Zwei Denkmäler in Harwich (Essex) und London, die an den Kindertransport 1938/39 jüdischer Kinder nach England erinnern

Die Bronzeskulptur in Harwich.
Photo: kitmasterbloke.
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In den Jahren 1938 und 1939 sind Tausende von jüdischen Kindern aus Deutschland nach England in Sicherheit gebracht worden, die in vielen Fällen ihre Eltern nie wiedergesehen haben, weil diese in den Konzentrationslagern des deutschen Nazi-Regimes umgebracht worden sind. Wahrscheinlich hätten die Kinder das gleiche Schicksal erlitten. Mit Zügen wurden sie zu den Fährhäfen gebracht, von wo aus sie dann nach England verschifft worden sind.

Refugee Children’s Movement“ wird diese groß angelegte Aktion in England genannt, aber auch Kindertransport, und daran erinnern zwei Denkmäler, eines in Harwich in Essex und eines in London.

Safe Haven heißt das Monument in der Hafenstadt Harwich, eine Bronzeskulptur, die fünf Kinder zeigt, die eine Gangway heruntersteigen, und die alle im sicheren Hafen auf englischem Boden angekommen sind. Der Bildhauer Ian Wolter hat dieses Werk geschaffen, der auch durch die Bronzeskulptur Children of Calais in Saffron Walden (Essex) bekannt geworden ist, eine Figurengruppe, die auf die gegenwärtige Flüchtlingskrise aufmerksam machen soll. Am 1. September 2022 ist das Denkmal Safe Haven feierlich von Dame Stephanie Shirley an der Harwich Quayside enthüllt worden, die selbst als Fünfjährige an dem Kindertransport teilgenommen hat. Hier sind einige Bilder von der Einweihung des Denkmals.

Kindertransport – The Arrival nennt sich die Bronzeskulptur, die in London vor dem Bahnhof Liverpool Street Station zu finden ist. Im September 2006 ist dieses Denkmal eingeweiht worden, das auf Initiative von Prince Charles entstanden ist. Die Skulptur zeigt fünf Kinder bei der Ankunft auf dem Bahnhof in London, jedes mit einem Koffer in der Hand oder darauf sitzend. Geschaffen hat es Frank Meisler (1925-2018), ein Architekt und Bildhauer, der 1939 selbst durch einen Kindertransport aus seiner Heimatstadt Danzig über Hoek van Holland nach England kam und in London auf dem Bahnhof Liverpool Street Station ankam. Frank Meislers Eltern sind im KZ Auschwitz ermordet worden. Was für fürchterliche Schicksale!

Die Bronzeskulptur vor dem Londoner Bahnhof Liverpool Street Station.
Photo: Loco Steve.
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Plakette am Denkmal in London.
Photo: wirewiper.
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Published in: on 22. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Romi Topi und sein Top Shine-Schuhputzerstand in Londons Burlington Arcade

Photo © Anthony O’Neil (cc-by-sa/2.0)

Dick der Schuhputzer aus dem Film „Der kleine Lord“ hätte wohl große Augen bekommen, wenn er den Schuhputzerstand Top Shine seines Kollegen Romi Topi in der vornehmen Londoner Burlington Arcade hätte sehen können.
Wie man dem Namen nach unschwer erkennen kann, handelt es sich bei Romi Topi um keinen waschechten Engländer, sondern um einen albanischstämmigen Einwanderer, der 2001 nach London kam und jetzt seit 24 Jahren seinem Schuhputzgeschäft in der britischen Hauptstadt nachgeht. Erst war er in der Jermyn Street tätig, dann machte er seine Touren durch die Büros der Londoner City, bevor er sich in der Burlington Arcade niederließ, wo er täglich etwa vierzig Paar Schuhe reinigt und poliert. Überwiegend sind es Geschäftsleute aus den Büros der näheren Umgebung, die sich den Luxus einer Schuhreinigung gönnen.

Romi Topi ist so erfolgreich geworden, dass er inzwischen die Firma Shoe Shine Service LTD mit mehreren Mitarbeitern gegründet hat, er arbeitet mit renommierten Firmen wie Fortnum & Mason, Louis Vuitton, Gucci und Bally zusammen und über seinen Online-Shop verkauft er Produkte wie Schuhputzbürsten, Schuhcreme, Lederreiniger und Schnürsenkel.

Aus einem einfachen Einwanderer ist Romi Topi zu einem in der City of London geachteten und erfolgreichen Kleinunternehmer geworden. Anzutreffen ist er in der Burlington Arcade in der Straße Piccadilly Nummer 51 in Mayfair. Über die Einkaufspassage schrieb ich vor einigen Jahren schon einmal in meinem Blog.
Dieser Film zeigt den Schuhputzer bei der Arbeit.

Vorsicht: Wer es sich mit den uniformierten, Beadles genannten Aufsehern in der Arcade nicht verscherzen will, der sollte unbedingt das Verbot des Pfeifens in der Einkaufspassage beachten, das ist dort nämlich verboten.

Photo: D G Butcher.
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Der Eingang zur Burlington Arcade. Auf dem Dach ist eine der von Antony Gormley geschaffenen Figuren zu sehen.
Photo © PAUL FARMER (cc-by-sa/2.0)
Published in: on 21. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die merkwürdigen Namen der Felskletterwände im Cathedral Quarry in Little Langdale in Cumbria

Photo: Amateur with a Camera.
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Little Langdale, ein kleines Dorf in der Grafschaft Cumbria, liegt westlich der Nordspitze des Lake Windermere und ist bekannt geworden, speziell in der Welt der Felskletterer, durch den Cathedral Quarry, auch Cathedral Cave genannten, ehemaligen Schiefersteinbruch. Die „normalen“ Besucher kommen vor allem hierher, um sich die gewaltige, zwölf Meter hohe, kathedralenartige Haupthöhle anzusehen, die vom National Trust gemanagt wird und die dem Trust von der weltberühmten Schriftstellerin Beatrix Potter (1866-1943) übergeben worden ist. Sie hatte den Steinbruch 1929 gekauft, der noch bis in die 1950er Jahre betrieben wurde.

Wie ich eingangs schon sagte, ist der Cathedral Quarry ein Lieblingsziel von Felskletterern und Abseilern. Letztere lassen sich mit einem Seil von einer großen Höhe hinab, hier also von Felswänden. Das deutsche Wort „abseilen“ ist übrigens in die englische Sprache als „abseiling“ übernommen worden. Wer sich die Namen dieser Kletterwände ausgedacht hat, muss schon ein gehöriges Mass an Humor besessen haben, denn viele von ihnen tragen witzige Namen. Eine von ihnen nennt sich beispielsweise „I Got Horribly Drunk“ (kein empfehlenswerter Zustand, um die Wand zu bezwingen), eine andere heißt dagegen „I Got Horribly Sober“ (was auch irgendwie nicht richtig gut klingt). Wer weder das eine noch das andere ist, bevorzugt vielleicht die Kletterwand namens „Night of the Hot Pies“ oder „More Banana Related Japery„. Ich finde, dass auch „The Bishop and the Actress“ interessant klingt und wie wäre es mit dem etwas vulgären „Ringpiece Activist„? Bedrohlicher klingen da schon „Murder in the Cathedral„, „China Crisis“ und „Diet of Worms„. Da hat man als Felsenkletterer wirklich die Qual der Wahl.

Der National Trust überprüft die Felswände zwar regelmäßig auf ihre Sicherheit, das Risiko tragen natürlich die „rock climber“ selbst.
Hier ist ein Film über den Cathedral Quarry.

Photo: Amateur with a Camera.
Creative Commons NC-ND 2.0

Ein Abseiler im Cathedral Quarry.
Photo: Andrew Stelmach.
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Famous Graves – Sambos Grab in Sunderland Point in Lancashire

Photo: bulldozia.
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Sunderland Point in der Grafschaft Lancashire war einmal der Hafen der Stadt Lancaster, von dem aus der Triangular Trade betrieben wurde, der Sklavendreieckshandel. Waren aus Großbritannien wurden nach Afrika verschifft, dort nahm man Sklaven an Bord, die in die Karibik „verfrachtet“ wurden, und Waren aus der Karibik kamen wieder nach Großbritannien zurück.
Auf einem dieser Schiffe aus der Karibik war ein Sklavenjunge namens Sambo an Bord, der als Diener des Kapitäns fungiert hatte. Der Kapitän ließ ihn im Jahr 1736 in Sunderland Point zurück, wo Sambo eine kurze Zeit im heute Upsteps Cottage genannten Haus lebte, und wo er auch bald starb; man vermutet an irgendeiner Krankheit, gegen die er keine Immunität besaß.

Beerdigt wurde er nicht auf einem Kirchhof, da er kein Christ war, so hob man ein unmarkiertes Grab für ihn auf einem Feld nahe der Küste aus. Erst sechzig Jahre später erinnerte sich ein pensionierter Lehrer, James Watson, an das einsame Grab des Sklavenjungen und sammelte Geld für eine Grabplatte, die an sein trauriges Schicksal erinnern sollte. Sie trägt die Inschrift:

Here lies
Poor Samboo
A faithfull Negro
Who
(Attending his Maſter from the Weſt Indies)
Died on his Arrival at Sunderland

Full sixty Years the angry Winter’s Wave
  Has thundering daſhd this bleak & barren Shore
Since Sambo’s Head laid in this lonely Grave
  Lies still & ne’er will hear their turmoil more.

Full many a Sandbird chirps upon the Sod
  And many a Moonlight Elfin round him trips
Full many a Summer’s Sunbeam warms the Clod
  And many a teeming Cloud upon him drips.

