Über Strahlentherapie kann man viel erzählen – das werde ich hier nun auch tun.
Angefangen hat’s mal wieder mit einem Gespräch. Der Arzt hat mich zunächst untersucht und ausgefragt, bevor er sich die Unterlagen vornahm („Ich will erst mal wissen, wie es ihnen jetzt geht. Der Bericht ist ja schon 3 Wochen alt.“). Dann schnappte er sich sein Diktafon, sprach mit affenartiger Geschwindigkeit hinein und meinte dann: „Und nun werde ich Ihnen in Ruhe erzählen, was ich da gerade auf Band gesprochen habe.“ Ich bekäme 28 Mehrfeldbestrahlungen der kompletten Brust, dann 6 Bestrahlungen mit kleinerem Radius und abschließend 2 Elektronen-Boost-Bestrahlungen. Das klang nach VIEL! Als ich danach fragte, sagte er nur, dass das schon seine Richtigkeit habe.
Er hat nochmal nachgefragt, wo denn der Tumor gesessen hätte und auf meine Frage, wie denn anhand der CT-Bilder genau das Tumorbett bestimmt würde, da sich der Strahlenradius verkleinern würde, sagte er nur: „Gute Frage.“ 😡
Er ist übrigens nicht der einzige Strahlentherapeut, der mir diese Frage nicht ordentlich beantwortet hat. In der Strahenklinik habe ich bei den verschiedenen Anzeichnungs-Terminen jedes mal nachgefragt und auch nur ausweichende Antworten erhalten. Vor zwei Tagen gab’s im Brustzentrum wieder das Gruppenangebot für Frauen mit Krebs. Diesmal mit dem Thema Strahlentherapie. Auch die Ärztin hat die Frage mit einem „Na ja, das kann man schon sehen. Und so sehr verkleinert wird der Radius ja auch nicht. Wir bestrahlen nie einen Punkt, sondern immer ein Arreal“ beantwortet. Sehr witzig.
Ich verstehe die Ärzte einfach nicht. Vor der OP wurde meine Brust doch foto- und mammografiert. Warum wollte er die Bilder aus dem Brustzenztrum nicht anfordern? Gibt es da irgendeine „geheime Absprache“, dass sie sich gegenseitig nicht ins Handwerk pfuschen? Also nicht die Krankenakten austauschen? Hallo???
Ich bin ja „nur“ der Patient. Ich habe meine Krankenakte aus dem Brustzentrum auch nur zweimal in den Fingern gehabt (als ich sie mit zu der Abdomensonografie nehmen musste, also zur „Halbzeit“) und mir die Zeit genommen, sie zu lesen. Nur Mist, dass ich keine Gelegenheit hatte, sie zu fotokopieren. Denn jetzt, wo ich die ganzen Laborergebnisse etc. gut brauchen könnte, bekomme ich auch nur die Antwort: „Wieso? Sie haben doch den abschließenden Arztbericht. Mehr brauchen sie nicht.“ Grrrrrrr…. 👿
So, der Ausbruch musste mal sein. Aber jetzt weiter im Text.
Das Gespräch hat gut eine Stund gedauert und er hat mir noch Hautpflegetipps an die Hand gegeben und zum Abschluss gesagt: „Ich habe selten eine Patientin mit so guter Prognose vor mir sitzen.“ – mir fiel ein Stein vom Herzen. Das hat gut getan.
Aber mit den Hautpflegetipps ist das auch wieder so eine Sache. Jede Strahlenklinik scheint da ihre eigenen Empfehlungen zu haben. Aber das kommt in den nächsten Artikel 😉
