Wieder zurück

Möchte mich zuerst einmal entschuldigen, dass ihr so lange nichts von mir lesen konntet und ich mir auch eure Beiträge nicht anschauen konnte!

Musste Mitte Juli notfallmässig stationär in die Uniklinik Freiburg, Neuro-Chirurgie, wo mir ein…zum Glück gutartiges!…Meningeom im Kopf entfernt wurde. Es hatte einen Krampfanfall mit anschliessendem Sturz verursacht, völlig unvorhergesehen und ohne Vorzeichen. Durch den Sturz kam es zu einer Gehirnblutung und Schlüsselbeinbruch (der Bruch wurde 1 Woche nach der Kopf-OP operiert)

Glück im Unglück, es ist daheim passiert und dadurch wurde der Tumor entdeckt, der schon 20 oder sogar 30 Jahre vorhanden gewesen sein könnte (Aussage Neurochirurg). 

Inzwischen geht es mir wieder gut!! Kann jetzt auch wieder am Laptop arbeiten ohne dass der Kreislauf rebelliert. Seit einer Woche darf ich wieder mit Jana, meiner Hündin laufen. Die Arme hatte die ganze Zeit meines Krankenhausaufenthaltes auf mich gewartet und schläft erst seitdem ich wieder daheim bin im Schlafzimmer.

Werde mir die nächsten Tage in Ruhe eure Berichte anschauen und bin schon sehr gespannt darauf.

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Pfahlbauten, Unteruhldingen

Nach einer Dreiviertelstunde erreichten wir von Ravensburg aus den Bodensee. Mein Partner hatte sich den Besuch der Pfahlbauten in Unteruhldingen gewünscht. Ich selber war vor Jahrzehnten das letzte Mal dort und war gespannt darauf was sich verändert hat.

Ein neuer riesiger Parkplatz ein Stück von den Pfahlbauten entfernt, das war der erste Eindruck. Er war aber noch ziemlich leer, trotzdem früher Nachmittag war. In der Touristeninfo am Rande des Platzes bekamen wir eine Wegbeschreibung. Wir mussten durch eine Fussgängerunterführung auf die andere Strassenseite und danach immer Richtung See. Unterwegs kamen wir an einigen Imbissbuden vorbei, alle mit einem reichhaltigen Angebot an Fischgerichten, natürlich mit Fisch aus dem Bodensee. Hunger hatten wir keinen nach dem Mittagessen in Ravensburg, schade eigentlich.

Bald kamen wir an den See und sahen dort auch gleich den über 12 Meter hohen Holzbau, der neu erbaut und vor einem Jahr als Besucherzentrum und Ausstellungshalle eröffnet wurde. 

Das Ticket kostete 14,– Euro je Person. Das kann man aber gut akzeptieren, denn der Unterhalt und die Erforschung der Pfahlbauten verschlingt sicher hohe Summen. Nach dem Bezahlen wurden wir gleich von einer Dame in Empfang genommen, die uns den Besuch des ARCHAEORAMA empfahl, vorausgesetzt man leidet nicht unter Platzangst. Man wurde in einen Raum geleitet, der dann geschlossen wurde. Stimmen und bewegte Bilder an allen Wänden erzählten über die Taucharchäolgen bei ihren Forschungen und das Leben in den Pfahlbauten. Am Ende der Vorführungen öffnete sich eine Türe und beim Hinausgehen sah man die restaurierten Dörfer vor sich stehen. Jede Gruppe war ein Dorf aus der jeweiligen Zeit.

Ein Angestellter hielt einen kleinen Vortrag über das archäologische Freilichtmuseum, das  Nachbauten von Pfahldörfern mit zur Zeit insgesamt 23 Pfahlbauten aus der Stein- und Bronzezeit (4300 v. Chr. bis 847 v. Chr.) zeigt. Die Pfahlbauten gehören zum UNESCO- Weltkulturerbe.

Anschliessend konnte man sich selbständig auf den ausgewiesenen Rundgang begeben und alles in Ruhe ansehen. Früher wurde man von einem Führer begleitet, der alles erklärte und auch Fragen beantworten konnte. Das fand ich persönlich besser.

Aber auch so war es ein sehr interessanter Rundgang. Schon der Unterschied zwischen den Dörfern aus der Steinzeit zu denen aus der Bronzezeit war bemerkenswert.

