Make it feel like paradise

Warum eigentlich nicht? Als ich mit meinem Freund Schluss gemacht hatte, bzw. als ich nicht länger darauf warten wollte, dass er herausfand, welche Beziehung er nun wollte, habe ich den letzten Sommer mit ihm genossen. Noch einmal alles. Ich fand, es reichte, wenn ich im Herbst und Winter down sein würde, ich wollte mir nicht auch noch den Sommer verderben lassen. Und so genoss ich die letzten Male: zum letzten Mal Motorrad fahren, zum letzten Mal Cabrio fahren, zum letzten Mal dies und das ^^ Es ging mir nicht darum, ihn doch noch zu halten. Es ging mir darum, den Sommer zu genießen

…make it feel like paradise…

Warum eigentlich nicht? Die Arbeit gefällt mir besser denn je. 😉 Über wen soll ich schmunzeln oder auch mal lästern? Was wird aus meinen „Weisheiten“ wenn ich nicht mehr im Laden stehe und weiß, es ist Freitag, da kommen die Kunden mit unmöglichen Anliegen? Und mit wem rede ich übers Wetter? Kein Mensch sagt am Telefon: heute ist es wieder so NASSkalt! gerade nachdem ich dachte: „Es riecht schon nach Frühling“.
Warum sollte ich sie also nicht genießen, all die letzten Male?

„Paradies“ ist eh nur eine Illusion, ein Augenblick, ehe irgendjemand einen falschen Schritt macht und dann steht man vorm Tor und muss sehen, wo man bleibt und wie es weiter geht…

…make it feel like pradise ….

Und um auch noch die letzten Tage in fruchtigherb zu genießen, fallen mir die Erlebnisse geradezu vor die Füße. naja, es war nur ein kleines Erlebnis, daher erwähne ich es hier auch nur am Rande und ein Foto habe ich auch nicht gemacht. Doch wäre es eine schöne Liebster-Blog-Award-Frage gewesen: Was ist das skurrilste, was du je gefunden hast? Bisher war das interessanteste, was ich je gefunden habe, ein kleiner Klumpen Shit gewesen.

Als ich gestern meine Schwester besuchen wollte, sah ich auf der anderen Straßenseite einen Unterkiefer liegen. Es war ein himmelblauer  Abdruck desselben und ich starrte eine Weile drauf, weil ich meinen Augen nicht traute. Flabbergasted, würde es der Engländer nennen. In der Gegend gibt es weder Zahntechniker noch einen Zahnarzt. Was machte dieser Abdruck an einem stillen Sonntagmittag auf dem Bürgersteig?

Mit einem extrem unwirklichen Gefühl, etwa wie im Traum, stieg ich aus, überquerte die kleine Straße und hob den Abdruck vorsichtig auf. Er war unbeschädigt. Und ein Name stand drauf. Meine Schwester empfing mich mit den Worten: „Wo bleibst du denn?“ Sie hatte mich vorfahren sehen und wunderte sich, wieso ich nicht bei der Haustür ankam. „Kennst du eine Marie Meyer“, fragte ich und zeigte ihr den Unterkiefer. Die Leute vor deren Haus ich den Abdruck gefunden hatte heißen Meyer, also trug ich den Abdruck über die Straße, klingelte und überreichte dem erstaunten Hausherrn den Unterkieferabdruck seiner Tochter.

Was war das skurrilste was du je gefunden hast?

 

 

 

Oh! I can’t believe the time has come
What can I do
There’s no place to run
Hold me close, it’s not too much to ask
Help me forget
Tonight might be our last
Don’t let it pass

If it’s the last time
Let me wrap my love around you
Let me lose you like I found you
Make it feel like paradise
If it’s the last time
There’s no danger in the fire
Let it burn and take us higher
Let’s give it one more try
One last time before goodbye

We’ve got one more chance to make it right
To Share the days
The way we shared our nights
Talkin‘ was so hard to do
I turned away
And kept on hurting you
It can’t be true

If it’s the last time
Let me wrap my love around you
Let me lose you like I found you
Make it feel like paradise
If it’s the last time
There’s no danger in the fire
Let it burn and take us higher
Let’s give it one more try
One last time before goodbye

Let the heartaches fade away
Give them back to yesterday
I need you to stay and hold me, touch me
There must be a way

If it’s the last time
Let me wrap my love around you
Let me lose you like I found you
Make it feel like paradise
If it’s the last time
There’s no danger in the fire
Let it burn and take us higher
Let’s give it one more try …

Liebes Fräulein Sonntag

Lange musstest du ohne Post von mir auskommen und nicht nur du. Ich habe das Briefeschreiben verlernt und schreibe höchstens mal eine Postkarte. Das ist wie Smalltalk statt Unterhaltung.

