An die frische Luft!

Bielefeld heute: leichter Frost, blauer Himmel, strahlender Sonnenschein! Da gibt’s nur eins, zumindest für den arbeitsscheuen Teil der Bevölkerung, zu dem ich mich zähle: raus an die frische Luft!

Welkes Gras, rauh bereift

Die Sonne entwickelte heute erstaunliche Kraft. Morgen rieselt mir wahrscheinlich Vitamin D aus den Ohren.

Sonne, mach mich brutzeln!

So, jetzt wird’s ornithologisch. Während allerlei kleines Getier noch kältestarrend schlummert, treibt es die Vogelwelt bekanntlich auch im Winter um und lässt sich wegen fehlender Belaubung und großen Hungers fein beobachten.

Der Schwan ermüdete gar sehr.         Ihm ward der lange Hals zu schwer.

Schwäne sind den meisten vertraut, im Gegensatz zu Kormoranen, Rallen und Reihern.

Der Kormoran frisst immerzu           und scheißt danach die Landschaft zu.

Nach dem Tauchen hängt er gerne ab und trocknet sein Gefieder.

Like a bat out of hell                   trocknet das Gefieder schnell.

Das Teichhuhn oder Ralle hat mich heute ignoriert, dafür ließ es sich gut ablichten.

Die Rallen nennen sich zwar Huhn,   obwohl sie nicht gut schmecken tun.
Besonders hübsch und fotogen          ist der Graureiher im Steh’n.
Der Silberreiher ist ganz wild   verschossen in sein Spiegelbild.

Stetig rinnt die Zeit


Stetig rinnt die Zeit,
sickert durch die Welt,
findet ihren Weg,
nichts ist, was sie hält.

Ohne Quelle, ohne Mündung fließt der stete Strom der Zeit
in das weite Land der Zukunft, Richtung Ewigkeit.

Sie füllt Täler, ebnet Berge,
dringt durch jeden Stein,
schlägt den Takt des Lebens
ordnet unser Sein.

Wie im Flug vergeht die Zeit, grad wenn dein Herz vor Freude lacht.
Doch sie stockt, bist du verzweifelt in der fins’tren Nacht.

Dein Schatten

Dein Schatten wandelt an der Wand. 
Ich greife ihn mit meiner Hand,
doch er entweicht, ist nicht zu fassen.
Er lacht mich aus. Ich muss ihn lassen.

Ich folge ihm und seinen Worten
zu fremden und geheimen Orten.
Dein Schatten tanzt im hellen Licht.
Doch nachts, im Dunkeln, tanzt er nicht.

Dein Schatten wird mich zu dir führen.
Dich will ich fühlen, dich berühren,
mit dir verschmelzen, mit dir reifen.
Dein ganzes Sein will ich begreifen.

Es knackt

Es knackt mein Knie beim Dauerlauf. 
Es knackt das Eichhorn Nüsse auf.
Es knackt das Eis, auf dem ich flitze.
Es knackt der Ast, auf dem ich sitze.

Es knackt der Sportler den Rekord
Es knackt der Motorblock beim Ford.
Es knackt Kaminholz in der Glut.
Es knackt halt, was so knacken tut.

Wenn

Wenn ich dich umarme, umarme ich 
deine Seele, nicht deinen Körper.
Wenn ich dich streichle, streichle ich
deine Seele, nicht deine Brüste. 
Wenn ich dich küsse, küsse ich
deine Seele, nicht deinen Mund.
Doch wenn ich dich begehre,
dann alles zugleich.

Nackter Gedanke

Ein nackter Gedanke 
in der Stille
in der Dunkelheit
in der Kälte
schneidend
klirrend
zart

Die Eule und der Rabe
lassen ihn passieren
seines Zieles bewusst

Ein nackter Gedanke
rastlos
eilt schneller
als das Licht
und umkreist
zugleich
sich selbst

Das Ziel und der Gedanke
sind einander
sich gewiß