Zu nah dran

Gestorben wird immer, das gehört dazu. Nahe Einschläge wechseln sich mit fernen ab. Es geht mal mehr, mal weniger unter die Haut. Ungefähr in meinem Alter ist böse, hab ich gerade festgestellt. Sie war mir nicht nah, eher eine etwas arrogante, entfernte Bekannte über zwei, drei Ecken. Früher häufiger gesehen, immer zu fein, um mich…

Wilde Zeiten – fast normal

Leben ändern sich und manchmal passt etwas nur vorübergehend hinein. Oder es gibt Pausen, Abstände, gesunde Distanzen um den Überblick nicht zu verlieren. Ich war da und war weg und nun versuche ich wieder Fuß zu fassen in Regelmäßigkeiten und Ritualen. Es ist viel passiert weil es das immer tut und deshalb nur am Rande…

Richtung Bergisches Land

Ich bin ein Freund abgefahrener Architektur. Und ich mag Kirchen. Wenn mir also der Besuch einer abgefahrenen Kirche in Aussicht gestellt wird, kann ich kaum widerstehen. So war ich auch Feuer und Flamme, als mir mein Teilzeitreiseführer und Ausflugsbegleiter den Mariendom in Neviges vorschlug. Astreiner Betonbrutalismus aus den 60er Jahren mitten in einem malerischen Ort…

Happy Pride

Gestern war die große Parade des Christopher Street Days in Köln, die Abschlussveranstaltung von 2 Wochen voller Infoveranstaltungen und Feiern. Ich war da, hab es mir angeschaut, zum Teil aus privaten Gründen, weil einer meiner Lieblingsmenschen sich dieser Community zugehörig empfindet und natürlich auch, weil ich dort fotografieren wollte. Ich fuhr früh los und genoss…

Aachen im Sommer – oder – Das 49 Euro Ticket wird genutzt

Es war noch recht früh, als der Wecker klingelte. Zu früh für freie Tage eigentlich, doch lange Fahrzeiten werfen Schatten voraus und die Dusche wusch mir den letzten Schlaf aus dem Kopf. Ich war aufgregt, denn es sollte nach Bremen gehen. Zwei Kaffee später packte ich die Fototasche wie immer zu voll, nahm eine Buttermilch…

Ich prokrastiniere

Ich prokrastiniere, also bin ich. Alles um mich herum arbeitet, blüht, wächst, will irgendwas, strebt nach Höherem und ich sitze auf meinen Fingern und kann nicht. Oder will nicht. Nebenher depressiere ich vom Feinsten primär hormonbedingt, sekundär zwecks geöffneter Tür zu verschütteten Abgründen auch einfach so. Haltlos. Kein Schlaf, keine Arbeit, dafür Schmerzen in Gelenken…

Abstellkammer für Träume

Die Familie schrumpft, das jüngste Kind ist ausgezogen. Der Rest wird folgen, bald. Es wird Zeit, das Leben zu überdenken, Pläne zu machen ohne, statt mit. Das tägliche Abendessen kochen verliert an Bedeutung, Wäscheberge schrumpfen sich gesund, der Kühlschrank atmet durch. Leben ist Veränderung, Neuigkeiten fallen ins Haus wie die Bäume auf dem Kirchhof gegenüber…

ABC-Etüde – Ausgesessene Träume

Zu den Etüden bei Christiane. Die Wortspende kommt von Werner Kastens. Ihre Finger glitten rasch über das ausgebreitete Butterbrotpapier. Eifrig zeichnete und skizzierte sie, ergänzte hier, strich dort und endete nach einer Weile mit einem hochroten Kopf und glänzenden Augen. Er sah zu, trank sein Bier, nickte ab und zu oder schaute aus dem Fenster…

Memento Mori

Ich habe eine Schwäche für Friedhöfe. Ich gehe dort gerne spazieren und ich liebe es, alte Grabsteine zu fotografieren. Ein bisschen gebe ich schon Acht, dass keine aktuellen Gräber darauf sind, aber so ganz kann man die Namen nicht rausschneiden. Ich mag es, wie man sich erinnert. Nur Steine leben lang. Engel und anderes Mahnmale…