Kurt Eisner erinnern

Die Münchner Erinnerung an ihren ersten Ministerpräsidenten ist viel zu schwach, wenn wir an den „stolzen Freistaat“ und die Demokratie in Bayern denken, wo Autokraten wieder den Ton angeben.

Die Leistung, aus den Jahrzehnte lang nieder geschossenen Bemühungen um Demokratie, den Freistaat ohne anmaßenden Adel und Königshaus, ohne Bevormundung durch reaktionäre Besitzende, denen wir angeblich noch gehören sollten … eine Sache des Volkes zu machen, eine „Res Publika“: Sie war schon weit länger gewachsen und Im Wirtshaus zum Goldenen Anker ab 1916 zum gemeinschaftlichen klaren Plan geworden, pazifistisch den Krieg zu beenden und die Regierung selbst in die Hand zu nehmen.

Nachdem die SPD, obwohl mit Reichstagsmehrheit im „Burgfrieden“ verharrend, weiter Kriegskrediten zugestimmt hatte, und alle pazifistischen Reichstagsabgeordneten wie Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg und Clara Zetkin, sowie Eduard Bernstein aus der Fraktion ausgeschlossen hatte, fand sich die Gruppe in München in der späteren Abspaltung der USPD (Unabhängige SPD) ab 1916 um Kurt Eisner im Goldenen Anker.

Hunger-Demonstrationen der Frauen, MunitionsarbeiterInnen-Streik: Mutige Äußerungen brachten etliche Ende Januar 1918 in die Untersuchungshaft, Sonja Lerch starb dort, Kurt Eisner kam erst im Oktober frei, weil er für den Reichstag kandidieren sollte. So ist dieser Ort ein Ausgangspunkt der Demokratie in Bayern geworden, an den so wenig erinnert: Allerlei Gräber, aber keine gute Auseinandersetzungs-Kultur.

Die Express-Brass-Band eröffnete den Morgen vor dem damaligen „Goldenen Anker“, und die wichtigsten Eisner- Biografen, Albert Gurganus von den USA und Bernhard Grau aus Bayern waren dabei, auch ein Nachfahre der Eisner-Familie aus England mit herzlichen Grüßen, zwei StadträtInnen, einige vom Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung, Geschichtswerkstätten-Aktive und etliche, die seit Langem an der Geschichte, vor allem auch der Frauen in der damaligen Zeit arbeiten und forschen.

Am folgenden Tag gab es noch den Film von Uli Bez im Werkstattkino:

Es geht durch die Welt ein Geflüster

und eine Besprechung mit Albert Gurganus danach, ihre Filme zur Familie Eisner sind auf den Seiten des Kurt-Eisner-Verein, der bayrischen Rosa-Luxemburg-Stiftung zu sehen,

ein Talk mit ihr: B2 Eins zu Eins – Der Talk am 27.4.2017 Achim Bogdahn im Gespräch mit Uli Bez

Albert Gurganus on his Biography of Kurt Eisner – YouTube

At the hundredth anniversary of Kurt Eisner’s Bavarian Revolution and Republic, Al Gurganus (BA, ’75) reads from his new biography of the Jewish socialist intellectual, Kurt Eisner: A Modern Life Details

Kurt Eisner: A Modern Life – Englische Ausgabe von Albert Earle Gurganus (Autor) 2018

Kurt Eisner: A Modern Life (German History in Context)

At the end of the First World War, German Jewish journalist, theater critic, and political activist Kurt Eisner (1867-1919), just released from prison, led a nonviolent revolution in Munich that deposed the monarchy and established the Bavarian Republic. Local head of the Independent Socialists, Eisner had been jailed for treason after organizing a munitions workers‘ strike to force an armistice. For a hundred days, as Germany spiraled into civil war, Eisner fought as head of state to preserve calm while implementing a peaceful transition to democracy and reforging international relations. He rejected another central German government dominated by Prussia in favor of a confederation of autonomous equals, a „United States of Germany.“ A Francophile, he sought ties with Paris in hope of containing Prussia. In February 1919, on the way to submit his government’s resignation to the newly elected constitutional assembly, Eisner was shot by a protofascist aristocrat, plunging Bavaria into political chaos from which Adolf Hitler would emerge. At the centenary of the Bavarian Revolution and Republic of 1918/19, this is the first comprehensive biography of Eisner written for an English-language audience.

Der Engel „Angst“ wirkt über Generationen

Angst? Theater kann helfen!

Jede Bühnenstufe kann Anfangenden schon Angst machen, und das „Lampenfieber“ kann sogar bei Schauspielenden zur Berufskrankheit werden, doch ist genau der gesunde Umgang damit auch eine heilsame Kur:

Erste Szenen selbst erstellen, nix mehr auswendig lernen müssen, sondern erleben, wie Ausdruck, „Anker“ in der Bewegung und Szene, KollegInnen den Halt und die Sicherheit geben, dass bei unseren Theater-Methoden nie etwas wirklich schief gehen kann:

Sobald wir die Dämonen in uns ansprechen, aussprechen, benennen können, ist ihre Kraft gebannt, wie bei Rumpelstilzchen, und am nachhaltigsten wirkt das in einer Gruppe, in einer Szene, halb-öffentlich!

Auch im Bereich der Selbsthilfe, auch im Selbsthilfezentrum http://shz-muenchen.de und in der Münchner Angst-Selbsthilfe haben wir schon seit Jahren gute Erfahrungen mit dem Forumtheater gemacht, aktuell wagt sich sogar die „Apotheken-Umschau“ an die Tabus:

Mental Health ist allerdings international der viel weitere Begriff, statt von „psychischer Krankheit“ zu schreiben: Seelische Gesundheit wächst in Beziehungen und Pädagogik, in Freundschaften und Nachbarschaft, in einer kommunikativen Gesellschaft, die sich nicht polarisieren und kriegsverhetzen lässt. https://www.apotheken-umschau.de/print/au/aa25-02/mentale-gesundheit-wie-geht-s-dir-wirklich-1219387.html

Mental Health Jam: Wie Humor gegen Angststörungen hilft – Chrismon

chrismon: Was ist ein Mental Health Jam eigentlich?