But still he sleeps _ till the awakening Sounds
  Of the Archangel’s Trump new Life impart
Then the Great Judge his Approbation founds
  Not on Man’s Color but his_Worth of Heart

Ist es nicht schön, dass auch heute noch an Sambo gedacht wird? Auf seinem Grab finden sich immer wieder Blumen und bemalte Steine, die oft von Schulkindern niedergelegt werden. Leider wurde die Original-Grabplatte gestohlen, so dass jetzt eine Replika hier liegt. Damit Sambos Grab gegen die zunehmende Küstenerosion und den steigenden Meeresspiegel geschützt ist, hat man es mit einer Steinmauer umfasst.

Ich habe diesen Blogeintrag in meine Rubrik „Famous Graves“ aufgenommen; das Grab ist vielleicht nicht „famous“, aber trotzdem auf seine Art beeindruckend.
Dieser Film zeigt Sambos Grab und das einsam gelegene Sunderland Point.

Photo © michael ely (cc-by-sa/2.0)

Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Das einsam gelegene, winzige Dorf Sunderland Point in Lancashire.
Photo: Nigel Shuttleworth.
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Published in: on 19. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Boardman Tasker Award for Mountain Literature und das Kendal Mountain Festival in Cumbria

Das Brewery Arts Centre in Kendal, wo viele Veranstaltungen des Festivals stattfinden.
Photo © John Salmon (cc-by-sa/2.0)

Im Oktober 1980 wurde erstmals das Kendal Mountain Festival veranstaltet, am Rande des Lake Districts in der Stadt Kendal in der Grafschaft Cumbria. An vier Tagen im November kommen Filmemacher, Schriftsteller, Sportler und Outdoor-Fans aus dem ganzen Land und aus dem Ausland zusammen, um sich ihrem gemeinsamen Hobby „The Great Outdoors“ zu widmen. Beim International Film Competition werden über hundert Filme gezeigt, in zahlreichen Vortragsveranstaltungen kommen bekannte Persönlichkeiten aus der Welt der Bergsteiger und Abenteurer zu Wort, die von ihren Erfahrungen berichten (Reinhold Messner war auch schon einmal hier) …und es wird alljährlich der Boardman Tasker Award for Literature vergeben, an Autoren, die einen besonderen literarischen Beitrag zum Thema Bergwelt geleistet haben, sei es in Form von Belletristik, Sachbüchern, Lyrik oder Dramen. 
Benannt wurde der Literaturpreis nach den beiden englischen Bergsteigern Peter Boardman (1950-1982) und Joe Tasker (1948-1982), die am 17. Mai 1982 auf dem North East Ridge des Mount Everests ums Leben gekommen sind. Beide hatten in ihren Büchern von ihren Bergsteigerabenteuern geschrieben. Peter Boardman war der Autor von „The Shining Mountain“ und „Sacred Summits“ („Auf den Zinnen der Götter“), Joe Tasker schrieb „Everest – The Cruel Way“ (dt. „Eishölle am Everest“) und „Savage Arena„.

Der Boardman Tasker Award for Literature beinhaltet ein Preisgeld von £3,000, das zuletzt im November 2025 Iain Peters für sein Buch „The Corridor“ erhielt („a gripping story of how mountains, climbing and secret shame can shape a life“). Im Jahr davor waren die Preisträger Nandini Purandare & Deepa Balsavar, die das Buch „Headstrap: Legends and Lore from the Climbing Sherpas of Darjeeling“ geschrieben haben.

Die Bücher, die für den Preis in Frage kommen, müssen in englischer Sprache verfasst oder ins Englische übersetzt worden sein.

Das Kendal Mountain Festival findet hauptsächlich im Brewery Arts Center von Kendal statt, in diesem Jahr vom 19. bis zum 22. November. Hier ist ein Film über das Festival vom letzten Jahr.

Meine Lieblings-Pubs – The Gregory Arms in Harlaxton (Lincolnshire)

Photo: Russ Hamer.
Creative Commons 3.0

Es tut einem Pub meistens nicht gut, wenn seine Besitzer häufig wechseln; so war es leider in den letzten Jahren um The Gregory Arms in Harlaxton in Lincolnshire nicht so gut bestellt. Am 24. November letzten Jahres wurde der Pub glücklicherweise wieder neu eröffnet, nachdem er im Herbst geschlossen worden war. Erst Anfang 2025 hatte das Harlaxton College der University of Evansville in Indiana, das im gegenüberliegenden Harlaxton Manor residiert, den Pub übernommen, was offensichtlich keine so gute Idee war, sonst hätte das Experiment wohl funktioniert.

Ich hatte im The Gregory Arms einmal einen Lunch zu mir genommen und habe den Pub noch in guter Erinnerung. Ich hatte mich für das Gasthaus, das auch einige Zimmer vermietet, entschieden, weil ich mich sehr für das Harlaxton Manor interessiere, über das ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben habe. Die Zufahrt zum Manor mit seinem großen Tor liegt direkt gegenüber vom The Gregory Arms. das 1841 erstmals seine Pforten geöffnet hat und nach dem Erbauer des Harlaxton Manors, Gregory Gregory, benannt worden ist. Der Mann mit dem merkwürdigen Namen lebte von 1786 bis 1854 und stammte aus einer wohlhabenden Familie, die unter anderem durch Kohlebergwerke reich geworden war. Bevor er sein prachtvolles Haus in Harlaxton baute, wohnte er nicht weit entfernt in Hungerton Hall, ebenfalls in Lincolnshire.

Bleibt zu hoffen, dass The Gregory Arms unter seinem neuen Besitzer viel Erfolg hat und lange bestehen bleibt!

The Gregory Arms
The Drift
Harlaxton
Grantham NG32 1AD

Die Zufahrt zum Harlaxton Manor, gegenüber vom The Gregory.
Photo © Kate Jewell (cc-by-sa/2.0)

Hungerton Hall in Lincolnshire; hier residierte der Namensgeber des Pubs, Gregory Gregory, bevor er ins Harlaxton Manor zog.
Photo © Stephen Richards (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 17. Januar 2026 at 02:00  Comments (1)  

Das Jodrell Bank Observatory in Lower Withington (Cheshire) und sein Discovery Centre

Das Lovell-Teleskop.
Photo © habiloid (cc-by-sa/2.0)

Das Jodrell Bank Observatory ist seit 2019 UNESCO-Welterbe und das Zentrum für Radioastronomie in England. Schon von weitem sind die Teleskope bei dem Ort Lower Withington in Cheshire zu sehen, vor allem das berühmte, 1957 erbaute Lovell-Teleskop (benannt nach dem Radioastronomen Bernard Lovell, der es auch entworfen hat), das einen Durchmesser von 76 Metern hat. Jodrell Bank ist im Besitz der Universität Manchester und wird auch von ihr betrieben. Es ist ein weltweit führendes Forschungsinstitut für Astrophysik, in dem zahlreiche Entdeckungen stattgefunden haben wie die der Quasare und Pulsare.

Wer sich für dieses Thema interessiert, dem ist ein Besuch hier in Cheshire sehr zu empfehlen, denn man kann sich im Jodrell Bank Discovery Centre über die Forschungsarbeiten informieren, die hier unternommen worden sind und noch immer unternommen werden. Der erst 2022 in Betrieb genommene First Light Pavilion zeigt die Geschichte von Jodrell Bank, von seinen Anfängen nach dem Krieg über das Weltraumrennen zwischen den USA und Russland bis hin zu den heutigen Entdeckungen. Im Space Dome-Planetarium erhalten die Besucher faszinierende Einblicke in das Weltall. Das Besondere am First Light Pavilion ist seine Architektur, eine grasbewachsene Kuppel mit 76 Metern Durchmesser, deren Form und Größe an das Lovell-Teleskop erinnern soll.

Die im Freien installierten Whispering Dishes machen physikalische Phänomene erlebbar, indem mit Schallwellen experimentiert wird wie dieser kurze Film zeigt. Einer der Höhepunkte des Besuchs auf dem Gelände ist natürlich das Lovell-Teleskop selbst, das man sich aus der Nähe ansehen kann.
Auch in diesem Jahr finden wieder die „Lovell Lectures“ statt, in denen führende Wissenschaftler über aktuelle Entdeckungen berichten.

Das war jetzt nur ein sehr kurzer Einblick in das, was die Besucher hier erwartet, mehr ist in diesem Film zu sehen.

Die Öffnungszeiten des Discovery Centres: Täglich, außer montags, von 10 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintrittspreis: £14.85.

Jodrell Bank
Bomish Lane,
Lower Withington
Cheshire
SK11 9DL

Der Eingang zum Discovery Centre.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

The Whispering Dishes.
Photo © Jeff Buck (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 16. Januar 2026 at 02:00  Comments (3)  

Das Pretoria Pit Disaster – Ein schweres Bergwerksunglück am 21. Dezember 1910 in Over Hulton (Greater Manchester)

Das Pit Memorial auf dem Westhoughton Cemetery
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Bergwerksunglücke gab es im Norden Englands immer wieder, und es muss schrecklich gewesen sein, tief unter der Erden ohne besondere Sicherheitsmaßmahmen zu arbeiten. Von einem dieser Unglücke schrieb ich schon einmal in meinem Blog, dem Huskar Pit Desaster am 4. Juli 1838 in Silkstone in South Yorkshire.

