die Achillessehnen beider Füße, insbesondere des rechten.

Gelaufen bin ich seit meinem Sturz vor 12 Wochen ganze 30 km. lm Urlaub ließ ich mich nach einem ersten Lauf mit 6 km auf dem Sofa nieder und trabte kurze Strecken durch eine verregnete Heimat. Ich bestaunte Rindviecher, bedauerte einen ausgesetzten Weihnachtsmann, in dessen Nähe eine Kondomverpackung lag und konnte zwischen alledem keinen Zusammenhang herstellen 😆

Beim Stöbern in meiner Laufstatistik stellte ich heute zwar fest, dass ich dieses Jahr schon mehr gelaufen bin als im gesamten Jahr 2022. Aber 330 zu 295 km nehmen sich hier wie da sehr bescheiden aus. Läufe im zweistelligen Bereich sind eine absolute Seltenheit und das letzte Mal, dass ich mal über 20 km gelaufen bin, ist schon über zwei Jahre her. Mir ist das Laufen in der mir mal vertrauten Form inzwischen so fern, dass ich Zweifel habe, ob ich da jemals wieder hinkomme. Ich bezweifel sogar, ob ich das überhaupt noch will. Die ewigen Probleme habe mich inzwischen doch ziemlich demoralisiert.

In Sachen Schwimmen trete ich, nach den Fortschritten im letzten Jahr, dieses Jahr ziemlich auf der Stelle. Probleme mit der Atmung verhindern, dass ich bislang etwas längere Strecken durchschwimmen kann. Aber immerhin bin ich dieses Jahr schon gute 29 km geschwommen. Mit Blick auf die Vergangenheit ist das echt viel, ich würde sogar behaupten, es sind 29 km mehr als in all den Jahren meines bisherigen Lebens 😆

Was Spaß macht ist das Fahrradfahren, aber so richtig viel und sportlich unterwegs bin ich dabei auch nicht. Aber immerhin, fordert mich mein Singlespeed mangels Gängen wenigstens etwas heraus 🙂

Zum Abschluß dieses gar düsteren Posts möchte ich aber nicht unerwähnt lassen, dass ich heute morgen zum See geradelt bin und dort das erste Mal ever 100 m durchgekrault bin. Vor lauter Freude habe ich es aber bei insgesamt 200 m belassen und dafür die Fahrradrückfahrt etwas verlängert und diese für ein kleines Läufchen unterbrochen. Somit kam ich spontan und ungeplant auf 200 m Schwimmen, 5 km Laufen und 24 km Fahrradfahren. Das alles auch noch vor dem Frühstück.

Direkt unter der Huntebrücke wächst etwas Getreide. Da muß wohl ein Lkw mal was verloren haben 🙂

Die Freude an der Bewegung ist also noch da und es hat alles Spaß gemacht. Mal sehen wie sich das Ganze weiter entwickelt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

P.S: Zum Thema Dünnhäutigkeit: Beim Verfassen dieser bedeutungsschweren Zeilen habe ich zwei Internetausfälle stoisch ertragen, ohne den eh nichts dafür könnenden Laptop an die Wand zu schmeißen. Ich bin so stolz auf mich ❗

PPS: Dritter Internetausfall, just als ich auf „Veröffenlichen“ klicken wollte, es wurde nochmal eng für den Schläppi…

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Ein positiver Post

Vorsicht, dieser Post hat nahezu episches Format!

Lang ist es her, dass ich das letzte Mal gebloggt habe. Die Gründe dafür seien hier im Wesentlichen nicht genannt, denn dies hier ist ein positiver Post!

Mit dem Positivsten möchte ich auch gleich beginnen, der Hochzeit von Jens und mir, die schon sagenhafte dreieinhalb Wochen zurück liegt. Es war, wie man es sich nur wünschen kann, ein wunderschöner Tag, wie er besser nicht hätte sein können.

Geheiratet haben wir in Rerik an der Ostsee, genauer gesagt auf der „MS Ostseebad Rerik“, die nach der Trauung durch ein fantastische Standesbeamtin im Hafen zu einer zweistündigen Rundfahrt auslief. Aber bevor das Epische noch mehr ins Epische ausartet, lasse ich Bilder sprechen.

Los ging es von unserem Urlaubsdomizil mit unseren Gastgebern und Trauzeugen Antje und Andreas.

Die letzten Bilder von den Junggesellen nach schon 22 1/2 jährigen Zusammenseins 🙂 Im Hintergrund „unser“ Schiff.

Dann wurde es ernst.

Nach der Trauung blieben wir dann einfach an Bord, der Trautisch wurde zur Kaffeetafel umgebaut und die Ausfahrt konnte beginnen.

Auf der Rückkehr zum Hafen war denn sogar der Himmel einwenig gerührt und vergoß einen Freudenschauer, den wir nach Beendigung der Ausfahrt unter dem Klappdach einer Bratwurst-Bude abwarteten. Pünklicht mit Verspeisen des Imbiss war es wieder trocken und Antje und Andreas -die besten Trauzeugen, die wir uns nur wünschen konnten- warteten an unserem Auto mit der nächsten Überrauschung für uns auf, bevor wir die Zeit bis zum Essen im Restaurant sehr gechillt auf einem Steg verbrachten.

Das Essen im Fischrestaurant war vom Feinsten und zum krönenden Abschluß ging es nach dem Essen noch hinunter an den Strand, wo wir in schönster Südseeatmosphäre einen letzten Absacker zu uns nahmen, um den Tag im goldenen Abendlicht ausklingen zu lassen.

Mehr ging nicht, dieser Tag, ein Traum!

Eingebettet war unsere Hochzeit in eine Woche Urlaub an der Ostsee, wo wir im Herrenhaus von Antje und Andreas, die schönste aller schönen Ferienwohnungen dort bezogen, die nicht umsonst den Namen „Belletage“ trägt.

Die Urlaubswoche machte alles richtig rund. Wir hatten Glück mit dem Wetter, die Umgebung ist herrlich, das Herrenhaus mit seinem tollen Garten ein Hort der Ruhe und der Erholung.

Ausdrücklich möchte ich mich hier noch einmal, auch im Namen von Jens, bei Antje und Andreas bedanken, die uns nicht nur die besten Trauzeugen überhaupt, sondern schon zum zweiten Mal auch die besten Gastgeber waren. Wer sich davon einmal selbst überzeugen möchte, und das kann ich nur wärmstens empfehlen, dem sei diese Seite ans Herz gelegt.

Als wir aus dem Urlaub zurückgekehrt waren, erwarteten uns zuhause noch zahllose Überraschungen. Da wir unsere Hochzeit nur für uns gefeiert haben, hätten wir mit so vielen Karten, Blumen und Präsenten nie gerechnet. Wir sind überwältigt. Hier nur ein kleinste Auswahl, wegen dem epischen 😉

Doch mit Hochzeit und Urlaub ist das Positive noch nicht zu Ende. Seit Urlaub und Hochzeit geht es mir so gut wie lange nicht mehr. Ich habe wieder Spaß am Leben, kann wieder Musik genießen und mich an Tüdelkram erfreuen uvm. So habe ich mir in Kühlungsborn einen ähnlich wie Lego zusammenzubauenden Polizei-Wartburg gekauft und gleich abends in unserer fernsehfreien Wohnung zusammengebastelt und tagsdrauf in einem künstlerischen Anfall fliegen gelassen.

Ich war von dem Bausatz derart begeistert, dass ich mir noch im Urlaub vom selben Hersteller die Titanic nach Hause bestellt habe um dort anschließend die knapp 1.000 Teile zusammenzufrickeln.

Unfassbar, zu solcher einer Aufgabe wäre ich noch vor wenigen Wochen nicht ansatzweise in der Lage gewesen.

Wie angestochen hatte ich plötzlich Lust zu Dingen, die ich jahrelang nicht anfassen konnte. Der Schuppen wurde aufgeräumt, mein Rennrad von seinem traurigen Dasein befreit und via (ehemals) Ebay-Kleinanzeiger vertickt, ebenso wie meinen Fahrradanhänger, der mit meinen jetzigen Fahrrädern leider nicht kompatibel ist. Über den erwähnten Kleinanzeiger habe ich schon Feuerholz eingekauft, liefern lassen und gestapelt, der Winter kann kommen 😀

Ebenfalls über den besagten Kleinzeiger habe ich etwas erstanden, woran Jens und ich in unseren zwei Herrenhausurlauben unsere Freude hatten. Dort haben wir immer in einem großen Gartensofa gesessen (siehe Bild im Urlaubsbilderblock) und so manchen Kaffee und Tee und das ein oder andere geistige Getränk zu uns genommen 🙂 So ein Sofa wollte ich auch und wurde im tiefsten Brandenburg fündig. Bei einem (auch so tollen) Trip nach Berlin haben wir es auf dem Rückweg mitgenommen, dafür brauchten wir nur 18 km von der Autobahn abweichen.

Allerdings mußte in unserem Garten erst ein Plätzchen dafür hergerichtet werden. Die kleine Terrasse wurde zeitig genug fertig (ich fasse es einfach nicht) …

… und jetzt können wir hoffentlich noch ein paar warme und trockene Spätsommertage auf unserem Gartensofa genießen.

Das soll es aber nun erstmal gewesen sein. Sport hat in diesem Beitrag keinen Platz gefunden, weil es ist ja ein positiver Post und so soll er auch enden. Wie eine verrückte, spaßige Fahrradrückfahrt vom See im strömenden Regen 😀 :

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3 km weniger

1.816,41 € sind die Kosten, die mein vorgestriger Lauf verursacht hat. Über eine 6,6 km lange Strecke bin ich zum Kleinen Bornhorster See gelaufen und dort ungefähr 500 m geschwommen. Etwas ausgekühlt vom Wasser und der auch nur ungefähr 14 ° C warmen Luft, wollte ich mich auf den 4 km langen Heimweg beim Laufen wieder aufwärmen.

