Jahresrückblick 2015
Mein Blog ist die letzten Monate verwaist, dennoch will ich am letzten Tag des Jahres ein bisschen zurückblicken.
Vorherrschendes Gefühl für 2016?
Es kann nur besser werden!
2015 zum ersten Mal getan?
Einen Menschen beim Sterben begleitet.
Ein Kleinkind in einer Kindertageseinrichtung eingewöhnt.
2015 nach langer Zeit wieder getan?
Wir waren nach etlichen Monaten im November nochmal sehr fein essen.
2015 leider nicht getan?
Mehr Sport.
Der hirnrissigste Plan?
Keine Ahnung.
Die gefährlichste Unternehmung?
Keine.
Die teuerste Anschaffung?
Ich habe im Frühjahr meine kleine Fabienne (zur Erklärung: das war mein Auto, ein kleiner, orangefarbener Skoda Fabia) gegen ein Mäxchen (neues Auto: ein Ford B-Max). Das Mäxchen ist deutlich familientauglicher, hat eine Schiebetür, sieht aber ansonsten einigermaßen ansehnlich aus. Dennoch: es ist ein Ford und Mäxchen und ich sind nach wie vor nicht so dicke miteinander.
(Un)wort des Jahres?
Allgemein oder persönlich? Allgemein hat sich natürlich alles rund um den Flüchtlingsstrom und die Terroranschläge eingebrannt.
Persönlich war der Satz „Wir können nichts mehr zu tun“ der Satz, der uns bis ins Mark erschüttert hat und uns Dinge hat sehen und erleben lassen, von denen ich nicht mal im Traum gedacht hätte, dass ich das aushalten kann.
Zugenommen oder abgenommen?
1 kg zugenommen in den letzten Wochen.
Stadt des Jahres?
Im negativen Sinne war es Essen.
Alkoholexzesse?
Keinen. Wir haben nach 1,5 Jahren an Weihnachten nochmal 1 Glas Wein getrunken und lagen danach beide schlafend auf dem Sofa. Ich vertrage wirklich gar nichts mehr.
Davon gekotzt?
Nein.
Haare länger oder kürzer?
Unverändert.
Kurzsichtiger oder Weitsichtiger?
Zumindest was Lebenserfahrung betrifft weitsichtiger.
Mehr Kohle oder weniger?
Weniger.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Für mich weniger, ich kaufe fast nur noch für M. Da bin ich mittlerweile vom Second-Hand-Kauf etwas abgekommen, ich kaufe nur noch second hand, wenn mir die Sachen wirklich gefallen. In größeren Größen wird es aber für Jungs immer schwieriger, was schönes zu finden, wo 1. keine Fratzen drauf sind, die 2. kein Camouflage-Muster haben und 3. die nicht von Mickey Mouse oder ähnlichen Gestalten geziert werden. Mittlerweile denk ich mir: „M. wird mein einziges Kind bleiben, also so what?! Wenn mir etwas Neues für ihn gefällt, dann wird es halt gekauft, sofern wir es brauchen!“
Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Ich war die letzten Monate nicht mehr laufen und muss unbedingt mehr Sport treiben. Meinem Körper bekommt das nicht.
Höchste Handyrechnung?
Siehe letztes Jahr.
Krankenhausbesuche?
Keine eigenen. Besucht hab ich Mama im Uniklinikum Essen und hier vor Ort auf der Palliativstation.
Getränk des Jahres?
Träum-Schön-Tee. Um abends überhaupt runterzukommen.
Das leckerste Essen?
…
Most called Persons?
In den letzten Monaten war es definitiv mein Vater.
Die schönste Zeit verbracht mit?
Meinem Kind. So anstrengend es in den letzten Monaten war. Und sorgenvoll. Dennoch gab es viele schöne Momente mit ihm.
Die meiste Zeit verbracht mit?
Mit unserem Kind.
Song des Jahres?
Joris „Herz über Kopf“. Das lief im August ständig, als ich ins Krankenhaus fuhr. Und es traf meine damalige Stimmung so gut. Ich hätte meine Mama so gerne festgehalten, aber es war für sie das Beste, dass sie gehen durfte. „Das Herz sagt bleib, der Kopf schreit geh…“, auch, wenn das Lied sicher in einem anderen Zusammenhang gemeint ist, für mich war das damals sehr passend und ich kriege immer noch einen Kloß im Hals, wenn es ich es höre.
Blockbuster des Jahres?
Keinen.
Konzert des Jahres?
Keins.
TV-Serie des Jahres?
Keine.
Drei Dinge auf die ich gut hätte verzichten können?
Auf den Tod meiner Mama.
Darauf, dass meine Schwiegereltern immer hilfsbedürftiger werden.
Auf einen sehr ätzenden Gerichtstermin im November.
Nachbar des Jahres?
Immer noch die Laufdamen.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Meinen Vater, als ich darum gekämpft hab, dass Mama zurück aus Essen in unseren Heimatort verlegt wird. Gott sei Dank hat ein Bruchteil der Fahrtzeit nach Essen dafür gereicht. Dann musste ich nur noch die Ärzte dort überzeugen und das ging dann erstaunlicherweise plötzlich einfach, als ich weinen musste und ihnen sagte, dass ich die Fahrerei mit Kleinkind einfach nicht leisten kann.
Das schönste Geschenk, das ich jemanden gemacht habe?
Ich glaube, für Papa war es wichtig, dass ich ihn ge- und unterstützt hab bei allem, was da seit Mitte Juli auf uns zugerollt kam.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Mir fällt da gerade nichts ein.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich bin froh, dass ich Dich hab.“
Die größte Enttäuschung?
Keine.
Die Erkenntnis des Jahres?
Der Anfang und das Ende des Lebens liegen nicht in unserer Hand.
Beste Idee/Entscheidung des Jahres?
Keine.
Schlimmstes Ereignis?
Mamas Tod.
Schönste Ereignisse?
Ganz ehrlich: Mir fällt nichts ein. Schlimm, oder?? Aber die letzten Monate waren insgesamt so belastend, so anstrengend, so erschütternd, dass einfach alles überlagert ist.
Vorsatz fürs neue Jahr?
Gott vertrauen.
Mehr Gelassenheit.
2015 war mit einem Wort?
Traurig.