72 Jahre später ereignete sich kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember 1910, in Over Hulton (Greater Manchester), das damals noch zu Lancashire gehörte, das sogenannte Pretoria Pit Disaster in der Hulton Colliery, einem Kohlebergwerk, bei dem 344 Männer ihr Leben verloren. Lediglich die beiden Bergmänner Joseph Staveley und William Davenport überlebten die Explosion in der Pretoria Pit genannten Kohlegrube; eine Explosion, die durch eine Gasansammlung infolge eines Deckeneinsturzes am Vortag verursacht worden sein könnte, womöglich durch eine defekte Grubenlampe entzündet.
Viele Familien in dem Bergwerksort waren betroffen, manche verloren gleich mehrere Mitglieder. Noch heute gedenkt man der Toten am 21. Dezember an mehreren Gedenkstätten in der Region.
Da ist das Pit Memorial auf dem Westhoughton Cemetery, auf dem 229 Bergleute beigesetzt worden sind, die knieende Bronzefigur eines Bergmanns (von der Bildhauerin Jane Robbins geschaffen) vor einer Wand mit den Namen der Opfern in den Ditchfield Gardens von Westhoughton, und das Pretoria Pit Memorial am Rand des Hulton Parks am Broadway in Atherton, auf dem ebenfalls die Namen der toten Bergleute aufgeführt sind.

In diesem Film sind einige historische Aufnahmen zu sehen.

Die Houghton Weavers haben die Ereignisse vom 21. Dezember 1910 in dem Lied „The Pretoria Pit Disaster“ vertont.

Die Gedenkstätte in den Ditchfield Gardens von Westhoughton.
Photo © Bill Boaden (cc-by-sa/2.0)

Das Pretoria Pit Memorial in Atherton.
Photo © Kevin Waterhouse (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 15. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

„Morbid Pop Songs“ in den 1960er Jahren

Photo © P L Chadwick (cc-by-sa/2.0)

In den 1960er Jahren schwappte eine Welle von sogenannten „morbid pop songs“ aus den USA nach Großbritannien, die auf beiden Seiten des Atlantiks für eine gewisse Zeit sehr populär waren und in den Charts der beiden Länder auftauchten. Die BBC mochte viele der Songs mit den traurigen Inhalten nicht, in denen es meist um tragische Auto- und Motorradunfälle ging, und verbannte sie aus ihrem Programm. Auch in der populären TV-Show Top of the Pops waren die meisten dieser auch „death discs“ genannten Songs nicht zu sehen und zu hören.

Zu den ganz großen Erfolgen in den USA, und dann auch in Großbritannien, gehörten beispielsweise „The Leader of the Pack“ der Girl Group The Shangri-Las, in dem der Anführer einer Motorradgang bei einem Motorradunfall uns Leben kommt. Bei „Dead Man’s Curve“ von Jan and Dean geht es um ein spektakuläres Autorennen in den Straßen von Los Angeles zwischen einem Stingray und einem Jaguar XKE, das böse endet. Um ein riskantes Autorennen geht es auch in Ray PetersonsTell Laura I Love Her„, bei dem Lauras Freund Tommy ums Leben kommt. Das britische Plattenlabel Decca ließ 25 000 bereits gepresste Kopien des Songs wieder vernichten, weil sie ihn für geschmacklos hielten. Dennoch erreichte der walisische Sänger Ricky Valence mit einer Coverversion von „Tell Laura I Love Her Platz 1 der britischen Charts. Ja, es gab nicht nur US-Produktionen dieser „morbid pop songs“. Neben Ricky Valence war da zum Beispiel John Leyton mit seinem „Johnny Remember Me„, in dem ein junger Mann von der Stimme seiner verstorbenen Geliebten heimgesucht wird. Und dann war da noch Twinkle, eine junge Sängerin, die in „Terry“ von dem Tod ihres Freundes singt, der bei einem Motorradunfall ums Leben kommt.

Ich muss zugeben, ich habe eine Schwäche für diese „death discs“. Hier zwei meiner Favoriten, die vielleicht nicht ganz so bekannt sind: Del Shannon mit „The Prom“ und The Shangri-Las mit „Give Us Your Blessings„.

Dieser Film fasst den Musiktrend in den 1960er Jahren noch einmal zusammen.

Published in: on 14. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Die Schriftstellerin Elizabeth Cleghorn Gaskell (1810-1865) und der Lindeth Tower in Silverdale (Lancashire)

Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Wenn es der Schriftstellerin Elizabeth Cleghorn Gaskell, die von 1810 bis 1865 lebte, in ihrem Wohnort Manchester zu turbulent wurde, zog sie sich gern an die Morecambe Bay, und da speziell in das Dorf Silverdale in Lancashire, zurück. Die Romanautorin, sie schrieb 1857 auch die Biografie „The Life of Charlotte Brontë“ (dt. „Das Leben der Charlotte Brontë“), war zu ihrer Zeit sehr populär; noch heute ist sie durch ihren Roman „Cranford“ (dt. „Cranford“) bekannt oder besser durch die Verfilmung des Romans durch die BBC-Serie gleichen Namens (7 Episoden in 2 Staffeln, in deutscher Synchronisation ab 2010), die ab 2007 gezeigt wurde. In dem Buch beziehungsweise Film stehen die sozialen Veränderungen des 19. Jahrhunderts in England im Mittelpunkt. Gedreht wurde die TV-Serie nicht in Lancashire, sondern überwiegend in Lacock in Wiltshire.

Mrs Gaskell, wie sie meist nur genannt wurde, bewohnte gern in Silverdale den Lindeth Tower, ein dreistöckiges Gebäude, das 1842 von dem Bankier Henry Paul Fleetwood als Sommerhaus erbaut worden war. Fleetwood war ein entfernter Verwandter von Sir Peter Hesketh-Fleetwood (1801-1866), der die nach ihm benannte Stadt Fleetwood in Lancashire gegründet hatte. Mrs Gaskell benutzte das obere Stockwerk des burgartigen Turms als Arbeitszimmer, und hier sollen Teile des Romans „Cranford“ entstanden sein, sowie ihr Roman „Ruth“ (dt. „Ruth: Eine Erzählung“). In dem Gesellschaftsroman geht es um das 15-jährige Waisenmädchen Ruth, das sich in den aristokratischen Lebemann Henry Bellingham verliebt.

Mrs Gaskell hatte von ihrem Arbeitszimmer aus einen sehr schönen Blick auf die Morecambe Bay (siehe dazu meine Blogeinträge). In Silverdale, einem Ort mit etwa 1500 Einwohnern, hat man das Andenken an die Romanschriftstellerin hoch gehalten, indem man die Village Hall nach ihr benannt hat, die Gaskell Memorial Hall.

Eine kleine Notiz am Rand: Die Gesangsgruppe Aquilo, 2013 gegründet, die aus Tom Higham und Ben Fletcher besteht, die beide aus Silverdale stammen, hatte 2021 für ihr Album „A Safe Place To Be“ ein detailreiches Modell-Dorf von Silverdale anfertigen lassen, das sie als Albumcover verwendeten und auch für ihr Musikvideo zu „Out in L.A.“ Darin nehmen sie das Modell der Gaskell Memorial Hall heraus und ersetzen es durch einen amerikanischen Diner, was in der Bevölkerung von Silverdale nicht allzu gut ankam. Hier ist das Video zu sehen.

Photo © Mary and Angus Hogg (cc-by-sa/2.0)

Die Gaskell Memorial Hall.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Die Claughton Aerial Ropeway in Lancashire – Die letzte industrielle Luftseilbahn, die in Großbritannien noch in Betrieb ist

Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Bei Claughton in der Grafschaft Lancashire befindet sich die letzte industriell genutzte Luftseilbahn Großbritanniens, die Claughton Aerial Ropeway, die vor etwas mehr als hundert Jahren 1924 in Betrieb genommen worden ist, die zuverlässig tagaus, tagein ihren Dienst versieht, an der kaum etwa verändert worden ist…und die ohne Energiezufuhr auskommt. Energiekosten sind ein Fremdwort hier in Claughton, denn die Luftseilbahn funktioniert ausschließlich durch Schwerkraft. Das Gewicht der vollen Gondeln zieht die leeren Gondeln zurück zum Beladepunkt. Ein Bremssystem sorgt für die korrekte Geschwindigkeit und ermöglicht es, das Seil abzubremsen.

Gebaut wurde die Claughton Aerial Ropeway, um Schiefer aus einem Steinbruch im Claughton Moor zu den Hanson Brick Works  (jetzt Forterra plc) zu befördern, wo der zerkleinerte Schiefer zu Ziegeln verarbeitet wird. Durch diese umweltfreundliche Transportart, die weder Treibstoff noch Strom benötigt, können täglich zwischen 250 und 300 Tonnen Schiefer auf einer Strecke von zwei Kilometern befördert werden. 40 bis 46 Gondeln sind im Einsatz und jede benötigt etwa 45 Minuten für einen vollen Umlauf. Den Ablauf dieser Prozedur zeigt dieser Film.

Pro Woche werden in der Fabrik um die eine Million Ziegel hergestellt, die zum großen Teil für den Bau von Häusern in Nordengland und Schottland verwendet werden.
Die Betriebserlaubnis für den Steinbruch durch den Lancaster City Council wird voraussichtlich 2036 ablaufen, und das könnte dann das Ende des Claughton Aerial Ropeways sein.
Wer einmal mit einer dieser Gondeln mitfahren möchte, dieser Film macht es möglich.

Zur Orientierung: Claughton liegt an der A683 nordöstlich der Grafschaftshauptstadt Lancaster.

Photo © Ian Taylor (cc-by-sa/2.0)

Photo © Chris Allen (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 12. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Spukorte – Das Dunster Castle in Dunster in Somerset

Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Als ich vor einigen Jahren für ein paar Tage auf dem Gelände des Ellicombe Manor vor den Toren von Minehead in Somerset wohnte (siehe dazu meinen Blogeintrag), stattete ich auch dem hübschen Ort Dunster einen Besuch ab. Das Dorf mit etwas weniger als tausend Einwohnern hat ein imposantes Marktkreuz auf der High Street vorzuweisen, wird aber beherrscht von dem über ihm liegenden Dunster Castle. Die Burg war über Jahrhunderte Familiensitz der Luttrells, die es erst im Jahr 1976 dem National Trust überschrieben, der sich seitdem um das alte Gemäuer kümmert. Ich möchte mich an dieser Stelle aber nicht über die lange Geschichte der Burg auslassen, sondern den Aspekt „Spukort“ in den Vordergrund stellen. Das Dunster Castle gilt als eines der „most haunted castles“ des National Trusts, so dass hin und wieder für Interessierte Ghost Tours angeboten werden.

