The Night Manager im O-Ton

Manchmal will ich einfach nur einen ernsthaften Film gucken. Und dann fängt die Sprach-Olympiade an.

Französisch: Ich kann es – aber im Film verstehe ich vor allem Gemurmel, Seufzen und „irgendwas mit Emotionen“. Deutsch wäre super, ist aber gefühlt nie verfügbar, wenn man’s mal braucht.

Also schalte ich auf Englisch. Nicht aus Weltläufigkeit, sondern weil ich da wenigstens mitbekomme, warum jemand schreit, wegrennt oder jemanden umbringt.

Und Niederländisch? Ich mag’s, wirklich. Aber bei ernsten Filmen ist es für mein Gehirn einfach zu lustig. Da kann der Plot noch so düster sein – ich höre trotzdem innerlich Fahrräder klingeln.

Kurz: Französisch zu neblig, Deutsch nicht da, Niederländisch zum Lachen – also Englisch. Pragmatismus siegt.

Harlan neben meinem Bett

Es gibt Autoren, die schreibt man auf eine Liste. „Mal lesen, wenn Zeit ist.“

Und dann gibt es Harlan Coben. Der schreibt dich auf eine Liste. „Schlaf wird überbewertet.“

Ich weiß nicht, wie er das macht, aber Coben hat dieses Talent, ganz normale Leben so aussehen zu lassen, als hätten sie irgendwo hinten im Abstellraum ein Geheimfach. Du startest harmlos: Familie, Job, ein bisschen Vergangenheit, bisschen Gegenwart, alles geschniegelt. Und dann kommt ein Satz, so unscheinbar wie ein Kassenbon im Mantel – und plötzlich stimmt gar nichts mehr. Nicht die Ehe. Nicht der beste Freund. Nicht die Erinnerung. Vor allem nicht die Erinnerung.

Was ich an ihm mag: Er übertreibt nicht. Er braucht kein dauerndes Blaulicht, keine pseudocoolen Ermittler, keine Großstadtromantik. Er nimmt den Alltag und dreht ihn so, dass du dich fragst, ob du deinen Nachbarn wirklich kennst – oder ob der nur gut grüßt. Coben kann Paranoia in Küchenlicht.

Und ja, er kann Tempo. Aber nicht dieses hektische „und dann und dann und dann“-Tempo, sondern Druck. Dieser Druck, der entsteht, wenn jemand in einem Gespräch eine halbe Sekunde zu spät antwortet. Wenn ein Detail nicht passt. Wenn ein Foto zu sauber ist. Wenn du merkst: Da hat jemand sein Leben nicht verloren – da hat es jemand ordentlich zusammengefaltet und in eine Schublade gelegt.

Seine Plots sind wie diese billigen Puzzle aus dem Discounter, die man unterschätzt. Erst denkt man: ach komm, krieg ich hin. Und zwei Stunden später sitzt man da, gereizt, fasziniert, und sieht plötzlich, dass ein Teil die ganze Zeit vor der Nase lag. Genau das ist sein Trick: Die Wendungen sind fies, aber nicht unfair. Du bist nicht betrogen – du bist nur kurz daran erinnert worden, dass du als Mensch sehr gern das glaubst, was bequem ist.

Und seine Figuren? Keine Superhelden, eher Leute mit „Ich hab alles im Griff“-Gesicht und „Ich hab gar nichts im Griff“-Innenleben. Die machen Fehler, weil sie Menschen sind. Und das ist der Punkt: Bei Coben ist das Böse nicht immer ein Monster. Manchmal ist es nur jemand, der zu lange geschwiegen hat. Oder jemand, der die Wahrheit „ein bisschen“ angepasst hat, bis sie sich anfühlt wie Wahrheit.

Wenn ich Coben lese, passiert jedes Mal dasselbe: Ich nehme mir vor, nur kurz reinzuschauen. Und dann sitze ich da wie eine erwachsene Person mit Selbstkontrolle von einem Goldfisch und denke: „Okay, noch ein Kapitel.“

Und dann ist es plötzlich 1:37 Uhr, der Tee ist kalt, und ich bin emotional mit einem Plot verheiratet, der mich nicht mal nett fragt.

Harlan Coben ist nicht einfach spannend. Er ist dieses spezielle Spannend, bei dem du dich gleichzeitig unterhalten und leicht persönlich angegriffen fühlst – weil du merkst, wie schnell ein „normales Leben“ kippen kann, wenn jemand an der richtigen Stelle dran zieht.

Und ja: Ich liebe das.

Lieferungen

Dringend benötigte Dinge von Amazon PRIME!

In Deutschland geht das so: bestellt- am nächsten Tag klingelt es!

Belgien: bestellt… zwei Tage später versendet. Benachrichtigung: Ihr Paket wird in den nächsten Tagen bei Ihnen mit Colis Post bei Ihnen eintreffen. Nach 2 weiteren Tagen: Livraison prévue aujourd’hui.

