Und – wie sattelfest sind SIE?

Februar 2, 2011

Mal ehrlich… wussten sie das? Also – bevor sie den Film gesehen haben? Oder saßen sie mit offenen Augen (und später mit offenem Mund) im Kino, genauso wie die männlichen Kollegen links und rechts neben mir? Stimmt, Harry und Sally, von daher kannten wir das schon, und ich weiss nicht, ob dieser Schock mit dem damaligen mithalten konnte… aber schlecht war er sicher nicht…

Wovon ich spreche? Na sehen Sie am besten selbst: Ja klar, wir Frauen wussten das, aber gilt das auch für  Männer?

Ok, einschlafen… das kann schon mal passieren. Um 4 Uhr morgens, nach dem 6. vorgespielten Orgasmus, wenn er immer noch seine Standhaftigkeit beweisen will… 😉 Scherz beiseite.

Dies ist ein Blog und keine Sexualtherapie; dennoch kann es nicht schaden zu wissen, dass für die meisten Frauen ziemlich die selben „Orgasmus-Regeln“ gelten. Und die finden sie zB hier: http://www.hagdise.de/sexualma/orgasmusfrau.pdf Ich empfehle  auf dieser Basis nochmals mit der Freundin noch zu sprechen, denn vielleicht hat sie ja eine Idee, wie die Sache noch etwas spaßiger für sie (beide) werden kann… 😉

Leider konnte ich auch nach längerer Recherche kein äquivalentes Dokument für männliche Orgasmen finden, Frau sei deshalb ein Buch empfohlen, welches Männer durchaus als empfehlenswert einstufen: Paul Joannides: Wild Thing. Sextipps for boys and girls. (Mosaik bei Goldmann) Hier wird auch SIE fündig 😉

Abschliessend sei gesagt: Die eigene Fantasie treibt sowohl Mann als auch Frau oftmals weit hinaus, soweit, dass wir uns nicht zutrauen, diese auch unseren Partnern mitzuteilen, weil wir fürchten, sie zu verschrecken. Versuchen sies trotzdem, und lassen sie sich überraschen, wie viel lustvolle Fantasien sich in deren Vorstellung so tummeln…

Flirtseminare hui… oder pfui?

Januar 31, 2011

Zugegeben, ich beschäftige mich beruflich auch mit dem Thema Flirten, oder sagen wir mal – dem Beenden des Single-Daseins. Aber was ich da von Kollegen immer öfter lesen, hören und sehen muss, das dreht doch dem stärksten Erdferkel den Magen um… 😉

Sie wachsen aus dem Boden wie Unkraut: Flirtseminare, Flirttrainings, Flirttrainer, Flirt“doktoren“ oder wie auch immer die Betroffenen sich nennen mögen. Und sie verkaufen? Die Kunst zu Flirten. Also – genaugenommen eine Strategie, wie mann oder frau beim anderen (oder gleichen; obwohl ich gestehe, dass ich nicht weiss, ob das auch zum Programm zählt) Geschlecht landen kann. Und zugegeben, diese Strategien funktionieren auch. Für so ca fünf Dates, denn dann wird aus dem supercoolen Macho wieder der kleine Maxi, der eigentlich trotzdem immer noch zu Hause wohnt, oder der geldgetriebene Workaholic, der für Beziehung eigentlich keine Zeit hat. (Anmerkung: hier sind natürlich nur zwei Beispiele aufgezählt, die Möglichkeiten der Rückverwandlung sind vielfältig und unbeschränkt.)