Schon das zum Eingang der Burg führende schmiedeeiserne Tor aus dem 13. Jahrhundert mit seinen steinernen Stufen wirkt recht gruselig, und Hunde sollen diese Treppenstufen mit aller Macht meiden und sich weigern, diese hinaufzugehen. Unter dem Gatehouse befindet sich das Oubliette, der Kerker, in den Gefangene geworfen wurden, die man dann einfach vergaß und die auf grausame Weise langsam dort unten starben (siehe zum Thema „Oubliette“ meinen Blogeintrag). Bei Bauarbeiten fand man ein Skelett, das noch die Hand- und Fußfesseln trug.

Das Dunster Castle hat auch eine Grey Lady, die sich hin und wieder auf dem Grand Oak and Elm Staircase und in der Bibliothek zeigt. Der King Charles Room (Charles II. nächtigte hier einmal im Jahr 1645) hat für einige Besucher eine besonders unheimliche Atmosphäre, und manche weigern sich, hier einzutreten. Weiterhin zählen die Library Passage und die Leather Gallery zu den Orten in der Burg, die ängstliche Gemüter lieber meiden sollten. In den ehemaligen Ställen, in denen jetzt der National Trust Shop untergebracht ist, will man mehrmals einen Man in Green gesehen haben. Auch das Personal des Dunster Castle fühlt sich in der dunklen Jahreszeit, wenn die Touristen gegangen sind und die Tore abgeschlossen werden, nicht immer ganz wohl in der Burg…

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch die Burg auf den Spuren ihrer unheimlichen Bewohnern.

Das alte Tor und die unheimlichen Treppenstufen.
Photo © Malcolm Neal (cc-by-sa/2.0)

The Gatehouse.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Die Bibliothek.
Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Grand Oak and Elm Staircase.
Photo © Peter Turner (cc-by-sa/2.0)


Der King Charles Room.
Photo: ell brown.
Creative Commons NC-SA 2.0

Die ehemaligen Stallungen.
Photo © Michael Garlick (cc-by-sa/2.0)

Mein Buchtipp – J. Gordon Kingsley: „Blessed Harlaxton, My Home“

Foto meines Exemplares.

Über das wunderschöne Harlaxton Manor, nahe Grantham in der Grafschaft Lincolnshire, habe ich in meinem Blog bereits zweimal geschrieben, zuletzt am 23. Dezember letzten Jahres über den Cedar Staircase. Das Haus gehört seit den 1970er Jahren der University of Evansville in Indiana und dient als Harlaxton College den Studierenden dieser Universität als ganz besonderer Ort, um hier für eine gewisse Zeit ihre Studien zu betreiben, aber auch um Land und Leute kennen lernen zu können.

Wie es hinter den Kulissen des Harlaxton Manors zugeht, schildert J. Gordon Kingsley, der eine Zeit lang Principal des Colleges war, in seinem Buch „„Blessed Harlaxton, My Home“„, das bereits im Jahr 2015 erschienen ist. Er bringt darin seine tiefe Verbundenheit mit dem Manor House und den Studierenden zum Ausdruck. Unter ihm hat sich hier sehr viel getan, Teile des Gebäudes sind vor dem Verfall gerettet worden, er hat die Räumlichkeiten im Gatehouse und im Pegasus Tower restaurieren lassen, und eine Fachfirma hat die seit langem nicht mehr funktionierende Uhr über dem Haupteingang wieder repariert.

J. Gordon Kingsley lässt uns daran teilhaben wie im Manor House Weihnachten gefeiert wird, wir erfahren, was es mit dem Naked Mile Lane auf sich hat, warum der Schwan Bob so „grumpy“ war, und was das erste Wort ist, wenn die neuen amerikanischen Studenten das Harlaxton Manor zum ersten Mal vor Augen haben, nämlich „Wow!„.

Dem Principal sind die Menschen in Erinnerung geblieben, die dem Manor House durch ihre Arbeit einen eigenen Stempel aufgedrückt haben wie zum Beispiel Billy James, der Dudelsackspieler, Doug Mitchell, der für die Security zuständig war, und Mrs Culpin, Head Housekeeper, Mädchen für alles und bis ins hohe Alter für das College unverzichtbar.

Es gibt nur wenig Literatur über das Harlaxton Manor beziehungsweise über das Leben in diesem „outpost“ der University of Evansville in Lincolnshire, und ich habe die Lektüre sehr genossen.

J. Gordon Kingsley: „Blessed Harlaxton, My Home“. Turtle Creek Publications 2015. 181 Seiten. ISBN 978-0692398005.

Das Manor House.
Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

The Great Hall.
Photo © Julian P Guffogg (cc-by-sa/2.0)

Das Gatehouse.
Photo © Jonathan Clitheroe (cc-by-sa/2.0)

Bunbury in Cheshire und die erfolgreiche TV-Serie „Home Fires“ des Senders ITV

Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

Den Namen „Bunbury“ kennt man in erster Linie als Figur aus Oscar Wildes Theaterstück „The Importance of Being Earnest“, das in deutscher Übersetzung „Bunbury oder Ernst sein ist alles“ heißt. Es gibt aber auch einen Ort in England, der Bunbury heißt (nicht zu verwechseln mit dem wesentlich größeren Banbury in Oxfordshire), ein Dorf mit rund 1500 Einwohnern, das in den Jahren 2014 und 2015 für einige Monate in Great Paxford umbenannt worden ist, denn der Sender ITV drehte hier seine sehr erfolgreiche TV-Serie „Home Fires„, die nicht in den deutschsprachigen Ländern in synchronisierter Form gezeigt worden ist.

Das beschauliche Dorf Bunbury in der Grafschaft Cheshire eignete sich gut als Drehort; es ist über die A49 leicht zu erreichen, liegt aber trotzdem relativ abgeschieden und ist kein Ort mit starkem Durchgangsverkehr, der die Dreharbeiten hätte stören können.
Das Drama erzählt die Geschichte einer Gruppe von Frauen in einer ländlichen Gemeinde in Cheshire, Great Paxford, deren Leben vom Zweiten Weltkrieg überschattet wird. Die Frauen, die von ihren Ehemännern, Vätern, Söhnen und Brüdern getrennt sind, die an der Front kämpfen müssen, schließen sich im Great Paxford Women’s Institute zusammen, um mit den Problemen mit denen sie konfrontiert sind, gemeinsam besser fertig zu werden. Die TV-Serie basiert auf dem Buch „Jambusters: The Story of the Women’s Institute in the Second World War “ von Julie Summers, das nicht ins Deutsche übersetzt worden ist.

Zu den Hauptdarstellerinnen der ITV-Serie gehören zum Beispiel Samantha Bond, die man als Rosamund Painswick in „Downton Abbey“ kennt und die bisher dreimal bei „Inspector Barnaby“ mitgewirkt hat, und Clare Calbraith, die in der Krimiserie „Grace“, die Sandy Grace spielt.

Gedreht wurde in Bunbury vorwiegend im Vicarage Lane und dort beispielsweise in der Metzgerei R.F. Burrows & Sons, die im Film Brindsley’s Butchers heißt. Leider ist diese Metzgerei kürzlich nach fast genau 100 Jahren geschlossen worden. Weitere Drehorte waren der Dorfchippy, der in eine Tankstelle umgewandelt wurde, die Dorfkirche St Boniface, der Pub The Nag’s Head und die Village Hall.

Zur großen Enttäuschung der Serienfans wurde „Home Fires“ nach zwei Staffeln und zwölf Folgen überraschenderweise abgesetzt. Wer sich einmal ein Bild von der TV-Serie machen möchte, hier ist die erste Folge der ersten Staffel zu sehen.

Der Vicarage Lane mit The Nag’s Head.
Photo © Stephen McKay (cc-by-sa/2.0)


Die Village Hall.
Photo © David Dixon (cc-by-sa/2.0)

St Boniface.
Photo © John Lord (cc-by-sa/2.0)

The Shanklin Chine – Eine Touristenattraktion auf der Isle of Wight

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Jane Austen war schon hier, und auch John Keats, Charles Dickens, George Eliot und viele andere Schrifsteller suchten den Shanklin Chine auf der Isle of Wight auf, einen „beauty spot“, der auch heute noch bei den Besuchern der Insel vor der englischen Südküste zu den Attraktionen zählt.
Kürzlich schrieb ich in meinem Blog über den Blackgang Chine auf der Insel, den ältesten Freizeitpark Großbritanniens, in dessen Namen das Wort „chine“ ebenfalls auftaucht, was soviel wie steiles Erosionstal bedeutet. The Shanklin Chine ist eine bewaldete Schlucht, durch die ein Spazierweg vom Shanklin Old Village bis zu den Sandstränden hinunterführt.

„Carved by Mother Nature“ heißt es auf den Webseiten des Shanklin Chines, der 1817 von William Colenutt angelegt worden ist. Diese Gegend war früher auf Grund ihrer Abgeschiedenheit bei Schmugglern sehr beliebt, jetzt kommen die Touristenscharen und bevölkern den nicht mehr so abgeschiedenen Shanklin Chine. Noch sehr viel früher tummelten sich hier Dinosaurier, wovon man sich im Dinosaur Isle Museum im benachbarten Sandown selbst ein Bild machen kann. Beim Abstieg des Shanklin Chines trifft man auf einige dieser prähistorischen Tiere, die furchterregend am Wegesrand stehen.

