Ein Strich, der (m)eine Welt verändert. Zum Zweiten.

Vor ein  paar  Wochen  habe  ich  aus  Versehen  einen  Schwangerschaftstest ertränkt. Da  bei  mir  die  „Blasenentzündung“ anhielt ,missbrauchte  ich einen  weiteren Streifen.  Vor  ein paar  Tagen. Auf   „Wochenendurlaub“  bei  Kind  und Kegel in  Vilhelmina.(Ich  arbeite  unter  der  Woche  ca  200 km  entfernt))

Und  siehe,  es  ward  ein  Strich.  Ganz  fein und  rosa-  nich  wie  der  fette,violette Kontrollstreifen.  Dennoch  deutlich  abhoben  vom förmlichen Weiss  der  Umgebung.

Gedankensalat:  Nee-ne-is-nich-wahr-echt-jetzt? Wo  ich  gerade auf  das Schwarz  und  Weiss  meiner  ersehnten Umplazierung nach  Solleftea°  warte?

Gleichzeitig: Eine  zarte  Freude,  die mit  jedem  Herzschlag überschwenglicher wurde.

Es  war  halb acht  morgens. Mann und  Kind  noch  am  Schlafen .  Ich , nach  ein paar  Minuten , rasend  vor  Ungeduld,  (Warten  war  noch  nie  meine  Stärke  gewesen) Mönsch, noch  n   KInd. Mir  wurde  ja von  einer  Zigeunerin prophezeit ich  würde  noch  einen  Sohn  bekommen. (Ne  50%ige  Chance  hat  se  ja 😉 )

WILL  MICH  MITTEILEN.

Mann,  wach  auf! ( Soll  ich LAUT   abwaschen?)

Schrieb  einen  Zettel  “  Guck  ma!  Papa!! : ) „.  Natürlich  las „papa“  den  erst  NACHdem  ich  das  Schlafzimmer  stürmte und  er  wachend  fragte  wasnlosiswaspassiert…. Plötzlich  verstand. Beide lachten. Die  Luedde,  bald 2,  verstand  nix.  Sie  erwachte  wie  immer prompt und  dirigierte “  Mama,  Mama! Bah! (bah  bedeutet: Liebste Mama  kannst  du  mir  bitte ein Buch  vorlesen?),  So  kann  s gehen.

Nach  der  ersten  Euphorie  sackten andere Fragen   ein: Wieder als  gefühlsudseliger,atemloser 95kg  Walross-Enten-mischling  watscheln?

Hämorrhoiden ? Zahnfleischbluten?

KEin langersehnter Wegfahrurlaub jubel-nur-wir! mit  den besten  Freundinnen im Sommer (siehe  alrossmischling,  sehr  unwitzig) Wieder  ein  Schreihals und diesmal  gleichzeitig  mit  einer  Lütten  im  Trotzalter  (Nee-ich-will-nich-den-roten-body-sondern-den-gestereiften-nee-jetz-will-ich-den-auch-nich-mehr)?

Ein Kind,  jetzt,  wo die  Welt  gerade  am  Durchdrehen ist?

Wieder  durchbeißen  durch  die  Bereitschaften,  die  ich  in  den  ersten  Wochen  noch  nach d er täglichen  Arbeit  wöchentlich  machen muss?

Rechnerei:  In  Schweden  bekommt man  dasselbe  Elterngeld,  wenn das  Kind  zum  Zeitpunkt  der  erneuten  Schwangerschaft 1  Jahr  und  neun Monate  alt  ist. Da  mein Mann  Hausmann ist,  ist es wichtig,  dass  ich  genug  Geld  heimbringe  um  alle  versorgen zu  können  (MODERN  FAMILY!!!) Je  nachdem  ,  wie  man  rechnet,  ist  die KLeine  1  Jahr und  9  ODER  zehn  Monate  alt,  oh  man….Tee  trinken.

Ja,  ich  will.

Als  Geschwister  hat  man/frau  einfach mehr  Spaß. Erfahrungsgemäß  darf  sich  Muddi  nach  ein,  zwei  Jahren  dann  auch  mal  anderen  Dingen  widmen  als  dem  KLeinkind  am  Rockzipfel-  weil  die  Lütten die  Welt  am liebsten  selbst  entdecken.  Gestern machte  ich  noch einen  Test:  Ich  dürfte  ungefähr  in  Woche  5-6  sein. ZU  früh  sich zu  freuen? Nö. Ich  freu  mich  jetzt  einfach,  trotz  allen Risikos. Das KIndelein  ist wohl  jetzt  linsengroß.  Aktuelle  Schwangerschaftssymptome:

1. Anhaltende  Glückseligkeit. Das  alles-ist-super-und-ich-bin-voll-relaxt- Gefühl-  Hatte ich  och  bei  Baby  Nummer  eins  : )

2. Hunger. Nachdem wir  in  meiner  Familie seid  ein paar  Wochen  (Monaten?)   Kohlenhydrate in  Form  von reinem  Zucker und  versteckten   Kohlenhydraten vermeiden, ist  der  Hieper  auf  Suesse,  gekaufte  Dinge  schlichtweg- weg. Lustigerweise bekomme  ich  fast  ein Ekelgefühl,wenn  ich  gekaufte Kuchen  mit  farbiger Glasur  sehe. (Wir  bekommen  sowas  oft  geschenkt in  der  Tierarztpraxis) Nee, nee.Is  nich. Aber  frische  Sachen,  Obst,Gemüse,  Salat und  HÜHNCHEN.  Unwiderstehlich  : ). ( Jetzt  ist  es  gra  6.37 Uhr  morgens  und  im  Ofen  brutzeln  Hühnchenbeine für  s Mittagsessen in  der  Praxis  grad  fertig. Herrlich)

3. der beliebteHarndrang zu  unbeliebten  Zeiten,  der  einen  ganz  sanft  auf einen  lang-lang  anhaltenden  Schlafentzug  einstellt.

