Traurigkeit. Schalkhaftes Aufblitzen. Ernsthaftigkeit. Nachdenklichkeit. Weinen und lachen. Das alles ist Anton...
Unter dem Namen "Reichsausschuss zur wissenschaftlichen Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden" wurde 1939 eine Oranisation geschaffen, die geisteskranke und missgebildete Kinder erfasste. Die als "lebensunwertes Leben" deklarierten Kinder kamen in die so genannte Kinderfachabteilungen von Heil- und Pflegeanstalten, wo sie systematisch getötet wurden.
Anton wird im Jahr 1932 geboren. Er ist ein glückliches Kind und gesund, hat drei ältere Geschwister und wächst liebevoll im Kreise der Familie auf. Bis ihn die Strassenbahn rammt. Antons Kopf blutet. Er wird mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus eingeliefert. Seit dem Unfall ist Anton anders. Er stottert, ist in vielen Dingen beeinträchtigt. Doch Anton geht in die Schule und hält die Erniedrigungen seiner Mitschüler und sogar einiger Lehrer aus..
Anton bezieht Prügel. Das einzige was die Schule für Anton übrig hat ist Abscheu. Er wird von den Nazis als minderwertig angesehen. Hier wird sehr verständlich geschildert, wie es behinderten Menschen im zweiten Weltkrieg erging. Von den Nazis Krüppel und Idioten genannt, war es bald nicht mehr möglich für sie, auf die Strasse zu gehen. Und so wurden sie versteckt von ihren Familien. Die Angst und Verzweiflung dieser Familie ist immer präsent. Anton muss lernen was gut und was schlecht ist. Seine Eltern verabscheuen den Führer, doch das darf niemand wissen. Anton weiss das und kann Geheimnisse für sich behalten. Der Kampf um dieses besondere Kind und seine Tapferkeit steht hier an erster Stelle..
Die Zielgruppe für dieses Buch sind natürlich Jugendliche, geeignet für Schulklassen. Der Schreibstil ist für den Unterricht perfekt geeignet. Einfach zu verstehen, ohne viel Drumherum. Kurze Sätze, eben für Kinder gemacht. Ein trauriges Schicksal in einer menschenunwürdigen Zeit..
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