Hätte noch viel mehr Bilder machen können, aber vielleicht wird ja auch der eine oder andere mit meiner Auswahl neugierig auf diesen wirklich empfehlenswerten Ausflug. 

Von den Stegen hatte man auch schöne Ausblicke auf den Bodensee.

Am Ende des Rundgangs gab es noch einen Steinzeitparcour mit der Möglichkeit mitzumachen. Das Angebot wurde gerade von einer Schulklasse genutzt, deswegen war nicht alles zugänglich. 

auch damals gab es schon den Klimawandel

Zum Abschluss des Besuches besichtigten wir in der Ausstellungshalle im Erd- und Obergeschoss die Originalfunde der Stein- und Bronzezeit. In den Pfahlbauten waren nur mit Originalwerkzeugen nachgebaute Funde zu sehen. Verständlich, die Originale sind ja viel zu wertvoll. Auch Belege darüber, wie die Wissenschaft den Bodensee seit über 100 Jahren erforscht, waren in Schaukästen zu sehen. 

Noch erfüllt von den vielen schönen Eindrücken liefen wir zurück auf den Parkplatz, der sich inzwischen gefüllt hatte. Ich machte noch einen kurzen Spaziergang mit Jana, die im Wohnmobil auf uns gewartet hatte und dann war es Zeit heimzufahren.

Es war ein schöner Kurzurlaub, zwar nur 3 Tage, aber wir haben viel Schönes gesehen und das alles in Ruhe und ohne Stress.

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Ravensburg

Unser geplantes (Zwischen-) Ziel für den Tag der Heimfahrt lag am Bodensee. Aber auf der Strecke von Bad Wurzach hinunter an den See lag Ravensburg. Das kannte ich noch nicht und wir beschlossen spontan auch dort einen Halt einzulegen. In der Nähe zur Altstadt gab es einen Stellplatz auf dem man für 12,60 Euro/24 Stunden stehen könnte. Wir wählten aber die Variante für 3 Stunden, da wir nach dem Stadtbesuch weiterfahren wollten. Es war noch früher Vormittag und der Platz fast leer.

Ravensburg ist eine ehemalige Reichsstadt (bis 1803) und wurde wegen ihrer vielen mittelalterlichen Türme früher das schwäbische Nürnberg genannt. Durch die Papierproduktion, die Ende des 14. Jahrhunderts entstand und ihre Blütezeit im 16. Jahrhundert hatte, war Ravensburg im Mittelalter der grösste Papierlieferant nördlich der Alpen und erst die zweite Stadt in Deutschland, neben Nürnberg, die Papier herstellte.  Weltweit bekannt ist die Stadt für das Unternehmen „Ravensburger Spiele“

Nach 15 Minuten zu Fuss hatten wir die Altstadt erreicht. Zum Glück war Ravensburg im 2. Weltkrieg kaum von Luftangriffen betroffen, so blieb die historische Altstadt mit ihren insgesamt 17 Türmen und Toren vollständig erhalten.

Untertor, Sicht ausserhalb der Altstadt

Durch einen Torbogen betraten wir die Altstadt und hielten uns an die Strasse rechterhand. Wegen des schönen Wetters waren schon viele Menschen unterwegs, aber es wurde nie eng und Jana, die Hündin lief entspannt nebenher. Wie meistens entlockte sie vielen Passanten ein Lächeln und manch einer schaute ihr hinterher.

Wir kamen am Seelhaus vorbei. Das ist eine Herberge, die im Jahr 1408 für Pilger gestiftet wurde, die den Jakobsweg gewandert sind. Sie konnten dort kostenlos übernachten und mussten nur versprechen für die Familie des Stifters und die Bürger von Ravensburg zu beten. Im 2. Obergeschoss befindet sich heute noch das Gebetshaus.