4. Mein Bauch  wächst? Ich bin im  zweiten Monat  und  hab  schon einen  Phantombauch. Nee  echt.  Dr  ist  zwar  noch  nicht  deutlich SICHTBAR ,  aber  ich MERKE,  wie  ich  mich  mehr  und  mehr  in eine  Ente  verwandele. Gag.Gag.

5. Müdigkeit.  Null  problemo  mit  dem  Einschlafen. Um  neun  ist  Schicht.

5. Mein Geruchssinn  verfeinert  sich langsam.

 

Na  denn!  Auf  ins  neue  Abenteuer

 

 

 

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Re(i)nhe(i)t in Stekenjokk

Fast drei  Jahre Zetern haben  sich  ausgezahlt:  Wir  fahren in  die  Berge. Als  Familie. Gemeinsam  und  in  einem  Auto. Der  Liebste  und  ich.

Ich  bin  noch  völlig  perplex,  dass ER das  Thema  gestern  von  sich  aus  ansprach. Stekenjokk  vorschlug. Na  klar Mensch!  Wir  fahren !  Die  Wildnis  ruft!

Nachdem  das  Zetern  Kategorie Ich-will-endlich-in – die-Berge-mit-Dir  eine  Schwangerschaft  ueberdauert   hat,  ist auch unsere  inzwischen einjährige Tochter mit  von  der  Partie.

Die  Mutterschaft  tut  meinem  Pfadfindergeist  keinen  Abbruch. Nein.  Das  macht  eher   der  allzu schwedische  Mann. Wandern?  Nja…  Der  Weg  im  Auto  ist  doch  schon das  Schönste…  Aha.  Uebernachten?  Nee… Zu umständlich… Essen  kochen , „da  draussen“?  Warum?  Gibt  doch  Kartoffelsalat  vom  Supermarkt  aus  der  Kuehltasche. Gibt  es  Schöneres…

Je weiter  die PLanung  fuer  den  Nächsten  Tag  voranschreitet,  desto  länger  werden  die  Falten  um  meine  Mundwinkel.  So  hatte  ich  mir  das Ganze  nicht  vorgestellt.  Immerhin,  Fahnen  hoch,  wir  verlassen  tatsächlich  mal  unseren Hof  in  Vilhelmina  GEMEINSAM. Zeichen und Wunder. Ueber  eine Stunde  Autofahrt  und  siehe,  ein  Schild  sagt,  wir  sind  auf  ca  880  Metern  ueberm  Meeresspiegel.  Und  das  ohne  auszusteigen. ..Nee,  also  n  bissel  spannender  darf  es  schon  sein…  Wir  parken. Links  und  rechts  die  weite , kahle Fjäll- Landschaft. Wohin? Querfeldein.  Kommen  an  einen  sprudelnden  Bach,  den  die  Zeit  pittoresk  ueber  Steine   drapierte. Hier  ein  Farn  in  eine  Mulde  gesetzt,  dort  ein  kleiner  Wasserfall. Entzueckend.

Unsere  kleine  Tochter  ist  anbetracht  der  Wassermassen  kaum  zu bändigen. Es  gibt  da eine  urspruengliche  Verbindung, zwischen Mensch  und Wasser  dessen  bin ich mir  sicher. Anscheinend  auch  temperaturunabhängig,  solange  das  Wasser sich  bewegt. Da  stehen  wir  Mädels  also   bibbernd im Evakostuem, bereit  uns  in  die  Fluten  zu  begeben… da  ruft der  Liebste:  „Dreh  Dich  um! “ Blitzschnell und  gescheit  wie  ich  bin,  denke  ich  laut:  „Hääääh?“,  bevor  ich  seinen  Worten  Folge  leiste.

Ein  Rentier. Steht da in  50  Metern  Entfernung. Nein,  steht  nicht,  rennt.  Auf  uns  zu. Ich  kann  mir  ein  Grinsen  nicht verkneifen: Wir , bibbernd  und nackt  auf  dem  Berg werden  nun  also  von  einem  Rentier  gerammt.  Das  Lächeln  gefriert mir,  als  das  Tier  auf  20  Meter  herankommt  und  wild  mit  seinem  Kopf  zu  gestikulieren  beginnt. Ein Gruss? BSE?  Ein  unbekannter  Erreger,  der  friedliche,  scheue  Rentiere aggressiv  werden  lässt?  Oder  doch  nur  ein  ehemaliges Flaschenkalb,  was von  einer  nackten  Rothaarigen  in  zartem  Alter durch  den kalten  Winter gebracht  worden war und uns  nun  verwechselte? Und  warum  vergisst FRAU  grundsätzlich  in  solchen  Augenblicken  den  Fotoapparat?

Eine  wirre  Gedankenflut  durchspuelt  in  Sekundenbruchteilen mein Hirn,  während  ich  mit  der  einen  Hand  meine  Tochter  umfasst halte  und mit  der anderen  den  Hund  packe,  damit  er  sich  nicht  auf  dieses  eigenwillige  Rentier stuerzt. Noch  19  Meter, 18,  17,  16…  Stopp.

Irgendwie werden  die  Rentieraugen  grösser.  Oder  bilde  ich mir  das  nur ein? Das  braune  Wesen schuettelt  sich,  als  ob  es  unliebsame  Insekten  loswerden  möchte- und  rennt  so  schnell  es  kann  in  entgegengesetzter  Richtung  davon.

Ausatmen.

