Und plötzlich spielt alles keine Rolle mehr. Von jetzt auf gleich. Vor zwei Stunden noch nervös tretend auf deinem Fahrrad, trotz des Regens, dorthin gefahren. Leichtes Magengrummeln, viel Unwissenheit und noch viel mehr Angst vor noch mehr Unwissenheit- aus Angst. Es ist ein Teufelskreis. Geschäftig einen Kaffee geholt, das Wasser aufgefüllt und sehnsüchtig aus dem Fenster auf die Berge geschaut.
Der kurze Moment Idylle. Der kurze Moment- was mache ich hier eigentlich.
Die Notanker des Alltags fest, beinahe verkrampft festhaltend, die da sind: klärende Gespräche, oder schlichte Einigkeit der Übereinkunft, eine Wissenslücken zu haben. Die du nicht haben darfst. Wissenslücken sind nicht erlaubt. Gut bezahlt am falschen Ort. Die Arterien langsam zerfetzen lassen, dabei dachtest du doch „Druck- nicht mit mir“. Und jetzt ist er da. Der Druck. Mit dir. Zementschwer. Ein Hochaus des Wahnsinns.
Und kämpfst weiter. Machst und tust, fleissig, eifrig, in der Hoffnung unklare Anforderungen rasch zu erfüllen um jah nicht… ja was denn? Als ungeeignet da zu stehen? Ersetzt zu werden? Als inkompetent zu gelten?
Als wäre das hier der Brutkasten des Rattenrennens, blinzelst du zweimal, atmest mit Technik kürzer ein als aus und hoffst, dass das Zittern und das Herzrasen endlich ein Ende finden. Nur für heute bitte. Und sei es für 10 Minuten. 10 Minuten Angst-Pause.

Und wieder der Gedanke: was mache ich hier eigentlich.
Bis dann, als wäre ein Schalter umgelegt worden, von jetzt auf gleich, die Worte ertönen „es reicht nicht“ und „sofortiger Wirkung“. In einem kleinen Konferenzraum. Wie oft hast du hier gesessen. Und nun, kein Lächeln. „Nimm es nicht persönlich- aber geh“. Packen. Gehen. Tür zu. Ende.
Niemand läuft einen Marathon mit und wird derart abgefrühstückt. Doch hier schon. Ein kurzes Händeschütteln- und das wars. Over and out.

Wir sind hier nicht um Spaß zu haben.
Auch wenn sie sagen „der Job soll dir Spaß machen“ ist das ein übertrieben platter Code für „halt dich ran, oder du bist raus“. Selbst wenn nie jemand klar definiert, was „ranhalten“ konkret bedeutet.
Dann eben raus.







