Hallo Nico, das Jahr neigt sich dem Ende und wir waren noch nie Fans von Rückblenden. Aber 2025 ist es wert erwähnt zu werden, leider mit sehr viel Negativem. War die erste Jahreshälfte noch voller schöner Momente, begann sich ab Juli das Blatt zu wenden.
Zeit und Gesundheit, unsere Worte des Jahres.
Zeit, die wir weniger auf dem Blog zugebracht haben, aber auch mit schönen Touren.
Gesundheit, die uns abhandengekommen ist.
Zeit, die man uns durch Krankheit genommen hat.
Passt gut auf euch! Jedes neue Jahr kann der Anfang von etwas Besserem werden.
Hallo Nico, wenn es mehr gibt als Hundeartikel in diesem Haushalt, dann sind es Bücher. Manche mögen es Hausbibliothek nennen, andere einfach nur verrückt. Und so trug es sich zu, an einem Oktobernachmittag, dass weitere vier Bücher Einzug in diesen dunkleren Schrank hielten. Frauchen wurde gefragt, ob sie nicht über Bookbotberichten möchte. Anfragen für Leckerlis können gern an mich weitergeleitet werden. Bookbot nutzt sie selbst erst seit diesem Jahr, um all die gelesenen Bücher in Hundefutter umzusetzen. Daher nahmen wir das Angebot gern an, weitere Stapel toter Bäume bei uns aufzunehmen. Aber nur übergangsweise, denn auch andere sollten später wieder in deren Genuss kommen, Hundefutter wird auch nicht billiger.
Ich erkläre euch kurz das Prinzip. Damit all diese Meisterwerke ein zweites Leben erhalten, fotografiert ihr euren Stapel gut leserlich ab und das war’s eigentlich schon. Jetzt heißt es, eine kleine Gassirunde um den Block machen und nach kurzer Zeit erhaltet ihr eine Antwort, ob eure Bücher auf Reisen gehen dürfen, der Versand ist für euch kostenlos. Wir verschicken regelmäßig Pakete, aber mit einem guten Gewissen, da Bücher wohl an Wert verloren haben. Bekommt man auf gängigen Plattformen manchmal 10 Cent, das reicht nicht mal für eine Kaustange, wird hier fair bewertet. Das ist immer ein wenig wie Börsennachrichten verfolgen, da ihr erst nach dem Einsenden und Bewerten einen Preis dafür seht. Auszahlungen könnt ihr ansammeln, euer Kontoguthaben wächst aber erst nach erfolgreichem Verkauf. Das geschieht sehr übersichtlich und ihr sehr immer euren aktuellen Stand, manchmal werden auch Bücher aussortiert, diese werden dann umweltgerecht entsorgt. Alle Fragen zum Verkauf werden euch hier beantwortet. Über die ein oder andere Preisbewertung waren wir überrascht und das in beide Richtungen.
Für die Statistiker unter euch: Wir haben seit Januar 45 Bücher eingeschickt, davon wurden 5 aussortiert und bereits 35 verkauft. Nun durfte Frauchen auch den Kauf testen, und als Sparfuchs hat sie natürlich mit anderen Plattformen verglichen. Somit fanden 4 Bücher eine neue Unterkunft auf Zeit.
Positiv sei noch gesagt, dass man genau das Buch erhält, welches man sieht, da jedes individuell fotografiert wird. Kleine Info an die Redaktion, ich stehe für Tierfotografie auch noch zur Verfügung. Im Ganzen sind wir sehr zufrieden mit dem Konzept. Wir wollen keinen großen Gewinn machen, auch wenn der Dackel im Haus das anders sieht. Es gibt uns aber ein gutes Gefühl, dass auch etwas schwer verkäufliche oder ältere Bücher nicht immer gleich weggeworfen werden müssen. Wir waren auch etwas skeptisch, da man sie aus der Hand gibt, ohne zu wissen, ob und wie viel man dafür bekommt. Aber hier, hinter den dunklen Türen unserer verrückten Hausbibliothek, wird es nicht besser. Bücher sind zum Lesen da, dekorativ bin nur ich.
Vielen Dank an Bookbot für die freundliche Unterstützung!