Meine  kleine  Lilli  hat  das  Absurde  der  Situation  nicht ganz  verstanden,  wedelt  mit  den  Armen  und  lacht  sich  eines,  während  meinem  Hund die  Absurditäten  des  Lebens  egal  sind.  Er  will  nur  eines :  Dem  rennenden  REN  hinterherrennen.  Auch  diese  Huerde meistern  wir.  Ich  kann ihn  ueberreden  mit  uns  zu  baden.  Und  so  fahren  wir alle  gluecklich am  Abend  nach  schwedischer  Ausflugmanier  ( 1  Stunde  fahren,  20(0)  Meter  laufen  bevor  es  ansträngend  wird, essen und  das  Ganze  rueckwärts) heim. Und  ich muss  gestehen… ich  möchte  das  wieder machen.  Aber  nächstes  Mal  vielleicht  doch  mit Zelt.  Und  nicht  nur  einen  Tag.  Ein bisschen  länger…3  Wochen? Fotoapparat mitnehmen  und…  und…

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Vor  ein  paar  Wochen  kam  uns  eine  Ladung  in  Haus  geflattert:  „… wir  werden  uns  über  die  Zähne  Eures  Kindes  unterhalten  und  wie  ihr am besten  dazu  beitragen  könnt sie  von  Karies  zu  schützen. Am  19.9. haben  wir  einen  Termin  um  14.00 Uhr  reserviert“

Um 14.05Uhr keuche  ich  die  Strasse zur örtlichen  Krankenstation  entlang.  Entschlossen mit  schlafendem  5  Monatskind  im Kinderwagen,  Regenschirm in  der  einen,  Hund  an  der  anderen  Hand,  diesen  so  entscheidenden  Termin  im  Leben  meines  Kindes wahrzunehmen.

14.10  falle  ich  rotgesichtig – nach  2  km  Dauerlauf- und schweissüberströmt  auf  den  Stuhl in  dem  winzigen  Behandlungsraum.  Neben  mir noch  ein  junges Pärchen mit 6-Monats Kind. Lilli  liegt  noch  komatös  im Tiefschlaf.

Die  Krankenschwester begrüsst mich verständnisvoll  und milde  lächelnd.  An mich gewandt:“Schön, dass du gekommen bist“(Übersetzung: „Blöde Kuh,  jetzt muss ich wegen  Dir nochmal von vorn anfangen“) Ich:“Na klar! (Übersetzung:“ Na klar!“)

Es folgte eine Leier übder die Wichtigkeit der Zahnhygiene, die wir  fleissig abnickten und  jeder  von  uns  bekommt  eine  eingepackte  Zahnbürste für das  Baby.Von  nix  kommt  ja  nix.  Klar, Putzen ab  Zahn eins.Logisch. KLar, nur  die  Menge  des kleinen  Babyfingenagels  auf  die  Zahnbürste. KLar, mit  fluoridhaltiger  Zahncreme.. Moment,  Fluorid?  Einspruch: Beim  Baby,  dass  die  Zahnpasta herunterschluckt,  fluoridhaltige  Zahnpasta? Wo es – für  mich  jedenfalls- glaubhaft  Dokumente  gibt,  die  nicht  nur  die  Zweckmässigkeit von  Fluorid in Frage  stellen,  sondern als  gesundheitsschädlich entlarven?!?

Irritierter  Blickwechsel.  Einspruch  ist man  hier  nicht  gewohnt. Nee,  sag  ich,  bei  aller  Liebe,  fluorhaltige Zahnpasta bekommt  das  Kind  nicht.  Schweigen

Themenwechsel:  Ernährung.  Die  Schwester  wieder  fröhlich  und  in  ihrem  Element. Spricht  mit  geheimnisvoller  Stimmer  von  versteckten  Zuckern  in Lebensmitteln. In  Getränken  zum  Beispiel,  in Cola  und  Co..Das  Pärchen  neben  mir  nickt  fleissig. Ich:  „Derlei  trinken  wir  nicht“. Und  im  Essen,  VOR  ALLEM  in  Fertigprodukten!Immer  auf  die  Inhaltsangabe gucken!   Ich senke  den Kopf, schlucke  und  sage leise  und schuldbewusst: „Sowas  essen  wir  nicht“. Wir  sehen  uns alle  etwas  betroffen  an.

Stille. Ich  frage:  “ Wie  stehst  Du  denn  zu  STevia?  statt  Zucker?“  Sie:  „Stevi…  was  ?Was  soll  das  sein?“

Inzwischen  ist  meine  Tochter  aufgewacht  und hat  die  Zahnbürste entdeckt.  Sie  steckt  sie  sich  in  den Mund. Mit PLastikhülle  drumrum.

Der  Hygiene  halber.

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Babyfreuden

Kurzer  Urlaub in Deutschland.Inzwischen  kann  ich  es  auch:  Dieses  milde,  unbestimmte  Lächeln, das da  sagt:  Ja!  Das da  schreit ist  MEINS. Hier  in meiner  Lieblingseisdiele (Die  StrandEISDIELE in  Warnemünde),  auf  die  ich  mich  seit  Monaten in  Schweden  gefreut habe, ja,  das  ist mein  Kind.  Und  nein,  es  hat  sich  nicht  in  die  Windeln  gemacht (denn  die  habe  ich  grad heimlich  auf  der  Sitzbank  gewechselt,  während  die  Kellnerin  weggesehen  hat.  Inzwischen  hat  frau  ja  Routine.  Schwieriger  ist e s  schon im  Bücherladen eines  Einkaufszentrums-  aber  auch  dies  bekomme  ich inzwischen  gemeistert).  Ja, es  ist  gestillt  und  satt.  Es  ist müd  und  tut  das gern  kund.  Uns.  Dem vollbesetzten  Nachbartisch.  Der  Warteschlange.  Den  Leuten  auf  dem  Boulevard. Nichts  wie raus.

Nach  zwei  Minuten  schläft  die  kleine  seelig an  Mutters Brust. Ach  Kindelein…. Inzwischen ist unsere  kleine  Tochter  fast  3  Monate  alt.  Ein  Vierteljahr,  das  verflogen ist  ist wie  Staub  im  Wind. Ich möchte  sie  nicht mehr  missen.  Obwohl  ich  fast  sauer  wurde,  weil einem  über  viele  Dinge  im  Zusammenhang mit  dem  wunderbaren  Erlebnis  Geburt nichts erzählt  worden  ist: Ich  sage nur  Inkontinenz und  Hämorrhiden.  Wie  Städter  das  hinkriegen-  mir  ein  Rätsel.  Ich  glaube in  der  Stadt  müsste  ich einen  Extrajobb  annehmen um  die  KLobesuche  finazieren  zu  können. Zum  Glück  wohne  ich  am  Wald.

