Also ich wollte noch kurz das Jahr 2025 zusammenfassen, mal schauen was mir noch so in den Sinn kommt.
Januar – März 2025
Im November 2024 habe ich ja meinen neuen Job angefangen als Application Managerin beim Bund. Bereits im Januar 2025 wollte aber mein damaliger Chef, dass ich den Job als Product Ownerin a.i. mache. Das Ziel von ihm war, dass ich dann per 2026 offiziell diesen Job übernehme. Bei uns in der Firma war unser Bereich der einzige, der noch nicht auf agil umgestellt war und das sollte eben per 2026 geschehen. Und da ich bei meiner alten Firma schon diesen Job ein paar Jahre geführt habe, war es naheliegend, dass ich das auch nun bei der neuen mache. Vorweg, ab diesem Jahr bin ich wirklich offiziell Product Ownerin. Ansonsten war der Februar 2025 prägend, weil meine Mutter im Alter von 74 Jahren doch sehr rasch verstorben ist. Sie hatte im 2019 den Hirnschlag und hatte dann zuerst Pflegeheim, dann eigene Wohnung mit zusätzlicher Betreuung. Jedoch im Frühling 2024 musste sie eine Operation am Darm machen und eine Aorta erweitern. Diese Operationen waren der Start ihres Abbaus. Sie konnte dann nicht mehr selbst laufen (weil Rücken ging vor Jahren auch kaputt, ihr Fuss war auch nicht gut) und musste somit wieder in ein Pflegeheim gehen. Die Tatsache, dass sie nie mehr alleine leben kann und die dauernden gesundheitlichen Probleme inkl. Schmerzen haben ihren Lebensmut komplett genommen. Bereits im 2024 sagte sie immer wieder, dass sie sterben möchte. Deswegen hatte ich auch mit ihrer Beiständin ein Gespräch ein paar Tage vor ihrem Tod, dass wir wieder Exit aktivieren sollten. Meine Mutter war jahrelang Exit-Mitglied und hätte so einen begleitenden Tod in Anspruch nehmen können. Aber dazu kam es dann nicht mehr. Ich bin meiner Mutter nie wirklich nah gestanden, sei es als Kind oder als Erwachsene. Meine Mutter hatte mir immer klar gezeigt, dass mein Bruder ihr Liebling ist. Jedoch war ich es dann, die jahrlang die Verantwortung übernahm und alles für sie regelte. Schlussendlich war es gut für meine Mutter, dass ihr Leid ein Ende nahm. Traurig nur, dass sie ihre Geschwister nicht mehr sehen konnte. Sie war ja Finnin.
April bis Juni 2025
Ende Mai/Anfang Juni 2025 bin ich mit meiner Schwester nach Finnland. Mein zweites Heimatland nach über 20 Jahren wieder zu besuchen war wunderbar. Viele Erinnerungen kamen hoch. Als Kind fuhren wir regelmässig hoch (als meine Eltern noch nicht geschieden waren). Und das eine oder andere war noch immer wie damals. Und die Landschaft liebe ich dort oben sowieso. Diese endlosen Wälder, diese Ruhe. Wir sind hoch, weil meine Schwester Hunde züchtet und ihre Rüde hat eine aus Finnland beglückt. Und diese Hündin hatte eben geworfen. Deswegen wollte meine Schwester diese Welpen und die Züchterin besuchen. Wir sind somit zuerst nach Turku und haben die Stadt einen Tag besichtigt, einen Tag waren wir auf Besuch bei der Züchterin (die wirklich mitten im nirgendwo lebt) und dann ging es mit Zug nach Helsinki. In Helsinki sind wir dann noch 2 Tage gewesen. Leider war ein Tag extrem verregnet und das Sightseeing war nicht so toll. Ich selbst kannte die Stadt schon, aber für meine Schwester war alles neu. Und das wichtigste, ich habe nach über 20 Jahren einer meiner Onkel getroffen. Es war einfach toll. Wir sind Essen gegangen und haben non stop geredet. Krass war, dass mein Onkel mich fragte, wer dann da mit mir dabei sein. Als ich ihm sagte, dass dies eben meine Halbschwester sei, war er überrascht. Meine Mutter hatte ihnen nie erzählt, dass mein Vater wieder geheiratet hat und noch eine Tochter gekriegt hat. Und geshoppt hab ich fleissig in Finnland. All die Lebensmittel aus meiner Kindheit, Geschirr und vieles mehr. Es war wunderbar die Zeit dort.
Juli bis September 2025
Diese 3 Monate waren wohl am wenigstens spannend im letzten Jahr. Über den Sommer nehme ich nie Urlaub, weil ich Sonnenallergie habe und somit nicht wirklich gerne draussen bin. Aber wir haben einen schönen Balkon und konnten natürlich so die warmen Tage geniessen.
Oktober bis Dezember 2025
Auf Arbeit hadere ich seit ein paar Monaten. Die Arbeit ist chaotisch, alles immer wieder eine Hauruck-Aktion, keine Unterlagen vorhanden und man wird alleine gelassen. Der Job ist nicht das was ich gerne tun würde. Aber ich hatte mir gesagt, dass ich nun noch das 2026 abwarte und sonst weiter schaue. Ich habe auch nicht viele Möglichkeiten, da mein Mann wegen seinem Rücken zu der Zeit nicht arbeiten konnte und ich Allein-Verdienerin war/bin und der Job extrem gut bezahlt ist. Mittlerweile hat er seit November 2025 eine Batterie im Rücken, die den imaginären Schmerz Richtung Hirn stoppen soll. Funktioniert zum Glück auch. Deswegen sind wir nun in Planung, dass er wieder arbeiten kann. Ende Februar 2026 hat er endlich nach fast 6 Monaten warten, seinen Test ob er ADHS hat. Dann würde er Medikamente kriegen und könnte sich besser konzentrieren. So wäre auch Schule und Ausbildung eine Méglichkeit. Er hat mit 13 Jahren die Schule abgebrochen und arbeitete als Glaser ab diesem Zeitpunkt (mangels Geld). Und eben im Oktober sind wir nach Syrien in Urlaub. Da hab ich bereits 3 Beiträge gepostet. Aber ich wollte noch auf das Ende der Reise kommen. Als wir in Amman beim Busbahnhof angekommen sind, haben wir uns ein Taxi Richtung Flughafen organisiert. Es gibt dort normale Taxis aber auch Uber. Wir sind also in ein Uber gestiegen. Und dann passierte das, was sich niemand wünscht. Wir hatten einen üblen Autounfall. Auf der Autobahn Richtung Flughafen fuhr abrupt ein anderes Auto auf die linke Fahrbahn und in uns hinein. Dieser Moment war wie in Zeitlupe. Man sieht das Auto kommen, man weiss, dass man nichts tun kann und wartet auf den Aufprall und weiteres. Grosses Glück war zu dem Zeitpunkt, dass Gurtpflicht herrscht in Jordanien und mein Mann und ich angegurtet waren. Zudem war unser Auto ein neueres Modell mit Airbag und allem. In Syrien wäre das wohl tödlich gewesen mit all diesen alten Autos, ohne Gurte, usw. Wir sind dann völlig unter Schock mit einem anderen Auto weiter zum Flughafen. Mein Mann wollte unbedingt fliegen. Aber ich habe dann Nackenschmerzen gekriegt und wollte das abklären lassen. Da am Flughafen nur eine kleine Praxis war, sind wir dann ins Krankenhaus gefahren. Das Krankenhaus war sehr modern und gut ausgestattet. Wir wurden dann beide gründlich abgecheckt inkl. MRI mit Kontrastmittel. Zum Glück hatten wir nichts gravierendes. Bei mir Schmerzen wegen dem Gurt in der Brust und ein gequetschtes Knie. Mein Mann hatte Brust- und Rückenschmerzen aber auch nur wegen dem Einschlag. Somit sind wir dann am nächsten Morgen zurück in die Schweiz geflogen. Mussten aber natürlich einen neuen Flug buchen, da wir unseren verpasst haben. Der Schock kam erst danach, als wir dann zu Hause waren. Wir haben beide länger darunter gelitten. Bei mir zusätzlich wegen dem Gurt. Meine Brust war fast schwarz wegen den riesigen Hämatomen, die ich gekriegt habe. Aber glücklicherweise eben nichts schlimmeres.
So sah das Auto dann aus nach dem Unfall.
Und das war also mein Jahr 2025. Nun werden wir sehen, was das 2026 bringen wird.
Am vierten Tag unserer Syrienreise war die Fahrt nach Aleppo geplant. Eigentlich wollte ich einen Zwischenstopp in Maalula (einziger Ort der Welt, in dem noch aramäisch gesprochen wird) machen. Wir haben nach Verbindungen mit Bus gesucht oder mit einem Taxi. Jedoch gab es keinen Bus und die Preise mit Taxi waren zu hoch. Deswegen liessen wir das für den Tag ausfallen. Was im nachhinein auch gut war. Die Fahrt von Damaskus nach Aleppo war nämlich wirklich lang.
Ankunft am Abreiseterminal im Norden von Damaskus:
Bilder: Oben links sieht man einen ausrangierten europäischen Bus, der in Syrien normal für den Busbetrieb benutzt wird. Der Busbahnhof war relativ sauber, mittlerweile versuchen sie wirklich überall alles zu säubern und es auch so zu behalten. Und im Bild unten habt ihr einen ersten Eindruck wie zerbombt das Land eigentlich ist.
