• 아나 제거스의 제7의 십자가, 라디오 드라마 (1955년)

    요새 나는 거의 매일 독일어로 라디오 드라마를 들었다. 동독에서 온 라디오 드라마를 계속 웹사이트에서 들을 수 있어서 자주 옛날의 최대한 라디오 드라마도 들었다. 오늘은 아나 제거스의 (Anna Seghers) 유명한 소설 제7의 십자가 (Das siebte Kreuz) (1942년) 따라 온 라디오 드라마를 봤다. 거의 30년 전에 나는 정말 빠르게 이 소설을 읽었고 아마도 수업에서 우리 이 미국 온 영화도 봤다. 영화에서 사람들이 그냥 독일어를 말했고 소설에서 사투리가 없었지만 이 드라마에서는 (1955년) 대다수 사람들이 헤센 지억의 사투리가 너무 잘 말했다. 그것 때문에 이 라디오 드라마가 좀 더 진짜의 기분이 있었다.

    지난 주 예니 에르펜베크의 (Jenny Erpenbeck) 소설 매일의 저녁 (Aller Tage Abend) 읽었고 다시 조금 가족에 대해 찾았다. 작가의 할머니는 동독 시대에서 유명한 작가도 있었다: 헤다 친너 (Hedda Zinner) 이 라디오 드라마를 만들었다.

    라디오 드라마가 정말 나이가 많아서 대다수 목소리가 나 처음에 들었다, 그냥 한 명만 금방 알아봤다: 제리 볼프 (Gerry Wolff). 하지만 배우가 사투리 안했다.

  • Umbögen besonderer Art, erhellend

    Wenn der frühe Zug mehr als eine Viertelstunde Verspätung hat, aber ohnehin niemand mehr im Klassenraum warten werden wird, hilft meine neue Grundregel: erst einmal durchzuatmen. Und dann die Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Hörspiele zu beginnen. Meistens kann ich so irgendwie vor mich hindösen und – wenn das Stück denn gut ist – vielleicht meine Liste ein wenig erweitern. Beginnend mit gestern habe ich jedoch auch noch eine weitere Stufe entdeckt, das Ganze wieder in meine Richtung zu schieben: Ich höre, was ich hierzulande aus dem koreanischen Rundfunk bekommen kann.

    Das normale Programm lohnt, wie auch in Deutschland, nicht: Immer nur Musik, die man nicht mag, oder wenn man sie denn hören kann, die einen dann nur wieder in eine neue Stimmung versetzt, wobei die Stimmung nicht die sein muss, die man sich für den jeweiligen Tagesabschnitt erhofft hat.

    Also habe ich das Sendungsarchiv mit Podcasts entdeckt und neben 지금은 이 사람 (Jetzt, dieser Mensch), einer Interviewsendung, in der ein meist interessanter Mensch vorgestellt wird, den 라디오 북클럽 (Radio Bookclub) gefunden. Und der war heute morgen interessant. Zu hören war in der letzten Sendung vom 11. Januar (unter anderem) ein Interview mit der Schriftstellerin Gu Byeong-Mo (구병모), von der ich 2023 “Frau mit Messer” (파과, ~ Durchbruch) gelesen und durchaus gemocht habe. Erzählt wird in diesem Roman von einer alternden Auftragskillerin, die ihr Handwerk nicht mehr richtig ausführen kann…

    Im Interview auf MBC ging es um den Roman 아가미 (~Kiemen), der bereits 2011 erschienen, aber – oh Wunder – natürlich nicht auf Deutsch verfügbar ist. * Dabei durfte ich auch feststellen, dass selbst die Frau mit Messer “nur” eine Übersetzung aus dem Englischen ist. Immerhin, nun ja.

    Ich habe zumindest die ersten 10 Minuten insgesamt drei Mal gehört und dann wenigstens doch soviel verstanden, dass es im Roman um ein Mädchen geht, dass mit fünf Jahren ins Wasser fällt und seither eine Art Außenseiter ist.

    Beim ersten Hören habe ich praktisch nichts mitbekommen, dann zumindest Worte, beim dritten Mal, wie gesagt, konnte ich mich zeitweise konzentrieren und den Inhalt erahnend erschließen. Aber immerhin, interessant. Also muss ich weitermachen, weiterhören. Denn, nicht nur die durchaus sympathische Stimme von Gu Byeong-Mo war hörenswert, am meisten hat mich die abschließende Buchempfehlung ihrerseits begeistert: Sie hat kurz das Buch von Nastassja Martin: “An das Wilde glauben” (2019, Croire aux fauves) vorgestellt. Darin erzählt die Anthropologin von einer Bärenattacke, die sie 2015 auf Kamtschatka erlebt hat.

    Was manchmal das Wissen doch für Umbögen macht. *Ich bin Leipziger, und statt Umweg sagt man hier Umbogen. Andernorts findet man das lächerlich: Ich hingegen pfeife drauf. Und atme noch einmal durch.

  • Hiroshima, erneut. Zu Karl Bruckners “Sadako will leben” (1961)

    Überall in Hiroshima: Kraniche aus Papier. Teils sind die aus sogar Prospekten gefaltet gewesen, einfach der Farbe wegen, meist aber nimmt man wohl Origamipapier.

    2018 war ich zum zweiten Mal in Japan (wobei mein erster Ausflug dorthin 2016 nur ein Tagesausflug per Schiff war). Und natürlich wollte ich Hiroshima sehen. Ich bin nun eben mit den vielen Erzählungen, Dokumentarfilmen und Filmen zum Thema aufgewachsen, meine Kindheit lag genau zwischen dem Nato-Doppelbeschluss und der Aufrüstung der SS20 und Tschernobyl. Atomare Bedrohung überall, es war schon ein wenig beängstigend, und das war nur das, was man als Kind mitbekommen hat. Hätte ich schon damals diesen Dokumentarfilm gesehen, ich hätte heute noch eine andere Art von Alpträumen.

    Schon damals wurde uns immer wieder die Geschichte von Sasaki Sadako erzählt, ein Mädchen, das, um gesund zu werden, 1000 Origamikraniche (千羽鶴, senbazuru) falten wollte, es aber nicht geschafft hat und deshalb starb. In Hiroshima selbst gibt es ein recht großes Museum und (leider habe ich das Foto nicht mehr) dort gibt es auch einige der fingernagelgroßen Kraniche zu sehen.

    Die Legende, die der österreichische Kinderbuchautor Karl Bruckner hier formuliert, sagte, dass sie ganz knapp davor scheiterte, genau 10 fehlten, wahr ist wohl, dass Sadako mehr als 1000 geschafft hat. Nun ja, gegen die Strahlenkrankheit kommt man leider nicht an, ebenso wenig wie gegen die weiter getriebene Blödheit, gerade wieder, immer weiter aufzurüsten und sich gegeneinander zu bedrohen.

    Ein lesbares, teils einfaches Kinderbuch, manche Details zeigen auch, wie wenig man damals (in den 50ern/ 60ern) über Japan überhaupt wusste. Ich habe nur eine ältere Ausgabe gelesen, aber das Buch gibt es immer noch zu kaufen. Und das sei empfohlen. Macht das. Denn im Buch steht ein gutes Zitat, dass zur Zeit und all dem Geschrei nach Wehrpflicht, Aufrüstung, Bedrohung sehr gut passt:

    Sie denken: Wer die Gefahr nicht kennt, lebt ohne Sorgen. Das ist aber falsch. Ich sage: Wer die Gefahr nicht kennt, wird sie nicht fürchten und darum leichter sein Leben verlieren.” (S.202)

    Übrigens wäre Sadako vor zwei Tagen 83 Jahre alt geworden.

  • Landnahme, aber wieder anders

    2013 las ich Christoph Heins Landnahme, heute habe ich dazu ein Hörspiel gehört. Vermutlich habe ich in den letzten 12 Jahren alles aus dem Buch bis auf Guldenberg, bis auf den Hund, den getöten Vater vergessen, aber Laila Stielers Bearbeitung macht für mich wieder ein komplett neues Buch daraus. Interessant immer wieder das Thema Umsiedler/ Flüchtlinge. Wie man die damaligen Vertriebenen behandelt hat, ist zwar hinlänglich bekannt, aber vermutlich gesellschaftsweit noch viel zu wenig bewusst – auch wenn man das Ganze weiterdenkt und es auf andere Flüchtlinge und den Umgang mit ihnen analog stellt.

    Gerade zu Weihnachten und Silvester musste ich wieder an die eigene Flüchtlingsgeschichte in der Familie denken. Auch da wir von den Altrohlau-Tellern gegessen und auf den drei mitgenommenen Küchenstühlen gesessen haben: die Geschichte lässt mich nicht los.

    Wem das ähnlich geht, aber auch wer dazu überhaupt keine Bezüge hat, sei dieses Buch/ diese Hörspieladaption empfohlen.

  • Schärfe, Genauigkeit, Gedanken. Zu: Uwe Johnsons “Versuch eine Mentalität zu erklären” (1975)

    Vor rund 10 Jahren musste ich vor dem Abflug von Incheon aus noch einige Zeit warten und las den letzten Jahrestageband zu Ende. In dem geht es gerade auf den letzten Seiten auch um den Koreakrieg, also eine Zeitebene (die frühen 50er) in den Jahrestagen.

    Seither habe ich nicht mehr viel Johnson gelesen, ich glaube noch die Fernsehkritiken. Im letzten Jahr habe ich aus dem Bücherschrank ein kleines, 1992 bei Reclam Leipzig erschienenes Bändchen genommen und nun über das Jahr gelesen. Einzelne Teile davon kannte ich schon, einzig “Versuch eine Mentalität zu erklären” aus den 70ern kannte ich nicht.

    Und war beim Lesen begeistert, insofern, dass ich mehrfarbig unterstrichen habe.

    Denn dieser Text ist wichtig. Johnson spricht hier bereits von den Grundlagen für diese spezielle ddrsche Mentalität, die heute so verquer dazustehen und kaum zu erklären scheint. Wie im Text von Christa Wolf geht es hier auch um die Frage der Anfälligkeit für Diktaturen, um die Ergründung der Frage, warum so wenig Demokratie gewagt wurde.

    Der Osten wird vormundschaftlich beschrieben, so vormundschaftlich wie das krenzsche Großmütterchen mit den großen Zähnen, sich daraus zu lösen kaum möglich, bzw. schlicht und ergreifen bequem.

    Aber auch der Westen kommt nicht gut weg und gerade deshalb empfiehlt sich der Text für alle, gerade aktuell. Die vermeintlich toleranten Westdeutschen, die eigentlich und einfach nur ignorant sind, sich leisten “darauf [auf die Politik] zu verzichten”

    Und zuletzt geht es um die Meinungsfreiheit:

    Die Freiheit, Meinung zu äußern, einst in der DDR entbehrt, hier ist sie gegeben. Hier trifft sie kaum auf Widerstand, produziert selten Wirklichkeit. Die fast vollständige Unterrichtung über Zustände in Staat und Wirtschaft, hier ist sie. Nur kann die Information nicht in praktische Anwendung gebracht werden. Sie ist genießbar. […] Es nützt nicht viel, das zu wissen, aber es macht Spaß, auch das noch zu wissen.” (S. 30/ 31)

    Politische Kommunikation wird Genuss, mehr nicht. Lesen, vergessen, immer weiter.

    Alle und jeder können und wollen lesen, schreiben, schreien, rufen wenigstens – und zuletzt an Silvester meldeten sich die, die nicht mal rufen, sondern einfach nur knallen können, auf das sie einmal gehört werden. Und es ist nur Genuss, nur Konsum. Es ändert sich nichts. Es macht nichts. Es ist nur laut.

    Da wird in den deutschen Blogs immer davon geredet, wie wichtig sie doch seien, dass unabhängige Stimmen notwendig wären. Stimmt, ja, aber: es ist nur lasch, irgendwie – es bringt einem nicht mal ansatzweise etwas, die zu lesen.

    Dieser Text, ich kann ihn leider nicht gut erfassen und noch mehr herauslesen, sei allen empfohlen, denn der lässt sich lesen und der bringt einem etwas.

