Zeit

Vergleichslos bricht ein Morgen an,

hält eine Atempause,

und seit mir so der Tag begann,

ist er mir mein Zuhause.

Beiläufig geht ein Weg hinaus

wie auf die andre Seite,

und leise wird der Tag zum Haus

mit Fenstern voller Weite.

Allmählich wird ein Warten mir

zur wortelosen Schwelle,

der Abend mir zur letzten Tür

zur ersten Sternenhelle.

Und Sterne wie ein Ruhewort

von einem stillen Rufer,

und Sterne sind an ihrem Ort

und lauschend wir am Ufer.

Euch allen ein erfülltes, dankbares, glückliches neues Jahr!

Im Herbst

Müheloses Loslassen

eines Augenblicks,

innerlich getaktete Zeit,

entwachsene Schritte,

in ihrer Mitte Geduld

eines wegvertrauten Zieles,

ein Überleben unser Weitergehen

im lauschenden Fallen der Blätter.

Müdigkeit

Von irgendwoher

sickert ein Tag in klaren Farben

treu in mich hinein

während sich Schritte

sekundenweise

durch Momente tasten.

Ein Boden hält seinen Rücken hin

in stillem Einvernehmen

mit meinen Füßen

und Worten

einer anfragenden Weite.

Für Papa

Deine letzten Schritte

konntest Du nicht mehr gehen,

aber sie haben Dich mir näher gebracht

als jeder andere davor.

Wir sehen uns wieder

auf Wegen, die in Freiheit

zueinander hinführen,

Hände offen

wie die einer nahen Ferne,

das Ungesagte, nicht mehr Gehörte

in ein tröstenderes Schweigen eingeholt –

wir sehen uns wieder.