ADHS, Depressionen, Burn Out, Mitmenschen

•November 3, 2015 • Leave a Comment

Alltag, Verpflichtungen, Erwartungen, Selbsterhaltung, Grenzen ..

puuh, zuviele Dinge. gedankenmüll. gleichzeitig. in meinem Kopf. Wo ist die Notbremse?

Bin ich depressiv? Burn Out? Ich weigere mich, es Depression zu nennen, es ist eindeutig ein Burn Out der mich, wie der Name schon sagt, einfach ausgebrannt hat. Und das in meinem Jungen Alter? Gerade mal 30? Höre ich die Leute sagen.

Nun, das wäre vielleicht ungewöhnlich bei einem Neurotypischen Menschen, vielleicht haben sie von Natur aus mehr Kraftreserven auf die sie zurückgreifen können, und vielleicht haben sie auch bessere Möglichkeiten ihre Batterien wieder aufzuladen?

Ich bin ein Introvertierter Mensch. Nach aussen hin wirke ich sehr extrovertiert, ich denke nicht, dass man mich als Introvertierten Menschen erkennt. Nur wenn mein Gegenüber mir sehr fremd oder unsympathisch ist, dann werde ich zum stillen Beobachter.

Hinzu kommt noch meine stark ausgeprägte Sozialphobie. In den meisten Gesprächen merkt man mir meine Ängste nicht an. Sozialphobie + ADHS-Impulsivität scheint eine spannende Mischung zu sein, ich weiss nie was ich gleich sagen werde, ob ich mich blamieren werde, ob ich die Situation perfekt meistere.

Mein Gegenüber merkt (wenn er aufmerksam und empathisch ist) wohl aber meine Verunsicherung. Meine laute und witzige Art sollte für das geübte Auge oft durchschaubar sein. Nicht das meine Art zu reden, zu lachen, oder mein ganzes Verhalten irgendwie “fake” wären, aber die Angst ist immer da.

Selbst bei Freunden die ich seit vielen Jahren kenne ist oft die Angst im Hintergrund.

Meinem Gegenüber fällt auch sicher meine, wie ich so schön sage, “Verpeiltheit” auf. Ich betone es auch gerne oft genug selbst. Humor ist die beste Art mit solchen “Fehlern” umzugehen. Ich hoffe einfach es wirkt offen und sympathisch.

Der gewünschte Eindruck und Effekt wäre: Sorry, ich bin voller Fehler/nicht perfekt, aber lache darüber, du kannst auch ruhig darüber mit mir lachen, so lange es nicht boshaft ist, oder du mir Boshaftigkeit oder Unehrlichkeit unterstellst.

Mitmenschen interpretieren meine Art (so schätze ich es jedenfalls realistisch ein) oft als unehrlich. Zu aufgesetzt. Seltsam.

Ich wirke aufgesetzt weil ich zu nett bin. Einerseits liegt das an meiner Sozialphobie, andererseits auch daran das ich in einer Situation ehrliches Interesse an einer Person entwickeln kann.

Nun, ich denke mal das jeder “normale Mensch” Gespräche führt, oder führen kann die nett und höflich sind. Das Problem scheint aber zu sein, das ich es zuviel bin? Soviel das es unehrlich erscheint.

Benehme ich mich anders, erscheine ich zu schweigsam. Ich weiss nicht wie mein Verhalten sein sollte um die Goldene Mitte zu treffen. Wieso endet alles immer in einer schwarz/weiss Version?

Menschen strengen mich an. So sehr ich die Unterhaltung auch genieße, ich brauche Erholung. Und davon eine ganze Menge!

Freitags nach Hause kommen, gefühlsmässig nicht runterkommen können. Schlafen gehen.

Samstag. Verzweifelt versuchen den Tag zu genießen. Es endet in Stress.

Sonntag. Der einzig dominierende Gedanke scheint zu sein: Morgen ist Montag. Noch mehr Stress.

Montag. Batterien noch zu leer. müde. keine kraft für alltag. keine energie etwas für sich zu tun. essen machen? zu müde. aufräumen? bei diesem chaos im kopf noch unmöglicher als sonst.

Selbst Sachen die einem sonst Spass machen sind jetzt anstrengend. Ausgebrannt. Wie soll man sich da erholen? In eine Klinik gehen macht für mich keinen Sinn, dort gibt es jeden Tag ein Programm das man absolvieren muss. Wenn ich den ganzen Tag von Musiktherapie, Gesprächstherapie, Gruppentherapie und Kunsttherapie renne, dann ist meine Introvertierten-Batterie am Ende des Tages auch leer.