Tja, und was will ich dir hier und heute schreiben?

Du hast vielleicht den Zähler gesehen, dass fruchtigherb die letzten Tage zählt. Keine Angst, es wird vermutlich weitergehen. Wenn mir jede Veränderung so einfach fallen würde, wie meine Blogveränderung, dann müsste ich mich nicht so sehr an meine Zuversicht klammern: Es wird schon… es wird schon… es wurde doch immer…
Heute früh habe ich geträumt, ich sei mit dem Auto unterwegs gewesen. Irgendwie hatte ich die Kurve nicht gekriegt und war versehentlich in ein Wäldchen gefahren. Statt vorsichtig zurück zu fahren, wurde ich wütend und gab trotzig Gas und knallte gegen  einen Baum. Ich schlug mit dem Kopf an die Seitenscheibe und sie bekam einen Riss. Mein Auto war ziemlich verbeult, es fuhr aber noch. Zum Glück, ich wollte doch am nächsten Morgen ganz früh nach Hause fahren…
Es war ein merkwürdiger Traum. Besonders über diesen Trotz habe ich eine Weile nachgedacht. Denn Trotz habe ich selten verspürt. Meine Mutter hat immer behauptet, dass ich nicht mal eine Trotzphase hatte.  Heutzutage macht mir das eher Sorgen… Später war ich aber doch hin und wieder trotzig, hoffe ich. Aber mit dem Auto zwischen die Bäume? Trotz mit Anschnallgurt? Derzeit glaube ich wohl, alles sei ein Zeichen, ein Hinweis…

Neulich war ich bei Freunden, als sie Besuch von einer syrischen Familie bekamen: ein Mann mit seinen beiden Frauen, deren Töchter und einer Schwiegertochter. Natürlich weiß ich, dass in islamischen Ländern ein Mann zwei Frauen haben kann. Dennoch habe ich noch keinen getroffen. Wie das wohl ist? Und wieso ist das in Deutschland nicht erlaubt? Ich meine, wenn alle damit einverstanden sind. Obwohl ich mir nicht sicher war, dass die erste Frau die zweite Frau ihres Mannes  sehr gerne hatte. Über die Verwandtschaftsverhältnisse wurde ich aber erst aufgeklärt, als die Familie sich verabschiedet hatte. Erst da fand ich heraus, dass die nette Frau neben mir die erste Frau des Mannes war und die zweite Frau zu meiner linken gesessen hatte. Dann war noch die Schwiegertochter mit Baby aus Syrien dabei gewesen. Zwei Mädchen um die 17, die sehr gut deutsch sprachen und ein kleines Mädchen von etwa 8 Jahren und natürlich das Familienoberhaupt.

Gestern war ich im Kino in „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ Der Film wurde ziemlich hoch gelobt, doch ich hatte das Gefühl, dass nicht so ganz klar war, was der Film aussagen wollte. Grundsätzlich wäre der Film aus der Sicht einer Neunjährigen hieß es, aber da ich gerade erst das Buch gelesen habe, fand ich, dass sehr viel fehlte.  Ja genau, ich lese derzeit die Trilogie und bin jetzt beim dritten Teil: Eine Art Familientreffen. Immer wenn ich lese, kann ich nicht verstehen, dass ich es einfach bleiben lassen kann. Wie kann ich Bücher mögen, ohne sie zu lesen?  Wie kann ich Bücher kaufen, ohne sie zu lesen?