Wolfgang Goede: Ein Mental Health Jam ist wie ein Poetry-Slam, nur ohne Wettbewerb. Wir wollen keinen Wettbewerb. Nicht bei einem so sensiblen Thema wie mentaler Gesundheit. Niemand soll sich ausgegrenzt fühlen. Es gibt im Vorhinein festgelegte Beiträge, aber auch die Möglichkeit, dass sich Menschen aus dem Publikum spontan äußern. Egal ob mit einem Gedicht, einem Lied oder einer Choreografie. Mitentwickelt hat das Konzept der Münchner Theaterpädagoge Fritz Letsch. https://chrismon.de/artikel/57109/mental-health-jam-wie-humor-gegen-angststoerungen-hilft

Real zu erleben im Sommer in Einzelgesprächen meist Dienstag und Donnerstag nachmittags in der Basis3 der DAA München nahe am Rundfunkplatz / Hauptbahnhof / Tram Hopfenstraße

im Herbst in gemeinsamen Treffen mit einzelnen weiteren Teilnehmenden am Dienstag nachmittag, und vielleicht kleinen Aufführungen im Fraunhofertheater München und vielleicht mit Hintergründen für KollegInnen zur Theorie in Netzwerk Gemeinsinn und im Selbsthilfezentrum München

Im Dezember wohl zum Tag der Menschenrechte mit Studierenden der Hochschule München

Im Januar an einem Wohenende 2026 in einem idyllischen Tagungshaus im Westen von Augsburg … http://Maria-Ward-Haus.de

Aktuelles, Anmelden und Kommentar auch gerne auf https://theatermachtpolitik.wordpress.com

Theaterworkshop mit allen Sinnen

Der Theaterworkshop mit allen Sinnen im Januar 2026 steht für alle Interessierten offen, die Preise für Übernachtung und Verpflegung sind zwischen Einzelzimmer und Matratzenlager, das Honorar liegt nach deinem Einkommen und deiner Spendenfreudigkeit, vielleicht auch an deiner späteren Dankbarkeit für einen Verein:

Folgende Termine im Januar 2026 kommen in Altenmünster in Frage: Der 23.-25.01.2026 (bis auf zwei Zimmer ist alles frei), der 30.1.-1.2.2026 (das ganze Haus frei)… eventuell noch der 9.-11.01.2026, wenn die anderen beiden gar nicht passen.

Visionstheater und Theater der Unterdrückten und das bilder- und statuentheater auf dem Weg zum Forumtheater und zum Legislativen Theater

Bisher zwei / drei Themenfelder:

und sie können sich entwickeln, das erste vom Start, das zweite folgte gleich … und mit jeder neuen Person erweitert es sich: Angst, ADHS, Trauma, wir hatten schon allerlei und sammeln weiter, im Spätsommer mehr mit migrantischen Teilnehmenden …

1. Angel Angst: Der Wegweiser Angst

Zuerst soll die Angst uns schützen: Vor allzu waghalsigen Unternehmungen, vor riskantem Verhalten.

Dann kann die Angst zur Last werden: Im Versuch, sich immer zu schützen, in der Vererbung von übergroßer Vorsicht, aus der Erziehung durch ängstliche und massiv Angst-Erfahrene Personen.

Mit der Angst leben lernen: Losgehen!

Die Angst anerkennen und ergründen, die Angst darstellen und nach außen teilen und Verständnis finden – die Angst bewältigen und auf die Bühne bringen! Wir wollen mit einer Gruppe ein Projekt angehen, das am Ende auch öffentlich wirksam werden kann, in 3 bis 5 Szenen:

Die Gruppe Angel Angst soll als interkulturelle mehrsprachige Selbsthilfegruppe nicht in der Angst und in der Bewusstheit der persönlichen Muster hängen bleiben, sondern als Modellprojekt mit Forumtheater eine Übung bringen, die den Alltag verändern kann: Der eigene Blick auf Situationen ist der erste Schritt.

Der zweite Schritt kann aus der Gruppe kommen: Akzeptanz und Verständnis, ähnliche Erlebnisse und Andere Reaktionen darauf. Als Drittes können wir das Thema in einer Aufführung präsentieren, vom Publikum lösen und verändern lassen.

Das Projekt entsteht in der Anregung von Wolfgang Goede, interkultureller Wissenschafts-Journalist und in der Anleitung von Fritz Letsch, Theaterpädagoge und GestaltCoach auch zu öffentlichen Auftritten Ende April / Anfang Mai 2025 vielleicht im http://fraunhofertheater.de und an der Hochschule München im FB11 Angewandte Sozialwissenschaft in Pasing zu erleben sein. Im Herbst ist eine Weiterarbeit möglich, die Teilnehmenden können bei Interesse in einer Coaching-Gruppe begleitet werden.

Manches aus unserer Geschichte und Zusammenarbeit steht auch im https://netzwerk-gemeinsinn.org/

2. mangelnde Kommunikation

Sowohl in allen Betroffenen-Bereichen, die sich ausgegrenzt fühlen, wie Covid-Folgen oder Diversity, in allen Bereichen von Alter, Männer / Frauen / Queer /Bi … und der Fähigkeit, tatsächlich zuhören zu können, die eigenen Träume und Wünsche auszusprechen, die polarisierenden Themen in größere Zusammenhänge auflösen: Wer hat Gewinn aus den Maßnahmen, wer finanziert die AfDer, welche Medien sind frei zugänglich und gut …

3. Angst vor Stigma und Tabus

Eine Diagnose kann ein Anhalte-Punkt sein, sich selber zu verstehen, aber auch ein Urteil, oder eine Herausforderung: Bin ich wirklich so, ist es so und muss es bleiben, oder kann ich daran arbeiten, wachsamer werden?

