Lebkuchenhäuser

Nach langer Zeit kommt wieder ein Lebenszeichen. Die Weihnachtsbäckerei hat mit ein paar Lebkuchenhäuser begonnen.

Das Teigrezept habe ich von „Vår Kokbok“ und die Häuser mit Ausstechformen von Lidl gemacht. Allerdings hat der Teig die Form nicht behalten, sondern ist nach dem Ausstechen ein wenig zusammengeschrumpft. Als Boden habe ich Knäckebrot genommen, und auch drinnen stützen Knäckebrotsscheiben das Dach auf. Ich habe lange gezögert, wieder mal ein Häuschen zu machen, weil ich nicht gerne mit geschmolzenem Zucker arbeiten, aber es hat alles erstaunlich gut mit Zuckerguss (mit Eiweiß und ganz wenig Essigessenz, damit es schneller trocknet, mit kleiner Tülle gespritzt) geklappt. Ich wusste nicht, wie es mit Bonbonfenster funktionieren würde; daher habe ich sie extra aus weißem „Pepparkaksdeg“ gemacht. Man muss die Bonbons zerstossen und auf die Fenster anhäufen (mehr als ich getan habe) und dann einfach mitbacken. Ein Haus ist mit „Rutknäcke“ belegt, auf zwei habe ich Gitter gelegt (dafür braucht man eine Gitterrolle ) und eins hat Dachziegeln aus weißem und dunklem Teig. Die Figuren aus Zuckerpasta habe ich mit geschmolzenen Marshmallows und Puderzucker hergestellt – eine klebrige, aber ansonsten ganz einfache Angelegenheit. Die helle Gesichtsfarbe bekommt man mit pastellfarbenen Marshmallows, braun mit Kakao, aber ansonsten braucht man Unmengen von herkömmlicher Lebensmittelfarbe. Irgendwo habe ich gelesen, dass die Farbe von Pati-Versand gut ist, doch ich habe einfach alles hereingeschüttet, was ich hatte. Das Blockhaus ist mit Salzstangen verziert, ebenso das Fachwerkhaus, und das rote Ziegelhaus mit sauren Bändern. Dann habe ich den gebackenen Schornstein sausen lassen, weil er eh nicht drauf gepasst hätte, und stattdessen Dominowürfel drauf gesetzt. Die Elchköpfe habe ich über Nacht aufgestützt, und bis jetzt halten sie. Das Geweih ist aus Mini-Salzbrezeln. Na, ja, besser habe ich es nicht hinbekommen. Ich hatte auch welche in Kakao-Kokosflocken gewälzt, aber da ich die Ohren vergessen hatte, nahm ich lieber die neu gemachten. Man könnte wahrscheinlich kleine Ostereier aus Schokolade als Köpfe benutzen, falls man um diese Jahreszeit welche findet. Und die kleinen schwarzen Äuglein der Hexe und des Elchs stammen aus Rewes Glamour Streusel Mix. Übrigens habe ich in meinem ganzen Leben nie so viel Puderzucker verwendet. Für den Zuckerguss und für die Zuckerpaste. Daraus will ich aber auch ein paar Torten machen.

Fisch zum Aschermittwoch

Ich hätte das Rezept ja vorher bringen können, aber das neue Konzept von WordPress macht mir keinen Spaß, und so schiebe ich alles vor mich hin. Na gut, dieses Rezept habe ich in einem alten Kochbuch gefunden und ausprobiert. Bratheringe ist eine schnelle und feine Sache. Statt Salzheringfilets kann man einfach Matjes deutscher Art nehmen. Sie sind dann nicht ganz so salzig, aber das macht ja nichts. Hier sind die Filets in Thymian-Ei-Butter mariniert und ich habe das Rezept ganz unten auf der Seite mit Bratheringsrezepten gestellt.

Aschermittwoch heißt auf Schwedisch Askonsdag, aber das ist wieder ein Begriff, mit dem niemand etwas anfangen kann. Streng genommen ist die Fastenzeit heutzutage nur aus dem Weihnachtslied Nu är det jul igen bekannt, wo es heißt, Weihnachten geht bis Ostern – nein, das ist ja gar nicht wahr, denn dazwischen kommt die Fastenzeit. Bei Wikipedia, sehe ich gerade, dass das Lied eine Übersetzung aus dem Dänischen ist. Ob es dort so beliebt ist wie in Schweden?

Jedenfalls ist Fischessen keine Pflicht in Schweden am Aschermittwoch. Ihr könnt also diese Bratheringe ein anderes Mal essen.

Semmeltrend 2021

So, da bin ich wieder! Und zwar ist wieder Semmelzeit! Irgendwann mal Anfang des Jahres gibt es wieder die gefüllten Semmeln. Am Faschingsdienstag werden die meisten vertilgt.