Hier gleich noch als Erklärung. Syrien ist extrem zerbombt, extrem arm und das war auch oft sichtbar. Viele Orte sind total zerstört. Die Altstadt von Damaskus und auch das christliche Viertel sind davon nicht betroffen, aber die Bezirke ausserhalb. Deswegen oder zum Glück sieht man dort noch viel von der alten Pracht. Aber auch dort sieht man viel Armut, Menschen die auf der Strasse betteln. Strassenzüge, die einfach nicht mehr renoviert wurden, zerfallen. Strom gibt es nicht 24 Stunden (obschon das in den letzten Wochen wohl fast möglich war), und noch vielerorts werden Generatoren benötigt. Also bitte keine Illusion haben, dass Syrien easy wiederaufbar wäre oder komplett sicher. Auch wir sind nicht an alle Orte gereist, die ich geplant habe. Weil es eben doch noch unsichere Gebiete gibt. Und weil uns schlichtweg nicht die Zeit reichte für alles.
Aber nun weiter. Wir sind mit dem Bus von Damaskus nach Aleppo um ca. 11 Uhr gestartet. Fahrzeit war rund 4-5 Stunden. Die Busse sind erstaunlicherweise sehr bequem, klimatisiert und auch günstig. Die Fahrt von der Grenze nach Damaskus oder von Damaskus nach Aleppo kostet uns jeweils nicht mehr als 20 Euro. Bei den Fahrten gibt es immer im Minimum eine Pause für Klo/was Essen oder trinken kaufen. Mein Mann hat immer versucht, dass der Bus eine Pause an einem Ort macht, wo es normale Klos hat. Klappte nicht immer aber besser ein Bodenklo als gar keines.
Hier ein paar Eindrücke von der Fahrt. Syrien ist zum grössten Teil eher Wüste aber hat natürlich auch Berge und grüne Bereiche. Aber von Damaskus hoch nach Aleppo ist es nur Wüste.
Auch auf dem Weg hoch sah man so viele zerbombte Orte. Und wir mussten einen Umweg fahren, da eine Brücke zerstört war.
In Aleppo angekommen, mussten wir uns wieder ein Hotel suchen. Das erste war eher ein Stundenhotel und wir haben nicht mal das Zimmer besichtigt. Das zweite aber war ideal, gross und mit einen normalen Klo 😀
Leider habe ich mich in Damaskus bei den Taxifahrten mit den offenen Fenstern ein bisschen verkältet gehabt und hatte eine laufende Nase. Dies habe ich vor allem auf der Fahrt nach Aleppo gespürt aber mit genug Taschentüchern war es ganz okay.
Am Abend in Aleppo sind wir noch zur berühmten Zitadelle.
Die Zitadelle von Aleppo gehört zu den ältesten und grössten Festungsanlagen der Welt und erhebt sich auf einem künstlichen Hügel im Herzen der Altstadt. Ihre Ursprünge reichen bis in die Antike zurück, ihre heutige Gestalt wurde vor allem im Mittelalter geprägt. Trotz der schweren Zerstörungen in vielen Teilen Aleppos blieb die Zitadelle glücklicherweise weitgehend unversehrt – im Gegensatz zum berühmten historischen Souk, der stark beschädigt wurde.
Nachts sehr beeindruckend aber auch tagsüber. Wir sind dann dort vor Ort noch in ein Café was trinken gegangen. Und ich habe dort einen Mann gesehen, der auf keinen Fall aus Syrien kam. Und so haben wir ihn frecherweise einfach angesprochen. Und siehe da, es war der Georg aus Österreich. Wir haben uns dann lange noch mit ihm unterhalten. Er ist pensioniert und alleine auf dem Weg von der Türkei bis nach Ägypten. Es war sehr spannend zu hören, was er so erlebt hat. Mit paar Tipps und unserer Telefonnummer haben wir uns dann verarbschiedet von ihm. Lustigerweise haben ihr ihn in der Millionenstadt Aleppo am nächsten Tag per Zufall wieder getroffen. In der Nähe der Zitadelle sind wir dann noch in einem Restaurant gemütlich was essen gegangen.
Tag 5
Heute hatten wir paar Besuche von Kirchen/Kathedralen geplant. Zuerst wollten wir die Vierzig-Märtyrer-Kathedrale besuchen. Diese wurde im Krieg leider teilweise zerstört aber eben auch wieder aufgebaut. Leider war sie aber geschlossen und erst am Sonntag morgen besuchbar (wäre der nächste Tag gewesen). Somit ging es weiter durch das Viertel. Hier war dann auch nochmal mehr die Zerstörung sichtbar. Das haben wir auch gemerkt, als ein paar von mir geplanten Orte einfach weg waren.
Bilder: Mischung aus zerstörten Gebieten aber auch teilweise wieder renorvierten.
Wir drehten somit wieder um und gingen weiter zum nächsten Ziel.
Die St.-Elias-Maronitenkathedrale in Aleppo ist die wichtigste Kirche der maronitischen Gemeinde der Stadt und wurde im 19. Jahrhundert in ihrer heutigen Form errichtet. Während des Kriegs in Aleppo wurde sie schwer beschädigt, insbesondere durch Beschuss und Zerstörungen im umliegenden Viertel. Inzwischen wurde die Kathedrale restauriert und steht heute zugleich als Gotteshaus und als stilles Zeugnis für die Verwundbarkeit des christlichen Erbes Aleppos.
Bilder: Innen- und Aussenansicht der Kirche
Vor dem Eingang der Kirche gab es einen Schauksten in dem man die Bombe sahe, die damals in die Kirche einschlug und dessen Zerstörung.
Der nette Herr, der uns in die Kirche hereingelassen hat, hat mit uns dann noch länger gesprochen. Mich hat vor allem auch interessiert, ob sie sich als Christen in Aleppo sicher fühlen. Es gab immer wieder laute Töne, dass durch die Rebellen die relegiösen Minderheiten unterdrückt und noch schlimmeres würden. Er meinte aber, dass sie nicht beheligt werden und sie sich sicher fühlen. Jedoch hat er kritisiert, dass alle Gefangenen freigelassen wurden damals und diese nun wieder ihr Unwesen treiben. Hier muss man festhalten. Es gab damals in Aleppo auch extrem viele politisch Gefangene. Und diese zu befreien war natürlich das einzig richtige. Aber in dieser Zeit sind eben dann auch die richtigen Straftäter frei geworden. Diejenigen, die leider hätten drin bleiben sollen. Hoffe sehr, dass diese nun auch wieder hinter Gittern sind.
An diesem Tag hatten wir noch mit der kleinen Schwester (sie wohnt weiter nördlich von Aleppo) von meinem Mann abgemacht. Mit ihrer Familie (inkl. 2 Kindern) sind wir dann weiter in Richtung türkische Grenze. Mein Ziel (und somit für alle anderen auch *hahaha) war das Simeonskloster. Das ist historisch extrem spannend.
Das Simeonskloster (Qalʿat Simʿan) liegt nordwestlich von Aleppo und gehört zu den bedeutendsten frühchristlichen Pilgerstätten der Welt. Die monumentale Klosteranlage entstand im 5. Jahrhundert um die Säule des Heiligen Simeon und zog Gläubige aus dem gesamten byzantinischen Reich an. Heute sind vor allem die eindrucksvollen Ruinen der grossen Kreuzbasilika erhalten, die von der enormen religiösen Bedeutung des Ortes zeugen.
Simeon der Stylit war ein christlicher Asket des 5. Jahrhunderts, dessen Leben historisch gut belegt ist. Er verbrachte rund 37 Jahre auf einer Säule, mehrere Meter über dem Boden, um sich ganz dem Gebet, der Askese und der Abkehr von der Welt zu widmen. Aus heutiger Sicht ist kaum vorstellbar, wie ein Mensch unter freiem Himmel, bei Hitze, Kälte und Wind, jahrelang auf einer kleinen Plattform lebte – sein radikales Leben machte ihn schon zu Lebzeiten zu einer legendären Gestalt des frühen Christentums.
Beim untersten Bild wär eigentlich der Fundament der Säule noch vorhanden gewesen. Aber leider wurde das Fundement im 2015 von der IS (ISIS/Daesh) in die Luft gesprengt.
Auch das nächste Ziel was ich eigentlich besichtigen wollte, war nicht mehr wirklich vorhanden, deswegen haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Krass war auch die Umgebung auf dem Weg dorthin. So viele Felder einfach nur mit Steinbrocken. Und irgendwie hab ich wohl diese Fotos gelöscht, finde sie leider nicht mehr.
Hier aber ein Bild, dass es in etwas aufzeigt, wie die Umgebung dort war.
Zurück in Aleppo, haben wir uns von seiner Schwester verabschiedet und den Abend noch schlendernd durch die Gassen verbracht. Mein Mann ging noch Kleidung und Schuhe shoppen während ich schon im Hotel war. Weil bereits tags zuvor, hatte ich leider Durchfall gekriegt. Aber an diesem Abend kam dann noch plötzlich Erbrechen hinzu.
Tag 6
Der nächste Tag war ich so kaputt. Wegen der Magen-/Darmgeschichte und der Erkältung ging gar nichts mehr. Mein Mann ging dann noch zur Apotheke um mich mit Medikamenten einzudecken. Viel geschlafen und mit Zwieback und Wasser den Tag durchgestanden. Gegen Abend ging es mir dann zum Glück ein bisschen besser und wir haben besprochen, wie wir die Reise fortsetzen wollen. Eigentlich war geplant, dass wir 2 Tage nach Raqqa und Umgebung gehen, damit er endlich mal wieder seinen Grossvater sieht. Jedoch waren da gerade wieder Spannungen zwischen der neuen Regierung und SDF (Armee der Kurden, regieren im Nordosten von Syrien, auch jetzt noch)und die inländische Grenze ins Gebiet war gesperrt. Da wir keine Lust mehr hatten, noch einen Tag länger in Aleppo zu bleiben, haben wir die Weiterreise an die Küste Syriens dann um einen Tag vorgezogen.
Was hier gerne aber noch zeigen möchte, wie schön eigentlich Aleppo wäre, wenn man es restuarieren würde. Schaut euch mal diese Häuser an und auch z.b. die Strassenlaternen. Wäre das renoviert nicht wunderschön?