Besonders großartig wirkt die Schlucht im Dunklen, wenn sie von zahlreichen Lichtern farbig beleuchtet wird, dann sehen die beiden Wasserfälle noch beeindruckender aus. Acht Kilometer Kabel sind verlegt worden, um diese Illuminationen zu schaffen.

In der Schlucht sind noch einige Reste einer Pipeline zu finden, die im Rahmen der sogenannten Operation PLUTO im Zweiten Weltkrieg Treibstoff unter dem Ärmelkanal nach Frankreich transportierte, um dort die Alliierten zu versorgen.
Wenn man Glück hat, trifft man im Shanklin Chine auf eines der roten Eichhörnchen, die in England immer seltener geworden sind, weil ihre grauen Kollegen sie weitgehend verdrängt haben.

Ein Ticket für die Begehung der Schlucht kostet £12.95 (Bargeld wird übrigens nicht mehr akzeptiert).
In diesem Jahr ist der Shanklin Chine vom 18. März bis zum 1. November täglich ab 10 Uhr geöffnet.
Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch die Schlucht.

Photo © John Webber (cc-by-sa/2.0)

Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Photo © Lewis Clarke (cc-by-sa/2.0)

Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Eines der selten gewordenen roten Eichhörnchen, die sich hier auf der Isle of Wight wohlfühlen.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Die Isthmian League – Eine untere Fußball-Liga im Südosten Englands

Das Alcaline Stadium an der Cheriton Road in Folkestone, Heimat der Folkestone Invicta, dem derzeitigen Tabellenführer der Premier Division der Isthmian League.
Photo © Nick Smith (cc-by-sa/2.0)

Im antiken Griechenland gab es einmal die sogenannten Isthmischen Spiele, sportliche Wettkämpfe, die nach dem Isthmus von Korinth benannt worden sind. 1905 wurde im Großraum London die nach diesen Spielen genannte Fußball-Liga Isthmian League gegründet, die zu den ältesten, noch heute existierenden Ligen der Welt gehört. In der Liga sind Amateur- und halbprofessionelle Vereine aus den Regionen London, Südostengland und East Anglia zusammengeschlossen, insgesamt 88 Fußballclubs in vier Divisionen; das sind die Premier Division, die North Division, die South Central Division und die South East Division. In dem gesamten Gefüge des englischen Fußballsystems steht die Isthmian League an den Stellen 7 (Premier Division) und 8 (die drei anderen Divisionen). Ziel dieser Mannschaften ist es, in die nächst höhere Stufe, die National League South, aufzusteigen.

Schauen wir uns einmal einige der Vereine an, die in der Premier Division der Isthmian League spielen. Da ist der momentane Tabellenführer, mit ziemlich großem Abstand auf Platz 2, Folkestone Invicta („The Seasiders“), ein 1936 gegründeter Club, der in der Küstenstadt in Kent beheimatet ist. Die beiden direkten Verfolger sind Brentwood Town („The Blues“) aus Essex und Chatham Town („The Chats“) aus Kent.
Zu den abstiegsgefährdeten Vereinen zählen derzeit Potters Bar Town („The Scholars“) aus Hertfordshire und Welling United („The Wings“), ein Club aus dem London Borough of Bexley

Einmal im Jahr wird der Isthmian League Cup ausgespielt, jetzt Alan Turvey Trophy genannt, an dem alle 88 Vereine teilnehmen können, und der Isthmian Charity Cup, dessen Einnahmen für wohltätige Zwecke gespendet werden.
In diesem Film sind einige Szenen aus Spielen der Isthmian League zu sehen.

Published in: on 7. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

North Leverton with Habblesthorpe in Nottinghamshire – Das Dorf mit dem längsten Ortsnamen Englands

Photo © Alan Murray-Rust (cc-by-sa/2.0)

Noch immer kann sich die walisische Gemeinde Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch damit brüsten, den längsten Ortsnamen Europas zu haben und viele Touristen fahren nur dorthin, um das Schild mit dem Namen am Bahnhof zu fotografieren. Nur wenige wissen hingegen wie der Ort mit dem längsten Namen in England heißt: North Leverton with Habblesthorpe. Zugegeben, so spektakulär wie der walisische Rekordinhaber ist das nicht, aber immerhin besteht er auch aus dreißig Buchstaben.

Übrigens: Der Weltrekordhalter ist der eigentliche Name der Stadt Bangkok in Thailand: Krung-thep-maha-nakorn-boworn-ratana-kosin-mahintar-ayudhya-amaha-dilok-pop-nopa-ratana-rajthani-burirom-udom-rajniwes-mahasat-arn-amorn-pimarn-avatar-satit-sakattiya-visanukam.

Was gibt es nun über North Leverton with Habblesthorpe zu sagen? Das Dorf liegt in Nottinghamshire, westlich der A156, die von Gainsborough in Richtung Lincoln führt. An der Main Street liegt der Pub des Ortes The Royal Oak. Die Parish Church St Martin’s wurde im 12. Jahrhundert erbaut, und ebenfalls an der Main Street liegt die Grundschule North Leverton Church of England Primary School.

Über eine Sehenswürdigkeit verfügt North Leverton with Habblesthorpe aber doch, über die North Leverton Windmill, die schon seit 1813 an dieser Stelle steht.. Die Windmühle ist samstags geöffnet, und hier kann man Mehl kaufen, das in und mit der Mühle produziert worden ist.

Eine kleine Anekdote am Rande: Die nicht mehr vorhandene St Peter’s Church am östlichen Ortsrand, die zu der früheren Gemeinde Apethorpe gehörte, war die Kirche mit den meisten „runaway brides“ im ganzen Land, das heißt, Bräute, die kurz vor der Trauung kalte Füße bekommen und die Hochzeit „geschmissen“ haben.
In diesem Film stellt The Village Idiot North Leverton with Habblesthorpe vor.

Das Village Sign des Dorfes.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

The Royal Oak.
Photo © Neil Theasby (cc-by-sa/2.0)

The Parish Church of St Martin.
Photo © Tim Heaton (cc-by-sa/2.0)

North Leverton Windmill.
Photo © Graham Hogg (cc-by-sa/2.0)

Dr. John Radcliffe (1650–1714) – Arzt, Politiker, Wohltäter…und sein Vermächtnis in der Universitätsstadt Oxford

Statue John Radcliffes im Green Templeton College.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Am 1. Dezember veabschiedete sich Oxford von Dr. John Radcliffe (1650–1714) in Form eines Gottesdienstes in der University Church of St Mary. Radcliffe war Arzt, Politiker (er war viele Jahre lang Parlamentsabgeordneter) und vor allem ein Wohltäter für die Stadt Oxford, die mehrere Orte nach ihm benannt hat, die wir uns heute einmal ansehen wollen.

Der Radcliffe Trust, der im Todesjahr John Radcliffes durch sein Testament gegründet worden ist, sollte sein wohltätiges Vermächtnis durch die Förderung von Musik, sowie Kulturerbe und Kunsthandwerk fortsetzen, was der Trust bis heute tut. So entstand zum Beispiel die berühmte Bibliothek namens Radcliffe Camera, für die aus dem Nachlass 40.000 englische Pfund zur Verfügung gestellt wurden. Der Kuppelbau gehört mit den zu den Wahrzeichen Oxfords. Auch eine zweite Bibliothek, die Radcliffe Science Library in der Parks Road, ist nach ihm benannt worden. Sie ist berechtigt, ein Pflichtexemplar aller britischen wissenschaftlichen Publikationen zu erhalten.
Das Radcliffe Observatory diente  von 1773 bis 1934 als Sternwarte der Universität Oxford. Sie wurde auf Grund der Lichtverschmutzung der Stadt vom Radcliffe Trust nach Südafrika verlegt. Das denkmalgeschützte Gebäude gehört heute zum Green Templeton College, wo auch eine am 25. September 2018 enthüllte Statue des Wohltäters zu finden ist.

Weiterhin sind zwei Krankenhäuser nach dem Wohltäter benannt worden: The Radcliffe Infirmary, das allerdings im Jahr 2007 geschlossen wurde (hier zogen später die Philosophische Fakultät und die Bibliotheken für Philosophie und Theologe der Universität Oxford ein), und das John Radcliffe Hospital, die größte Notaufnahme in der Grafschaft Oxfordshire und das wichtigste Lehrkrankenhaus der Universität.

The Radcliffe Quadrangle ist ein Innenhof des University Colleges, der mit Geldern Dr John Radcliffes gebaut wurde, der an dem College studiert hatte.

Der Radcliffe Square ist ein Platz im Zentrum der Stadt, in dessen Mittelpunkt das Gebäude der Radcliffe Camera steht. Die Radcliffe Road ist eine kleine, ruhige Straße in einem reinen Wohngebiet, die von der Iffley Road, der A4158, abzweigt.

Radcliffe Camera.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Radcliffe Science Library.
Photo © Roger Cornfoot (cc-by-sa/2.0)

Radcliffe Observatory.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

John Radcliffe Hospital.
Photo © Steve Daniels (cc-by-sa/2.0)


Radcliffe Quad des University Colleges.
Photo © Philip Halling (cc-by-sa/2.0)

Radcliffe Road.
Photo © Roger Templeman (cc-by-sa/2.0)

Hambledon in Hampshire und The Bat and Ball Inn, die Wiege des Cricketspiels

The Bat and Ball.
Photo: Anguskirk.
Creative Commons NC-ND 2.0

Über Cricket habe ich in meinem Blog schon mehrfach geschrieben, ein Spiel, dessen Regeln ich bis heute nicht verstanden habe, das in Deutschland wenig gespielt wird, in England dagegen sehr beliebt ist. Die Wiege des Cricket steht in dem Dorf Hambledon in der Grafschaft Hampshire (nicht zu verwechseln mit Hambleden in Buckinghamshire), wo im Jahr 1750 der Hambledon Club gegründet worden ist, dessen Spielführer, Richard Nyren, gleichzeitig der Gastwirt des The Bat and Ball Inns war. In den 1770er Jahren stellte der Hambledon Club die beste Mannschaft ganz Englands, die ein Spiel nach dem anderen gewann.

