Resonanzkörper

Herbstlaub im Licht der Sonne am Gaisberg, Salzburg, Foto: Alexa Schober

Stimmen wie Echos, die sich weigern zu verhallen, weil ihnen der Resonanzkörper fehlt?
Verrückte Welt.
Jene Stimmen, die am lautesten schweigen, sind es, die alles übertönen. Probier mal, dem Schweigen klarzumachen, dass es die Klappe halten soll. Viel Freude dabei und vor allem: gutes Durchhaltevermögen.
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Auch die Sache mit dem Schreiben – verzwickt.
Es fühlt sich phasenweise an, als stünde ich ohne Schlüssel vor der Tür zu meiner Sprache.
Kein vertrautes Wort ruft mich an. Seit Monaten. Ich klopfe gegen ihr massives Eichenholz. Sie bleibt verschlossen. Eine Klingel suche ich vergebens. Mit beiden Händen trommle ich gegen die Tür. Nichts passiert. Ich werfe meinen Körper dagegen, bis er schmerzt. Einen Zeh am linken Fuß hat’s erwischt, er gibt sich beleidigt.
Keine Chance. Die Tür ist zu.
Es ist, als würde meine eigene Sprache mich ghosten. Wie das so ist, im Leben..
Wenn Menschen gehen, wann genau verschwinden die an sie gerichteten Worte? Sollten sie nicht verstummen, ohne Resonanzkörper, an den sie sich richten?
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Sie.
Fehlt.
Schreiben ist mein Versuch, das Gestern im Jetzt festzuhalten, wohlwissend, dass das unmöglich ist. Ein Teil von mir will schreiben, um zu verstehen, dass nichts bleibt.
Dass selbst Wahrheit sich wandelt. Am Ende ist alles eine Geschichte, völlig ungeachtet der Echtheit des Jetzts, aus der sie einst entsprang.
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Alles in mir dreht sich um dieses Wort: Versöhnung.
Es gibt Dinge, die geschehen sind, Worte, die stachen, Rückzüge, die noch immer schmerzen, weil sie nie kommuniziert wurden. Früher hätte ich versucht, zu erklären, zu rechtfertigen, zu retten. Jetzt sitze ich still mit mir selbst und frage mich:
Was, wenn ich mich diesmal nicht schütze?
Was, wenn ich einfach offen bleibe – auch wenn’s weh tut?
Was, wenn ich in dieses Nichts voll einsteige, damit es seinen Schrecken verliert?
Ich kann dieser Resonanzkörper sein, inmitten des Lärms.
Ich bin das Auge meines inneren Orkans.
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Vielleicht ist Frieden kein Zustand, sondern ein Ausstieg. Ein Nein zum Krieg, den wir täglich auch gegen uns selbst führen. Ein Ja zu dem Teil in uns, der längst weiß, dass Leben grundsätzlich immer Heilung ist.
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Ich will sagen, was in mir lebt. Ohne Zensur.
Ich will in Kontakt bleiben – grundlegend mit mir selbst, um im Kontakt mit anderen dermaßen ich selbst zu sein, dass kein Weg an meinem Kern vorbei führt. Take me as I am.
Ich habe gelernt, mit Verlust umzugehen und mir die Freude auf all das Neue zu bewahren, wofür dann Platz geschaffen wird.
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Jeder Krieg, den wir führen, egal, ob innen oder außen, beginnt mit dem Satz: „Du bist schuld.“ Und jeder Frieden beginnt mit dem Mut zu fühlen.
Manchmal beginnt er auch mit der Frage: „Willst du recht haben oder willst du glücklich sein?“
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Ja, es tut weh.
Ja, ich war wütend, traurig, verwirrt.
Aber ich bin.
Vollständig.
Hier bei mir mit all meiner Kraft.
Und ich bin allzeit bei uns, mit all meiner Kraft!