So das war es erst mal. In den nächsten Tagen ist wieder der Gemeindebrief an der Reihe und ich werde größtenteils damit beschäftigt sein. Ich werde abends nicht mehr um 20 Uhr ins Bett fallen können, was vermutlich meinem Schlafrhythmus zu Gute kommt. Ich brauche nur 6 Stunden Schlaf. Wenn ich um 20 Uhr ins Bett gehe bin ich um 26 Uhr fertig mit schlafen, also um 2 Uhr nachts. Es ist aber trotzdem Nacht und ich geistre nicht in der Wohnung herum sondern lese oder sehe mir einen Film an. Etwa zwanzig nach 5 bin ich bereit für ein Nickerchen und schlafe mich müde und müder. :-/

So, dass war es mal wieder von mir

Einen schönen Sonntag

Zoé

Regenzeit


Niemand weiß
wie alt er ist
alle Uhren lügen
Murmelgück
Vergißmeinicht
– lass uns froh betrügen

Uhren ticken
Haare fallen
und das Wasser regnet
– wär ich Dir begegnet,
hatte ich mich verspätet?

Sieben Jahre
graue Haare
alles nur gelogen?
Bleib mir wohl gewogen
Hab die Welt verbogen
und die Zeit geknickt
bin kurz eingenickt
Hunderttausend Jahre
erwache auf der Bahre

Sieben Jahre Schule
sieben Jahre wo
sieben Jahre wann
denk gerade nicht dran
wenn ich´s aber tue
schreib ich aus der Truhe
schreib Dir blitzschnell.

Er war
sieben Jahre alt

wirklich!
immer!
unter anderem.

Er wußte
nur nicht so genau
wann.

Aber genau an dem Tag,
als er die Zeitmaschine
verliehen hatte,
wurde er verhaftet.

Cleopatra weinte
die ganze
Regenzeit lang
Bi

(Ticht by Olaf Möller)

Frohes neues Jahrzehnt!!!

Weihnachten verlebt, Silvester überstanden, Neujahr war auch schon, jetzt ist Januar. (Erinnerung an mich selbst!) Hier, im Blog,  steht irgendwie nicht mehr viel. In 10 Tagen wird dieser Blog 5 Jahre alt und ist am Ende?
In der letzten Zeit habe ich das Gefühl, dass dieses Ende schon da ist, denn ich komme nicht dazu etwas zu schreiben, komme nicht mal dazu, etwas zu denken. Ja, es ist Winter und dauernd dunkel, ich bin ständig müde, trotz Vitamin B12 und D.

Es sind die letzten Tage, die hier hin zerren und dahin. Weihnachten schon vorbei? Silvester, diesmal Knallerfrei, was habe ich alles nicht geschafft und nicht getan und anschließend doch bedauert. Ich hatte keine Lust Knaller zu kaufen. Aber als ich Silvester auf der Straße stand, fehlte mir doch das Aaaah-Ooooh-Gefühl.

Und es fehlt mir, mich hier auszutauschen, doch schaffe ich gerade nicht viel mehr als zu arbeiten und Pokemon zu fangen.  Denn das geht so nebenher. Ab und zu setze ich noch ein paar Fotos in Instagramm, doch frage ich mich wozu das ganze? Das Spiel Pokemon Go! ist durchaus witzig. Doch ist das Erlebte abstrakt und der Erfolg eher farblos. Was sollte ich darüber schreiben? Klar ist es nett, bei einem Raid zu gewinnen, das süße Pokemon zu füttern und am Ende der Woche zu lesen, ich sei 111 km gelaufen. Aber tatsächlich sind das keine wirklichen Erlebnisse.  Nicht mal die 111 km.
Das gleiche gilt für Instagramm: die einen posten Selfies ohne Ende, die anderen finden meine (paar) Bilder gut – warum eigentlich? Damit ich ihre Bilder gut finde? Oder weil sie wirklich gut sind? Was sie meiner Meinung nach nicht sind. Jedenfalls nichts besonderes.  Ich laufe durch die Stadt, mache im Vorbeigehen einige Fotos, die Kamera ist nicht die beste, ein wenig interessanter werden die Fotos mit Hilfe einer App. Ein bisschen Spielerei aber auf den kleinen Bildern sieht man eigentlich nicht, worauf es mir ankam, als ich das Foto machte….

Tja, ich und mein Smartphone – wir verbringen recht viel Zeit mit einander. Ich verbringe jetzt viel Zeit mit „mal eben“ : Mal eben etwas nachsehen, mal eben ein Monster fangen, einen Rüpel verhauen, mal eben ein Foto machen, mal eben eine Nachricht schreiben oder lesen, mal eben  ins Weltgeschehen schauen, Coupons aktivieren, das Wetter checken, den Wecker stellen, Geld drucken .. ach nee, letzteres nicht.

