Nur leichte Kämpfe im Raum Da Nang

Während Putin sich mit seinem Angriff auf die Ukraine dem Ende des vierten Jahres nähert, Trump Venezuela völkerrechtswidrig angreift (und einen Staatschef, sei er so widerlich wie auch immer, vor eine Gerichtsbarkeit zieht, der er nicht untersteht) und China angesichts der sich offenbar ändernden Spielregeln in der Welt schon einmal mit einem Angriff auf Taiwan liebäugelt, sehe ich die titelgebende Dokumentation auf Arte.

Eigentlich höre ich sie nur, habe die Kopfhörer mit in einen anderen Raum genommen, was ich häufig tue: Fernseh-Hören. Und bin diesmal froh drum. Denn der Ton spricht für sich. Ärzte von der „Helgoland“, einem Ärzteschiff, berichten über ihre Erfahrungen, 1971 vor Vietnam. Minenverletzungen, hauptsächlich bei Kindern, Schuss- und Granatenverletzungen, Agent-Orange-Verletzungen/Verätzungen bei Kindern und Erwachsenen. Die Ärzte, die unter widrigsten Bedingungen operieren und mit den schlimmsten menschlichen Schicksalen konfrontiert werden (Kinder, die voll erblindet und amputiert nach der Wiederherstellung nicht wissen, wie es weiter geht mit ihnen; Familien, die – ihrer Eltern beraubt – keine Aussicht haben, sobald sie entlassen werden …) sehen dennoch einen Sinn in ihrem Tun, das sie auch Jahre nach ihren Einsätzen nicht wird ruhig schlafen lassen.

Hier in Deutschland (mehr noch in den USA und Frankreich) wird man später von den Boatpeople reden. Einer verschwindenden Minderheit jener, die es – nicht von den geschilderten Verletzungen geplagt, aber dennoch geplagt – nach einer Odyssee auch hierher verschlägt. Eine Viertelmillion von ihnen wird bis dahin ertrunken, verdurstet, an ihren Krankheiten gestorben aus dem Blickpunkt der Welt verschwunden sein, nachdem man sie aus den Lagern der umliegenden Länder wieder auf See schickte oder was auch immer.

Aber das war in den Siebzigern. Damals war man noch „satt“ vom zweiten Weltkrieg, hatte die Erfahrungen der Eltern und Großeltern in den Knochen und sowieso war es die Zeit, in der sich die Hippies Blümchen auf die Backe malten. Man hatte also Mitgefühl. Und es waren ja auch keine Millionen, die kamen, sondern ein paar Tausend.

Inzwischen sind Millionen gekommen, die nicht so nette Schlitzaugen haben und nicht immer dieses stille, dankbaren Auftreten. Das ist natürlich etwas sehr Anderes.


Gegenüber wohnt eine Familie, deren Zusammensetzung ich noch nicht völlig durchschaut habe. Sie haben ein eigenes Haus, das nicht wunderprächtig, aber in wesentlichen Teilen ordentlich hergerichtet ist. Der Vater machte sehr lange Zeit Heimarbeit, irgendwelche Teile, deren Grate er abschnitt. Zwei Mal die Woche wurde das unfertige Zeug gebracht und dann wieder geholt. Die Mutter arbeitet irgendwo in der Gastronomie, kommt erst abends nach zehn nach Hause. Inzwischen, seit er mit der Schule fertig ist, mit dem Sohn zusammen (es könnte sein, dass dieser Imbiss sogar seiner ist). Erst hielt ich sie für Chinesen bis mich jemand belehrte, es seien Vietnamesen. Und wenn ich es recht betrachte, könnten sie in dem Alter sein, die Eltern, die auf so einem Weg hierher kamen. Fleißige Leute, die nicht mit ihrem Schicksal zu hadern scheinen. Wenn dem so ist, dann wissen sie aus ihrer traumatischen kindlichen Erinnerung heraus, dass es im Leben so viel schlimmer kommen kann als viel arbeiten zu müssen und eine sich wandelnde Familie zu haben, die auch im kleinsten Haus noch Platz findet, solange alle sicher und gesund sind.

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Am Ende habe ich den Fehler begangen, doch einmal zum Fernseher zu gehen. Und da sah ich (heute wäre das ohne Triggerwarnung gar nicht mehr möglich), wie dem Jungen, der beidseitig blind war und sein Bein verloren hatte, ein weiteres Stück von seinem Bein abgesägt wurde, damit er irgendwann eine Prothese wird tragen können, auch wenn das Laufenlernen mit Prothese ohne Augenlicht schwierig wird.

Und ich dachte mir: Sind wir uns wirklich darüber im Klaren, was Krieg bedeutet, wenn Putin oder Trump und deren Aktionen begeistert aufgenommen werden???

Immer wieder

Man sagt, der Höhepunkt der Kreativität sei mit 27 erreicht, was als Begründung dafür herhalten muss, dass berühmte Musiker (deren Namen hinreichend bekannt sind) in diesem Alter starben. Mehr sei da nicht heraus zu holen gewesen, was sie auch selbst erkannten. Klingt zynisch und stimmt auch offenbar nicht für alle Genres.