  • Rückblick 2025

    Klar, es interessiert sowieso nur mich, die Zugriffe auf diesen Blog halten sich halt in Grenzen. Es gab 872 Aufrufe, davon 602 aus Deutschland, danach wieder die USA mit 189 und Polen mit 35, aus Korea habe ich wahrscheinlich 5 mal zugegriffen, mehr aber noch Menschen aus Ägypten und Österreich (je 10), aus Frankreich (9). Der Rest ist ganz lustig verteilt: UK 2x, Schweiz, Belgien, Irland, Spanien, Slowenien, Italien, Niederlande, Schweden, jeweils 1x. Interessant, also vermutlich nur für mich.

    Da man auf der Hauptseite im Prinzip auch alle Beiträge lesen kann, erübrigt sich herauszuarbeiten, welcher Beitrag am meisten gelesen wurde…

    Auch in diesem Jahr habe ich wieder stark mit dem Blog gehadert. Soll ich mehr schreiben, soll ich nur auf Deutsch schreiben oder mehr auf Koreanisch oder weiter gemischt (was wahrscheinlich die schwierigste Variante ist, die die meisten Menschen abstößt). Mehr Reichweite erreiche ich nicht, weil nur ein paar Menschen (weniger als eine Handvoll, 4, um genau zu sein) regelmäßig lesen, der Rest kommt mal nach einem Kommentar hier und da vorbei und nie wieder. Aber kein Problem. Ich mache das ja hier seit 2023 eigentlich auch eher für mich.

    Insgesamt, mit allen Beiträgen (hier und da) sind es 270 Beiträge, 260 in Deutsch, 157 auf Koreanisch, immerhin 26 auf Englisch, danach folgen Beiträge mit Anteilen von Tschechisch, Norwegisch, Malaiisch, Russisch und Japanisch. Manchmal sind die Beiträge in mehreren Sprachen/ mit Anteilen/ Spuren von … verfasst, je nach dem. Ich weiß, das ist nervig, das ist nicht lesefreundlich… Siehe oben.

    Gelesen habe ich dieses Jahr etwas weniger, ich bin bei 91 Büchern (Platz 4/ 40 in meiner Liste seit 1986), als letztes Buch des Jahres wieder die koreanische Ausgabe der Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Gelesen habe ich 80 Bücher auf Deutsch (Platz 6/ 40), erneut 10 auf Koreanisch (Platz 1/ 10) und sogar eines auf Englisch. So recht begeistert hat mich dieses Jahr wenig, vielleicht Han Kangs unmöglicher Abschied, oder Anna Seghers wirkliches Blau, die Ansprachen von Thomas Mann, Lukas Rietzschels Raumfahrer, ich weiß aber nicht recht.

    Die meistgelesenen Autoren-Nationen sind weiterhin Deutschland (695), gefolgt von Frankreich (117), Japan (85), USA (76), Österreich (65), Großbritannien (60), Südkorea (58), Belgien (44), Russland (41), Schweiz (39) und Tschechoslowakei/ Tschechien (37). Neu dazugekommen ist dieses Jahr kein Land.

    In diesem Jahr habe ich bei drei neuen Autoren die Fünf-Büchermarke überschritten: Jurek Becker, Jakob Hein und Jaroslav Rudis. Mehr als zehn Bücher habe ich nun auch von Anna Seghers und Stefan Zweig gelesen.

    Bei den Filmen (insgesamt 339 in diesem Jahr gesehen) kaum Veränderung, höchstens das im Februar und jetzt im Dezember viele US-Filme dazukamen, ich bin mittlerweile bei: 536 DDR (+57), 471 restliches Deutschland (+55), 339 Tschechoslowakei (+140, meist Wochenschauen), 123 USA (+25), 69 Tschechien (+7), 67 Südkorea (+5), 60 Frankreich (+8), 56 Großbritannien (+9), 53 Japan (+3) und immerhin 20 aus Dänemark (+1). Neu dazugekommen sind auch hier diesmal keine Länder…

    Hörspiele habe ich angefangen und dieses Jahr 28 gehört. Das wird wohl im nächsten Jahr hoffentlich mehr.

    Nichts gekauft habe ich an 121 Tagen, keine Schokolade oder anderen Süßkram habe ich an 115 Tagen gegessen. Das ist beides ausbaufähig. Aber immerhin, finde ich, noch habe ich nicht mal strategisch daran gearbeitet und eigentlich ist mir nicht mal ein Verzicht aufgefallen.

    Die Wünsche fürs nächste Jahr? Genauso weiter: mehr Koreanisch lernen/ lesen, mehr lesen, weniger einkaufen, weniger bis gar keine Schokolade essen, mehr Yoga (dieses Jahr mein Schwachpunkt)

    Blick aus meinem Küchenfenster auf den Baum davor. Der Baum trägt keine Blätter. Auf dem Fensterbrett liegen Orangen und Birnen.

    새해 복 많이 받으세요 여러분!

    (Das war Koreanisch und heißt: Euch allen viel Glück zum neuen Jahr.)

  • Hochaktuell und erklärend, 35 Jahre später. Zu Christa Wolfs “Reden im Herbst” (1990)

    Im letzten Jahr habe ich einen Sammelband von Dokumenten gelesen, die nach einem Artikel von Christa Wolf in der Wochenpost 1989 entstanden, Abbild einer der Diskussionen, die damals zum Thema Bildung und Erziehung zu Volksbildungszeiten stattfand – leider viel zu sehr unter dem Radar.

    작년에는 동독 작가 크리스타 볼프의 동독 신문 Wochenpost에서 쓴 글 따라 온 에세이 대답 모았던 책을 읽었다. 볼프 작가가 그 책에서 동독의 학교 교육 시스탬에 대해 썼고 학교를 비판했다. 학생들이 동독 학교에서 진실이 두 가지있었어서 진실이 사라졌다. 이런 비판에 따라 큰 대화가 왔다.

    오늘에도 동독일에서는 극우주의나 포퓰리츰 당이 왜 이러한 큰 영양을 미치는 것에 대한 궁금한 독사가 이 책을 읽는 것 정말 다시 한 번 추천하고 싶다.

    Und nun finde ich diesen Band “Reden im Herbst” in dem es weitergeht und einzelne verstreut publizierte Texte zu lesen sind. Vieles davon ist zwar sehr weit hergeholt mit dem Herbst 1989 verbunden, aber wenn man liest, also wirklich liest, dann finden sich hier sehr viele erhellende und vor allem weitreichende Gedanken/ Analysen zum Thema Wende, zum Thema Identität der Ostdeutschen, zum Thema Obrigkeitshörigkeit auch, und damit ist man recht aktuell.

    이번 주 다른 책을 찾고 샀다. 1990년 3월에는 출판됬는 책에서 작가가 다시 이런 주제에 대해 말했다.

    Christa Wolf erklärt das Problem ihrer Generation, dass sie von einer Diktatur in die andere schlitterte zu einer der Ursachen für die Unfähigkeit sich aus ihnen zu befreien und frei sprechend demokratisch zu engagieren.

    Die einen haben sich, aus Furcht vor Veränderung, in ihrer Unfehlbarkeitsrolle eingerichtet, die anderen aus innerer Unsicherheit in der Rolle der unselbständig Nachfolgenden. Beide werden für die heute Jungen, die dritte und vierte Generation [DDR-Bürger] keine Orientierungsfiguren sein können.

    Diese fehlenden Orientierungsfiguren sind es, die bis heute nachwirken und die die Leute auch heute wieder zu den nächsten Rattenfängern stolpern lassen. Wieder fällt man auf alles rein, es gibt keine Vorbilder, die integer und weitblickend Orientierung bieten. Es gibt eigentlich nur Konsum auf der einen Seite und politisch extremer Hass auf der anderen Seite. Und das ist gesamtdeutsch zu verstehen: die heutigen Persönlichkeiten in Literatur, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik – wo sind da Vorbilder, Orientierungsfiguren, auch streitbar natürlich, wo? Stattdessen halt irgendwelche Leute, die an jeder Aussage so lange gedreht haben, bis man nicht mal mehr nach Recherche wirklich weiß, was war und was nicht.

  • Hörspiele

    Ok, jetzt bin ich wahrscheinlich Hörspielhörer geworden. Und versuche schon voraus zu planen, wann ich was hören kann. Zum Glück lassen sich viele Hörspiele auch noch nach Jahren anhören. Ich hab gestern mal in der Datenbank “bis zum Ende” gescrollt und sogar Hörspiele aus dem Jahr 2008 gefunden. Natürlich interessiert mich nicht alles, aber selbst das, was mir positiv auffällt, ist schon wieder so umfänglich, dass ich kaum hinterherkommen werde. Und was ich gut finde: es gibt so viele Hörspiele aus DDR-Zeiten zu entdecken.

    독일 공법상의 방성국들이 정말 많은 로디오 드라마를 제안하기 때문에 데이터베이스에서 2008년까지 드라마를 들을 수 있었다. 동독에서 온 드라마가 많았다. 유명한 작가들이 이런 드라마를 자주 썼어서 정말 좋은 드라마도 들을 수 있었다. 오늘 귄터 더 브라윈의 Aussage unter Eid (1964년) 들을 수 있었다.

    Im Fernsehen/ unter den Filmen lässt sich das nur noch schwer realisieren, es kommen ewig und drei Tage die gleichen Filme und wenn mal etwas “Neues” veröffentlicht wird, ist es doch nur ein kleiner Trickfilm oder irgendwas, meist unansehnlich.

    한국 친구에게 이 영화를에 대해 많이 말하고 싶는데 계속, 아 이것 자막 없다, 이것 번역되는 것 모르겠다 보충 해야했다. 그래서 그것을 거의 다 추천 없었다. 그것 슬픈 것 같다.

    Ganz anders hier bei den Hörspielen, da sind so viele gute Sachen dabei. Gestern habe ich die reichlich ironische Fassung der Reise um die Erde in 80 Tagen von Kohout gehört, dann noch einen Teil der sechsteiligen Henri Quatre Vertonung gehört (wie man diesen Wälzer auf so wenige Stunden einkürzen kann…)

    Was mir schwer fällt, ist, das Ganze nebenher zu machen. Hörspiele hören ist doch so anstrengend wie zu lesen, das geht kaum nebenher.

    Das Lesen fällt mir der Tage schwer, die Konzentration ist kaum da, und weiter Videos zu schauen, macht es noch schlimmer. Eigentlich geht nur noch Musik. So viel zum Thema digitale Bücher sind besser, dieses Bildschirmgestarre hängt mir so zum Halse heraus. Wenn Buch dann richtig, auch wenn der ironische Kommentar vom Deutschlandfunk Kultur heute unterstellt, es sei eine Pose allein, wenn man mit dem Buch im Zug oder Bus sitze. Nein, ist es nicht. Ich will nur nicht wie all die anderen Menschen mit dem Handy oder Tablet oder Computer posen, bzw. meine Arbeitszeit noch weiter ausdehnen, noch länger all die nutzlosen Aufgaben machen, die man nebenher (praktisch aber hauptberuflich) zu machen hat. Da ist also nichts von Pose, eher denke ich mir jedes Mal. Computer hatte kaum jemand, auch kaum Interesse, ja teils schlug mir in den 90ern regelrecht Widerwillen entgegen, wenn ich mal von Computern anfing – und heute hockt da jeder wie ein Affe davor. Viele können die Geräte kaum mehr als anschalten und wehe es passiert was, aber jetzt ist wieder das Buch die Pose. Na danke auch.

    Es kann mir ja letztlich völlig egal sein, ich lese und ich höre, wann, was und wie ich es will. Hauptsache es geht noch ein wenig weiter.

    많이 자주 매일 매일 읽고 싶지만 계속 시간이 없다. 질망이다.

  • 예니케의 귀. Zu: “Jähnickes Ohr” (2012ff.)