Es sollten nur 940 m werden. Auf diesen Wert kam mein Laufuhr als ich aus für mich unerklärlichen Gründen zum Sturzflug ansetzte und ziemlich unsanft auf dem an dieser Stelle sehr rauen Asphalt aufschlug und dabei ein unangenehmes von den Zähnen stammendes, knirschendes Geräusch im Mund vernahm. Ich rappelte mich hoch um am Wegesrand eine kurze Schadensaufnahme zu machen. Es blutete der linke Fuß und das rechte Handgelenk und vermeintlich aus dem Mund, es war aber, wie sich hinterher herausstellte, nur die Oberlippe. Mit dem Telefon machte ich ein Selfie um den abgebrochenen Zahn, den meine Zunge schon erkundet hatte, zu betrachten.

Eine kurze Zeit stand ich, etwas unschlüssig was zu tun ist, rum, um danach als erstes meinen Zahnarzt, den ich auch privat kenne, anzurufen. Da es gegen 19:30 Uhr war, konnte er erstmal nix machen, sagte mir aber, dass ich am nächsten Morgen eine halbe Stunde vor Praxisöffnung zu ihm kommen könne.

Von Jens mußte ich, dass er zu der Zeit in Hude gerade im Schwimmbad war, so kam ich auf die Idee einen Nachbarn anzurufen um zu fragen, ob er mich abholen könnte. Er konnte. Laufen mochte ich nicht mehr und um gehend nach Hause zu kommen, war es mir zu kalt und ich fühlte mich auch nicht danach.

Zuhause angekommen mußte ich erstmal mit Torben whatsappen. Erst danach kam es mir in den Sinn mich mal um meine Schadstellen zu kümmern. Derweil kam dann auch Jens nachhause und da er schon telefonisch Bescheid wußte, kam er gleich mit einem Auto-Verbandspaket zu mir ins Badezimmer und verpflasterte die schlimmsten Wunden.

alles wieder einpacken

Am nächsten Morgen guckte sich mein Zahnarzt das Malheur im Mund an. Der kaputte Zahn ist eine abgebrochene Krone und die Krone daneben hat einen Riss bekommen. Als Sofortmaßnahme glättete er die Bruchkante der Krone, damit sich die Zunge nicht daran schneidet. Ein Röntgenbild ergab, dass der Kiefer nix abbekommen hat und ebensowenig wie die Zahnwurzeln. Nachmittags trudelte von ihm via E-Mail schon der Kostenvoranschlag ein. 1.816,41 € kostet das Laufsturzvergnügen. Da bin ich froh, dass mein Krankenversicherungsschutz nicht der schlechteste ist.

In der Bilanz ist das Zu Boden gehen recht recht glimpflich abgegangen. Nix gebrochen, die Zähne lassen sich wieder richten und alle Wunden sind nur Schürfwunden. Wenn auch bei der größten am rechten Knie auf einer Fläche von ungefähr Streichholzschachtelgröße die Haut weg ist und das ganze immer noch nässt und blutet. Aber zwei Tage nach dem Asphaltknutscher sind von dem Pflastersammelsurium schon nur noch zwei über.

Mit diesem Sturz fällt das Mai-Laufergebnis also 3 km geringer aus, toppt aber trotzdem noch ganz knapp den April. Dadurch, dass ich am Folgetag nicht schwimmen gehen konnte, verpaßte ich auch einen neuen Monatsschwimmrekord. Aber wat juckt dat, Hauptsache die Knochen sind heile. Das Fell wächst wieder nach und auch mein zauberhaftes Lächeln wird in ca. fünf bis sechs Wochen wieder das alte sein 🙂

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Ohne Gänge nach Berne

Kürzlich habe ich mir ein neues Fahrrad für Berlin gekauft. Ich habe zwar dort sogar schon zwei Fahrräder (beides MTB), aber das sind beide nicht mehr die jüngsten. Zudem ist bei einem ein Schalthebel kaputt und ich sitze auch nicht so gerne drauf und das andere ist zwar in Ordnung, aber die Schaltung hat sehr lange Wege und es ist ziemlich schwer um es immer die Treppen zur Wohnung hochzuschleppen, auch wenn es nur bis in den ersten Stock ist.

Da ich aber nun mal diese beiden Räder habe, habe ich mich mit einer Entscheidung für ein neues Rad doch etwas schwer getan, schließlich kommt noch hinzu, dass ich in Berlin so wahnsinnig viel auch nicht fahre. Aber … immer dieses Aber …. ich habe mich schon seit längeren in ein einfaches, schnelles Rad verliebt und noch Monaten des Haderns konnte ich schlußendlich doch nicht widerstehen. Gelockt haben mich die ganz guten Kritiken und Tests im Internet und nicht zuletzt der günstige Preis.

So drängelt sich vorerst noch ein weiteres Rad in meinem Oldenburger Schuppen und zwar dieses hier:

Ein Singlespeed von Decathlon für sage und schreibe nur 299,00 €

Ich wollte ein einfaches, leichtes, robustes und ohne viel Aufwand zu fahrendes Rad ohne viel Technik zu einem günstigen Preis, falls es in Berlin doch mal abhanden kommen sollte. Hier in Oldenburg habe ich es natürlich erstmal ausprobiert und was soll ich sagen?: Dieses rollende Kleingeld macht sagenhaft viel Spaß und ich nutze es zur Zeit nur noch.

Der Kenner weiß es, „Singlespeed“ besagt, dass dieses Rad keine Gangschaltung hat. Erstaunlicherweise stört mich das im Stadt und Nahverkehr überhaupt nicht. Im Gegenteil, das Teil geht wie die wilde Wutz, ist spurtstark, sehr wendig und rennt wie der Teufel. Wenn ich einen Gang vermisse ist es nicht ein kleiner Gang zum Anfahren, sondern ein großer um im höheren Geschwindkeitsbereich noch ordentlich Speed geben zu können. So ist bei ca. 25, 26 km/h Schluß, weil mir sonst die Füße von den Pedalen fliegen 😀

In Anlehnung an den Blogbeitrag von Helge mit dem Titel „Ohne Motor zum Gipfel“ habe ich mit dem Singlespeed eine Tour nach Berne und zurück gemacht. Zwar ist eine Tour im Flachland ohne Gänge nicht mit einer Pedal-Bergtour zu vergleichen, aber immerhin durfte ich den Hinweg gegen den Wind anstrampeln, was ohne Probleme und ohne den Wunsch runterschalten zu können möglich war. U. a. dank der schmalen Rennradreifen mit hohen Druck rollt das Fahrrad auch da sehr leicht und das Tempo blieb solide.

Der Rückweg war dann der pure Genuß und es fehlte lediglich besagter hoher Gang um dauerhaft auf 30 km/h und mehr beschleunigen zu können. Es ist aber halt auch ein Stadtrad. Das einizge was wirklich keine Freude bereitet sind Steigungen. Aber die sind hier im Norden, ebenso wie in Berlin, ja eher eine Seltenheit, auch wenn Rampen rauf zu Autobahn- oder Eisenbahnüberqueren da doch schon etwas böse sind 😛

Auf jeden Fall macht mir das Teil soviel Spaß, dass ich es mir auch noch für Oldenburg holen werde. Dazu muß ich aber erst mein Rennrad vertickern. Sonst fehlt der Platz und vom Rumvegetieren im Schuppen wird es auch nicht besser.

Soweit ein kleiner Ausflug in meine Fahrradwelt. Gelaufen und geschwommen wird aber natürlich auch noch. Geschwommen jetzt fast nur noch im Kleinen Bornhorster See. Aber immer schön in Ufernähe, noch brauche ich das Gefühl der Sicherheit, schnell wieder im flachen Wasser zu sein. In Sachen Laufen könnte ich jetzt eigentlich die Abstände zwischen den Läufen wieder verkürzen, aber dazu fehlt mir im Moment etwas der Drive und so bleiben meine Kilometerumfänge mau. Im April waren es gerade einmal 55 km und im Mai bin ich auch erst eben über 50 km gelaufen. Aber mit Schwimmen und Radeln komme ich insgesamt auf ein brauchbares, wenn auch alles andere als überragendes, Bewegungsniveau. Mir langt das zur Zeit.

So daddel ich in sportlicher bzw. bewegungstechnischer Hinsicht recht zufrieden dem Sommer entgegen. Es könnte einem schlimmer ergehen.

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Reibekuchen, Sekt und Eierlikör

Sportlich gibt es nicht viel zu berichten. A bisserl gelaufen, a bisserl geschwommen, alles nicht der Rede wert. Aber „in other news“, wie Catrina sagen würde, war in den letzten Tagen und Wochen sehr viel los. So viel, dass ich wieder mal im Lesen und Kommentieren nicht nachgekommen bin 😦

Es fängt mit an sich banalen Dingen an, wie dass es mir gelungen ist endlich mal wieder Papierkram zu erledigen. Wahrlich nicht alles, aber das absolut dringliste, wie die elenden Erklärungen zur Grundsteuer. Für Berlin war das schlußendlich sogar recht einfach, für Oldenburg -sprich Niedersachsen- dafür umso komplizierter und ätzender. Bundesweit gleich wäre ja auch wieder zu schön um wahr zu sein gewesen. Nun denn, der Sch… ist fertig und ich feier mich dafür, dass ich endlich die Muse und vorallem die Konzentration dafür aufbringen konnte.

Dann haben wir Schwiegermuttern wieder aus dem Pflegeheim nachhause geholt. Das Pflegeheim war eine mittlere Katastrophe und Jens Schwester wollte sie wieder nachhause haben. Ich war anfänglich skeptisch. Aber mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienst sollte es doch klappen und Adele hoffentlich noch eine halbwegs schöne Zeit zuhause möglich sein. Wenigstens erlebte sie gleich am zweiten Tag zuhause eine riesengroße Überraschung. Ihre zwei jüngsten Urenkel (von 21), gerade ein Vierteljahr alt, aus der Nähe von Ulm kamen mit ihren Eltern zu Besuch. Da strahlte Adele und es war wirklich ein rührender Moment.