Und dann? Dann heisst es – goodbye Zicke (männlich sowohl als weiblich) und auf zum nächsten potentiellen Flirt-Opfer. Welch grosses Wunder, dass da so manch einer das Vertrauen in das andere (oder gleiche) Geschlecht verliert…

Aber noch viel schlimmer: man stelle sich folgendes Szenario vor (in dieser Version für Frauen, anders geschlechtliche oder anders orientierte ersetzen die Geschlechtsbezeichnung bitte beliebig): alle, wirklich alle Männer dieser Welt besuchen genannte Seminare. (gut für die Anbieter…). Wie langweilig?! Welche Frau will das? Vorprogrammierte Roboter steuern die Auserwählte(n) in einer Bar an und jeder einzelne macht… das was alle machen. Massentauglichkeit statt Individualität. Gut, man sagt ja, wer nicht für sich selbst denkt, ist leicht lenkbar… also könnte es doch auch für die Damen lustig werden, wenn sie den Anspuch auf Liebe herunter schrauben…

Flirtseminare in allen Ehren, aber sie können niemals eine wahre und individuelle Persönlichkeit ersetzen… Vielleicht besuchen sie lieber mal ein Personal Branding (ich hätte da eine gute Adresse) und vermischen das dann mit Flirttipps (auch hier kann ich gerne weiterempfehlen) – und legen dann los. Als SIE SELBST… und sind damit auch erfolgreich!

Weihnachten 2010

Dezember 24, 2010

…ich wünsche ein Frohes Fest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

…über das Mysterium des Stillstands der Zeit…

September 8, 2010

Zeit. Zeit ist schon etwas Seltsames. Wenn man sie braucht, ist sie nicht da, wenn man sie hat, dann kann sie schnell mal zu viel werden.

Besonders seltsam ist es, wenn die Zeit stillsteht. Und ich meine jetzt nicht das angenehme stillstehen, sondern das, bei dem man sich gern wehren möchte, aber es nützt nichts. Die Uhr tickt. Aber die Zeit steht still. Im falschen jetzt. Im anderen jetzt hätte mans gern – in dem jetzt, in dem es viel zu tun gibt! Doch nicht in diesem jetzt, jetzt kann man das gar nicht gebrauchen. Man wartet. Warum eigentlich? Es gibt viel zu tun. Und doch wieder nicht. Nicht jetzt. Diese Zeit. Die Zeit, die einen dazu zwingt. Zum Stillstand. Diese Zeit würde man am liebsten totschlagen. Aber es geht nicht. Die Uhr tickt weiter. Unermüdlich.

Heute keine Tipps. Manchmal ist das gut. Nur die Zeit. Die tickt.

http://www.youtube.com/watch?v=s9Vn5kCasUo&feature=related

Ex, ich will Sex ;) Hochzeit nicht ausgeschlossen!

September 2, 2010

Der Ex ist weg, der Liebeskummer da, und unsere Gedanken drehen sich nur um eins: wie bekomme ich ihn wieder? Den geliebten Ex? In diesen beinahe qualvollen Stunden lechtzen wir förmlich nach jedem guten Rat, den wir bekommen können und – versuchen ihn zu befolgen.

Und es gibt auch viele „gute“ Ratschläge, genaugenommen – das Internet ist voll davon: Es ist wirklich unglaublich, was manche Beratungsagenturen so von sich geben, und wir – geplagt von unserem Schmerz, sehnsüchtig darauf wartend, dass der geliebte Ex doch bald wieder in unseren Armen liegt – glauben tatsächlich dran, dass an diesen Aussagen was dran ist.

Wie bekomme ich meinen Ex zurück? Diese Vereinigung (http://www.ex-zurueck-gewinnen.de/) von Damen und Herren haben sich zusammengetan, um getrennte Pärchen wieder zusammenzubringen. Eine wunderbare Idee, nur die Methode?

1. Aussage: warum sich ein Mann trennt: weil er den (emotionalen) Stress nicht aushält, in den er von der Frau getrieben wird.

Ratschlag: sie (die Frauen) können sich verändern! Werden sie die Frau, die dem Mann das gibt, was er braucht (Anhimmelung).