    [ko/ de] 청소하기 중에 음악 들으면서 소리 때문에 아니면 다른 방으로 갈때 다 듣는 것이 힘든 것 같다. 지금은 해드폰을 사용하면 자주 라디오 이나 오디오북을 들었다. 오늘은 한 탐정 오디오북을 들었다. 독일 배우 밀란 페슐 (Milan Peschel) 옛날 경찰원 오늘날 사림 탐정 예니케라고 재미 있게 들을 수 있다. 이번 12월에는 모든 4부분을 들을 수 있다. 이 이야기가 너무 흥미로웠고 사림 타정 예니케가 재미 있다. 사실 페슐의 목소리나 드라마 롤의 성격이 독일 드라마 Doppelhaushälfte에서 재미 있었어서 이 오디오북을 시작했다.

    Und: die Rolle von Dr. Chang. Erst hält Jähnicke sie für eine Chinesin, und obwohl sie in einem Halbsatz erwähnt, dass sie ihre koreanischen Verwandten hätte anrufen müssen, quatscht er weiter drauflos, so von wegen, toll, dass sie die Hanjas alle lesen können und kriegt dann erstmal (so nebenbei) eine Unterweisung in Deutsch-Koreanischer Geschichte. Dr. Chang nämlich kam als Krankenschwester 1978 aus Korea (ein Programm gab es seit 1971) und studierte dann Medizin, verlor ihren Mann, im Hörspiel ihre Tochter, und: ohne zu spoilern, kommt mit Jähnicke über die Folgen hinweg zusammen…

    사실은 그것 소설도 있으면 좋겠다. 아니면 혹시 그냥 라디오 드라마에서 밀란 페슐의 목소리 때문에 재미 있으니까? 독일 방송국 Deutschlandfunk Kultur에서 지금은 들을 수 있다. 오디오테크 라고 말했던 팟케스트 앱에서 12월8일부터 2회, 15일 3회를 들을 수 있지만 웹사이트에서 직접 Jähnicke 찾으면 이미 오늘에도 들을 수 있다.

  • Gelesen (Im November 2025)

    Das Ganze chronologisch:

    (1635) Delisle, Guy: Lehrjahre (2021). Eine recht nette Graphic Novel über die Arbeit in einer Druckerei. Gut gezeichnet, inhaltlich ansprechend, atmosphärisch stimmig. Allerdings lesen sich solche Graphic Novels immer so schnell weg… Na ja.

    (1636) Frühbeis, Lisa: Der Zeitraum (2023). Zwischen Kindern und Arbeit zerrissen zu werden, dabei Zeit für alles, für alle, für sich vor allem zu finden, davon handelt diese ebenso schnell zu lesende Graphic Novel. Im Gegensatz zu den beiden Graphic Novels aus dem letzten Monat waren Delisle und Frühbeis schön gezeichnet und auch inhaltlich gut gemacht. Ich weiß nicht. Dass da oft so ein Unterschied dabei ist, mal so mal so.

    (-) Esterhazý, Péter: Die Hilfsverben des Herzens. Abgebrochen. Keine Hilfe, kein Sinn dafür.

    (-) Khuê Pham: Brothers and Ghosts. Ähnlich. Sagt mir leider gar nichts.

    (-) Cărtărescu, Mircea: Die Wissenden. Ich gebe bei Seite 135 auf. Das hat auch persönliche Gründe, da ich mich zur Zeit nicht konzentrieren kann, zumindest soweit, wie solch ein Buch es verlangen würde. Schade, aber bei aller Experimentierkunst habe ich nicht mal den Ansatz einer Geschichte entdecken können.

    (-) Kundera, Milan: Das Leben ist anderswo. Abbruch bei Seite 96. Bleibt leider irgendeine teils abstruse/ ins widerwärtige gehende Geschichte, da hilft es auch nicht, dass es Kundera ist.

    [Nach vier Abbrüchen so schlechte Laune, dass ich mich im Voraus bei allen kommenden Büchern entschuldigen musste…]

    (-) Krasznahorkai, Lászlo: Im Norden ein Berg … Auch dieses Buch habe ich entnervt abgebrochen. Dann bin ich eben nicht intelligent genug, diese Geschichte zu verstehen und gut. Sätze über mehrere Seiten, aber dann auch wieder inkonsequent, angefangen, abgebrochen. Spiel, Spiel, Spiel. Irgendwann reicht es auch. Ich verlange ja keinen Erzählton des 19./ 20. Jahrhunderts, das ist Unsinn. Aber hineinfinden in eine Geschichte wäre dann doch schon schön – war hier aber nicht möglich. Schlechte Laune, Grübeln, warum das andere gut finden, aber irgendwann auch Schwamm drüber.

    (1637) Delisle, Guy: Pjöngjang (2003). Eine mittlerweile wiederum selbst historische Graphic Novel. Dass die Hangeul-Zeichen bis auf das Cover keinen Sinn ergeben nervt einerseits, andererseits wird so die Propaganda ja auch nicht weitergegeben. Etwas weniger gut gezeichnet als Lehrjahre. Schade.

    (1638) Till Lukat: Kondensstreifen im Kopf (2021). Eine schön gezeichnete Graphic Novel, auch vom Thema her recht gut getroffen – vieles davon war schon in den 90ern so, man wechsle nur mal das Fernsehprogramm aus, dann passt es. Lesenswert ein wenig, aber wenn man sowohl Lektorat als auch Korrektorat hat und dann doch noch “Überhaubt” schreibt, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Aber ich will nicht mit Steinen werfen, auch mir unterlaufen solche Sachen vermutlich.

    (1639) Zweig, Stefan: Die Kunst ohne Sorgen zu leben (1940/41/42). Kurze Texte von Zweig, knapp aber gleichsam lesenswert, leider wieder äußerst aktuell.

    (1640) Voloj, Julian: Bobby Fischer (2021). Eine nicht so interessant gezeichnete Graphic Novel. Nicht wirklich lesenswert. Man erfährt wenig Neues über Fischer.

    (1641) Rudis, Jaroslav: Nachtgestalten (2020). Belanglos, irgendwas Torkelndes in der Nacht.

    (1642) McKenna, Aline Brosh: Jane (2017). Eine Graphic Novel nach Jane Eyre. Manches ist ganz gut gezeichnet, anderes wiederum nicht mal gut gemacht.

  • Gesehen/ Gehört (im November 2025)

    Gesehen habe ich im November:

    Von den Wochenschauen der Československý filmový týdeník mehrere Folgen aus dem Jahr 1986 (1-8) und 1965. In zwei Folgen sieht man ein paar tschechische Schauspieler, ansonsten viel “KSČ und UKW soudruh Gustav Husák“*, wenig sehenswert. Teils widerliche Anbiederungen. Na ja. Später habe ich noch eine Folge aus dem Jahre 1981 gesehen (49), dann einige von 1985 (40-42).

    Eine Folge der Wochenschau von 1941 (575), unerträgliche Formulierungen, auch diese Abkürzungen “sie schießen Sperre” (für Sperrfeuer), LTI par excellance. Euphemismen, wenn die Soldaten nach dem Kampf “das Gebiet säubern” nun ja, darauf folgt die Blende (und der Hintergrund brennt bereits). Reinweg Propaganda, nicht sehenswert. Wobei wohl doch, denn die Nazipropaganda zeigt hier ein Gefängnis der GPU und könnte im Prinzip auch gleichbedeutend sagen, eines der Gestapo oder der SS. Der Hohn, der diese Aufnahmen begleitet ist sondergleichen. Wobei. So dreist wie man da lügt und beschimpft…

    Konrad Wolfs Lissy, aber auch der Geteilte Himmel. Gesehen hatte ich den letzteren mit Sicherheit schon, aber nicht in meiner Liste aufgenommen. Meinen Widerwillen gegen Esche kurz vergessen, toller Film. Über Lissy schrieb ich ja bereits.

    Dann muss Roland Emmerich Geburtstag haben, deshalb Beweihräucherungsprogramm. Ich habe “Das Arche-Noah-Prinzip” angefangen**. Schon lustig, wie schlecht Filme von 1983/ 84 bis 1997 altern und heute erst recht. Richy Müller völlig unpassend synchronisiert. Wenig sehenswert. (Vom Regisseur habe ich bislang nur Independence Day und The Day after Tomorrow gesehen, übliche Hollywoodfilme: unterhaltsam, emotional, aber danach auch wie Klopapier.)

    Begeistert hingegen war ich von “Die Elenden” (1958, Frankreich/ DDR). Jean Gabin in der Hauptrolle, manche Szene weniger drastisch dargestellt als in moderneren Filmen. Beide Filme sind damit Nr. 59/ 60 für Frankreich.

    Zudem habe ich endlich die letzte halbe Stunde von “Rückkehr nach Seoul” (Belgien 2022) gesehen. Ein toller Film, der einen aber aufgestört zurücklässt. Auf keinen Fall ein leichter Film, vieles davon kann man selbst als reiner Besucher Koreas bejahen, aber verstehen fällt schwer. Sehr schwer. Traurig, aber auch gut. Sehenswert, meiner Meinung nach.

    Schön fand ich ebenso den Film “Fair play” aus dem Jahre 2014, den ich erst jetzt gesehen habe. Anna Geislerová in einer der Hauptrollen, überragend gut. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, das in der sozialistischen Tschechoslowakei (1983/ 84) Anabolika nehmen soll um im Nationalkader in Los Angeles bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aufgrund der massiven Nebenwirkungen, vor allem aber aufgrund des Umgangs der StB mit ihrer Mutter entschließt sie sich schließlich, das nicht mehr zu nehmen, nicht teilzunehmen und irgendwo als Nichts zu verkommen – um am Ende dann doch ein wenig triumphieren zu können, als die sozialistischen Staaten dann doch nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen… Da der Film eine Koproduktion mit Deutschland war, konnte ich ihn wenigstens mal sehen. Ansonsten wäre das wieder so ein Film aus dem Nachbarland, das medial aber irgendwo fern von uns in unbekannten Weiten zu trudeln hat. (Tschechien Nr. 69)

    Über “Jenseits der blauen Grenze” (D, 2024) habe ich mich bereits geäußert.

    Zu “Zerrissener Vorhang” (USA, 1966) habe ich mich auch geäußert, wobei – selbst Tage später könnte ich noch wütend werden, dass man so einen Mist zu sehen bekommt, Hitchcock hin oder her, der Film (vor allem der Kampf mit dem und der Mord an dem Geheimpolizisten) ist einfach nur widerlich (und dabei will ich nicht sagen, dass ich den Geheimpolizisten in irgendeiner Weise gutheiße!).

    Dann habe ich Zschoches Debütfilm “Das Märchenschloss” (DDR 1961) gesehen, eher belanglos, eher wohlfühlig, keine überragende Leistung, aber immerhin noch erträglich.

    Interessant fand ich die Dokureihe “Healthy food“. Dass heutiges Gemüse ähnlich süß wie normales Obst ist und das heutige,gezüchtete, völlig übersüßt daherkommt, hat mich überrascht. Affen im Zoo gebe man davon nichts, sonst würden die wahrscheinlich von der Süße erschlagen. Wenn man mal überlegt, dass Schokolade dann noch einen ganzen Schlag süßer daherkommt – ich mag mich verrennen, aber ich halte Süßes (Schokolade, Kekse etc.) wirklich für Suchtmittel.

    Gehört habe ich im November:

    Kalk und Welk (mit Pastewka und der Hotdog-Pizza), (über die Eierbecher des Bundespräsidenten) (ich glaube, ich habe alle Folgen im November gehört). Ich kann nicht immer zustimmen, aber im Großen und Ganzen immer wieder ganz gut zu hören.

    Eine Doku über den Aufschwung Westdeutschlands nach 1945 durch den Korea-Krieg (4.7.2025, Alles Geschichte, der History-Podcast), das Kalenderblatt vom 25.6.2025 (zum Koreakrieg) und eine Episode Zeitzeichen (Als der Kalte Krieg heiß wurde: Konfrontation in Korea)

    Ich habe erneut Timothy Truckle (nach Gert Prokop), etwas durcheinander (Folge 1, 2, 3 und 10 von 10, Das Portal) gehört. Geht nur stückchenweise voran, aber Matthias Matschke macht das schon. Da Prokop nun auch schon wieder mehr als 30 Jahre tot ist, fällt mir die Recherche, woher denn die Geschichten/ die Vorlagen eigentlich stammen, schon etwas schwer. Interessant, wenn man sich konzentrieren kann. Ich weiß nicht, ob ich es im Dezember weiter hören werde.