Gestern habe ich einen lieben Freund von mir in meine Heimatstadt in das dortige Krankenhaus gebracht. Dieser Freund hat mich mit seiner Krankheit die letzten Wochen ganz schön in Atem gehalten und ich bin heilfroh, dass er nun in der Klinik ist, auch wenn das Aufnahmeprozedere eine schiere Katastrophe war und über zwei Stunden gedauert hat. Ich hoffe inständig, dass er wieder vernünftig auf die Beine kommt. Mich hat das ganz schön geschlaucht, so dass ich nicht einmal mehr Bock hatte abends mit Jens zum Schwimmen zu fahren. Aber Schwimmbadtrubel wäre mir echt zuviel des guten gewesen. Da bin ich lieber nochmal zum See geradelt und dort etwas geschwommen (Der See ist zum Baden wieder frei, das Gesundheitsamt konnte bei der Beprobung nichts gesundheitsgefährendes feststellen). Dabei durfte ich das Phänomen genießen, dass das Wasser wärmer war als die Luft, was aber nicht unbedingt für die Wassertemperatur sprach 😉 Außerdem war ich dort ganz alleine 🙂

Das alles wurde dadurch ergänzt, dass es mir auch noch gelungen ist etwas ganz anderes auf den Weg zu bringen. Jens und ich haben dieses Jahr noch etwas Besonderes vor und da wir dieses Besondere auch etwas besonders begehen wollen, war da einiges zu organisieren und termlich zu koordinieren. Als dann alles halbwegs in trockenen Tüchern war, haben uns zwei Personen, die bei dem Besonderen eine besondere Rolle spielen, telefonisch daraufhin gewiesen, dass diesem Besonderen doch etwas Besonderes vorausgehen müßte 😀 Darüber hatten wir uns allerdings so überhaupt keine Gedanken gemacht und so kam es, dass wir ca. eine Stunde nach dem telefonischen Hinweis dieser beiden lieben Menschen, ganz spontan in der Küche zum Abendessen unsere Verlobung gefeiert haben. Da wurden die gebrutzelten Reibekuchen kurzer Hand zum Festessen, gepimpt mit Sekt und Eierlikör 😀 Das soll uns erst einmal jemand nachmachen 😆

Damit hat sich also das Besondere geklärt 😉 Aber bis zum Juli haben wir noch Zeit. Das ist auch gut so, da es in den kommenden Wochen noch unruhig bleiben wird, u. a. mit dem 90igsten Geburtstag meiner Ma und einem Amtsarzttermin. Trotzdem hoffe ich wieder etwas mehr Zeit und weiterhin Kopfstärke für Sport, fürs Bloggen, Blogs lesen und kommentieren zu finden.

Es grüßt der übelst allergiegeplagte, heute erstmal kortisongespritzte Volker

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Solarenergie

Der Frühling hat dieses Jahr bis dato so seine Ladehemmungen. Statt ganz Salven abzufeuern, gelingt es ihm gerade mal so einzelne Tage im Sinne seines Namens zu gestalten. Ich will da auch gar nicht meckern, immerhin schneit es hier nicht und die Landwirte freut es, ebenso wie die Natur und in Teilen auch mich. An den schönen Tagen schlug nämlich mein Heuschnupfen mit der Keule zu und war auch mit Pillen nicht zu bändigen. Kühles Regenwetter hingegen sorgt für nahezu 100%ige Linderung 🙂

Von Vorteil ist Sonnenschein allerdings für unser Wohnzimmer unterm Dach, das dann durch die großen Dachfenster feinst erwärmt wird und auch bis in den späten Abend hinein warm bleibt. Das Thermometer zeigte dort am gestrigen sonnigen Tag am späten Nachmittag etwas über 28 °C an, so dass ich ein Teil der Wärme sogar schon wieder via Fenster öffnen rauslassen mußte. So nutzen wir, auch ohne eine Photovoltaikanlage zu besitzen, Solarenergie. Die Krux ist nur: Keine Sonne, keine Wärme. Am heutigen Nieselpieselregensamstag rafft sich die Temperatur unter Dach mit Ach und Krach auf 21 °C auf, die nicht reichen, damit es über den ganzen Abend schön warm bleibt. So ist das mit den erneuerbaren Energien, ohne Sonne, ohne Wind ist Ende Gelände und andere Energiequellen müssen wieder herhalten. So heute bei uns der Ofen im Wohnzimmer unten, da ich keinen Bock mehr habe, die Heizung anzuschmeißen.

Auch bei meinem Lauf am Mittwoch fehlte die Solarenergie, was nicht schlimm war, da ich selber genügend Energie in Form von Wärme und einen Teil davon auch in Form von Fortbewegung erzeugte 😛 Die Wärmeenergie wurde dabei durch Wasserkühlung in Form von Regen, Pfützen und See etwas gebändigt.

Ich hoffe, dass Roni die Badehose ohne gelbe Streifen diesmal gefällt 😆

Ein Wasserkühlkreislauf fällt zu meinem großen Bedauern aber erstmal eine Zeitlang aus. Die Burgunderblutalgen im Kleinen Bornhorster See haben ein Ausmaß angenommen, dass ich dort erstmal nicht mehr schwimmen mag. Auch die Stadt rät augenblicklich vom Baden ab und Hundebesitzer sollen aufpassen, dass ihre Tiere nicht aus dem See trinken. Witzigerweise verbindet der Herr vom Gesundheitsamt das Auftreten der Algen mit dem Klimawandel, dabei bevorzugt diese Alge doch kaltes Wasser. Der arme Klimawandel muß aber auch für alles herhalten.

Der normalerweise recht klare See bietet kaum noch 50 cm Sicht.

Wie oben schon erwähnt, fehlte auch heute erneut die Solarenergie. Zu meinem Laufstart regnete es und angesichts von 8 °C Lufttemperatur entschied ich mich für meine gelbe Jacke. Ein Fehler, denn nach wenigen Minuten hörte der Regen auf und ich dampfte in der Jacke mit der diesigen Luft um die Wette. Unterwegs versuchten Narzissen am Wegesrand, Forsythien und Co. dem grauen Wetterallerlei etwas entgegenzusetzen, während ich die Zeitersparnis des Nicht schwimmen gehens dafür nutzte um wieder einmal eine zweistellige Kilometerzahl zu erreichen. Mit 11 km ist das gut gelungen und es lief von den ersten Metern an locker und leicht. Auch das Tempo war gar nicht so schlecht. Immer wenn ich sehr darauf achte kleine Laufschritte zu machen, läuft es ohne Anstrengung recht flott und es mogelt sich unabsichtigt auch immer mal wieder eine 5 vor den Doppelpunkt.

Am Kleinen Bornhorster See schaute ich trotzdem vorbei und sah nochmal auf das trübe Wasser. Ansonsten rührte dort lediglich unsere zweite Zufallsenergiequelle der Zukunft die tiefhängenden Wolken durch. Später betrachte ich die Zwergschafe, die Lämmer bekommen haben, und endlich gelang es mir auch mal einen guten Größenvergleich darzustellen. Der Eigentümer der Tiere kam zur Fütterung und da wurden die kleinen und die ganz kleinen Viecher richtig flott 😀

Leider ist mein rechter Flunken immer noch nicht ganz ruhig, so dass ich weiterhin zwischen jedem Lauf ein paar Tage Pause mache und in der Regel mit der Kilometerzahl deutlich unter 10 bleibe. Trotzdem habe ich mich nach langer, langer Zeit (ich weiß gar nicht mehr wann und wo ich das letzte Mal dabei war) zu einem Lauf angemeldet.

Irgendwie habe ich einfach Lust darauf einfach mal wieder mitzulaufen und zu gucken was Kopf und Fuß dazu zu sagen haben. Das alles ohne Ambitionen, einfach nur in kleinen Laufschritten und hoffentlich an dem Tag auch mit nicht allzuviel Solarenergie 😀

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Die Zeit

… macht nur vor dem Teufel halt, während sie mir irgendwie nur noch durch die Finger rinnt. 17 Tage habe ich es nicht mehr gebacken bekommen, hier etwas zu schreiben.

Berlin lag in diesen 17 Tagen. Viel Regen und kalte Temperaturen bremsten da meinen Elan für Unternehmungen. Einmal bin ich übers Tempelhofer Feld getrabt um den März noch auf knapp 75 km zu pimpen. Damit bin ich sehr zufrieden. Nicht zufrieden war ich mit meinem Schwimmen im Schwimmbad des Europasportpark. Dieses hatte ich extra ausgewählt, weil es als eines von zwei Berliner Bädern ein 50 m-Becken in der Halle hat. Allerdings waren 50 m und das Durchhaltevermögen meiner Atmung nicht kompatibel und ich verließ das riesengroße, nicht besonders heimelige Schwimmbad ziemlich gefrustet und schneller als geplant.

Ansonsten vermieste mir das Wetter etwas meine ohnehin nicht immer einwandfreie Stimmung. Allerdings konnte ich es mir auch gutgehen lassen bei Essenseinladungen von einem Freund und Nachbarn, sowie bei einem Besuch in meiner Stammkneipe mit einem weiteren Freund und zwei Café-Besuchen. Den letzten Tag ließ ich mich noch durch die Stadt treiben.

Gemütliche Stunden in meiner unglaublich ruhigen Wohnung sind aber auch nicht zu verachten.