Spielberg war 36 als er E.T. produzierte. Bei dem ich auch mehr als 40 Jahre später immer noch weinen muss, ungeachtet der Häufigkeit, in der ich den Film schon vollständig oder in Teilen sah. Ich kann sogar den Text mitsprechen, weiß also, was in der nächsten Szene passiert, was mich nicht daran hindert, immer wieder mitzufühlen mit diesem klugen, kindlichen Außerirdischen mit riesengroßem blauen Augen und seinen irdischen Freunden. Irgendwann ziemlich gegen Ende sagt der Mann vom CIA(?), dass es gut gewesen sei, dass E.T. zuerst Elliott getroffen habe. Und wir als Zuschauer finden das natürlich auch. Nicht nur, weil E.T. andernfalls nie „nach Hause“ hätte „telefonieren“ können, sondern eben auch, weil er andernfalls nie erfahren hätte, dass Menschen ziemlich nett sein können. Besonders Kinder, die aus ihrem natürlichen (Mit)Empfinden und ihrer Aufgeschlossenheit für Unbekanntes dazu neigen, das Richtige zu tun.

Die damals 6jährige Drew Barrymore gab sich während der Dreharbeiten genauso altklug wie sie es auch im Film irgendwo kundtut: „Ich bin doch nicht blöd.“ und meinte damals, dass sie natürlich wisse, dass E.T. eine Art Puppe sei. Dennoch sorgte Spielberg dafür, dass die „Puppe“ E.T. immer dann, wenn Drew in der Nähe war, auf sie reagierte. Auch wenn gerade nicht gedreht wurde. Was ihr Spiel beförderte, denn sie befand sich in jenem Alter, in dem Realität und Phantasie sich noch nicht wirklich trennen ließen.

Was Spielbergs Talent im Umgang mit Kindern (oder sein eigenes kindlich gebliebenes Gemüt?) beweist.

Und während ich dies schreibe, frage ich mich, wie es um mein kindliches Gemüt bestellt ist. Bekanntermaßen altert das Gehirn ja nicht, auch wenn unsere Körperhülle das sehr wohl tut. Was macht es mit uns, wenn (wie meine Mutter dermaleinst sagte) wir morgens mit jugendlichem Elan ins Bad gehen und dann „die alte Frau im Spiegel“ waschen? Ist das gut oder schlecht?

Ich denke, es kommt auf die Einstellung an. Genau das. Wir können dem einstigen Kind in uns nachtrauern oder aber froh sein, dass es noch irgendwo in uns da ist. Wenn auch nicht außen.

Der Friedensmacher

Während die Welt über den „Friedensplan“ von Trump den Kopf schüttelt, kommt mir kurzzeitig „Die Unterwerfung“ von Michel Houellebecq in den Sinn, obwohl beides in der Handlung nichts miteinander zu tun hat. Man fragt sich, was das für ein Frieden sein soll, wenn allein die Interessen des Angreifers in diesem Plan gewahrt werden. Dann hätte die Ukraine ja gleich zu Beginn die Türen weit öffnen und allerhand Tote vermeiden können. Wobei es natürlich ein einziger Unsinn ist, wenn – wie in allen Kriegen davor – die Durchhalteparole des Weitermachens ausgegeben würde, weil „all die Toten nicht umsonst gewesen sein sollen“.

Ich dagegen, in meinem kleinen Universum, sah mir am Wochenende alle greifbaren Dokumentationen über Epstein und Maxwell an. Man weiß längst, dass und welche allerhand Prominenten Epstein und Maxwell in ihren Häusern und auch auf der Insel(!) besucht haben. Wer sich dabei welcher Handlungen schuldig machte und wer nur Maxwells berühmte Gastfreundschaft genoss, bleibt unklar, mit Absicht, vermute ich. Nicht darum geht es vordergründig, sondern um die Opfer, die – damals zwischen 14 und 17 – heute zwischen Ende 20 und 40 sind.

Aber, so viel ist jetzt klar, Epstein hatte sie alle in der Hand. Zumindest seine Insel war vollumfänglich videoüberwacht und nichts von allem blieb undokumentiert. Es wundert also im Nachhinein nicht, dass alle Anzeigen der Opfer, egal ob bei der örtlichen Polizei oder beim FBI sehr schnell im Sande verliefen. Es wundert auch nicht, dass Epstein dermaleinst eine lächerliche Gefängnisstrafe von 18 Monaten erhielt, die auf einer Absprache beruhte, die NICHT von höheren Instanzen abgenickt wurde. Wenig bekannt, aber ebenso wenig verwunderlich: Der Staatsanwalt, der diese Absprache traf, wurde in der 1. Trump-Administration zum Arbeitsminister ernannt (musste aber irgendwann eben wegen dieser Sache widerwillig zurücktreten). Damals hatte Trump seine Gefolgschaft offenbar noch nicht so im Griff wie heute. Damals auch lernte er seine Grenzen kennen. (Wir werden darauf zurück kommen.)