Aber halt, ich vergesse ja die ganzen echten Dinge, die ich tat: mit Freunden gespielt, mit Freunden geredet, einen Büchertisch abgeräumt und eingepackt, gesungen (gibt es dafür keine App?), interessante Menschen gesehen, Bilder angesehen. Wenigstens eine (meine erste) Collage gemacht. Mails geschrieben, telefoniert, gehäkelt, mit Kindern gespielt…

Vielleicht gebe ich dem neuen Smarty zu viel Raum, sobald es nicht mehr neu ist, kann ich vielleicht entscheiden, was ich brauche, wirklich praktisch finde und was nicht. Dann werde ich mich entschleunigen können, den Verlockungen von „mal eben“ widerstehen und mehr echtes tun….

Oh ja!

 

 

Sturr

Sturr
so sturr
stur im Sturm aus Zimt und Honig
Er hörte nicht auf
auf seiner
nach seiner
eigenen Pfeife
zu tanzen

Geigen spielten
im Hintergrund
im Untergrund
welcher war gemacht aus
niedergetretenen Himmeln

Die Sterne
hingen sehr, sehr fern an diesem Abend
hoch über den dampfgebadeten
heißluftgetrockneten Tütendörrobstmenschenseelen
sehr hoch
heute Nacht
bestimmt 3 Meter
alle aus Plastik
die anderen aus Lehm

Die wunderbare Musik
hörte nur einer

Die Engel – spielten sie taub?
Staub…?

Und was will uns der Künstler damit zersägen oder in den Kaffee tun?

(Ticht by Olaf Möller)

Ein Strauß Tulpen

Meine Chefin schenkte mir einen bunten Tulpenstrauß und weil ich mehr Zeit auf der Arbeit als zu Hause verbringe, ließ ich ihn dort.

Gespräch mit der Kollegin:

Hast du meine Tulpen  gesehen, sage ich, weil ich mich auch am 2. Tag noch darüber freue.
Sunny meint, sie hätte lieber einen einfarbigen Strauß gehabt. Nur lila oder nur rosa. Tulpen sind eigentlich immer schön und vermutlich hätte ich über schlicht lila oder schlicht rosa auch nicht gemeckert. Doch gerade jetzt freue ich mich, dass mein Strauß bunt ist: zwei in lila, zwei rot-gelb-geflammt, eine rosa, eine rot, eine weiß, dazu das frische Grün.
Hast du auch nicht so viel Wasser in die Vase getan, fragt sie.
Nur so ein bisschen, sage ich, ohne genau zu wissen, wieviel Wasser es tatsächlich war und wieviel ein bisschen ist.
Ich habe mal gehört, wenn man eine Nadel in die Blüte sticht, dann blühen Tulpen nicht so auf, meint Sunny.
Ich habe mal irgendwas von kochendem Wasser gelesen, sage ich, aber meine Tulpen werden weder verbrüht noch gestochen. Meine Tulpen dürfen aufblühen.
Sunny meint, sie fände das aber nicht so schön.
Ich meine, das sei nun mal die Art der Tulpen. Wenn ich unveränderliche Blumen wollte, könnte ich mir auch künstliche Blumen hinstellen.
Nee, künstlich ginge gar nicht!
Natur ja, aber bitte nach meinen Regeln?
Mir steht Sunnys extrem ordentlicher Garten vor Augen, wo der Rindenmulch verschwinden musste, weil die Amseln es wagten darin herumzukratzen.
Schön, dass ich einen Tulpenstrauß bekommen habe, der zu mir passt. 🙂

Freitag sind die Tulpen immer noch nicht aufgeblüht. Bestimmt machen sie das über das Wochenende. Ichlasse sie so lange wie möglich stehen,  um die Schönheit der Vergänglichkeit zu genießen ;-).

PS: Sunny hat  es echt nicht leicht mit mir. Als sich auf ihrem Rindenmulch ein Schleimpilz ausbreitete, wurde ich spontan zum Schleimpilzfan und sie war verzeifelt, weil sie den Pilz ekelig fand und er sich im ordentlichen Garten auch nicht so hübsch ausnahm. 😉

 

 

Weihnachten –

– weder weihevoll noch nächtlich. Heiliger Abend – heiliger Bimbam. Mit jedem Jahr geht mir die Scheinheiligkeit rund um Weihnachten mehr auf die Nerven. Dreimal standen besonders prächtig beleuchtete Weihnachtshäuser in der Zeitung! Ernsthaft? Schon mal was von Klimawandel gehört? Wenn der Postillon schreibt, dass die meisten Kinder glauben, der Weihnachtsmann sei gelb, ohne Bart und ohne Geschenkesack, dafür mit Zauberkästchen, wo man etwas reinschreibt, dann ist das vermutlich gar nicht so weit her geholt.