Austragungsort der Heimpiele war Broadhalfpenny Down, eine Wiese direkt gegenüber vom The Bat and Ball Inn; der heutige Hambledon Cricket Club spielt hier nicht mehr, sondern auf der Ridge Meadow, einige hundert Meter entfernt. Der Platz wird heute von den Broadhalfpenny Brigands benutzt; das Clubhaus kann man für Feste und Feierlichkeiten mieten.
Ein 1908 von dem berühmten schottischen Spieler Edward Mark Sprot errichtestes steinernes Denkmal aus Granit aus Cornwall erinnert an die Gründung des Cricket Clubs. Es trägt die Inschrift: „This Stone Marks the Site of the Ground of the Hambledon Cricket Club circa 1750–1787„. Wesentliche Regeln des Spiels, die noch heute gelten, sind von dem Club entwickelt worden.

The Bat and Ball Inn diente damals als Clubhaus, bevor ein eigenes auf Broadhalfpenny Down errichtet wurde. Der hübsche Pub gehört zur Fuller’s Gruppe, und sein Pubschild zeigt natürlich ein Cricketmatch.

Dieser Film zeigt den Cricketplatz von einer Drohne aus gesehen.

The Bat & Ball
Hyden Farm Lane

Hambledon, Hampshire, PO8 0UB

Das Clubhaus auf Broadhalfpenny Down.
Photo © Margaret Sutton (cc-by-sa/2.0)

Das Denkmal auf Broadhalfpenny Down.
Photo © Martyn Pattison (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 4. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Famous Graves – Das Grab der Alice Chaucer (1404-1475) in der Kirche St Mary’s in Ewelme (Oxfordshire)

Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Auf meinen Reisen durch England auf den Spuren von Inspector Barnaby kam ich auch nach Ewelme, einem hübschen Dorf in der Grafschaft Oxfordshire (ich berichtete darüber in meinem Blog) und besuchte dort unter anderem die Dorfkirche St Mary’s. Hier ist auf dem Kirchhof das Grab des Schriftstellers Jerome K. Jerome („Drei Mann in einem Boot“) zu finden, und das Grabmal einer Frau, die einige Jahrhunderte vor ihm gelebt und Ewelme bis heute geprägt hat: Alice (oder auch Alyce) Chaucer. Wem der Nachname bekannt vorkommt, sie war die Enkelin des Dichters Geoffrey Chaucer (1343-1400), der mit seinen „Canterbury Tales“ (dt. „Canterbury- Erzählungen“) in die Weltliteratur eingegangen ist.

Alice Chaucer, die von 1404-1475 lebte, war eine Adelige, die dreimal verheiratet war, und sich jedesmal in ihrem Adelsstand verbesserte. Ihr erster Mann war Sir John Phelip, dann kam Thomas Montagu, der 4. Earl of Salisbury, und schließlich William de la Pole, der 1. Duke of Suffolk. Mit letzterem wohnte sie in Ewelme, und beide machten sich um das Dorf verdient.
Die Pfarrkirche St Mary’s wurde von ihnen wieder aufgebaut, sie schufen die Armenhäuser, in denen Bedürftige aus dem Ort wohnen konnten, und gründeten die Dorfschule, eines der ältesten Grundschulgebäude Englands, in der noch heute unterrichtet wird.

So ist es natürlich auch angebracht, dass Alice Chaucer ihre letzte Ruhestätte in St Mary’s erhalten hat. Es handelt sich um ein sogenanntes Transigrab, bei dem die Verstorbene auf dem Rücken liegend dargestellt wird, während unter ihr ihr verwesender Leichnam noch einmal zu sehen ist. Alices Alabasterfigur trägt am linken Arm den Hosenbandorden, eine damals außerordentlich hohe Würdigung für eine Frau, den sie im Windsor Castle verliehen bekommen hat. Das Grabmal wird von sechzehn eingravierten Wappen verschönert. Königin Victoria soll sich an dem Grabmal Alice Chaucers orientiert haben wie eine Dame den Orden zu tragen hat, den sie dann bei ihrer Krönung auch trug.

Anlässlich ihres 550. Todestages fand im Mai 2025 in Ewelme das Alyce Chaucer Festival statt mit Vorträgen (unter anderem: „Alyce’s tomb: a masterpiece with many different messages“) und einem Konzert mit mittelalterlicher Musik. Das Andenken an die Dame wird auch noch nach so langer Zeit in Ewelme hoch gehalten.

Dieser Film zeigt einen Rundgang durch die Kirche St Mary’s in dem auch das Grabmal Alice Chaucers zu sehen ist.

Photo: cons. maximus.
Creative Commons NC-SA 2.0

St Mary’s in Ewelme.
Photo © Bikeboy (cc-by-sa/2.0)

Die von Alice und ihrem Mann geschaffenen Armenhäuser.
Photo © Stuart Logan (cc-by-sa/2.0)

Die Grundschule von Ewelme.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 3. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Cathedral of the Sea in Portsmouth (Hampshire) und The Golden Barque

Photo: The wub.
Creative Commons 4.0

Die Kirche mit dem etwas sperrigen Namen The Cathedral Church of St Thomas of Canterbury wird in Portsmouth in der Grafschaft Hampshire meist nur Portsmouth Cathedral oder Cathedral of the Sea genannt, denn die Stadt im Süden Englands liegt direkt am Meer und ist eine der wichtigsten Hafenstädte Großbritanniens.

Am südlichen Haupteingang ist eine Besonderheit der Kirche aufgestellt, The Golden Barque, ein Schiff, das früher einmal die Kirchturmspitze zierte und Seeleuten den Weg in den Hafen von Portsmouth wies. Im Jahr 1710 ist die „Wetterfahne“ auf den Turm gehievt worden, wo sie bis zum Dezember 1954 ihren Dienst versah und den mit gutem Sehvermögen ausgestatteten Bürgern der Stadt zeigte, von wo der Wind wehte. An einem Dezembertag im Jahr 1954 zog ein Sturm vom Meeer über Portsmouth herein, der so stark war, dass die goldene Barke sich nicht mehr auf der Turmspitze halten konnte und von der Höhe herabstürzte. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden.

Das Besondere an der Dreimastbarke ist, dass für sie Eichenholz und Kupfer verwendet worden ist, dass man von Lord Horatio Nelsons Schiff HMS Victory entnommen hat, das 1805 an der Schlacht von Trafalgar teilnahm und auf dessen Deck Nelson starb. Das Schiff liegt ganz in der Nähe im Portsmouth Historic Dockyard. Der hölzerne Sockel auf dem die Golden Barque ruht, ist aus diesem Eichenholz angefertigt worden, die Gedenktafeln stammen von ehemaligen kupfernen Kielbolzen der HMS Victory. 1958 ist die bei dem Sturz beschädigte Barke komplett restauriert worden und braucht jetzt nicht mehr in schwindelerregender Höhe die Windrichtung anzeigen, sondern steht windgeschützt innerhalb der sicheren Kathedralenmauern.
Eine Replika der Golden Barque hat die Aufgabe des Windanzeigers auf dem Kirchturm übernommen, die aus wetterbeständigem Fiberglas besteht.

Hier ist ein Film über die Goldene Barke.

Eine weitere ungewöhnliche Wetterfahne zeigt dieser Blogeintrag und über Wetterfahnen und Wetterhähne im allgemeinen berichtete ich hier.

Die Replika-Barke.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

The Cathedral of the Sea.
Photo © Peter Trimming (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 2. Januar 2026 at 02:00  Kommentar verfassen  

Mein Buchtipp – Jamie King: Real Ghost Stories

Foto meines Exemplares.

Am 3. Juli 2024 stellte ich in meinem Blog das Buch „Paranormal Stories: Supernatural Tales and Unexplained Mysteries from Across the World“ vor, das von Jamie King geschrieben worden ist. Über den Autor ist nur wenig bekannt, nur dass er im Londoner Stadtteil Wimbledon wohnt.
Im April diesen Jahres ist ein Nachfolgeband erschienen, „Real Ghost Stories: Haunting Tales of the Paranormal from Across the World“, der genauso aufgebaut ist. In zwei bis drei Seiten langen Artikeln stellt Jamie King mysteriöse Vorkommnisse aus der ganzen Welt zusammen, die zum Teil bekannt sind, zum Teil weniger.

Da ist beispielsweise die Geschichte vom Spukhaus Borley Rectory in Essex, vielleicht das berühmteste (nicht mehr existierende) „haunted house“ in England. King stellt Matthew Hopkins vor, den berüchtigten „Witchfinder General„, der im 17. Jahrhundert in East Anglia für den Tod zahlloser, angeblicher „Hexen“ verantwortlich war. Der Autor nimmt uns mit in den Pub The Ten Bells im Londoner East End, in dem die Opfer des Serienmörders Jack the Ripper ein und aus gegangen sein sollen (vielleicht er selbst auch?). Wir erfahren, dass es in einigen Londoner U-Bahnhöfen nicht mit rechten Dingen zugehen soll wie in der Bank Station in der City, wo die Old Lady of Threadneedle Street anzutreffen ist.