Tag 7
Da es mir gesundheitlich einigermassen gut ging, haben wir uns auf den Weg in Richtung Latakia gemacht. Auch hier nahmen wir wieder den öffentlichen Bus und sollten ca. 2,5 Stunden haben. Durch den Schnupfen und Hüft-/Rückenschmerzen (wegen dauerliegen/sitzen), war es aber eine sehr beschwerliche Reise, die unendlich dauerte.
Die Fahrt führte über das Nusayriyah-Gebirge, sprich es wurde hügelig und auch grüner in Richtung Küste. Anbei ein paar Eindrücke.
Zuerst Foto von zerstörten Orten
Und der Übergang zum eher grüneren Syrien
Leider habe ich keine Fotos von den Bergen gemacht aber es ging da schon steiler hoch und dann auch wieder runter zum Meer. Endlich in Latakia angekommen, haben wir uns auf die Suche nach einem Appartment direkt am Meer gemacht. Nach unzähligen Wohnungen mit schlechten Betten, kaputten Klos, haben wir dann doch endlich einn Appartment gefunden, dass unseren Ansprüchen genügte. 50 Dollar pro Tag. 3 Schlafzimmer, 3 Klos (2 normale, ein Bodenklo), Küche, riesiges Wohnszimmer und grosse Terrasse.
Tage 8 bis 11
Ich habe bewusste paar Tage Auszeit am Meer geplant. Ich liebe das Meer und ich war über 4 Jahre nicht mehr dort. Deswegen wollten wir dort mindestens 3 Tage bleiben. Montag am späten Nachmittag waren wir dort und hatten bis Dienstag Abend alles für uns. Dann kamen mit dem Bus die Verwandschaft von meinem Mann. Seine Schwägerin mit Nichte, seine Tante, sein Schwager und seine Schwester mit Neffe. Da wir eben bewusst so eine grosses Apartment gemietet hatten, war ausreichend Raum für alle.
Es gab dort sogar eine Bimmelbahn und jeden Tag Besuch von diversen Katzen. Diese habe ich natürlich immer gefüttert (wie auch schon in Damaskus, Aleppo). Das Meer war noch wunderbar warm und wir haben diese Tage dort genossen. Gemacht haben wir nichts ausser schwimmen gehen und mit der Familie Zeit verbringen. Für sie war es sowieso ein grosses Erlebnis weil sie sich sowas nicht leisten können. Auch für mich war es eine schöne Erholung. Und ich wurde grösstenteils mein Rücken- und Hüftschmerzen los und meine Erkältung. Das Wetter war durchgehend gut, ausser an einem Abend hat man in der Ferne ein Gewitter gehört/gesehen.
Tag 12
Am Samstag machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg nach Damaskus. Auch hier natürlich wieder mit dem Bus.
In Damaskus sind wir wieder in dasselbe Hotel eingecheckt wie bereits zu Start der Reise.
Viel mehr haben wir an dem Tag nicht mehr gemacht, ausser noch gemütlich was Essen und den Rest der Reise planen.
Tag 13
Am Sonntag, einen Tag vor unserer Rückreise wollte mein Mann nochmal zu den verschiedenen Behörden um sicher zu stellen, dass alle Einträge gelöscht sind. Weil nur so hätte er ausreisen können, ansonsten hätten sie ihn an der Grenze inhaftiert. Somit war ich mit meiner anderen Schwägerin unterwegs und wir sind ein bisschen durch die Souks gelaufen. Mein Mann kam dann später wieder zu uns mit starken Zehenschmerzen. Er musste ca. einen Monat vor der Reise nach Syrien einen eingewachsenen Zehennagel entfernen. Diese Wunde hatte sich leider entzündet. Deswegen sind wir dann an diesem Sonntag noch in ein Krankenhaus. Das erste hatte keine Ärzte, die sich darum kümmern konnten. Beim nächsten konnten wir aber dann mal auf einen Arzt warten. Aber das Krankenhaus war so alt, kaputt und teilweise schmutzig. Guckt euch den Behälter an auf dem Tisch, das fand ich so ironisch perfekt.
Gemacht haben sie dann doch nichts, ausser ihm Antibiotika und einen Spray zu verordnen. Aber nur um das auch noch zu schreiben. In den Apotheken in Syrien kriegt man alles, wirklich alles ohne Rezept. Die geben dir Antibiotika und auch starke Schmerzmittel ohne Probleme.
Wir haben dann Sandalen für ihn gekauft, damit kein Schuh auf die Entzündung drückt und so konnte er eigentlich wieder schmerzfrei laufen. Das haben wir genutzt und sind nochmal in die Altstadt von Damaskus und haben eine alte Karawanserei besucht.
Die berühmteste Karawanserei in Damaskus ist der Khan As’ad Pasha, erbaut im 18. Jahrhundert in der osmanischen Zeit. Sie diente reisenden Händlern als sicherer Rastplatz, Lager für Waren und Unterkunft für Mensch und Tier. Mit ihrem grossen Innenhof und den mächtigen Kuppeln ist sie ein eindrucksvolles Zeugnis der Bedeutung Damaskus’ als Handelszentrum zwischen Orient und Okzident.
Während wir so durch die Gassen schlenderten, habe ich noch dies vor die Linse gekriegt und das fand ich sehr putzig.
Tag 14
Am Montag Morgen ist mein Mann noch in der früh los, weil leider noch immer ein Eintrag nicht gelöscht war. Wir hatten geplant, dass wir um ca. 12-14 Uhr mit dem Bus Richtung Amman, Jordanien los fahren. Während ich im Hotel gepackt habe und dann mit der Tante und dem Schwager in einem Restaurant wartete, versuchte mein Mann noch immer verzweifelt die Bestätigungen zu erhalten. Mein Mann hat am Ende fast geweint, weil er immer wieder von einer Stelle zur anderen geschickt wurde und niemand sich zuständig gefühlt hat, ihm diesen Stempel zu geben. Und ich sass nervös im Restaurant und wusste nicht was ich tun sollte. Flug umbuchen oder alleine los? Um 14 Uhr rief er dann an und meinte, dass er endlich den vermaledeiten Stempel gekriegt habe. Nun also los Richtung Jordanien. Wir haben dann einen Bus um 16 Uhr gekriegt und waren um ca. 22 Uhr abends in Amann. Also noch reichlich Zeit, da unser Flug erst um 4 Uhr in der Nacht ging.
Good bye Syria – it was a pleasure!
Somit endete meine Reise nach Syrien. Was dann noch von der Bushaltestelle zum Flughafen passierte, werde ich in einem anderen Beitrag erzählen (inkl. update generell).
Hoffe ich konnte euch mit meinen Beiträgen das aktuelle Syrien in all seiner Schönheit aber auch Zerstörtheit näher bringen.
Am Tag drei wollte ich die christlichen Teile von Damaskus besuchen. Auch hier führte uns der Weg wieder quer durch die Innenstadt mit den nächstens Souks. Ich werde die Eindrücke der Souks später posten mit ein paar Bildern.
Zuerst wollte ich die mariamitische Kathedrale besuchen. Diese ist im christlichen Viertel und war als wir ankamen am Morgen nicht offen, weil der Priester beim Zahnarzt war. Er sollte aber in einer halben Stunde wieder zurück kommen. Also sind wir zuerst weiter durch das Viertel zur einer besonderen Kirche gelaufen. Spannend war auch der Weg dorthin. Im christlichen Viertel ist es viel ruhiger, weniger Menschen, es wirkte sehr sauber und aufgeräumt. Und ich fühlte mich sehr wohl dort, weil ich keine Blicke auf mir spürte. Da ich während der Reise öfters 3/4 Hosen trug (weil eben warm), sah man auch mein grosses Eulen-Tattoo am Bein. Und die Blicke waren teilweise extrem und auch aufdringlich. Während der gesamten Reisen hab ich paarmal die Leute gefragt, ob sie ein Foto von mir machen wollen 😀 Aber muss hier auf festhalten, dass es nicht immer so war. Nur teilweise gab es Herren und Frauen, denen es nicht gepasst hat, dass da eine Frau ohne Kopftuch und mit Tattoo rumläuft. Jedoch im christlichen Viertel war ich eine unter vielen und nichts besonderes. Nun aber weiter.
Das Haus des Ananias in Damaskus gilt als eine der ältesten christlichen Stätten der Welt und stammt vermutlich aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. In diesem einfachen Wohnhaus soll Ananias den Christenverfolger Saulus aufgenommen haben, der nach einer Vision auf dem Weg nach Damaskus erblindet war. Ananias heilte ihn, taufte ihn – und aus Saulus wurde Paulus, einer der wichtigsten Verkünder des Christentums. Aus dem Haus entwickelte sich später eine unterirdische Kirche, die bis heute besteht und als stilles Zeugnis für einen der entscheidendsten Wendepunkte der christlichen Geschichte gilt.
Bilder: Aussenansicht des Hauses von Ananias
Durch eine Treppe runter ging es dann aber in die eigentliche Untergrundkirche. Diese fand ich sehr beeindruckend, auch eben mit dem oben erwähnten Wissen. Paulus, derjenige, der das Christentum in die Welt trug, wurde hier getauft.
Bilder: Die Treppe, die hinunter führt. Oben auf den zwei weiteren der Raum rechts wo auch bildlich die Geschichte von Saulus zum Paulus festgehalten wurde. Und auf dem Grossen eben der eigentliche Ort.
Hier ein paar Eindrücke des christlichen Viertels.
Bilder: Eindrücke aus dem christlichen Viertel
Und dann war auch endlich der Priester vom seinem Zahnarztbesuch zurück und wir durften die Kirche besichtigen.