 Die  Geburt  war  alles  andere  als  orgastisch  (wie einige  Frauen es  erleben).  Den  Atemkurs  hätte  ich  mir  auch klemmen  können,  weil mein  Körper  ruhig atmen  wollte  und  hin  und  wieder  grollen.  Am  liebsten  wäre  ich zeitweise aus meinem  Körper  ausgestiegen,  fand  aber  den  Schleudersitz nicht  und  blieb  tief  in mir  verankert liegen .  Hingegen  wurden  Magensäfte  immer  dann  aus  mir  geschleudert,  wenn  ich mich  zwischen  den  Wehen  erholen  wollte.  Nee,  n  Fest  war  die  Geburt meiner  wundervollen  Tochter  nicht. Das  Gefühl  dein  Darm  platzt  und w enn er  fast  gesprengt  ist,  sollst  Du  nochmal  enthusiastisch  zudrücken…  Nee, also  ditte  muss  ich nicht sofort  wieder  haben.    Aber  die  Kleene….dampfend  aus  Mamas Körperhöhle pepresst  sah  sie  aus  wie  eine  kleine  Alraune  aus  Harry  Potter  vorm  Umtopfen. Egal! Her  damit! Ich sagte  nur: „MEin  Baby!  Mein  Baby…  komm…“ Der  beste  Mann  von  allen  weinte. Ich  hatte mit  der  Nachgeburt  zu  tun. Und  unsere  Lütte begann  einen  Saugmarathon.  Bestimmt tackerte sie wie  eine  kleine  Nähmaschine auf  meinen  Brustwarzen  herum.  3  Tage  lang.  Schlief  fast  nicht  oder  halb beim  Saugen. Dann,  als  ich  langsam  unruhig  wurde,  kam die Milch.

Anna  Wahlgren  hat  gesagt,  dass man  die  ersten  3  MOnate  nach d er  Geburt  als  verlängerte  Schwangerschaft  betrachten  müsse.  Recht  hat  sie. Im  Tuch  vorm Bauch ist  das  unbeholfen  klumpige  Gefühl  sofort  wieder  da,  das  einen  die  letzten Monate  begleitete.  Nur  die  Füsse schmerzen  nicht  mehr  so,  weil nicht mehr  so viel  Wasser  eingelagert ist. Und… es  geht  nichts,  aber  auch  gar nichts  über  das Lächeln dieses  kleinen  Wunders mit seinem  spröden  roten  Haar. Sie brabbelt  viel  in  Babysprache,  versucht  sich aud  mir  vorwärts  zu  ziehen  und  beim  Singen  von  „Lalelu,  nur  der Mann im  Mond  schaut  zu…. “ ist  ein  Lachanfall  ihrerseits  fast  immer garantiert.  Ich glaub,  ich  will noch  so  eins :: )

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Sanduhren

Komisch  ist  das…  jetzt  bin  ich eine  Woche  überfällig und  das  Leben  kommt mir  vor  wie  eine  Sanduhr. Randvoll das Uhrenglas  für  unsere  Kleine. Ein  paar  winzige Krümel  noch,  dann  beginnt  ihre  Zeit  bei  uns  auf  der  Erde  zu  laufen.  Gleichzeitig,  nur  ein  paar hundert  Meter  von uns  entfernt,  liegt  seit  gestern  ein  Freund  (mit  Hirntumor, ich  hab Ende  letzten  Jahres  mal  über  ihn  geschrieben) halb  gelähmt  in seinem  Bett,  seit  gestern  sprachlos.  Seine  Familie  reist gerade  an  (Eltern  und  Tochter). Es  geht  dem  Ende  zu, obwohl  er wirklich  kämpft. Bei  mir  gehen  langsam  die  Wehen  los  und  ich  weiss nicht  ob ich mir  wünschen soll,  dass  es  heute  Nacht  endlich  losgeht  (damit  ich  es  hinter mir  habe  und  die  Kleine  endlich  sehen  und ihm  vielleicht  noch  zeigen kann)  oder  ob ich  mich doch lieber  noch ein paar  Nächte  quäle  (schön  ist  diese  letzte  Zeit  echt  nicht….) und noch  ein  paar  Mal  hingehen  und ihm  die  Hand  halten kann.  Worte.. Was  sind  Worte  für  einen  Sterbenden? Es  ist  so  bitter. Er  war  derjenige,  der mir  bei  meinem  ersten  Besuch hier  einen  Monat  lang  ein  Dach  über  dem Kopf  und  zu  Essen  gab,  obwohl  er  selbst  nicht  viel  hat.  Ist  jemand, der es wirklich  geschafft  hat  im  JETZT  zu  leben.  Die  Offenheit  und  Freundlichkeit  in Person.  Würde  er in einer  Großstadt  leben,  würde er  sicher  in  der Masse  untergehen oder  wegen  seines nachlässigen  Äusseren  belächelt  werden. Aber  hier….ich  bin  wirklich  überwältigt,  wie  gross die  Anteilnahme  aller  ist.  Er wäre  eigentlich  ein  Pflegefall  und gehört  ins  Krankenhaus.  Aber  alle,  sein  Schwester,  seine  Freunde  und  Nachbarn kommen. Mit  Essen. Mit  Gesprächen. Mit  Umarmungen. Ohne,  dass  das Ganze  in eine  Trauerfeier  entartet. Freunde,  die   bei  ihm  auf  dem  Hof  gegen  Mithilfe  leben, pflegen ihn. Eine gemeinsame  Nachbarin  ist  Krankenschwester  und instruiert  für  den  Fall,  dass  es ganz schlimm  wird.  So kann  er  seinem  Wunsch  entsprechend  daheim  bleiben. Er ist  nur  nachts  stundenweise  allein. Ich  weiss,  dass  er  unsere  Kleine  so  gern  sehen  will.  Leben  spüren will.  Gleichzeitig ist  es  sehr  schwierig ihn  jetzt  zu  sehen  ohne  Abschied  zu nehmen (er  hasst  das….als ob  er  schon  tot  wär).  Doch  wieviele Körnchen  noch in  seiner  Sanduhr  sind…  wer  weiss  das schon.  Wer  weiss  ob  sich  die  Uhr  dann  nicht  noch  dreht  und  etwas  Neues  beginnt? Ich  würde es ihm  wünschen….

