„Kleine Gefährten“ – Zeichnung © RosieGeisler

Der Schnee knirscht unter meinen Stiefeln, mein Atem steigt in weißen Wolken in die Luft, ist kurz sichtbar und dann fort. Über allem breitet sich ein weiter Himmel, ein ausgewaschenes helles Blau.

Ich stehe irgendwo im ABISKO-Nationalpark, weit nördlich des Polarkreises. Die Landschaft wirkt nicht unberührt, sondern unbeirrt. Berge liegen schwer am Horizont, Fels tritt stellenweise durch den Schnee, als Erinnerung an etwas Dauerhaftes. Gefrorene Seen halten das Licht fest. Nichts bewegt sich unnötig. Alles ist da, weil es hierhergehört.

Zwischen Schnee und Himmel stehen still ein kleines Mädchen in der traditionellen Tracht der Sámi und ruhig daneben ihr sanfter Gefährte. Sie wirken nicht verloren und auch nicht klein. Sie sind Teil dieses Raums, so selbstverständlich wie der Schnee unter ihren Füßen.  Beide scheinen dieser Landschaft nicht ausgesetzt zu sein, sondern in ihr verankert. Nein, sie sind keine Besucher. Sie gehören hierher.

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Die Galerie des Kunstvereins lädt ein zu einem vielstimmigen Dialog aus Malerei, Grafik und Fotografie

Am gestrigen Nachmittag war es wieder soweit: unser Kunstverein eröffnete seine diesjährige Adventsausstellung „Wenn das Jahr leiser wird – Augenblicke im Advent“.
Die Vorbereitungen hatten sich gelohnt, denn die Vernissage war geprägt von einer warmen, beinahe feierlichen Atmosphäre, in der die Besucherinnen und Besucher nicht nur die Werke betrachten, sondern auch mit den anwesenden Künstlerinnen und Künstlern in unmittelbaren Austausch treten konnten.
Dieser lebendige Dialog verlieh dem Nachmittag  seinen ganz eigenen Zauber: Kunst wurde nicht nur gezeigt, sondern gemeinsam gedacht, befragt, diskutiert und erlebt.
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Kunst, Kunst, Kunst! Der Organisator Utz Benkel begrüßt die Besucher zu der vierten Auflage  unserer Ausstellung „ROT“

Bis zum 11. Juli 2025 sind die Türen der „Egon-Erwin-Kisch-Bibliothek“ in Berlin-Lichtenberg für die vierte Auflage unserer vielbeachteten Ausstellung „ROT“ noch geöffnet.
Der Lesesaal der Bibliothek bietet hier eine Plattform für 14 Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen Generationen, die gemeinsam die facettenreiche Welt der Farbe Rot erkunden – eine Farbe, die weit mehr ist als ein bloßes Spektrum im Farbkreis.
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Einladung: Kunst, Musik und eine kleine Reise – Das „Kunstfenster“ in Wermelskirchen öffnet seine Türen!

Wer sagt eigentlich, dass Kunst nur in Museen oder Galerien zu finden ist?
In meinem kleinen Heimatstädtchen beweist das „Kunstfenster“ der „Bergischen Apotheke“ in der Fußgängerzone seit zwei Jahren das Gegenteil. Monatlich öffnet sich hier eine imaginäre Tür zu einer wechselnden Ausstellung – ein lebendiges Schaufenster, das Passanten die Chance bietet, zeitgenössische Kunst direkt im öffentlichen Raum zu entdecken.
Ulla Buhlmann, Inhaberin der Apotheke, initiiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Wermelskirchen dieses Projekt, um lokale Künstlerinnen und Künstler ins Rampenlicht zu rücken.
Und das Beste daran? Es ist so vielfältig wie das Leben selbst: Jeder Monat zeigt ein neues Werk, bringt eine faszinierende Perspektive, zeigt einen einzigartigen Stil und erzählt eine spannende Geschichte.
Und jetzt kommt’s: Im Juni 2025 bin ich an der Reihe! Mein Werk trägt den Titel „El Cuarto De Tula“ („Das Zimmer von Tula“) und zeigt mit Acryl auf Leinwand gemalt zwei Musiker, die so lebendig wirken, als seien sie direkt dem „Buena Vista Social Club“ entsprungen.
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Ein Schmied ist ein moderner Künstler, der mit Feuer und Hammer aus rohem Metall beeindruckende Skulpturen, individuelle Designs und funktionale Kunstwerke erschafft

Der Schmiedekotten in meiner Nachbarschaft, ein ehrwürdiges Relikt aus dem Jahr 1574 (!), thront stolz am rauschenden Flussufer.
Das alte Backsteingebäude atmet noch immer den Geist der Geschichte – doch wer nun denkt, hier sei ein Museum der Stille und Erinnerung, irrt gewaltig.
Denn dieses alte Gemäuer pulsiert im Takt eines aktiven Handwerksbetriebs, in dem die Tradition bewahrt und zugleich das Heute gestaltet wird.
Ein Ort, an dem Vergangenheit und Gegenwart sich die Hand geben – unverstellt, unvergessen.