    Begeistert war ich von Schlimme Zeiten (nach Stefan Zweig), ein DDR-Hörspiel von 1986. Tolle bekannte Stimmen und nach so vielen Jahren (gelesen hatte ich es 2000) wieder die unsichtbare Sammlung und der Buchmendel (wenngleich der bei mir eine andere Stimme bekommen hätte). Ich bin froh, dass ich das zeitversetzt hören kann – und bin trotzdem müde gewesen…

    Angefangen habe ich das Hörspiel zu “Verlorene Illusionen” (1971) nach Balzac, das sind sechs Teile, ich bin beim zweiten. Ich dachte eigentlich, dass ich das Buch schon gelesen hatte, aber aha, nein, verwechselt sogar mit Flaubert usw. usf. Ich bin aber noch nicht fertig. Ob ich es schaffe – ich weiß es nicht.

    Gehört habe ich eine Folge aus dem Podcast/ aus der Sendung 지금 이 사람 (Hier und jetzt, diese Person) und zwar die Folge vom 18.11. (wirklich absolut zufällig), Im Su Min (임수민) im Gespräch mit Lee Lang (이랑). Ich habe vielleicht 10-20% verstanden, vielleicht 50% des Inhalts weiterhin erahnen können, vor allem wohl, weil ich 이랑 seit 2013 gehört habe. Vom Prinzip her wird noch mal über alle wichtigen Lieder und Aktionen von ihr gesprochen, betont auch der Aspekt, dass sie in unheimlich vielen Bereichen arbeitet (arbeiten muss, sie erklärt z.B., dass sie nur knapp 10% des Buchgewinns als Verdienst erhält)

    * mit UKW ist eigentlich das ÚV der KSČ gemeint, das ZK der Partei also.

    ** Ich habe den Film nicht beendet.

  • 조금 어색한 영화, 미친 영화, 싫어하는 영화, 이상한 영화. Torn Curtain (Hitchcock, 1966년)

    요새 미국 온 영화 찢어진 커튼 (Torn Curtain) 봤다. 미국 온 영화 119번 있었다. 미국 영화는 그냥 조금만 봤는데 이 영화 냉전에 대해 나 궁금 했다. 아, 2시간 낭비. 그런 영화 추천하고 싶지 않았다. 사실 이 영화 정말 잘 못 만든 영화가 있었다. 냉전 때문에 히치콕 감독이 동독의 장소에서 영화를 만들 수 없었어서 대다수 장소가 그냥 사진 있었다. 정말 서독일에서 온 자동차들이 있어서 그것도 진짜가 아닌 영화 생겼다.

    또한 영화의 폭력. 비밀 경찰을 싸웠을 때 마침네 주인공이 이 나쁜 사람 죽였다. 하지만 개스? 그것 정말 화나는 생각, 나 그때 영화를 보는 것을 끝내고 싶었지만 끝까지 그냥 실수 많은 영화를 봤다.

    동독이나 온 냉전의 영화를 오늘날 – 당연하지 – 티비에서 볼 수 없지만 이 정말 나쁜 영화 그냥 유명한 감독 때문에 계속 봐야돼니까?

  • 독일 역사영화에 대해: 파란 경계 뒤에 (Jenseits der blauen Grenze, 2024)제법 정격의, 조금 어색한 것

    35년 독일 통일 때문에 다시 동독 역사에대한 볼 수 있는 영화가 많았다. 사실 1989년부터 처음에 서독일에 구경갔을 때부터 나 특별한 의견 개발했다. 자주 화난 느낌 있었다. 그런 느낌 조금만 바꿨지만 나 계속 대다수의 의견을 비판하고 있다. 독일 정치인 통일 있었을 때 때문에 실수가 훨씬 많았다.

    보통은 냉전에 대한 영화를 자주 보는 것 시작했다, 5분뒤 분농이 엄청 커졌어서 대다수 영화를 안끝냈다. 어제 밤에 교정하기 때문에 피곤했어서 그냥 영화를 찾아 봤다. 기대감이 거의 없었다.

    나 2024년 독일 영화 Jenseits der blauen Grenze (파란색 경계 뒤) 몰라서 보기 시작했다. 이 영화가 3명 친구에 대해 말했다. 이 친구 중이나 고동학교에서 수업 함께 들었을 때 한 명 수영 운동선수, 다른 2명 친구들이 그냥 보통은 남청서년이다.

    다향한 이유 때문에 마침네 이 수영 운동선수은 남자친구와 독일 동해 서독일으로 도망가고 싶었다. 그래서 연습했고 너무 비싼 옷도 사용하기위해 찾았다. 이유들이 사실 35년동안 이런 영화에서 전래적으로 나왔다. 항상 한 명은 비밀경찰 때문에 문제가 생겼다. 또한 수영에서는 항상 도핑있었다. 마침네 거의 모든 영화에서 주인공이 그냥 서독일에 가기 해결책을 생각할 수 있었다.

    하지만 이 영화가 다시 조금 어색했다. 피상적인 순간이 있어서 이 영화도 100% 좋지 않았다. 예를 들어서 한 장면에서는 3명 친구가 특별한 인터숍에서 (Intershop) 구경하고 있을 때 후 한 서독일 온 여자가 단것을 (Lakritzschnecken) 선물으로 받았다. 이후에 그들이 학교에서 다른 동료에게 나누던 단것 때문에 교내가 화났다. 사실은 1980년대에는 그것 정말 믿을 수 없다. 혹시 단것 대신에 음악이나 잡지 있으면 생각할 수 있었지만 단것 바보적인 장면이였다.

    그 친구 하나는, 드레스덴에서 온 옌스씨 한 특별한 동독 만화를 읽고 있다. 하지만 영화의 보도 자료에서 “이 이야가 1989년에 생겼다” 라고 말했다. 동독 만화가 모자이크라고 (Mosaik) 말했다. 하지만 우리는 한 1985년에 출판했던 주제를 볼 수 있다 (12/1985, 알레크잔더 왕, König Alexander).조금 이따가 이 수영 운동선수 1988년 서울 올림피그 이나 크리스틴 오토에 대해 말했어서 이 영화가 1989년에 아니였다.

    사실은 이 영화 때문에 나 다시 한번 실망했다. 이 이야기, 도망해야 하는 친구에 대한 이야기가 너무 좋지만 다양한 실수 때문에 이 영화가 재미 없었다.

  • SNS 끝, 거의 다

    SNS을 혹시 2007년, 2008년부터 사용했다. 처음에 인도네시아 학생 때문에 프렌드츠터, 이후 페이즈북을 등록했다. 2011년부터 페이즈북에 떠나갔는데 2013년부터 다시 등록했다. 조금 이따가 인스터그렘, 또한 유튜브를 그때 수씨로, 거의 매일 사용했다.

    Ich war bereits damals öfter davon genervt, 2011 von dort wieder wegzugehen, war schon wirklich antizyklisch, später war es dann die einzige Möglichkeit überhaupt noch Kontakte aufrecht zu erhalten. So ging es mir nämlich meiner Hobbys wegen. Alles, was zuvor auf eigenen Plattformen (Foren, Mailinglisten) lief, ging dann nur noch über Soziale Netzwerke. Die spätestens seit der Coronazeit immer stärker mit Werbung zugemüllten Plattformen haben mich vieles löschen lassen, aber ich wollte eben immer noch die Möglichkeit bieten, Kontakt aufzunehmen.

    하지만 아무것은 사람 연락하지 안했다. 나 자주 연락이나 댓글에서 썼는데 대답이 하트나 별로 있었다. 나는 옛날 많이 연락했는 이메일하는 사람들이 사라졌다. 대답? 뭐? 누구? 이 블로그은 찾은 것 힘들어서 아무 사람이 이 블로그을 찾았다. 또한 읽는, 대답하는 것이 좀 더 힘든 것 같다.

    Was das Schlimme ist: die früheren Plattformen kommen nicht wirklich zurück. Ein paar Foren habe ich wiedergefunden, aber andere Communities sind nicht so stark/ groß, dass sie sich aus ihren Gruppen lösen und wieder was eigenes aufbauen (wollen/ können). Danke auch. Da stehe ich teils deutlich schlechter da als zu vor (Fischer un sine fru lassen grüßen)

    오늘부터 나 유튜브 빼고 모든 SNS을 사용하지 않을 것 이다. 또한 유튜브 피할 것이다. 왜냐하면 대다수 비디오를 보면 광고 너무 많아졌다. 음악이 남아 있다. 라디오나 팟케스트 앱을 사용하는 계획이 있다.

    Ich will meine Onlinezeit umstrukturieren, Mir ist aufgefallen, dass ich in diesen Netzwerken, auf vielen Websites viel zu lange bin – auch wenn mich die Teilnehmer*innen auslachen, wenn ich sage, dass ich gestern ganze drei Stunden online war, oder ich ㅅ sage, dass ich 30 Minuten durch Shorts gescrollt habe – das sei doch noch gar nichts. Ich beklage mich immer, dass mir Zeit fürs Lesen und fürs wirkliche Filmeschauen fehlt, dass ich lieber hier schriebe, aber gleichzeitig nutze ich diese Plattformen. Also cut. Ende, ein paar Fotos gehen drauf, ein paar Kontakte gehen verloren. Aber: wer mich bis heute nicht kontaktiert, wird es auch in Zukunft nicht tun.

    Zudem: ich fühle mich unwohl, wenn ich beständig das Leben der Anderen beobachte. (Genau: wenn man dabei an den Filmtitel denkt, ist die Assoziation schon recht gut). Was geht mich das an, wildfremde Leute: entweder ist man traurig, weil andere dies und das erleben, während man sich in der Bahn erklären lässt, warum es heute hier so schön stinkt und wir das Bahnhofsvorgelände weitere 30 Minuten betrachten werden dürfen oder man fängt dumm wie man als Mensch ist, sich zu vergleichen an. Ihr habt ein schönes Leben, meines ist aber auch ok. Ihr zeigt mir viel zu viel von eurem Leben: zeigt es den anderen nicht, da sitzen zu viele Typen davor, die damit sonstwas machen. (Und das sind nicht nur die Plattformbetreiber selbst.)

    그런 상황을 싫어서 SNS을 끝냈다. 다시 돌아오지 않을 것 이다.

  • Einsicht, immerhin. Zu: Lissy (DEFA 1957)

    Von Konrad Wolf habe ich bislang nur spätere Filme gesehen, zuerst Solo Sunny (1980, mit Renate Krössner), dann noch den nackten Mann auf dem Sportplatz (1974). Faszinierend fand ich “Ich war neunzehn” (1968) mit Jaecki Schwarz, nebenher und ein wenig lustlos war ich bei “Der kleine Prinz” (1966*). Ich scheine mich ein wenig rückwärts zu bewegen, denn jetzt bin ich in den 50er Jahren und habe durch Zufall “Lissy” gesehen. Ich habe im Vorschaubild eigentlich nur Horst Drinda gesehen und dachte mir, kann ich nichts falsch machen, Drinda geht immer.

    동독 감독 콘라드 보르브의 영화를 조금만 봤다. 사실은 처음에 후기에서 온 영화를 봤다. 소로 서니 (1980년), 운동장에서 서고 있는 홀보슨 남자 (1974년), 저 19살이였다 (1968년) 잘 기역났다. 오늘 리씨 영화를 봤다, 이 영화가 1957년부터 영화관에서 볼 수 있었다.

    Aber wie nichts falsch machen. Das ist im Prinzip die große Frage, die auch den Film umtreibt: erzählt wird der Wandel von 1932 zu 1933, Nöte, Arbeitslosigkeit, Sorgen, politisches Chaos. Lissy ist schwanger, der Mann ohne Arbeit – und fällt den Nazis in die Hände, die ihm gönnerhaft Stelle und Auskommen verschaffen, aber gleichzeitig auch unentrinnbar an sich binden. Mitgegangen…

    이야기는 정말 쉽다. 1932년에는 리씨 아이를 태어났기 후에 돈,일,집이 없어서 남편이 민주주의자 나치사로 바꿨다. 처음에 리씨가 그것 괜찮았지만 조금씩 조금씩 리씨의 오빠, 친구, 다양한 사람들이 나치 때문에 죽어서 리씨 깨달았다: 그것 실수, 그것 나쁘다.