Die Frau soll sich verändern, damit sie dem Mann gefällt? Werden Sie die Frau, die ihr Ex aushält? Mit einem Wort – verändern sie bitte ihren Charakter so, dass sie endlich in das Bild passen, dass ihrem Ex in den Kram passt? Aus Alice Schwarzer mach Kelly Bundy??? (http://www.youtube.com/watch?v=4_9eyrod4uo&feature=related)

Zugegeben: es ist wahrscheinlich die einzige Methode, um eine erfolgreiche Beziehung mit ihrem Ex zu führen. Aber was ist mit ihnen? Wie weit müssen sie sich selbst in den Hintergrund stellen, wie weit ihre eigenen Bedürfnisse verdrängen, damit sie in das Schema des Ex passen? Und vor allem: wie geht es ihnen damit? Wie geht es ihnen damit, das ganze Leben weiterhin darauf zu achten, ja keinen Fehler zu machen, ja keinen emotionalen Stress bei ihrem Parnter auszulösen und in der Angst zu leben – falls sie es doch tun, ist er weg?

Mein Vorschlag: wenn er sie für zu kompliziert hält, dann lassen sie ihn gehen. Er sucht – wie Bernhard Ludwig so schön sagt – die einfache Tussi zum Herzeigen, auf die er sich nicht einstellen muss, auf die er nicht eingehen muss, und mit der sich in seinem Leben nichts verändert.

Beziehung ist jedoch was für zwei. Beide lernen im Kontak, im Umgang miteinander, welche Regeln in dieser Beziehung gelten und beide passen sich an die gemeinsamen Regeln an. In schwierigen Sitationen spricht nichts dagegen, sich Hilfe von aussen zu holen (oft ist der Grund ein einfaches Problem in der Kommunikation, im Tempo, oder in der Art, wie Dinge „früher“ gelöst wurden).

Und wenns nicht passt? Dann hat man was gelernt. Und irgendwann auch – der andere ;)!

Hänsel und Gretel, Romeo und Julia, Aschenputtel und der Froschkönig, oder die Faust aufs Aug…

August 16, 2010

… von der Suche nach dem „Idealpartner“…

Es ist wirklich schwierig heutzutage: die Medien überfluten uns mit Hinweisen und guten Ratschlägen, wie wir ihn (oder sie) finden: den Idealpartner. Die eine Zeitschrift weiss, wie man(n/frau) am Puls der Zeit flirtet, die nächste Radiosendung erklärt, wie genau der erste Augenaufschlag aussehen soll und in welcher Sekundenfrequenz das Hin-und Herschauen abzulaufen hat, und tausend und abertausende von Büchern erklären mir, was ich selbst dazu beizutragen habe, damit ich den Idealpartner überhaupt finden kann. (ein Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=Y09lmrdAnZ8 – passend zu den vorgeschlagenen Tipps vielleicht noch folgendes – konkret, aber nicht zu sehr 😉 : http://www.youtube.com/watch?v=zHd32MGl_tg)

Zugegeben, ich bin ja eine von denen, die immer wieder ihr Näschen in solche Angelegenheiten steckt. Und ich habe entdeckt, so gescheit auch die Ratschläge sein mögen, so unvollständig sind sie doch gleichermassen.

Um den Idealpartner zu finden, muss man selbst erstmal der Idealpartner sein.

Das ist so ein Ratschlag, der, wenn man ihn liest, gut und richtig klingt. Bei näherem Betrachten jedoch frage ich mich – hält der Satz tatsächlich, was er verspricht? Oder ist er einfach genau das, was auch der Hollywood-Klassiker für uns bereithält? Eine Idealisierung der Welt?

Ja, genaugenommen stimmt der Satz so, wie er steht. In einer idealen Welt, in der wir davon ausgehen können, dass jeder Mensch innerlich ein Zen-Mönch ist und erleuchtet durch das Leben geht, dort finden sich zwei Idealpartner, die bereits Idealpartner sind – nämlich so, wie sie (von Gott oder an wen auch immer man glaubt) gedacht sind.