„Lass uns reingehen,“ sage ich zu der D., denn wir wissen: Hier, an diesem besonderen Ort entstehen nicht nur Werkzeuge, Treppen, Klinken und Geländer, sondern hier werden auch außergewöhnliche Kunstwerke und Skulpturen geschaffen – wahre Meisterwerke aus Eisen, Edelstahl, Vierkantrohren und Fundstücken, die Geschichten erzählen und viel mehr sind als nur hübsche Gegenstände.
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Willkommen zu unserer zweiten Auflage „Eine Ausstellung sieht Rot“

In der „Galerie ORANGE“, einem kreativen Treffpunkt in Berlin – Pankow, wird noch bis zum 02. Mai 2025 die zweite Auflage unserer Ausstellung „ROT“ zu sehen sein.
Wir, das sind 14 Künstler und Künstlerinnen aus unterschiedlichen Generationen, die ihre Werke im gemeinsamen Kontext präsentieren und dabei die Farbe Rot in ihrer ganzen Komplexität beleuchten.
Hier vermischen sich Realität, Traum, Pop- und Kunstwelt nicht nur in einer visuellen Darbietung, sondern als eine Einladung an die Besucher, tief in die emotionalen Strömungen einzutauchen, die mit dieser kraftvollen Farbe verbunden sind.
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Historische Fachwerkhäuser, enge Gassen und liebevolle Details – Tradition und Geschichte im Neanderland ( Zeichnung und Foto © R.Geisler)

Die D., die kennt sich hier aus. Denn hier, in diesem kleinen, ruhigen Ort im Neanderland hat sie einmal gelebt. Vor vielen Jahren, nein, schon vor Jahrzehnten war das.
Hier gibt es kleine, alte Häuser, weißgetüncht und mit dunklem Fachwerk, schmale Gassen wie in Italien, eine imposante, mittelalterliche Kirche, drumherum Kastanien. Gen Süden sieht man übers verwunschene Tal hinüber zum Berg und in Richtung Westen geht abends die Sonne unter, dort hinten, wo irgendwo der Rhein durch das Land strömt.
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„Heaven Stood Still“ – Aquarellierte Zeichung und Foto © R. Geisler

„Heaven Stood Still“ ist angelehnt an einen Song von Willy DeVille (R.I.P.) aus dem Jahre 1979, in dem eine tiefgreifende emotionale Botschaft vermittelt wird und der zur Reflexion über das Leben selbst einlädt.
Auf dieser aquarellierten Zeichnung portraitiere ich einen erfahrenen Musiker, der zusammen mit zwei weiteren älteren Herren auf einer kleinen Bühne das Publikum sogleich mit dem ersten Song in den Bann zog. Sein Gesicht strahlte Weisheit und Lebenserfahrung aus und es schien ihm ein Leichtes zu sein, das Publikum in seinen speziellen, fast schon hypnotischen Klangkosmos mitzunehmen.
Hierbei verlieh ihm der gepflegte weiße Bart, dazu der elegante Hut, die runde Goldbrille und stilvolle Krawatte, eine Aura von zeitloser Eleganz und Charakter.
In Seitenansicht dargestellt, scheint er in einem Moment der Melancholie und Entrücktheit tief in seiner eigenen musikalischen Welt versunken zu sein.
Passend dazu suchte ich eine harmonische Farbpalette aus warmem Terrakotta, Braun, Ocker und dunklem Rot aus, um eine einladende, erdige Atmosphäre, die an die tiefen, resonanten Töne des Kontrabasses erinnert, zu schaffen. (mehr …)

Winter ohne Schnee – Foto©Roswitha Geisler

In meinem gemütlichen Heimatstädtchen, wo der Winter sich leise angeschlichen hat, bleibt der Schnee aus. Die Landschaft ist nicht in eine weiße Decke gehüllt, sondern zeigt sich in einem schlichten, erdigen Grau. Doch gerade in dieser Abwesenheit des Schnees entfaltet sich eine andere Art von Schönheit – eine subtile Komplexität, die oft übersehen wird.
Ich gehe durch die schmalen Straßen, die gesäumt sind von Herrnhuter Sternen, die wie rote und gelbe Lichtinseln in der Dunkelheit warm leuchten. Sie schimmern mit einer Beständigkeit, die Trost spendet – ein Licht in der Kälte, das uns daran erinnern soll, dass wir nicht allein sind. Es gibt etwas Beruhigendes in ihrem stillen Glanz, als ob sie uns Geschichten erzählen könnten von all den Wintern, die vergangen sind und all den Menschen, die hier gelebt haben.
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Eines der Wahrzeichen Trondheims : Die im Jahre 1681 erbaute „Gamle Bybro“, die früher als bewachtes Stadttor diente – Zeichnung und Foto © Roswitha Geisler

Mein erstes Ziel in Trondheim ist das „Glücksportal“, das malerische rote Eingangstor der geschichtsträchtigen alten Stadtbrücke „Gamle Bybro“, die über den Fluß Nidelva in den östlichen Teil der Stadt führt.
Ich habe nämlich gelesen, dass es jedem Glück bringen soll, der langsam und offenen Sinnes hindurchgeht. Klar, dass ich neugierig bin, denn vielleicht stimmt das ja sogar – könnte doch sein. Warum auch nicht? Also beschließe ich, es auszuprobieren, gehe hindurch, schließe die Augen und wünsche mir was.
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