In einer Klinik steigt die Motivation das nach dem Aufenthalt vieles besser wird, aber kaum ist man wieder daheim, erschlägt einen wieder der Alltag.

Was mich zum Punkt Mitmenschen bringt. Man ist mir überall freundlich gesinnt, aber wenn das Verständnis fehlt, dann hilft einem die Freundlichkeit auch nicht. Man sieht in die freundlichen Gesichter und weiss das derjenige doch nur “Übertreib mal nicht” – “Dir geht es nicht schlecht, du musst nur XY (Beschäftigung die Extrovertierten glücklich macht) tun, dann ist alles wieder ok” denkt, oder auch mal sagt.

Die ganzen passiv-aggressiven Kommentare die mir vermitteln, dass ich unhöflich bin wenn ich anderen ausweiche. Mein Vermeidungsverhalten ist eine Folge meiner extremen Sozialphobie, nicht weil ich unhöflich oder undankbar bin. Versteht es jemand?

Nein. Also, ich bin in den Augen anderer schon mal unhöflich und undankbar.

Kommentare das ich mit der Arbeit nicht vorankomme. Ist es weil ich faul bin? Nein! Seit 2 Jahren ist mein Gehirn dank Depression + ADHS ziemlich lahmgelegt. Die einfachsten Gedankengänge sind mir nicht mehr möglich. Mein Gehirn ist komplett auf Bildschirmschoner geschalten. Ja, ich nehme Antidepressiva. Ja, ich nehme Medikamente die mir bei ADHS helfen sollen. Aber die psychische Belastung ist so groß, da helfen selbst Medikamente nicht mehr.

Da einzige was mir helfen würde, wäre eine andere Arbeit, andere Menschen um mich herum. Aber das geht nicht. Ich kann keiner anderen Arbeit nachgehen, dank ADHS, Sozialphobie und meinen anderen Problemen.

Ich kann nur versuchen es auszusitzen, und dabei nicht entgültig kaputtzugehen.

Lieber eine Woche krankgemeldet daheim sitzen, als monatelang in der Klinik. Aussenstehende Menschen sehen das natürlich nicht so, die sehen nur das man nicht da ist. Wahrscheinlich um mir daheim ein schönes Leben zu machen.

Ich will doch nur meine Batterien vollladen. Nur leider funktioniert das nur in der Theorie. Meine Nerven sind so gereizt das jede Kleinigkeit eine enorme Menge Energie kostet.

Ich habe keine Energie eine gesunde Ernährung umzusetzen, ich habe keine Energie morgens wirklich ordentlich auszusehen, ich habe keine Energie meine Probleme zu lösen, ich habe zuviel Energie in andere Probleme gesteckt.

Ich habe zuviel Energie eingezahlt und bekomme nichts zurück. Extrovertierte Menschen nehmen und nehmen mir meine Zeit und Energie, und sagen das wäre gut für mich. gesund für mich. eine beschäftigung für mich. Der Leerlauf wäre das große Übel.

Hier ist so viel um mich herum, so viel, dass ich mich verloren habe, und keiner gibt mir Zeit mich wiederzufinden.

Verwaiste ADHS Blogs …

•November 3, 2015 • Leave a Comment

So wie dieser hier!

Nein wirklich, jedesmal wenn ich einen ADHS Blog sehe der lange nicht mehr aktualisiert wurde (und vielleicht noch impulsiv erstellt wurde (So wie dieser hier!), muss ich jedesmal grinsen.

Es ist halt typisch ADHS. 🙂 Es wäre schon verwunderlich wenn ein ADHS Blog konsequent geführt wird, ausser es hilft einem wirklich den Alltag zu meistern (würde es bei mir wohl) und der Hyperfokus will das bloggen einfach nicht lassen.

Die besten Blogs (damit meine ich, regelmässig Content) sind wohl diejenigen, die von mehreren ADHSlern geführt werden. Zu meinen Stärken zählt ja eindeutig die Begeisterungsfähigkeit, also scheint mir die Chance sich immer wieder gegenseitig anzuspornen sehr hoch zu sein. 🙂

Sh*t no adult with ADHD says

•February 24, 2013 • Leave a Comment

Vollprofi-Journalismus!