Die letzten paar Jahre gab es immer Trends. Dieses Jahr ist die Form traditionell. Semmelwraps und Semmelcheesecake sind out. Aber dafür ist der Inhalt um so wichtiger. Im Test der Konditoreien habe ich gesehen, dass die Füllung nicht mehr glatt und harmlos sein soll. Sonst wird oft die Marzipanrohmasse mit Milch verrührt oder (daheim) mit Brotkrümeln aus dem Inneren der Semmel vermischt. Dieses Jahr soll man entweder die Mandeln rösten, bevor man eine Füllung herstellt, oder man vermischt die Rohmasse mit gröberen Mandelstücken.

Eine Hand voll Mandelblättchen rösten, 1 EL Zucker zugeben und schließlich eine Messerspitze Salzflocken. Abkühlen lassen. Etwas davon mit der Marzipanrohmasse vermischen, und etwas davon erst kurz vor dem Servieren auf die Sahne streuen, damit die Mandeln knusprig bleiben. Das ist auf jeden Fall ganz lecker.

Ich wollte ja auch noch einen neuen Teig ausprobieren, der irgendwie geschmacklich intensiver sein sollte. Auf Chefkoch bin ich auf einen Teig im Cinnabonstyle gestoßen, den man mit Vanillepudding macht, aber natürlich mit Kardamon. Doch die Reaktion war verhalten. Daher würde ich eins der Rezepte auf der Semmelseite empfehlen.

Zum Glück geht die Semmelsaison viel länger als die der Krapfen, was damit zu tun hat, dass die Schweden den Unterschied zwischen Fastnacht und Fastenzeit nicht (mehr) kennen. Daher darf und soll man die Semmeln bis Ostern essen. Vorzugsweise dienstags. Der berühmte Detektiv Ture Sventon (dt. Teffan Tiegelmann) kann auch nicht nach Ostern auf seine geliebten „Temmeln“ (ja, er lispelt) verzichten, aber seine Lieblingskonditorei Rosa in der Drottninggatan, Stockholm, mit dem ganzjährigen Temmelservice (auf Kredit) hat anscheinend leider seinen Betrieb eingestellt. Wahrscheinlich sind der Meisterdetektiv und seine ständig Topflappen (da unterbeschäftigt) strickenden Sekretärin Fräulein Jansson in den Ruhestand getreten. Die Bücher waren schon in den 50ern beliebt. Filmatisierungen gibt es auch noch, und jeder Schwede kennt Tures Sprüche auswendig.

Fräulein Jansson, bitte Semmeln bestellen! Gefüllt? Ja, sehr gefüllt.

Die Pitolen nur bei Bedarf verwenden.

Ständig dieses Wiesel. (Der Schurke heißt Ville Vessla, Willi Wiesel und ernährt sich ausschließlich von Rhabarbersaft, sehr zum Missfallen von seinem Kollegen, „der Ochse“, der Rinderfilet bevorzugt.)

Mit Schönheit kommt man nicht weit! (Wenn vorgeschlagen wird, man könne doch auf die geerbten, schönen Pistole aus dem 30-jährigen Krieg zurückgreifen.)

Es ist zu früh, sich dazu zu äußern (wenn die Auflösung des Rätsels noch fern liegt).

Der Detektiv treibt sich nicht nur in Stockholm oder Mjölby herum, sondern ist internationell tätig. Ein sehr guter Freund von ihm ist der unglaublich höfliche Herr Omar, der auch gerne unter den Oasenpalmen in der Wüste sitzt und die Zeitung liest. Von ihm hat der Detektiv den fliegenden Teppich erstanden, der gute Dienste bei der Beförderung von Ganoven leistet.

Julbord, etwas reduziert

Schweinspfoten gehören traditionell zum Weihnachtsessen (was tut es nicht?), aber da sie nicht immer gut ankommen, habe ich mich bisher (manchmal) damit zurückgehalten. Heuer habe ich aber ein Rezept ausprobiert, wo die Füße mit anderem Fleisch gestreckt wird und wo die Knochen schon entfernt sind, und diese Sülze ist wirklich gut angekommen.

Es gab auch Rollsülze. Im Kochsud haben wir dann das Brot getunkt. Die Köttbullar waren sehr gelungen (neues Rezept). Rotkohl aus dem Glas und Braune Bohnen hatten wir auch. Am zweiten Tag wurde das Essen mit Rippchen ergänzt, jedoch fertig gekauft und daher eher exotisch gewürzt.

Am Heilig Abend gab es mittags Jansson und abends ein paar Gläser Hering von Larsen. Wer seinen Schnaps selbst nicht aromatisieren möchte, könnte nächstes Jahr vor Weihnachten schauen ob es bei Aldi nicht wieder Linie-Aquavit im Angebot gibt.

Zu den Schweinsfüßen möchte ich aber erwähnen, dass sie total angesagt sind. Sie sind wieder bei TopChef France aufgetaucht. Erzählt das gerne weiter, wenn ihr Schweinsfüße auf den Tisch bringt.

An dieser Stelle wünsche ich allen Einen guten Rutsch!

Skål!