 

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Der Countdown läuft…

Der beste Mann von allen bekommt langsam Schweissausbrüche. Nicht nur, dass er Holz klein machen und ins Haus schleppen, fast alle Tiere versorgen, Wäsche waschen, wischen und aufräumen „muss“.  Nee, jetzt liegt seine Frau auch noch stundenlang und fix und fertig auf dem Sofa. Weil die Füsse schmerzen. Weil der Besuch zu lange da war. Weil e s jetzt langsam an der Zeit ist zu gebären. Doch nee, bietet man Hilfe an, ist dat och verkehrt. Männer….

In gerademal 2 Tagen ist die Geburt berechnet. Manchmal kneifen wir uns in die Seite- wirklich jetze? Also, vielleicht nicht in zwei Tagen, aber… ganz schön bald… Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Nach Geburtsbüchern hab ich noch eines zur Psychoprophylaxe und eines zum Baby im ersten Jahr verschlungen. ( Oh man, was man alles noch nicht wusste…) Eine Bekannte hat uns die Atemtechnik nach Lamaze gezeigt, die helfen soll den Geburtsschmerz zu dämpfen. Ich sauge alles auf und abends üben wir mit Stoppuhr atmen. (Fies: er kann das besser als ich. Mein Angebot er könne gleich die ganze Geburt übernehmen schlug er  leider aus. Schade eigentlich. ) Die ersten Pflanzen grünen auf dem Extratisch im Wohnzimmer- in ein paar Wochen geht sie los, die Saison. Hoffentlich bin ich bis dahin wieder fit. Noch ist der Boden zu kalt . Was wir uns ein Klavier wünschten, um die Stimmung noch mehr aufzuhellen… Und siehe… in der Sekunde, in der ich einen Zettel im Supermarkt aufhing, sprachen zwei hinter mir: „Aber wir haben doch ein Klavier, das wir nicht brauchen!“ Ja, was soll man sagen… mein Glück hat wieder zugeschlagen… Obwohl die Ansprüche des besten Mannes von allen nicht gerade gering sind, passierte das Klavier die Inspektion. Wir konnten es einfach abholen. Hier oben bezahlt man zwar für ein Billyregal, was schon beim Ansehen auseinanderfällt noch immer um die zwanzig oder dreißig Euro… aber ein Klavier… ein Kunstwerk von Klavier bekommt man geschenkt.Na, wir danken . Eine Woche später zog es ein. Hat vermutlich nach 5 Jahrzehnten das erste Mal eine Politur erhalten und nun, nun erfreut es uns vor allem mit Mozart. So ein Instrument belebt wirklich das ganze Haus… Ich möchte gern einfach nur noch die Geburt hinter mir haben. In Zeitlupe und totmüde durch die Gegend zu trippeln entspricht nicht wirklich meiner Natur. Wir warten. Geduldig. Nur  die Lütte,  die  lässt  es  ruhig  angehen. Morgen wird es noch einmal spannend…. wir haben ein älteres Paar aus der Nachbarschaft eingeladen: Zum Kaffee trinken. Eigentlich nichts besonderes, wenn der Mann nicht DER personifizierte Unsympath schlechthin wäre. Hasserfüllte Augen . Er  hat  in den bald drei Monaten nicht einmal mit uns gesprochen. Immer  weggesehen,  wenn  wir  freundlich winkten. Alle anderen Nachbarn wissen RICHTIGE  Horrostories über ihn zu berichten . Auch ich hatte nicht gerade die tollste erste Begenung mit ihm, als er mich fast mit seinem Scooter auf einem Waldweg umfuhr und statt  einer  Entschuldigung  nur  wütend anblitzte . Ja Tach auch Herr Nachbar. Freut mich. Echt….. Tolle Grundvorausetzungen. Dafür hat er eine Gattin, die eine umwerfende Ausstrahlung hat- obwohl sie sicher Mitte 70 ist- und einen Hof, der im Gegensatz zu vielen anderen hier äusserst gepflegt ist. Das liebt mein Herzensnächster. Ordnung. So hat er  diesen einen Nachbarn  kurzerhand zu seinem sozialen Projekt erklärt und ich denke auch- reichen wir dem Feind mal die Hand und gucken was passiert. Morgen also… Wird spannend. Ein  wenig  Magenschmerzen  hab  ich schon. Na,  vielleicht  kommt  ja  noch eine  Geburt  dazwischen  ; )

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Zeit der tausend Gedanken

Es  ist  Ostern.  Samstagabend,  22.35  Uhr.  Wir  sind  gerade  von einem  fantastischen  Essen  von unseren  Nachbarn  und  Vermietern  zurück  gekommen. Diskutierten unter  anderem   welche  von unseren  Tieren  wann  und  wo  im  Sommer  weiden  werden. Welche  Saat  am besten  gedeiht (Ich  hab  mich  heute  endlich  an  den  Saatkatalog  und  das  Aussuchen gemacht.  Höchste  Eisenbahn,  denn  JETZT  müssen  wir  mit  dem  Vorziehen  einiger  Pflanzen  beginnen ).  Im Raum  steht  immernoch,  ob  und  wieviel  wir  mit  ihnen  zusammen säen  und pflanzen  werden. Ich bin  immer mehr  für  Arbeitsteilung  und  Zusammenarbeit-  mein Liebster mehr  für  dicht-am-Haus-und-alles-alleine-machen.  Wir  werden  wohl  einen  Kompromiss  finden (müssen).

