Unvorbereitet auf das Innerste auf Haken nach außen getragen, im Markthallenatem aus Pansen und Erdbeeren,
ehemals rotpulsierend, noch immer rot, rot, weiß, muskelfasrig, fettschichtig, in der Auslage nicht ausgelegt, aufgehängt,
aber ausgelegt die Reste unter Klarsichtfolie in Styroportassen.
Und gleich daneben das Leben in Frucht um Frucht der Erde, noch nicht welk nur etwas lauwarm, gut gewählt bevor gewogen und bemessen und heimgetragen und am Ausgang vorbei bei
am Ausgang vorbei bei, an einem Wimmelbild aus den Kleinsten;
Hühnerflaum neben Entenflaum, Krallen neben Schwimmhäuten, aneinandergedrückt oder über die Grenzzäune springend, so oder so, Scheiden tut weh.
Staubwarm, über den Parkplatz (Leere) geht der Wind,
zu weit vom Meer als dass er Salzwasserduft, als dass er Abkühlung, als dass er das Freiheitsversprechen der Quallen,
zu weit auch für alle anderen, die nicht hier her kommen,
in den Aktur Park, zu nahe an der klimatisierten Mall, hier dämmern nur die Parkwächter in den Nachmittag.
Es liegt das Versprechen von Vergnügen am aufgeheizten Boden und in den bunten Fassaden der Fahrgeschäfte.
Hinter Glas und hinter Plastik pressen Bären Liebesschwüre und die Plüschschnauzen gegen die Scheiben, geduldig wartend auf die, die sie freischießen sollen, daneben stützt Captain Jack Sparrow den türkischen Himmel, ein Goliath aus Fiberglas, und dennoch klein neben dem Heart of Antalya, dem Riesenrad, ocean view,
Auf der Straße fünfhundertvierer Peugeots mit Westdeutschlandplaketten und Fatimaaugen Chinesische Motorräder chromstark und auch Männer in breiten Schlapfen an den Zehen, schlapf schlapf nicht zu hören weil die Moschee mit dem Muezzin die Hupdichte und das Motorknattern der Zweiräder; dazwischen:
ein Grauschimmel,
unstet aber nicht kopfscheu nickend neben den Gefährten und den Kalesch-Mären mit ihren bitter gekräuselten Mäulern. Er schrittet dahin, kein verhetzter Trab notwendig. Als dann doch Männer nach seiner Mähne greifen und seine Stirn berühren, folgt er, als sei es ohnehin sein Wille gewesen, weil Augenblicke vor dem Fastenbrechen. In der Nebengasse steht schon die Tafel für die Wenighabenden liegen schon die Fladenbrote und sitzen schon die Alten die Hände ineinander gefaltet und in der Nase Abgase und Koshari.
Das geht der Grauschimmel an ihnen vorbei und an den Winkeln ihrer Augen leuchten Erinnerungen auf an damals einmal.
Das was geblieben ist, liegt hinter Glas, bunt und in die Wände geheiligt, es greifen trotzdem welche hin, weil sie es unter den Fingern spüren wollen, das Ewigalte, so wie früher, die eigene Endlichkeit musste hineingeschrieben werden in die Tausendjahre, die schon bestanden. Um sich selbst dazulassen. Um sich selbst weiter zu leben, auch wenn am Schluss nichts mehr bleibt, als ein Name, W. Walling; Carmelo Bonello 1835, darunter gerötelt die neue alte Religion im Allerheiligsten von Ramses IV.
Am Parkplatz Wummern, Klimaanlagenschwanger, davor noch Papyrusverlauf und Artefakte aus den Gräbern mit Kühlschrankmagneten. Oberarmampeln die von Sonnenstunden berichten und zu wenig LSF, aber nun mit Tutanchamunmaske für daheim, wo es in der Diele, Oder im Fernsehkasten Oder über dem WC Eines von Vielen Er-Innerlichungs-Attributen, die bleiben, Wenn der Sonnenbrand vergangen ist und die Häutung stattgefunden hat.