    Bis Lissy versteht, dass es scheinbar kein Entrinnen gibt, gehen einige, ihr Bruder (hinterrücks, von den eigenen “Kameraden”) ermordet, daneben noch Freunde, jüdische Hausbewohner etc. pp. gequält, misshandelt, in den Selbstmord getrieben, verschwunden… Am Ende steht sie sogar in der elterlichen Wohnung und der Vater spricht so derartig aktuelle Worte, dass einem ganz schlecht werden kann:

    Unsere Schuld. Jaawoll. Immer nur zurück marsch marsch. Von einem kleinen Übel zum anderen. Immer hübsch die demokratischen Spielregeln eingehalten, auch wenn die anderen darauf spucken.

    이 표현 1933년에 맞았지만 오늘 독일에도 엄철 잘 사용할 수 있다…

    Ein wirklich faszinierender Film, leider wieder so aktuell. Für mich DDR/ DEFA-Film Nr. 531. Sehenswert!

    * Der kleine Prinz. Ich gebe zu, ich habe den Film nur nebenher gesehen und wenig im Gedächtnis. Vielmehr erinnere ich mich, wie ich in Korea ein Buch über die verschiedenen Verfilmungen des Stoffs gelesen habe und beim Durchblättern Christel Bodenstein als Prinzen sah – und erst dadurch auf den Film aufmerksam wurde.

  • Gelesen (im Oktober 2025)

    Im letzten Monat hatte ich damit begonnen, einfach monatsweise meine gelesenen und abgebrochenen Bücher aufzuschreiben. Dieser Monat begann gleich mit einem Abbruch. (Interessanterweise fühle ich mich dann rundum unwohl, ein halber oder ganzer Tag praktisch vertan, um ein uninterressantes Buch zu lesen.)

    (-) Kim, Jiyun: Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume. Uninspiriert und wirr, dazu Fehler im Satz, fehlende Wörter, Zahlen doppelt geschrieben. Das erste Buch im Monat gleich abgebrochen. Der Titel ist zudem etwas schwierig und zeigt eigentlich das Dilemma mit diesen Wohlfühlbüchern. Da hat eines funktioniert, oder halt mehrere liefen gut und schon hängt sich die verzweifelte Buchbranche dran und spült förmlich Massen solcher Bücher auf den Markt. Schon schade, ich werde in Zukunft einen Bogen darum machen.

    (-) Zweig, Arnold: Dialektik der Alpen. (1940) Beim besten Willen habe ich keinen Sinn in dem Buch finden können. Ich habe massenhaft Text gelesen, dann aber (auch durch massenhafte Ablenkung) keinen Faden mehr aufnehmen können. Vielleicht irgendwann später einmal wieder ein Versuch, zur Zeit aber doch nicht.

    (1626) Ichikawa, Saou: Hunchback (2023) Ein Buch über eine schwerbehinderte Frau, die, in einer Wohngruppe lebend, erotische Romane fürs Internet schreibt. Die Behinderung wird geschildert, die Situation der Behinderten (hier speziell in Japan) wird angerissen, am Ende kommt es sogar noch zu einer sexuellen Situation, die allerdings nicht so endet, wie sie das vielleicht hätte haben wollen. Ein kurzes, sicher in seiner Thematik sehr wichtiges Buch, aber nicht meins. Interessant ist für mich nur, dass es “offiziell in Japan keine Behinderten” gäbe, bestimmte Erleichterungen dort kaum möglich wären (elektronische Bücher statt gedruckte Wälzer) etc etc. Und zudem, dass die Autorin, die selbst eine Behinderung hat, die erste Autorin überhaupt ist, die in dieser Konstellation den Akutagawa-Preis erhält. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Behinderte sowieso aus der Gesellschaft und dem Blickfeld herausgeraten, aber dass die Situation so derart ist, erschüttert mich jedes Mal aufs Neue.

    (1627 ) Bak, Sang-Yong: 절에서 만나는 우리 문화. (Wie wir unserer Kultur im Kloster begegnen). Mein siebtes koreanisches Buch in diesem Jahr. Ein fantastisches Buch über buddhistische Klöster in Korea. Für Kinder geschrieben, mit vielen Vergleichen (Schulgebäude > Klosteranlagen), sehr aufschlussreich für mich, denn ich habe zwar bereits ein paar Klöster/ Tempel (Bulguksa, Haeinsa, Jogyesa, Bunhwangsa, Miresa, Bomeosa) besucht, aber oft konnte ich einfach nur staunen, was ich sehe – nicht aber viel verstehen. Jetzt weiß ich ein wenig mehr über die Wächterfiguren am Eingang, über die Pagoden, die Gebäude allgemein, über den Unterschied zwischen Buddha und den Boddhisatvas, über die Handpositionen des Buddhas, sogar etwas mehr über die koreanische Geschichte und das Zusammenspiel/ Gegeneinander von Buddhismus und Konfuzianismus, religiös wie gesellschaftlich. Ein spannendes Buch, sehr schön bebildert. Ich würde es gerne empfehlen, nur leider wird das wohl, wie viele andere Bücher, nie übersetzt werden. (Es ist schon toll, wir leben in einer Zeit, in der man praktisch alles mit einem Foto so halb und halb übersetzen kann, aber die echten Übersetzungen gibt es dann nicht. Es ist schon toll: wir können auf alles zugreifen, nur eben nicht verstehen, oder nur so weit verstehen, wie es da ist. Was sich die Menschheit durch die Beschränkung auf/ Dominanz von einigen wenigen Kulturen so alles aus all den anderen Kulturen entgehen lässt. [Also, toll…]). Toll sind auf jeden Fall die Erklärungen der Geschichten, die auf den Wandmalereien dargestellt werden. Kulturgeschichte, Gleichnis, buddhistische Glaubenslehre – für Kinder runtergebrochen, aber weder ohne dümmliche Verkindlichung noch schwebenden Zeigefinger von wegen “das ist zu schwer”. Nein, nach dieser Geschichte weiß ich, dass ich auch die Kuh suche – wie ich mich suche. Suchen, nicht finden, nicht kontrollieren können, aber sich selbst finden. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!

    (1628) Schumacher, Hildegard und Siegfried: Der Brillenindianer (1982). Schönes Kinderbuch aus Plattenbauanfangstagen. Ein wenig didaktischer und geradliniger als noch der Junge mit dem großen schwarzen Hund und weniger chaotisch-sympathisch als bei Andy, Chef der Familie. Aber immerhin wird Alkoholismus thematisiert, auch die Anonymität der Hochhäuser, gut.

    (1629) Martínez, Guillermo: Die Oxford-Morde (2003). Ein prinzipiell recht interessanter Krimi im mathematischen Umfeld, allerdings, wie ich auch in meiner Kritik schrieb, dann letztlich doch recht schwach. Bücher mit mathematischen Bezügen sind immer gut, denke ich, nicht zuletzt Atle Naess’ Riemannsche Vermutung ist eines der besten Bücher (allerdings kein Krimi), das ich aus diesem Bereich gelesen habe. Lange Zeit hat man im Krimi nur Vermutungen, wer was warum getan haben könnte, wie die Reihe weitergehen mag, am Ende löst es sich zwar auf, aber nicht sehr gut gemacht. Egal. Einzig, dass in Oxford wahrscheinlich genau an dieser Ausfahrt Europas einziges wildlebendes Opossum überfahren wurde, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch reinweg dumm.

    (1630) Pietsch, Reinhard: Die letzten Tage der Menschheit (nach Karl Kraus). Ein Versuch, das Buch in eine Graphic Novel zu packen. Wenn’s ihr mich frogt: dös woar nix. I dönk, s’ist gscheita, soan Schoas zu lossn. Und wanns dön Dialekt nöt richtig abbilden konnst, losst’s dös holt. (So wie ich ab jetzt auch).

    (1631) Abadzis, Nick: Laika. Noch so eine Graphic Novel, die ich lieber nicht gelesen hätte. Inhaltlich geschenkt ok, aber graphisch gefällt mir nichts, absolut nichts. Einzig und allein Laika selbst kann der Autor manchmal ganz gut malen: der Rest sieht aus wie…

    (1632) Le Huche, Magali: Nowhere Girl. Ganz im Gegensatz dazu diese schöne Graphic Novel über das Erachsenwerden, die Angst vor der Schule und die Liebe zu den Beatles. Manko ist, dass das Buch zwar vom Format her riesig, aber in der Schrift wirklich kaum zu entziffern ist. Warum zieht man die Bücher so groß und lässt dann trotzdem so viel Platz drumherum und die Schrift ist kaum zu lesen?

    (1633) Becker, Jurek: Aller Welt Freund (1982). Bislang das schwächste Buch vom Becker, aus dem Bücherschrank und zurück, unlesbar, schon vor der Kneipentour, danach erst recht.

    (1634) Bak, Seong-U/ Kim, Hyo-Eung: 아홉 살 함께 사전 (2019). Das zweite Buch der Reihe, diesmal mit vielen Begriffen, die im Alltag von Kindern durchaus wichtig sein können – im Sinne eines Miteinanders. Wieder sehr schön gezeichnet, viele schöne Aussprüche von Neunjährigen sind dabei, vielleicht auch ein wenig die Wünsche von Autor*in/ Zeichner*in. Sehr zu empfehlen, aber leider denke ich, wird sich das kaum übersetzen lassen, viele Zeichnungen sind einfach auf koreanische Verhältnisse ausgelegt. Oder spielt jemand hier mit seinem Opa 윳놀이? Es gibt noch zwei weitere Bände. In diesem Jahr habe ich damit wieder einen Anteil von über 10% an koreanischen Büchern. Ob ich es auch noch einmal schaffe, wieder zehn koreanische Bücher an der Zahl zu lesen, so wie letztes Jahr?

  • Schlangengift. Zu František Vláčils Hadí jed (1979)

    Als Europa noch geteilt und die Grenze weitgehend unüberwindbar war, gab es gefühlt deutlich mehr Austausch. So lief auch dieser Film synchronisiert im DDR-Fernsehen (zuerst 1983), heute aber (2025) muss man den Film im Original schauen und aus automatischen Untertiteln schlau werden…

    Ich weiß, es gab nicht so viel Austausch und so schafften es eben auch Schwarzweiß-Filme über so ein schwieriges Thema ins Fernsehen, man möchte eben unterstellen, weil es nichts anderes gab – ich sage jedoch: weil es selbst in so einem trostlosen Film tolle Schauspieler gab.

    Ein junge Frau (gespielt von Ilona Svobodová), deren Mutter vor kurzen gestorben ist, sucht ihren Vater (Josef Vinklář), zu dem sie keinen Kontakt hatte. Sie lässt sich in den Winterferien von ihrem Freund (Jan Hrušínský) in die Ödnis fahren (gedreht wurde neben Prag auch u.a. in Nová Ves pod Pleší, Ledčice und in Bojanovice-Malá Lečice, allesamt kleine Nester in der Nähe von Prag) um ihn dort aufzusuchen.

    Gesoffen wurde früher ohnehin mehr, aber man merkt dem Film recht schnell an, in welche Richtung da erzählt wird. Es bleibt nicht nur bei vier kleinen Schnäpsen, bald wird es immer mehr Alkohol…

    Der Film lebt von seinen wunderbaren Darstellern, man kann wirklich gut nachvollziehen, wie sich Vater und Tochter zwar in klaren Phasen vertrauter werden, näher kommen, der Vater aber durch seine schubweisen Trinkereien alles wieder einreißt und am Ende im kalten Winter des Bauwagens übrig bleibt.