Epstein saß übrigens nur ein halbes Jahr wirklich im Gefängnis, durfte den Rest der Zeit im Hausarrest verbringen und konnte während dieser ganzen Zeit zur „Arbeit“, die in Teilen darin bestand, die für ihn berühmten Massagen zu genießen. Das ihm beigestellte Wachpersonal hatte offenbar die Weisung, es mit dem Terminus „Arbeit“ nicht so ernst zu nehmen. Man sah ihn damals auch in New York und anderswo, wo er laut Bewährungsauflagen gar nicht hätte sein dürfen. Der hierauf aufmerksam gemachte Bewährungshelfer sagte dazu nichts.

Erst die in New York erneut aufgerollte Strafsache drohte, nicht so gemütlich zu werden. Insofern wäre der Selbstmord Epsteins nachvollziehbar gewesen. Allerdings wendet der hinzu gezogene Pathologe ein, die festgestellten Verletzungen seien für die beschriebene Todesart zumindest „höchst untypisch“.


Ghislaine Maxwell, Jahrzehnte lang unverbrüchlich an Epsteins Seite, stellte – dank ihrer alten Harvard-Verbindungen – die Kontakte zu den Großen dieser Welt her (z.B. (Prinz) Andrew, der sich seit seinem ersten Interview 2019 mit der BBC an keinerlei Kontakt mit dem Opfer Virginia Giuffre erinnern zu können vorgab und auch zu keinerlei Zusammenarbeit mit dem FBI bereit war). Maxwell auch war es, die die Kontakte zu den jungen Mädchen herstellte, sie auf der Straße, in Geschäften oder bei Partys ansprach und sie z.T. unter der Vorspiegelung, die gerne guten und begabten Schülerinnen mit einem „Sponsor“ zusammen zu bringen, in ihre Wohnung, auf die Insel oder in die Villa in New Mexico einlud.

Maxwell auch war es, die ein Schneeball-System aufbaute, indem sie jenen Mädchen, die nach einem ersten Kontakt mit Epstein und seiner Massageliege nicht mehr wollten, die Möglichkeit des Zuverdienstes bot: Sie bekämen 200 Dollar für jede Freundin, die sie zu Epstein brächten. Manche berichteten später, zwischen 40 und 60 Freundinnen her gebracht zu haben.

Man darf sich fragen, was sich die Mädchen bei all dem dachten. Und man darf sich auch fragen, wo deren Eltern bei all dem waren und ob die wiederum sich nicht gefragt haben, woher ihre Töchter plötzlich all das Geld hatten.. Eines der Opfer berichtet, ihr Vater sei Polizist gewesen. Hat der nicht doppelt aufgehorcht als seine Tochter über mehrere Tage bei einem wildfremden Erwachsenen eingeladen war? (Darüber wird in den Dokus nicht berichtet; die Opfer sollten wohl eindeutige Opfer sein und bleiben.)

Während etliche im Bekanntenkreis sich fragten, warum Epstein und Maxwell nicht heiraten (manche dachten sogar, sie seien verheiratet), war klar, dass mit zunehmendem Alter die Beziehung nurmehr eine Zweckgemeinschaft war. Noch immer war Maxwell eine gute Gastgeberin, noch immer funktionierte das Schneeballsystem. Aber angesichts diverser Anzeigen war die Aufmerksamkeit der Ermittlungsorgane geweckt, Privatdetektive überwachten die Anwesen und, ja, Maxwell war älter geworden und nicht mehr so reizvoll. Ähnlich wie Trump, der angesichts seiner Scheidung von Ivana seinerzeit erklärt habe, mit einer Frau, die Kinder habe, könne Mann nicht zusammen sein (Frage des Reporters: „Aber das sind doch ihre Kinder.“/ Antwort: „Das ist egal.“), dachte Epstein wohl auch, dass Maxwells beste Zeiten vorbei waren. Immerhin, darauf glaubte sie sich verlassen zu können, schien seine Loyalität ungebrochen, hatte doch Epstein seinerzeit eine Vereinbarung ausgehandelt, dass „keine strafrechtlichen Anzeigen gegen potentielle Mitverschwörer“ erhoben würden.

Dennoch wurde Maxwell im Juli 2020 verhaftet, im Dezember 2021 schuldig gesprochen und im Dezember 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Was nicht so schlimm ist, wie man glauben mag. Denn Maxwell selbst erklärt, glücklich zu sein wie lange nicht. Was wohl daran liegt, dass sie nach ersten Klagen über Mithäftlinge nun weitestgehend von diesen abgeschirmt ist. Sie hat eine Einzelzelle, darf auf dem Hof Sport machen, wenn keiner dort ist, kann in der Kapelle beliebig Besuch empfangen und bekommt ihr Essen serviert wie im Hotel. Als sie sich von Mithäftlingen beobachtet fühlte, wurden im Speisesaal Tische umgestellt, damit keiner mehr in ihre Zelle schauen kann.