Die mariamitische Kathedrale ist die wichtigste griechisch-orthodoxe Kirche der Stadt und der Gottesmutter Maria geweiht. Ihre Ursprünge reichen bis in die frühchristliche Zeit zurück, auch wenn das heutige Gebäude mehrfach umgebaut und erneuert wurde. Sie gilt als zentrales geistliches Zentrum der orthodoxen Christen Syriens und steht sinnbildlich für die lange, ununterbrochene christliche Präsenz in Damaskus.
Bilder: Aussenansicht der Kathedrale
Leider war es schwierig ein gesamtes Bild der Kathdrale von aussen zu machen, da die Strasse vor der Kirche renoviert wurde.
Bilder: Innenansicht der Kathedrale
Nach dem Besuch der Kathedrale sind wir in der brütenden Hitze noch weiter zur St. Pauls Kapelle/Kirche gelaufen. Auch dies ist wieder eine wichtige Wegstation von Paulus (Saulus).
Die St.-Pauls-Kapelle in Damaskus befindet sich am Ort des antiken Stadttors Bab Kisan, dessen Ursprünge bis in die römische Zeit des 1. Jahrhunderts n. Chr. zurückreichen. Der Überlieferung nach wurde der Apostel Paulus hier nach seiner Bekehrung in einem Korb über die Stadtmauer hinabgelassen, um der Verfolgung zu entkommen. Die heutige Kapelle stammt aus dem 20. Jahrhundert und wurde als Gedenkstätte errichtet; in das Gebäude sind jedoch Reste der alten Stadtmauer und Fundamente integriert. Ihre Bedeutung liegt daher weniger im Alter der Kirche selbst als in dem historischen Ereignis, das hier für das Christentum erinnert wird.
Bilder: Innen- und Aussenansicht der Kapelle mit Bildern der Geschichte von Paulus und seiner Flucht.
Auch hier wurden wir wieder freundlich begrüsst und hereingelassen. Spannenderweise sind alle Kirchen nicht einfach so offen wie oft hier in Europa sondern man muss fragen. Aber dann darf man immer hinein.
Danach sind wir noch in die im ersten Beitrag erwähnte Moschee, bei der ich keine Fotos machen konnte. Aber hier ein paar aus dem Internet:
Hier war es insofern interessant, dass ich alleine rein ging. Bei der Abgabe meiner Tasche und dem Anziehen des langen Überkleides, waren die Frauen sehr freundlich. Auch wenn nur eine ein bisschen englisch konnte. In der Moschee selbst aber habe ich Feindseligkeit gespürt. Vor allem eine Aufpasserin in der Moschee hat mich so hasserfüllt angeblickt. Deswegen bin ich da auch schnell wieder raus. Und auch wenn es auf den Fotos oben sehr interessant aussieht, war das innere doch eher ‚billig‘. Viel Kitsch und Plastik.
Das war es aber schon für den Tag. Das wichtigste hatten wir in Damaskus gesehen und es war einfach zu heiss für mich (wegen Sonnenallergie) und ich war froh, dass wir eine Pause machten.
Aber ich teile hier noch ein paar Eindrücke der Souks in Damaskus. Diese sind wirklich sehr interessant. Teilweise normale Haushaltswaren, Kleidung, Antiquitäten und natürlich auch Gewürze.
Auch an diesem Tag haben wir dann noch den Abend bei der Familie meines Mannes verbracht. Am nächsten Tag ging es dann weiter nach Aleppo. Dazu aber mehr in einem neuen Beitrag.
Eigentlich wollte ich schon lange einen Eintrag über diese Reise posten. Leider hat ein Unfall bei der Rückreise die Erlebnisse danach sehr getrübt (davon werde ich in einem späteren Beitrag berichten). Nun aber nach 2 Monaten kann ich die Momente wieder positiv verbinden und euch davon berichten.
Im Oktober 2025 war es endlich soweit und ich durfte/konnte das erste Mal in das Heimatland meines Mannes reisen. Da die Flüge nach Damaskus letztes Jahr sehr teuer waren, hatten wir einen Flug über Istanbul (Türkei) nach Amman (Jordanien) gebucht.
Tag 1
Die Anreise war sehr mühsam. Wir sind von zu Hause kurz vor dem Mittag gestartet und waren dann um 4 Uhr in der Nacht in Jordanien. Der erste Bus nach Amman fuhr dann erst so gegen 7 Uhr. Entsprechend müde waren wir auf dem Weg nach Syrien.
Bild: Unser Bus für die Reise von Amman nach Damaskus.
Als es langsam Tag wurde, ging es dann endlich los. Die Fahrt sollte ca. 4-5 Stunden dauern, je nachdem wie lange man beim Grenzübergang hat (Kontrolle Gepäck, Bus, Einreise, etc.).
Bild: Erster Blick nach Syrien
Am Grenzübergang ging es eigentlich bei der Einreise recht zügig voran. Dieser Übergang wurde neu renoviert und war ein schönes Willkommen. Die Fahrt nach Damaskus war relativ unspannend.
Wir sind dann um ca. 14:30 Uhr endlich in Damaskus angekommen. Der Schwager meines Mannes wartete schon seit 4 Stunden ungeduldig auf unsere Ankunft. Mit einem Taxi ging es dann in die Innenstadt von Damaskus. Da wir für die gesamte Reise keine Unterkünfte gebucht haben, mussten wir uns zuerst ein Hotel suchen. Wir haben uns bewusst für keine vorherige Buchung entschieden. Wenn man vom Ausland was buchen will, dann findet man nur überteuerte Angebote und viele Hotels bieten auch keine online Buchung an. Da ich ca. 2 Wochen vor der Reise bei einem Tiktok-Beitrag ein Hotel gesehen hatte, dass günstig und in der Innenstadt ist, haben wir das aufgesucht. Wichtig war mir, dass ich irgendwie Strom habe und ein normales Klo. In arabischen Ländern gibt es an vielen Orten noch immer nur diese Stehklos und da muss man zur Sicherheit immer nachfragen. Das Hotelzimmer war extrem einfach, aber sauber und eben mit einem normalen Klo ausgestattet. Aber es war vom Standard her natürlich um weiten entfernt von einem was man in günstigen Hotels in Europa kennt. Da wir aber fast nie im Hotel sein würden, hat es für uns gereicht. Klar, man kann auch in Damakus in Hotels mit europäischen/internationalen Standard übernachten, aber dann bezahlt man über 150 Dollar pro Nacht. Oder im Four Season (das teuerste wohl in Damaskus) über 600$/Nacht. Am ersten Tag haben wir dann nicht mehr viel gemacht. Geld gewechselt, Trinken gekauft und bei der Familie meines Mannes in Jaramana zu Abend gegessen. Jaramana ist ein Vorort von Damaskus. Wir sind innerhalb Damaskus (und den weiteren Reiseorten) immer mit dem Taxi unterwegs gewesen. Dies ist günstig und innerhalb der Städte wohl die einfachste Art sich fortzubewegen. Taxis sind teilweise extrem veraltet, verbeult und man denkt oft, wie zum Geier dieses Teil noch fahren kann. Ach ja, hier muss man den Preis immer beim Start verhandeln, sonst wird es teurer. Als Ausländer wird leider jeder Preis verdoppelt oder noch mehr. Deswegen hatte ich natürlich mit meinem Mann an der Seite andere Preise als jeder andere Tourist. Aber auch bei uns wurde öfters der Preis erhöht, weil sie natürlich gemerkt haben, dass auch mein Mann nicht in Syrien lebt. Verzeiht mir an dieser Stelle auch, dass ich vielleicht nicht mehr alle Tage zusammen kriege, da es doch schon 3 Monate her ist. Nachdem wir wunderbar gegessen haben bei der Familie meines Mannes, sind wir noch kurz in die Innenstadt von Damaskus mit all seinen Souks und alten Gebäuden.
Bild: Zitadelle von Damaskus, rechts über die Strasse der Eingang zur Souk
Ein erster Blick in diese Gewusle in den Souks war fantastisch. Auch mit der Beleuchtung und all den Angeboten. Es war noch sehr warm (während der Reise immer so zwischen 25-30°) und somit abends angenehm.
Bild: Eine der unzähligen Souks in Damaskus
Wir sind an diesem Abend einfach nur mal ein bisschen rumgelaufen aber wollten unbedingt zum bekanntesten Eiscafé in Syrien.
Bakdash ist ein legendäres, historisches Eiscafé im Herzen der Altstadt von Damaskus. Seit über einem Jahrhundert ist es berühmt für sein handgemachtes arabisches Eis aus Sahlep und Mastix, das eine elastische, cremige Textur hat und frisch mit Pistazien veredelt wird. Bakdash ist weniger ein gewöhnliches Eisgeschäft als vielmehr ein kultureller Treffpunkt – laut, lebendig und tief verwurzelt in der kulinarischen Tradition Syriens.
Bilder: Eingang und im inneren von Bakdash
Video: Das Eis wird wirklich noch von Hand gemacht.
Bild (von X, da ich selbst keines gemacht habe): so sieht das Eis aus. Es ist nicht so cremig wie normales Rahmeis. Es hat eher eine elastische Art. Aber doch sehr lecker
Tag 2
Mein Mann war im Januar 2025 schonmal in Syrien (sein erstes Mal nach über 4 Jahren). Bei dieser Einreise hatte er erfahren, dass er 4x auf schwarzen Listen aufgeführt ist. Zu Assads Zeiten wäre er wohl im Gefängnis gelandet (ich denke jeder hier kennt die schlimmen Bereichte aus dem Sadnaya-Gefängnis). Deswegen wolle er an dem Tag das erste Mal zu den Stellen und die Einträge löschen lassen. Aus diesem Grund kam meine Schwägerin mit mir zu den ersten Orten, die ich unbedingt in Damaskus besuchen wollte. Das ist immer spannend, weil sie kein englisch spricht und ich kein arabisch. Aber wir haben es bis anhin immer irgendwie geschafft uns zu verständigen.