Hallo Nico, wir schreiben den 21. Juni, ein geschichtsträchtiger Tag. 1886 erfolgte die Grundsteinlegung und der damit beginnende Bau der Tower Bridge in London, 1895 eröffnete Kaiser Wilhelm II. den heutigen Nord-Ostsee-Kanal, 1988 wird die Schlagersängerin Beatrix Egli geboren und seit 2000 findet der Tag des Schlafes statt. Zudem ist heute noch Sommersonnenwende und was lässt sich am längsten Tag des Jahres am besten feiern? Genau, den Hund mit den kürzesten Beinen und dem größten Ego, denn heute ist nationaler Dackeltag.
Ich erwarte Glückwünsche, Standing Ovation und ganz viele Extraleckerlis. An letzterem arbeite ich noch, da meine Wurstverdiener diesen Tag noch nicht verinnerlicht haben. Ich gebe mir Mühe und bin bescheiden wie immer.
7.10 Uhr klingelt der Wecker, weil heute mal wieder eine Wanderung ansteht. Ich quengle schon um 6 Uhr, die Blase drückt und nächtlich hinzugekommene Gerüche wollen erkundet werden. Bevor alle am Frühstückstisch Platz nehmen dürfen, fordere ich mein eigenes ein. Die Fahrt verbringe ich natürlich mit nassem Unterbau auf Frauchens Schoß, die morgendliche Schnüffelrunde war erfolgreich. Die ersten 11 der 12 kilometerlangen Wanderung verbringe ich mit anpöbeln und dem Beschützen meines Rudels, um zufrieden auf der Rückfahrt vor mich hinzuträumen. Zu Hause angekommen stehe ich so lange vorm leeren Napf (Futter gibt es 14.30 Uhr, wir haben aber erst 14 Uhr) bis Frauchen nachgibt. Nach kurzem Aufdrängen einer Ballspielrunde tappe ich in mein Zimmer, entscheide mich fürs Gästebett anstelle des Körbchens und schlummere ein.
Heute war wieder ein guter Tag, es war mein Tag, der viel zu wenig gefeiert wird. Ich bin der Meinung, jeder Tag sollte Tag des Dackels sein.
Hallo Nico, zum Kuhstall sollte unsere heutige Wanderung gehen. Klang vielversprechend, auf Frauchens Arm wahrscheinlich umso angenehmer. Sie sah das jedoch anders, keine Treppen, kein Dackeltragen und Kühe gab es erst recht nicht. Aber ein kostenloser Parkplatz von dem es fast 2 Kilometer stetig bergauf ging, für Hunde aber sehr gut geeignet.
Gegen 10.30 Uhr erreichten wir das zweitgrößte Felsentor der Sächsischen Schweiz. Eine gute Zeit um den Touristenströmen zu entgehen, die uns auf dem Rückweg entgegenkamen. Wir durchquerten das Tor und unter uns ein toller Ausblick, aber Frauchens Neugier mit dem Aufstieg über die Himmelsleiter war geweckt. Diese „Leiter“ führt auf etwa 108 Stufen durch eine enge Felswand, gesichert durch ein Geländer, aber nur für den Aufstieg gedacht, wird man am Ende mit einem tollen Panoramablick belohnt.
Für Hunde nicht unbedingt geeignet, aber ich bekam trotzdem die Möglichkeit mit Frauchen auf der Aussichtsplattform zu posieren.
Von der anderen Seite und als Abstieg gedacht, erklomm sie mit mir, tragend, den Fels. Für geübte Treppensteiger – Hunde geeignet, ich als Dackel, soll jegliche Art von Treppen meiden, nicht immer leicht, vor allem wenn es um einen Thron geht.
Am Kuhstall gibt es natürlich eine Einkehrmöglichkeit, die aber erst um 11 Uhr öffnete und anscheinend das Ziel vieler Touristen war, denn die kamen nun in Gruppen.
Wir machten uns auf den Rückweg, auch der Abstieg ist anstrengend, aber auch interessant in die Gesichter der Entgegenkommenden zu schauen. Frauchen freute es, hatte sie doch den Felsen zur frühen Zeit fast für sich. Wir folgten dem Flößersteig, dort waren einst -wie der Name verrät- die Flößer unterwegs. Sie brachten Holz und andere Güter auf diese Weise von den Wäldern zu den Städten. Dieser Weg verläuft entlang der Kirnitzsch, angenehm zu laufen mit einem kleinen Anstieg erneut am Schluss.
-unbezahlte Werbung durch Ortsnennungen- Die Tour fand im März 2024 statt.