Seelhaus, im Hintergrund der Blaserturm

Auch der Blaserturm am Marienplatz gibt einen Hinweis auf eine traurige Geschichte. Vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1915 gab es in Ravensburg einen Treffpunkt auf dem „Hütekindermarkt“ zur Vermittlung von Hütekindern, auch als Schwabenkinder bekannt. Sie kamen aus armen Bauernfamilien in Tirol, Liechtenstein und der Schweiz. Am Blaserturm hängt eine Gedenktafel darüber.

rechts Waaghaus, links Blaserturm

Jetzt lasse ich erstmal die Bilder des Stadtbummels für sich sprechen…

Rathaus

Altes Theater (Brotlaube) –  Markthalle und früher Kaufhaus

Patrizierhaus aus dem 16. Jahrhundert

in der Mitte die Marienapotheke

Obertor

Wehrturm, auch Mehlsack genannt, das Wahrzeichen von Ravensburg

links Museum Ravensburger

Da wir auf der unteren Strasse, die fast parallel zur oberen verlief, zurück zum Ausgangspunkt wollten, passierten wir das sehr alte Fachwerkhaus und hielten uns danach links.

das alte Theater von der Gespinstmarktseite aus

Nun wurde es Zeit uns einen gemütlichen Platz zum Mittagessen zu suchen. Auswahl von Lokalen gab es genug, aber freie Plätze waren rar. Aber wir wurden nach einiger Zeit fündig und genossen es im Schatten zu sitzen und Hunger und Durst stillen zu können.

Danach wurde es Zeit langsam zum Fahrzeug zurückzukehren. Vorbei an einer wunderschönen idyllischen Ecke und dem Grünen Turm aus dem 15. Jahrhundert, der früher als Gefängnis genutzt wurde, verliessen wir die Altstadt durch das Frauentor.

Grüner Turm vom Marienplatz aus

Grüner Turm von ausserhalb der Altstadt

Für den Rückweg zum Parkplatz brauchten wir etwas länger. Das sehr warme Wetter hatte wohl meinen Orientierungssinn etwas getrübt, wir verliefen uns und brauchten fast eine Stunde. Mir tat nur Jana leid, aber sie hielt tapfer durch. 

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Bad Wurzach

Um nach Bad Wurzach zu gelangen, das unser Tagesziel sein sollte, mussten wir ein kurzes Stück durch Österreich fahren, vorbei an Bregenz und durch den Pfändertunnel, der inzwischen mautfrei zu befahren ist. 

Wir kamen am frühen Nachmittag dort an und fuhren zuerst auf den in der Nähe des Moor-Thermalbades liegenden offiziellen Stellplatz. Der Platz lag schön im Grünen und da es ziemlich warm, fast heiss geworden war, holten wir erstmal Tisch und Stühle raus und entspannten uns ausgiebig. 

Ganz in der Nähe liegt das Wurzacher Ried. Das ist eine Urlandschaft, gebildet von dem Rheingletscher aus den vergangenen Eiszeiten. Heute ist es das grösste zusammenhängende intakte Hochmoor in Mitteleuropa und eines der grössten Naturschutzgebiete Baden-Württembergs.

Wir haben es leider nicht besucht, da wir am nächsten Tag abends zu Hause sein mussten und unterwegs noch ein Wunschziel hatten. Aber dadurch haben wir auch einen Grund mal wieder dorthin zu fahren.

Nach Bad Wurzach selbst liefen wir erst am frühen Abend, da wir uns zu dieser Zeit angenehmere Temperaturen erhofften und Jana, unsere inzwischen neunjährige Hündin ja auch mit durfte. Wir wählten den Weg am Waldrand entlang. Da hatte Jana eine schöne Wiese zum Laufen.

Nach einer halben Stunde erreichten wir den Ort. Seit 1936 ist er Kurort und 1950 bekam der Ortsnamen den Zusatz Bad. Bad Wurzach ist das älteste Moorheilbad Baden-Württembergs.

Wir liefen an der St. Verena Kirche vorbei wo es noch recht ruhig war. 

links von der Kirche liegt das Kloster

Im Zentrum war etwas mehr los, aber trotzdem ruhig,  fast verschlafen.

Rathaus mit Stadtbrunnen

 

Schloss

Beim Bummel durch das Städtchen hielten wir Ausschau nach einer Möglichkeit zum Abendessen. Aber viele Lokale waren geschlossen, anscheinend ist der Mittwoch dort ein beliebter Tag als Ruhetag. Schlussendlich kamen wir wieder beim Ausgangspunkt an und holten uns etwas an einem food truck mit Sitzgelegenheiten, der im Hintergrund des Klosterplatzes stand. Es schmeckte sehr gut und auch das Bier aus der nahegelegenen Brauerei löschte unseren Durst auf sehr angenehme Weise.

Nach dem Essen liefen wir wieder zum Stellplatz, dieses Mal am Rand des Kurgebiets entlang. Das war kürzer und nach einer Viertelstunde waren wir nach einem leichten Anstieg dort. Es waren noch 2 Wohnmobile angekommen, aber es gab noch genug leere Plätze.