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Unterm Strich: Es kann nicht schaden, ein paar Bekannte (und dazu gehörige Videoaufnahmen) von den Reichen und Berühmten dieser Welt zu haben. Ob nun ein Präsident, der (wir erinnern uns an den Beginn) wohl weniger, aber genug Angst vor der Veröffentlichung der Epstein-Akten hat als vor dem, was Maxwell wohl aus irgendwelchen Tresoren holen kann, Geheimdienstmitarbeitern, die Deutsche Bank, Netanjahu … hochrangige Person quer über den Globus von Australien über die Vereinigten Arabischen Emirate, Frankreich, England sowieso undundund …


Da kann man, so als Präsident der Vereinigten Staaten, es ja immerhin versuchen, mit einem „Friedensplan“ andere Akzente zu setzen, sei dieser noch so läppisch.

    Über die Höflichkeit

    Eigentlich wollte ich im Nachgang zu meinem letzten Blog über die Höflichkeit schreiben. Selbige war in manchem Kommentar (auf einer anderen Website, wo der Blog auch erschien) vermeintlich zu kurz zu gekommen. Ich wollte schreiben, dass höflich von „höfisch“ kommt, was irgendwie Sinn macht. Schon mancher Degenstoß (von hinten durch die Brust ins Auge) konnte deswegen ausgeführt werden, weil sich Höflinge nur auf freundlich-unterwürfige Art und Weise ihrem Herrscher nähern konnten. Dennoch bleibt ein Degenstoß ein Degenstoß, sei er so höflich wie auch immer ausgeführt worden.

    Denn letztlich geht es um den Unterschied zwischen Inhalt und Form. Man kann sich mit einem vor dem Spiegel geübten Lächeln vielleicht besser nähern, aber dieses Lächeln sagt über das Denken des -achso! – höflichen Menschen am Ende nicht viel aus, macht jenen, der das für bare Münze nimmt, jedoch zum leichteren Opfer als ein grimmiger Blick.

    Ich wollte auch schreiben, dass Whataboutismus („die Anderen aber auch“) heutzutage gerne als Argument benutzt wird. Aber das ist es nicht. Schlechtes Benehmen des Einen rechtfertigt nicht selbiges beim Anderen. Jeder stehe für seine eigenen Taten ein und keiner darf sich in seinem fehlgeleiteten Handeln gerechtfertigt fühlen durch das, was ein anderer tut. Das Resultat ist nämlich keine Besserung, sondern eine eklatante Verschlechterung der Gesellschaft. Wir haben nicht Jahrtausende lang um ein gedeihliches Miteinander der Menschen gerungen, um dieses nun leichtfertig mit einer so wenig klugen Begründung über Bord zu werden.

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    Nach allerhand solcherart Gedanken verging mir jedoch die Lust. Alle Gespräche dieser Art enden ja doch im unabänderlich Negativen, wohingegen ich es bevorzuge, Dinge zu schaffen, statt sie zu zerstören.

    Mein Kopf sprudelt nur so über von Ideen, die alle umzusetzen ich die Zeit nicht finde. Manchmal blockiert das, eben weil man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Manchmal sagt die mittelmäßig gute Hausfrau im Kopf, dass diese oder jene Sache doch schrecklich große Unordnung erzeugt, weil man dazu allerlei Zubehör braucht. Und gerade eben ist die Wohnung halbwegs in Ordnung.

    Aus u.a. diesem Grund machte ich in diesem Jahr viel Handarbeit. Das Strick- oder Häkelstück nebst Wolle ist schnell verstaut, nicht so Mal oder Nähzeugs. Zudem sind Stricken und Häkeln eine muckelige Tätigkeit, die man bequem auf dem Sofa vorm Fernseher betreiben kann. Was wichtig war, denn die eine oder andere Ungemach begleitete mich noch bis vor kurzer Zeit. Natürlich zeige ich ein paar Resultate, beileibe nicht alle:

    Gerade eben spiele ich, trotz der damit verbundenen Unordnung, mit dem Gedanken an Textilkunst, was eine – so sie gelingt – schöne Verbindung zwischen Nähen und Malerei sein kann und vielleicht ein paar Taschen oder so hervorbringt.

    Aber, so oder so, es bleibt spannend.

    Über die Verachtung

    Ich muss schon sagen, dass diese Verallgemeinerungen mir ganz schön auf den Keks gehen. Weil … ich bin ich und nicht eine von denen, die, weil sie keine AFD wählen, zwangsläufig zum üpzigsten Mal gegen Corona geimpft sind, alle Zuwanderer reinlassen wollen und für die Hamas demonstrieren. (Aufzählung kann beliebig fortgesetzt werden, denn der Unterstellungen, ohne dass mich wer wirklich persönlich kennt, gibt es viele.) Das ist mir alles zu einfach und jeder Punkt wäre im Zweifelsfall separat durchzudiskutieren.

    Ich zünde auch keine Autos an oder singe Geburtstagsständchen für RAF-Mitglieder.

