Ich bin so sauer auf dich. Als ich dich brauchte. Als du um mich kämpfen solltest, hast du dich verkrochen.
Mein Mann hätte das nicht getan. Mein Mann hätte um mich gekämpft. Wäre bei mir gewesen und hätte mich umarmt.
Ich bin so sauer auf dich. Als ich dich brauchte. Als du um mich kämpfen solltest, hast du dich verkrochen.
Mein Mann hätte das nicht getan. Mein Mann hätte um mich gekämpft. Wäre bei mir gewesen und hätte mich umarmt.
Ich ertappe mich immer noch, wie ich gucke ob du mir eine Nachricht geschickt hast.
Ich denke darüber nach warum du mir nicht geantwortet hast. Warum du mich nicht mehr wolltest. Ich dachte du mochtest mich. Aber wohl nicht genug um über deinen Schatten zu springen. Um einen Schritt auf mich zu zu gehen. Das ist ok aber auch hart.
Die Erkenntnis ist sehr hart. Das tut echt weh. Ich dachte wir hätten eine Chance. Manchmal rieche ich noch deinen Geruch in der Nase.
Ich wünschte es hätte ein anderes Ende genommen. Oder gar keins.
Ich möchte aufgeben. Einfach loslassen. Einfach die Kontrolle verlieren. Nichts mehr fühlen. Kein Schmerz und kein Zwang mehr.
Die letzten Jahre bestanden nur aus Kontrolle. Mein ganzes Leben bestand immer nur aus Kontrolle. Entweder ich wurde kontrolliert oder ich habe gekämpft, um die Kontrolle zurückzuerlangen.
Die letzten Jahre hatte ich die Kontrolle. Ich habe alles kontrolliert: Was ich esse, wann ich Sport mache, mein Gewicht, meine Wohnung und meine Arbeit. Alles war geordnet, aber nichts war in Ordnung.
Ich bin müde. Müde, alles zu kontrollieren. Müde, alles zu sehen. Ich wünschte, jemand würde das übernehmen. Jemand würde die Kontrolle übernehmen, damit der Knoten in meiner Brust endlich weggeht. Damit ich endlich frei sein kann. Endlich ich sein kann.
Aber die Aussicht darauf geht gegen Null. Also bleibt alles, wie es ist. Ich muss die Kontrolle haben. Ohne diese zerbricht alles. Zerbricht alles in mir. Es wäre so leicht, das zuzulassen. Es wäre so leicht, aufzugeben.
Die Grenzen zwischen Realität und Gefühlen verschwimmen. Ich weiß nicht mehr, was davon alles tatsächlich passiert ist und was davon nur in meinem Gefühl so war.
Hat er mich wirklich gesehen, wie ich bin, oder habe ich mir das nur vorgestellt? War ich wirklich attraktiv für ihn, oder war das nur mein Wunsch? War er wirklich verständnisvoll und einfühlsam, oder nur in meinen Träumen?
Die Grenzen zwischen meinen Wünschen und der Realität verschwimmen. Wünsche ich mir das zurück, oder ist meine Vorstellung besser als die Realität? Ich weiß nicht, wie ich das herausfinde.
Haben unsere Gefühle und unser Temperament, unsere Erfahrungen und Ängste uns im Wege gestanden? War es nur ein Missverständnis? Oder war es die richtige Entscheidung, weil es einfach nicht gepasst hat?
Ich bin gefangen in einem Nebel aus Unsicherheit. All diese Fragen benebeln mich. Sie geben mir ein Gefühl von Hoffnung und Sehnsucht.
Ja…
Wenn mir das jemand sagen würde, wäre meine erste Reaktion: dann tu was dagegen. Ich muss lachen. Die Lösung ist so einfach, aber für mich schier unerreichbar. Was soll ich denn sagen? Ich verstehe nicht mal, wie es dazu kam. Ich verstehe den Grund nicht. Ich kann es nur fühlen. Ich fühle eine Mauer, eine unüberwindbare Mauer.
Bereust du das aus ?