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir am nächsten Tag mit zwei Unterbrechungen entspannt Richtung Elsass.

das Foto wurde nach der Ankunft aufgenommen

Der Stellplatz liegt zwischen dem Wurzacher Ried und dem Moor-Thermalbad. Der Ort liegt fussläufig etwas unterhalb. Er bietet V/E (Strom und Frischwasser werden extra abgerechnet), W-Lan und eine schattenlose Picknickecke. 24 Stunden kosten 12,50 Euro plus 2,– Euro Kurtaxe pro Person, Kartenpfand 5,–Euro –                                                                        Dusche/WC in der Therme 3 Euro täglich 10 – 22 Uhr, die Therme bietet verschiedene Angebote für Stellplatznutzer, z.B. 3 Stunden Aufenthalt und nur 2 Stunden bezahlen

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Vaduz

Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir nach dem Frühstück nach Vaduz hinein, um uns das Städtchen genauer anzuschauen. Von vornherein war das nicht geplant, bot sich aber an, da wir in der Nähe waren.

Vaduz ist die Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein und liegt am Rhein nahe der Schweizer Grenze. Es ist Sitz der Staatsregierung und aller Gerichte. Ausserdem ist es als internationaler Finanzplatz bekannt. Das Schloss aus dem 12. Jahrhundert als Residenz des Fürsten liegt auf einem Hügel über der Stadt und wird von der Familie seit 1938 bewohnt.

Wir fanden fussläufig zum Zentrum einen geeigneten Parkplatz mit Blick hoch zum Schloss und waren in wenigen Minuten dort.

Fast das ganze Stadtzentrum ist Fussgängerzone und machte einen modernen und eher nüchternen Eindruck.

Dompfarrei St. Florin

Regierungsgebäude

In der Nähe des Postmuseums waren auf dem Platz einige übergrosse Briefmarken als Schmuck angebracht.

Casino

Den verschiedenen Museen schlossen sich einige Schmuck- und Uhrengeschäfte an. Diese waren ein grosser Anziehungspunkt für die sehr zahlreichen Besucher aus Asien, Indien und Pakistan. Mit ihren Smartphones klebten sie an den Schaufenstern und fotografierten dort alles, um anschliessend in die Verkaufsräume zu strömen. Danach schlossen sofort die nächsten wartenden Reisegruppen auf. Das war nicht so nach meinem Geschmack. Auch die in kurzen zeitlichen Abständen durchfahrenden Touristenbähnchen störten mich persönlich eher. Möchte nicht erleben wie es dort in der Ferienzeit zugeht.

Das Schloss konnte man verständlicherweise nicht besichtigen, aber als Modell war es in einer Ecke der Fussgängerzone ausgestellt.

Nach dem Rundgang kehrten wir zum Fahrzeug zurück und fuhren zu unserem geplanten Tagesziel auf der deutschen Seite des Bodensees.

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Werdenberg, ein (von uns) bisher unentdecktes Kleinod

Wir wollten dieses Frühjahr schon länger mit dem Wohnmobil eine kleine Rundreise von 3 Tagen machen. Aber entweder spielte das Wetter nicht mit oder wichtige Termine liessen uns die Fahrt verschieben. Es sollte auch nicht weit entfernt sein, nur ca. 2 Stunden Fahrt.

Endlich passte alles. An einem Dienstag fuhren wir nach dem Frühstück gemütlich los. Unser Ziel war Werdenberg, mit knapp 60 Einwohnern das kleinste Städtchen mit historischem Stadtrecht der Schweiz. Es liegt im Kanton St. Gallen nahe dem Fürstentum Liechtenstein.

Die Fahrt verlief sehr entspannt und auch landschaftlich hatte sie einiges zu bieten.  Es ging vorbei am Zürichsee, danach entlang des Walensee und schliesslich am Rhein entlang, der die Grenze zwischen Schweiz und Liechtenstein bildet. Um die Mittagszeit hielten wir auf einem Rastplatz. Dort kam Jana zu ihrem Recht und wir konnten unseren Hunger mit den mitgenommenen belegten Brötchen stillen. Von dort war es nur noch ein kurzes Stück bis zu unserem Tagesziel.