Wieder daheim in Oldenburg, lud Admin Volker von der WhatsApp „Schwimmen im Borni“-Gruppe zum „Rudelschwimmen“ am Karfreitag ein. Da war ich natürlich dabei. Mit mir radelte Jens zum See, nicht um auch zu schwimmen, aber um zu radeln. Es war das erste Mal nach seiner schweren Erkrankung im letzten Jahr, dass er sich wieder auf das Fahrrad traute. Es hat sehr gut geklappt! Das „Rudel“ bestand aus sechs und später sieben Leuten. Das Wasser war schon nicht mehr ganz so kalt und es ließ sich schon ein paar Minütchen länger aushalten. Anschließend gab es von Ina selbstgebackene Berliner und selbstgemachten Eierlikör. Der war so lecker, dass ich ihn nach ihrem Rezept inzwischen schon nachgemacht habe 😀

Tags zuvor hatte ich mir noch einen Lauf zum See gegönnt, natürlich auch mit Bad, und das erste Mal in diesem Jahr in Kurz/Kurz.

Am gestrigen Ostersonntag habe ich mich auf`s Rad geschwungen um nach Berne zu Schwiegermuttern zu radeln. Läuferisch liegt das für mich noch außer Reichweite. Aber Hin- und Zurückradeln, mit auf dem Rückweg Zwischenstopp am See, ist auch eine gute Alternative. Hauptsache Bewegung, Bewegung und nochmal Bewegung 🙂 Jens und meine Ma haben derweil die Strecke mit dem Auto zurückgelegt.

Speziell die Hinfahrt war ein Frühlingstraum par excellence, zwar noch etwas frisch, aber sonnig und so norddeutsch, wie man es sich nur vorstellen kann. Wer des Plattdeutschen mächtig ist, kann sich die Stimmung dieser Radtour hier noch einmal musikalisch einholen:

Am heutigen Ostermontag war ich mit Torben Schwimmen. Ich hatte ihm von meinem Waterloo im Berliner Schwimmbad erzählt und er hat mich ganz schön getriezt, um mich in Richtung Ausdauer zu trimmen. Zum Schluß hatte ich lahme Arme, einen keuchenden Atem und schwitzte immer noch als ich schon wieder zuhause war 😆 Aber es hat wirklich Spaß gemacht.

Beim Freischwimmen im See bin ich, aufgrund des wärmeren Wassers, immerhin auch schon einmal auf 200 m und einmal auf 100 m gekommen. Allerdings brustschwimmend, fein mit Kopf über Wasser. Im See sind nämlich zur Zeit Burgunderblutalgen und die wollte ich doch nicht so gerne in Mund und Nase bekommen.

Es war schon einiges los in den letzten 17 Tagen, ich komme mir schon fast wie Doris vor 😀 Noch mehr hat meine Krankheit verhindert. Aber ich will nicht jammern. Rückblickend waren es wirklich gute Tage.

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Highlights

Dieses Bild stammt vom Sonntag. Bei einem Abendspaziergang in den Bornhorster Wiesen durften Jens und ich einen absolut phänomenalen Sonnenuntergang erleben. So schön habe ich ihn in und um Oldenburg noch nie erlebt. Stimmungsmäßig war er ein Höchstes der Gefühle. Hier ein paar weitere Impressionen:

Im Kleinen Bornhorster See erreichte ich diese Woche ebenfalls ein kleines Highlight. Etwas über fünf Minuten konnte ich es im Wasser aushalten. Zur Feier dieses Rekords gibt es ausnahmsweise mal wieder ein Selfie 😆

Hin- und Rückweg zum See bin gelaufen. Auf dem Rückweg knackte ich nach einem Jahr erstmals wieder die 50 km-Monatsmarke.

Heute folgte eine Lauf-/Walking-Runde mit Jens in den Bornhorster Wiesen und an der Hunte. Nach meinem dortigen Lauf fehlen mir noch 600 m, dann habe ich sogar das beste Monatsergebnisse seit August 2021 erreicht. Na, wenn das nichts ist 🙂

Es war allerding ein büschen windig. Jens wehte es immer wieder die Stöcker weg und mein Windbreaker durfte, statt den Wind zu breaken, mal kurz als Windsack herhalten 🙂

Und noch einen highest Level habe ich diese Woche erreicht. Von meinem Antidepressiva darf ich jetzt die höchstmögliche Dosis nehmen. Von den fünf möglichen Stufen überspringe ich sogar die vorletzte. Auf dieses „Highlight“ hätte ich gerne verzichtet und es gibt mir auch etwas zu denken. Ich hoffe aber immer noch wieder davon runterzukommen. F..king-Krankheit, irgendwann schaffe ich dich auch noch!

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Kurzatmig

Kaum, dass man so halbwegs wieder eine kleine Routine beim Laufen entwickelt, schleicht sich auch mal wieder ein Läuflein der Kategorie „Kannst knicken“ ein. Gerade am ersten richtig warmen Tag, gerade wo ich mal wieder zweistellig knacken wollte, lief das Laufen so gar nicht. Wie ich vorher schon bei zwei Schwimmeinheiten im Hallenbad unangenehm zu spüren bekam, fehlte mir einfach die Luft. Scheinbar waren die Nasennebenhöhlen nicht frei und ich freute mich beim dem Lauf, dass Flora und Fauna reichlich Gelegenheiten zum Fotografieren boten und ich so immer wieder verschnaufen konnte. Dadurch konnte ich zumindestens vermeiden, dem dringenden Bedürfnis nachzugeben in den Gehmodus zu verfallen 😯 Der Hupfer in den See mußte trotzdem sein und mit all den Unterbrechungen habe ich schlußendlich 10,5 km voll bekommen.

Nach diesem murksigen Lauf schlug für drei Tage mal wieder die Depri zu und versaute mir die nächste Schwimmeinheit. Der Spuk nahm dann zum Glück wieder ab und ich konnte am vorgestrigen Freitag eine schöne erste Fahrradtour in diesem Jahr machen, gleich zu Anfang natürlich mit Zwischenstopp am See und später mit einem Fundstück für meine Sammlung an der Hunte 😀

Gestern war dann auch beim Laufen wieder alles schick. Es ging zusammen mit Jens zu den Bornhorster Wiesen. Während er walkte lief ich erst unterm Deich lang um anschließend auf Offroad-Kurs zu gehen. Herrlich auf nassen, teils matschigen Graswegen, vorbei an vom Maulwurf umgepflügten Wiesen bis ich kurz vor Ende Jens auf der üblichen Strecke wieder eingeholt habe.

Auf der Rückfahrt mußte ich dann noch eben -na was wohl?- am See vorbei, wo es diesmal kein schnödes Foto sondern ein von Jens gedrehtes Video zu bestaunen gibt 😆 Die Stimmung im Hintergrund war einer Kohlfahrtgruppe am Strand geschuldet und galt nich mehr 🙂

Knapp verpaßt haben wir dabei den anderen Volker aus der WhatsApp-Gruppe „Schwimmen im Borni“, der kurz nach uns da war. Volker hatte die Wassertemperatur gemessen, noch ganz schön frisch:

Und das war es fürs Erste wieder aus dem spannenden Leben des Deichläufers. Bis die Tage.

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Der wahre Grund

Der Winter hielt es für nötig auf seiner Zielgeraden erstmals mit Schnee um die Ecke zu kommen. In der Nacht zum Montag verwandelte Schneefall kurzzeitig alles in ein wahres Wintermärchen. So schön die Bilder auch waren, haben muß ich das eigentlich nicht mehr. Aber wer hört schon auf mich :-/

Gehört wurde ich allerdings am Dienstag. Seit kurzem bin ich in der WhatsApp-Gruppe „Schwimmen im Borni“ und dort verwies am Vormittag jemand auf eine Nordreportage zum Thema Eisbaden im NDR-Fernsehen. Die habe ich mir dann spontan angeschaut. Eine schöne Reportage. Erstaunt war ich allerdings wofür man alles Seminare abhalten kann. So wurde u. a. gezeigt, das man sich an einem Wochenende für 2.000 Euronen Eisbaden nach der Wim Hof-Methode beibringen lassen kann, um dann schlußendlich für zwei Minuten in die kalten Fluten zu tauchen. Dafür bekam jeder Absolvent Applaus von den anderen Teilnehmern.

Nach Ende der Sendung schrieb ich dann in die Schwimmergruppe, dass ich eine Stunde später zum See laufen wollte um mich, durch die Reportage voll motiviert, ins Wasser zu stürzen. Ich beendete meine Ankündigung mit der Frage: Aber wer spendet mir Applaus, wenn ich wieder rauskomme? Daraufhin meldete sich Claudia, nicht um mir Applaus zu spenden, sondern um mit mir gemeinsam baden zu gehen. So trabte ich nun wirklich voll motiviert zum See, an dem wir zeitgleich ankamen, und ich war das erste Mal nicht alleine im Wasser 😀

Es hatte 5°, der Schnee war wieder weg und dafür die Sonne da. So konnten wir nach dem Bad einwenig verweilen. Claudia war bestens ausgestattet, mit Tee, zwei Bechern und zwei Sitzunterlagen. Als uns die Sonne nicht mehr hold war, brachen wir wieder auf. Die Zeit reichte, dass wir uns etwas kennenlernen konnten und statt Applaus verabschiedeten wir uns mit einer Umarmung voneinander. Schön war es! Außerdem haben wir 2.000 € gespart 😀

Wieder da war der Schnee am heutigen Freitag, wieder hatte es über Nacht stundenlang geschneit und es schneite noch kräftig als ich aufgestanden bin. Zum Lauf war der Schneefall erstmal vorbei, aber mich quälte die „Schuhfrage“: Sandalen oder doch lieber mal die Trail-FiveFingers? Ich entschied mich für einen Kompromiss, da ich eh den Laufrucksack mit hatte, kamen die FiveFingers da rein und ich lief in Sandalen los. Dabei blieb es auch für gesamte Strecke.