Nein…
Mein Gefühl sagt, es war richtig und gleichzeitig falsch. Es ist alles so verschwommen. Richtig und falsch verschwimmen in einem Nebel aus Gefühlen, durch den keine klaren Gedanken dringen. Nur Hoffnung bleibt noch über.
Bereust du das aus ?
Ja…
Entweder es ist die Hoffnung oder eine illusorische Vorstellung von einer gemeinsamen, glücklichen Zukunft. Keines von beidem werde ich herausfinden. Für das eine bin ich zu stolz und für das andere zu unfair.
Ich habe gedacht, das könnte was werden. Du konntest tatsächlich gut mit meinen Problemen umgehen. Du hast mir Raum gelassen, mich zu entfalten. Den habe ich auch gebraucht. Jetzt fällt alles wieder zusammen. Die Gedanken sind dunkel und instabil. Ich schiebe sie weg, aber ich weiß, der Abgrund wird irgendwann doch kommen.
Ich ärgere mich, weil es so gut funktioniert hatte, und plötzlich war alles vorbei. Ich kann nur schwer aufgeben.
Ich weiß wirklich nicht, wie wir an diesen Punkt kommen konnten, nach all dem, was wir besprochen und schon durchgemacht haben. Ich war immer wieder überrascht, wie gut es mit uns harmoniert hat. Aber immer wieder gab es Punkte, an denen wir uns verkantet hatten, und plötzlich war alles so aussichtslos, wahrscheinlich sogar unverständlich aussichtslos. Ich denke, es liegt am geänderten Emotionsspektrum durch die Depression. Dadurch scheint alles so endgültig.
Wenn man jemanden kennenlernt, ändern sich Dinge im Leben. Prioritäten verschieben sich. Ansichten ändern sich. Blickwinkel zeigen neue Aspekte.
Aber bei dir war das nicht so. Ich hatte den Eindruck, dass du dich gegen Änderungen mit aller Macht sträubtest. Damit hast du mir das Gefühl gegeben, dass du mich nicht in deinem Leben haben wolltest. Als wenn ich nur ein Teil bin, den du rausnehmen kannst, wenn es dir gerade passt. Das hat mich weggestoßen und wehgetan. Du hast mich ausgeschlossen.
Am Ende wäre es mir wirklich egal gewesen, aber ich wollte einfach nur sehen, ob du es wenigstens in Erwägung ziehst. Ob du es einfach mal anguckst oder ausprobierst. Aber dieser Schritt war für dich schon zu viel. Das hat mich sehr traurig gemacht. Es hat mir gezeigt, dass du nicht bereit bist für Kompromisse oder offen für Neues.
Gleichzeitig hast du von mir gefordert, dass ich rausgehe, meine größte Angst überwinde. Ich habe das gern gemacht, weil ich es für dich getan habe. Und ich musste feststellen, dass es nicht so schlimm war. Ich habe mir mehr Verantwortung von dir erhofft, aber fürs Erste war es okay für mich. Ich musste mein Leben lang auf mich selber aufpassen. Aber mein größter Wunsch ist, mich auf meinen Partner blind verlassen zu können. Dass er jede Gefahr um mich herum sieht und abfangen kann. Dass ich mich fallen lassen kann und ich sein kann, ohne die Aufmerksamkeit auf die zig Gefahren zu haben.
Ich denke oft darüber nach woran wir gescheitert sind. Habe ich zu viele Forderungen? Ich denke nicht. Ich möchte einfach nur glücklich sein. Ich habe mich gefragt ob du glücklich warst. Ich weiß es nicht.
Es sind so viele offene Fragen und keine Antworten. Ich weiß nur, dass ich dich nicht kenne. Die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, nur mit einem Schatten zu reden. Ich habe nicht gesehen, wer du bist, nur was du alles sein willst, um dich zu schützen.
Ich war bereit, dich in mein Leben zu lassen, mich in dich zu verlieben und ein neues Kapitel mit dir zu öffnen.
Aber du bist noch im letzten Kapitel gefangen. Ich glaube, du bist noch nicht bereit, und das ist okay. Ich hätte gewartet. Aber du willst mit dem Kopf durch die Wand. Du willst um jeden Preis erzwingen, wer du sein willst. Der Preis war dieses Mal ich.
