Zwischen hier und jetzt sitzen sie verborgen im Schatten ihrer selbst. Fast unkenntlich als das was sie sein könnten.
Ich werfe die Angel aus. Sie getarnt inmitten von Fiktion gehüllt in Bedenken lassen sie ins Leere schwingen.
Ich tauche nach ihnen. Spüre sie greifbar nah bis mir die Luft ausgeht. Atemnot!
Ich greife nach Taucherbrille und Schnorchel. Tag um Tag gehe ich ihnen auf den Grund.
Schließlich verborgen in einer Tomaten-Anemone finde ich einen. Für mich ist er dort nicht zu erreichen. Doch er fasst sich ein Herz und zeigt mir seine Gestalt.
Klare Gedanken sind ein guter Grund für tägliche Expeditionen.
Ich habe den Song zum Bild heute in Dauerwiederholungsschleife beim Malen gehört. Er hat mich mitgezogen und jetzt, kurz vor dem Einstellen in meinen Blog, spüre ich, wie ich mich dabei wundersam entknotet habe. Mein Kopf spuckt das eben noch in meinen Gedankenschleifen verfangene Herz auf wundersame Weise gelassen vor meine Füße. Staunend sehen wir uns an und lächeln. Denn wir fühlen uns nicht allein. Mein Herz schlägt ruhig, und ich atme tief ein und auch wieder aus. Ruhig und gestärkt für alles, was da noch so kommen mag.
So lege ich den Song hier ab – vielleicht lächelt das ein oder andere Herz beim Zuhören gelassen mit. DOTA KEHR – „Überall so“
Der Einladung von Myriade möchte ich gerne folgen, so ist aus Bild eins (Schildkröte) und dem Mosaiksteinchen „Kälte“ der folgende kleine Text entstanden.
Wurzeln und Wege – Generationen, Schildkröte und Buddha
Im sanften Zwielicht meines Zimmers ruht die hölzerne Schildkröte ein Geschenk meines Kindes still und wachsam auf dem Tisch. Ihr Rücken trägt Geschichten in ihrem Holz atmen Erinnerungen.
Der Buddha aus dem Besitz meiner Großmutter lächelt leise in sich hinein, als wüsste er um die unsichtbaren Fäden, die Generationen verbinden zart, doch unzerreißbar.
Als mein Sohn mir die Schildkröte überreichte, spürte ich, wie Vergangenheit und Gegenwart sich in diesem Moment berührten. Von meiner Großmutter, über mich, zu ihm spinnen sich Geschichten und Gefühle, hinein in meine blaue Stunde.
Zwischen Schildkröte und Buddha fließt ein Strom von Erinnerungen. Vergangene Zeiten weben sich hinein in die Gegenwart berühren sanft das Jetzt. Aus alten Geschichten wachsen neue Wurzeln. So bleibt das Unsichtbare spürbar wie ein Gewebe aus Liebe bewahrt im Holz weitergegeben von Generation zu Generation. Kälte ist das Gegenteil von dem was ich empfinde wenn ich sie in meinen Händen halte.
Nachdem ich im Blog und im Youtube-Kanal von Stefan schon viele schöne Stücke gehört habe, konnte ich nicht anders als jetzt endlich einmal nach seiner Musik zu malen. Herzlichen Dank Dir für die Inspiration.