Wenn es stürmt da drinnen, dann weil ich lebe.
Wenn es reißt, dann weil etwas Altes aufbricht, um Platz zu schaffen.
Ich schenke mir diese Momente. In der Mitte meines Orkans.
Ich sage Ja – auch zu mir selbst.
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Ich sitze im Warmen, während draußen der Herbst die Bäume entkleidet.
Das Gleichnis ist alt, aber immerzu echt.
Loslassen hat nichts Heroisches an sich. Wir lernen langsam, leichter zu werden und Kräfte zu bündeln.
Nicht alles, was wir gehen lassen, ist verloren. Das Laub der Blätter im Herbst ist des Baums Dünger für den Frühling. Er kommt wieder und webt einen neuen, noch gesünderen Jahresring um seinen Stamm.
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Es mag mich begleitet und geprägt haben, über viele Jahre.
Mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin. Nicht ausschließlich, aber auch.
Gleichzeitig muss es nicht bei mir bleiben, um diese Gültigkeit zu behalten.
Der Wert bleibt erhalten und vielleicht zeigt er sich im Abstand noch deutlicher.
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Nein, ich muss nicht alles halten.
Nicht jede Verbindung retten.
Nicht jeden Sinn verstehen.
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Vielleicht reicht es, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug, die Brüche stehen zu lassen. Und zu wissen:
Ich bin der Ort, an dem Heilung geschieht.
Ich bin im Leben.
Ich bin im Wandel.
Ich bin.
Hier bei dir, mit all meiner Kraft!
Ich bin allzeit bei uns, mit all meiner Kraft.
Und diese Kraft ist enorm.
Let me show it to you.
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Von der Singularität eines Tages


11 Jahre ist es nun her, dass sich mein Körper an diesem heutigen Datum sehr eindringlich daran erinnert, wie es sich anfühlt, noch immer am Leben zu sein. Ein Schweben in einem Zwischenraum, Jahr um Jahr wieder. Dann zieht es mich einmal mehr hinaus, rein in die Natur.
Vor genau 10 Jahren haben viele kleine und große Entscheidungen eine Situation aufgelöst, die, wenn auch nur einige davon minimal anders getroffen worden wären, mich heute eventuell nicht mehr durch die Wälder streifen lassen würden.
Ich bin dem Leben unendlich dankbar für die feinen Fäden und Verknüpfungen, die uns allen immer wieder Halt und Richtung geben. An diesem Tag vor 10 Jahren wäre ich ohne das Zutun und die Hilfe anderer Menschen, die ich nur vage und teils gar nicht kannte, nicht mehr heil nach Hause gekommen.
Was ich damit sagen möchte: Auf eine gewisse Weise sind wir alle miteinander verbunden. Mensch, Umwelt, Flora und Fauna. Es mag sein, dass wir eine Weile auch alleine ganz gut klarkommen. Aber nicht für immer. Das Leben auf dieser Kugel ist nicht so ausgelegt, dass auch nur das kleinste Teilchen auf ihr unabhängig vom Rest existiert. Wir hängen alle zusammen, berühren unsere Leben, verändern sie manchmal ganz subtil, dann wieder im großen Stil. Keine Begegnung geht spurlos an uns vorbei. Basierend auf dieser Tatsache sollten wir viel mehr und intensiver leben und dabei nie den Tod aus den Augen verlieren, der uns alle eines Tages erwartet.
Wir berühren die Existenzen anderer Menschen und Lebewesen und verändern sie immerzu. Keine Begegnung, keine Handlung ist umsonst oder ohne Effekt. Meist sind das keine großen Sprünge, oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Dann gibt es diese Momente, in denen sich die feinen Stränge verdichten, Energien hochfahren und uns spüren lassen, dass wir getragen werden. In welche Richtung auch immer, selbst der Tod gehört dazu. Es sind diese Momente, die rückwärts betrachtet ihren vollen Sinn entfalten, und, während sie geschehen, nichts anderes als unsere Hingabe verlangen. Hingabe und Vertrauen zum Leben, zur Veränderung, miteinander, Hand in Hand. Bis zum letzten Atemzug an dem einen Tag, der ebenfalls kommen wird.