Aber – ist es nicht einfach in Wahrheit so, dass wir IMMER Idealpartner sind? Egal, wie weit wir uns entwickelt haben? Und dass diese „Idealpartner-Ideologie“ nichts, aber auch gar nichts bedarf ausser so zu sein, wie man gerade ist? Und sei es, dass man sich immer noch nach den Wünschen anderer richtet, seine erste grosse Liebe nicht vergessen kann, ein Herz aus Stein besitzt etc? Denn auch diese Menschen bekommen ihre Idealpartner. Nämlich die, die sie dazu bringen (können), sich weiter zu entwickeln, und das gilt für beide Seiten.

Das heisst also, wir bekommen sowieso immer unseren Idealpartner, also den, der im MOMENT ideal für uns ist. Ohne noch extra was dafür zu tun. Und das was wir tun, um „ideal“ zu werden? Das tun wir für uns selbst… um der Mensch zu werden, den wir in der Früh im Spiegel ansehen und zu dem wir sagen können: Ja, ich mag Dich :)!

Und die Beziehungen? Wenn wir jetzt nicht mehr den Idealpartner zu finden brauchen, was brauchen wir dann? Ich glaube, es reicht schon, wenn wir eins haben: den festen Wunsch, mit dem Partner zusammenzubleiben (aus welchem Grund auch immer)… und das „idealerweise“ beidseitig ;)!

Urlaub, Reise, Reisezeit… und die Reise deines Lebens

Juli 26, 2010

Urlaubszeit, Reisezeit: was bedeutet es aber nun zu reisen? Für die eine heisst es – sich in einem all inclusive Club an den Strand zu schmeissen, den ganzen Tag an der Strand- oder Poolbar den Alkoholpegel auf Stand zu halten oder sich am Buffet nichts entgehen zu lassen, für andere heisst es: Rein in den Bus und dann geht’s schon los, auf rund um die ganze Insel, möglichst alles sehen in 2 Tagen in der ganzen Gruppe mit eigens aus dem eigenen Land mitgebrachter Reiseleitung; für wieder andere bedeutet es sich den Rucksack anzuschnallen, und sich per Zug oder gar per Autostop auf den Weg zu machen… oder überhaupt ganz anders. Die Möglichkeiten scheinen hier unbegrenzt…

Für mich bedeutet reisen: erkennen. Mich, andere, die Welt. Es bedeutet, und ich spreche jetzt nicht von einem kurzen Urlaub, sondern von einer Reise, ein sich einlassen auf das Land in das man fährt und in dem man sich aufhält. Es bedeutet: ich lasse den österreichischen Standard hinter mir, lasse mich ein auf das, was vor mir liegt. Versuche mich anzupassen, versuche, die Kultur und das Leben in mich aufzusaugen, versuche für eine begrenzte Zeit des Aufenthalts die Dinge so zu machen, wie es die Eingeborenen tun.

Das bedeutet zum einen, dass es nicht mir oftmals nicht möglich ist, in einer Gruppe zu reisen. Ich reise gern allein. Es bedeutet, dass ich zum Beispiel bei Einladungen zum Essen bei einheimischen Familien Dinge esse, ohne mir den Kopf darüber zu zerbrechen, ob sie mit standardisiertem Wasser der Marke Evian gewaschen wurden und somit den Iglo Gefrierkriterien entsprechen. Es bedeutet, dass ich darauf verzichte, mich einer Gruppe anzuschliessen, in der mir ein Führer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zeigt, sondern ich gehe – am besten sogar ohne „lonlely planet“ und konsorten (wobei dieses Werk sogar für solche Arten von Reisen zu empfehlen ist) einfach drauflos, und bin gespannt, was ich finde. Und ich werde fündig…

Immer. 🙂 Mehr über meine Reisen gibt’s in einem meiner nächsten Bücher zu lesen… über die Reise, und was ich gefunden habe… nämlich auf jeden Fall – ein Stückchen mehr von mir selbst. 🙂

Schönen Sommer! 🙂

Rote Lippen soll man küssen…

Juli 6, 2010

…denn zum Küssen sind sie da… und vor allem heute am Tag des Kusses. In unserer Kultur wird durch einen Kuss vorranging die sexuelle Zuwendung ausgedrückt, aber nicht nur, denn ein Kuss ist auch die Geste von Freundschaft oder Ehrerbietung. Dann nennt man den Kuss zwar im Sprachgebrauch nicht Kuss, sondern Bussi, oder Handkuss, dennoch ist es eine Berührung mit den Lippen, charakteristisch für den Kuss!