Die Temperatur war ganz knapp über 0° und der Schnee war sehr naß und auf den Straßen nur Matsch. Von den Bäumen fiel immer wieder Schnee runter, schwer und naß wie Wasserbomben. Damit ist mir mal bewußt geworden, wie viel ich eigentlich unter Bäumen lang laufe 😆 Auf den schmalen Straßen hat mir dann noch ein vorbeifahrendes Auto den ganzen Schneematsch an die Wade geklascht. Auch schön *grummel*. Am See angekommen ging es auch diesmal kurz ins Wasser. Aber wirklich nur kurz, da ich heute zum Abtrocknen und Umziehen keinen Windschutz hatte und feuchte 0,5 ° mit Nordost-Wind dann doch schnell auskühlen, was sich vorallem an Händen und Füßen bemerkbar machte. Zum Ende des Laufs war aber alles wieder wunderbar warm. Angesichts der Tatsache, wie ich da ins Wasser gegangen bin und in Badebux durch den Schnee stapfe und barfuß in Sandalen gelaufen bin, frage ich mich nur, wie ich durch den kommenden Sommer kommen soll 😆

Nun, ganz so abgeneigt gegen Wärme bin ich dann doch nicht. Zuhause angekommen genießt sich nach so einem Lauf Kaminofen-Wärme, zusammen mit einem heißen Tee und dem Blick nach draußen in den Schnee dann doch ganz wunderbar!

Fehlt noch was? Ach ja, die Erklärung des Titels: Also der wahre Grund, warum ich immer Selfies von mir beim Eisbaden mache, ist die Tatsache, dass der Timer meiner Digi-Cam mir nur 10 Sekunden Zeit läßt um komplett ins Wasser abzutauchen. Das hilft gegen Mimimi und man denkt auch gar nicht erst darüber nach 😀 Und wenn die Bilder erstmal „im Kasten“ sind, kann man sie doch auch für den Blog verwenden, oder? 😛

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Der kleine Unterschied? !

Lauf zwei nach Schnöff, vorbei an einem voll motivierten Pferd, zum See, wieder mal rein in den See, raus aus dem See, zurück vorbei an einem fusseligen Zwergschaf, fertig. Was so schnell dahingeschrieben ist, hat aber einen wunderbaren Effekt: Das sich leider immer wieder neu bildende Blei meiner Depression bekommt auf dem Hinweg schon Risse, um dann beim Eintauchen ins Wasser auf den Grund des Sees zu sinken. Das kalte Wasser läßt mich so richtig das Leben spüren, macht mich frisch und lebendig. Der Rückweg läuft sich dann locker, gelöst und mit einem Lächeln im Gesicht. Eigentlich müßte ich immer laufen und schwimmen bzw. eisbaden 🙂

Bei diesem 7,8 km-Lauf behielt ich auf der ganzen Strecke die Shammas an den Füßen. Bei meinen bisherigen Läufen nach meinem Wiedereinstieg habe ich das meistens nicht so gemacht, sondern ich bin entweder ganz (weniger), meistens teilweise barfuß gelaufen. Dabei ist mir etwas Merkwürdiges oder vielleicht sogar ganz Entscheidendes aufgefallen. Trabe ich in meinen Sandalen vor mich hin, bleibt die rechte Ferse ruhig, ziehe ich aber die Sandalen aus und laufe weiter, merke ich fast immer von Beginn an wieder die altbekannten Beschwerden, mäßig zwar aber eben doch spürbar.

Nun frage ich mich, wo -bitteschön- der so große Unterschied zwischen Sandale oder barfuß ist, dass er beim Barfußlaufen sofort in dieser Art spürbar wird. Am plausibelsten ist für mich, dass ich barfuß unbewußt nicht so locker laufe, wegen des Risikos auf oder in irgendetwas zu treten. Oder kommt die 6mm-Sohle dem Effekt einer Einlage gleich, dass sich die Fußstellung irgendwie geringfügig aber doch entscheidend zum Positiven verändert? An der Dämpfung von 6 mm Hartgummi kann es ja eigentlich nicht liegen und mehr fällt mir zu dem Phänomen auch nicht ein :-/

Dieser bislang immer wiederkehrende Eindruck macht mich froh und traurig zugleich. Das Gute wäre, dass ich mein Fersenproblem einfach damit lösen könnte, in Sandalen oder sonstwie minimal zu laufen. Das Traurige wäre, dass ich dann mein geliebtes Barfußlaufen weitestgehend herunterfahren müßte. Ich werde das Ganze noch weiter beobachten. Im Januar bin ich von insgesamt 46,9 km 12,8 km barfuß gelaufen und im Februar von 46 km 10 km. Das war eh nicht so sonderlich viel. Daher gucke ich mal, ob sich mein Eindruck verstetigt. Wenn ja wird halt danach gehandelt, nützt ja nix und es gibt schlimmeres. Beschwerdefreies Laufen geht vor.

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I am sailing

*Hach* wenn ich doch nur so schön singen könnte wie Rod Stewart, dann hätte ich kürzlich vielleicht auch Karriere machen und eines Tages segeln gehen können. Stimmlich bin ich Rod Stewart über einen Zeitraum von neun Tagen ziemlich nahe gekommen. Aber ob neun Tage für eine Karriere reichen? Außerdem wäre ich auch mehr ein ROTZ Stewart gewesen. Ziemlich unauffällig hatte sich da vor 14 Tagen eine Erkältung angeschlichen und nach ca. 5 Tagen meine Stimme ziemlich lahmgelegt. Beim Sprechen klang sie wie besagter Künstler und zum Singen hätte es niemals gereicht. Auf jeden Fall hatte ich noch nie über einen so langen Zeitraum eine so lädierte Stimme. Angereichert mit Husten und Triefnase legte sie für zwei Wochen auch meine sportlichen Aktivitäten lahm.

Eigentlich habe ich mich in der ganzen Zeit nicht sonderlich schlecht gefühlt, was auch gut war, mußte ich doch noch einmal spontan nach Berlin. Nach zwei Gesprächen in zwei psychosomatischen Tageskliniken in der Hauptstadt Anfang Dezember folgte kurzfristig noch eines in einer dritten Klinik. Quintessenz aller drei Gespräche: Aus dem ersten großen Projekt dieses Jahres, nämlich sechs bis acht Wochen in eine entsprechende Klinik in Berlin zu gehen, wird aus verschiedenen Gründen erstmal nichts. Ich sehe das augenblicklich ziemlich emotionslos. Mal sehen, wie es so weitergeht.

Zurück in Oldenburg kurierte ich mich aus. Aktivitäten beschränkten sich auf einen einzigen Spaziergang mit Jens am Kleinen Bornhorster See bei sonnig klarem, kaltem und windigem Wetter mit schönen Lichtstimmungen und einem wenig schreckhaften Rotkehlchen.

Am heutigen 28.02. wagte ich dann den ersten Lauf, wieder bei wunderbar sonnig kaltem Wetter, aber diesmal mit wenig Wind. Der Lauf lief erfreulich gut ohne Schlappheit und Atemnot. Auf ein Bad im Kleinen Bornhorster See verzichtete ich aber noch, ein kurzer Kneippgang mußte reichen.

Die regenbeschirmten Blumentonnen standen am Grundstückseingang einer Kita 🙂

Somit endet auch schon der Februar. Von den Laufkilometern her komme ich auf einen Kilometer weniger als im Januar. Angesichts der langen Erkältungspause hätte ich mit weniger gerechnet. Das trifft aber auf das Schwimmen zu, das war nicht viel, und mit dem diesbezüglichen Neustart warte ich noch bis kommende Woche.

Ein kleine Sensation möchte ich Euch hier nicht vorenthalten. In der vorletzten Nacht hat es über Oldenburg Polarlichter gegeben. Wie gerne hätte ich die live gesehen! Um keine Urheberrechtsverletzung zu begehen, setze ich hier nur einmal einen Screenshot von wetteronline.de ein. Hammer g..l!

Da kommt mein Bild vom heutigen Sonnenuntergang, während des Schreibens hier, doch ziemlich mau rüber. Aber das Orange war auch schon irrsinnig intensiv.

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Barfuß am Strand

Am Sonntag waren Jens und ich im Großhandel um für Jens seine kleine Firma einzukaufen. Da fiel mir ein Schild in die Hände: „In Gedanken bin ich barfuß am Strand“. *Seufz* Da kommt Sehnsucht auf nach Sonne, Sand und Meer. Am Dienstag dann konnte ich auf meiner Laufrunde zum Kleinen Bornhorster See die auf dem Schild genannten Gedanken umsetzen, wenn auch nur im Kleinen mit Sonne, (festem) Sand und See 🙂

In der Nacht hatte es streng gefroren, aber den ganzen Tag lachte bei 2 ° C die Sonne und es war nahezu windstill. Da bekommt nicht nur ein Gartenarbeiter Frühlingsgefühle, sondern auch meine Wenigkeit 🙂 Im letzten Blogbeitrag schrieb ich über das Läuferpärchen, das einmal kurz in den See gestiegen war, und meinte noch dazu: „Muß ich mir für einen der nächsten Läufe dort hin doch mal vornehmen„. Geschrieben getan, so ein Wetterchen konnte ich mir dafür nicht entgehen lassen. Rein in den See, an dessen Rand noch etwas Eis auf dem Wasser war. Es war wirklich herrlich und an der Sonne konnte ich eine Zeitlang klitschnaß stehen ohne auch nur ansatzweise zu frösteln. Auf dem Rückweg grüßten mich die ersten Winterlinge mit ihrem knalligen Gelb und ich kam gut erfrischt wieder zuhause an. Das tat gut ❗

Heute gab ich mir die gleiche Nummer noch einmal. Mit 7 °C war es um einiges wärmer, aber auch erheblich windiger und nicht ganz so sonnig. Durch ländliche Idylle, nun grüßten auch schon Krokusse, Schneeglöcken und Märzenbecher, trabte ich zum See und ging erneut ins Wasser. Bei ein paar Brustschwimmzügen fühlte es sich diesmal irgendwie kälter war und ich war schnell wieder draußen. An der Luft war es wieder angenehm und ich brauchte mich auch diesmal mit dem Anziehen nicht beeilen. So trödelte ich mich in die Laufklamotten und machte mich anschließend auf den Heimweg.