Hallo Nico, unsere erste Tour durch die Sächsische Schweiz sollte gleich zu einem der touristischen Hochburgen, den Schrammsteinen, führen. Gegen 10 Uhr starteten wir auf dem Parkplatz in Ostrau, ziemlich leer und mit einer Tageskarte für 5 Euro noch im Rahmen. Warum dieser Platz so leer war, stellten wir später fest, gratis Parken, ein paar Meter weiter, war nur den Einheimischen bekannt. Nicht mal unsere langgezogene Schuhwechselpause am Ende der Tour machte Frauchen glücklich, wollte sie doch unser Parkticket vergünstigt weiterverkaufen, peinlich und ohne Erfolg.
Zurück zu Beschreibung, die Schrammsteine umfassen eine etwa 300 Meter lange Felsreihe aber keiner sollte unserer sein, da doch nicht allzu hundefreundlich. Wir wählten eine recht langsam ansteigende Route, für Frauchen als Flachwanderin auch schon zu steil, zudem hatte sie 6 Kilo Kampfgewicht mehr, da sie mich etwas ein Drittel der Tour trug, eben wie es sich für einen Dackel gehörte. Nur an der sprachlichen Bespaßung müssen wir noch etwas feilen, mit Schimpfwörtern kann ich nicht so viel anfangen.
Nach einigem Genörgel über die zusätzliche Schlepperei des königlichen Dackels erreichten wir das Schrammsteintor, der Eingang durch die Felsen, deren Boden komplett mit Sand bedeckt ist. Leicht lächelnd führte sie uns rechts daran vorbei, sollten die anderen sich doch erst einmal quälen. Somit liefen wir eine kleine Schleife um die Felsen, bis wir nach ungefähr einem Kilometer den Elbleitenweg verließen und über den Schrammsteinweg zurückkehrten. Dieses Mal durchwanderten wir das Tor und bogen nach rechts, Richtung Falkenstein, ab. Der 378 Meter hohe, bei Kletterern sehr beliebte Felsen, ist beeindruckend. Die Erstbesteigung war 1864 und galt als Geburtsstunde des Klettersports in der Sächsischen Schweiz.
Die Sonne legte zu und auch mehr Menschen querten unsere Wege. Kurz nach dem Falkenstein wurden wir von netten Wanderern vor gelassen, es ging eine steile Treppe nach unten, dieses Mal kam Herrchen in den Genuss des Dackelträgers.
Der nächste Abschnitt führte angenehm an weiteren Felsen vorbei, auf leicht abfallenden Wegen konnte auch ich allein laufen. Wir kamen zur Hauptstraße, auf der rechten Seite ein voller Parkplatz, aber gratis. Bevor es den steilen Aufstieg zurück zu unserem Parkplatz ging, verliefen wir uns, der Weg wurde noch steiler und Frauchens Gebrummel über die ausgegebenen Gebühren nahm zu.
Ich ertrug es stumm, wurde ich doch auch hier ein letztes Mal getragen und genoss die Rückfahrt schlafend auf der Rückbank. Bis zum nächsten Morgen hätten wir hier noch stehen können, das Ticket kommt nun wohl zu unserer Sammlung.
-unbezahlte Werbung durch Ortsnennungen- Die Tour fand im März 2024 statt.
Hallo Nico, ab wann heißt es wandern, statt spazieren gehen? In den Weiten des Internets gibt es dazu verschiedene Definitionen, wir verfolgen unsere eigene.
Frauchens Planung einer Tour beginnt meist eine Woche oder auch ganze Monate vor Urlaubsbeginn. Macht uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, gibt es besonders viel schlechte Laune über nicht erreichte Ziele. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist unsere Verpflegung, belegte Kohlenhydratteilchen und der bekannte Wandersekt sind Pflicht und somit unsere Auslegung des Begriffs Wandern: „Sekt dabei -keine Spaziererei“ .
Als Neu-Nordlichter gleicht unser regelmäßiges Höhenprofil der Sinuslinie eines Sterbenden. Wir brauchten mehr Aktion. Das begann schon bei der Überlegung unseres nächsten Reiseziels. Wollten wir für fünf Stunden noch nach Holland, ging es danach auf Ferienhaussuche nach Emden und landeten schließlich im schönen Sachsen. (Die Expedition auf der Landkarte war somit schon mal abgeharkt.) Dem Laufparadies schlechthin und die absolute Herausforderung eines Flachwanderers. Aber Frauchen wäre nicht Frauchen, wenn sie nicht nach der Buchung mit der sofortigen Planung unsere Touren begann. Die vorhandene Zeit war das größte Problem und somit landeten zehn Routen auf der To-Do-Liste, in Abhängigkeit vom Wetter, der Wurstverdienerin größter Gegner.