Wie kann ich in meinen Gesprächen die scheinbar tabuisierten Themen angehen,

Gemeinsame Eigenschaften aller Tabus:

Es fehlt oft die gemeinsame Sprache, sie wirklich treffend anzupacken, gleichzeitig liegt manchmal eine Geschwätzigkeit der Ablenkung darüber. Paulo Freire verwendet die Begriffe ‚giftige Mythen‘ und Kultur des Schweigens‘:

Wir haben immer gute Gründe, nicht darüber zu reden. Wenn wir es trotzdem wollen, geht es nicht: Wir kommen vom Thema ab, werden unruhig, müssen rauchen… Wenn wir plötzlich müde werden, gähnen, Kopfschmerzen bekommen – und auf einmal gar nicht mehr wissen, was wir gerade wollten: dann haben sie gut gearbeitet, unsere Polizisten im Kopf.

Es ist gut, viel über sie zu wissen, aber es ist so unsinnig wie bewaffneter Kampf gegen Panzerwagen, wie Militär gegen Terrorismus, mit Gewalt gegen sie losziehen zu wollen. Weil sie von unserer eigenen Angst genährt sind, können wir sie nur sanft und nach ihren eigenen Prinzipien, mit gewaltfreier Methodik und Intelligenz, überlisten.

Spiele und Übungen der Bewusstseinsbildung, das Spiel der Macht, der Angel Angst bewahrt dich vor Schäden, wenn die Angst und das Trauma nicht zu groß sind, wie für Kriegskinder, die Nachkriegskinder und die oft ahnungsvoll-ahnungslosen Kriegsenkel mit diffusen Konzentrationsproblemen, Krankheitserscheinungen, Stimmungsschwankungen und Hoffnungslosigkeit.

Hintergründe und Vertiefungen

Community Organizing nach Saul Alinsky

in transformatives_organizing und auf https://de.wikipedia.org/wiki/Saul_Alinsky

transform: Das umformen unserer Erinnerung und Prägungen, die Erlebnisse neu einordnen

Seelische Gesundheit braucht Kommunikation auf Augenhöhe

Jede schräge Verständigung, jeder gefälschte Dialog kann zur Manipulation werden. Jede unpassende Hierarchie, die nur der Be- und Verwertung des Kontaktes dient, bringt uns in Zwang, wie Geld- und Wert-Verhandlungen, wie Undankbarkeit und Streik, Kontaktabbruch.

Mischen sich Beziehung und Arbeit, Wohnung und Verwandtschaft, Freundschaft und Dienstleistungen, werden wir oft überempfindlich: Ist die Beziehung ausgewogen, verhält sich jemand manipulativ?

Diagnose ist oft keine Hilfe, auch wenn daraus Verständnis für das Unverständnis der Anderen wachsen kann, denn die Hilfen zur Veränderung gehen nicht nach Rezept, wir müssen sie selber erproben. Theaterarbeit kann dazu ein Spielfeld sein.

verwoben …

Subjekte jenseits von Autonomie und Auflösung

Vom 25. bis 27. September 2025 als publikumsöffentliche Tagung „Verwoben: Subjekte jenseits von Autonomie und Auflösung“ an der IPU Berlin https://www.ipu-berlin.de/verwoben

In Alt-Moabit ein paar Tage mit der Psychoanalyse als Kontrastprogramm: Acht Panels an den drei Tagen etwa mit Trieb und Vermittlung, mit Kollektivität und Körpergrenzen, digitalen Spiegelungen und ökologischen Verschiebungen sowie erkenntnistheoretischer Situiertheit.

Jandra BöttgerFranziska Haug und Jody Korbach beleuchten Freitagabend gemeinsam, ob und unter welchen Bedingungen das Kollektiv noch zu retten ist. Wie sich Neomaterialismus und Psychoanalyse zusammen oder gegeneinander denken lassen, fragen wir am Samstagmittag Prof. Dr. Petra Löffler

Kontrastprogramm zu meiner Gestaltarbeit im Coaching und in der Theaterarbeit mit den aktuellen Themen Angst und dem Angel Angst sowie den verborgenen Hinterlassenschaften der Kriegskinderdem reaktionären oder unterschichtigen Nicht-Wahlverhalten der Nachkriegskinder und der oft noch unerklärlichen Symptome wie den Essstörungen der Kriegsenkel, und was noch alles dazugehören mag.

Dass wir in der Geschichte über viele Generationen verwoben sind, erzählen uns alle Traditionen, oft in den belastenden Blasen der biblischen und kirchlichen Erzählungen, oft in belastenden Familienritualen.

Kriegsenkel, die nächste Generation, erlebt vor allem die fehlenden Gefühle und das Schweigen zwischen Großeltern und Eltern, die fehlende Fähigkeit zu Auseinandersetzungen, produktivem Streit und Verhandlungen. Geschichtsarbeit: Studierte Geschichte und Archäologie haben immer Thesen, denen sie folgen, und die sich nur langsam ändern: Herrscherfolgen und Kriegsgründe, Gottes-Geschichten und Demokratie in früheren Zeiten, wie David Graeber und David Wengrow in „Anfänge“ beschreiben: Menschen haben immer die Wahl: Aber keine Information über Psychische Geschichtsarbeit.

Abkunft oder auch Herkunft sind – bis auf familiäre oder regionale Abstammung – in unserer Kommunikation meist ausgeblendet, wie die Klassenzugehörigkeit, vorausgesetzt und als Zugangsberechtigung zu Ausbildungen, Betrieben, Kommunikationskreisen stillschweigend gehandelt, wie Benehmen, Kleidung, Reaktions- und Verhaltensweisen.

Politische Supervision arbeitet mit den Welt-Bildern der Teilnehmenden und ihrer Organisation(en), um die Schnittmengen des Bewusstseins und der Menschenbilder, der Abkunft und der Zukunftsfähigkeit der Ideen abzugleichen.

Politische Gruppen brauchen die Fundierung in Geschichte und Leben ihrer Mitwirkenden, sonst werden sie ohne Psychische Geschichtsarbeit eine Fluktuation unzufriedener Ehemaliger auslösen, die sich leicht, wie in den Part-Eien zu enttäuschen Feinden entwickeln.

Das Bewusstsein für das breitere Feld fehlt den eingeschworenen Part-Eien, was sie für gesellschaftliches Handeln zu sehr verengt und unfähig macht.


