
Sie war jung, sie war schön, sie war begabt – und sie wurde nur 23 Jahre alt. Der Mann, für den sie die grosse Liebe war, hat ein berührendes Buch über ihre nicht alltägliche Liebesgeschichte geschrieben, die in der Schweiz begann und in Südamerika jäh ihr Ende fand. Das geplante Wiedersehen in New York blieb ein zerplatzter Traum, der bis heute, beinahe 30 Jahre später, seine schmerzlichen Spuren hinterlässt.

als Doppelbild entworfen, siehe weiter unten
Dem Autor gelingt es, diese selbst erlebte und durchlittene Geschichte mit grosser Offenheit, Sensibilität und Spannung zu vermitteln. Die Geschehnisse berühren tief und zeigen, dass selbst ein viele Jahre zurückliegendes Trauma ein Leben lang nachwirken kann. Wir wissen es alle, Schmerz ist der Preis, den wir für die Liebe bezahlen: je grösser das Glück, je schmerzlicher sein Verlust. Ein solches Erlebnis zeitigt jedoch nicht nur negative Verwerfungen, es vermag letzten Endes auch zu bereichern, sogar neue Kraft zu verleihen. Denn einst erfahrenes Glück löst später nicht selten tiefe Dankbarkeit aus. Dabei erinnere ich mich gerne an Theodor Storms wunderbares Gedicht:

Wer je gelebt in Liebesarmen,
Der kann im Leben nie verarmen;
Und müßt er sterben fern, allein,
Er fühlte noch die selge Stunde,
Wo er gelebt an ihrem Munde,
Und noch im Tode ist sie sein.

Wundert Ihr Euch, dass ich für einmal eine Buchbesprechung präsentiere? Die Sache ist einfach und frei jeglicher finanzieller Eigeninteressen: Das Buch hat den Weg zu mir gefunden, weil ich die junge Frau persönlich gekannt habe. Ihre überschäumende Lebenskraft und der Wille, sich tatkräftig für die Schwächeren einzusetzen, hat mich damals sehr beeindruckt. Ihre Eltern und ich sind seit Jahren befreundet, und der Verlust der Tochter war ein unglaublich schwerer Schicksalsschlag, den ich heute, mit einer gleichen Erfahrung, noch viel besser verstehen kann. Den Grund für ihren plötzlichen Tod erfahrt Ihr im Buch „Abschied in La Paz“.

Bildausschnitt Wasserfarbe, 1993
Und wer soll dieses Buch lesen? Alle, die Wert auf gute Literatur legen, würde ich sagen. Besonders aber:
– Menschen, die gerne in eine zarte, bewegende Liebesgeschichte eintauchen
– Männer, für die der Mut des Autors zu Verletzlichkeit und Zärtlichkeit ermutigend sein kann
– Reisefans, die sich für Südamerika interessieren, besonders für das Bolivien der 1990er Jahre
– Trauernde, die einen persönlichen Liebesverlust erlitten und überwunden haben

Angaben zur Bestellung:
Andreas Schwab, Abschied in La Paz, Bellis-Verlag Stuttgart 2025.
Bestellungen unter [email protected]. Preis 28 CHF
Eure Elisa, 14.1.2026
































































