Nicht ganz zu unterschätzen, inwieweit die Wege oder besser gesagt Treppen in der Sächsischen Schweiz mit Hund begehbar waren. Hierfür holte sie sich Tipps auf anderen Blogs, behelligte die Tourist-Information mit einer Großbestellung an passendem Material bis hin zu barrierefreien Touren. Ich werde in den nächsten Beiträgen berichten wie es uns ergangen ist und ob Frauchens Routenplanung ein Erfolg war.
Hallo Nico, ich habe nicht nur eine Mission als Wanderdackel, sondern möchte euch auch meine Beobachtungen als Dackelionista mitteilen. In den Wanderregionen des Nordens trifft man nicht allzu viele Gleichgesinnte. In der Sächsischen Schweiz (wir berichten demnächst), einem der Wanderhotspots schlechthin, trifft man alle Kleidungsgruppen an.
Da gibt es den professionellen Wanderer, ihn erkennt man am Rucksack der wohl bekanntesten Marke, hat Schulter- und Hüftgurt passend geschnallt, an der Seite baumelt entweder eine große Flasche oder eine Emaille Tasse mit lustigem Motiv und Spruch.
Der Neu-Wanderer, alle Gurte sind offen, da man noch nicht so recht weiß, wofür die sind, die farbintensive Hose und Jacke schimmern schon von weitem, das Etikett wurde jedoch gefunden und entfernt.
Der sich verkleidende Wanderer, er steckt dick eingepackt in einer Jacke, die an einen Wattwurm erinnert, die Hände in den Taschen, nicht auszudenken was passiert, wenn er stürzt.
Der eingeladene Wanderer, meist neben einem Professionellen, aber gekleidet, als würde er auf eine Veranstaltung gehen, den Schal dick um den Hals gebunden, der Rest könnte sich jedoch im Gestrüpp verfangen.
Der Sylt Wanderer (ein wenig Klischee muss sein), gekleidet, als käme er aus einer Bar, das Poloshirt um die Schulter geworfen, Sonnenbrille auch bei Regen, auf Kilometer stark parfümiert, wahrscheinlich einfach falsch abgebogen.
Und zum Schluss Frauchens absoluten Lieblingswanderer, den Influencer (Entschuldigung, für alle, die sich angesprochen fühlen). Eine gute Mischung aus dem Verkleideten, dem Eingeladenen und mit großem Aszendenten des Sylt Wanderers. Hinzu kommen stundenlanges realistisches Posen ohne Jacke, auch bei Minusgraden und dem schnell wieder einsteigen in das fünf Metern entfernt geparkte Autos. Schnell erkennt man ihn auch an dem nicht vorhandenen Rucksack, bevorzugt werden eher Hand- oder Brusttasche.
Ich bin der einfache Wanderer, ohne Rucksack (dafür bin ich zum Glück zu klein) oder Kleidung. Mich erkennt man an einem fotografierendem Frauchen, das meint, die Routenapp hätte immer unrecht und verwirrend sich in der Gegend umschauend, aber dafür ist sie meine Lieblingswanderin.
Hallo Nico, unsere Wurstverdienerin liebt Planungen und Listen. Im April stieß sie auf den Beitrag der lieben Britta. „To-Want-Liste“ klingt komisch und ist für mir als Dackel nicht allzu interessant. Frauchen sprang sofort auf das Thema an. Hatte sie doch bereits Jahresprojekte, wie der Verzicht neuer Kleidung oder das Fotografieren eines täglichen Bildes. Sie las sich durch das ganze Internet für Inspirationen und am Ende blickte sie auf ein Blatt Papier, weiß und unbeschrieben. Ideen wie ein Picknick am Strand, bestimmte Orte besuchen, landestypische Gerichte kochen ,… standen hoch im Kurs, um dann festzustellen, dass sie all das bereits ganz oder in Teilen umgesetzt hatte. Sie braucht keine Listen, sie macht die Dinge einfach, wenn es zeitlich und finanziell passt. In diesem Jahr ging es auf den höchsten Berg der Sächsischen Schweiz (Beiträge folgen zeitnah), sind in die Glitzerwelt von Instagram vorgedrungen, haben die böhmische Küche kennengelernt und zu Hause nachgekocht. Die Wurstverdienerin war allein aufStädtereise in München, trank Sekt zum Frühstück, tanzte auf einem Konzert im Regen und machte Menschen mit ihren Kalendern glücklich.