Dann eine WhatsApp von Colis- Post Mann Ali, dessen WhatsApp Bild einen durchtrainierten Mann mit sehr hübscher Frau am Meer zeigt: „Hey schöne Frau, ich fahre heute und morgen nicht mehr zu Dir, weil es schon Donnerstag ist! Komme aber nicht vor Mittwoch in das Dorf!“

???

Freitag feiert er schon Wochenende scheinbar, oder hängt in Spanischer Villa fest- wer weiß.

„Ich bringe es nächste Woche vorbei… Oder soll ich es Montag bei Computerladen hinlegen, da kannst Du es abholen?“

Ich: „Abholen? In 30 Kilometer Entfernung??? Ich habe gar kein Auto !“

Er: „Ok, stimmt! Ich bringen!“

Mittwoch dann, ich sitze hinterm Fenster habe überall Schilder angeklebt : Colis ici! Mit Pfeil zur Haustür …

Er ruft an: „Ola! Hier Ali, ich bringe dein Paket in Kiste auf deine Haus- Du warst nicht da! Bitte bewerte mich, ich bringe immer Dein Colis! ❤️“

No comment.

Danke Ali – aber das üben wir noch !

Tatsächlich er hat das Paket in die Kiste für unsere vollen Müllsäcke gelegt. Eine Woche nach Bestellung.

Ehrlich gesagt traue ich mich nicht mich zu beschweren, denn das habe ich einmal gemacht und prompt gesagt bekommen: „Madame, wenn sie hierher kommen für Beschwerde (ich war auf der Post) können sie hier nebenan doch gleich ihre Sachen kaufen !“

Belgische Logik zum Erhalt lokaler Einkaufsmöglichkeiten. Naja, es funktioniert.

Was wirklich funktioniert sind Behördenbriefe und Sachen von bol.be das ist das belgische Amazon und kommt gefühlt in Lichtgeschwindigkeit aus Antwerpen angeflitzt… das muss man erst einmal wissen!

Der Gips- Teil 2

Ich sitze im Bett, weil schon das kleinste Bewegen meines Gipsbeins zuverlässig zur schmerzhaften Grundsatzdiskussion führt. Also bleibe ich liegen. Aus reiner Vernunft – und weil Tramal allein keinen Heldenroman schreibt.

Nebenbei arbeite ich konsequent an der Beziehungspflege: Ich ärgere meinen Freund. Die Haustiere sind hingegen begeistert. Endlich bin ich einmal dauerhaft verfügbar, um Köpfe zu kraulen, ohne zwischendurch auf die Idee zu kommen, aufzustehen.

Zur Ablenkung laufen Thriller. Das ist fast stimmig: Im Fernseher wird gejagt, ermittelt und gerettet – und ich kämpfe derweil mit der gefährlichsten Gegnerin der Saison: der eigenen Position im Bett.

Wusstet ihr, dass es eine Inspektor Lynley- Serie gibt?

Trotz allem wandern die Gedanken schon zum nächsten Buch. Offenbar ist das mein inneres Parallelprogramm. „Das Sandalenbuch“ ist dabei erst der Anfang: der Startpunkt einer Reihe Mitohnesahne-Lifehacks – alltagstauglich, klar, ohne Predigtton. Achtsam, ja. Nett nur, wenn’s sich lohnt.

Ein kleiner Dämpfer aus dem Haushalt: Meine Tochter fand es nach Kapitel 2 zeitweise langweilig und erst ab Kapitel 4 wieder richtig interessant. Ich nehme das als ehrliches Lektorat. Kapitel 2 ist Fundament – ab 4 wird es spürbar schärfer, konkreter, besser.

Wer also ein Buch möchte, das nicht einlullt, sondern im entscheidenden Moment zwischen Reiz und Reaktion wieder Handlungsfähigkeit zurückgibt: Das Sandalenbuch. Es ist eine Art Kurs. Ab Kapitel 4 gern mit diesem Blick, der sagt: „Siehste.“

Wenn aus Schreiben ein Familienprojekt wird

Es gibt Momente, in denen ich mich frage: Warum mache ich das eigentlich? Warum setze ich mich Abend für Abend hin und hoffe, dass irgendwo da draußen jemand genau diese Geschichte lesen möchte?

Die Antwort sitzt meist am Küchentisch. Oder tippt hektisch auf dem Handy herum, weil der Führerschein sich schließlich nicht von alleine bezahlt.

Wenn die Familie zur Redaktion wird

Was als mein persönliches Projekt begann, ist längst eine Familienangelegenheit. Meine Tochter, die ich nur um eine “schnelle Meinung” bat, ist zur gnadenlosen Chefredakteurin mutiert. “Mama, das ergibt keinen Sinn”, “Diese Szene zieht sich” – ihre Kommentare sind präzise, manchmal schmerzhaft ehrlich, aber immer treffend. Und die Bilder, die sie beisteuert, hauchen den Geschichten visuell Leben ein.