Lasst uns diese Verbundenheit feiern, sie bewusst wahrnehmen, ihr Tag um Tag mehr vertrauen. Im Endeffekt sind wir hier alle Seelen, eingehüllt in sterbliche Körper, wild verstreut auf diesem Spiel- und Trainingsfeld der Erfahrungen und Erkenntnisse. Wir können uns das Leben schwer machen, ebenso, wie wir eine richtig geile Zeit miteinander haben können.
We have a choice.
Manchmal fühlt sich das an wie ein Fluch, ganz oft ist dieser Umstand ein Riesenglück.
Let’s make the best of it ♥
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Foto: Beautiful artwork by Silvio Vieira
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Alle Jahre wieder.. grüßt der Klimabonus!

 
Ehrlich – ich möchte das Ding endlich verstehen und weiß noch immer nicht, wo es hakt. Für jegliche Hinweise bin ich dankbar.
Die Hardfacts, so wie ich sie dem Schreiben entnehme:
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☻ 𝐀𝐋𝐋𝐄 𝐌𝐞𝐧𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐦𝐢𝐭 𝐇𝐖𝐒 𝐢𝐧 Ö 𝐟ü𝐫 𝐦𝐢𝐧𝐝𝐞𝐬𝐭𝐞𝐧𝐬 𝟏𝟖𝟑 𝐓𝐚𝐠𝐞 𝐢𝐦 𝐉𝐚𝐡𝐫 𝟐𝟎𝟐𝟒 𝐛𝐞𝐤𝐨𝐦𝐦𝐞𝐧 𝐝𝐞𝐧 𝐁𝐨𝐧𝐮𝐬 (nein, gemeint ist NICHT die Halswirbelsäule als Teil des Rückgrats..😏)
☻ 𝐂𝐎₂ 𝐢𝐬𝐭 𝐤𝐥𝐢𝐦𝐚𝐬𝐜𝐡ä𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡 (dass es durchaus von Nutzen ist und unser Planet ohne dieses Gas in seiner jetzigen Form nicht bestünde, sei dann anderorts erwähnt, okay.. CO₂ is the Bad Guy.)
☻ 𝐂𝐎₂ 𝐡𝐚𝐭 𝐣𝐞𝐭𝐳𝐭 𝐞𝐢𝐧𝐞𝐧 (reGIERungsgemachten) 𝐏𝐫𝐞𝐢𝐬. Damit uns das Umsteigen „attraktiv“ gemacht wird. Hach, wie ich diese Logik liebe. Herzallerliebst, einfühlsam und äußerst um- und weitsichtig!
☻ 𝐄𝐬 (ja was? Der Preis, das CO₂, der Klimabonus?? Achso. Immr brav den Pfeilen folgen, Alexa. Klimafreundliches Verhalten. Ok, weiter im Text) 𝐢𝐬𝐭 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐠𝐮𝐭 𝐟ü𝐫𝐬 𝐁ö𝐫𝐬𝐞𝐫𝐥. 𝐃𝐢𝐞 𝐄𝐢𝐧𝐧𝐚𝐡𝐦𝐞𝐧 𝐚𝐮𝐬 𝐝𝐞𝐦 𝐂𝐎₂-𝐏𝐫𝐞𝐢𝐬 𝐟𝐥𝐢𝐞ß𝐞𝐧 𝐧ä𝐦𝐥𝐢𝐜𝐡 (vollumfänglich, selbstverständlich) 𝐚𝐧 𝐝𝐢𝐞 𝐁𝐞𝐯ö𝐥𝐤𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠 𝐳𝐮𝐫ü𝐜𝐤. 𝐌𝐢𝐭 𝐝𝐞𝐦 𝐊𝐥𝐢𝐦𝐚𝐛𝐨𝐧𝐮𝐬. Also auch an all jene, die bereits mit ihren sauber produzierten und klimafreundlichen Superheld-E-Gefährten durch die Straßen rauschen und daher gar keinen Bad-Guy-Preis mehr bezahlen müssen? Okay. Gerechtigkeit für alle, I got it.