Als erstes wollte ich den alten Bahnhof von Damaskus besichtigen. Hier kurz die Geschichte zur Eisenbahn in Syrien:
Die Eisenbahn in Syrien entstand Ende des 19. Jahrhunderts während der osmanischen Zeit. Ein zentraler Meilenstein war die Hedschasbahn (ab 1900), die Damaskus mit Medina verbinden sollte und sowohl religiösen als auch strategischen Zwecken diente. Später bauten die Franzosen das Netz während des Mandats weiter aus. Ab den 1970er-Jahren verlor die Bahn jedoch zunehmend an Bedeutung; viele Strecken wurden stillgelegt. Mit Beginn des Bürgerkriegs ab 2011 kam der Bahnverkehr in weiten Teilen des Landes vollständig zum Erliegen, zahlreiche Gleise, Bahnhöfe und Züge wurden beschädigt oder zerstört.
Der Hejaz-Bahnhof in Damaskus wurde 1917 eröffnet und war einst der wichtigste Bahnhof des Landes. Er diente als repräsentativer Ausgangspunkt der Hedschasbahn und galt als Symbol von Modernität und Fortschritt. Heute verkehren dort keine Züge mehr – es existieren nicht einmal noch Gleise. Das Gebäude steht ausschliesslich als historisches Denkmal einer vergangenen Epoche.
Bild: Der Bahnhof in seiner alten Pracht, inklusive alter Eisenbahn
Im Innern sind Renovierungsarbeiten im Gange gewesen aber die Bauarbeiter haben mir trotzdem die Gelegenheit gegeben kurz rein zu sehen. Auch in den hinteren Teil durfte ich, obschon das eigentlich verboten wäre. Dort erlaubten sie mir aber nicht ein Foto zu machen. Aber man sah dort hinten, wo eigentlich die Geleise gewesen wären. Es war einfach ein Loch ohne nichts. Traurig.
Bild: Das innere des Bahnhofs. Links die Türe zum Hinterausgang
Ich fand das innere eindrücklich und noch so gut erhalten. Wünsche mir sehr, dass dereinst hier wieder Zuge fahren werden und der Bahnhof wieder erwachen darf.
Weiter ging es zum Nationalmuseum in Damaskus. Leider durfte man dort keine Fotos machen, nur von aussen.
Bilder: Aussenansicht und Eingang des Nationalmuseum in Damaskus
Und leider sind die Exponate oft nur in arabisch ausgeschildert gewesen. Während unserem Rundgang kam ein Mitarbeiter zu uns (es waren ausser uns keine Besucher dort) und hat mittels Übersetzer mir immer wieder versucht alles mögliche zu erklären. Ich fand das so toll, dass er mir die Welt und Exponate näher erklären wollte. Aber es war auch extrem spannend. Die römische Vergangenheit war klar sichtbar. Viele wissen vielleicht nicht, dass Damaskus die älteste bewohnte Stadt der Welt ist. Ein Foto durfte ich aber machen, ausnahmsweise. Und zwar davon:
Bild: Grab aus Palmyra (Erläuterung unten)
Im Nationalmuseum in Damaskus ist ein eindrucksvolles Grab aus Palmyra ausgestellt. Das palmyrenische Grabrelief stammt aus der römischen Kaiserzeit und verschloss ursprünglich eine Grabkammer. Mit seinen fein gearbeiteten Figuren, der detailreichen Kleidung und symbolischen Elementen gibt es Einblick in den Status, die Identität und den Jenseitsglauben dieser bedeutenden antiken Handelsstadt.
Danach wollte ich für heute noch unbedingt die berühmte Umayyaden-Moschee besuchen. Sie ist eine der ältesten Moscheen der Welt und Vorbild für andere Moscheen im Baustil einer antiken Basilika. Ich habe die Seite für die Frauen besucht, obschon es mir als Tourist auch möglich gewesen wäre, die Seite der Männer zu sehen. Aber das habe ich erst später von meinem Mann erfahren.
Bilder: Links einer der Eingangstüren zur Moschee am Abend Mitte noch die erhaltenen Ruinen auf dem Weg zur Moschee direkt aus der Souk raus Rechts dann die Sicht von der Moschee zur Souk hin
Die Umayyaden-Moschee steht an einem Ort mit jahrtausendealter religiöser Geschichte. Zuerst befand sich hier ein aramäischer Tempel, danach ein römischer Jupitertempel. In der christlichen Epoche wurde das Gelände zur Johannes-der-Täufer-Basilika, die zeitweise von Christen und Muslimen gemeinsam genutzt wurde. Anfang des 8. Jahrhunderts liess der Umayyaden-Kalif al-Walid I. die Kirche abtragen und an ihrer Stelle die Moschee errichten.
Bilder: Vom Innenhof der Moschee
Bilder: Im Innern der Moschee
Im Frauenteil der Umayyaden-Moschee befindet sich ein Schrein, in dem das Haupt von Johannes dem Täufer (Prophet Yahya) verehrt wird. Er gilt sowohl im Christentum als auch im Islam als bedeutender Prophet.
Ihr werdet das während meines Berichtes noch häufig erleben. Die christliche Geschichte in Syrien ist äussert spannend. Auch das eben dort angeblich der Kopf von Johannes ist.
Danach ging es weiter zu einer eigentlich schiitischen Moschee. Zu Assads-Zeiten durften die Sunniten diese nicht besuchen.
Die Sayyida-Ruqayya-Moschee in Damaskus ist ein schiitischer Schrein, der dem Grab von Sayyida Ruqayya gewidmet ist, der Tochter von Imam Husayn ibn Ali. Nach schiitischer Überlieferung starb sie als Kind nach der Gefangenschaft der Familie des Propheten nach der Schlacht von Karbala. Der Schrein entwickelte sich über Jahrhunderte zu einem wichtigen Pilgerort, besonders für schiitische Gläubige aus Iran, Irak und dem Libanon. Die heutige Moschee ist vor allem für ihr reiches Spiegelmosaik und ihre aufwendig verzierte Innenarchitektur bekannt und gilt als einer der bedeutendsten schiitischen Sakralbauten in Damaskus.
Imam Husayn ibn Ali war eine zentrale Figur in der frühen Geschichte des Islams. Sein Tod im Jahr 680 steht am Anfang der dauerhaften Spaltung des Islams in zwei Hauptströmungen: Sunniten und Schiiten. Während Sunniten vor allem der gewählten religiösen Führung folgten, sahen Schiiten die Führung innerhalb der Familie des Propheten. Bis heute prägt diese historische Trennung die beiden wichtigsten Richtungen des Islams.
Bilder: Links sieht man den Eingang zur Moschee Mitte sieht man eine Innentür in der Moschee Rechts sieht man einen Teil des Innern
Aber das oben erwähnte Grab ist hier das Highlight der Moschee. Hier nun der Vorteil, dass der spannendere Teil auf Seite der Frauen ist. Wohl auch, weil eben eine Frau hier ihre Ruhestätte hat.
Bilder: Hier die prächtige Innenansicht mit dem Grab der Tocher von Husayn ibn Ali
Nur kurz als Einschub. Ich habe in Damaskus noch eine weitere Moschee besucht. Dort war ich alleine drin und durfte keine Fotos machen. Von Aussen und bei Google sah sie super aus. Im Innern war sie mir aber dann zu kitschig. Also auch bei Moscheen ist der Grat teilweise schmal zwischen Kitsch und Prunk wie in katholischen Kirchen.
Nach diesem Besuch der Moschee, kam auch mein Mann wieder zurück. Er hatte den ersten Teil seiner Papier geregelt und es hiess, dass nun dann alles gelöscht werden soll. Aber dazu mehr am letzten Tag in Syrien, es wird noch unschön.
Meine Schwägerin ging dann nach Hause und ich besuchte mit meinen Mann noch den Azim-Palast. Der war in den verwinkelten Gassen/Souks schwer zu finden. Aber auch ein absolutes Highlight mit diesem wunderschönen Innenhof.
Der Azim-Palast wurde im 18. Jahrhundert als Residenz des osmanischen Gouverneurs Asʿad Pascha al-Azim erbaut und ist ein bedeutendes Beispiel traditioneller damaszener Architektur. Bereits zur Bauzeit war der Palast streng gegliedert, mit eigenen Bereichen und Zimmern für den Hausherrn, für die Frauen der Familie sowie für Gäste und einzelne Angehörige. Dazu gehörten auch spezielle Räume wie der Raum der Schwiegermutter (chambre de belle-mère), was die klaren sozialen Rollen und familiären Strukturen der osmanischen Zeit widerspiegelt.
Bilder: Der blühende Innenhof des Palastes
Bilder: Eindrücke der Innenräume
Es gab in diesem Palast so viele Räume, von Badezimmern, Aufenthaltsräumen über Herstellung. Wir waren wirklich fasziniert wie das dort aufgebaut war und früher eben auch gelebt wurde.
Das war dann auch schon genug für den ersten richtigen Tag in Damaskus. Wir sind abends dann wieder zur Familie Essen gegangen. In Jaramana leben seine Tante, seine Schwester mit Mann und drei Kindern, seine Schwägerin mit Kind. Auch sein Vater wäre dort aber da ist der Kontakt (zum Glück) abgebrochen. Zudem war die andere Schwester mit Kind aus dem Libanon extra hingereist, damit sie uns (nach über 3 Jahren) wieder sehen kann.
Auf dem Rückweg von dort sind wir noch kurz zur Kreuzung wo das berühmte Schwert (sah man öfters in den Medien, als die Menschen nach dem Fall Assads gefeiert haben) steht. Leider war es an dem Abend nicht beleuchtet, aber trotzdem toll anzusehen.
Damit der Eintrag nun nicht extrem lang wird, folgen die nächsten Tage in einem neuen Beitrag.
Ja, ich gestehe, ich habe nichts geschrieben. Ja, ich gestehe, ich hätte doch ab und an was erzählen können. Da ich gerade die Zusammenfassung von Cassandra gelesen habe, werde ich das nun auch tun. So erfahrt ihr doch noch was so passiert ist im 2024 bei mir. Eigentlich doch ein paar Dinge.