Auf letzten drei Kilometer ging es raus aus den Sandalen und kurz danach rein zum Bäcker, traditionell gibt es bei uns Freitags Brötchen zum Abendbrot, und schon war es das wieder.

Irgendwie hat es ja was, mal eben in den See zu springen. Ob ich das etablieren werde? Mal sehen, wenn der Kopf mitspielt gerne, aber Streß will ich mir damit nicht machen 🙂

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Zitate

Der Januar ist vorbei, der Winter geht ganz allmählich auf die Zielgerade. Bislang zeigte er sich weitestgehend typisch norddeutsch mit Plusgraden, viel Grau und noch viel mehr Regen. Mein noch verhaltenes Laufen erlaubte es mir aber die schlimmsten Wetterkapriolen auszusparen. Beim Blick in die Laufstatistik staune ich selber gerade etwas. Nur sechsmal war ich im Januar laufen. Gefühlt war das mehr. Vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt auch regelmäßig schwimmen gehe. Das war ich sieben Mal. Summa summarum glücksbringende 13 Sporteinheiten. Mit Kilometern brauche ich hier nicht anzugeben, weder bei der einen noch bei der anderen Sportart. Ebenfalls hier wie dort nicht mit dem Tempo. Ein Münchner Lauffreund von mir, der augenblicklich auch nicht in Topform ist, äußerte auf meinen letzten Post kommentierend:

Das Laufen tut auch gut, wenn man langsam unterwegs ist, dann hat man mehr von der Strecke

Recht hat er!

In Sachen Schwimmen erlebe ich in den letzten Monaten ein regelrechtes Schwimmbad-Hoping. Seit Beginn der Hallenbad-Saison war ich schon im Hallenbad in Hude, im Unibad Oldenburg, im Hallenbad in Rastede und zu guter Letzt im Stadtbad in Neukölln. Nach meiner Rückkehr aus Berlin wollten Torben und ich in Rastede schwimmen gehen. Allerdings hat das Bad wegen Reparaturarbeiten geschlossen. Eine Internetrecherche führte uns ins benachbarte Wiefelstede und im dortigen Schwimmbad hatten wir das ganze Schwimmerbecken für uns allein. Irre, das war richtig genial. In diesem Umfeld konnte Torben auch nochmal in Ruhe auf meinen Schwimmstil achten und mir noch einige Korrekturen mit auf den weiteren Schwimmweg geben. Sie scheinen zu fruchten. Als ich zwei Tage später mit Jens nach Wiefelstede gefahren bin, das Bad war wieder herrlich leer, wenn auch nicht ganz leer, konnte ich den Brustschwimmer Jens erstmals kraulend abhängen 🙂 Als ich das Torben später bei WhatsApp schrieb, antwortete er:

Wenn wir noch an Beinhaltung und dem Atmen zu beiden Seiten arbeiten, wirst du fit für die schnelle Bahn

Naja, fit für die schnelle Bahn sehe ich mich noch lange nicht, aber gut tut es schon, wenn man von einem sehr guten Schwimmer so etwas hört 🙂

Zurück zum Laufen, im Februar habe ich immerhin schon zwei Läufe geschafft. Am 01.02. mußte es wieder der Kleine Bornhorster See. Nachdem ich dort, nach dem obligatorischen Gang ins Wasser, mühsam versuchte den linken kleinen Zeh davon zu überzeugen in seinen „Finger“ der FiveFingers zurückzufinden, kam ein Pärchen nach Seeumrundung angejoggt, pellte sich aus den Laufklamotten, legte die darunterliegende Badebekleidung frei und stürzte sich in die Fluten. Da fühlte ich mich doch etwas kläglich nur bis zu den Oberschnenkeln drin gewesen zu sein. Allerdings waren die beiden so schnell wieder raus wie sie rein sind. Da hätte ich noch mithalten können. Muß ich mir für einen der nächsten Läufe dort hin doch mal vornehmen. Wir unterhielten uns noch kurz über das Baden und dann trabten die beiden von dannen (letztes Bild).

Beim heutigen Lauf an der Hunte, Jens walkte währenddessen wieder, sprach ein Spaziergänger zu mir:

„Das habe ich ja noch nie gesehen“

Zugeben, so einen schönen Mann wie mich sieht man wirklich nicht alle Tage, aber noch nie? Das konnte ich dann doch nicht glauben und hatte recht damit, er meinte nur mein Barfußlaufen in Sandalen :-/ Naja, da mußte ich mein Ego halt auf andere Weise aufbauen und das ist mir auch gelungen. Neun Kilometer wollte ich laufen, da Jens zum Ende hin aber noch nicht am Parkplatz war, drehte ich noch einmal um, pendelte noch ein Stück hin und her und vollendete damit meinen ersten 10 km-Lauf seit elf Monaten! 😀 Noch dazu bin ich die Hälfte der Kilometer mit einer 5 vor dem Doppelpunkt gelaufen, wenn auch nur knapp. Dieser kurzzeitige Anflug von „Tempo“ ändert aber nichts an der Wahrheit des zuerst genannten Zitats 😉

Zum Abschluß noch ein Zitat. Oder ist es nur ein Spruch?: „Gut Ding will Weile haben“. Siebeneinhalb Wochen nach meinem einschneidenden Erlebnis heilt auch langsam die Wunde am linken Unterschenkel zu.

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Spärlich

Mal wieder eine Woche in Berlin, meine Sehnsuchtsstadt. Normalerweise verlaufen meine Aufenthalte hier immer sehr vielseitig und turbulent. Irgendetwas gibt es immer zu unternehmen, zu erledigen und zu machen. Freunde wollen besucht werden oder kommen zu Besuch und ein Abend in der Stammkneipe muß auch sein, ebenso wie Läufe über das Tempelhofer Feld. Dieses Mal läuft es aber ruhiger ab. Dauergraues Wetter und Temperaturen rund um 0 ° motivieren mich nicht gerade zu Aktivitäten. Imerhin war ich an meinem Ankunftstag bei einem sehr guten Freund zum Abendessen eingeladen und ich selber hatte am gestrigen Donnerstagabend Freunde zum Grünkohlessen zu Gast. Das waren aber auch schon die beiden Schwerpunkte dieser Woche.

In Sachen Sport habe ich erstmals in Berlin ein Schwimmbad besucht. Das Stadtbad Neukölln ist architektonisch der Wahnsinn, zum „sportlichen“ Schwimmen aber nur bedingt geeignet. In der großen Schwimmhalle werden im 25 m-Becken ein paar Meter für den Nichtschwimmerbereich abgezwackt. Außerdem ist das Becken noch einmal der Länge nach durchteilt für sehr langsame Schwimmer auf der einen und etwas schnellere Schwimmer auf der anderen Seite. Das macht die ganze Sache etwas eng und meine Uhr konnte wegen der verkürzten Bahnen ebensolche auch nicht zählen. Aber egal ich war schwimmen und von der Pracht des Bades, die man in Neukölln nicht unbedingt erwartet, schwer beeindruckt. Da ich in der Schwimmhalle nicht fotografieren konnte, habe ich mal ein Bild im Internet geklaut und hoffe, dass man mir nicht drauf kommt:

Folgende Impressionen des Bades stammen aber von mir selber:

Ein Wahnsinns-Teil! Den nicht gerade billigen Eintritt kauft man auch nicht am Automaten sondern tatsächlich noch an einem Kassenfenster. Wer noch mehr über das Bad wissen, den verweise ich auf https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbad_Neuk%C3%B6lln .

Tagsdrauf wollte ich eigentlich laufen gehen. Aber wie das Wort „eigentlich“ schon erkennen läßt, wurde nichts daraus. Ich legte meine Laufuhr von außen auf die Küchenfenterbank um sie die Satellitten suchen zu lassen und zog mich derweil um. Nach vollzogener Ankleide stellte ich fest, dass die Uhr die Satelliten aus der Postition heraus nicht finden konnte und begab mich deshalb in den Innenhof meines Berlin-Domizils um während der dortigen Satellitensuche der Uhr festzustellen, dass es neben den kläglichen 1 ° plus auch noch nieselte. Unter diesen Bedingungen erschien mir das weite Tempelhofer Feld nicht als erstrebenswertes Laufziel und ich ging zurück in die Wohnung, zog die FiveFingers aus und fiel in Laufklamotten zurück aufs Sofa 😆 Solch ein Rückzug ist, wenn ich mich recht erinnere, bislang einmalig in meiner Laufgeschichte 😀 Aber ich war fein damit und habe es mir einfach gutgehen lassen.

Da es heute mit 3 ° wesentlicher wärmer und zudem auch noch trocken war, habe ich den Frevel vom Mittwoch ausgemerzt. Schon nach nur 250 m kann ich dem städtischen Wuhling den Rücken kehren und schnurstracks durch eine Grün- bzw. momentan Grauanlage dem Tempelhofer Feld zustreben. Das hatten im Wesentlichen Läufer und Radfahrer für sich und Berlin erwies sich mal wieder als DIE modische Metropole. Lief da doch tatsächliche eine Läuferin im Ballonseide-Jogginganzug. Mon Dieu, die Achtziger lassen grüßen, wie hat das Teil nur überlebt? Oder ist die Ballonseide etwa wieder zurück? Kann mich da jemand aufklären?

Nach Betrachten von skuriller Kunst und sommerlichen Verweilmöglichkeiten im Urban Gardening-Bereich, trabte ich wieder zurück um auf den letzten Metern wieder vom Trubel der Hermannstraße in Empfang genommen zu werden. Auf dem vorletzten Bild biegt der silberne Van in die Warthestraße ein, in der ich wohne. Das letzte Bild zeigt die Warthestraße und auf der rechten Seite das aprikofarbene Haus, in dem meine Residenz zu finden ist.