☻ 𝐃𝐚𝐝𝐮𝐫𝐜𝐡 𝐡𝐚𝐛𝐞𝐧 𝐚𝐥𝐥𝐞, 𝐝𝐢𝐞 𝐂𝐎₂ 𝐬𝐩𝐚𝐫𝐞𝐧 𝐮𝐧𝐝 𝐝𝐚𝐬 𝐊𝐥𝐢𝐦𝐚 𝐬𝐜𝐡ü𝐭𝐳𝐞𝐧 (natürlich bedingt sich das gegenseitig), 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐢𝐦 𝐁ö𝐫𝐬𝐞𝐫𝐥.
☻ Und jetzt wird’s spannend, denn dieses brillante, österreichische ReGIERungsgedicht geht völlig logisch in die nächste Strophe über: 𝐔𝐧𝐝 𝐰𝐞𝐫 𝐧𝐨𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐚𝐮𝐟 𝐤𝐥𝐢𝐦𝐚𝐟𝐫𝐞𝐮𝐧𝐝𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐀𝐥𝐭𝐞𝐫𝐧𝐚𝐭𝐢𝐯𝐞𝐧 𝐮𝐦𝐬𝐭𝐞𝐢𝐠𝐞𝐧 𝐤𝐚𝐧𝐧, 𝐛𝐞𝐤𝐨𝐦𝐦𝐭 𝐝𝐞𝐧 𝐂𝐎₂-𝐏𝐫𝐞𝐢𝐬 𝐚𝐮𝐬𝐠𝐞𝐠𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞𝐧. Ja, wer denn nun? Alle? Oder doch nur die, die noch nicht umsteigen können, weil’s nicht ganz sooo attraktiv ist? Ich bin ehrlich verwirrt 🤣
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Schön zu sehen, wie viele schlaue Gedanken hinter so einem Umverteilungsprojekt stehen können, ich bin ehrlich beeindruckt. Ein klitzekleiner Beitrag aus dem Bad-Guy-Preis wird vermutlich auch in die Erschaffung solch herausragender, in sich schlüssiger Gesetze und Erläuterungstexte investiert – wie sonst könnte ein derartiges Juwel entstehen? Chapeau!
Also ich verstehe das so:
Die ReGIERung nimmt allen, die noch immer auf den Bad Guy setzen, im großen Stil Geld ab. Und um das zumindest ein bissl auszugleichen, bekommen dann ALLE – also Bad Guys wie auch weiße Westenträger – einen Minianteil mit großem Tamtam und Bilderrätsel in Form einer Postwurfsendung und Direktüberweisung wieder zurück ins Börserl.
Herrlich. Man unterschätze nie die anxiolytische Wirkung stetig tropfender Bonunszahlungs-Infusionen auf den Großteil der österreichischen Bevölkerung. (Achtung werte Pharma, da macht jemand im großen Stil euren wertvollen Benzos Konkurrenz! 😉)
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Den „BONUS“ in all dem erkenne ich dennoch nicht, helft mir gerne weiter 🙈
Wer hat jetzt wirklich was davon?
Wir?
Das Klima?
Oder vielleicht doch…?
Ach, whatever.
Kopfknoten.
Das musste jetzt raus. Danke fürs Mitlesen.
Wenn mir jemand diesen bravourösen Gesetzes-Meilenstein unserer Noch-Regierung schlüssiger erklären kann – immer her damit!
Happy Start in die neue Woche 🤡
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