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Abschied

…so viele habe ich hier schon verabschiedet – nun ist es Zeit auch dich gehen zu lassen…

Hier warst du der Professor, aber für mich warst du immer schlicht Kater. Und tatsächlich hast du auf diesen Namen gehört, wenn ich dich gerufen habe. 10 Jahre hast du mich begleitet, seit ich dich damals aus dem Tierheim in Bremen geholt habe. Du warst ein Fundtier und so wusste niemand wie alt du bist, wo du eigentlich herkommst, was deine Geschichte ist. Und so haben wir unsere eigene Geschichte geschrieben… eine Geschichte von Verbundenheit und Vertrauen…

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Ich bin dankbar für die vielen Jahre, in denen du an meiner Seite warst.

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Nachdem ich gefrustet feststellen musste, dass es momentan und seit Wochen so gar nichts Sinnvolles am Vermietungsmarkt zu haben war, dachte ich ernsthaft darüber nach, mir die – oh Wunder – wieder zur Vermietung frei gewordene Bauernhofkachelofenhütte anzusehen.  Und da es ja mittlerweile üblich ist, als Mietinteressent eine Bescheinigung vom aktuellen Vermieter vorzulegen, dass man Willens und in der Lage ist/war seine Miete pünktlich zu bezahlen, stiefelte ich also den Hof hinauf, um meinen Vermieter um eben so eine Bescheinigung zu bitten.

So fand ich mich letztlich im Esszimmer meiner Vermieter wieder und bei einem Glas Mineralwasser haben wir nochmals gesprochen. Nunmehr die Vermietersleut einiges klargestellt haben. Und das Ende vom Lied ist, dass ich das Rabenhaus nicht fluchtartig verlassen muss. Ich darf noch bleiben…nicht für ewig, aber das wollte ich ja auch gar nicht. Somit habe ich erst einmal aufgeatmet und dann meine Suche nach einer neuen Bleibe abgebrochen.

Nunmehr gilt es hier wieder Ordnung in das Chaos zu bringen. Somit können die Werkstattutensilien vom Kleinen Schwarzen hier bleiben, bis sie sich entscheidet, was sie damit machen möchte. Und Rabea Rabenhaus räumt dann mal wieder um. Das wiederum sicher noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird, da neben Selbständigkeit, Job und Garten bleibt zuweilen nicht soooo viel Zeit, um sich dem Chaos hier zu widmen.

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„Also, wenn ich ehrlich bin, sehr verehrter Herr Vermieter, also ihre angebotene Hütte entspricht dann doch nicht so ganz meinen Vorstellungen. Ja, das tut mir auch sehr leid. Ehrlich. Naja, wie soll ich das sagen… ist halt nicht ganz so mein Traumhaus. Ja, leider … hm … hm …ja … aber sagen sie bitte, können sie mir evtl. die Kontaktdaten vom Vermieter des Hauses gegenüber geben…?“

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Nun, auch an diesem WE hat sich wohntechnisch nichts wirklich Brauchbares ergeben – zumindest nicht in der näheren Umgebung. Nicht ganz 100 km weiter nordwestlich würde es eine Hütte mit erstaunlich attraktiver B-Note geben. Sehr viel weiter nördlich würde auch nicht funktionieren, da man dann unmittelbar in der Elbe landet. Geschätzt fehlen dafür nur noch bummelige 1500 Meter. Wobei die Elbe hier schon fast in die Nordsee mündet. Aber egal.

Dazugelernt habe ich in diesem Zusammenhang, dass ich vom Rabenhaus nur um und bei 12 km weiter südwestlich fahren müsste, um zum Ursprung des Flüsschens Oste zu gelangen. Dort könnte ich den Plünnenkreuzer vom Bruderherz zu Wasser lassen, um dann in Schlangenlinie ca. 150 km gen Norden zu paddeln. Dann, kurz bevor die Oste in die Elbe mündet, den Kahn aus dem Wasser hieven, zusammenfalten und diesen dann ca. 4 km gen Osten schleppen. Und schon wäre ich da. Also bei der o.g. preislich wirklich und erstaunlich günstigen Hütte. Diese vor allem dadurch besticht, dass es kein Billiglaminat und keine wie auch immer geartete Feuerstelle gibt. Es ist einfach nur ein relativ landestypischer Rotklinkerbau auf einem Stücken Grün. Und genau hier fangen die Wenn + Aber an: das Stücken Grün umfasst einige tausend Quadratmeter. Ja, hier im Norden, vor allem da, wo der Norden so richtig platt ist, da sind die Grundstücke zuweilen nicht nur groß sondern riesig. In diesem Fall das Stücken Grün eine Wiese ist, oder auch Rasen – ich bin da nicht so qualifiziert, um darüber ein sinnvolles Urteil abzugeben. Wäre und ist ja auch egal. Wiese oder Rasen – wächst alles der Sonne entgegen. Ergo müsste ich mir einen Rasenmähertrecker anschaffen…oder Schafe…