Meine Hündin  ist  gerade  eingenickt.  Vermutlich  etwas  geknickt, w eil  sie  eben  nicht  DEN Fuchs  jagen  durfte. Auf  dem kurzen  Heimweg  über  das  Feld unserer  Nachbarn hörten  wir  ihn  bellen – es  gibt  kaum  etwas lockenderes  für  (m)einen  Hund  als Füchse  im Mondenschein. Oh  und  was  für  ein  runder,  grosser,gelber Mond da  am  Firmament  erschienen  ist! Wie  ein gewaltiger  Klumpen  Gouda.

Nun sitze  ich  im  Bett,  während  meine  bessere  Hälfte  draussen  alle  Tiere  versorgt.  Reichlich  spät, aber wir  konnten uns  schwer losreissen.  Jetzt,  wo  alle(s)  zur  Ruhe  kommt,  strömen  die  Gedanken  über  mich  her:  Noch  13  Tage bis  zum  berechneten  Termin. Zeitgleich  sollen unsere  Schafe  lammen.

An    Hitlers  Geburtstag  übrigens und  ich  hoffe,  dass  unsere  Maus  NICHT  an diesem  Tag  zur  Welt  kommt.  (http://www.shoah.dk/Paula/page_5.htm übrigens  ganz  interessant-  ein Statement  zu  seiner  Person  von  seiner  Schwester  Paula)

Neben  meinem  Bett  stapeln sich  Bücher  in  Psychoprophylaxe  (Anna  Wilsby „Innan  du  föder“ (Bevor  du ein  Kind  zur  Welt bringst),  sehr emp fehlenswert,zur  Geburt und , klar,  der  Klassiker  von Anna  Wahlgren (Barnboken).  Sie  ist ja  anscheinend  auch  in  Deutschland  sehr  bekannt. Leider  wird  ihre  Lehre  von  einer  aktuellen Autobiographie  einer  ihrer  Töchter  (Felicia  Feldt „Felicia  försvann“ – Felicia verschwandt )überschattet. Zwar  hat Anna Wahlgren als  Mutter  von  7  Kindern  mit  ihren  Methoden  tausenden von Menschen  geholfen,  nur  leider  wurde  ihr  selbst  eine  glückliche  Familie  verwehrt, da  die Kinder ( nicht  alle)  sich  zunehmend  von  ihr  abwandten.  Das nur  am  Rande.

Jeden Abend, w enn  wir  uns  schlafen  legen,  denke  ich:  Wie  wird  es  für  uns  sein? Die  Geburt  an  sich?  Zumal  ich  leider, was  starke  Schmerzen  anbelangt, grosse  Probleme  habe damit  umzugehen (ich  sage  nur  ZAHNARZT!!!). Daran,  dass  mit unserer  Tochter  etwas  schiefgehen  könnte,  versuche  ich  nicht  zu  denken. Alles  kommt,  wie  es kommen soll,  denke  ich. Und:  ist man  mit  all  den  Büchern,  Gesprächen  mit  Freunden und dem  Witz  von  einem  „Vorbereitungskurs“ a la  Schweden (echt  ne  Story  für  sich..) eigentlich zu  viel  oder  zu  wenig vorbereitet? Bis  hin  zu  der  Frage: Kann  ich  atmen? Die  Kontrolle  behalten? Gibt  es  irgendwo  auf  der  Welt  einen  Mengenrabatt  für  Schwangere  was  Klopapier  angeht?

Jeder  Tag ist  spannend und  erfüllt  mit  Fragen.

Ich  bin  gespannt  auf  die  Antwort (en).

 

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Goodbye Ego

Es  ist  18.20  Uhr.  Die  Sonne  ist untergegangen,  mein  Hund  träumt  offebnsichtlich vom  Wald (da,  wo  man immer  etwas  findet.  Stöckchen.  Knochen. Spuren  von  Tieren denen  man  hinterherjagen  kann. Aber  all  das  ist…  draussen,  seufz.  ) da alle  Beine  zucken. Das  Feuer  im  Ofen  brennt  gemächlich,  irgendwie  kommt heute  kein  richtiger  „Zug“  in  Gang. Doch,  langsam  kriecht  das  Ofenthermomether auf  250  Grad  Celsius  und  lässt  den Lammbraten  schwitzen.

Neben  mir  liegt  ein  Kochbuch von  ca  1880,  das  schon  beim  Hingucken  auseinanderbröselt. Herrlich,  weil  es  OHNE  Mengenangaben  auskommt,  tut  noch  thut  geschrieben  wird  und  die  Rezepte für  einen  Feuerherd  geschrieben  sind.  Nein,  ich möchte  kein Bedauern .  Ich  hab  einen  E-Herd mit  Abzugshaube, eine  Mikrowelle, eine  Geschirrspülmaschine hier  stehen. Sie  dienen  als  Teil-Platz-Halter  für meine Arbeitsplatte. Vermutlich  funktionieren sie  auch. ´Nur-  ich benutze  sie  nicht.Das  Heizen unseres  Hauses, das Kochen  und  Abwaschen  geschieht  hier   wie  vor 150  Jahren. Der Mann  hackt  Holz und bringt  es  rein,  den  Rest  mach  ich. Seit  Anfang  Februar brauche  ich nicht  mehr  zu  arbeiten  und  wir  sind  mit  Sack  und  Pack  bei  Minus  38  Grad  Celsius  in  unser  Mietshaus  nach  Näsa°ker  gezogen. Um unser Nest bauen. Die  Mayas  hatten  recht…  in  einem  Monat schon  steht  das  Ende  der  Welt  bevor.. Meiner  Welt:   Tschö  Ego,  ich  werd  Mutter !