Ich hätte nichts gegen eine Anti-Weihnachtsinsel. Aussteigen an Weihnachten. Jawoll! Am Morgen von 9-12 Uhr muss ich noch arbeiten. Es kommen nicht so viele Leute wie angenommen und wir können pünktlich schließen. Anschließend gehe ich die Blumen einer Freundin, die verreist ist, gießen. Ich halte mich ziemlich lange in dem stillen, kühlen Raum auf, sortiere meine Pokemon. Schließlich mache ich mich aber doch auf den Weg, schlendere durch die stiller werdende  Stadt, durch den Nieselregen und stelle fest, dass ich mich wohl fühle. Ja doch, ich mag es, wenn es regnet, ich mag die frische Luft, die vom Regen gewaschen scheint. Die letzten Läden werden geschlossen. Hier und da rufe ich jemanden  einen Gruß zu, einfach so. Kennt die Frau aus dem Weltbild-Laden mich überhaupt. Kenne ich sie?  Mir fällt auf, dass es meistens Frauen sind, die den Laden abschließen, Verkäuferinnen eben. Ich gehe zum Parkplatz und fahre nach Hause, lese ein wenig und dann ist es auch schon Zeit für die Kirche. Christvesper.

In der ganzen Geschichte von Jesu Geburt kommt nicht einmal das Wort Stall vor. In den Liedern und der Predigt dafür umso häufiger. Ich fürchte der ganze Kult um Weihnachten ist zutiefst antisemitisch, da haben die „bösen Juden“ schon von Anfang an, Jesus eine normale Geburt verwehrt.
Doch hätten die Engel den Hirten nicht eher ein großes Detail zur Auffindung eines Kindes inmitten der Nacht gesagt, also etwa: Ihr werdet das Kind in dem Stall von Mosche ben  Schoel (Name frei erfunden) oder in der Höhle, nördlich vom Feldrain finden. Aber nee, sie erwähnen ein winziges Detail. Und wenn Josef aus der Stadt Bethlehem war, dann hatte er dort doch sicher noch Verwandtschaft. Und Gastfreundschaft war ein Gebot. Und auch wenn ich mich mit den jüdischen Reinheitsgeboten nicht so gut auskenne, bezweifle ich, dass das Übernachten im Stall, etwas ist, das man einer hochschwangeren Frau zumuten würde. Egal ob nun „kein anderer Raum in der Herberge war“ oder nicht. Doch der Gottesdienst läuft ab, wie jedes Jahr. Fast kommen meine Ansichten vor, der Pastor erzählt eine Geschichte von einem Jungen, der in einem Krippenspiel den Wirt einer Herberge spielt und eine „falsche“ Antwort gibt, als Josef und Maria an seine Tür klopfen. Er sagt: „Natürlich haben wir noch Platz“ Ich bin sicher so war es! Irgendwer hatte Mitleid, irgendwer sah eine Möglichkeit. Und eine Krippe, die kann man auch in ein Haus tragen, um ein Kind hineinzulegen.

Aber der Gottesdienst geht weiter und ich habe das Gefühl eine Lüge zu feiern. Ein Märchen. Anschließend muss ich aus meinem Einsitzer einen Dreisitzer machen, weil ich plötzlich jemanden mitnehmen soll. In meinem Auto liegt diverser Kram unter anderem das Geschenk für meinen Großneffen und das Paket, dass ich nicht rechtzeitig losschicken konnte, weil Hermes Weihnachtsferien macht. Auf dem Beifahrersitz stehen mein CDs, aber es ist ja Platz in der kleinsten Hütte, vorausgesetzt meine Mitfahrerinnen bekommen kein Kind.
Meinen heiligen Abend verbringe ich zum dritten mal bei verschiedenen Familien, bei der ersten Familie zum Essen und bei der zweiten Familie zur Unterhaltung. Bei der ersten Familie versuche ich meine These an den Mann zu bringen, aber nein, gegen eine Jahrhunderte alte Tradition komme ich nicht an. Da diskutiert man lieber über Weihnachtsmann (Erfindung)  und Nikolaus (Bischof von Myra). Der guten Mär bring ich so viel…