    Das Thema des Alkoholismus ist nur ansatzweise dargestellt, es bleibt recht friedlich, das ginge auch deutlich schlimmer zu zeigen. Es wird wenigstens angesprochen, man kann überlegen, warum und wie getrunken wird, aber das niemand aufschreit, dass das Leben so sinnlos ist, dass eigentlich nur das Saufen blieb/ bleibt? Und das die Strukturen so verfestigt sind, dass man aus der Misere überhaupt nicht rauskommt. Wahnwitzig auch die Verstecke, wobei auch das geht natürlich noch immer viel viel wilder…

    Wenn man wenigstens eine echte Untertitelspur hätte, die dann übersetzt noch ein wenig mehr Sinn ergäbe, es bliebe vieles nicht so im Dunklen. Warum der Vater dort ist (so eine Bohranlage mitten im tiefsten Winter in der Pampa, das riecht doch nach Strafversetzung), warum er trinkt (weil er frei sein will? weil es die Gewohnheit im Dorf ist?) Schade, dass der Film zwar auf Deutsch synchronisiert ist, aber man nur so schauen kann und ein wenig rätseln muss. Mein 298. tschechoslowakischer Film.

  • Getting through/ Die Botschaft erfassen/ 파악하는 것, 다시 Cărtărescu, Orbitor (4)

    Das Problem ist. Schnell kann ich das Buch nicht lesen. Dazu fehlt mir Zeit und Kraft. Zum anderen auch: Ich verstehe Cărtărescus “Die Wissenden” nur ansatzweise. Wenn nur einzelne Wörter (Katoptromantie z.B., S. 124) erklärt werden, auf den Seiten aber noch einige Dutzend weitere Formulierungen schwer bis höchstens missverständlich/ oberflächlich verständlich bleiben, bin ich, gelinde gesagt, verwirrt.

    커르터레스쿠의 소설을 계속 읽는 것 중이였다. 독일어는 내 모국어이는데 모르는 단어가 많았다. 번역사의 설명이 있지만 다른 정말 새롭고 이해할 수 없는 단어가 생겼다. 사전이나 인터넷에서 뜻을 찾았는데 계속 그냥 애매한 어휘가 남겨 있었다. 그것 이상했다. 정말: 독일어로 읽으면 중에 새로운 분위기나 느낌이 생각했다.

    Das Gute ist. Schnell will ich das Buch nicht lesen. Dafür eröffnet sich zu sehr ein wirklich interessanter Orbit, eine Umlaufbahn. Der junge Erzähler, der auf diesen Seiten seiner Freundin den Kopf schert um das seltsame Tattoo dort erkennen zu können, kreist wirklich im Raum herum, in Bukarest, wann und wo genau, ist nur erahnbar.

    사실은 이런 장을 어색한 느낌에서 읽었다. 타투에 대해 읽고 싶지 않지만 골치에서 숨겨 있는 비밀적인 사인에 대해 궁금했다.

    Es ist keineswegs eine leichte Lektüre, aber auch nicht undurchdringbar. Ich muss nur schauen, wie ich dran bleibe und nicht immer wieder von neuen und anderen Büchern abgelenkt werde. Zudem ist der Tag meist so zerfasert, dass die wenige Zeit am Stück zum Lesen, die bleibt, kaum als Zeit am Stück zum Lesen bezeichnet werden kann.

    There is a lot of time left every day. Talking to ㅅ for an hour is possible even throughout the new time difference (winter time), but after that I don’t know how to control time, to deeply use it and not waste it. I know this idea of having to use free time so efficiently is absurd. There should be time to waste or just to enjoy doing nothing.

    Maybe it is just about cutting out online and screen time just even more. Because: what really feels useless is the input from the internet. There is just debate, there are arguments everywhere but there is no content or the real interesting content is just in the books.

    So werde ich mich wahrscheinlich nur noch auf das Schreiben hier konzentrieren und alles andere an Onlineaktivitäten, auch das Kommentieren, begrenzen. Wenn es denn geht. Es nervt nur noch.

  • Im Vergleich 비겨하면

    Die Stadtbibliothek hat einen kleinen Schrein (haha) für die jeweiligen Gewinner irgendwelcher Preise, der Nobelpreis für Literatur oft lange in der Mitte. 2024 hat ihn Han Kang gewonnen und es war wirklich ewig nix zu bekommen (erst wieder im April oder Mai 2025), also ohne vorzubestellen.

    Das sah praktisch immer so aus:

    Man musste schon irgendwie einen Notfallmurakami drumrum drapieren, damit es ein wenig nach Asien aussieht – dachte ich mir, aber Murakami hat 24/ 25 noch irgendeinen Preis bekommen, ok. Aber da: Angebot und Nachfrage… Na ja.

    라이프치히 신립도서관에서 항상 문학상 받는 작가위해 한 작은 제단처럼 보이는 책상이 있다. 작년에 한국 온 노벨문학상 받았던 한강위해 자리 있었지만 소설들을 4월까지 거의 사라졌다. 아마도 책이 많지 않기 때문에 아니면 사람들이 한강 작가의 소설을 열심히 빌리고 읽었는지 나 지금까지 모르겠다.

    Krasznahorkai Laszlo hat den Preis 2025 gewonnen und der Schrein ist voll. Mit Neuausgaben! Auch in den Regalen. Überall, es quillt fast über. Ich freue mich und habe eines mitgenommen.

    올해 노벨문학상 받았던 홍가리에서 온 작가 크러스너호르커이 라슬로도 이런 자리 받았다. 하지만 독일 출판사 로볼르트 빨리 새로운 책을 인쇠됐기 때문에 책이 한강보다 더 훨씬 많았다.

    Schade nur, dass der Aufbau-Verlag sich zwar 2024 gefreut hat, aber irgendwie nichts draus gemacht hat. Ehrlich gesagt, nur ein Kinderbuch von Han Kang zu übersetzen seither kann doch nicht wahr sein. Ich weiß, es ist schwer verständlich, es ist vielleicht nicht so im Fokus wie europäische Literatur. Aber nur den Unmöglichen Abschied zu machen und dann gut? Schade. Es gäbe sicher mehr zu veröffentlichen…

    *Edit: Ich habe die Bilder verpixelt.

  • Vokabellernen (aktueller Stand)

    Im Oktober lerne ich weiterhin Vokabeln, was sonst. In einer App habe ich zur Zeit exakt 2400 Wörter gespeichert und die fragt nach der Methode der spaced repetition. Allerdings lediglich 30 Wörter pro Tag. Meist schaffe ich das schon am Morgen, zumindest seit dem 7.9. habe ich keinen Tag mehr ausgelassen. 30 Wörter sind allerdings wenig und die einzig fiese (also meiner Meinung nach auch wirksame) Methode, nämlich zu schreiben (also exakt wiederzugeben) ist in der App nicht wirklich effektiv. Man bekommt zwar ein Signal, aber ob das richtig oder falsch ist, scheint völlig egal zu sein. Lediglich die Zuordnungen funktionieren, dann rutschen Wörter, selbst, wenn sie mal gelernt waren, wieder in Gruppe 1 zurück.

    Daneben gibt es immer noch meine Karten, die ich zwischendurch auch liegen gelassen hatte. Da habe ich am 31.8. wieder angefangen und immer mit einem größeren Intervall Abfragen gemacht. In Gruppen von A bis Z und da das nicht bis zum nächsten A reichte, noch mit den Gruppen A2, B2, und C2…

    In der ersten Runde, die in ein paar Tagen endet, habe ich immerhin ursprünglich 1225 Karten im Umlauf, bis zur gestrigen Gruppe Y (nach 8 Wiederholungen) habe ich 654 Wörter sicher gewusst. Das sind gerade mal 53%, es dürften noch ein paar mehr werden, aber na ja, es ist schwierig.

    Nicht vermeiden dabei konnte ich, dass ich immer noch Doppelte entdecken musste, also Karten, auf denen ich Wörter immer und immer wieder notiert habe. Die Liste durchzugehen ist schon jetzt schwierig. Die fertigen Karten werde ich irgendwann überprüfen und vielleicht noch weitere Wörter ergänzen oder korrigieren.

    In der zweiten Gruppe, die am 29.9. begann und am 25.11. enden sollte, habe ich jetzt 919 Wörter (also schon etwas weniger, auch wenn mir noch ein paar Gruppen fehlen) und wären die heutigen Zahlen die gewussten Karten, es wären gerade mal 444 (das heißt 48%). Ich merke, dass dieser zweite Durchlauf schon deutlich schwerer fällt. Ich muss außerdem immer häufiger Karten zurückschieben, die dummerweise zwei oder mehr Einträge haben. Ich hatte anfänglich mal solche Karten erstellt, aber sich gleich vier Begriffe auf einmal zu merken, ist eher unrealistisch. Sind es Karten wie 세상, 옥상, 수상, 상의, in denen also ein Teil der Vokabel immer wieder vorkommt, merke ich es mir dann doch, aber auch nur mit vielen Anläufen… (Welt, Flachdach, Wasser, Beratung).

    Es ist schon so, wenn man nicht beständig lernt, wird es immer schwerer, aber wie hält man auf lange Frist durch? Motivation habe ich, ja, aber je höher man kommt, wenn man denn höher kommt, umso weniger sieht man die Erfolge, es fühlt sich wie bei einer Bergsteigtour an: man sieht den Gipfel zwar irgendwie, aber nach der nächsten Drehung kommt wieder ein steiler Anstieg, und wehe man schaut nach unten, bzw. irgendwie fällt immer mal was nach unten, aus Dussligkeit, obwohl am weiß…

  • Viele unbekannte Wörter weiterhin. Zu Cărtărescus “Die Wissenden” (3)

    [de/ ko] Das Buch lehrt wahrlich Demut. Wenn ich auf jeder Seite (!) neue Wörter sehe, bei denen ich überlegen muss, ob es sich lohnt sie nachzuschlagen, dann will das was heißen. Ich will nicht behaupten, dass ich durch einen Fontane oder Thomas Mann auf der Wortschatzebene vollständig und bis aufs Letzte problemlos durchkomme: aber in einem doch eher neuen Werk (1996) so derartig viele neue Wörter? Ich fand einiges ein wenig manieriert, übertrieben, exaltiert, völlig abgedreht, dann habe ich allerdings Cărtărescu zugute halten müssen, dass er ja aus der Lyrik kommt und eine derart verdichtete Sprache gewohnt ist: aber ist das dann ein Erzähler? Oder doch weiterhin ein Dichter?

    Dem recht spannend geschrieben Kapitel über die Übersiedlung der Familie aus dem Bulgarischen in die zentrale Walachei folgt dann ein Abschnitt von Gedanken zur Erinnerung, zu Vergangenheit und Zukunft, zum Erzählen. Toll gemacht, ein Steinbruch für Zitate, aber ob ich das überhaupt erfassen kann? Ich bezweifle und lese weiter. Heute ab Seite 104. Mal sehen, wie viel ich schaffe.

    커르터레스쿠의 소설 계속 흥미롭고 힘든 것 같다. 가족에 대한 이야기후 거의 20 페이지에 과거나 미래에 대해 말했다, 너무 높고 이상하고 똑똑한 어휘로서 읽는 것이 가끔 불가능했는데 커르터레스쿠 작가가 사실 시인으로 쓰는 것을 시작했어서 조금 이해할 수 있었다. 인수하는 것이나 무시하는 것 읽는 방법, 쉬운 소설아닌다.

  • 불가리아의 귀신, 계속 커르터레스쿠의 오르비터 소설 (2)

    [ko/de/en] 계속하게 읽으면 화자가계속하게 읽으면 화자가 (아니면 이야기하는 15살 소년) 다음 장에서 가족의 이상한 이야기를 말하는 것 시작했다. 겨울에는 한 작은 그룹이 마을에서 도망갔는 것 설명했다. 이런 설명이 귀신 이야기 정말 조야하는 거의 믿을 수 없는 이야기 이였다. 마을에서 사는 사람 양귀비를 샀고 가꾸고 먹었다. 이후에 마을에서 그냥 미친 사람들이 남아 있어서 마을의 조상들이 깨어났다 … 엄청 묘사할 수 없는 혼돈이 나와서 커르터레스쿠의 화자가 잘 이야기를 했다.

    Ich bin sonst eigentlich kein Fan von solchen übernatürlichen Geschichten, zuletzt habe ich mir das bei Sorokin (Der Schneesturm) angetan (und war begeistert). Aber hier passt das und man erahnt, welche Dimension das ganze Buch annehmen soll. Also, wenn das Buch im Stile dieser ersten Erzählung fortsetzt, komme ich zwar nur langsam voran, aber das wiederum lohnt sich dann auch mal. Ich bin auf Seite 66.