Jetzt gilt es mich mit einem böllerfreiem Silvester zu erfreuen, Sylt sei Dank. Wir freuen uns auf eine Reise nach Frankreich im nächsten Jahr, weitere Touren befinden sich schon in der Endplanung.
All die Dinge standen nie auf einer Liste, sie waren Gefühle, die Realität wurden. Und am Ende dieses Jahres sind wir einfach nur glücklich über eine fast gesunde Zeit mit tollen Momenten.
Wir hoffen, euer Jahr verlief auch erfolgreich nach euren Wünschen und Vorstellungen. Das Leben kommt meist dazwischen, aber wie sagte schon der weise Postkartenspruch „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen“. Dem werden wir auch 2025 folgen, euch auf Klugscheißer Touren mitnehmen, Rezepte testen und in den Alltag eines Dackels schnuppern. Schaut vorbei, kommentiert oder lest nur mit und lasst euch vom Alltag ein wenig ablenken. Auf eine ruhige Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr.
Hallo Nico, wir Dackel werden des Öfteren als Wurst oder Hot Dog bezeichnet. Daher lag es nahe dem Thüringer Bratwurstmuseum einen Besuch abzustatten. Auf deren Website heißt es „Hunde sind willkommen, solange sie die Pfötchen von unseren Bratwürsten lassen.“ Schwierige Mission, aber machbar, wenn man ein Frauchen dabei hat. Eben diese plante unsere Tour mit dem Highlight des Museums am Ende der Strecke.
Ausgangspunkt war der Parkplatz an der Popperöder Quelle mit seinem Brunnenhaus. Die Wanderung schien ein Spektakel an Wurst Wortwitzen zu werden. Aber zurück zur Quelle, denn die heißt wirklich so und ist, durch eine Infotafel erklärend, 1199 wahrscheinlich durch einen Erdfall entstanden.
Seit 1604 nimmt die Stadt Mühlhausen diese Sehenswürdigkeit als Anlass zum Feiern und widmet ihr eine ganze Party, dem alljährlichen Brunnenfest.
Da derzeit kein Fest im Gange war, liefen wir Richtung Stadtwald, vorbei am Friedhof Waldfrieden. Im Wald ließen wir die gut ausgeschilderten Wege hinter uns, wir hatten ja eine App und verliefen uns natürlich. „Die Wege sehen auf dem Handy ganz anders aus“, murmelte Frauchen vor sich hin, „Hauptsache wir verfehlten die Mammutbäume nicht“.
Hier sehen wir übrigens das Sprichwort „den Wald vor lauter Bäumen Schildern nicht sehen“ in seiner Perfektion.
Vermeintliche Abkürzungen sind das ganz große Talent besagter Mitwanderer. Aber neben dem eindeutigen Hinweis waren die Bäume schon recht gut von anderen zu entscheiden. Diese sollen bis zu 3200 Jahre alt werden können, unsere Exemplare müssen immerhin schon 140 Jahren das Umarmen neugieriger Besucher ertragen, Frauchen inbegriffen um festzustellen, dass eine Armlänge schnell überschätzt wird.
Einem Dackeldoppelgänger, auch noch in weiblicher Form, schenkte ich meine ganze Aufmerksamkeit (sie ließ mich für eine Maus links liegen) bis es weiter zurück Richtung Stadt ging.
Rechter Hand erkannte man noch die Ruinen einer ehemaligen Munitionsfabrik, Präzisionsinstrumente und Zünder wurden hier gefertigt. Beschäftigt waren zu Beginn einheimische Facharbeiter und später vor allem „Ostarbeiter“, die aus dem KZ Buchenwald zugewiesen wurden. Kurz vor einer Waldgaststätte, (heute geschlossen) befand sich ein KZ Gedenkstein.
