Lange passierte auf diesem Blog nichts. Nun gibt es leider einen letzten Beitrag unter dem Namen JuleWandert.
Jule war für uns ein ganz besonderer Hund. Wer Jule kennengelernt hat, war von Ihrem Wesen sofort eingenommen. Jule hat uns jeden Tag ein Lächeln entzaubert.
Ich erinnere mich gerne, wenn ich mit Ihr im Jimny gefahren bin und sie hinten aus dem Fenster geschaut hat, konnte ich beobachten wie Leute , sie angelächelt oder ihr zugewunken haben. Auf Wanderungen wurden wir von fast jedem der uns begegnet auf sie angesprochen.
Zu kranken oder älteren Menschen war sie sehr behutsam und vorsichtig und hätte auch gut ein Besuchshund im Altenheim werden können.
Bei allem was wir gemacht haben wurde Jule mit eingeplant oder berücksichtigt. Hauptsache sie konnte mit und es sollte ihr gut gehen. Sie begleitete uns auch einige Male auf die Caravan Messe in Düsseldorf. Viele Menschen machte ihr überhaupt nichts aus. Ganz im Gegenteil, dass sie ständig angesprochen wurde fand sie super. Hätten wir bemerkt, dass es sie stresst, hätten wir sie niemals mitgenommen und so haben wir es ihr Leben lang gehandhabt.
Vor einem Jahr bemerkten wir eine Veränderung an ihr und wir besuchten unseren Tierarzt. Unsere Beobachtungen wurden sehr ernst genommen und es folgten sehr viele Untersuchungen.
Diese vielen Untersuchungen und Blutproben, ließ sie bewundernswert über sich ergehen. Selbst die Urinprobe klappte hervorragend. Sie pinkelte und ich hielt eine Suppenkelle hin. Fand sie extrem lustig.
Doch leider ergaben alle Ergebnisse keine eindeutige Diagnose. Immer nur im Grenzbereich und kein klarer Hinweis. Die Ärzte sagten uns auch, sollte ein Tumor im vermuteten Bereich gefunden werden, könnte man sehr schlecht etwas machen. Aber es wurde eben nichts gefunden.
Mit einigen Nahrungsergänzungsmitteln gingen ihre Probleme dann zurück.
Im Unterbewusstsein wussten wir, mit ihr stimmt etwas nicht, aber wir hatten so noch ein wunderschönes Jahr mit ihr, ohne genau zu wissen was sie hat.
Im Nachhinein glauben wir, war es gut so, weil man sowieso nichts hätte machen können. Es war wahrscheinlich die Bauchspeicheldrüse oder die Nebenniere. Und zu diesem Zeitpunkt wäre sie schon zu alt gewesen für Therapien oder schwere OPs.
Anfang Oktober 2024 freuten wir uns wahnsinnig auf unseren geplanten Urlaub. Wir hatten Glück und konnten ihn sogar etwas verlängern, auf fast 3 Wochen. Was für uns schon eine lange Zeit ist. Es sollte nach Frankreich in die Auvergne gehen.
Kurz vorm Ziel machten wir eine Pause und Herr Dosenöffner ging mit Jule raus. Ich sortierte noch etwas und kam dann auch raus. In diesem Moment schaute mich Herr Dosenöffner mit einem Gesicht an, dass ich sofort wusste es ist etwas schlimmes. Gleichzeitig sagte er nur: „SCHEIßE!!!!“
Mir wurde sofort schlecht.
Jule hatte gehustet und Blut ausgespuckt.
Was nun?
Wir setzten uns erstmal und mir schossen sofort die Tränen in die Augen.
Wir überlegten! Sollten wir sofort nach Hause fahren? Oder noch in Frankreich einen Tierarzt aufsuchen?
Wir können überhaupt kein Französisch. Noch einen ganzen Tag fahren, bis nach Hause. Dann war Feiertag und Wochenende.