Es wurden schöne Tage mit vielen interessanten Begegnungen und vor allem den Quellen der spannenden französischen sozialen Therapie, die ich nur in aktueller Form der Soziotherapie von Charles Rojzman kannte: Der Hass, die Angst und die Demokratie: Einführung in eine Sozialtherapie des Rassismus, AG SPAK, München 1997 [ISBN 978-3930830053]

Die Tage wirken weiter

Die Hintergründe von Lacan und Guattari, von kritischer Psychiatrie bis Ökologie, auch die Begegnung mit einer Praktikerin der Sozialtherapie und in einer Gruppe zur ökologischen Krise waren tiefgehend:

Kriegsenkel erinnern sich?

Nein, zuerst ahnen die Kriegsenkel gar nichts von generational übertragenen Trauma, denn Psyche wird ja den Fachleuten und Leidenden überlassen …

aber es treten immer mehr Ängste und Unsicherheiten, Depressionen ohne konkreten Anlass, Hoffnungslosigkeit bei Wetterwechsel, Panik-Attacken aus heiterem Himmel … auf, und wir sind irritiert.

Nachkriegskinder konnten oft noch grob zuordnen, was die Sprüche ihrer Eltern und Vorfahren zu bedeuten hatten, was Kriegskinder, die Jahrgänge von BDM und Hitlerjugend (wie z.B. Ratzinger, Polizistensohn und später Papst Benedikt und wie Joh.Paul II. Verfolger der Befreiungstheologie) noch zu verarbeiten hatten, aber aus Treu zu ihren Eltern nie in Angriff nahmen.

Es ist eine Befreiung, sich abzugrenzen

Zuerst wird es als Verrat an der Eltern-Liebe empfunden und abgewehrt: Ich hatte eine schöne Kindheit und Jugend! – bis die Feststellung doch brüchig wird: Abwertende Sprüche, du taugst zu gar nichts, Ohrfeigen, eingesperrt im Keller, die Erinnerungn schmerzen immer noch …

Kriegs-Enkel – Kriegs-Erben?

nach den Kriegskindern, die noch Bomben, Flucht und Nazi- wie auch Militär-Übergriffe erlebt hatten, waren die Nachkriegskinder ab 1949 die Generation des Überlebens, von Mangel und Hunger in das Wirtschaftswunder des Postfaschismus, in Besatzung, zwischen Opfern und Tätern, Persilscheinen und Mitläufern, dem beginnenden Kalten Krieg und neuem Antikommunismus, der Wiederbewaffnung und dem Widerstand dagegen …

Kriegsenkel, die nächste Generation, erlebt vor allem die fehlenden Gefühle und das Schweigen zwischen Großeltern und Eltern, die fehlende Fähigkeit zu Auseinandersetzungen, produktivem Streit und Verhandlungen.

Die Rechthaberei, die cancel-culture und die Deals der aktuellen Neuzeit erscheinen NORMAL, die alte Erinnerungsarbeit und Versöhnungskultur eine Bemühung alter Zeiten: Geschichtsarbeit und die Friedensbewegung erscheinen als Unbekannte …

wie können wir einen befreienden Abend erleben?

Mit einführenden persönlichen Erzählungen, mit Musik aus den verschiedenen Zeiten, bei mir alte Schlager und dann das Musical Hair als Aufbruch, und heute – und du?

Mit kleinen Austausch-Gruppen und Pausen, mit Getränken und Verabredungen zu Gruppen in Selbsthilfe und eine Selbstorganisation dazwischen, die wachsen kann … Theater-Szenen?

Weitere Abende für psychische Geschichtsarbeit und regionale Kontakte, einrichtungen und Vereine, Volkshochschul-Angebote?

Literaturen zum Austauschen mitbringen: … wie …

Sabine Bode:

  • Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen, Klett-Cotta Stuttgart
  • Kriegsenkel – Die Erben der vergessenen Generation, Klett-Cotta Stuttgart 2009
  • Frieden schließen mit Demenz

Luise Reddemann: Kriegskinder und Kriegsenkel in der Psychotherapie
Hartmut Radebold: Die dunklen Schatten unserer Vergangenheit – Hilfen für Kriegskinder im Alter
Ingrid J. Dautel: Ich hole mir mein Leben zurück – Was Kriegskinder, Nachkriegskinder und Kriegsenkel bewegt

Gestalt und Gestalttherapie, neue Arbeitsformen zur Bewusstseinsbildung in Gruppen und in Gesundheit und Selbsthilfe

Uran für den Untergang?

„Die Menschen mit ihrer Seele in Verbindung bringen“ sei die Aufgabe des Elementes, meinten in der Zeit nach Tschernobyl etliche Gurus, und es gibt ja auch die Auswirkungen der Fundorte als religiöse Zentren und als Geister-Erscheinungen im Bayrischen Wald: Ob der Granit dort für ein Endlager passend ist?

Noch ist keines gefunden, und national wie international tut sich wenig, außer vielleicht in verstahlten russischen Steppen?

10. Internationales Uranium Film Festival in Berlin

In diesem Jahr, 2025, jährt sich die atomare Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki zum 80. Mal. Aus diesem Grund wird das 10. Internationale Uranium Film Festival von Berlin kommenden Oktober nicht nur Filme zeigen, sondern auch eine besondere Ausstellung des Hiroshima Peace Memorial Museum erstmals in Berlin präsentieren: Die von den Stadtregierungen Hiroshimas und Nagasakis erstellte Hiroshima-Nagasaki-Atombomben-Fotoposter-Ausstellung. Ort: Zeiss-Großplanetarium.

Auch das Filmprogramm des 10. Berliner Uranium Film Festivals ist mehrheitlich der bis heute andauernden atomaren Bedrohung gewidmet. Das Festival wird 19 Kurz- und Spielfilme zeigen, von denen mehrere deutsche Erstaufführungen sind wie „The Horrors of Hiroshima“ von Peter Matulavich und „The Atomic Bowl: Football at Ground Zero – and Nuclear Peril Today“ von Greg Mitchell.