Dann mein Sohn: offiziell Leiter der “Marketing-Abteilung”, inoffiziell ein junger Mann mit einem sehr konkreten Ziel – der Führerschein. Seine Motivation ist kristallklar. Social Media, von dem ich kaum etwas verstehe, ist sein Terrain. Er entwickelt Strategien, experimentiert mit Hashtags und erklärt mir geduldig, warum ein Reel besser funktioniert als ein Post.

Wenn alles anders kommt

Die Wahrheit ist: Ich verdiene kaum etwas mit dem Schreiben. Die Verkaufszahlen sind mager. Die Lesungen für Februar? Abgesagt. Die Vorträge? Verschoben. Und dann auch noch der Beinbruch. Ausgerechnet jetzt.

Mein Sohn schaut mich an: “Mama, wegen dem fehlenden Absatz wird das mit dem Führerschein wohl nichts, oder?” Und ich sitze hier, mit dem Gipsbein hochgelagert, und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Was wirklich zählt

Trotzdem: Die schönsten Momente entstehen nicht, wenn eine Bestellung reinkommt. Sie entstehen, wenn meine Tochter neben mir sitzt und Korrektur liest. Wenn mein Sohn seine Kampagnenideen präsentiert, als wären wir ein millionenschweres Unternehmen, auch wenn wir pro Buch nur 4 Euro verdienen… Werbung noch dazu.

Das Schreiben hat uns zusammengebracht. Auch in schwierigen Zeiten. Vielleicht gerade dann.

Falls ihr also gerade ein gutes Buch sucht… nur so als Idee. Ein Führerschein kostet eine Menge Geld, ein Beinbruch leider auch Zeit und Nerven, und mein Marketing-Chef und ich würden uns wirklich sehr freuen.


Manchmal sind es die kleinen Familienprojekte, die uns durchhalten lassen – auch wenn’s gerade nicht leicht ist.

Traumjob zu vergeben: Haushaltsfee mit Masochismus-Tendenz gesucht

Stellenanzeige der besonderen Art – oder: Wie man mit Gipsbein die totale Kontrolle verliert

Ihr Lieben, heute präsentiere ich euch eine einmalige Karrierechance. Ich suche nämlich – Trommelwirbel bitte – ein Mädchen für Alles. Ja, wie zu Großmutters Zeiten, nur dass Großmutter vermutlich wenigstens ein funktionierendes Haushaltsgeld hatte.

Die Ausgangslage (oder: Wenn Murphy’s Law persönlich wird)

Stellt euch vor: Ich liege hier dekorativ im Bett, ausgestattet mit einem frisch gegossenen Gipsbein. Old School natürlich, so richtig schwer und unpraktisch. Quasi wie eine moderne Skulptur, nur dass ich die unfreiwillige Künstlerin bin.

Der Haushalt läuft selbstverständlich weiter – nur ohne mich. Die Wäscheberge wachsen, der Kühlschrank leert sich, und irgendwo müffelt es verdächtig. Vermutlich der Biomüll. Oder meine Motivation.

Das Anforderungsprofil (oder: Gesucht wird Mary Poppins ohne Gehalt)

Die perfekte Kandidatin bringt mit:

Kochkünste: Idealerweise kannst du aus drei welken Karotten und einer Packung Nudeln ein Drei-Gänge-Menü zaubern. Sternekoch-Niveau wäre nett, Hauptsache essbar reicht aber auch.

Wäsche-Management: Du siehst einen Wäscheberg und denkst nicht an Flucht, sondern an Herausforderung.

Putz-Enthusiasmus: Chaos macht dir nichts aus. Im Gegenteil – du liebst es, Ordnung in hoffnungslose Fälle zu bringen.

Geduld: Mit gipsgebundenen, leicht gereizten Auftraggeberinnen, die vom Bett aus “hilfreiche” Tipps geben.

Das unschlagbare Gehaltspaket (oder: Luftschlösser sind auch eine Währung)

Kommen wir zum Highlight: der Vergütung!

Mein Dienstwagen befindet sich leider… ach, Moment. Ich habe gar keinen. Öffentliche Verkehrsmittel sind doch auch charmant, nicht wahr? Frische Luft! Bewegung! Abenteuer!

Bezüglich des Gehalts: Der eigentlich zuständige Sponsor (aka “der Ex”, “Herr Verschwunden”, oder wie ich ihn liebevoll nenne: “der Schlappschwanz”) hat beschlossen, dass Kommunikation und finanzielle Verpflichtungen überbewertet sind. Nummer gewechselt. Unerreichbar. Ghosting auf Profi-Niveau.

Aber ich biete: Unendliche Dankbarkeit! Gute Gespräche! Das warme Gefühl, jemandem wirklich geholfen zu haben! Das ist doch besser als schnödes Geld, oder?