Wir parkierten auf einem geschotterten Parkplatz direkt am Werdenbergersee und hatten von dort einen wunderschönen Blick hinüber nach Werdenberg.

Werdenberg ist die älteste Holzbausiedlung der Schweiz. Das gleichnamige Schloss liegt über dem Städtchen auf einem Hügel. Es war im Mittelalter der Herrschaftssitz von Montfort und Werdenberg und ab dem 16. Jahrhundert Landvogteisitz der Glarner. Während der Napoleonischen Kriege wurde es von den Franzosen als Lazarett genutzt. Heute gehört es dem Kanton Sankt Gallen.

Wir liefen um den kleinen See herum. Jana war wegen der vielen Enten auf dem Wasser ganz aufgeregt. Danach erkundeten wir den wirklich kleinen, aber sehr idyllischen Ort.

Danach nahmen den steilen Anstieg durch die Rebberge hinauf zur Burg. Dort legten wir bei der kleinen Burgschenke eine Kaffee- und Verschnaufpause ein. 

Zurück ins Dorf wählten wir den etwas längeren, aber dafür leichteren Weg. 

Wieder beim Fahrzeug angekommen entschieden wir uns gegen eine Übernachtung auf dem Parkplatz. Es gab zwar keine Verbotstafeln, aber wir wollten auch keine Verwarnung riskieren. Das könnte in der Schweiz ziemlich teuer werden.

Nur wenige Fahrminuten entfernt gab es  auf dem Parkplatz  vom Rheinstadion am Ortsrand von Vaduz (Liechtenstein) einen offiziellen Stellplatz, der sogar kostenlos war. Von dort hatte man einen schönen Blick auf das Schloss des Fürsten.

Der Platz bot auch V/E, was aber ziemlich versteckt in einer Ecke in der Nähe der Bushaltestelle war.  Man könnte von dort aus mit dem Bus ins Zentrum fahren.

Obwohl zwischen Platz und Rhein eine vielbefahrene Strasse lag, war die Nacht sehr ruhig. 

Blick am nächsten Morgen:

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Port-Louis

Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir am späten Vormittag Port-Louis.

Die ehemalige Festungsstadt liegt nur durch eine Meeresbucht getrennt neben Lorient. Ursprünglich hiess das Fischerdorf Blavet, nach dem Fluss, der dort in den Atlantik mündet. Die Spanier begannen im 16. Jahrhundert zum Schutz der Hafeneinfahrt von Lorient eine Zitadelle zu bauen. Diese wurde im Jahr 1637 von König Louis XIII vollendet und der Ort in Port-Louis umbenannt.  Der Wohlstand kam als Port-Louis Sitz der französischen Ostindienkompanie wurde. Nach der Verlegung der Kompanie nach Lorient kehrte der Ort zum Fischfang zurück. Im 2. Weltkrieg wurde Port-Louis wegen seiner deutschen Besatzung zum grössten Teil zerstört, die Zitadelle wurde von den Besatzern als Gefangenenlager benutzt.

Es war etwas schwierig für das Navi den Stellplatz zu finden. Aber nach zweimal umkehren, weil die vorgeschlagene Strasse gesperrt war, war es geschafft. Es gab in der Nähe der Festungsmauer gleich 2 nebeneinanderliegende Plätze. Beide gehörten zur Camping Car Park Gesellschaft. Wir entschieden uns für den auf dem ehemaligen Camping municipal Gelände. Dort standen wir schön auf einem geräumigen Wiesenplatz, der durch Hecken von den anderen Plätzen getrennt war. 

altes Waschhaus gleich neben dem Stellplatz

Bis zum Ort waren es nur 500 Meter zu laufen. Er war erstaunlich gut besucht und wir fanden in den wenigen offenen Restaurants keinen freien Platz zum Mittagessen. Der südliche Teil der Bretagne war wohl bei den Touristen gefragter als der Norden. Wir wollten am Nachmittag unser Glück im Ort nochmal versuchen und liefen erstmal an den Strand, der gleich hinter der Festungsmauer lag, also in unmittelbarer Nähe unseres Stellplatzes.

Etwas später gingen wir zur Zitadelle, die auch nur wenige Gehminuten entfernt lag. Sie wirkte sehr eindrucksvoll und man hätte sie auch besichtigen können. Aber wir verzichteten darauf (das Gehen machte mir immernoch Probleme) und liefen von dort direkt in den Ort.