Präsident Kennedy sagte 1961 vor den Vereinten Nationen: „Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind lebt unter einem nuklearen Damoklesschwert, das an einem dünnen Faden hängt und jederzeit durch Unfall, Fehlkalkulation oder Wahnsinn zerschnitten werden kann. Diese Kriegswaffen müssen abgeschafft werden, bevor sie uns abschaffen.“ Diese atomare Bedrohung besteht bis heute weiter. Neun Länder verfügen immer noch über mehr als 12.000 Atomsprengköpfe.

Bereits vergangenen Mai hatte das Uranium Film Festival die Ausstellung erfolgreich in der Kinemathek des renommierten Museums für Moderne Kunst (MAM Rio) in Rio de Janeiro präsentiert und parallel dazu 29 Dokumentar- und Spielfilme aus 17 Ländern unterschiedlicher Stilrichtungen und Genres zum Thema Atomkraft und atomare Bedrohung gezeigt.

Festivalprogramm:

https://uraniumfilmfestival.org/de/uranium-film-festival-berlin-2025

www.uraniumfilmfestival.org

Festspielorte

Zeiss-Großplanetarium, Lichtblick Kino, Filmkunst 66, Moviemento Kino, Kino & Bar in der Königsstadt und ACUD Kino. Der Originalartikel kann hier besucht werden – mit Dank an https://www.pressenza.com/de/2025/09/10-internationales-uranium-film-festival-in-berlin

gesund oder #kriegstüchtig?

Vortrag in der Ausstellung von Günter Wangerin, #KRIEGSTÜCHTIG,

Mittwoch 3. September 2025, 19 Uhr

Militarisierung im Gesundheitswesen

  • Dr. Nadja Rakowitz, Verein demokratischer Ärztinnen u. Ärzte (VdÄÄ)
  • Ingrid Greif, Krankenschwester, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der städt. Kliniken der LHM zu

    „Militär im Krankenkaus“

Alter Gasteig Fat Cat, Kellerstraße 8a, 81677 München

Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 22 geöffnet, noch bis zum 13. September 2025

antikriegstag

Zweiteiler: Die Münchner Räterepublik

Revolution – oder wie 1918 der Freistaat Bayern gegründet wurde: Do +Fr 18.+19.9.25 im Werkstattkino München im Zweiteiler: Die Münchner Räterepublik, ein aktueller Fernsehfilm von 1972, damals im zdf

zwei Kino- Gesprächs- und Musikabende im Werkstattkino Donnerstag 18.9. und Freitag 19.9.25 jeweils 19h , Eintritt frei,

Idee und Veranstalter IGMDGB-Bildungswerk München, und Viertelgeschichte-Isarvorstadt und plenum-r.org und weitere wie das arbeiterarchiv München

(1) – Kurt Eisner – Zwischen Demokratie und Diktatur 18.9.25

(2) – Ende mit Schrecken BRD 19.9.25 – jeweils 19 h im Werkstattkino

„Am 7. November 1918,

zwei Tage vor der Revolution in Berlin, proklamiert Kurt Eisner das Ende der Wittelsbacher Dynastie und die Gründung des „Freistaates Bayern“. Durch die Flucht des bayerischen Königs und die Untätigkeit seiner Regierung verläuft dieser Umsturz ohne Blutvergießen.

Der neuen, aus USPD und SPD-Ministern zusammengesetzten Koalitionsregierung steht der Arbeiter-, Bauern und Soldatenrat gegenüber. Als Eisner den Forderungen der Volksmassen und seiner sozialdemokratischen Minister nach freien Wahlen für einen neuen bayerischen Landtag nachgeben muß, opponieren die radikalen Kräfte in den Räten, die sich am revolutionären Rußland orientieren.

Die Parlamentswahl bringt der USPD eine eindeutige Niederlage. Als am 21.2.1919 Kurt Eisner zur Eröffnung des neuen Landtages geht, hat er die vorbereitete Rücktrittserklärung bei sich. Aber an diesem Tage erfüllt sich das Schicksal dieses Mannes, den sozialpolitisches Wunschdenken und unrealistische Einschätzung der Macht- und Interessenverhältnisse von Anfang an zum Außenseiter stempelten, als er unter den Kugeln eines fanatischen jungen Offiziers stirbt.

Dieser Mord gibt das Signal zu der gewalttätigen bayerischen Revolution. Der von der KP-Zentrale in Berlin beorderte Agitator Dr. Eugen Levine wird zur Zentralfigur der Linken in München. (Text: Günter Zeutzschel: Das Fernsehspiel-Archiv)“ https://www.fernsehserien.de/die-muenchner-raeterepublik

Die ausführlichere Film- und Rollenbeschreibung imdb.com/de/title/tt1309471

Räterevolution
Peter Pasetti and Charles Regnier in Die Münchner Räterepublik (1971)

auf Wikipedia

Zu Kurt Eisner: raete-muenchen.de/kurt-eisner

Begleitet werden soll der Freitag Abend mit Musik von Partisanen von l’Amour, https://www.instagram.com/partisanen_von_lamour/

Raeterepublik_Innen

Heinrich August Winkler gab Fischers Hauptthese 2007 im Blick auf den derzeitigen Forschungsstand nochmals Recht:[52]

Feme-Morde sind ein alter Begriff für Rache an Verrätern, „die der Feme verfallen sind“.

Die rechten „Freikorps“ nach dem 1. Weltkrieg, die auch im Auftrag der SPD die Arbeiterräte und die Räteregierungen niederschießen sollten, machten auf eigene Faust weiter, nachdem die herrschende Justiz so milde mit ihnen umgegangen war:

Mit dem katholisch von Kardinal Faulhaber verhetzten Mörder von Kurt Eisner, mit all den Morden, denen junge Frauen und Männer in den Folgezeit der versteckten Waffenlager der Freikorps und Reaktionäre und alle offenen Antifaschisten im ganzen Land zu Opfer fielen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Julius_Gumbel (Auszüge)

Emil Julius Gumbel (* 18. Juli 1891 in München; † 10. September 1966 in New York) war ein deutsch-amerikanischer Mathematiker, politischer Publizist, Pazifist und Gegner des Faschismus. Er lehrte von 1923 bis 1932 an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 1933–1940 in Lyon und 1953 als Professor an der Columbia-Universität.