    Besides that I read some rather weak graphic novels yesterday. I will not write a lot about them, maybe just some words when I speak about what I’ve read this october.

  • Orbitor소설을 읽어 있다, 첫 인상에 대한 글

    [ko/ de] 올해 홍가리에서 온 작가 크러스너호르커이 라슬로가 (Krasznahorkai László) 노벨문학상을 받았어서 신립도서관에서 모든 책을 없어서 나 지금 루마니아 온 미르체아 커르터레스쿠의 (Mircea Cărtărescu) 오르비터 (Orbitor, 세 권 1996) 시작했다. 이 글에서 첫 인상에 대해 쓰거싶다.

    처음에는 이 세권 어디에 시작하는 것 궁금했다. 독일어로 Die Wissenden (알고 있는 사람들) 첫 권이다. 첫 20페지에서 한 15살 있는 남아이가 루마니아의 수도에 대해 말하기 시작했는데 끝날 수 없는 쓰나미처럼 호흡없게 읽어야 했다.

    Wohin mich diese Lektüre führen wird, und ob ich es durchhalte, ich kann auf Seite 24 noch nicht viel sagen. Es liest sich schwer, aber nicht unverständlich. Und die beschriebene Melancholie eines Teenagers beim Blick auf die Skyline einer Stadt (hier Bukarest) ist schon gut nachvollziehbar.

    PS: Artikel schreiben bildet. Ich weiß jetzt, wie der Name ausgesprochen wird. Da es keinen koreanischen Wikipedia-Artikel für Cărtărescu gibt, musste ich den Namen freihand suchen und habe über die Hangeul-Aussprache auch gleichzeitig die rumänische Aussprache verstanden. Die koreanische Aussprache kann schon oft völlig anders sein, aber oft ist sie phonetisch so exakt am Original, dass man sich Aussprachen in ganz anderen Sprachen erschließen kann – ganz nebenbei.

    한국어로 지금까지 그냥 멜란콜리아 (Melancholia) 번역됐다. Auf Koreanisch scheint bislang nur Melancholia übersetzt worden zu sein.

  • Ist das Mathematik? Ist das Philosophie? Eher ein schwacher Krimi. Zu Guillermo Martínez “Die Oxford-Morde” (2003)

    Damit zu kokettieren mit Mathematik nicht viel anfangen zu können, mag ich schon lange nicht mehr. Zu traurig ist es, nach 12 Jahren permanent erteiltem Mathematikunterricht nicht viel mehr zu können, vielleicht sogar weniger, als die Generationen zuvor mit gerade einmal 6, 8 oder 10 Schuljahren. Praktisch anwendbar ist Vieles aus dieser Zeit nicht. Unvorstellbar viele Stunden habe ich mit Funktionen und deren Ableitung verbracht, aber was die Suche nach der Null und dem X sollte, hat mir zumindest keiner gesagt. Daher die Witze und Sprüche. Und dennoch: gut ist das nicht, dass man eben kein Mathe kann, bzw. kaum Vorstellungen von irgendwelchen Konzepten der Mathematik.

    Romane aus diesem Bereich, aus diesem Umfeld sind hingegen immer interessant. Mit Begeisterung habe ich Atle Næss’ Roman über die Riemannsche Vermutung (Roten av minus en, die Wurzel aus -1, wenn man es übersetzt) gelesen.

    Und da nun hier auf dem Cover nicht schon wieder irgendein Inspector Commissario XY in seinem 25. Fall angepriesen wurde und ich keine Reihe erwarten musste, es im Prinzip auch egal ist, ob man das Flair der Gegend kennt, griff ich zu Guillermo Martínez’ “Die Oxford Morde” (zuerst auch als “Die Pythagoras-Morde” übersetzt und herausgebracht). Nun denn…

    Ein Mathematiker kommt für ein Jahr nach Oxford, die frühen 90er (E-Mails aus dem Computerraum, ach ja, ich sehe förmlich die weißen Tastaturen…) und dann geschehen einzelne Morde, die stets von einem anderen Mathematiker begleitet und kommentiert werden. Denn dieser ist ein Experte für Zahlenreihen und vermutet hinter einzelnen Nachrichten, die im Umfeld der Morde auftauchen eine mögliche Fortsetzung. Sollte es also gelingen, die Reihe fortzusetzen, könnte man unter Umständen vorhersagen, wer wann den nächsten Mord begehen könnte.

    알겐티나 온 수학자가 오크스포르드에서 다양한 살인범들을 증거했다. 매 살인 포함에 노트를 읽을 수 있었다. 다른 유명한 수학자가 이런 것을 설명하고 싶었다. 사실 그냥 조금 재미 있는 탄청소설이였다. 추천하고 싶지 않다.

    Das Ende ist etwas deprimierend, das Frauenbild (lüsterne Tennispartner direkt aus den 50ern) sagen wir mal “seltsam” und auch sonst ist der Roman nicht wirklich empfehlenswert. Ich hätte mir dann was anderes darunter vorstellen wollen: wirklich irgendwelche knobelnden Mathematiker, die Annahmen über die Fortsetzung von Herzchen, Fisch und Triangel machen. Aber so. Leider wenig empfehlenswert, finde ich.

    소설에서 온 여자 역할 조금 낡았어서 이 소설이 불쾌했다. 또한 수학 이론이 있으면 이 이론들을 사용하셨을 때 어땠다?

    Das ist sowieso die Sache: vermutlich ist die Geschichte im Kopf des Autors klar, aber die Erzählbarkeit ist eben eine mögliche: eine geradlinige Geschichte mit deutlicheren Andeutungen wäre vielleicht besser gewesen. Oder ist mein Kopf einfach nur kein guter Empfänger, verwirrt sich alles zu sehr?

    혹시 잘 한 이야기를 나눈 것이 가장 힘든 것 같았다. 내가 보기에는 좋은 세팅이나 좋은 생각이 중요하지만 이 이야기를 이야기 할 수 없으면 안돼는 것 좋겠다.

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Zu: Bak Sang Yong: 절에서 만나는 우리 문화 (2010)

    Wer aufmerksam durch Korea reist, trifft überall auf Klöster und Tempel, praktisch an jeder Ecke (oder auf jedem Berg) gibt es irgendwo eine Stupa, ein kleines Eremitentempelchen oder eben auch größere Anlagen wie Haeinsa oder Bulguksa.

    Wenn man die Tempel besucht, bleibt man vor Staunen oft genug stehen und fotografiert. Und rätselt, was das bedeuten könnte, wofür dieses Gebäude steht und welche Figur unter den vielen nun Buddha ist und warum es so viele von ihnen gibt.

    Ich glaube, es war in Haeinsa, als ich einer Gedenk-Zeremonie für einen Verstorbenen halb und halb beigewohnt habe und mir dann eine umstehende ältere Frau versuchte zu erklären, was da passiert – und natürlich ihre Schwierigkeiten hatte, mir das mit meinem geringen Koreanisch zu verdeutlichen.

    Genau das gelingt in dem Buch von Bak Sang Yong, dem ich mal mit “Wo wir im Kloster unsere Kultur treffen können” paraphrasierend einen deutschen Titel geben möchte. Bak erklärt in dem Buch praktisch alles. Von der Geschichte des Buddhismus auf der koreanischen Halbinsel über die einzelnen Gebäude der Klosteranlagen kommt er zu den einzelnen Figuren (Buddha, Boddhisatvas) und deren Handgesten und Attributen. Schließlich gibt es noch ein längeres Kapitel zu einzelnen Wandmalereien (das wohl auf einem älteren Buch beruht). Er bildet dabei (das Buch wendet sich eigentlich an schmerzfreie und sich wenig gruselnde Grundschul- oder Mittelschulkinder) viele Analogien zur Schule bzw. der Lebenswelt der Kinder. Die komplizierte Vorstellungswelt des Buddhismus mit den Seiensbereichen, mit der Ablehnung aller Zweiheit, mit der Vorstellung von Nirvana, Himmel und Hölle (hütet eure Zunge…) wird wirklich einfach erklärt.

    Buchcover mit koreanischen Klostergebäude, dazu gezeichnete Figuren.
    박상용: 절에서 만나는 우리 문화. (2010) Und endlich verstehe ich selbst die Farbgebung beim Drachen…

    So, dass es sogar ich mit meinem Koreanisch verstehe. Natürlich, ja, gebe ich zu, habe ich meine Schwierigkeiten mit einzelnen Eigennamen, musste ich manche Begriffe bis in die Bildersuche mehrfach suchen, aber irgendwie war ich drin und dran und relativ schnell durch damit: aber ohne das Gefühl zu haben, dass ich mich hier durch zähe Kapitel quälen musste. Viel eher würde ich in dem Stil weiterlesen: einfache Satzstrukturen und häufige wiederaufnehmende Wiederholungen: das übt ungemein.

    Und man erfährt noch permanent Neues. Ich würd ja gern sagen, ich bin dann mal weg und wieder in Korea…

    Leider wird das Buch mit extrem großer Wahrscheinlichkeit wohl nie übersetzt werden. Da wird mir sicher ein Schwall an Überlegungen entgegengebracht werden, warum sich niemand sonst dafür interessiert und so weiter und so fort. Gut, kein Ding, ich nehme es dann eher als Empfehlung, sich ein paar Jahre hinzusetzen, Koreanisch zu lernen und dann dieses Buch lesen zu können. Dafür fast allein lohnt es sich schon…

  • Sich ernsthaft an einen Tisch setzen. Zu Christa Wolfs Interview in “Unsere Kinder” (1989)

    Im Dokumentarfilm von Roland Steiner “Unsere Kinder” (1989) ist ein kurzes Interview von Christa Wolf mit zwei jungen Männern zu sehen, die offensichtlich der Neonaziszene in der DDR zuzuordnen sind. Von diesem Interview habe ich noch nichts zuvor gehört, erinnerte mich aber an das kleine Büchlein, dass aus einer Diskussion in der Wochenpost entstanden war. In diesem Buch muss sich Christa Wolf mit massiven Vorwürfen für ihre Gedanken auseinandersetzen, bekommt aber (zum Glück) auch deutlichen Zuspruch. Und, sieht man die versteinerte Einheitsfeierkultur von heute, möchte man anmerken: es ist noch nicht mal ansatzweise ausdiskutiert – was damals falsch lief, was danach totgeschwiegen wurde, und wie bis heute miteinander umgegangen wird. Und das meine ich ausdrücklich nicht in dem weinerlichen Ton, wenn manche Menschen meinen, dass ihre Meinung unterdrückt würde. (Während sie ihre Meinung äußern, beklagen sie, dass sie ihre Meinung nicht äußern können. Und wir nicken nur müde. Da sind wir doch schon wieder bei 1989, Müdigkeit.) (Wir sitzen 36 Jahre später noch immer da, wie die Wolf mit Kaffee, Limo und Cola saß: müssen uns an Lebenslügen, an Konstrukte heranwagen, haben weitgehendes Desinteresse allerseits, Vorurteile sind herübergekommen, Stereotype werden in Marmor geschlagen…)

    Das Interview ist in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen ist Christa Wolf überhaupt bereit, einen Dialog zu führen (anders als der oft gehörte Satz damals wie später wie heute: “So rede ich nicht mit dir/ mit Ihnen”) und zum anderen hört sie auch zu, stellt aber dann auch genaue und sinnvolle Gegenfragen. Zu oft wurde/ wird damals wie heute “gut” zugehört, das ist schon in Ordnung, aber dann wird doch nicht gekontert, wird doch nicht die eigene Meinung auf einem überzeugenden Niveau geäußert.

    Unter dem Vorwand, man wolle ja nur zuhören, nur “gut” zuhören, ausreden lassen, lässt man dann Dinge völlig im Raum stehen und hat eigentlich nichts erreicht, vielmehr das Gegenteil erreicht (die Meinung ist mutmaßlich akzeptiert durch Schweigen, sie steht im Raum, unkommentiert.) Bei Wolf ist das interessanterweise nicht so. Sie wird nicht grantig, sie spielt ihre intellektuelle Überlegenheit (schon aus Lebenserfahrung) nicht aus, aber sie hält doch dagegen.