Die Gaststätte ließen wir rechts liegen, war doch das Bratwurstmuseum unsere Einkehrmöglichkeit, ein Wurstparadies für jedermann, 2023 am neuen Standort eröffnet und ich mittendrin. Leider war ein Großteil auch eher ein großer Spielplatz für Erwachsene, Frauchen liebt solche Orte und deren unmöglichen Fotomotive. Hier nur eine kleine Auswahl:
Nahrungsaufnahme war hier Priorität Nummer eins und nachdem der Bierbecher geleert war, mein Wassernapf-Ersatz. Wurst für mich gab es auch nicht, nur das trockene Brötchen fand den Weg in meinen Magen, musste ich doch noch eine Strecke mit Frauchen in einem geschlossenen Fahrzeug verbringen, meine Bratwurstverdauung ist unzumutbar.
Ein paar Tiere lernte ich auch kennen, die Anfänge einer jeden Wurst. Vermisst habe ich nur eine Dackelstatue, für mich selbstverständlich als formgebendes Vorbild.
Hallo Nico, beginnen wir heute mit einem Zitat des österreichischen Lyrikers Erich Fried: „Für die Welt bist du irgendjemand, doch für irgendjemand bist du die Welt!“
Dieser weise Mann kannte mich nicht, ihm war aber damals schon die Bedeutung eines Hundes für den Menschen bekannt. Und so wanderte Frauchen, zusammen mit ihrem Lieblingscharly, zum geografischen Mittelpunkt Deutschlands, von anderen (Erklärung zu kompliziert, zu lang, wir akzeptieren nur diesen) Mittelpunkten in Hessen oder Südniedersachsen distanzieren wir uns in diesem Beitrag. Neben dem Königsstuhlwar es nun an der Zeit, dem Dackel einen weiteren gerecht werdenden Ort zu zeigen. Nur den Stuhl, den haben wir vergessen.
Startpunkt war der kleine Parkplatz, direkt am Mittelpunktstein, der erste seiner Art, gekrönt mit einer Kaiserlinde. Darauf musste morgens um 10 Uhr, nach königlicher Wandersitte, angestoßen werden. Für mich gab es nur Bestecher-Leckerli, da bin ich anspruchslos und dankbar, dass Frauchen mehr als nur Gurken dabei hatte. Schnell den netten älteren Herrn zwecks fotografieren belästigt und anschließend vorbei am Museum des Opfermoores, heute geschlossen, stand aber sowieso nicht auf unserer To-do-Liste.
Wir folgten einem längeren Weg, kurz gefolgt von den harmonischen Geräuschen einer Recyclinganlage, gepaart mit dem Krähen gleichnamiger Vögel. Die warteten nur auf Futter und wäre ich nicht an der Leine gefangen, hätten sie meinen Hunger kennengelernt. Wir streiften kurz das kleine Örtchen Seebach, vorbei an einer ca. 275 Jahre alten Zigeunerlinde. Ob die sich nun noch so nennen darf, möchte ich hier nicht diskutieren. Ich posierte noch vor den Resten einer ehemaligen Burg, ein Torbogen mit einer Grabstätte im hinteren Teil. Hans Freiherr von Berlepsch ist noch zu lesen, er gilt als Begründer des Vogelschutzes und Erfinder der Nisthöhle, sowie Vogelhäusern.
Gleich nach der Ruine machen wir einen kurzen Mittagstopp an der Wehranlage, das Plätschern des Wassers machte die Pause perfekt.
Über Wiesen und Felder liefen wir zurück Richtung Niederdorla, vorbei am Palumpa Land, einem Campingplatz an der Talsperre Seebach gelegen. Da wahrscheinlich gerade Camping Nebensaison war, gab es keine Touris, nur das Drachentretboot schwappte einsam am Anleger.
Im Ort wanderten wir über den Dorfanger und durchliefen zuvor eines der letzten erhaltenen Dorftore Thüringens. Beim Namen mussten wir zweimal hinsehen, sicher ein beliebtes Fotomotiv, aber hoch genug um es nicht zu entwenden.
Kurz vorm Parkplatz machen wir einen kleinen Abstecher am Opfermoor entlang. Früher wurde hier Torf abgebaut, bis irgendwann Tierknochen und Scherben gefunden wurden. Der Platz mit seinem See übte damals große Anziehung aus, die Menschen fühlten sich den Göttern besonders nahe und genau denen machten sie Opfergaben, 86 Heiligtümer wurde nachgewiesen. Auch ich übe eine besondere Anziehung auf Frauchen aus, sodass immer mal wieder ein Leckerli in meinem Magen verschwand, armer reicher Dackel und wieder bin ich der alleinige Mittelpunkt.