    Und dass ich eine Meinung habe, ist nicht intolerant, sondern Meinungsfreiheit. Wenn andere eine andere haben … meinetwegen. Diskussionen in dieser Richtung habe ich weitestgehend aufgegeben, weil nahezu alle, mit denen ich es bislang mit ganz normalen Argumenten versuchte, sehr schnell offen oder mindestens latent aggressiv reagierten und eben mit diesen Unterstellungen, die nahe legen, ich würde mich irgendeinem Diktat beugen. Aber nein, ich denke noch immer selbst, was ich bei dieser Ansammlung vorgefasster Meinungen, die gebetsmühlenartig daher gepredigt werden, nicht wirklich glauben mag.

    Und: Nicht ich bin es, die sich von den Leuten abwendet, sondern sie selbst wenden sich ab, weil sie sich so unverstanden fühlen und lieber für sich in ihrer Echoblase sind.

    Wie z.B. dieser Nachbar, mit dem ich jahrelang ganz gut ausgekommen bin, obwohl ich wusste, wie er so tickt. Soll er doch. Wir sind alle freie Menschen. Und sogar die Tatsache, dass er mir meiner Herkunft wegen unterstellte, ich hinge der DDR nach, hat mich nicht sonderlich beeindruckt.

    Erst im letzten Sommer wurde es arg. Da kam er auf unsere Nachbarn zu sprechen, die jüdisch seien. Und bei ihm klang das wie ein schlimmer Makel. Weil ich eng mit diesen Nachbarn verkehre, weiß ich, dass sie keinen siebenarmigen Leuchter bei sich stehen haben und auch keine zwei Geschirrsätze im Schrank. Wir haben sogar schon zusammen Weihnachten gefeiert, was ein strenggläubiger Jude ganz sicher nicht täte. Aber, so der Nachbar, er habe kurz nach ihrem Einzug Verpackung von jüdischen Lebensmitteln gefunden. Was ich schlechterdings albern fand. Wer wühlt in anderer Leute Müll? Und wen interessiert es, was jemand isst und woran jemand glaubt? Und all der Fragen mehr.

    Irgendwas in dieser Richtung habe ich ihm dann auch geantwortet und bekam unvermittelt den Kampfbegriff „Nazi“ um die Ohren gehauen. Für einen solchen hielte ich ihn wohl jetzt. Dabei war es nicht das, was mir durch den Kopf ging, sondern die Frage, was es ihn juckt. Bestenfalls schwirrte durch meinen Hinterkopf noch ein kleines „idiot“, weil ich all solche Zuordnungen oberflächlich bis dumm finde.

    Seither ist ER es, der mit mir trotzt. Fast könnte man meinen, er sei das Opfer von irgendwas. Dabei habe ihm nichts getan, außer dagegen zu halten.

    Und ja, nicht nur dieser Nachbar ist, nach eigener Deutung, ein Opfer, vermeintlich mein Opfer, sondern mehr oder weniger die ganze Partei nebst ihrer Anhängerschaft. Immer wieder kommt durch, eigentlich müsste die AFD regieren, weil sie doch die Mehrheit aller Parteien hat. Ein klassischer Rechenfehler. Selbst wenn 40% (was ja nur regional der Fall ist) der Bevölkerung die AFD wählen, bleiben da immer noch 60%, die es nicht tun. Wo ist da die Mehrheit?

    Ich verachte nur sehr, sehr wenige Menschen. Und wenn ich es tue, dann aus sehr schwerwiegenden Gründen. Ich verachte keine Menschen nur deswegen, weil sie anders denken als ich. Aber ich glaube, diese Opferhaltung gehört zum Programm dazu, denn nach 2000 Jahren Christentum steckt es uns in den Genen, uns auf die Seite der Opfer zu stellen. Aber man muss unterscheiden zwischen echten Opfern oder Selbstdarstellern. Denn dieses Opfer-Sein inkludiert ja auch Täter. Und Täter sind ALLE ANDEREN.

    Wer ist da intolerant?

    An ihren Werken sollst du sie erkennen

    Ich hatte, aus Gründen, dieses Jahr viel Zeit, mir Serien anzuschauen.

    Und dieser Tage geschah es, dass ich dachte: Heij, das kommt dir doch irgendwie bekannt vor.

    Während ich auf Netflix „Dark Winds“ sah, kam mir zunehmend der Gedanke, dass das doch irgendwie, ein bisschen, vielleicht ein bisschen mehr und überhaupt Ähnlichkeit hatte mit „Fargo“. Was nicht unbedingt und zwingend am Hauptdarsteller lag, der bei beidem mitgespielt hatte. Denn so etwas soll ja vorkommen.

    Aber dann, im Abspann, sah ich den Nachnamen Hawley und erinnerte mich. An die zwei Bücher, die ich von ihm, Noah, gehört hatte. Und eben Fargo. Für das er wesentlich mitverantwortlich war. Und ich schaute nach bei Wikipedia. Und ich schaute noch einmal bei Wikipedia nach, als ich im Abspann von Dark Winds Alexi Hawley sah. Beide Jahrgang 1967.