•February 24, 2013 • Leave a Comment

“Schon jetzt erstatten die gesetzlichen Krankenkassen nur noch Medikamente, die Methlyphenidat als Wirkstoff beinhalten, nicht aber mehr Medikamente mit dem Wirkstoff Ritalin.”

 

Unterschiedliche Wahrnehmung

•February 22, 2013 • 2 Comments

Oft habe ich das Gefühl empfindlicher zu sein als andere, andererseits oft unempfindlicher.

Mit ADS prallen Eindrücke eher ungefiltert auf einen ein, aber man selbst denkt ja es ist normal, man kennt es ja nicht anders!

Letztens war ich wieder in einer typischen Situation in der meine Wahrnehmung mir einfach mehr Probleme macht als bei normalen Menschen. Man sitzt mit Bekannten in einem Restaurant und unterhält sich. Am eigenen Tisch bilden sich zwei “Gesprächsgruppen”, am Nebentisch wird natürlich auch geredet, der ganze Raum ist voll mit Menschen.

Ich bin an einer Unterhaltung am eigenen Tisch sehr interessiert und höre angestrengt zu. Höchstwahrlich sitze ich gerade mit zugekniffenen Auge da und fixiere mein Gegenüber extrem, ich will auf jeden fall hören was er sagt! Doch das Gespräch neben mir dröhnt in der gleichen Lautstärke, der Tisch hinter mir erscheint mir lauter als mein Gegenüber, im ganzen Raum höre ich Gesprächsfetzen die ich gar nicht hören will, ICH WILL DOCH NUR DEM GESPRÄCH MIR DIREKT GEGENÜBER AM TISCH FOLGEN!

Dieses mal war ich etwas irritiert, ich nehme MPH und dachte es würde mir auch in solch einer Situation helfen, vielleicht ist meine Dosis noch nicht ausreichend? Egal, erstmal vergewissern ob meine Wahrnehmung “normal”, oder eben nur wieder meine ist.

Ich frage denjenigen neben mir interessiert wie er die Geräusche im Raum empfindet, hat er Probleme den Gesprächen am eigenen Tisch zu folgen? Hört er die anderen Leute im Raum genauso laut? Derjenige verneint. “Warum sollte ich die Leute hinter mir genauso laut hören? Das interessiert mich doch nicht?”

Aha, interessant. Ich bin mal wieder fasziniert und traurig zu gleich. Ich WILL es hören, aber ich kann nicht, und bei anderen läuft das alles automatisch ab? Werde richtig trotzig, das ist doch nicht fair!

Meine Versuche dem interessanten Gespräch zu folgen frustrieren mich immer mehr, irgendwann stellt mein Gehirn mal wieder automatisch den Bildschirmschoner an ….. Rauschende Geräuschkulisse… aha, jetzt geht das filtern wohl… toll.

 

•February 22, 2013 • Leave a Comment

Ordnung ist das halbe Leben ….

•February 22, 2013 • Leave a Comment

und das andere halbe Leben Chaos!

•February 21, 2013 • Leave a Comment

Menschen mit einer glücklichen, traumafreien Kindheit, Menschen die scheinbar problemlos durch’s Leben kommen, reflektieren sie genauso viel wie jemand der sich zwangsweise mit dem ganzen Mist in seinem Gehirn beschäftigen muss?

Falls nein, dann wäre es eine Erklärung dafür dass “normale und glückliche” Menschen scheinbar wenig nachdenken wenn es um Gefühle und Schicksale anderer Menschen geht. Man urteilt gerne über Schwächere, sieht abfällig auf sie herab wieso sie ihr Leben nicht in den Griff bekommen.

Eigentlich dürften man nicht urteilen, niemand kommt mit der gleichen Vorraussetzung auf diese Welt, niemand hat die gleichen Erlebnisse, bzw die gleiche Wahrnehmung der Erlebnisse wie jemand anderes, deswegen werden wir alle unterschiedlich geprägt, unterschiedlich erzogen und haben eben auch andere körperliche Fähigkeiten.

Andererseits ist hier wahrscheinlich gar nicht die Rede von “normalen” und “glücklichen” Menschen, sondern wohl einfach nur von Arschlöchern die ihre Befriedigung daraus ziehen andere Menschen am Boden zu sehen, nur um dann nochmal nachzutreten.

Diese Menschen haben also wieder ganz eigene Probleme. Darf ich darüber urteilen? Ich erlaube es mir ganz frech, und sie urteilen über mich und den Rest der Welt.

Jeder braucht seine Schubladen, ohne Schubladen würde doch alles unsortiert rumliegen.

 
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