Dieser Lauf und der Besuch des Prachtbades waren also meine einzigen sportlichen Aktivitäten in der Hauptstadt und werden es auch bleiben. Morgen werde ich den Tag noch vertrödeln und Sonntag geht es wieder zurück in die Provinz. So entschleunigt und entspannt war meine Zeit in Berlin selten und es war herrlich. Viel Zeit für mich, viel Zeit zum Relexen, Tee trinken, Youtube-Videos schauen und lesen.

Das abgebildete Buch hat mir gerade meine Nachbarin geliehen, vielleicht bietet es mir einen Ansatz den immer noch weitestgehend ungeklärten Grund meiner Depressionen zu erkennen. Ich werde mich gleich ins Lesen stürzen!

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Ohne Wasser geht es nicht

Der Januar zieht ins Land, bald schon ist das erste Zwölftel des neues Jahres passé. Läuferisch komme ich langsam wieder in eine Routine. Noch sind die Strecken nicht zu lang und ich gönne mir weiterhin zwei bis drei Tage Pause zwischen den einzelnen Läufen. Wie schon einmal erwähnt, erreiche ich schon wieder recht gut den Kleinen Bornhorster See und mit Jens bin ich zweimal zu den Bornhorster Wiesen rausgefahren. Er dreht dort eine 5 km-Nordic-Walking-Runde und trabe meine Kilometerchen entlang der überfluteten Wiesen und der Hunte.

Am 11.01. bei glasklarem Wetter mit ordentlich Wind:

Am Kleinen Bornhorster See geht es für mich nicht ohne Antesten der Wassertemperatur, hier am 17.01. mit üppig blühenden Weidekätzchen:

Zweiter Ausflug zu den Bornhorster Wiesen am heutigen 20.01.:

Aber egal wann, wie oder mit wem ich laufe, am schönsten ist es wenn Wasser dabei ist. Ob ein Blick über den Kleinen Bornhorster See, über die Huntewiesen oder die Hunte. Wasser darf einfach nicht fehlen, wenn dann noch eine entsprechende Weite dazukommt, scheint des Deichläufers Seelenheil in dem Moment perfekt zu sein.

Das ich der Leidenschaft fürs Wasser seit einiger Zeit auch im Wasser fröne, hat sich ja mittlerweile rumgesprochen, so dass zu den läuferischen Blicken und Kneippbädern regelmäßige Schwimmbad-Besuche dazugekommen. Für den Januar liegt das Schwimmen gegenüber dem Laufen sogar in Führung. Bis dato sind es sechsmal Schwimmen und fünfmal Laufen. Wer hätte das jemals gedacht. Nur bei den zurückgelegten Strecken liegt das Laufen trotzdem in Führung 😆 Auch Schwimmen gehe ich gemeinsam mit Jens oder auch mit Torben, einmal bislang auch mit beiden.

Die ersten Zweidrittel des Januar liefen im wunderbarsten Sinne des Wortes unspektakulär. Kein Frust sondern viel Freude beim Sport und auch ein Alltag ohne besondere Vorkommnisse. So darf es gerne erst einmal weitergehen.

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Weniger ist mehr?!

Mit dem langsamen Wiedereinstieg nach meiner längsten Laufpause ever bin ich am überlegen, wie es insgesamt mit meiner Lauferei weitergehen soll. Rückblickend betrachtet hatte ich über all meine Laufjahre immer wieder mal mehr, mal weniger langandauerndere Laufverletzungen. Daran hat auch mein Umstieg auf minimales und ganz barfüssiges Laufen leider nichts geändert.

Deshalb sind es meine augenblicklichen Gedanken, meine Laufintensität dauerhaft etwas zurückzufahren. Nicht mehr vier- bis fünfmal, sondern nur noch dreimal die Woche möchte ich künftig laufen gehen. Das von mir mehrere Jahre in Folge erreichte Ziel von 2.000 Jahreskilometern möchte ich nicht mehr anpeilen (wäre für dieses Jahr eh noch illusorisch). Mit diesem etwas mehr an Gelassenheit erhoffe ich mir ausreichende Erholungsphasen für meine Laufgräten. Darüberhinaus möchte ich auch das reine Barfußlaufen etwas weniger dogmatsich und eher pragmatisch sehen. Barfuß wird nur noch da gelaufen, wo es mir wirklich behagt und die Sandalen sorgen für mehr Entspannheit und Komfort, wo der Untergrund eben nicht so prickelnd ist. Alles in allem soll es aber nicht heißen, dass nicht auch weiterhin immer mal wieder Läufe von über 20 km oder auch mal 30 km machen will. Auch liebäugle ich damit nochmal wieder Marathon zu laufen (es gibt da noch meinen Traum mal einen barfuß zu wuppen). Aber alles mehr nach dem Motto „Es kommt wie es kommt“. Auch meiner Depression möchte ich damit weiter entgegentreten, indem ich zu einem ausreichend laufe, was absolut guttuend ist, aber zum anderen jeglichen eh nur selbstgemachten Druck vermeide, was der Krankheit nur wieder Aufwind geben würde.

Der hohen Bedeutung, die das Laufen in meinem Leben hat, sollen diese Vorhaben nicht entgegenstehen. Im Gegenteil, ich erhoffe mir ein Mehr von dem Weniger. Mehr Genuß, mehr Entspanntheit, mehr Spontanität. Weniger, wie gesagt, selbstgemachten Druck und mit etwas Glück vielleicht auch etwas weniger Verletzungen.

Ergänzen möchte ich das Laufen dauerhaft durch das Schwimmen, dass mir inzwischen auch viel Spaß macht (trotz der Benutzung von öffentlichen Schwimmbädern in der Winterzeit, was ich mir nie hätte vorstellen können 🙂 ) Wenn draußen die Wassertemperaturen wieder im für mich grünen Bereich liegen (ich gehöre ja nicht zur Fraktion Doris 😆 ), möchte ich das Laufen auch mit dem Schwimmen verbinden. Zum Kleinen Bornhorster See laufen, dort schwimmen und anschließend wieder zurücklaufen.

So hoffe ich in einen sportlichen Rhythmus zu gelangen, der meiner körperlichen und seelischen Gesundheit gleichermaßen entgegenkommt. Inwieweit mein „sonstiges“ Leben Einfluß darauf nimmt wird sich zeigen. Speziell 2023 wird für mich voraussichtlich ein recht ereignisreiches Jahr werden. Was alles dazugehört, wird sicherlich über die Monate hier auf diesem Blog mit einfließen. Mehr kann und möchte ich hier und jetzt noch nicht dazu schreiben.

Heute:

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Versöhnlich

2022 ist zu Ende und ich bin das dritte Mal in Folge nicht böse drum, dass sich ein Jahr verabschiedet hat. Nach den beiden Corona-Jahren 2020 und 2021 war 2022 nochmals ein sehr besch…eidenes und an den Kräften, die eigentlich gar nicht mehr vorhanden waren, zehrendes Jahr. Da paßt es natürlich, das 2022 wegen meiner Fersenprobleme auch läuferisch ein Negativ-Rekordjahr gewesen ist. 295,4 km sind zusammengekommen, sowenig wie seit Beginn meiner Aufzeichnungen im Jahr 2013 nicht.

Trotzdem gelingt es mir einigermaßen versöhnlich auf diese gerade abgelaufene Jahr zurückzublicken, weil sich zum Ende hin noch einige erfreuliche Entwicklungen ergaben. Als wichtigste möchte ich verkünden, dass Jens am 29.12. im Rahmen einer Nachuntersuchung erfahren hat, dass er von seiner schweren Erkrankung im Sommer vollständig und ohne bleibende Schäden genesen ist.

Am 12.12. konnte ich auch endlich das Laufen wieder aufnehmen. Die OP-Wunde im Nacken ist gut verheilt und die merkwürdige Entzündung im Oberschenkel war auch wieder abgeklungen (dazu weiter unten im Text noch etwas mehr). Inzwischen erreiche ich mit einer Gesamtstreckenlänge von 7 bis 7,5 km auch schon wieder den Kleinen Bornhorster See und kann dort wieder meiner Wassertreterei frönen, während die Ferse keinen Muckser tut.

Am Silvestertag konnte ich einen Regenlauf aller erster Güte genießen und damit den Dezember mit knapp 46 km abschließen. Dem besten Monatsergebnis seit März 2022. Ich ließ mich allerdings nicht durch die Schwimmerin dazu hinreißen, ganz in die Fluten zu steigen und auch der Einladung zum Neujahrsschwimmen widerstand ich tapfer 😆

Allerdings wäre ich nicht ich, wenn der Dezember so ganz reibungslos über die Bühne gegangen wäre: Noch zwei Tage vor Weihnachten wurde ich bei meinem Hausarzt vorstellig, weil ich erneut zwei Entzündungen im linken Bein hatte. Eine im Unter- und eine im Oberschenkel. Der Doc diagnostizierte Thrombosen der oberflächlichen Venen, von denen ich mich aktuell gerade an der insgesamt sechsten erfreue. Neben der Einnahme von entzündungshemmenden Tabletten, durfte ich mir die letzten 10 Tage täglich eine Spritze zur Blutverdünnung in den, über die Feiertage dick genug gewordenen, Bauch jumpen. Zu guter Letzt komme ich in den Genuß dieses schicke Teil hier tragen zu dürfen 🙄 :

Da kann ich nur sagen:

Ich hoffe sehr, dass sich dieses Problem durch ein wieder Mehr an Bewegung künftig schnell wieder erledigt.