    Von da ab war es nicht weit zu der Erkenntnis, dass es sich im Zwillingsbrüder handelt, die – anders als die Wachowskis(Matrix), welche keine Zwillinge waren, jedoch ihre Erfolge zusammen erarbeiteten – offenbar strikten Wert darauf legten, ihre Karrieren getrennt zu halten und ihre Verwandtschaft überhaupt nur bedingt zu offenbaren.

    Augenscheinlich gehen sie beide ihren eigenen Weg.

    Und dennoch: An Ihren Werken habe ich sie erkannt.

    Was ich nicht schlimm finde und was nicht schlimm ist.

    Aber ich frage mich: Wenn sie denn (Zwillingen nimmt man das nicht übel.) ohnehin ähnlich ticken, warum bekennen sie sich nicht dazu?

    Den schönsten Nervenzusammenbruch meines Lebens …

    … hatte ich mit 28.

    Es war die Zeit, in der ich morgens um halb fünf aufstand, eine dreiviertel Stunde später meine armen Kinder weckte und sie zu einem fröhlichen Tagesbeginn zu überreden versuchte. Die zu dieser Zeit keineswegs glücklichen Kinder passten sich an, torkelten durch den Tag, der noch gar nicht richtig angefangen hatte. Genauso wie ich. Und dann gingen wir los.

    Wir liefen eine lange Strecke. Kind Nr. 1 warf ich beim Kindergarten in der großem Gruppe ab. Kind Nr.2 war noch klein und wurde bei den Kuschelkindern angenommen.

    Ich selbst lief einige Zeit, traf dann auf die Straßenbahn und dann waren da die 120 Stufen, die ich zur Arbeit zu steigen hatte.

    Es war nicht das, was mich so beschwerte, sondern die Verantwortung für allerhand Geld, die zu tragen mich einerseits stolz machte, andererseits aber auch belastete.

    Kurzum: Es kam dieser Tag, an dem ich alles genauso gemacht hatte wie an vielen Tagen davor und das Gefühl hatte, ich könne das nicht mehr tun. Es war einfach zu viel. Ich dachte das weniger als dass ich es fühlte. Die Kinder und das Geld und all die Leute, die sich auf mich verließen.

    Jedenfalls kam ich nach Hause, tat, was ich immer tat, und fiel dann in mich zusammen. Ich legte Supertramp auf dem Plattenspieler auf, steckte den Kopfhörer in die Buchse und drehte voll auf.

    Als Göga erschien und etwas brabbelte, das ich durch den Kopfhörer nicht hören konnte, winkte ich nur ab. Konnte man mich denn niemals und nie in Ruhe lassen? Nur wenig später begriff ich, dass ich den falschen Stecker benutzt hatte und das ganze Haus dröhnte.

    Supertramp konnte ich danach viele Jahre lang nicht mehr hören. Zu sehr erinnerten sie mich an diesen Moment der Schwäche, den ich nur allzu gern aus meiner Erinnerung hätte streichen wollen.

    Heute aber, als ich Supertramp seit langem wieder hörte, stellte ich fest, dass ich nicht einmal mehr den Titel erinnere, bei dem wir dieses technische Missgeschick feststellten.

    Das Problem mit den guten Ratschlägen

    Man stelle sich vor, es würden sich die Meldungen über die Sichtung von Elefanten auf der Straße häufen. Einer oder eine Hand voll … ok, sind aus dem Zoopark abgehauen. Aber mehr als zehn, fünfzig gar?

    Da fragt man sich, was da los ist und lernt schnell, dass die niedlichen Elefanten, auf die wir bedenkenlos unsere Kinder loslassen würden, mit DEM hier nichts zu tun haben. Denn das, was wir im Hinterkopf haben, sind indische Elefanten, die man dressieren und als Arbeitstiere einsetzen kann. DAS HIER jedoch sind afrikanische Elefanten. Größer, stärker und … aggressiver.

    Sie stampfen durch die Hauptstadt, nehmen ihr morgendliches Bad in der Spree, legen den Verkehr lahm und fressen die Grünanlagen leer. Wo sie waren, hinterlassen sie eine Spur der Verwüstung. Und das bald nicht nur in der Hauptstadt.

    Schnell erfährt der Bundeskanzler, vor dessen Nase sich all das in seinen Anfängen exklusiv abspielt, direkt vom botswanischen Staatschef, was es damit auf sich hat: Es handelt sich um ein „Geschenk“ von Botswana an die Bundesrepublik. 20 000 Elefanten, die dem gemeinen Deutschen ein Gefühl dafür vermitteln sollen, wie es so ist, mit Elefanten zu leben. Botswana hat 130 000 davon, zwar verteilt auf eine Fläche doppelt so groß wie Frankreich, aber eben 130 000! Elefanten, die sich von ihren Routen nicht abbringen lassen und führten sie auch durch Dörfer oder über mühsam bestellte Felder der vielen Kleinbauern.