Jetzt bewerben!

Also, wer hat Lust auf dieses einzigartige Abenteuer? Wer möchte mal so richtig gebraucht werden? Wer sagt schon nein zu unbezahlter Care-Arbeit mit Aussicht auf… äh… Erfüllung?

Ich warte hier. Im Bett. Bewegungsunfähig. Ohne Auto. Ohne zahlungswilligen Ex. Aber mit einer ordentlichen Portion Galgenhumor.

P.S.: Falls jemand meinen Ex findet – er ist vermutlich gerade dabei, “sich selbst zu finden”. Vielleicht findet er dabei ja auch sein Portemonnaie.


Bleibt beweglich, Leute – körperlich UND finanziell!

War übrigens mit dem Hund rennen. Glatteis ist ein ziemlicher Mist. Dem Hund geht’s aber gut.

Freie Menschen in einem freien Land

2026 : Die Liste des großen Verzichts

Glutenfrei
Laktosefrei
Zuckerfrei
Fleischfrei
Vegan
Alkoholfrei
Koffeinfrei
Nikotinfrei
Plastikfrei
Autofrei
Dieselfrei
Benzinfrei
Führerscheinfrei
Flugfrei
Smartphonefrei
Bildschirmfrei
Social-Media-frei
Genderfrei
Labelfrei
Milchfrei
Eifrei
Nussfrei
Sojafrei
Histaminfrei
FODMAPs-frei
Palmölfrei
Pestizidfrei
GMO-frei
Konventionsfrei
Verpackungsfrei
Papierfrei
Bargeldlos (aber auch bankenfrei)
Konsumfrei
Besitzfrei
Wohnungsfrei (Tiny House zählt nicht)
Kinderfrei
Beziehungsfrei
Monogamiefrei
Hierarchiefrei
Cheffrei
Bürofrei
Steuerfrei (wird angestrebt)
Impfstoff-… naja, lassen wir das
Masken-diskussionsfrei bitte
Meinungsfrei (außer zur eigenen Meinung)
Kritikfrei (die an mir)
Schuldfrei
Schamfrei
Filterfrei
Kompromissfrei

Noch Fragen? Ich würde sagen, dass viele Leute sehr sinnfrei sind- im Land der Freien !

Drew Morrik Skott- oder eine Buchreihe, wie eine Netflix Story

Jaaaa, es ist ein Buch für homosexuelle Leser*innen – und trotzdem (oder genau deshalb?) finde ich es richtig gut.

Weil gute Geschichten eben nicht fragen, wer sie liest, sondern nur, ob sie einen packen: Spannung, Nähe, Druck, dieses „nur noch ein Kapitel“-Gefühl. Und jetzt ist es auch nicht mehr nur Manuskript plus Cover-Screenshot, sondern ein echtes Buch, das man in der Hand hat. Das macht nochmal einen ganz anderen Stolz.

Für mich ist das ganz klar: perfekt für Januar, am besten mit heißem Wasser, Ruhe und Badewannenmodus.

Drew M. Morrik Skott sollte man auf dem Schirm haben – auch, wenn man selbst nicht zur „Zielgruppe“ gehört.

Band 1: After Black Ice

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Band 2: Behind Black Ice

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Das Sandalenbuch- Achtsam aber nicht nett

Das Mitohnesahne- Lifehack- Buch

Es gibt Momente, da ist nicht das Thema das Problem – sondern das Tempo. Ein Satz, eine Nachricht, ein Blick, und plötzlich läuft der Autopilot: erklären, retten, nett sein, kontern, grübeln. Genau für diese winzigen, entscheidenden Sekunden habe ich dieses Buch geschrieben.

Es ist kein „alles wird gut“-Ratgeber und auch kein Wohlfühl-Programm. Es ist eher ein klarer Ablauf, den man im echten Leben nutzen kann, wenn’s eng wird: kurz stoppen, kurz Abstand gewinnen, dann sauber handeln – ohne sich selbst dabei zu verlieren. Praktisch, nüchtern, mit trockenem Humor an den Stellen, wo man sonst nur die Zähne zusammenbeißt.

Wofür das hilft? Für Situationen, in denen Ihr später denkt: Warum habe ich so reagiert? Für Grenzen, die man setzen will, ohne Drama. Für Stress, der einen schneller macht. Für Chats, Gespräche, Alltag – und alles, was harmlos aussieht, aber innen anknipst.

Wenn Ihr ein Buch sucht, das nicht belehrt, sondern Euch wieder ans Steuer bringt, dann findet Ihr es hier:
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Lächeln und Winken: Das Lieblingsprogramm der Ahnungslosen

Oder: Warum symbolische Solidarität unsere Gesellschaft in den Ruin treibt

Kennen Sie das? Da stehen Bauern mit ihren Traktoren auf der Straße, protestieren gegen Mercosur, und plötzlich sind alle solidarisch. Instagram-Stories mit grünen Herzen. „Ich stehe an eurer Seite!” Hashtags ohne Ende. Nur eine winzige Kleinigkeit fehlt: Das Verstehen, worum es eigentlich geht.