Un-Kultur des Schweigens 

Unsere Zeit lebt immer noch in Denkverboten: 

Studierte Geschichte und Archäologie hat immer Thesen, denen sie folgt, und die sich nur langsam ändern: Herrscherfolgen und Kriegsgründe, Gottes-Geschichten und Demokratie in früheren Zeiten, wie David Graeber und David Wengrow in „Anfänge“ beschreiben: Menschen haben immer die Wahl: Geschichtsarbeit

Abkunft oder auch Herkunft sind – bis auf familiäre oder regionale Abstammung – in unserer Kommunikation meist ausgeblendet, vorausgesetzt und als Zugangsberechtigung zu Ausbildungen, Betrieben, Kommunikationskreisen stillschweigend gehandelt, wie Benehmen, Kleidung, Reaktions- und Verhaltensweisen.

Politische Supervision arbeitet mit den Welt-Bildern der Teilnehmenden und ihrer Organisation(en), um die Schnittmengen des Bewusstseins und der Menschenbilder, der Abkunft und der Zukunftsfähigkeit der Ideen abzugleichen.

Politische Gruppen brauchen die Fundierung in Geschichte und Leben ihrer Mitwirkenden, sonst werden sie eine Fluktuation unzufriedener Ehemaliger auslösen, die sich leicht zu enttäuschen Feinden entwickeln.

Das Bewusstsein für das breitere Feld fehlt den eingeschworenen Part-Eien, was sie für gesellschaftliches Handeln zu sehr verengt und unfähig macht.

Kultur des Schweigens 

ist ein Begriff aus der Pädagogik der Unterdrückten von Paulo Freire, der sich weltweit durchgesetzt hatte, zuletzt auch zu den Konflikten um die Festnahme und Vor-Verurteilung von Julian Assange, der als Whistleblower die selbst dokumentierten Kriegsverbrechen der USA über Chelsea Manning international bekannt gemacht hat.

Kultur des Schweigens könnten wir auch über die Nazi-Beteiligungen in den 50er und folgenden Jahren schreiben, als die Justiz jede Verfolgung der Nazi-Mörder und KZ-Beteiligten als „Beihilfe“ unmöglich machte. In der Zeit der verschlossenen Geheimnisse und Verletzungen in den Familien neu lernen, die Welt zu lesen, führt zu späten Biografien der Kriegskinder und deren Nachkriegskinder: https://nachkriegskinder.wordpress.com/

Eine Kultur des Schweigens lag auch Jahrzehnte über Gewalt und Missbrauch in den Internaten, in Kirchen und im Sport, weil die Polizei, Staatsanwaltschaften und Zeitungen jeden Anfangsverdacht zurück wiesen. Dass wir in Deutschland keine unabhängige Justiz haben, kommt in welchen Medien? Die EU-Menschenrechtskommission hat keine eigenen Medien …

Die Kultur des Schweigens im Bildungssystem

„Schule und Universität sind staatliche Institutionen, die traditionell einen unterschiedlichen Bildungsauftrag hatten, sich jedoch heute zunehmend angeglichen haben. Während in der Schule das zu erlernende Wissen bereits weitgehend vom Lehrer gewusst wurde, sollte an der Universität durch forschendes Lernen das Wissen zwischen StudentInnen und ProfessorIn neu geschaffen werden.

Dieses auf Kooperation angelegte, grundsätzlich egalitäre Ergänzungsverhältnis war jedoch unvereinbar mit der hierarchischen Struktur universitärer Institution und ist nie verwirklicht worden. Ein ähnliches Schicksal erfuhr die Oberstufenreform an den Schulen, wo zwar Freiräume für das forschende Lernen möglich wurden … diese Entwicklung jedoch alsbald an die Grenzen institutionalisierter Sozialisationsmuster stieß.

So werden die Kinder auch heute noch in der Schule mehrheitlich im klassischen Frontalunterricht zum Schweigen verdammt, sie lernen zuzuhören, still zu sitzen und aufzunehmen, was der Lehrer sagt. Die Vermittlung von Fachwissen tritt hierbei oftmals in den Hintergrund. Für die kritische Selbstreflexion, geschweige denn ein Denken in Ambivalenz ist kaum Zeit vorgesehen.“ Ilse Schimpf-Herken

Mehr: https://kritische-praxis.blogspot.com/2021/02/kultur-des-schweigens-der-universitat.html

Macht und Wissen

Die Mächtigen hatten immer über Medien und Zensur die Themen beherrscht, und die bezahlten wie die öffentlich kontrollierten Medien sind bis heute die Bestimmenden.

Der Hofnarr und das Theater hatten immer die Rolle, an den Themen zu kratzen, die Gesetze und Verordnungen zu hinterfragen, und noch Thomas Mann saß beratend bei der Theaterzensur der Stadt München, die vorher die Stücke von Oskar Panizza und Frank Wedekind zensiert oder verboten hatten.

Die Aufführung einiger Panizza-Stücke ist bis heute verboten, Frühlings Erwachen von Wedekind hat es in manche Schultheater geschafft.

Die Kultur des Schweigens durchbrechen: Bilder-Theater

Das Bilder- und Statuentheater ist ein eleganter Weg, die Kultur des Schweigens zu durchbrechen: Viele von uns haben die verinnerlicht, „nichts“ von Politik und Philosophie und Wirtschaft zu verstehen, weil sie den hochtrabenden Monologen nicht folgen können.

Einen Ärger ausdrücken: Generative Themen: Was steht dahinter?

Einen Ärger ausdrücken, ist in unserer Kultur nicht schnell möglich (außer, der Anlass wäre noch akut), aber die Energie des Ärgers lässt sich nutzen, wenn er erst einmal abgeladen ist: Die Gruppe übernimmt das Bild: Codierung und stellt es dar: Es ist abgenommen!

Dann kommt das Gemeinschaftliche Forschen: Was sind die Generativen Themen: Was steht dahinter? Macht? Missbrauch? Unrecht?

Wir können fragen, was vorher war, wir können Folgen von Ausweichen, Widerspruch, sogar freche und verrückt erscheinenden Reaktionen ausprobieren, und den Gegner, die anderen Kräfte genauer einschätzen.