Wir waren mit ihr in Frankreich schon einmal beim Tierarzt und mit Google Translate, hatten wir sehr gute Erfahrungen gemacht.
Also von der Autobahn runter und die nächste Tierklinik angefahren. Vorab haben wir der Tierklinik eine Email geschickt. So konnten sie die Email in Ruhe übersetzen und wir erklären was passiert ist. Gegen 16 Uhr konnten wir zur Ärztin. Während wir mit ihr auf English sprachen, hustete Jule erneut und die Ärztin sah das Problem. In diesem Moment ging die Ärztin noch von einer Vergiftung aus. Wir eigentlich nicht, aber man hat sofort ein wenig Hoffnung. Jule ging mit der Ärztin artig mit zum Röntgen und alle waren von ihrem Wesen eingenommen. Die Ärztin sagte zu uns: „ a wonderful dog!“
Leider gab es keine guten Nachrichten. Jule hatte Krebs. Der in die Lunge gestreut hatte und sie befand sich im Endstadium!
Die Ärztin sagte uns, dass sie nur noch wenige Wochen hat.
Wir bekamen für 5 Tage Medikamente mit, damit wir nach Hause fahren konnten. Der Husten sollte damit zurück gehen.
Wir waren geschockt. Wir riefen zu Hause an und berichteten, dass wir nach Hause kommen.
Durch den Feiertag und Wochenende mussten wir gefüllt unendlich lange warten. Montags bestätigte leider unser Tierarzt die Diagnose. Wir erzählten, dass wir Urlaub hätten und fragten was wir jetzt tun könnten, damit Julchen noch eine schöne Zeit hat. Sie meinten wir sollten unbedingt mit ihr wegfahren, am besten an die Küste, die Luft würde ihr gut tun und am Meer war Jule sowieso gerne. Wir bekamen alles mögliche an Medikamenten mit und auch noch eine Menge erklärt, worauf wir achten sollten oder falls wir im Notfall vor Ort zum Arzt müssten.
Also alles wieder einpacken und los fahren. Wir hatten keine Zeit zuverlieren. Rückblickend war es eine sehr schöne und intensive Zeit. Wir hatten Urlaub und konnten uns 100% auf Jule konzentrieren. Hatte sie einen guten Tag, konnten wir eine kleine Runde am Meer mit ihr laufen. Hatte Sie einen schlechten Tag, blieben wir am Wohnmobil und verwöhnten sie. Rundherum hatten wir eine schöne Zeit, wenn wir nicht gewusst hätten wie krank sie ist.
Unser Tierarzt sagte uns, wenn er auf eins bei Tieren neidisch wäre, dann wäre es:
„Sie wissen nicht was morgen ist.“
Dieser Satz hat uns sehr geholfen in dieser Zeit.
Nach dem Urlaub ging es Jule immer schlechter. Von Tag zu Tag ging es bergab. Aber sie freute sich immer noch , getrunken und Appetit hatte sie auch nach wie vor, Wir kauften ihr noch einen Wander-Wagen, damit wir weiterhin mit ihr unterwegs sein konnten. Wir machten noch einen wunderschönen Ausflug mit ihr. Sie rollte und tobte noch auf einer Wiese und sie hatte merklich Spaß.
Doch dann nach ein paar Tagen ging es nicht mehr. Sie konnte nicht schlafen und der Husten war wieder da. Sie bekam sehr schlecht Luft. Wir haben die letzte Nacht mit ihr auf dem Boden gelegen und versucht sie zu beruhigen, damit sie etwas schlafen konnte. Wir bekamen allerdings kein Auge zu. Wir saugten jede Minute mit ihr ein.
Denn wir wussten was morgen ist.
Wir werden dich nie vergessen!
Deine Dosenöffner

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In der Zwischenzeit haben wir ein neues wunderbares Wesen in unsere Familie aufgenommen.
Die kleine Hazelnut, ein Mini American Shepherd Mädchen, lenkt uns mit ihrer quirligen Welpen Energie von unserer großen Trauer etwas ab.
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