In den „Real Ghost Stories“ lesen wir auch von der Gefängnisinsel Alcatraz in der Bucht von San Francisco, den Geisterschiffen „Marie Celeste“ und „Carroll A. Deering„, den Engeln von Mons, die im Ersten Weltkrieg den Soldaten erschienen sein sollen, und dem Great Amherst Mystery, einem der berühmtesten Poltergeist-Fälle, der sich 1878/79 in Amherst im kanadischen Nova Scotia ereignet hat.

Jamie King: Real Ghost Stories: Haunting Tales of the Paranormal from Across the World. Summersdale 2025. 299 Seiten. ISBN 978-1-83799-485-4.

The Transpennine Real Ale Trail – Eine Zugfahrt für trinkfeste Bierfreunde

Der Beginn des Real Ale Trails.
Photo © Gerald England (cc-by-sa/2.0)

Wenn man den Transpennine Real Ale Trail bewältigen möchte, sollte man auf jeden Fall sein Auto stehen lassen und auf die Eisenbahn umsteigen, denn wer an allen sieben Stationen des Trails ein Pint (oder auch nur ein halbes Pint) trinken will, wie es der Plan ist, der muss schon ganz schön trinkfest sein. Glücklicherweise liegen alle sieben Pubs in unmittelbarer Nähe der Bahnhöfe, so dass keine größeren Fußmärsche zu absolvieren sind, was wohl auch allen Trailbenutzern bei fortschreitender Fahrt immer beschwerlicher werden würde.

Der Transpennine Real Ale Trail ist ein selbstgeführter „Pfad“, also es fährt kein Guide mit. Er beginnt in Stalybridge (Greater Manchester) und führt durch Teile West Yorkshires bis nach nach Batley. Natürlich kann man die Tour auch andersherum legen. Die Strecke wird vom TransPennine Express und von Northern Rail bedient, ist etwa 38 Kilometer lang und dauert knapp eine Stunde (natürlich ohne die Bierpausen).

Der erste Pub auf dem Transpennine Real Ale Trail ist die Stalybridge Buffet Bar, ein Haus aus der viktorianischen Zeit mit einer großen Auswahl an Real Ales, die direkt auf dem Bahnhofsgelände liegt.

Die nächste Station heißt Riverhead Brewery Tap und liegt in Marsden in West Yorkshire, und hier muss man schon einmal fünf Minuten vom Bahnhof aus zu Fuß laufen. Der Pub wurde in diesem Jahr zum Huddersfield & District CAMRA Pub of the Year gewählt.

Es folgen The Commercial in Slaithwaite, der acht verschiedene Biersorten vom Fass anbietet (man sollte aber nur eine probieren), und King’s Head in Huddersfield, der auf Bahnsteig 1 des Bahnhofs liegt.
Das nächste ganze oder halbe Pint trinkt man dann in Mirfield in der Station Road in The Navigation Tavern. Glücklicherweise ist Pub Nummer 6 auf Gleis 2 des Bahnhofs von Dewsbury zu finden: The West Riding. Und dann ist man in Batley an der Endstation des TransPennine Real Ale Trails angekommen, wo man in der Cellar Bar in der Station Road seinen letzten Drink zu sich nehmen muss/darf.

Dieser Film stellt die sieben Pubs des Trails vor.

The Riverhead Brewery Tap in Marsden.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

The Commercial in Slaithwaite.
Photo © Ian S (cc-by-sa/2.0)


The King’s Head in Huddersfield.
Photo © Stephen Craven (cc-by-sa/2.0)

The Navigation Tavern in Mirfield.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

The West Riding in Dewsbury.
Photo © Mike Faherty (cc-by-sa/2.0)

Die Endstation: The Cellar Bar in Batley.
Photo © Anthony Parkes (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 31. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

Der Schriftsteller Herbert George Wells (1866-1946) und die Skulptur eines Marsianers in der Innenstadt von Woking in Surrey

Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

Herbert George Wells, der von 1866 bis 1946 lebte, ist einer der Klassiker der Science Fiction-Literatur, und sein Roman „The War of the Worlds“ (dt. „Der Krieg der Welten“) gehört zu seinen bekanntesten Romanen. 1889 erschien das Buch, das von einer Invasion der Marsbewohner in und bei Woking in Surrey handelt. Wells wohnte viele Jahre in der Stadt in der Maybury Road 143, kannte sich also in der Region gut aus.
Hundert Jahre nach Erscheinen des Romans, der auch mehrfach verfilmt wurde, überlegten die Stadtväter von Woking wie sie ihren berühmten Sohn am besten ehren könnten, und man kam auf die Idee, im Stadtzentrum ein Monument zu errichten, das Bezug auf die Invasion der Marsianer nimmt.

Es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der junge Künstler Michael Condron gewann. Sein Vorschlag war die Skulptur eines Marsbewohners, die sich an der Beschreibung aus dem Roman von Wells orientierte. So entstand ein sieben Meter hohes Gebilde aus rostfreiem Stahl, das auf seinen langen Beinen furchterregend durch die Innenstadt von Woking zu schreiten scheint. The Martian steht in der Chobham Road am Crown Square. Eine in den Boden eingelassene Plakette trägt die Aufschrift:

„This sculpture is the artist’s interpretation of a ‚Walking Engine of Glittering Metal‘. It celebrates Woking as the birthplace of modern science fiction and marks the centenary of H.G. Wells‘ first edition of ‚The War of the Worlds‘. In this pioneering novel humanity is saved from an overwhelming martian invasion by earth’s smallest creatures, bacteria. This sculpture was unveiled by the mayor of Woking, Cllr Mrs Irene K. Matthews, April 1998. „

Doch das war es noch nicht mit H.G. Wells und Woking, denn zu seinem 150 Geburstag schuf der Künstler Wesley Harland eine lebensgroße Statue des Schriftstellers, die 2016 nahe des Victoria Way aufgestellt worden ist, und an der Chertsey Road Nummer 51-57 steht der Pub The Herbert Wells, der zur Wetherspoon-Gruppe gehört.

Photo © Glyn Baker (cc-by-sa/2.0)

The Martian Cylinder.
Photo © Colin Smith (cc-by-sa/2.0)

Wells‘ Bronzeskulptur von Wesley Harland.
Photo © Marathon (cc-by-sa/2.0)

In diesem Haus in der Maybury Road in Woking schrieb Wells seinen berühmten Roman „The War of the Worlds“.
Photo © Des Blenkinsopp (cc-by-sa/2.0)

The Herbert Wells in Woking, ein Wetherspoon-Pub.
Photo © Stacey Harris (cc-by-sa/2.0)

The Bubblecar Museum in Langrick in der Grafschaft Lincolnshire

Photo © Ian Paterson (cc-by-sa/2.0)

Es gab kleine Autos, in England „bubblecars“ oder auch „microcars“ genannt, die sind so niedlich, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen und streicheln möchte. Andere wiederum sind so potthässlich, dass man den Eindruck gewinnt, sie schämen sich ihrer selbst. Viele dieser Mikroautos sind in Langrick in der Nähe von Boston (Lincolnshire) im Bubble Car Museum vereint. Die Autos dieser Sammlung auf der Clover Farm sind überwiegend in den 1950er und 1960er Jahren gebaut worden und aus dem heutigen Straßenbild so gut wie verschwunden. Aber schön, dass man sie hier auf der Farm ihr Gnadenbrot fressen lässt und sie interessierten Bürgern zeigt. Es ist das einzige Museum auf der Insel, dass sich ausschließlich Kleinstwagen widmet, also Fahrzeugen mit einer Motorleistung von unter 700 cm³.

Wir finden im Museum mehrere BMW Isettas, die in Deutschland gern Knutschkugel genannt wurden, ein Goggomobil, mehrere Messerschmidt-Kabinenroller, einen Heinkel-Kabinenroller, einen meiner Auffassung nach sehr hässlichen Bond Bug und die Firma Reliant ist ebenfalls mit mehreren Fahrzeugen vertreten wie mit dem Reliant Robin, auch Plastikschwein genannt (siehe dazu meinen Blogeintrag).

An bestimmten Tagen kann man das eine oder andere Bubblecar auch mal auf dem Farmgelände ausführen, das heißt fahren, worüber sich diese Autos immer sehr freuen, weil sie dann frische Luft tanken und der abgestandenen Museumsluft für eine Weile entkommen können.

Die Autos sind im Museum liebevoll eingebettet in eine Landschaft aus Erinnerungsstücken aus den 1950er und 1960er Jahren. Der Eintrittspreis beträgt bescheidene £5 für Erwachsene und nur £1 für Kinder. Geöffnet ist das Museum freitags bis sonntags von 10 Uhr bis 16 Uhr.

Dieser Film zeigt einen Spaziergang durch das Reich der Mikroautos.

Bubblecar Museum
Clover Farm
Main Road
Langrick, Boston PE22 7AW

Ein Vertreter der hässlichen Art von Bubblecars, den man eher nicht knutschen möchte, ein Newmap Solyto.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)

Na ja, auch nicht viel attraktiver: Ein Replicar Cursor.
Photo © Jo and Steve Turner (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 29. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

The Drummer of Tedworth in Wiltshire oder Wie ein Friedensrichter im 17. Jahrhundert tierisch von einem Trommler genervt worden ist

Drummer Lane in Tidworth.
Photo © Chris Talbot (cc-by-sa/2.0)

Musik, die von Trommeln geprägt ist, muss man lieben, andernfalls wird man davon genervt. Meine persönlichen Lieblingstrommler sind der US-Amerikaner Sandy Nelson (1938-2022), hier mit „Let There Be Drums“ zu hören“, und der Engländer Cozy Powell (1947-1998), hier mit „Dance With the Devil„, zu hören.