Der Abend herbeigesehnt bei den einen weil zurück im Klimaanlagenzimmer und von den Anderen Weil endlich 18:11 und die Dattel Und der Schluck Wasser Und die Falaffel im Fladenbrot mit – Begleitet vom Süßen Ruf der Muezzine, ein gleichzeitiger Anhub der Stimmen im Staubabend Und das Gehupe wird zum mezzoforte Und den Mähren werden die Fesseln wundgebunden Und die Kinder auf den Schoß genommen Der Abend regelt die Nacht.
Sand Zwischen den Zehen aber ohne Meer, dafür mit Socken und Kilometern unter den Sohlen Und am Nil warten die Feluken mit ihren Männern auf Rotnackige Spaghettishirtträger•innen, kurzärmelig, kurzhosig Aber ein Hut mit langer Krempe Oder Schals mit Hieroglyphen-Print (Zur besseren Markierung) In absätzigen Damenschuhen oder Turntretern, je nachdem ob Insta oder nicht. Wassertanks in den Rucksäcken und niedergedrückt von der Hitze, die man daheim so herbeigesehnt hatte.
Zwischen den Banenplantagen am Weg hinüber zur Nekropole zwischen grünen Bienenfressern und Wiedehopf und Ibis, zwischen Männern auf bunten Traktoren mit Zuckerrohrladungen Und dort Frauen am Feld neben Vogelscheuchen aus alten Stoffen lebendige Silhouetten Sie grüßen Alabasterfabriken und Menschen im Schatten
Ermattet fastende Häufchen Kind oder Großvater oder Hund, alles unter der Sonne wird oberflächenerwärmt.
Taxi
Taxi
Tax
xx
x
x
–
Zu weit der Weg im Staub hinauf in die Nekropole! Zu heiß die Sonne! Zu schlecht für das Geschäft, die Gehenden.
Taxi
Wofür ist sonst die Zeit da, wenn nicht für das Spüren, das Kauen am Sand in den Mundwinkeln und Wimpernkränzen.
Tagesan Bruch Spatzen, Hunde auf Autodächern schlafend, zusammengeringelt gegen die Nachtkühle.
In der Stadt liegt Staub auf den Rollbänken der Läden, aus einer Bäckerei kommt der Süßgeruch von frischem Fladenbrot und Mehlstaub und im Bauch des Ofens wachsen die Fladen zu Ballons, manche fangen Oberflächenfeuer. Einige Mechaniker sind wach und lehnen an Wägen mit deutschen Kennzeichen unter den ägyptischen. Zu Schrauben und Reparieren gibt es immer etwas in Kairo.
Die Geschäfigkeit wächst mit den Morgenstungen. In den sortenreine Nachbarschaften: Eseln vor Karren oder Buben vor Karren.
Es reibt sich die Lautstärke an der Körperlichkeit, Ellenbogen schlagen an Ellenbogen und Seitenspiegel, am Boden liegt durch die Presse gedrehtes Zuckerrohr und die trockenen Außenschalen des Knoblauchs.
Die Ware wächst nach oben, auf Seilen und Gerüsten hängt Kleidung, hängen Schuhe, hängt Spielzeug, dann wieder sind die Gassen enger, die Böden aufgebrochen von den vielen Schritten. Es ist Ramadan. Fastende Mägen kaufen Essen für das ifṭār, ein Vorfreudengefühl.
Mein rechter Schuh klebt am Boden. Der Teer ist aufgebrochen von der Hitze, oder ist es ein Kaugummi, gleich neben dem Stern von Houdini oder Mickey Maus.
Einer hat einen Python um den Hals für Bilder und ein Anderer ist Capitain America, abwärts glänzen Plastik-Oskars für den besten Dad oder die beste Mom hinter verstaubten Scheiben und einer trägt seine Musik mit sich die Straße hinunter, Beschallung um gehört zu werden, in einer Stadt, in der so viele gehört werden wollen.