Zur Begrüssung ein Bussi – das ist zwischen Freunden sehr weit verbreitet; und in machen Kulturen sogar „pflicht“. So kommt man in Lateinamerika zB in einen völlig fremden Familienkreis, wird vorgestellt und hat dann die „Pflicht“, allen vorgestellten Familienmitgliedern ein Bussi auf die Wange zu geben. EINS wohlgemerkt, nicht zwei oder drei. Zwei Küsse gelten im vor allem im Österreich, Deutschland und Italien, während die Schweizer lieber dreimal die Wange küssen. Bestimmt gibt es aber auch hier noch unzählige hier nicht mehr erwähnte Kuss-Begrüssungsformeln, ich freue mich an dieser Stelle sehr über weiterführende Beiträge! 😉

Übrigens ist der Nasenkuss, wie weit verbreitet geglaubt, in Wahrheit gar kein Kuss, sondern eine Form der Begrüssung. Wer also liebevoll die Nase aneinander reibt, der küsst sich nicht wie die Eskimos, sondern reibt einfach liebevoll die Nase aneinander. Auch gut, solang es Spass macht ;)!

Allen, die beim Küssen noch nicht so erfahren sind, wird in der Regel wie schon in alten Zeiten von „Bravo“ und „Rennbahn Express“ vorgeschlagen, den Handrücken zu ersten, noch allein durchgeführten Kussübungen heranzuziehen (http://www.bravo.de/online/render.php?render=69249). In einerm anderen Forum bin ich dann auf eine weitere Methode gestossen, das Training erfolgreich zu absolvieren und habe im Selbsttest einen Versuch gewagt:

1. Man nehme eine Erbse und legt sie in ein Glas. (ok, ich hatte keine Erbse, deshalb muss eine Glasmurmel reichen)

2. Man versuche nun, die  Erbse (in meinem Fall die Murmel) mit der Zunge rauszufischen.

Fazit: ich bin mir nicht sicher, ob DAS wirklich das Gelbe vom Ei ist, ausser, man möchte gern bei seinem Partner eine Höhlenexpedition vornehmen. 😉 Aber zumindest die Zunge wird und bleibt beweglich und naja, wer weiss, wofürs noch gut ist… 😉

Probierts doch einfach selbst :)! Viel Spass dabei :)!

Ich verabschiede mich bis dahin mit einem http://www.youtube.com/watch?v=kOf_FJmb3V4 KISS 😉 (oder zwei, oder drei… ;)!)

PS: Forum für wissbegierige Kusstester: http://www.gutefrage.net/frage/kann-man-schlecht-kuessen

Die Liebe ist allgegenwärtig… aber halten wir mit?

Juni 20, 2010

Vom Minnesang über Anrufbeantworter bis hin zum Internet…

Früher. Ja da war alles noch anders. So richtig anders. Die Liebe – also die wahre Liebe, die blieb unerfüllt. Männer und Frauen wurden verheiratet, standesgemäss verschachtelt sozusagen; auf die Liebe nahm man dabei eher wenig Rücksicht. Was blieb also übrig, wenn eine Frau begehrt wurde, die schon einem anderen versprochen ward? Man konnte ihr sein Leid, sein Herz zeigen, all den Schmerz und die Liebe der Angebeteten vortragen in der Gewissheit, dass sie niemals erhört werde… welch rosige Aussichten! Und so einfach war das auch gar nicht, man konnte nicht den Telefonhörer oder das Handy in die Hand nehmen und die Dame des Herzens einfach anrufen. Nein, man musste sein Pferd holen, und weite Strecken zurücklegen, ein Lied schreiben, ein Instrument beherrschen, und dann durfte man, wenn man Glück hatte, sein Lied vortragen. In ewiger Liebe… unerfüllt.