Die Arbeit am Tabu

Die Arbeit am Tabu ist die entsprechende Vorgehensweise im Theater der Unterdrückten von Augusto Boal, die aus den Szenen (Wahrnehmen, Aussprechen in der Gruppe) eine Vorstellung vor Publikum (erste Öffentlichkeit) macht und mit Hilfe einer Joker-Figur nach Verständnis und Veränderungs-Möglichkeiten fragt. http://wiki.eineweltnetz.org/doku.php?id=bewusstseinsbildung

Tabu und die Arbeit am Tabu auf der Basis der Bewusstseinsbildung in der Kritischen Theorie

Kultur des Schweigens und der §175

Arbeit an einem Darkroom der Queeren Geschichte

Die hiesige Soziologie würde von einem Dunkelfeld reden, aber die Sprache der Befreiung des Schreiben und Reden kommt aus den nord-amerikanischen Szenen, die auch schon länger die Themen wie Bisexualität bearbeiten. der Darkroom ist eine abgeteilte Region ohne Licht in schwulen Kneipen, um anonyme Begegnungen zu ermöglichen. Noch ein Relikt aus der jahrhundertelangen Erpressung und Verfolgung?

Skizze von Paulo Freire als älterer Mann mit Bart, der den Bleistift in den Lauf einer auf ihn zielenden Pistole steckt

Aufmerksamkeit gab es bei uns auch kurze Zeit in der Aids-Prävention mit einer Studie der Deutschen Aidshilfe, denn auch die Übertragung durch heimliche und wechselnde Geschlechtspartner wurde zur Problematik. Die Fachleute entdeckten auch einen neuen Typus „Männer, die mit Männern Sex haben“ MMS, die sich aber nicht als homosexuell oder schwul verstehen: Die Klischees der Öffentlichkeit beengen die Wirklichkeit.

Mit Bildern: https://lustpaedagogik.blogspot.com/2021/01/darkroom-fur-munchen-beginn-einer.html

Sexualpädagogik in einer Kultur des Schweigens und queeres Leben

Forumtheater und Gestalt-Arbeit

erschienen in : Helmut Wiegand,
Theater im Dialog: heiter, aufmüpfig und demokratisch

Theater der Unterdrückten und die Gestalt-Therapie

Die Menge der Schnittstellen ist viel zu groß, um dieses Thema erschöpfend zu skizzieren, doch möchte ich vor allem für jene, denen die Grundlinien der Gestalttherapie nicht bekannt sind, eine knappe Einführung zusammenstellen, umgekehrt könnte für Gestalt-Arbeitende eine Anregung zur Auseinandersetzung mit den Forum-Theater-Methoden daraus erwachsen, und vielleicht wird manchen deutlich, dass bereits Gestalt- Prinzipien in Ihre Arbeitsstile eingeflossen sind.

Deutsche und europäische Anwendungen des Theaters der Unterdrückten

1. Dialog geht nicht von oben nach unten

1.1. seit den siebziger Jahren …

Theater lebt in der klassischen Form von der Trennung in Bühne als magischen Raum und Publikum. Was oberhalb der Rampe passiert, ist vorbereitet, heiliges Ritual, dramatischer Bogen, darf nicht gestört werden. Das von oben Kommende ist heilig, das Publikum unten darf klatschen.

Bert Brecht versuchte, die emanzipatorischen Impulse seiner Zeit aufzugreifen und suchte nach Wegen, von dieser klassischen Form zu neuen, dialogischen Formen zu kommen.

Bekannt wurde vor allem das Verfremden, nicht gläubige Inszenierungen auf die Bühne zu bringen, sondern brüchige, in der Struktur und Machart durchsichtige Stücke, die zur Auseinandersetzung anregen sollten.

Jahre später führten andere seine Versuche fort: Die fast schon verzweifelt wirkenden Kontaktversuche des action-theater bei FASSBINDER und seiner Gruppe, die vor allem in Handke’s Publikumsbeschimpfung das Publikum in den Stücken zu Reaktionen bringen sollten, achteten in ihrem jugendlichen Sendungsbewusstsein nicht so sehr auf das Macht-Gefälle, das über die Rampe kommt: Wer oben steht, hat Vorteile … im Spiel der Macht.

1.2. in meiner Geschichte:

Entsprechend lernte ich selbst in der Schauspielschule Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre noch die Rollen in autoritär geprägter Kunstform.

Groß war dann meine Überraschung, als AUGUSTO BOAL in einer Aufführung in der münchner Alabamahalle die Übungen, wie wir sie aus dem Gruppentraining kannten, auch zum Aufwärmen mit dem Publikum machte und Szenen vorstellte, die wir verändern sollten, indem wir dazu auf die Bühne kommen und die Rolle der unterdrückten Person anders zu Ende spielen sollten.

Das machten auch einige, und es war ein spannender Abend, nach dem sich viele für den nächsten Wochenend-Workshop eintrugen. Damit begann dann auch meine Lehrzeit mit dem Theater der Unterdrückten, die über einige Jahre vor allem am Theaterhaus Berlin weiterging.

Parallel lernte ich in der politischen Arbeit in der Friedensbewegung auch die GestaltTherapie und das GestaltLeben als Grundhaltung im Hier und Jetzt kennen, die Freire-Pädagogik war mir schon aus der Dritte-Welt-Bewegung im Studium vertraut geworden, im Arbeitskreis Bewusstseinsbildung der AG SPAK lernte ich dann die genaueren Prinzipien dieses emanzipatorischen Ansatzes, der die Lernenden in ihrem forschenden Bewusstseins-Prozess begleitet, nicht mit „Stoff“ und „Wahrheiten“ entmündigt.Bearbeiten

2. Verschiedene Wurzeln –

Gemeinsames Menschenbild Im Umfeld sind auch noch andere Methoden inspirierend: Das Arme Theater des Jerzy Grotowski entkleidet das in den Requisiten und Soffiten verstaubte Ritual und holt es in den puren körperlichen Ausdruck zurück. Das Living Theater zieht mit experimentellen Projekten (wie noch einige andere Theater) durch die Welt und bringt politische Themen auf die Bühnen.Bearbeiten

2.1. Aufbruchs-Bewegungen

nehmen Gestalt und Forum-Theater auf

Die zeitliche Entwicklung der beiden Arbeitsweisen liegt parallel in den sechziger bis achtziger Jahren, und die Verwandtschaften liegen nicht nur bei den beiden Gründervätern: Fritz Perls hatte im Max-Reinhardt-Seminar das Theater kennengelernt, Augusto Boal war über die Jahre immer mit den Fragen nach den Unterschieden zum Psychodrama konfrontiert.