Blick auf Port-Louis von der Zitadelle aus

Port Louis selbst war ein nettes Städtchen mit kleinen Geschäften, aber gegen die bisher besuchten Orte mit eher moderneren Gebäuden. Die Touristen kamen wohl hauptsächlich wegen der Zitadelle und dem Strand.

Wir entdeckten aber ein besonderes Café. Schon das Äussere fiel durch seine farbliche Gestaltung auf. Noch schöner war es innen. Zuerst kam man in einen tollen urigen Bücherladen mit vereinzelten Tischchen und Stühlen. Wir liefen aber erst einmal durch und entdeckten hinter dem Haus einen wunderschönen Garten mit verstreut stehenden Möglichkeiten zum Kaffeetrinken. Dort liessen wir uns den echt guten hausgemachten Kuchen schmecken. Die Bücherei schaute ich mir danach noch genauer an. 

Zufrieden kehrten wir zum Fahrzeug zurück und sassen bei sehr angenehmen Temperaturen noch lange draussen.

Der letzte Spaziergang des Tages ging natürlich nochmal an den Strand. 

 

Côte Sauvage

Der Tag der Heimreise war gekommen. Bis zur Côte Sauvage war es nicht weit und wir mussten sowieso zuerst in diese Richtung. Diese wilde Küste war uns von 2012 noch in bester Erinnerung und deshalb wollten wir nicht abreisen ohne sie wenigstens kurz zu besuchen. 

Wir wurden nicht enttäuscht. So aufgewühlt liebe ich das Meer, aber der Abschied auf unbestimmte Zeit vom Meer wurde mir dadurch nicht leichter.

Knapp 1000 Kilometer  Heimweg lagen vor uns, in gerader (Luft-)linie immer Richtung Osten.

Herzlichen Dank an alle fürs Lesen und Begleiten! Es macht viel Freude die Erlebnisse teilen zu können! 🙂

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Einfach nur Meer…..

….an der Südküste der Bretagne.

Wir folgten weiter der Strasse in Küstennähe in östlicher Richtung. Es gäbe noch viel zu sehen, aber so langsam neigte sich der Urlaub dem Ende zu.

Bei Névez fuhren wir eine Stichstrasse hinunter zum Meer. Ein schöner Platz für den restlichen Tag am Wasser, das war unser Wunsch. Aber die Parkplätze dort waren alle entweder zwischen dichten Büschen oder nur Tagesplätze. So machten wir nur eine Strandpause, um das schöne Wetter zu geniessen und Jana die Möglichkeit zu geben sich am und im Wasser auszutoben.

Danach hielten wir uns in Richtung Lorient, bogen aber vor der Stadt in Richtung Guidel Plages ab, um die Nacht auf einem der offiziellen Stellplätzen dort zu verbringen. Am Plage du Loch fanden wir einen geeigneten Übernachtungsplatz. Der Platz war gross, vorwiegend zwar für PKW’s,  aber eine Reihe am Rand war Wohnmobilen vorbehalten. Ausser Mülleimern gab es auf diesem kostenlosen Platz nichts zum Entsorgen. Das reichte uns vollkommen. In Frankreich fanden wir bis jetzt immer genug Möglichkeiten für die Ver- und Entsorgung unterwegs und Strom brauchten wir sowieso nicht.  

Um an den Strand zu kommen mussten wir nur die Strasse überqueren. Es war Vollmond und der Atlantik dementsprechend lebhaft.

Die Flut kam schnell herein und der Geräuschpegel war einfach toll. Wir zogen uns langsam auf den sicheren Küstenweg zurück und genossen das Schauspiel bis zur Dunkelheit.

Am Morgen beim ersten Spaziergang sah ich die vielen Pfützen auf dem Platz. Es musste nachts geregnet haben. Aber durch die Brandung, die auch nachts zu hören war, hatte ich nichts mitbekommen. Ausser uns hatten nur zwei weitere Wohnmobile die Nacht dort verbracht und weiter weg standen die drei PKW’s mit den Surfern vom vergangenen Abend. 

Pünktlich zur Weiterfahrt schien die Sonne wieder und versprach einen schönen Tag. Unser Ziel war Port Louis. Das sollte der letzte Ort auf dieser Reise durch die Bretagne sein, den wir uns anschauen wollten. Dazu folgten wir noch ein Stück der Küstenstrasse vorbei am Fort bloqué, das malerisch in der Morgensonne lag. Danach mussten wir wir ins Landesinnere abbiegen, um, nachdem wir Lorient und Lanester umfahren hatten, wieder Richtung Küste und unserem Ziel fahren zu können.