Nun, da das Grün nicht über eine entsprechende Umrandung in Form eines Zaunes oder so etwas in der Art verfügt, müsste ich irgendwie dafür sorgen, dass mir die Viecher nicht abhauen. Na gut, ich könnte sie an langen Leinen anpflocken. Jedoch gäbe das womöglich ein Riesengetüddel, wenn die Wolldinger umeinander laufen. Ferner ist es nicht erlaubt, einen Hund im Haus zu halten. Und wenn ich auf so etwas wie einen Wachhund Wert legen wollte, dann müsste ich mir auch noch ein paar Gänse anschaffen. Die wiederum ebenfalls daran gehindert werden müssten, dass sie mir nicht abhauen und dem hunderte von Metern entfernten Nachbarn als Weihnachtsschmaus dienen… Was? Ob es für die Tiere Ställe auf dem Grundstück gibt? Öhm, ich glaube nicht^^

In diesem Sinne: weitersuchen!

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10 Tage später und keinen Deut weiter. Will heißen: Nach wie vor gibt es nichts Brauchbares an bezahlbarem Wohn- und Arbeitsraum für Rabea Rabenhaus. Und so langsam macht sich dann doch so richtig Frust breit. Und um auf den gängigen Immobilienportalen oder wahlweise auch bei den Kleinanzeigen so gar nichts angesehen zu haben, klickt sich Rabea Rabenhaus gelegentlich und frustriert durch die unerschwinglichen Offerten.

Und ja, auch bei den Angeboten die in der B-Note, sprich Nettokaltmiete, so richtig zur Sache gehen, sind hässliche Wand- und Deckenverkleidungen und Blödlaminat gang und gäbe. Wobei mittlerweile noch eine Steigerung hinzugekommen ist: Vertäfelungen die irgendwie an Billiglaminat erinnern. Also so kunststoffbeschichtete Blödteile mit Fake-Holzmaserung an Wänden und oder Decken. Muss das echt sein?

Ganz schlimm sind auch die Hütten aus den 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhundert. Insbesondere, wenn diese dann auch noch möbliert oder teilmöbliert verschachert werden. Wobei die Möbel wahrscheinlich vor Jahrzehnten beim ersten Einzug ins Eigenheim angeschafft wurden. Äh!

Und besonders ist mir aufgefallen, dass offensichtlich fast jede Hütte, egal welchen Alters und zu welchem Preis offensichtlich mit einer wie auch immer gearteten Feuerstelle ausgestattet wurde. Hier und da habe ich mich ja schon über derlei ausgelassen. 14 Jahre später, in Zeiten – so dachte ich wenigstens – mit einem sensibleren Umgang mit Ressourcen, erstaunt es mich doch sehr, dass Menschen noch immer eine Freude daran haben, ein Feuerchen im heimischen Wohnzimmer zu entzünden. Ja, ich weiß, dass mir jetzt nicht wenige Schwedenofenbesitzer gern mal einen mit ´nem Holzscheit überziehen möchten. Da wir uns jedoch hier im Rabenhaus befinden, darf ich hier unbeschadet meine Meinung kund tun.

Und mal ehrlich, da stehen Herr und Frau Buche irgendwo im Wald…trotzen viele Jahrzehnte Wind und Wetter und produzieren eine nicht unerhebliche Menge an Sauerstoff…einfach so, weil sie es können. Und dann kommt  da so ein Schrat vorbei, holt seine Kettensäge oder was auch immer raus und fällt Herrn und Frau Buche. Dabei hätten die noch gut und gerne 150 oder 200 Jahre länger ausgehalten… Aber nein. Weil es Max & Mary Mustermann an einem x-beliebigen Sonntag Nachmittag gern heimelig in ihrer mit Wandpanelen zugekleisterten Hütte hätten, ging es den Bäumen an den Kragen. Und was in Jahrzehnten gewachsen ist verbrennt in Stunden zu Asche… Aber die Mustermanns haben ein reines Gewissen, schließlich fahren sie ja schon seit geraumer Zeit mit einem E-Mobil….

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