Als  kleiner  Vorgeschmack  tummeln  sich  seit  einer  Woche  die  ersten  Zicklein in unserem  Stall  und  in  ein paar  Wochen  werden die  Schafe  und  ich  um  die  Ablammbox  konkurrieren. ( Falls man  den  scherzhaften  Worten  meines  Lebensgefährten und  besten  Mann  von  allen  Glauben  schenken  darf.  )

Tatsächlich  schafft  er  es  mir  bei  momentanen  85  Kilogramm Lebendgewicht,  Stützstrümpfen  (JAAAAAAAA!) und  viel  Geächze  und  Gestöhne  beim  nächtlichen  Umdrehen-  von  den  nächtlichen  Klobesuchen  reden  wir  erst gar  nicht- das  Gefühl  zu  vermitteln  ich   (ICH) sei  perfekt  und  anziehend.  Das  macht  das  Ganze  sehr  entspannt,  auch  wenn  mich  mein  Zahnarzttrauma von  vor  7  Jahren  (tssssssssssss…  hier  kommt  der  Bohrer…  nein,  das  tut  nicht  weh…  tsss…  NERV!  AUUUUUUUUUUUUUU!!!!!!!!!Zucken…  nein,  also  das dürfte  nicht  so  weh  tun….vielleicht  hätten  wir  doch  lokal  betäuben s ollen…  tsssssssss,  Nerv  Auuuuuuuuuuuuuuuu!!!!!!!) vor ein  paar  Tagen eingeholt  hat.  Ich  hatte  immer  wiederkehrende  Schmerzen  im  rechten  Kiefer  (UNTEN.  Aber  das  grosse  Loch  war  oben.  LOGIK???)Trotz  allem  Kopfkalkül  (Ruhig  atmen,  entspannen,  schöne  Gedanken machen….mpf, büddä  LOKALBETÄUBUNG!!!!!!!!!) und  mit  ohne  Schmerzen  unter  der  Behandlung war  ich  danach  ein bleiches, zitterndes  Wrack mit  lebloser Oberlippe,  was  mitleidig  vom  Freund  zur  Apotheke  begleitet (MUSS  Mundspülung  kaufen  und die  Pasta  die  angeblich in  aller  TV  Werbung  zu  sehen  ist  und  Schmerzen nimmt,  jajaja,  egal,  hab  kein  TV,  aber  Placebo  ist  immer  gut  und  wenn  medizinisch  an  armen  Studenten erprobt  umso  besser )und  dann  zu  beruhigender  klassischer  Musik  nach  Hause  gefahren  wurde. Jetzt  jedenfalls  sind  es  noch  4  Wochen    und unsere  Kleine nimmt  derart  viel  Raum in meinem  Bauch  ein dass ich  nur  Kinderportionen  herunterbekomme.  Zu  meinem  Bedauern  scheinen  wir  gerade  jetzt  häufiger  zum  Essen  eingeladen zu  werden.  Und Leute,  ich  spreche  von  vorzüglichem  Essen.. : )

Das  Leben  ist  wundervoll.  Ruhig.  Ausgeglichen. Ich  habe  keinen  Tag  in  den  letzten  2  Jahren  hier in  Schweden bereut.  Nicht,  dass  es ein  einziges  Zuckerschlecken  gewesen  wäre  bisher.  Auch  die  Scheidung  von  meiner  Jugendliebe,  die meine  Zukunft  sein sollte  war  so  nicht  geplant  gewesen. Aber  am  Ende  dieses   kleinen  Kreises  hat  sich  zumindest  alles  so  gefügt,  dass  es  ein  harmonisches  Bild  ergibt.

Wir leben  hier gut und  sorglos  auf unserer  kleinen Farm und  alles,  alles  darf seine  Zeit dauern.

Kann man  sich mehr  wünschen?

Der  Winter  verzieht  sich  langsam  hinter  die  Bäume.  Er  wirkt  ein  wenig  zerknirscht.  Noch  liegt  Schnee  weit  ausgebreitet  über  Wald  und  Feldern. Doch  man  hört  es  am Rauschen  der  Bäume,  am  Bellen  der  Füchse  bei  Nacht und zunehmenden  Sprudeln  des  noch halb  vereisten A°ngerman-  Flusses:  Der  Frühling  ist  da! Auf meinem  Fensterbrett  erwachen  die  ersten  beiden  Tomatenpflanzen.  Morgen w erde  ich  online Samen  bestellen,  denn  im Mai  und  Juni  gilt  es  mit  den Nachbarn  Kartoffeln,  Pastinacken,  Rote Beete,  Möhren, Kohl, Brokkoli  und  Salat   ( nicht  zu  vergessen  Unmengen an  Kräutern  : )  ) für den  nächsten Winter in  die Erde  zu  bringen .

Den  ersten  Winter  hier…mit unserer  Kleinen.

Der  Name  steht  bereits  fest. Einen,  den sie  gewählt  hat,  bevor  ich  wusste,  dass ich schwanger  bin  und  einen,  den  wir ihr  zusammen  geben.