    Weil Tierschutz eine feine Sache ist, aber nicht über dem Schutz des Menschen stehen sollte, hatte Botswana den limitierten Abschuss von Elefanten (300/Jahr) freigegeben, die Lizenzen hierfür teuer verkauft und damit die Begehrlichkeiten westlicher Hobby-Großwildjäger geweckt. Die natürlich ihre Trophäen mit nach Hause nehmen wollten. Deren Regierungen jedoch beschlossen, die Einfuhr solcher Trophäen zu verbieten. Und nahmen damit Botswana eine wichtige Grundlage zum Ausgleich der durch seine Elefanten entstehenden Schäden.

    Soweit die Vorgeschichte. Es liegt mir völlig fern, den gesamten Buchinhalt von „Das Geschenk“ von Gaea Schoeters wiederzugeben. Nur soviel: Es wird eine Ministerin für Elefantenangelegenheiten geben, das Leben der Deutschen wird sich gravierend ändern und man begegnet dem Problem durchaus mit der einen oder anderen innovativen Idee, löst es dann aber auf sehr typisch politische Art und Weise. Und das ist, wie wir wissen, nicht immer optimal.

    Bleibt die Frage, ob und in welcher Weise der Westen sich in die internen Angelegenheiten des Südens einmischen soll und darf, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Die Einen nennen es postkoloniales Gehabe, die Anderen schlicht europäisches Diktat.

    Da wäre es manchmal gut, wenn man eine Zeit lang die Schuhe des Anderen tragen würde, um zu verstehen.

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    Als ich meiner Tochter von diesem Buch erzählte, sagte sie spontan: „Aber das ist doch passiert.“

    Wie jetzt? Elefanten in deutschen Städten? Aber schnell klärt sich auf: Der botswanische Präsident hat Deutschland tatsächlich 20 000 seiner Elefanten als Geschenk angeboten, erst im letzten Jahr. Deutschland habe darauf allerdings nicht reagiert.

    Gendern und andere Kleinigkeiten

    Als mein damaliger Chef mich mit Anfang 20 zum Kaffeeholen in unsere Betriebskantine schicken wollte, dachte er, es sei charmant, mich (weil außerhalb der Öffnungszeiten) als „blauen Schmetterling“ (Ich trug ein blaues Kleid.) anzukündigen. Aber ich fand es nicht nur blöd, ihm einen Kaffee holen zu sollen, der nach 200 Metern Laufstrecke vermutlich kalt sein würde, sondern hielt es auch nicht für meine Aufgabe, was ich ihm sagte. Das hatte gar nichts mit Gendern zu tun, wie man sich denken kann. Es ging darum, dass Frauen in Doppelbüros eben diejenigen gewesen waren, die für Kaffee zuständig sind. So rein aus dem Bauch heraus. Das war immer so gewesen.

    In den folgenden Jahren und Jahrzehnten störte ich mich nie daran, wie jemand etwas sagte, sondern WAS an Denkart dahinter stand. Und auch heute noch bin ich der Meinung, dass nicht Sprache unser Denken bestimmt, sondern dass selbst vermeintlich pädagogische Sprache das Denken nicht ändert, auch wenn sie es versucht.

    Ob nun vor oder nach diesem Ereignis, irgendwann las ich Victor Klemperer, der als jüdischer Philologe vor 80 Jahren einiges zu diesem Thema beizutragen hatte.

    Er beschrieb in seinem LTI (Lingua Tertii Imperii – Sprache des Dritten Reiches) seinen täglich immer enger werdenden Wirkkreis als Jude ebenso wie die brachialen Sprachveränderungen dieser Zeit. Insbesondere stellte er fest, dass viele Adjektive gezielt eingesetzt wurden, um bestimmte Assoziationen hervorzurufen. Blonde, blauäugige (also arische) Kinder wurden gern als „sonnig“ bezeichnet, Geburts- und Sterbeanzeigen gern mit „stolz“ versehen. (Für die verstorbenen Soldaten wird gleich der Nachschub geliefert.).

    Ganz besonders befasste er sich auch damit, dass vieles Vokabular technisiert und also entmenschlicht wurde. Es klang irgendwie nicht mehr so schlimm, wenn von „Endlösung“ die Rede war, statt von Judenvernichtung. Denn so lange war es ja für die Menschen noch nicht her, dass sie mit Juden wie mit ganz normalen Nachbarn, Kollegen, Freunden umgegangen waren und (im WWI) Seite an Seite gekämpft hatten.

    Besonders perfide war es mit dem Begriff „Ausschalten“. In der Technik bedeutet dies lediglich: eine Maschine außer Betrieb nehmen. (Wie man sie eben bei Bedarf wieder einschalten kann.) Halt bloß, dass das bei Menschen nicht geht. Schaltet man einen Menschen aus, ist er tot und kann nicht wieder lebendig gemacht werden.