Willkommen in der Ära des professionellen Lächelns und Winkens – jener glorreichen Disziplin, in der man maximale Empörung mit minimalem Wissen kombiniert. Ein Programm, das wie geschaffen ist für Flachzangen und Hochstapler. Und nebenbei – ganz beiläufig – unsere Gesellschaft und Wirtschaft demontiert.

Die Kunst des qualifizierten Nichtwissens

Mercosur? Klar, irgendwas mit Handel und Südamerika. Schlecht für unsere Bauern, hat man gehört. Reicht doch, oder?

Falsch. Gewaltig falsch.

Denn während unsere landwirtschaftlichen Betriebe unter strengsten Umweltauflagen, Tierschutzstandards und bürokratischen Hürden produzieren – und nebenbei auch noch faire Löhne zahlen –, dürfen durch Mercosur Produkte auf unseren Markt, die unter Bedingungen entstanden sind, die wir hier zu Recht verboten haben. Massiver Pestizideinsatz? Check. Regenwald-Rodung? Kein Problem. Arbeitsrechte? Optional.

Aber hey, Hauptsache man hat mal nett gewunken und sich gut gefühlt. Mission Solidarität erfüllt, weiter zum nächsten Trend.

Erst verstehen, dann die Klappe aufmachen

Man kann nur für etwas einstehen, das man auch verstanden hat. Das ist keine Raketenwissenschaft, sondern simpler Anstand. Echte Grenzen setzen bedeutet nicht, irgendwo mitzuwinken, weil es gerade gut aussieht. Es bedeutet, sich die Mühe zu machen, Zusammenhänge zu durchdringen. Es bedeutet, unbequeme Fragen zu stellen. Es bedeutet, auch dann Position zu beziehen, wenn es nicht mehr trendig ist. Und es bedeutet vor allem, den Unterschied zu kennen zwischen echter Solidarität und Instagram-Aktivismus.

Aber das ist anstrengend. Das erfordert Lesen, Nachdenken, vielleicht sogar mal ein Gespräch mit einem echten Landwirt statt nur ein schnelles Selfie vor dessen Traktor.

Das Paradies der Hochstapler

Wissen Sie, wer sich über diese Kultur des oberflächlichen Beifalls am meisten freut? Hochstapler, Populisten und all jene, die von Ahnungslosigkeit profitieren.

Wenn niemand mehr fundiert widerspricht, wenn kritische Auseinandersetzung durch sympathisches Nicken ersetzt wird, dann haben wir ein Problem. Ein massives Problem. Denn dann können politische Entscheidungen durchgewunken werden, die bei genauerer Betrachtung katastrophal sind. Dann haben jene das Sagen, die am lautesten schreien – nicht die, die am besten argumentieren. Dann wird Bauchgefühl wichtiger als Faktenlage, und es gewinnt, wer am besten lächelt – nicht wer am meisten versteht.

Die Bauernproteste gegen Mercosur sind dabei nur ein Symptom. Ein besonders deutliches zwar, aber bei weitem nicht das einzige.

Wenn Solidarität zur hohlen Phrase wird

Echte Solidarität kostet etwas. Sie kostet Zeit, sie kostet Mühe, manchmal kostet sie auch Geld oder Komfort. Sie bedeutet, sich einzuarbeiten, Position zu beziehen und diese auch dann zu halten, wenn der Wind sich dreht.

Lächeln und Winken kostet nichts. Es ist die Discounter-Version von Engagement. Die Light-Variante von Zivilcourage. Der Instant-Kaffee unter den politischen Haltungen.

Und genau deshalb ist es so beliebt.

Aber während wir alle freundlich winken und uns gegenseitig versichern, wie toll wir alle sind, werden draußen echte Existenzen vernichtet. Bauernhöfe, die seit Generationen bestehen, geben auf. Nicht weil sie schlecht wirtschaften, sondern weil sie in einem System konkurrieren müssen, das ihnen mit der einen Hand Standards auferlegt und sie mit der anderen Hand gegen Billigkonkurrenz antreten lässt, die diese Standards ignorieren darf.

Die Rechnung kommt – garantiert

Hier die unbequeme Wahrheit: Eine Gesellschaft, die das fundierte Widersprechen verlernt hat, ist erledigt. Wirtschaftlich, politisch, kulturell.

Wenn wir uns daran gewöhnen, dass oberflächliches Verstehen ausreicht, dann treffen wir schlechte Entscheidungen – persönlich wie politisch. Dann fallen wir auf jeden Scharlatan rein, der halbwegs sympathisch rüberkommt. Dann verlieren wir die Fähigkeit, echte Probleme von gefühlten zu unterscheiden. Und dann geben wir unsere Zukunft in die Hände von Leuten, die gut performen – nicht gut denken.