Ich kann mir vorstellen, dass es mit uns wirklich gut gepasst hätte, wenn du ein wenig offener gewesen wärst. Mit etwas Zeit hätten wir das zusammen hinbekommen, als Team. Ich frage mich, ob du jemals mit jemandem ein Team warst.
Nach all dem bin ich genauso schlau wie vorher. Nichts hat sich geändert. Ich bin alleine und traurig. Ich habe so sehr gekämpft, aber es hat nicht gereicht. Ich habe für dich nicht gereicht, damit du über deinen Schatten springen kannst.
Ich muss anfangen, damit abzuschließen, aber ich werde noch oft an dein Lächeln denken. Ich stelle mir oft vor, wie du neben mir aufwachst und mich anlächelst. Dieses süße Lächeln über das ganze Gesicht. Das hat mir immer Herzrasen gemacht. Jetzt muss ich es vergessen…
Unser letzter Blick hat mir noch Hoffnung gegeben. Dieses offene, süße Lächeln bei der Verabschiedung hat mir wieder Bauch kribbeln beschert. Dieses Lächeln hat mich immer glücklich gemacht.
Ich denke ich werde noch oft an diesen letzten Blick denken. An das Verlangen, dass es ausgelöst hat.
Ein schönes Lächeln kann in mir sehr viel auslösen. Es ist offen, herzlich und liebevoll. Es steckt an und macht glücklich.
Außer es ist das letzte Lächeln, dass man sehen wird.
Irgendwo wirst du schon sein. Vielleicht bei der falschen. Eventuell alleine wie ich.
Irgendwo, nur nicht bei mir. Bei mir wo ich dich bräuchte.
An Tagen wie diesen, die so schwer sind. Die so belastend sind. Die alles kaputt machen was ich mir wochenlang aufbaue. Bis ich wieder dahin muss.
Nach Wochen wie diesen. Die so kräftezährend sind. Eine Woche wie diese. In der ich fast gestorben bin. Die zeigt wie kurz das Leben sein kann.
Irgendwo da draußen wirst du schon sein.
Mh mir wurde heute gesagt, dass ich meine Entscheidung bereuen werde.
Darüber musste ich nachdenken. Werde ich das bereuen? Was würde ich bereuen? Was würde ich missen? Was von all dem war die falsche Entscheidung?
Für mich war es die absolut richtige Entscheidung. Ich war nicht glücklich und wäre es auch nicht geworden. Natürlich gab es Eigenschaften die ich mochte wie Loyalität und Zuneigung. Dem standen jedoch Unsicherheit und unreife entgegen. In meinen Augen kann da nicht mal ein halber six pack jemanden noch attraktiv machen.
Ich bin zu alt und habe zu viel erlebt um diese Entwicklung noch zu dulden. Ich habe mehr verdient und wenn man dieser Mensch nicht ist, dann soll es einfach nicht sein.
Am Ende hab ich nur Angst davor die Fähigkeit zu verlieren um jemanden zu kämpfen. Ich habe das immer als eine gute Eigenschaft empfunden. Aber mit den Jahren und den Enttäuschungen, habe ich gelernt wann es an der Zeit wird aufzugeben. Und selbst das hat in diesem Fall viel zu lange gedauert. Der Wunsch nach Liebe und Nähe war einfach zu groß.
Also wenn ich zurück komme zu der Frage ob ich es bereuen werde, bleibt die Antwort nein. Denn wenn es hätte klappen sollen, dann hätte es geklappt. Aber diese Probleme waren einfach zu groß.
Es gehören immer zwei dazu. Und beide sind wir nicht einfach. Oft denke ich daran, ob ich das Problem bin. Mit all meiner Vergangenheit. Aber erwarte ich zu viel? Gewiss nicht. Warum sollte ich weniger fordern um glücklich zu sein als ich bereit bin zu geben.
Wenn es mein Schicksal ist alleine zu bleiben, dann ist das so. Dann akzeptiere ich das und bin damit im Reinen.
Vielleicht geschehen ja doch noch Wunder und mein Prinz steht eines Tages vor der Tür.