    Dieser kleine Unterschied sollte einem schon klar sein, wenn neuerdings in den Nachrichten häufig die Rede davon ist, dass und wie viele oberste iranische Militärs „ausgeschaltet“ wurden. Haben all die, die solche Nachrichtentexte schreiben, nicht LTI gelesen? Oder wählt man mit Bedacht ein Vokabular, das uns – egal, wie wir zum Iran stehen – das Töten dort und anderswo wieder ein bisschen leichter zugänglich machen soll?

    Ehrlich: DIESE sprachliche Entwicklung besorgt mich viel mehr als Binnen-I und Co. Zwar kann man, das denke ich noch immer, grundsätzliche Denkweisen nicht zum Positiven beeinflussen, aber in negativer Richtung, scheint mir, geht das viel leichter.

    … für alle Zeiten

    Genaugenommen „Garn für alle Zeiten“ preist derzeit der Dealer meines Vertrauens seinen soundsovielten Sonderverkauf an. Und ich gerate – wieder einmal – in Versuchung, obwohl ich doch weiß, dass in allen möglichen Behältnissen meines Haushalts sehr viel mehr Material ist als ich in den nächsten fünf Jahren selbst bei größter Disziplin verarbeiten könnte.

    Tatsächlich steht am Anfang eines jeden Garn-/Wollekaufs die Vision von irgend etwas gepaart mit der Vorstellung von Haptik und Farbe in Kombination mit dem vollendeten Projekt. Wobei es nicht immer große Dinge sein müssen, die am Ende stehen, aber sehr wohl kleinere Dinge vom Aufwand her groß sein können. Das stellt sich so mancher Hersteller von Taschen, Amigurumis und Babyzubehör im Vorfeld womöglich nicht vor. Im vorletzten Jahr z.B. strickte ich eine Babydecke für unser jüngstes Familienmitglied und überschlug im Nachhinein, dass ich ca. 25 000 Maschen gestrickt hat. Wer denkt sich denn sowas? Nähme ich die Zeit zusammen, vom Material mal abgesehen, würde ich nicht wissen wollen, was so eine Decke bei Zahlung von Mindestlohn wohl kosten müsste. Kein Mensch würde das zahlen (wollen), wo es durchaus hochwertige Teile im Handel bereits ab 30 Euro gibt.

    Stricken und Häkeln ist also neben Entspannung, manchmal Verzweiflung und am Ende Glückseligkeit auch noch etwas Anderes, nämlich ein Liebesdienst. Wer das für seine Nächsten tut, drückt mehr aus als es der Gang in einen Laden oder eine Internetbestellung zeigen können.

    Genau das ist es, was die Gemeinde der Handarbeitenden so liebenswert macht: Sie sind freundlich und zugewandt. Und sie sind geduldig mit Anfängern. Und, ja, hilfsbereit sind sie sowieso. Deswegen zeigt man seine „Stücke“ dort gern. Denn von der Sechsjährigen, die zum ersten Mal eine Häkelnadel hielt, bis zur versierten Hundertjährigen wird dort jeder wohlwollend aufgenommen. Und jeder kann mitfühlen, wenn endlich wieder ein lange herumliegendes UFO (unfertiges Objekt) nun endlich abgeschlossen ist. 

    Beginnen wir mit denen, den meinigen UFOs, die zu Beginn meiner Zwangsruhepause ihr glückliches Ende fanden:

    und tatsächlich noch zum Einsatz kamen, denn die versprochenen frühlingshaften Temperaturen im März fielen dann doch eher kärglich aus.Was auch erklärt, warum ich mich den warmen Strümpfen zuwandte. Und weil ich mich mit dem Nadelspiel schwer tue, suchte ich nach alternativen Formen und fand Bananen- und Spiralsocken. Auch da, ich gebe es zu, besteht noch Übungsbedarf. Dennoch wurden sie mir aus den Händen gerissen:

    Meine Freundin, der ich – übereifrig – ein Paar versprach, wird wohl noch ein wenig warten müssen, ehe sie die ihren kriegt. Doch jetzt ist die Sockenzeit ja ohnehin erst einmal vorbei.

    Dann fiel mir ein wirklich und wahrhaftig vergessenes Stück aus dem letzten Jahr in die Finger, das nurmehr zusammengefügt werden musste. Was nicht wirklich ein Spaß ist, mir jedoch dieses Mal ein schnelles Ende bescherte:

    Und dann war da noch ein halbfertiges von der vor-OP-Zeit, das nun auch sein glückliches Ende fand:

    Und etwas Neues fürs Tochterkind, bei dem ich mir das zweite Foto mit Handytasche spare.

    Und übrigens: Ich wollte nicht diskriminieren, als ich bei den Handarbeitenden letztlich doch nur von Frauen und Mädchen sprach. Es gibt sie, Jungs, die handarbeiten und dabei (z.t. unter „Muttis“ Anleitung) ganz ansehnliche Dinge zustande bringen. Aber sie sind dünn gesäht und deswegen umso gelobter.

    Insgesamt schaut man gerne bei den Menschen mit den Nadeln, was sie so getan haben. Es erfreut, inspiriert und schafft Behagen ob des angenehmen Kontaktes.