Was tun? (Spoiler: Mehr als nur winken)

Die Lösung ist so einfach wie unbequem: Hört auf zu winken und fangt an zu verstehen.

Mercosur betrifft Sie? Dann lesen Sie das verdammte Abkommen. Oder zumindest eine fundierte Analyse davon. Sie wollen Bauern unterstützen? Dann kaufen Sie regional. Zahlen Sie faire Preise. Nicht nur wenn es gerade trendet. Sie haben eine Meinung? Großartig. Können Sie sie auch begründen? Ohne Youtube-Videos und Bauchgefühl?

Echtes Einstehen für sich und andere beginnt mit einem klaren Blick auf die Realität. Nicht mit einem Lächeln in die Kamera.


Die Bauern werden nicht durch Mercosur kaputtgemacht. Sie werden durch eine Gesellschaft kaputtgemacht, die zu bequem geworden ist, um noch echte Solidarität von performativer Betroffenheit zu unterscheiden.

Und wenn wir so weitermachen, werden wir bald alle merken: Lächeln und Winken macht nicht satt.

Schreibtischleben

Draußen fällt der Schnee in dichten Flocken, die Straßen sind glatt und die Welt hat sich in ein unwirtliches Grau gehüllt. Drinnen knistert das Feuer im Ofen, und ich sitze hier – im Schlafanzug, die Haare ungekämmt, in einem Schlabberlook, der jeden Dresscode verhöhnt. Seit Tagen. Der Computer wirft sein bläuliches Licht auf mein Gesicht, und ich schreibe.

Es gibt einen Moment, in dem man versteht, warum John Irving einmal sagte, er wolle am Schreibtisch sterben. Nicht aus Morbidität, sondern weil dieser Ort – dieser unscheinbare Platz zwischen Tastatur und Bildschirm – der Ort ist, an dem man am lebendigsten ist. Wo die Welt draußen versinken kann in Schnee und Eis und Unbehagen, während man selbst in anderen Welten wandelt, Sätze formt, Gedanken jagt, die flüchtiger sind als Schneeflocken.

Der Schreibtisch als letzter Zufluchtsort. Als Festung gegen die Kälte. Als das Zentrum des eigenen Universums.

Man verliert das Zeitgefühl. Ist es Tag? Nacht? Mittwoch oder Samstag? Es spielt keine Rolle. Die Dusche wird optional, frische Kleidung eine unnötige Komplikation. Man wird zu einer Kreatur der Gewohnheit: Kaffee, Schreiben, ein hastiger Bissen zu essen, wieder Schreiben. Die Welt schrumpft auf diese wenigen Quadratmeter am Ofen, wo die Wärme des Feuers und die Hitze der eigenen Konzentration verschmelzen.

Und man ist nicht allein in diesem wunderbaren Wahnsinn. Irving hat es getan. Viele andere haben es getan. Tagelang, wochenlang in den eigenen vier Wänden versunken, getrieben von etwas, das größer ist als Bequemlichkeit oder soziale Konventionen. Es ist dieser unstillbare Drang, die Geschichten aus dem Kopf auf die Seite zu bringen, bevor sie verblassen. Bevor der Zauber bricht.

Das Feuer knistert. Ein beruhigendes Geräusch, fast wie ein Herzschlag. Es erinnert daran, dass man lebt, auch wenn man sich wie ein Eremit verhält. Der Schnee draußen isoliert, aber er befreit auch. Niemand erwartet, dass man hinausgeht. Niemand klingelt unangemeldet. Die Welt hat einen eine Auszeit gegeben, und man nimmt sie dankbar an.

Im Schlabberlook vorm Computer zu sitzen ist keine Schande – es ist ein Privileg. Es ist die pure, ungefilterte Version des Schreibens. Ohne Maske, ohne Fassade. Nur man selbst und die Worte. Und vielleicht, nur vielleicht, versteht man in solchen Momenten, was Irving meinte. Nicht dass man sterben will – sondern dass man genau hier, an diesem Ort, wo die Finger über die Tasten tanzen und das Feuer im Ofen brennt, vollkommen und ganz man selbst ist.

Wenn der Schnee schmilzt und die Welt wieder hereinbricht, wird man zurückkehren müssen. Sich duschen, anständig kleiden, unter Menschen gehen. Aber bis dahin: noch eine Tasse Kaffee, noch ein Kapitel, noch eine Nacht am erleuchteten Bildschirm.

Der Schreibtisch steht am Ofen. Das Feuer knistert. Und draußen schneit es weiter.