Bei der zweiten Familie bekomme ich als erstes ein Stück sehr leckere Schwarzwälder Kirschtorte aufgenötigt. Dann albern wir mit Handpuppen herum, die ich mit gebracht habe, anschließend wird gesungen, dann noch „Stacheldraht“ gespielt, ein Stich-Spiel dessen Regeln recht einfach sind, die ich aber im Laufe des Jahres wieder vergessen habe und daher zusammen mit meiner Freundin spiele. In meiner Familie wurde Rommé gespielt.

Schließlich brechen wir auf, jeder fährt nach Hause, ich fahre noch bei einer Pokemon-Arena vorbei und besiege einige mickerige Monster, bei mir vor der Haustür lungert ein „Rüpel“ herum und anschließend fange ich ein Pikachu mit Mütze. Ich bin recht zufrieden mit mir. Auch mit dem Abend. Was solls! Morgen habe ich frei!

23.12. – Gedicht

Weihnachten

Was würdest Du machen, wenn Weihnachten wär´
und kein Engel würde singen.
Es gäbe auch keine Geschenke mehr,
kein »Süßer-die-Glocken-nie-klingen«.
Im Fernsehen hätte der Nachrichtensprecher
Weihnachten glatt vergessen.
Und niemand auf der ganzen Welt
würde Nürnberger Lebkuchen essen.
Die Nacht wäre kalt.
Dicke Schneeflocken fielen,
als hätt´ sie der Himmel verloren.
Und irgendwo in Afghanistan
würde ein Kind geboren.
In einem Stall, stell es Dir vor.
Die Eltern haben kein Haus.
Was glaubst Du, wie ginge wohl dieses Mal
eine solche Geschichte aus?

/Jutta Richter, *1955/

14.12. – Brennender Weihnachtspudding.

200 g Butter, 200 g Zucker, 10 Eigelb sowie die abgeriebene Schale und den Saft einer Zitrone schaumig rühren. Dazu gibt man je 100 g Korinthen und Sultaninen (gewaschen und abgetrocknet), 75 g Weizenmehl und zieht die Hälfte des fest geschlagenen Schnees der 10 Eiweiß darunter.
Nun fügt man 375 g ungeschälte, geriebene Nüsse sowie 150 g geriebene  Blockschokolade hinzu und unterzieht den Rest des Eischnees. Die Masse wird in
eine gefettete, mit Semmelbröseln ausgestreute Kuppelform gefüllt, im Wasserbad
angekocht und dann (ohne Deckel!) 1 bis 1 1/4 Stunde im geschlossenen Ofen
gargemacht. Stürzen, mit erwärmtem, 70- bis 80prozentigem Rum begießen, der im dunklen Zimmer angezündet wird.
Man reicht eine heiße, mit Zucker und Zimt abgeschmeckte Rotweinsoße dazu

Der Nikolaus war da…

Rechtzeitig zum Nikolaus kam per Hauspost eine Papiertüte mit Nikoläusen. Von der Geschäftsleitung für die Belegschaft. Zumindest diese alte Tradition wurde noch nicht aufgegeben. Als ich Feierabend hatte, wurde aber noch in dem ein oder anderen Büro gearbeitet, daher nahm ich mir vor, heute morgen ganz früh zur Arbeit zu fahren und die Nikoläuse zu verteilen. Wohin mit der Tüte? Ich packte sie mit in den Safe, dem kühlsten Ort im Laden 😉

Als ich heute morgen zur Arbeit kam, stand auf jeden Schreibtisch ein Nikolaus. Die Tüte stand wieder im Safe, etwas leerer.

Ein Nikolaus-Wunder…

 

 

5.12. – Geschenke, Geschenke

Eigentlich ist der Dezember ja voller Geschenke: gerade schreibt mein Mobilfunkanbieter, dass ich zum gleichen Preis 3 statt 2 GB bekomme. Bisher habe ich zwar nicht mal 1 GB pro Monat verbraucht, aber ich entdecke ja auch gerade erst.

Ubd dann bekommt man ständig Weihnachtsplätzchen geschenkt.

Und öfter mal ein Lächeln.

Und morgen ist schon wieder ein Geschenketag…

Geschenke, Geschenke, ohne Ende…