Im Kampf gegen die anachronistischen Militärdiktaturen, die zum großen Teil durch die CIA in den lateinamerikanischen Ländern „inszeniert“ wurden, setzten die Gruppen mit großem Lerneifer alle Methoden ein, die ihnen aus der „freien Welt“ als hilfreich und politisch aufgeschlossen unterkamen.

Alle, die nach Methoden suchten, die nicht durch enge linke und gewalt-orientierte Agitation eingeschränkt waren, tauschten in dieser Zeit international Ideen und Arbeitsweisen aus: Befreiungstheologie und Entwicklungshilfe er-gänzten sich zu neuen Methoden der Erwachsenenbildung.Bearbeiten

3. Das Wort Gestalt

ist in der englischen Sprache ein Fremdwort, es wird im deutschen Sprachraum leider oft mit Gestaltung assoziiert. Offene Gestalt meint aber ein Geschehen, das noch nicht abgeschlossen ist: Wenn ich durch ein Geschehen wie z.B. einen Unfall auf herannahende Autos erschreckt reagiere, habe ich diesen Unfall noch nicht wirklich verarbeitet, ist das Thema offen.

Kann ich mich nach einiger Zeit und Gewöhnung wieder bedenkenlos im Strassen-verkehr bewegen, habe ich die Gestalt wieder geschlossen. Bin ich nicht be-reit, mich wieder auf Strassenverkehr einzulassen, brauche ich Begleitung oder bleibe ich in meiner Traumatisierung gefangen. Der Begriff entstammt der Gestalt-Psychologie der 20er Jahre.Bearbeiten

3.1. erste Gestalt-Arbeiten in den USA und Kanada in den 1960ern:

Mit den Trainings in gewaltfreier Aktion der Anti-Atom- und der Friedensbewegung kamen in den siebziger Jahren über einige nordamerikanische Trainer auch die Ansätze der Gestalttherapie im sozialen Gruppenlernen nach Deutschland, die dann mit unseren Seminaren Einzug in den Gruppen der alternativen Szene hielten.

Grundlage ist dafür wiederum das dialogische Prinzip und der Kontakt, die Laura und Fritz Perls und Paul Goodman auf der Grundlage von Martin Buber’s „Ich und Du“ und seinem existentialistischen Ansatz in die psychotherapeutische Arbeit einbrachten.

Diese Arbeit fand in den politischen nordamerikanischen Szenen vor allem in Gruppen statt
und hatte in den Hippie-Bewegungen große Resonanz bis in die Untergrund-Literatur und -Philosophie hinein.

Wenn Geld der Gott wird: Regensburg?

Dort residiert ja auch eine „Fürstin“, Besitzerin großer Teile der Altstadt, eines großen Schlosses und Finanz-verbunden mit den Abtreibungsgegnern, unterstützt von den AfDern und französischen Frommen … die „größte Waldbesitzerin“ des Landes, …

Rechte „Libertäre“ stellen das Privateigentum über alles

Unter dem Titel „Afuera-Fest“ versammelten sich vom 11. bis 13. Juli in Regensburg eine Art „Who is who?“ der rechstlibertären Szene. Menschen, welche den Wert des Menschen vor allem an seinem Eigentum fest machen, welche den Staat als Übergriff auf ihr Privateigentum ablehnen und Menschen wie Musk, Milei und Trump feiern.

Es ist eine Bewegung an Menschen, welche behaupten für die Freiheit zu sein, diese jedoch lediglich auf die Freiheit, mit Geld alles machen zu dürfen, beziehen und sich ideologisch im rechtsautoritären Lager nahe der AfD befinden. Unter Begriffen wie „Libertär“ oder „Anarchokapitalistisch“ präsentieren sie sich nach außen – und damit sind die sonst so fernen politischen Ansichten plötzlich ganz nah – mit Persönlichkeiten der deutschen Gesellschaft wie Markus Krall und Frauke Petry.

Wer sich bei diesem „Fest“ versammelte und ihre ideologische Positionierung hat Radio Corax mit einem Beobachter des Festes genauer unter die Lupe genommen.

Rechte „Libertäre“ stellen das Privateigentum über alles

Unter dem Titel „Afuera-Fest“ versammelten sich vom 11. bis 13. Juli in Regensburg eine Art „Who is who?“ der rechstlibertären Szene. Menschen, welche den Wert des Menschen vor allem an seinem Eigentum fest machen, welche den Staat als Übergriff auf ihr Privateigentum ablehnen und Menschen wie Musk, Milei und Trump feiern. Es ist eine Bewegung an Menschen, welche behaupten für die Freiheit zu sein, diese jedoch lediglich auf die Freiheit, mit Geld alles machen zu dürfen, beziehen und sich ideologisch im rechtsautoritären Lager nahe der AfD befinden. Unter Begriffen wie „Libertär“ oder „Anarchokapitalistisch“ präsentieren sie sich nach außen – und damit sind die sonst so fernen politischen Ansichten plötzlich ganz nah – mit Persönlichkeiten der deutschen Gesellschaft wie Markus Krall und Frauke Petry. Wer sich bei diesem „Fest“ versammelte und ihre ideologische Positionierung hat Radio Corax mit einem Beobachter des Festes genauer unter die Lupe genommen.

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Eine Deutschlandflagge steckt in einem Stück Fleisch, das den geografischen Grenzen des Landes entsprechend geformt ist und auf einem Teller liegt. Im Hintergrund eine karierte Tischdecke.
23. July 2025, 15:20 0 boosts 0 Favoriten

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