Mein 1. Sandalenbeitrag – heute : Achtsamkeit

Achtsamkeit klingt oft größer, als sie sein muss. Dabei geht es nicht um perfekte Ruhe, stille Räume oder besondere Rituale – sondern um etwas sehr Praktisches: einen Moment früher merken, was gerade passiert. Im Kopf. Im Körper. Im Tonfall. Und dann nicht automatisch in die gleiche Richtung loslaufen wie immer.

Denn genau dort, in dieser kleinen Sekunde zwischen Reiz und Reaktion, liegt der Unterschied. Wer Achtsamkeit übt, wird nicht „immer gelassen“. Aber Ihr könnt schneller erkennen: Jetzt kippt es. Jetzt werde ich hart, jetzt werde ich klein, jetzt werde ich unfreundlich zu mir selbst, jetzt rutsche ich in diesen alten Reflex, der zwar vertraut ist – aber selten hilfreich.

Achtsamkeit bedeutet dann nicht, alles auszuhalten. Sie bedeutet auch nicht, ständig nett zu bleiben. Sie bedeutet: klarer sehen, bevor man handelt. Und manchmal ist das schon genug, um eine Situation nicht eskalieren zu lassen – oder sich hinterher nicht zu fragen, warum man wieder genau so reagiert hat.

Das Schöne ist: Achtsamkeit funktioniert in Mini-Version.

Ein Atemzug, bevor Ihr antwortet.

Ein kurzer Check: Was brauche ich gerade wirklich?

Ein inneres Stoppschild, wenn der Kopf wieder in Dauerschleife läuft.

Ein Satz, der Euch zurückholt: Ich kann später reagieren. Ich muss jetzt nicht.

Es sind diese kleinen Momente, die sich summieren. Nicht spektakulär, nicht „instagrammable“ – aber wirksam. Und oft spürt man es zuerst an ganz einfachen Dingen: weniger inneres Nachbeben, weniger Grübeln, weniger Energieverlust an Stellen, wo er nicht nötig ist.

Achtsamkeit ist am Ende kein Extra. Sie ist eine Form von innerer Ordnung. Und die kann man nicht nur brauchen – man kann sie auch lernen.

Böller

Mein Hund ist ein freundliches, sanftes Wesen. Mit ausgezeichnetem Geruchssinn und schrecksicher, weil Jagdhunde-Gene sein Gemüt prägen. Nur gestern konnte er nicht mehr. Er war vollkommen aufgelöst. Das einzige was blieb war, den Hund ins warme Auto zu packen und mit sanfter Musik auf einen Berg hoch fahren und das ganze Theater von oben anzusehen. Nur er und ich. Er auf meinem Schoß. Alleine.

Werbung- natürlich nicht bezahlte…

Man kennt den Autor Drew M. Morrik-Skott natürlich nicht persönlich – also nicht so, dass man ihm beim Kaffee zufällig den Plot aus der Hand nimmt oder gemeinsam in der Kabine sitzt (Gott bewahre). Aber man merkt es seinen Büchern an: Er schreibt M/M-Literatur mit sichtbarer Vorliebe, und zwar so, dass es nicht nach „wir sind jetzt alle sehr sensibel“ klingt, sondern nach Hockey, Druck, Risiko und echter Anziehung. After Black Ice (Band 1) wirft einen mitten hinein in eine Welt, in der alles nach Leistung aussieht, bis hinter den Kulissen etwas ins Rutschen gerät: Misstrauen, Erpressung, Loyalität – und eine Nähe, die gleichzeitig wärmt und gefährlich wird. Behind Black Ice (Band 2) macht dort nicht nett weiter, sondern konsequent dunkler: mehr Bedrohung, mehr Konsequenzen, mehr Sog – und die Frage, wem man auf dem Eis und außerhalb davon überhaupt noch trauen sollte. Kurz: Wenn man Thriller-Kante plus Heat mag, bekommt man hier genau das Doppelpack, das man „nur mal kurz antesten“ wollte – und dann plötzlich um zwei Uhr morgens beendet hat.

Hier geht’s zu Band1 und Band2

Frohe Weihnachten euch allen!

Hier im Landstrich heißt die Party dazu ganz unromantisch OWM-Party: Original Weihnachtsmarkt Party 😂 – fertig, verstanden, Glühwein her!

Und während in Deutschland mancherorts lieber „Lichtermarkt“ draufsteht oder Adventsmarkt (als wäre „Weihnachten“ ein riskantes Wort 🙈), machen wir’s einfach: Lichter an, Leute da, weihnachtliche Lala dazu- Herz bisschen weicher.

Schöne Feiertage. ✨ gesegnete und besinnliche dazu !