Fort bloqué

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Auf dem Weg nach Concarneau

Auf der Weiterfahrt fuhren wir an Douarnenez vorbei. Wir hatten geplant dort zu übernachten, aber der einzig mögliche Stellplatz war voll. Überall waren Baustellen und die Strassen dadurch sehr verengt. Das liess uns weiter fahren. 

Im Jahr 2012 hatten wir den Ort besucht und waren von dort aus auch zum Pointe du Raz gefahren (es gibt darüber auch Berichte ;-)), deswegen liessen wir diesen Teil aus und fuhren über Land direkt hinunter an die Baie d’Audierne. Dort fanden wir bei Plozévet an der Plage de Gored einen Wiesenplatz, auf dem man offiziell übernachten durfte. Ausser uns stand nur noch ein weiteres Wohnmobil dort.  Ich machte mit Jana einen schönen Spaziergang auf dem Weg oberhalb des Strandes.

Nachts regnete es, aber zum Glück war die Wiese etwas abschüssig und da war das Wegfahren am nächsten Morgen kein Problem. Das Wetter war auch wieder besser geworden und wir legten auf der Fahrt an der Küste entlang immer wieder kleine Pausen ein, zum Schauen und für Jana.

Phare d’Eckmühl

Unser Ziel war Concarneau und dort die Ville Close, die ummauerte Stadt. Etwa 2 Kilometer davon entfernt gab es hinter einem Wäldchen einen Stellplatz (Aire de Porzou) mit V/E und sogar einer Toilette. Er war im Oktober kostenlos, zahlen musste man nur von April bis September. Als wir am späten Nachmittag ankamen gab es nur noch wenige freie Plätze. Das Wäldchen eignete sich wunderbar um mit dem Hund laufen zu gehen und man hatte eine schöne Sicht aufs Meer.

Am nächsten Morgen liefen wir dann auf dem schmalen Weg die Küste entlang zur Ville Close. Ich hatte mich vorher über deren Geschichte informiert.

Die erste Ansiedlung entstand auf einer kleinen Insel mitten in der Flussmündung des Moros  und es wird angenommen, dass  Herzog Johann von der Bretagne im Jahr 1285 die erste Mauer um die Insel bauen liess. Die Insel ist nur ca. 350 Meter lang und etwa 100 Meter breit. Nach der Vertreibung der Engländer im 14. Jahrhundert wurde die Insel befestigt. Durch Vauban wurde die Festung im 17. Jahrhundert modernisiert und mit einer Brücke mit dem Festland verbunden.

Die Ville Close ist das historische Herz der Stadt Concarneau, die sich nach und nach um die Insel herum entwickelte. Der Hafen von Corneau ist der führende Thunfischhafen von Europa und der drittgrösste Hafen Frankreichs für Frischfisch.

Der Weg war sehr kurzweilig, da es immer wieder etwas zum Schauen gab.

Dann tauchte auf der linken Seite die alte Stadtmauer der Ville close auf. Wir liefen weiter bis zur Anlegestelle der kleinen elektrischen Fähre, die uns von der Wasserseite her hinüber an den rückwärtigen Eingang der Ville close bringen würde. Seit dem Mittelalter bestand die Möglichkeit mit einer Fähre hinüber zu fahren. Sie war gerade auf der anderen Seite und wir stellten uns kurz unter, weil ein heftiger Regenschauer vorbeizog. Die Fähre kostete nur 1,– Euro/Person, Hunde frei. Für die 200 Meter brauchte sie knapp 3 Minuten. Es hätten 30 Leute Platz, aber sie würde auch für eine Person fahren, wenn es nötig wäre. 

Blick auf Fähre und Kirche

Kaum waren wir drüben hörte es auf zu regnen und plötzlich war wie von Zauberhand strahlend blauer Himmel. Kleine Lädchen und Restaurants drängten sich dicht an dicht. Von letzteren waren allerdings nicht mehr alle geöffnet.

Wir schlenderten durch die Strässchen bis wir zum Tor am anderen Ende kamen, von wo aus man über die Brücke hinüber in die Stadt laufen konnte.