Januar – März 2024
In unserer Firma wurde viel umstrukturiert. Ohne den Einbezug der betroffenen Personen. Dies obschon sich die GL immer gelobt hat, dass man frühzeitigt die Personen involvieren möchte bei Veränderungen. Bei uns war das leider nicht der Fall. So wurde mein gesamtes Team aufgelöst. Einem meiner langjährigen Arbeitskollegen wurde bereits im Dezember 2024 gekündigt und freigestellt. Meiner Meinung nach nicht fair. Danach eben die Auflösung unseres Teams. Ich durfte wählen (war eine der wenigen damals) was für einen Job ich in Zukunft machen möchte. Hatte mich dann für Fachexpertin des neuen CRM entschieden. Jedoch habe ich einen neuen Chef erhalten mit dem ich gar nicht umgehen kann. Sehr empathielos und kühl. Mein damaliger Chef hat dann die Reissleine gezogen und die Firma verlassen. Für mich kam dann auch dieser Gedanke auf. Und somit habe ich damals angefangen offene Stellen zu suchen. Ende März war ich dann noch 2 1/2 Wochen krank. Zuerst die übelste Erkältung seit es Corona gibt. War seit Start der Pandemie nie krank (bin eine dieser, die oft eine Maske trägt, wenn ich im überfüllten Bus oder Zug sitze) und dann hat es mich wirklich flach gelegt. Mittelohr- und Nebenhöhlenenzündung, keine Stimme und Antibiotika. Durch die Antibiotika war ich danach noch eine Woche flach weil mein Magen das nicht vertragen hat und ich Dauermagenbrennen hatte.
April bis Juni 2024
Im April kam dann die neue Organisation zum Zug. Es haben 3 neue Mitarbeiter angefangen. Zwei von denen haben mich in meiner alten Arbeit ersetzt (und die 3. kam dann noch im August). Ich habe jahrelang 3 Jobs gleichzeitig gemanagt, die nun 3 andere übernehmen sollten. Sehr stressig und ich war kurz vor einem Burnout. Als ich dann mein Jahresgespräch mit meinem neuen Chef hatte und ihm das erzählte, meinte er nur: Gut, dass es dir nun besser geht. Zudem keine, null, nada Wertschätzung. Im Juni hatte ich dann auch endlich die Gelegenheit mich für einen anderen Job vorstellen zu gehen. Beim Bund, als Application Managerin. Per Zufall arbeitete dort ein ehemaliger Arbeitskollege von mir. War mir nicht bewusst bei der Bewerbung. Aber dann habe ich über einen Monat nichts mehr gehört und nicht daran geglaubt, dass da was noch passiert. Zur selben Zeit hatte mein Mann (seit Juli 2023 zudem ein Diskushernie, das 2x nicht erfolgreich operiert worden ist) endlich nach 2 jähriger Leidenszeit mit Bauchschmerzen eine neue Diagnose erhalten. Seine eine Niere funktioniert nur noch 10% weil die Harnleiter komplett blockiert war. Da hatte er dann Ende Juni die erfolgreiche OP. Auch die Kontrolle von heute zeigte, dass es zwar noch nicht ganz verheilt ist aber die Niere nun bereits zu 60% wieder funktioniert. Aber er darf dafür im Februar nochmal eine OP machen wegen schmerzhaften Krampfadern an der Hode. Wäre dann OP Nummer 5 innerhalb von 2 Jahren. Meine Mutter hatte auch zu dieser Zeit eine OP wegen blockierten Hauptschlagadern im Bauchbereich. Leider hat diese OP ihren Allgemeinzustand sehr verschlechtert und sie ist seit Juni 2024 nun in einem Alters- und Pflegeheim. Sie kann fast nicht mehr laufen, hat einen künstlichen Blasenausgang und starke Rückenschmerzen. Im Moment sind wir gerade dabei ihre Wohnung aufzulösen. Alles nicht so einfach, vor allem weil meine Mutter unbedingt in ein anderes Heim möchte, da sie dort nicht glücklich ist. Sie hat ein Zimmer in einer 2 Zimmerwohnung mit einer anderen Mitbewohnerin. Und dort leider keine Ruhe, weil die Mitbewohnerin den ganzen Tag sehr laut TV guckt. Da gehts also Anfangs Jahr noch weiter um da eine bessere Lösung zu finden.
Juli bis September 2024
Im Juli bekam ich dann doch noch einen Anruf, dass ich in die 2. Runde für den Job gekommen bin. Und nach dem 2. Gespräch war ich die erste Wahl für die neue Firma. Und ich habe den Job angenommen! Nach fast 24 Jahren bei meiner alten Firma, habe ich am 1. November 2024 den neuen Job angetreten. Meine Kündigung habe ich kurz vor Ende Juli abgegeben und die erste Reaktion war: Ich bin enttäuscht, dass du mir vorher nichts gesagt hast. Und deine Argumente wieso du kündigst, sehe ich nicht so. Das hat mich dann nochmal bestätigt, dass ich den richtigen Weg gehe. Klar, in der alten Firma hatte ich x verschiedene Jobs – angefangen als Sachbearbeiterin Inkasso, dann Gruppenleiterin Inkasso, Spezialistin Inkasso, Projektmitarbeiterin, Anwendungsverantwortliche, Testerin, Fachspezialistin und Product Ownerin aber es war doch Zeit mal eine neue Branche kennenzulernen. Mein neuer Job ist mehr technisch und das kenne ich noch viel zu wenig. Das hat mich sehr gereizt. Mitte August wurde mein Mann zum 3. Mal am Rücken operiert (leider hat er aber noch immer Nervenschmerzen und muss in den nächsten Wochen deswegen zum Neurologen). Vorher wollten wir noch eine Woche nach Griechenland ans Meer fahren. 2 Tage vor der Abreise hat sich mein Mann den Fuss gebrochen (ich kam nach Hause, er lief gerade vom Haus weg und ich habe ihm zugerufen. Er ist erschrocken, hat sich umgedreht und ist mit dem Fuss zwischen zwei Steinplatten stecken geblieben). Er war also mit dem Fuss im Gips, als sie ihm den Rücken operiert haben. Er hat wirklich viel durchgemacht dieses Jahr. Im September habe ich dann noch einen Monat jeden Tag x Stunden 3 Personen geschult, damit sie halbwegs so viel Wissen haben wie ich, dieses ich natürlich nach all den Jahren aufgebaut habe. Ende September 2024 hatte ich dann meinen letzten Arbeitstag in der alten Firma. Ich hatte noch so viel Urlaub (auch wenn ich schon 2 Wochen im August genommen hatte) übrig, dass ich fast 5 freie Wochen geniessen konnte. Die Überzeit habe ich mir auszahlen lassen. Sonst hätte ich am Tag der Kündigung schon die Firma verlassen können.
Oktober bis Dezember 2024
Eigentlich wollten wir im Oktober dann nochmal einen Versuch starten weg zu fahren. Aber durch viele Krankentermine und wegen dem Fuss, haben wir uns umentschieden. Wir sind aber dann ein verlängertes Wochenende Wellnessen in den Bergen gegangen. Das war auch sehr schön. Und ich war noch einen Tag mit meinen Patenkindern und meiner Schwester im Europapark. Und dann eben der neue Job seit November 2024. Auch hier wieder ein missglückter Start. Zuerst waren mein Chef und der Co-Chef krank. Als der Chef dann zurück kam und wir unser erstes Gespräch hatten, hat er mich gleich angesteckt 😀 Mittlerweile bin ich gut im neuen Job angekommen. Meine neuen Teammitglieder sind fast alle sehr nett und angenehm. Alles eher ältere Herren und das find ich doch noch relativ angenehm. Arbeitstechnisch habe ich noch nicht so viel zu tun. Ist eher so, dass ich viele Tage noch nichts mache. Aber sollte sich dann ab Janur ändern. Und es tut mir auch mal gut, wenn ich bisschen durchatmen kann. Seit ich nicht mehr bei der alten Firma arbeite, hat sich meine Schlafqualität um 100% verbessert. Dieser Dauerstress in der alten Firma hat doch Auswirkungen gehabt. Man merkt es aber erst, wenn man ihn eben nicht mehr hat.
2025? Syrien ist frei! Wir sind alle so happy hier und mein Mann kann nun endlich seinen Grossvater nach x Jahren und auch seine Geschwister / sein Vater besuchen. Wir haben nicht gedacht, dass dies doch noch mal möglich sein wird. Wenn alles mit dem Transitvisa für die Türkei klappt, wird er Mitte Januar mal 10 Tage hin. Und so März/April gehe ich dann mit. Ich freue mich sehr seine Geschwister wieder zu treffen aber auch seine Heimat kennenzulernen.
So, das war die kurze Zusammenfassung von mir. Mir selbst geht es gut, unseren 4 Katzen geht es gut und wir leben gut vor uns hin. 😀
Wow, ich habe ein ganzes Jahr nichts geschrieben. Dabei dachte ich, dass ich Mitte Jahr noch mal ein Update geliefert hatte. Ich entschuldige mich dafür! Nun also dann ein Jahresrückblick von mir und was so alles dieses Jahr geschah.
Januar bis März 2023
Hier erinnere ich mich ehrlich gesagt an nichts interessantes. Auch wenn ich kurz durch meine Fotos blättere, sind da keine Erinnerungen festgehalten.