Ich selbst kann mich noch erinnern an die Zeit, in der es noch nicht mal den Anrufbeantworter gab. War man nicht daheim, war man nicht da. Fertig. Wer mich erreichen wollte, hatte entweder Glück, rief öfters an oder schrieb im Notfall einen Brief. Ja genau, wir schrieben Briefe! Mit der Hand! So leserlich, dass der andere sie noch entziffern konnte. Was zur Zeit des Minnesangs noch Monate dauerte, war mit der Post bereits in wenigen Tagen möglich. Oder wenn ich Glück hatte, sogar telefonisch. Ab und zu. Wir hatten ja einen Viertelanschluss…

Und dann – die Revolution! Das Handy war geboren! Riesengeräte, zuerst mal nur fürs Auto. Wer noch immer Festnetz zu Hause hat, weiss wovon ich spreche, wenn ich gross meine. Ja, die Autotelefone waren im Prinzip nichts anderes als tragbare Festnetztelefone, die man im Auto befestigte. Auch in der Grösse nicht unterscheidbar. Dann das erste Handy: wer heute sagt, das iPhone sei gross und unhandlich, der kennt nicht die ersten Handys, die alles andere als „handy“ waren. Aber, tragbar. Mitnehmbar.

Als schliesslich die Handys an Grösse und Gewicht verloren und mit Mobilbox und SMS-Funktion ausgestattet wurden, war sie vorbei, die Zeit der Zeit. Von nun an musste man nie und nirgends anwesend sein, um erreicht werden zu können. Und die Zeit? Von Wochen über Tage zu Sekunden. Immer wieder erlebe ich empörte Menschen, die eine Wartezeit auf eine Antwort (SMS oder Mail) über 2h schon als Frechheit empfinden. 1 Tag? Um Himmels willen, da überlegt so manch einer schon, die E-Mailbeziehung wieder zu beenden…

Kann die Liebe denn mit mit dieser Entwicklung? Hat die Liebe es ebenso eilig wie die Kommunikation und hat sie dem Tempo der Zeit standgehalten und kann jetzt auch innerhalb von Stunden oder gar Minuten (er)kennen – ist es so, dass die langsame Entwicklung, das Wachsen der Liebe sich an den Geist der Zeit angepasst hat und dementsprechend schneller geht als noch vor einigen Jahren?

Ich persönlich glaube, dass wir – ganz im Geist der Zeit – die Liebe zu beschleunigen versuchen. Wir bauen Illusionen, so, wie uns das das Fernsehen und die digitale Welt vormachen. Die Bausteine, die wir vom Gegenüber (noch) nicht kennen, ersetzen wir einfach mit dem, was wir gerne hätten und sind fest davon überzeugt, dass das auch so ist. Und dann? Dann sind wir entsetzt und entrüstet, wenn sich der andere erlaubt, nur einen Zentimeter von dieser Vorstellung abzuweichen.

Warum? Weil durch die „klein“ gewordene Welt Nähe so einfach scheint. Weil wir durch SMS und Mails, durch Telefonate und Chats die Illusion haben, unser Gegenüber immer bei uns zu haben, Nahe zu haben – wir kompensieren die in Wahrheit fehlende Nähe mit der Scheinnähe der Technologie. Jeder Kontakt über die digitale Welt ist fast wie ein „Besuch“ – früher musste man sich für sowas tatsächlich treffen – im echten Leben. Das Kennenlernen dauerte viel länger, war dafür aber immer ein Erlebnis des ganzen Menschen, der 100%, die ihn ausmachen. Wer früher jemanden 4 Wochen lang kannte, kannte eigentlich noch nicht viel, man hatte sich halt ein paar Mal getroffen. Heute? Hat man sich auch ein paar Mal getroffen, hat auch noch 106 SMS geschrieben, 654 E-Mails versendet, 35 x telefoniert und in Facebook sowieso das ganze Leben schon 18 x durchgecheckt. Jahre der Information in 10 Minuten durch die Leitung. Nur wer tatsächlich Gegenüber ist, kann man in Wahrheit nur erahnen…