Dort war gerade Markt. Wir schauten uns in Ruhe die Stände an und kehrten dann über die Brücke zurück in den historischen Kern. Beim Blick zurück über die Strasse sah ich das Restaurant, das schon in so manchem Kommissar Dupin Krimi vorkam. Diese Filme schaue ich persönlich sehr gerne, schon allein deswegen, weil sie in der Bretagne spielen.

Auf dem Weg zurück zur Fähre kaufte ich noch ein paar passende kleine Geschenke für Tochter und Enkelin, die daheim nach Haus und Garten schauten. Es waren wenig Menschen unterwegs. Im Sommer war es sicher übervoll dort, da machte es im Spätherbst viel mehr Freude.

l’église Saint-Guénolé

Wieder am anderen Ufer angekommen liefen wir zurück zum Stellplatz. Unterwegs musste ich an die Ville close denken und daran, dass sie bei Flut oft überflutet wird. Das ist sicher nicht einfach für die Bewohner.

Blick zurück

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Locronan, ein besonderes Kleinod der Bretagne

Nach dem Verlassen der Halbinsel Crozon verliessen wir die Küste für einen Abstecher nach Locronan. Mein Bruder hatte diesen Ort ein Jahr zuvor mit seiner Frau besucht und beide waren total begeistert davon. Das war Grund genug für den kleinen Umweg.

Das Wetter zeigte sich wieder sehr bretonisch, es regnete seit dem frühen Morgen. Aber das tat der Vorfreude keinen Abbruch. Irgendwann im Laufe des Tages würde es sicher wieder aufhören und vielleicht sogar die Sonne scheinen.

Locronan hat gleich zwei Auszeichnungen: besonders malerischer Ort der Bretagne und eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Ich darf es vorweg nehmen, diese Titel trägt der Ort völlig zu Recht!

Schon die Kelten erklärten diesen Ort zum Heiligtum mit mehreren Stationen, die die 12 Monate des Jahres symbolisierten. Noch heute gibt es eine jährliche Prozession mit den 12 Gebetsstationen der Kelten. Im 6. Jahrhundert wurde der Ort durch den Heiligen Ronan zum Christentum bekehrt und danach zur Stadt ernannt, die sich von dort an Locronan nannte. Ab dem 14. Jahrhundert brachte die Segeltuchweberei  und der Handel grossen Wohlstand, der sich in den schönen Granithäusern zeigte.

Die ganze Altstadt steht mit ihren aus dem 16. – 18. Jahrhundert stammenden Häusern unter Denkmalschutz.

Wir wollten eigentlich zu einem Stellplatz fahren, aber durch Strassenarbeiten kamen wir nicht durch. Deswegen fuhren wir auf einen normalen Parkplatz kurz nach dem Ortseingang. Schon dort hatten wir einen tollen Ausblick.

Wir liefen trotz der immer wiederkehrenden Regenschauer gemütlich über das Kopfsteinpflaster und fühlten uns wie im Mittelalter. Autos, ausser die der Einwohner, waren verboten im alten Kern und wir sahen zu unserem Erstaunen keine Stromkabel oder Antennen auf und an den Häusern. Auch die Ladenschilder waren traditionell und passten zum Gesamtbild. 

Wir hatten Glück und es waren nur sehr wenige Menschen unterwegs. Das verdankten wir wohl dem Regen und der Nachsaison. In der Hauptsaison und Ferienzeit sollen sich gefühlt tausende von Menschen durch die engen Gassen bewegen.

Die Kirche Saint Ronan hatte eine gemeinsame Fassade mit der direkt daneben liegenden Chapelle du Pénity (beide aus dem 15. Jahrhundert). Die Wasserspeier unterschieden sich jedoch.

 

Ein paar tolle kleine Läden hatten gerade noch offen, bevor sie mittags schliessen würden. Ein besonderer Laden, der kleine Duftsteine herstellte schloss seine Fensterläden gerade als ich vor hatte hineinzugehen. 

Die

Crêperien waren fast alle geschlossen. Schade, aber das beeinflusste die Freude an diesem aussergewöhnlichen Ort nicht. 

Blick auf den Turm der Kirche Saint Ronan von einer Gasse aus

In Locronan war ich hoffentlich nicht zum letzten Mal. Ein weiterer Besuch dort irgendwann steht ganz oben auf meiner Wunschliste und ich kann diesen Ausflug ins Mittelalter nur jedem empfehlen.

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