Goodbye  Ego. Willkommen  neue  Welt  : )

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In Gedanken

Vor etwas ueber einem halben Jahr waren die Seiten auf facebook meiner Vilhelmina-Bekannten voll mit einem Thema: T. Ein 9jähriges Mädchen aus der Umgebung, da s viele kannten und liebten, das lange gegen Krebs kämpfte, doch schliesslich diesen Kampf verlor. Ich kannte die Kleine nicht, folgte aber einem Link zu einer Homepage, die ihre Mutter eingerichtet hatte. Hier schrieb sich vor allem ihre Mum den Schmerz und ihre Sehnsucht nach ihrer Tochter vom Leib- schreibt immernoch. Meine Assistentin und ich hatten damals den Blog eine Weile mitverfolgt und mitgweint, so nahe ging uns das.
Vorhin nun kam ein Mann. Mit einem Kaninchen. Es sei schon recht alt und habe seiner Enkelin gehört. Sie sei leider gestorben und nun sei es Zeit fuer das Kaninchen zu gehen. Ich nahm den Mann mit in die Praxis, betrachtete das alte, schöne Tier und entzuendete eine Kerze. Wir machen das häufig so bei Einschläferungen. Wer zu uns kommt, verliert ein Familienmitglied und dem wollen wir Respekt zollen.
Während das Tier einschlief, bereitete ich die Papiere vor und meine Assitentin erinnerte mich an das kleine Mädchen… sollte das ihr Kaninchen gewesen sein?
Mein Hals schnuerte sich zusammen, ich ging nach all den Monaten noch einmal auf die Homepage und sah, dass die ganze Familie noch immer fast täglich an ihre „kleine Elfe“ schrieben. Mit dem Lesen kam die Gewissheit und mit der Gewissheit meine Tränen. Ich konnte sie nicht zurueckhalten, als ich zu dem Mann ins Zimmer kam, dessen Augen ebenfalls brnnten. Ich sagte“ Entschuldige, darf ich Dir eine persönliche Frage stellen? Deine Enkelin, hiess sie T.?“ Er nickte und Tränen rollten ueber sein Gesicht. Ich konnte nichts mehr sagen und schrieb nur ein paar kurze Zeilen an ihn und die Mutter der Kleinen um mein/unser Mitgefuehl auszudruecken. Er dreuckte meine Hand ganz fest und mehr musste auch nicht gesagt werden. Ich bin selbst im 5 . Monat schwanger jetzt und der Gedanke (m) ein Kind zu verlieren ist schrecklich. Vielleicht geht mir ihr Schicksal deswegen so nahe, vielleicht auch, weil sie der älteren Tochter einer meiner engsten Freundinnen so ähnlich sah. In jedem Fall hoffe ich, dass sie ihren kleinen Freund und Weggefährten nun wieder in ihre kleine Arme schliessen kann.

Ich habe lange nicht und schon gar nichts persönliches ueber mich geschrieben, weil mein Leben eine Totalwendung genommen hat. Vor bald einem Jahr wurde die Gewissheit, dass ich meinen Mann liebte, aber nicht mit ihm leben kann immer stärker, Im gleichen Masse stieg die Enttäuschung, weil er den Schritt nach Schweden zu gehen immer wieder aufschob und mich hier alleine sitzen liess. Ich will nicht in Details gehen, aber es kam zur Trennung und ich bin seit einem dreiviertel Jahr mit einem Schweden zusammen, mit dem ich nun ein Kind erwarte. Es ist doch seltsam, oder? Wie sehr man es auch plant, im Leben kommt am ende alles anders als gedacht. Ich hoffe dennoch- zum Besten, aber man weiss eben nie wie lange das IST, was ist.
Das nur als seelenruehrige Gedanken nebenbei. Ich wollte einfach schreiben, wie es gerade um alles steht, weil ich Lust habe mehr zu schreiben, aber nicht alle Gedanken online veröffentlichen will. Schon gar nicht, wnen man noch völlig benommen vom Geschehen um einen ist.
Bis demnächst!

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Neue Anekdote- Angst um den Staubsauger

Am  Wochenende  hatte ich  tagsueber  Bereitschaft.  Kurz  vor  Dienstschluss  läutete  meine Handy. Bitte  nix  langes,  dachte  ich…  Am  anderen Ende – eine  sehr  aufgeregte  Frauenstimme.

„Ja,  hallo,  es  geht  um  meine  Katze!  Sie  schreit  jämmerlich  und  hört  seit  gestern abend  nicht  damit  auf!  Sie  hat  auch  einen  grossen  Nabelbruch!“

Ich: „Wie  gross  ist  der ? “ Sie : “ Tennisballgross.  “

Ooops,  dachte  ich… “ Wie  geht  es  ihr  denn  jetzt  gerade?“  „Ja  also, sie  trinkt  und  frisst  und  macht  ihr  Geschäft  und  alles….  aber…  sie  schreit  so  !“ Mir  dämmerte was…

„Sag  mal..  wie  alt  ist  denn  Deine  Katze…“ Bei  der Antwort  zitterte  ihre  Stimme  immernoch: „Elf  Monate“. 

Ich  lachte  und meinte,  dass  sie  vermutlich  keine  Angst  zu  haben  brauche.  Ihre  Katze  sei  schlichtweg… rollig!

Frohgemut  verabschiedeten  wir  uns.

Heute  frueh, während  der  Telefonsprechstunde, war  sie  wieder  am  Apparat:

“ Du  hattest  recht! Ich  war  gezwungen  sie  in  den  Keller  zu  stecken! Sie  schreit ununterbrochen! Hier oben  hat  sie  versucht  sich  mit dem  Laptop  zu  paaren. Unten  hat  sie  es  jetzt  schon  mit dem  Waschmittel  und  dem  Staubsauger  gemacht! Ich  halte  das  nicht  mehr  aus!“

Ich  lag  fast  auf  dem  Boden  vor  Lachen. Die  Tränen  rannten  nur  so  ueber  mein  Gesicht. Dazwischen  jappste  ich: “ Och Mönsch,  es  ist  doch  ihr  erstes  Mal!  Sie  ist  völlig  hormonueberschwemmt! Hab  doch  Mitleid! “  Sie,  ebenfalls  lachend: “ Nee,  ich  hab  kein Mitleid  mit ihr!  Ich  hab  Mitleid  mit  dem  Staubsauger!“

Sie  bekam  ein  Rezept (eine  Hand voll  Hormone  fuer  den Hausfrieden  und  einen OP  termin, damit  der auch  in Zukunft  gewahrt  sein wuerde ) (Der  Nabelbruch  wird im Uebrigen  demnächst operiert)

Geschichten,  die  das  leben  schreibt,  ich  sach  s  ja  immer  wieder  ; )

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