April 2023
Da gab es für meinen Mann und mich einen kurzen Trip nach Deutschland. Zuerst nach Hamm. In der Nähe ist ein Freund meines Mannes in einer Asylunterkunft. Sein Freund floh von Syrien, über Libanon, Weissrussland, Russland nach Deutschland. Er war die Wintermonate in den russischen Wäldern. Es war sehr hart. Er musste auch miterleben, dass Menschen gestorben sind, die dort mit ihm waren. Leider war das Wetter sehr schlecht. Geplant waren die Tage dort auch ein Besuch des Movie Parks in Bottrop Kirchhellen. Aber so war die Lust nicht gross und wir haben es sein lassen. Einen Tag sind war dann meine Freundin in Hameln besuchen gegangen. Das war mein Highlight. Sie und ihre Familie sind so wunderbare, warmherzige Menschen. Für mich ist es immer ein Seelenfrieden dort Zeit zu verbringen. Von ihr habe ich auch meine Katze Herta (die Nobelpreisträgerin Herta Müller war Namensgeberin). Sie nimmt Strassen- und Waisenkitten auf. Wir (ich bin mit im Team) engagieren uns da seit über 2 Jahren für diese Katzen. Auch Katzen aus der Ukraine sind bereits bei ihr gelandet und viele erfolgreich vermittelt worden. Wie eben meine kleine, wilde Strassenkatze Herta.
Mai bis Juni 2023
Im Geschäft wurde es langsam stressig in dieser Zeit. Viele neue Anforderungen waren geplant und viel Arbeit stand an. Deswegen war ich auch Ende April 2023 für eine Woche im Urlaub. Weil ich über den Sommer keine Möglichkeiten sah, irgendwann Urlaub zu nehmen. Mein Mann hatte Stress bei seiner Arbeit. Zuerst wurde er von einem Mann geschlagen, weil eine seiner Arbeitskolleginnen ausgerastet ist. Sie hat dann ihren Bekannten (oder Verwandten) angerufen und der kam hin und hat meinen Mann geprügelt. Zum Glück ist ihm nichts schlimmes passiert. Dieser Mann wurde dann auch vor Gericht verurteilt, leider ohne wirkliche Konsequenzen (nicht mal einen Eintrag im Strafregister hat er gekriegt obschon er anscheinend Wiederholungstäter ist!). Auch generell hat sich die Arbeitssituation bei meinem Mann da verschlechtert. War seine Chefin sein grösster Fan (inkl. Lohnerhöhungen alle paar Monate, Versprechen für Schulung und und und), war sie danach sein grösster Feind. Deswegen trennte er sich von diesem Job. Leider unschön. Aber besser für ihn. Er war die Monate davor so gestresst, immer gereizt. Er als einziger Mann mit teilweise sehr anstrengend Frauen. Wir waren im Mai 2023 auch noch auf See und in den Bergen. Für meinen Mann das erste Mal auf einem Schiff.
Juli bis September 2023
Arbeit, sehr viel Arbeit. Stress, sehr viel Stress. Und mein Mann hatte sich den Rücken Anfangs Juli kaputt gemacht. Diskushernie, ein leichtes. Er hat dann Physio gekriegt, leider ohne Besserung. Ansonsten war es ein heisser Sommer und ich happy mit meiner neu gekauften mobilen Klimaanlage. Ohne die wäre ich elendig geschmolzen. Anfang September haben wir Familienzuwachs gekriegt. Mein Mann meinte, dass wir eine junge Katze brauchen für unsere Herta. Herta ist die jüngste meiner 3 bisherigen, nun 2 1/2 Jahre alt. Die zwei anderen sind mittlerweile 8 Jahre alt. Er wollte, dass sie eine:n Spielkamerad:in hat. Und meine Eltern haben gerade zu der Zeit eine Katze mit Nachwuchs gehabt. Und so zog unser Malek (oder auch Muki genannt) ein. Ein junger, wilder, neugieriger, egoistischer aber extrem süsser, kuschliger Kater. Wie ich den Kerl liebe! Er hält uns alle auf Trab und macht uns viel Spass (und öfters natürlich als wilder Teenie auch Ärger!).
Oktober bis heute
Anfang Oktober wurde Herta krank. Sie hatte am Anfang keine Freude an Muki. Die anderen zwei nahmen ihn eher gelassen auf, sie war gestresst. Zuerst war sie heiser (sie quäkt immer wenn sie hungrig ist). Und da dies nicht besser wurde, bin ich zum Tierarzt. Fieber und Heiserkeit. Also kriegte sie Antibiotika und ich habe bisschen gedämpft mit ihr. Leider ging das Fieber aber nicht runter. Nochmal Anpassung Antibiotika. Fieber weiter da. Und von einem Tag auf den anderen wuchs ihr Bauch. Sichtbar. Nach zwei Tagen war er wirklich gross. Verdacht auf FIP.
Was ist FIP? Feline Coronaviren sind in der Katzenpopulation weit verbreitet und eine Infektion verläuft in der Regel symptomfrei. Bei manchen Katzen mutiert das ansonsten harmlose Virus jedoch, so dass sich in der Folge FIP entwickelt. Es kommt zu Symptomen wie Fieber, Ikterus (Gelbsucht) und Ergussbildung (Flüssigkeitsansammlungen im Bauch- oder Brustraum). Manche Katzen entwickeln neurologische Symptome oder eine Augenentzündung. Bis vor ein paar Jahren verlief die Erkrankung tödlich. Betroffene Katzen verstarben innerhalb weniger Tage bis Wochen.
Seit einigen Jahren gibt es jedoch eine alternative Therapie. Noch nicht offiziell zugelassen (ist wie bei Medikamenten für Menschen), erst eine Studie an der Uni Wien gab es bisher. Im Moment läuft auch eine Studie an der Uni Zürich. Das Medikament ist aber sehr wirkungsvoll (paar Freunde aus D haben bereits erfolgreich therapiert). Bis ca. vor einem Jahr gab es sie nur per Spritze. Nun mittlerweile von mehreren Anbietern als Tablette. Es gibt FB-Gruppen, die dir helfen bei dieser alternativen Therapie. Wo du die Medikamente erhältst und dich die ganze Therapie hindurch mit professionellen Fachleuten unterstützen. Mein TA wusste von dieser FB-Gruppe (dies gibt es in CH, D und auch A). Da die Therapie an der Uni Zürich sehr teuer ist und der Weg für mich nach Zürich (mit einer Katze!) sehr lang, habe ich mich für die FB-Gruppe entschieden. Auch dort sind natürlich die Kosten dieser Medikamente sehr hoch. Eine Tablette kostet ca. 12 Euro. Die Therapie geht 84 Tage. Jeden Tag zur selben Zeit muss die Medikamentendosis verabreicht werden. Je nach schwere der Krankheit und Gewicht, wir die Dosis bestimmt. Alle 4 Wochen muss dann die Katze zum TA für Blutkontrolle und Ultraschall. Hier in der Schweiz ist so ein Arztbesuch teuer. Ca. 350 Euro pro Besuch. Nach ca. 14 Tagen ging der Bauch bei Herta zurück. Es ging ihr gut und sie war fit. Die erste Blutkontrolle nach einem Monat war noch nicht so gut. Die Werte noch sehr hoch. Deswegen wurde da die Dosis angepasst. Sprich ich habe ihr dann 2 Tabletten pro Tag gegeben. Die zweite Blutuntersuchung war besser. Somit schlug die Therapie an. Auch am Gewicht kann man das feststellen. Die Katzen nehmen zu. Meine Dame war 4,5kg am Start, dann ging es noch runter auf 4,2kg. Nun ist sie bei 5,7kg gewesen (auch gut bemerkbar, wenn ich sie zum TA trage. Da hast dein Krafttraining schon erledigt). Nun am 6. Dezember war die letzte Blutkontrolle. Alle Werte sind mittlerweile fast wieder im normalen Bereich. Nur noch ganz kleine Ausrutscher von 1 nach oben oder unten. Ich durfte die Therapie offiziell beenden! Nun müssen wir noch 2x zur Blutkontrolle nach 1 1/2 und 3 Monaten (die sogenannte Wartezeit. Wie nach einer Krebsheilung). Wenn dann alles gut ist, gilt sie offiziell als geheilt. Ich bin sehr, sehr glücklich. War dies doch ein extremer Schock für mich bei der Diagnose. Madame geht es super gut. Sie geniesst ihr Katzenleben mit viel fressen, spielen mit Muki und chillen wo immer sie kann.
(Ich habe nicht nur schwarze Katzen, die anderen zwei sind getigerte)
Durch die Therapie von Herta konnte ich im Urlaub nicht weg fahren. Da ich seit April keinen Urlaub mehr hatte, habe ich mir einen Monat Urlaub ab Mitte Oktober genommen. Während diesem Urlaub wurde dann auch noch mein Mann am Rücken operiert. Die Physio hatte leider nicht geholfen, also empfahl der Spezialist die OP. Eine kleine OP von einer halben Stunde, da nur ein kleines Stück Bandscheibe den Weg nach aussen gefunden hatte. Leider hatte mein Mann aber 2 Wochen nach der OP einen Rückfall. Die Schmerzen waren so schlimm, dass er selbst ins KH ist. Also nochmal eine OP Mitte November. Diese war aber nun zum Glück erfolgreich und es geht ihm viel besser. Klar, er muss sich noch schonen und mit Physio langsam wieder Muskel und alles aufbauen. Wenn alles so weiter geht, darf er ca. Mitte Januar endlich wieder arbeiten. Gut für ihn. Er war so gefrustet die letzten Monate und das Nichts-tun ist Gift für ihn (und für mich *hahaha).
Ansonsten gab es noch Aufruhr im Geschäft (gibt vielleicht noch einen anderen Beitrag) und ich habe was über meine Grosseltern aus Finnland erfahren (ebenfalls geplanter Beitrag).
So, nun wünsche ich euch frohe Fest- oder Freitage 🙂
Hallo alle, mich gibt es noch auch wenn ich die letzten Monate nichts geschrieben habe.