Es gab/gibt aber auch Menschen, die Trommler überhaupt nicht ab können, so wie im Jahr 1661 der Friedensrichter von Tedworth, einem kleinen Ort am Rande der Salisbury Plains in der Grafschaft Wiltshire (der heute Tidworth heißt). John Mompesson, so sein Name, war ein wohlhabender Großgrundbesitzer, der sein Amt als Friedensrichter wörtlich nahm und der den Frieden von Tedworth (und seinen eigenen) durch einen trommelnden Bettler, William Drury, gestört sah. Drury soll mit falschen Dokumenten Geld gesammelt und mit seinem lauten Getrommele die Bewohner des Dorfes genervt haben. Also schritt John Mompesson zur Tat, konfiszierte das Schlaginstrument und bewahrte es in seinem Haus hinter Schloss und Riegel auf. Keine gute Idee…denn jetzt war der Frieden des Friedensrichters erst recht gestört. Die Trommel war, wie von Geisterhand gespielt, Tag und Nacht zu hören, weitere geisterhafte Dinge ereigneten sich, die Betten der Hausbewohner wurden hoch gehoben, grelle Lichter tauchten zu jeder Tages- und Nachtzeit auf und ein pestilenzartiger Gestank breitetete sich in Mompessons Anwesen aus. Es war nicht mehr auszuhalten, es war als hätte der Trommler einen Fluch über den Friedensrichter, seine Familie und sein Haus gelegt. John Mompesson klagte Drury wegen Hexerei an, wofür man in der damaligen Zeit sehr wohl mit dem Tode bestraft werden konnte. Um dem zu entgehen, gestand Drury seine angebliche Gabe der Hexerei, woraufhin er verurteilt wurde, den Rest seines Lebens in den britischen Kolonien in Amerika zu verbringen, wo sich dann auch seine Spuren verlieren.

Kaum hatte William Drury England verlassen, kehrte im Haus des Friedensrichters wieder Ruhe ein. War das alles ein großer Schwindel gewesen? War das alles nur inszeniert, von Mompesson selbst, seinen Kindern, seinen Bediensteten? Man wird es wohl nie mehr erfahren.

Der Komponist und Drummer Sean Noonan hat sich des Stoffes angenommen und zusammen mit dem London Symphony Orchestra ein Album mit dem Titel „The Drummer of Tedworth“ eingespielt, das im Februar 2026 erscheinen soll.

Siehe auch meinen Blogeintrag über den Drummer Boy von Richmond in North Yorkshire.

Published in: on 28. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The National Poo Museum in Sandown auf der Isle of Wight – Großbritanniens einziges Kotmuseum

Photo: Howard Dickins.
Creative Commons NC-SA 2.0

Italien hat ein Museum in Castelbosco in der Provinz Piacenza, das Museo Della Merda oder Shit Museum, das sich dem Thema Kot widmet, Richmond in Tasmanien hat ein Pooseum und Sandown auf der Isle of Wight ist Heimat des National Poo Museums, passenderweise in einer ehemaligen Toilettenanlage untergebracht. In diesem Jahr war das Museum geschlossen, da seine Exponate auf einer Wanderausstellung durch Großbritannien waren. In der Sandown Barrack Battery in der Talbot Road in Sandown ist das Museum, das am 25. März 2016 gegründet worden ist, normalerweise untergebracht.

Das Ziel des Museums ist es, Tabus rund um das Thema Fäkalien abzubauen und die Sichtweise auf diese Substanz zu verändern. Zu den Exponaten gehören Kot von vielen verschiedenen Tierarten (Erdmännchen, Fuchs, Kuh), der in durchsichtigen Kugeln gezeigt wird; auch 140 Millionen Jahre alter Dinosaurierkot ist dabei. Es gibt interaktive Ausstellungsstücke („Things to sniff, handles to turn, pipes to talk through, buttons to press, and of course a huge collection of preserved poos to get up close to“) und im „People’s Poo Aquarium“ schwimmen menschliche Exkremente. An jedem Standort der Wanderausstellung darf ein glücklicher Mensch ein Stückchen Kot dem Aquarium schenken. Mit Hilfe von QR-Codes an den durchsichtigen Kugeln bekommt man Informationen über deren Inhalt.

Hier ist ein Film über den Besuch des National Poo Museums. Wann es wieder an seinem ursprünglichen Standort auf der Isle of Wight zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.

Photo: Howard Dickins.
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Photo: Poo Museum.
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Published in: on 27. Dezember 2025 at 02:00  Comments (5)  

The Wall Mosaic in Billinghay in Lincolnshire – Eine künstlerische Fleißarbeit, die viele Jahre in Anspruch nahm

Photo: Lincolnian (Brian).
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Etwas über 2000 Einwohner zählt das Dorf Billinghay, das in der Grafschaft Lincolnshire liegt. Seine Bewohner haben in einer jahrelangen Fleißarbeit ein Kunstwerk erschaffen: The Billinghay Mosaic. Von 2000 bis 2007 arbeiteten zwanzig unermüdliche Dorfbewohner, die sich The Billinghay Nibblers nannten, daran, in 6000 Stunden 144 000 Kacheln an einer eigens dafür erstellten Wand anzubringen, um auf diese Weise eine kurze Geschichte ihres Dorfes darzustellen. Der schottische Keramikkünstler und Bildhauer Alan Potter hatte das Mosaik entworfen, wie schon viele andere im ganzen Land.

Das Mosaik ist in Billinghay am Fitzwilliam Place zu bewundern und zeigt in Bildern wichtige Aspekte in der Geschichte des Dorfes, beginnend mit der Besiedlung durch die Römer im 1. Jahrhundert. Als nächstes ist die Kirche von St Michael and All Angels abgebildet, die im frühen 13. Jahrhundert erbaut worden ist. Der dritte Teil des Mosaiks erklärt den Namen des Dorfes Billinghay, der sich aus „Island of the Billingas“ ableitet; die Billingas waren ein Stamm der Angelsachsen.
Abbildung Nummer 4 erzählt von der Trockenlegung der Fens im 17. Jahrhundert, dann folgt das Bild einer Windmühle, von denen es früher hier einige gab, die das Getreide mahlten, das in der Umgebung angebaut worden ist. Der sechste Teil des Mosaiks erinnert an den Großen Brand von Billinghay am 9. September 1864. Teil 7 ist der Partnerschaft mit der französischen Stadt Ballon (Charente-Maritime) gewidmet, die 1987 abgeschlossen wurde. Die Billinghay Nibblers haben sich selbst im folgenden Teil verewigt und daran erinnert, dass dieses Mosaik im Jahr 2007 fertig gestellt wurde; hier ist auch der Wasserturm des Ortes zu sehen, eine Art Wahrzeichen von Billinghay. Am Schluss des fünfzehn Meter langen Mosaiks erfahren wir noch, dass im Oktober jeden Jahres das Billinghay Feast veranstaltet wird.

In diesem Film zeigt The Village Idiot das Dorf Billinghay, in dem auch das Mosaik zu sehen ist.

Photo: Lincolnian (Brian).
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Published in: on 26. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

The Castle Barge – Ein schwimmender Pub in Newark-on-Trent (Nottinghamshire)

Photo: rchappo2002.
Creative Commons NC-ND 2.0

The Castle Barge ist ein Schiff, das seinen Lebensabend als Pub verbringt, und das schon seit 1980. Vertaut ist es auf dem River Trent in der Stadt Newark-on-Trent, ganz in der Nähe der Burg, daher auch der Name des Pubs. Wir befinden uns in der Grafschaft Nottinghamshire.

Das Schiff ist im Jahr 1923 gebaut worden und wurde ursprünglich auf den Namen Ril Elsie getauft. Es diente als Getreidetransporter auf dem Fluss zwischen Hull und Gainsborough für die Firma Spillers, die 1987 aufgelöst worden ist, und die Backwaren und unter anderem auch Hundekekse herstellte. Nachdem die Ril Elsie ausgemustert worden war, kaufte sie eine Brauerei und richtete sie als Bar und Pub ein. Das Ehepaar Frank und Muriel Dyson übernahmen 1980 das Pubboot; Frank ist noch heute hinter den Kulissen für den Pub tätig.

Der ehemalige Lastkahn ist dreißig Meter lang und beherbergt eine Bar und einen Restaurantteil. Bei schönem Wetter kann man auch vor dem Schiff an Picknicktischen sitzen. Die Einrichtung des Pubs ist nautisch geprägt, zu essen gibt es Pubfood, Pizza. Burger und dergleichen. Geöffnet hat The Castle Barge täglich ab 11 Uhr.

The Castle Barge
Town Wharf
Newark NG24 1EU

Photo © David Martin (cc-by-sa/2.0)

Photo: Leo Reynolds.
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Published in: on 25. Dezember 2025 at 02:00  Kommentar verfassen  

Christmas in Northumberland – Weihnachtliche Impressionen aus der Grafschaft im Norden Englands

Weihnachts-Deko bei Fenwick’s in Newcastle-upon-Tyne.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

In Hexham.
Photo © Oliver Dixon (cc-by-sa/2.0)

Der Bondgate Tower in Alnwick.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Wallington Hall in Cambo.
Photo: Glen Bowman.
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Die Royal Tweed Bridge in Berwick-upon-Tweed.
Photo © Graham Robson (cc-by-sa/2.0)

Christmas Tree Festival in Corbridge.
Photo © Les Hull (cc-by-sa/2.0)


The White Swan in Lowick.
Photo © Karl and Ali (cc-by-sa/2.0)

Langley Castle Hotel in Langley.
Photo © Peter McDermott (cc-by-sa/2.0)

Published in: on 24. Dezember 2025 at 02:00  Comments (7)