Marilyns Hände waren gleich groß wie meine. Aber in Johnny Depps Schuhe, würde ich mehrfach passen, Betonerinnerungen vor Sid Graumans Theatre. Zehn Meter weiter liegen zwei Männer an der Hauswand mit offenen Wunden und Fingern, die Spinnen von Armen und Beinen und aus Ohren wischen. Sie sitzen fest… : : : :
Es ist Hispanic Heritage Month und bunt sind die Kleider, die Bewegungen der Highschool-Students in der warmen Nachmittagssonne von Traditionen gehalten, eingraviert in ihre Haarlinien und in die Gesichter im Publikum.
Neben der Bühne am Grund des Santa Maria Fairparks werden weiße Säcke mit Hygieneprodukten und mit Kindergewand und mit Buchpaketen an die Familien verteilt, außerdem gibt es Churros und Elotes, dampfende Maiskolben in Mayo und geriebenem Käse, darüber Chillisauce, gegessen bevor sie auskühlen in der warmen Nachmittagssonne.
Am Goleta Lemon Festival sind keine Elotes zu finden, aber Zuckerwatte und Zucker mit frisch gepresster Lemonade, überwacht von zwei Pferden und den Männern auf ihren Rücken.
Chowder oder Burger, die Gesellschaft ist zweitrangig und trotzdem weiß man sich was zu erzählen, vom vorletzten Pass, der das Spiel noch einmal ins Laufen gebracht hat, oder von dem Überholmanöver des RVs am Freeway vor zwei Tagen, zwischen San Francisco und San Simeon.
Tiffany ist ozeanblau und sandfarben, kupfergerahmt. An Tiffanys Hals hängt ein dezentes Kreuz aus Gold. Ihr Mund bleibt offen, während sie überlegt, was man in Guadalupe so tun könnte. Eine unverschämte Frage von mir. Es gäbe gutes mexikanisches Essen, die Straße runter. Sonst sei es eben ein kleiner Ort. Sie verabschiedet uns freundlich, eine Klingel geht an der Tür des Guadalupe-Nipomo Dunes Centers, dann sind wir draußen.
Guadalupe riecht nach Dünger. Von den Erdbeerplantagen her rauschen die Plastikfolien der Gewächshäuser. An den Kohlfeldern stehen Traktoren in Monokultur.
Über die Dünen streich das Meer hinweg, feuchter Gischatem auf der Sonnenbrille, bis die Sicht verschmiert ist. Am Strand baden Vögel im Süßwasserzufluss, Medusenköpfe aus Kelp und Algen haben sich zu überdimensionalen Gebilden an den Strand gerollt.
Körper in Neoprenanzügen hängen auf ihren Surfbrettern am Pismo Beach und warten auf die Wellen, die nicht recht kommen wollen.
Derweil ziehen Möwen Pismo Clams hoch in die Luft und lassen sie auf das Pier klatschen, selten brechen die Schalen.
Am Autostrand stehen die Ram Trucks und Pick-Ups Tür an Tür, drinnen sitzen Familien mit mitgebrachtem Essen in Tüten, den Blick auf die Sonne, die gerade noch im Meer sitzt, bevor sie verschwindet. Als Fernlichterketten kriechen die Autoschlangen zurück zur Ausfahrt.
Im Haus unserer Pension stehen die gerahmten Bilder der Kinder, Highschoolstudents in Posen der frühen 2000er, eingewandert aus Mexico City und Mexico City mitgenommen in den Lichterketten und den goldgenagelten Couches, in den Plastikweintrauben an LED-Kandelabern und einem weißen Fliesenboden. Über allem hängt der Geruch nach Raumerfrischer.
Mit der Dämmerung ist Guadalupe schlafen gegangen. Nur nebenan bellt ein Hund, ein regelmäßiger Alarm der die Nacht vor denen warnt, die es wagen, doch noch unterwegs zu sein.