Fazit: Auch wenn wir noch so schnelle Technologien bauen, die Welt digitalisieren und somit die Kontinente auf 17 Zoll Bildschirme bringen… die Liebe braucht, was sie braucht um zu wachsen: nämlich viel Zeit! 🙂

Glück, liebes Glück, komm doch bitte zu mir zurück… Aber’s Glück war dahin, und mit ihm auch der Sinn…

April 13, 2010

Ist Glück Zufall? Trifft es gleichsam Dich und mich, kann es beeinflusst werden und ist Glück gleich Glück?

Wenn Glück als ein langandauernder Zustand vollkommener Zufriedenheit definiert wird, scheidet das „Glück“, das aus Genussgründen hergestellt wurde, schon mal von vorn herein kategorisch aus. Warum? Weil dieses Glück nicht von Dauer ist, sondern nur solange andauert, bis der von aussen zugeführte Genusszustand vorbei ist. Hierunter fallen viele Dinge wie zB die „Genusszigarette“, Schokolade, jegliche Art von Wirkstoffen, die das Bewusstsein und die Wahrnehmung verändern, und vieles mehr. Für die Damen: ja, auch Schuhe fallen in diese Kategorie ;)!

Hingegen Glück, welches aus Lust erzeugt wird, fällt in die Kategorie des wahren Glücks. Achtung: wir sprechen hier nicht von der sexuellen Lust, diese kann, muss aber nicht unter dieses Kapitel fallen. (Und wo sie bei Ihnen liegt, das wissen Sie ohnedies selbst ;)!) Wir sprechen von der Lust am Tun, nehmen wir als Beispiel ein kleines Kind, das gerade die Welt neu entdeckt, oder uns selbst, wenn wir einem Hobby nachgehen, Sport, Malen, Kochen, oder was auch immer das sein mag… wenn wir damit fertig sind, sind wir vielleicht etwas müde, aber glücklich. Und dieses Glück dauert an. Und umso öfter wir etwas mit Lust tun, umso glücklicher werden wir.

Jetzt kann man natürlich sagen: ok, das passiert aber auch beim Genussglück – wenn ich mir mehr davon gönne, bin ich auch glücklicher. Stimmt. Nur beim Genuss geht es weniger um die Tat, als um das Ergebnis; man kann beinahe „unbegrenzt“ geniessen, ohne irgendetwas dafür zu tun. „Man hat sich das gegönnt.“ Wenn man sein Glück nur aus dem Genuss definiert, braucht man bald mehr des Genusses, um an das gleiche Glückslevel heranzukommen und es aufrecht zu erhalten. Und beim nächsten mal wieder mehr. Kriegt man es nicht, ist man unzufrieden…

Am Beispiel des Schuhekaufens erklärt, kann es hier zu Glück aus Genuss und zu Glück aus Lust kommen: sie gehen Schuhe kaufen, und kommen zufrieden und erschöpft wieder nach Hause,

a) obwohl sie keine Schuhe gefunden haben (Lust, es ging um das Einkaufen, das Bummeln, das Schauen…)

b) weil sie tolle Schuhe gefunden haben (Genuss, es ging darum, die tollen Schuhe mit nach Hause zu nehmen; Variante a) wäre hier der Auslöser völliger Unzufriedenheit gewesen)

Deshalb folgendes Ergebnis – am Anfang des Artikels verfrüht und als esoterische Aussage abgetan, doch jetzt mit erhobenem Haupt geschrieben: Glück ist kein Zufall, sondern eine Frage unserer eigenen Lust am alltäglichen tun. Und sind Sie hier erstmal glücklich, dann können Sie sich auch berühigt ab und zu etwas Genuss leisten ;)! Viel Spass dabei!


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