Das belgische Schulsystem

Ich merke erst, wie viel Ruhe ein Schulalltag gewinnen kann, wenn neben Lehrkräften ganz selbstverständlich auch pädagogische Fachkräfte mitlaufen – Menschen, die nicht „nebenbei“ zuständig sind, sondern deren Job genau darin besteht, den Laden im besten Sinn zusammenzuhalten: Präsenz zeigen, Konflikte früh abfangen, Übergänge begleiten, Beziehungen stabilisieren. Hier in Belgien erlebe ich das als spürbaren Unterschied. Meine Kinder sind zwar auf einer Privatschule, aber ich bekomme – auch über Kontakte, Wege, Nachbarschulen und Gespräche – genug Einblicke in staatliche Schulen, um zu sehen: Diese Rolle ist nicht exotisch, sondern ein echtes Standbein.

In der Fédération Wallonie-Bruxelles ist die Funktion der „éducateur/éducatrice“ im Sekundarbereich sogar ausdrücklich definiert: unter Autorität der Schulleitung begleiten und betreuen sie die anvertrauten Schüler, sozialpädagogisch und administrativ – als zusammengehöriges Aufgabenfeld.  Und wenn man sich anschaut, was da konkret drinsteht, wird schnell klar, warum das im Alltag so viel ausmacht: Diese Fachkräfte organisieren und sichern die „Zwischenzeiten“ (Ankommen, Pausen, Mittag, Wechsel zwischen Stunden), achten auf Wohlbefinden und Sicherheit, machen Erst-Mediation, arbeiten an Konfliktprävention, sind Ansprechpartner für Gruppen, halten Kontakt zu Eltern und externen Stellen und sind auch in Themen wie Gewalt- und Mobbingprävention ausdrücklich mitgedacht.  Das ist nicht romantische Pädagogik, sondern schlicht Arbeitsaufteilung: Lehrkräfte können unterrichten, und gleichzeitig ist jemand da, der die sozialen und organisatorischen Reibungsflächen professionell bearbeitet – bevor sie eskalieren oder den Unterricht dauerhaft auffressen.

Was ich daran besonders überzeugend finde: Diese Rolle ist im System verankert, nicht nur von Engagement abhängig. Im genannten Profil taucht sogar die Zusammenarbeit mit Lehrkräften, Schulleitung und CPMS (PMS-Zentren) als notwendige Partnerschaft auf – also genau dieses „nicht gegeneinander, sondern nebeneinander“ der Professionen.  Für Eltern bedeutet das oft: Es gibt mehr als eine Tür, an die man klopfen kann. Und für Kinder bedeutet es: Die Schule hat mehr erwachsene Augen und Ohren – nicht als Kontrolle, sondern als Netz, das früher trägt.

Wenn ich das mit Deutschland vergleiche, sehe ich nicht „gar nichts“ – aber ich sehe häufiger Flickenteppich. Deutschland baut Ganztag aus und führt ab 2026 schrittweise einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ein.  Das ist ein großer Schritt, und in vielen Bundesländern gibt es längst Schulsozialarbeit, OGS-Teams, Horte, Träger, Kooperationen. Auch rechtlich bewegt sich etwas: Mit § 13a SGB VIII ist Schulsozialarbeit als Angebot beschrieben, das jungen Menschen „am Ort Schule“ zur Verfügung stehen soll.  Gleichzeitig bleibt die praktische Ausgestaltung je nach Bundesland, Kommune, Trägerlage und Personalmarkt sehr unterschiedlich – und genau da entsteht aus Elternsicht oft dieses Gefühl von Unübersichtlichkeit: Wer ist zuständig? Wer ist präsent? Wie verbindlich ist die Kooperation? Selbst in fachlichen Berichten zur Ganztagsentwicklung wird die fehlende bzw. uneinheitliche Regelung von Kooperationen als Herausforderung benannt. 

Mein Punkt ist deshalb weniger „Belgien gut, Deutschland schlecht“, sondern: Ich halte es für klug, wenn ein Schulsystem Rollen klar definiert und ausreichend sichtbar im Alltag platziert – gerade dort, wo Kinder nicht still am Tisch sitzen, sondern wo das Leben dazwischen passiert. Das ist kein Luxus und keine „Extra-Betreuung“, sondern eine Infrastruktur, die Unterricht überhaupt erst zuverlässig möglich macht. Und ja: Wenn diese Infrastruktur fehlt oder zu dünn ist, wirkt Schule schnell hektischer, konfliktreicher und für alle Beteiligten anstrengender – Lehrkräfte eingeschlossen.

Vielleicht wäre genau das ein nüchterner Lernimpuls: Nicht immer neue Programme, nicht immer neue Appelle, sondern verlässlichere Teams im Schulhaus, mit klaren Profilen, Zuständigkeiten und Zeitfenstern. In Belgien sehe ich, wie entlastend das sein kann – nicht perfekt, nicht überall gleich, aber als Prinzip stimmig.  Und wenn Deutschland jetzt ohnehin Ganztag ausbauen muss, wäre es aus meiner Sicht die richtige Gelegenheit, diese pädagogischen Rollen nicht nur „mitzudenken“, sondern strukturell so einzubauen, dass sie im Schulalltag wirklich tragen.