Wieso? Weil ich irgendwie alles andere im Kopf hatte und auch irgendwie nicht wusste, was ich hier so zu erzählen habe. Mein Leben ist nicht mehr so extrem spannend wie vorher mit all den unterschiedlichen Männern und Erfahrungen. Nun bin ich seit Juni 2022 verheiratet und alles ist gut wie es ist.
Ja, mittlerweile lebt mein Mann schon über 9 Monate in der Schweiz und fühlt sich sehr wohl hier. Er arbeitet seit Juli 2022 in einer Wäscherei. Ein sehr harter Job von 7 Uhr bis 19-19:30 Uhr 5x die Woche. Also viel Freizeit hat er nicht. Wir sind weiterhin am gucken für einen anderen Job aber da er noch immer nicht gut deutsch spricht und keinen Führerschein hat, ist das leider nicht so einfach. Aber auf jeden Fall sind wir froh, dass er eine Arbeit hat. So hat sich auch die finanzielle Situation sehr entlastet. Oder besser gesagt, nun leben wir sehr, sehr gut mit doppeltem Gehalt. Ich selbst verdiene ja relativ viel und auch er hat immer wieder Lohnerhöhungen erhalten. So können wir auch immer Geld seiner Familie oder ich an Paul senden. Die Situation im Libanon und auch in Syrien ist weiterhin sehr schlimm. Paul arbeitet nun nicht mehr beim Militär sondern in einem Shop. Dort verdient er mehr als vorher beim Militär. Die Währung ist immer noch wertlos und deswegen versuche ich ihm noch immer unter die Arme zu greifen. Und natürlich meiner syrischen Familie. Mittlerweile gab es dort 2x Nachwuchs. Die älteste Schwester hat einen weiteren Jungen gekriegt und die kleine Schwester ihr Mädchen. Zudem wird sein Bruder auch bald das erste Mal Vater. Die Familie wächst also.
Wir selbst sind nach wie vor glücklich und das Zusammenleben funktioniert sehr gut. Klar gibt es ab und an auch mal unterschiedliche Ansichten oder was zum ärgern (er lässt immer und überall das Licht brennen *grrr) aber nichts gravierendes. Er selbst fühlt sich hier schon sehr heimisch und findet die Schweiz sehr toll.
Was gibt es noch zu erzählen? Ich muss ehrlich sagen, dass mir gerade nichts spannendes einfällt.
Werde euch aber sicher updaten, wenn was spannenderes passiert 🙂
So, nun habe ich die Muse endlich wieder ein Update zu schreiben. Und die Laune euch zu erzählen, dass alles anders kam als zuerst geplant.
Eigentlich wollten wir am 27. Mai 2022 heiraten, eigentlich. Aber das ging schief. Wieso? Am 12. Mai 2022 hatten wir unser Ehevorbereitungsgespräch. Alles passte, wir hatten einen Dolmetscher und sind dann dort hin. Aber der Dolmetscher hatte seinen Ausweis vergessen, d.h. er hatte schon einen dabei aber sie haben nur Reisepass oder ID akzeptiert. Wir hatten es ihm vorher 2x noch gesagt aber er meinte dann, dass wir das ganz sicher nicht hätten. Tja, da standen wir nun und alles fiel ins Wasser. Ich war so gestresst weil ich wieder alles absagen musste, von Restaurant, Friseur, Blumen Bestellung usw. Neuer Termin für das Vorbereitungsgespräch haben sie uns dann auf den 8. Juni gegeben. Am 23. Juni läuft das Visum ab. Wir haben gebibbert ob und was da passieren wird. Am 7. Juni 2022 hatten wir noch noch nichts von unserem Dolmetscher gehört. Panik kam hoch, jedenfalls von mir. Ich wie verzweifelt den ganzen Tag am Ersatz suchen und dann habe ich ihn doch noch erreichen können und er hat bestätigt, dass er dabei ist am nächsten Tag. 8. Juni 2022 somit wieder auf das Zivilstandsamt. Dort war dann eine sehr nette Dame und das Gespräch lief gut. Sie hat aber erklärt, dass nun wieder das Dossier geprüft werden und wir so in 2-3 Tagen Bescheid kriegen würden. Aber es wäre sonst dann noch ein Termin am 17. Juni 2022 im Schloss eines externen Lokales frei (speziell für Trauungen). Wir okay, dann nochmal warten. Dienstag, 14. Juni 2022 erhielt ich dann den Anruf, dass wir heiraten dürfen! Ich war soooo happy und erleichtert. Termin wurde auf den 17. Juni 2022, 9:30 Uhr gesetzt! Und so hatte ich die letzten 2 Tage noch viel zu tun, sei es im Geschäft (kriege Hochzeitsurlaub geschenkt vom Betrieb) und privat. Aber ich habe alles geschafft!
Und dann war da unser grosser Tag. Wir hatten ja nur meine Mutter und meine Schwester mit Familie dabei. Vater und Stiefmutter habe ich auch eingeladen aber die meinten schon im Vorfeld, dass wir dann sonst mal zusammen bisschen ‚feiern‘ und ich genug Ausgaben hätte. Bruder und Familie bewusst nicht eingeladen weil ich keine Menschen um mich haben wollte, die mir ein ungutes Gefühl vermitteln. Und ich habe damit Recht getan. Gestern nämlich 2 Bilder in Familienchat gepostet und von ihnen kam keine Reaktion. Im Gegenteil. 4 Stunden später posten sie Bilder von ihrem Familienausflug und mein Bruder schrieb noch dazu, dass die Kuh dort hinten mit dem fetten Arsch sicher ich sei. Bis jetzt noch keine einzige Gratulation von den zweien. Also alles richtig gemacht, dass ich sie nicht eingeladen habe.
Um 7 Uhr sind wir aufgestanden (mit viel Gemotze von meinem Schatz, der ja meinte, dass er noch nie jemanden kennengelernt hätte, der um 7 raus musste um zu heiraten *hahaha), dann zu meiner Mutter. Dort meine Frisur gemacht (meine Schwester hat das so schön gemacht ❤ ) und kurz vor 9 Uhr los. Wir hatten im übrigen dann dort sogar 2 Dolmetscher weil ich eine Firma anschrieb aber keine Nachricht erhalten habe (gestern Abend dann die Bestätigung im Spam gefunden!). Aber egal, Hauptsache wir hatten wen 🙂
Die Trauung war wunderschön und ich habe auch Tränen vergossen dabei. Danach haben wir noch Fotos im schönen Park und Rosengarten dort gemacht. Und dann ging es noch weiter zu einem leckeren Mittagessen.
Und das war es schon. Keine grosse Feier, keine Party oder sonst was. Aber für mich war das ein wunderschöner Tag und ich habe es einfach genossen.
Ich habe bis jetzt nur 2 Fotos gekriegt von der Hochzeit, die restlichen kommen am Montag. Da aber eine Person von hier sich so gewünscht hat, dass ich ein Foto poste, hier also für euch und dich im speziellen 😉
Nun ist er bereits über einen Monat hier bei mir in der Schweiz. Und es läuft super mit uns. Wir haben uns gut zusammengelebt und geniessen das zusammen sein. Er ist bereits im zweiten Monat nun mit deutsch lernen und nach 3 Monaten sollte er das Level 1A erreichen. Mit Level 1B wäre er dann sogar qualifiziert um eine Vorlehre (einjährige Vorausbildung) zu machen. Leider reicht das nun zeitlich nicht mehr bis August, wenn hier in der Schweiz die Ausbildungen starten. Aber so wird er nun einfach mal sicher ein Jahr so arbeiten und danach vielleicht eine Ausbildung starten. Das werden wir dann nächstes Jahr sehen, also wie es weitergehen wird. Eventuell kann er sogar in meiner Firma eine Anstellung kriegen. Es würden sich auf jeden Fall ein paar Arbeitskollegen dafür einsetzen, sogar direkt beim CEO. Aber für das benötigen wir ja zuerst mal seinen B-Ausweis, d.h. die Berechtigung hier in der Schweiz zu leben und arbeiten zu können. Das wird dann nach der Hochzeit hoffentlich rasch passieren. Vergeben wir dies von unserem Migrationsdienst und der ist im Moment wohl sehr überlastet wegen den Flüchtlingen aus der Ukraine (was ich total befürworte, also das wir Flüchtlinge einreisen lassen!). Aber er müsste diese Bestätigung haben weil ja sein Schengen-Visum Ende Juni 2022 abläuft. Wäre schrecklich wenn er die Schweiz da verlassen müsste, weil wir die Bestätigung nicht hätten.
Ansonsten sind wir voll in der Hochzeitvorbereitung. Nächsten Donnerstag haben wir unser Ehevorbereitungsgespräch. Da müssen wir einen Dolmetscher arabisch-deutsch mitbringen (natürlich auch für die eigentliche Hochzeit). Was sich wieder schwierig gestaltet hat. Schlussendlich hat mein Freund den Barber um die Ecke gefragt bei dem er vor einer Weile war. Und der wird (hoffentlich!) nächsten Donnerstag den Übersetzer machen. Ich bin sehr gespannt was für Fragen bezüglich Scheinehe kommen werden. Insofern noch welche kommen werden, weil ja bereits das Migrationsamt diese gestellt hat. Die Bescheinigung zum heiraten müssen wir dann am Freitag dem externen Zivilstandesamt vorbei bringen, weil diese die Bestätigung spätestens an dem Tag dort sein muss. Also wäre es per Post zu knapp oder unsicher. Und am 27. Mai 2022 sollte dann die Hochzeit sein. Ich habe langsam alles organisiert (Brautstrauss fehlt noch) und bin pleite 😀 Ich hoffe aber, dass wir danach finanziell bisschen besser dastehen werden. Aber wir gehen ja dann im Juli noch mit der Familie meiner Schwester nach Frankreich in Urlaub und wollten selbst im Oktober noch in den Libanon. Also müssen wir da noch bisschen Geld sparen können. Wenn er selbst keinen Job findet, wir die Oktoberreise wohl nicht machbar sein.
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