Auch die erste Nacht des neuen Jahres brachte schon kurzzeitige Aufregung. Als ich gegen 5:30 Uhr von einem Austreten wieder ins Bett zurück wollte, vernahm ich draußen Feuerschein und bekam kurz Schnappatmung, weil ich befürchtete, dass es in unserem Reihenhaus brennt. Es waren dann zum Glück „nur“ zwei Altglas- und eine Kleiderspendencontainer, die bei uns in der Nähe stehen. Irgendwelche Idioten hatten eine von einem wahrscheinlich anderen Idioten vor den Containern abgelegte Matratze in Brand gesteckt und wohl auch einen Böller oder ähnliches in den Kleidercontainer geworfen. Die von mir gerufene Feuerwehr konnte den Brand sehr schnell löschen und zwei neben den Containern parkende Kleinbusse blieben unversehrt.

Jetzt hoffe ich nur, dass das neue Jahr 2023 nicht nur solche Aufregung bringt und insgesamt endlich mal wieder ein besseres wird. Noch hat es 364 Tage Zeit sich zu beweisen und in diesem Sinne wünsche ich Euch ein …

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Zerstörungswut

Der Winter hat früh Einzug gehalten und was Robert Habecks und aller Energiekunden Schrecken ist, hat durchaus seine schönen Seiten. Raureif hat das Land überzogen und hellt selbst trübe Tage mit bezaubernden Ausblicken auf.

Wenn aber die Sonne strahlt bekommt das Ganze noch einmal ein ganz anderes Gesicht und so wurde tagsdrauf bei meinem zweiten Lauf das Laufen vor lauter Gucken und Fotografieren fast zur Nebensache. Winter in seiner schönsten Form.

Getrübt wurde der Traum nur durch eine Beinahe-Bruchlandung. Als ich auf den Großen Bornhorster See zulief, blieb ich in einem bodennahen Weidedraht hängen, den ich schlicht und ergreifend nicht gesehen habe. Ich konnte mich nur mit Ach und Krach abfangen um nicht auf dem gefrorenen Boden aufzuschlagen. Allerdings schnitt sich der Draht ordentlich ins Bein ein.

Der Übeltäter

Fünf Tage später präsentiert sich die „Schnittstelle“ so:

Übernacht ist es wärmer geworden und es fing an zu regnen. Sonne sowie Winterwunderwelt sind ruckzuck wieder verschwunden und ich habe bei meinem heutigen Lauf auf Rache gesonnen. Normalerweise vergreife ich mich nicht an Anderleuts Eigentum, aber da ich auch keine andere Möglichkeit sah die Gefahrenstelle zu beseitigen, schnitt ich den Draht mit einem mitgeführten Taschenmesser durch. Auf dem vierten Bild sieht man den Trampelpfad durch den Durchlaß im Zaun. Da sind also häufiger Menschen unterwegs und es muß ja nicht wirklich erst jemand zu Fall kommen.

Nach meinem zerstörerischen Akt tauchte ich noch einmal die Füße in den Teich und setzte dann meinen Lauf Nr. 3 fort. Solange man mir kein Bein stellt, scheint es erstmal zu laufen 😀

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Aufgeregt

Schwieriger als gedacht gestaltet sich die Rückkehr in mein „altes Leben“. Nach einiger Euphorie über die Wirkung des neuen Medikaments hat sich diese „Glückskurve“ leider wieder etwas abgeflacht. Mit Pille nehmen und alles ist gut ist es halt doch leider nicht getan. So gab es noch wieder einige nicht so prickelnde Tage während meiner viereinhalbwöchigen Sport-Pause nach der kleinen OP. Am ätzensten ist dabei die nach wie vor mangelnde Konzentrationsfähigkeit. Deshalb herrschte nicht nur hier wieder wochenlang Ruhe, sondern auch bei meiner Kommentartätigkeit. Ich bitte diesbezüglich noch einmal um Nachsicht. Interessanter Weise tauchte bei einem Fragebogen zur Intensität meiner Depression, den ich kürzlich beantworten durfte, eine genau dazu passende Frage auf, sinngemäß: Inwieweit sind Sie bei Dingen beeinträchtigt, die Sie gerne tun und Ihnen Freude bereiten. Aus vier Stufen wählte ich habe die zweithöchste und habe dabei sofort an das Bloggen und Lesen gedacht.

Aber genug gejammert, ich möchte mich hier und jetzt darauf konzentrieren *ächz*, was in den letzten viereinhalb Wochen Schönes passiert und gewesen ist. Da wäre z. B. unsere in diesem Jahr wieder ganz normal stattgefundene, häusliche Weihnachtsausstellung mit einem ganz besonderen Gast:

Oder ein wunderbarer, winterlicher Spaziergang bei Sonnenschein und nahezu Windstille:

Es gab herrliche Kaminabende und …

… einen gemütlichen Weihnachtsmarktbesuch mit zwei Cousinen von mir…

… und ich habe mich an der Herrstellung von Quitten-Konfekt versucht

Sau-Arbeit, aber auch saulecker 🙂

Für eineinhalb Wochen ging es nach Berlin. Dort gab es nicht nur den ersten Schnee und zwei wichtige Termine, sondern auch einen fanatastischen Theaterabend in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee.

Die Schauspieler waren Gefangene, die hochprofessionell „Die Gerechten“ nach Albert Camus aufführten. Im Anschluß an die Vorstellung gab es noch die Gelegenheit mit den Darstellern zu sprechen. Es war sehr bewegend wie die Jungs emotional aufgeladen und voller Freude über den Erfolg ihrer Aufführung waren. Allesamt nette Kerls, wo man sich gar nicht vorstellen kann, dass die etwas auf dem Kerbholz haben.

Treffen mit meinen allerbesten Freunden dürfen natürlich auch nicht fehlen, Frank (oberes Bild) und Johann.

Nach der Rückkehr aus Berlin sollte es dann wieder mit dem Laufen losgehen. Allerdings verzögerte eine Entzündung im linken Oberschenkel den Neustart noch um ein paar Tage (Darauf kam es jetzt auch nicht mehr an). Der Oberschenkel war rot, heiß, schmerzte und brannte, außerdem konnte ich das Bein nur unter Schmerzen durchstrecken. Als ob mich irgendetwas gestochen hätte, aber keine Ahnung was das war 😦

Aber der Spuk ist nun auch vorbei. Somit ging es am gestrigen dritten Advent schonmal Schwimmen mit Torben und heute dann endlich wieder laufen. Ich war vor dem 5 km-Läufchen aufgeregt wie ein kleines Kind in der Vorweihnachtszeit und meine Vorfreude wurde belohnt mit einem gelungenen Lauf bei trockenener, klarer Luft und Sonnenschein bei ganz knapp unter Null.

Endlich wieder laufen. Wie schön wäre es, wenn es jetzt erstmal wieder dabei bleiben würde 🙂

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Laufpause

Nachdem ich im Oktober fette 26 km gelaufen bin und für November auch schon satte 17,3 km auf dem Konto stehen, wird es wirklich höchste Zeit, daß ich mir endlich mal wieder eine Auszeit vom Laufen gönne. Damit die Erholung aber wirklich komplett wird, stelle ich zusätzlich auch das Schwimmen ein. Um mir dann beim Neustart nicht gleich wieder zuviel zuzumuten, werde ich auch gestaffelt wieder einsteigen. Zuerst mit dem Schwimmen nach zwei Wochen und nach weiterer zwei Wochen dann auch wieder mit dem Laufen.

Aber warum jetzt wirklich das Ganze? Ich bin ja nehmen meinen ganzen Muttermalen auch so ein Zystentyp und eine fiel heute mal wieder dem Chirurgen-Messer zum Opfer. Damit die Naht nicht platzt und die Narbe auch eine schöne wird, wurde mir seitens des Chirurgen auf meine Nachfrage die oben erwähnte Sportpause nahegelegt.

Da es in diesem Jahr sowieso nicht mehr drauf ankommt, nehme ich die neuerliche Pause gelassen. Die 250 km für dieses Jahr werde ich im Dezember wohl noch voll kriegen, da fehlen nämlich nur noch 300 m 😆 😎

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Weichei

Als ich am 01.11.2022 meinen 7 km-Lauf zur Huntebrücke gemacht hatte, trug ich die Shamma Warriors, da der Untergrund nicht so wirklich barfußfreundlich ist. Allerdings schraddelte mir der linke Fersenriemen der Sandalen eben jene Ferse auf, obwohl der Riemen sehr soft verarbeitet ist. Das Ganze begann schon nach nicht einmal einem Kilometer. Ein blutendes Gemetzel konnte ich nur vermeiden, indem ich die Sandale so locker schnallte, dass sie mir eben nicht vom Fuß gefallen ist. Das schlabberige Laufgefühl mußte ich halt ertragen. Durch die lange Laufabstinenz bin ich einfach verweichlicht.

Gestern hatte ich Bock den Kleinen Bornhorster See zu besuchen. Radelnd, da er mit 8 km hin und zurück noch außerhalb meiner läuferischen Reichweite liegt. Das Wetter war mit etwas windigen aber sonnigen 12 ° sehr schön. Natürlich mußte ich auch die Wassertemperatur antesten und ging bis zum Rand der kurzen Hose ins Wasser. Obwohl es mir an den Beinen nicht sonderlich kalt vorkam, konnte ich mich nicht dazu durchringen einmal komplett ins Wasser zu gehen. Ein Handtuch hatte ich vorsorglich sogar dabei gehabt. Ich verkomme echt zum Weichei 😦 Zur Rache hatte das Unibad gestern wegen Krankheitsfällen geschlossen und so blieben mir auch die kuscheligen 24 ° im Schwimmerbecken verwehrt.

Naja, immerhin habe ich heute vormittag die Frühstücksbrötchen bei sonnigen 8 ° ebenfalls noch in kurzen Hosen und barfuß auf dem Fahrrad geholt und nachmittags meine 5 km-Runde in für mich spärlichen Outfit absolviert.

Vielleicht taste ich mich ja so wieder vorsichtig ran, an die Härten des Sportlerlebens 😆