    Und ich bekenne, man muss das können, gute Gegenfragen stellen, darf sich nicht reinsteigern, darf aber eben auch nicht alles akzeptieren. – Klar – die Wolf konnte danach wieder gehen, in ihrer mecklenburgischen Abgeschiedenheit auch reflektieren, das können die allermeisten Menschen nicht, aber: all die hochbezahlten Interviewer heute, die bepreisten Talk-Shows, sind nicht im Ansatz so interessant wie dieser kurze Ausschnitt, diese paar Fragen…

    Und dann stellt sich für mich die Frage: wie viel von dem Interview sehen wir hier denn? Ist da noch mehr, ist da noch was anderes vorhanden, lesbar? So spannend, wie die wenigen Minuten da sind, da könnte das vollständige Interview, wenn es noch nicht veröffentlich ist, meiner Meinung nach viele, na ja einige, na zumindest mich interessieren.

    크리스타 볼프 동독 작가가 한 다큐멘터리에서 극우주의자들이랑 인터뷰를 했다. 그것이 너무 흥미로웠다. 나 이 인터뷰가 있는지 몰랐다. 그래서 궁금했다. 볼프 작가 인터뷰에서 정말 좋은 질문 해 봤는데, 그녀가 잘 듣고 있지만 또 좋은 대답이 있었다. 오늘날 사람들이 그냥 잘 듣고 있는데 원래 그것 좋지 않다. 그냥 바보적인 미워하는 것을 들어면 내가 보기에는 대답, 잘 생각 발생기는 대답이 필요했다. 이 다큐멘터리가 그냥 독일어로 볼 수 있다.

  • Gelesen (im September 2025)

    Ich ändere das mal. Von “Was ich gerade lese” hin zu abgeschlossenen Büchern. Diese also im September 2025.

    (1618) Lepic, Alex: Lacroix und der blinde Buchhändler von Notre-Dame. Nicht wirklich empfehlenswert, aber immerhin ein Krimi. Wobei: eigentlich nicht mal das. Sobald man was von einem ungedruckten Manuskript und einem von Frauen umschwärmten Hemingway hört, ist doch klar, warum wer wie enden muss, lediglich, wer es schließlich konkret gemacht hat, fällt dann noch raus. Aber nicht auf 200 Seiten bitte.

    (1619) Bak Seong-U/ Kim Hyo-Eun: 아홉 살 느낌 사전. Ein sehr schönes Bildwörterbuch, allerdings in einem recht poetischen Sinne. Ob man wirklich so als Neunjähriger gedacht hat?

    (1620) Foer, Jonathan Safran: Wir sind das Klima! Einzelne Passagen aus dem Buch sind gut (aber bekannt), vieles andere wirkt angepappt, 273 Seiten für wenig Inhalt, vieles davon ist wahrscheinlich seither so oft wiedergekäut worden, dass man jetzt nichts mehr daraus nehmen kann.

    (1621) Hindemith, Paul: Johann Sebastian Bach. Oh Gott, eine ganz kurze, leicht anstrengende, in einigen Sätzen aber dennoch anstreichenswerte Rede, gedruckt in einem Inselbändchen. Gefunden, gelesen, weitergereicht. Anders als Foer mit gutem Gewissen, denn jeder kann sich aus diesem Text etwas nehmen, ob Musiker oder nicht. Und Bach ist immer lesenswert.

    (1622) Minardi, Dino: Biblioteca Criminale. Vierter und für mich ebenso erster wie letzter Fall für Commissario Pellegrini. Wie man einen Krimi in einer Bibliothek derart uninteressant gestalten, aber dabei so viel artiginale Italienschwärmerei hineinblasen kann, ist mir unbegreiflich. Zwanzig Tassen Kaffee später habe ich das Buch entnervt beendet, spannend ist es nicht. Ich versteh ja, dass man solche Reihen machen muss, sonst kauft keiner mehr Bücher für den Strand, für den Zug, fürs Klo, aber warum dann nicht einfallsreicher?

    (-) Sargnagel, Stefanie: Iowa. Nach wenigen Seiten abgebrochen. Filz im Intimbereich hin oder her, noch mehr herumgeisternde Sätze, die ich nicht lesen wollte.

    (-) Dunthorne, Joe: Kinder des Radiums. Nach wenigen Seiten abgebrochen, hier zuviel Nabelschau, zuviel unkonkretes Gequatsche, bevor – möglicherweise – dann mal irgendwann die eigentliche Geschichte beginnt.

    (1623) Heldmann, Kristina: 이상한 기후, 그래서 우리는? Von diesem Buch bin ich einerseits des Inhalts wegen begeistert, andererseits hatte ich hier stellen- und ansatzweise das erste Mal überhaupt das Gefühl, dass es auch im Koreanischen möglich sein könnte, flüssig zu lesen. (Bis das nächste Buch mich wieder auf den Boden der Realität zurückholt.)

    (-) Sigurdadottir, Lilja: Höllenkalt. Krimi vom Verschenkestapel, kurze Kapitel, wenig Inhalt. Ich habe nach einer Geschichte gesucht, aber da ist nur Kapitelasthma, leider.

    (1624) Ogawa, Ito: Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen. Im Beitrag schreibe ich, warum ich dem Buch unter derzeitigen Umständen nur Unrecht tun würde, wenn ich über vermeintliche Banalität oder Seichtigkeit lästerte. Ich lasse es daher, denn eigentlich mochte ich diese friedliche Stimmung, eigentlich möchte ich genau so eine Stimmung immer und überall. Warum können wir uns nicht wieder auf die Auswahl eines Stifts konzentrieren, oder welches Briefpapier man verwendet? Oder wie man alle möglichen verrückten/ verschrobenen/ seltsam anmutenden Traditionen weiterführt UND gleichzeitig niemandem damit schadet, niemanden damit quält. [Das ich mich nicht aufs Lesen konzentrieren kann, wenn jemand neben mir quatscht, ist dagegen fast schon geschenkt.]

    (-) Olkusz, Gesa: Die Sprache meines Bruders. Entnervt, abgebrochen.

    (-) Oe, Kenzaburo: Therapiestation. Ungelenke und bemühte sozusagen Science-Fiction. Oe kann komplizierte düstere schwere Romane schreiben. Aber dieses Buch hier war nichts. Abgebrochen, so leid es mir tut.

    (-) Preuss, Uwe: Katzensprung. Man muss dem Buch zugute halten, dass es nicht als Roman tituliert daherkommt. Sonst aber bleibt meine Bitte: nicht jedes Buch muss geschrieben werden, nicht jeder Schauspieler, Promi, sonstwer muss was zwischen Buchdeckel klemmen. Das hier waren nicht mal ansatzweise Geschichten, die hätten nicht mal auf einer Familienfeier was genützt.

    (1625) Zweig, Arnold: Junge Frau von 1914. Eine junge Frau muss abtreiben, ihr Geliebter, den sie zunächst nicht heiraten darf, hat sie ungefragt geschwängert. Sie hasst ihn ausgiebig, letztlich aber kann sie doch wieder von ihm nicht lassen und versucht, eine Heirat doch durchzusetzen. Das ist erschwert, denn der Bräutigam, Werner Bertin, ist Soldat im Ersten Weltkrieg, zunächst in Serbien, danach auf den Schlachtfeldern vor Verdun. Zweig beschreibt sehr gut, analysiert den Ersten Weltkrieg sehr genau, zeigt auch die Verlogenheit der Propaganda auf (die dann auch das Erstaunen der Bevölkerung bei Waffenstillstand im Jahre 1918 erklärt). Ein Roman, der einen nicht ganz klar zurücklässt, andererseits – eine eindeutige Rachegeschichte wäre zwar denkbar gewesen: aber so wie es ist, ist am Ende doch (leider/ Gott sei dank) das Leben. Der Aspekt der beschriebenen Abtreibung (soweit das einem Mann möglich ist) ist bis heute aktuell – hätte man das gedacht?

  • (Der schöne) 27. September (2025)

    Ich habe wieder auf dem Sofa geschlafen, es ist unbequemer und dennoch bequemer. Und mein Sofa. Als ich als Kind in Quartieren und in Gästezimmern schlafen musste, wenn nebenan alles schnarchte, die Betten rochen und unangenehm waren, habe ich immer vom Sofa im Wohnzimmer geträumt, dort zu schlafen, herrlich weich, angenehm warm (weil [der Raum] geheizt) – ein Sofa [nicht nur das damals] ist also das beste, was man haben kann. Auch wenn das Bett größer, bequemer ist/ sein soll. Ich weiß es nicht.

    동독 시대 중에 우리 여행 했을 때 우리 민박에서 항상 어색하고 불편한 침대가 있었다. 너무 불편한 느낌 있어서 항상 침대의 가장자리에 잤거든요. 그래서 외할부모님 고실의 소파에 대해 제일 좋은 소파를 생각 했다. 그래서 침대 소리, 생각, 고민 때문에 잘 수 없으면 나 계속 소파로 바꾼다.

    Aufgewacht, mit S telefoniert. Ich noch, sie schon wieder müde. Und entnervt vom gestrigen Tag, bei mir die korrigierten Tests, bei ihr andere Dinge.

    시험 교정 중에 나 자주 쓸모 없는 기분이 받았다. 지금 그냥 교정하고 잊어버린다. 학생의 동기가 정말 바꿔서 나의 동기가 없어졌다.

    Die gestrige heute show gesehen, gestern während des Yogas hatte ich bereits Kalk und Welk verfolgt, die beiden erklärten nochmal, wie man bestimmte medial-politische/ medienpolitische/ politische Vorgänge in den letzten Tagen verstehen kann, dass ausgestoßene Drohungen durchaus mit einer aus Milieus stammenden Sprache ausgegeben werden und man dementsprechend das Ganze auch kaum mehr als klassische Politik im normalen Sinne verstehen könne. Man spricht es lieber nicht aus, sonst kommt noch was. Wenn nicht Hollywood selbst Feindbild wäre, es wäre ein schöner Anlass dafür, das es endlich unterginge und seine gewalttätigen und flachen Filme für die Masse mit sich nähme, aber es ist ja selbst Feindbild. Also mir zu hoch, was da überhaupt noch vor sich geht.

    미국 온 영화를 싫어하지 않지만 익숙하지 않아서 한 영화를 보면 이상한 느낌이 있다. 사실 어리였을 때 부터 동독이나 체코 영화를 많이 봤어서 어른 됐을 때부터 익숙하는 과정이 힘든 것 같다.

    Mal sehen, wie lange das hier noch geht. Ich umschiffe mittlerweile bewusst Meldungen, langsam werde ich wahrscheinlich jemand, der nur noch das Kreuzworträtsel löst. Ich wusste, warum sich viele auf das Wetter konzentriert haben. 1,3°C gab es schon in einer Thüringer Allgemeinen von 1991, in dieser Woche die Ankündigung der 3°C – bereits in 25 Jahren. Nichts mehr mit lebenswert.

    Danach noch ein wenig die immer noch im Tandem mit KN besprochene Mitternachtsbibliothek (gelesen zuerst auf Deutsch im Juni 2023 in einem Hotelzimmer in Kunming, danach nochmals bis Ende Oktober 2023 auf Koreanisch und seither im Tandem besprochen und zusammengefasst). Mittlerweile Seite 370, das Ende, anders als es S sieht, ist nah. Zwei Stunden Austausch, fast jeden Samstag, seit Ende 2018/ Anfang 2019, vor allem in der Coronazeit praktisch der einzige Ausblick auf die Welt draußen.

    Während sich hier niemand an irgendeine Regel hielt, alles in Frage gestellt wurde, permanent alles zerredet wurde: dort hielt man sich dran, trug die Masken stoisch, und hatte auch ganz andere Werte. So konnte ich wenigstens ein wenig mein Kopfschütteln untermauern, belegen, begründen. Aber mittlerweile ist ja Skeptizismus an belegbaren Ergebnissen en vogue und ich mach nur Daumen hoch.

    Danach zur Bibliothek gefahren, etwas leerer alles, trotz Mangaday. Ich bin noch mal am Bild von Han Kang auf dem Platz für die preisgekrönten Nobelpreisempfänger vorbeigelaufen, lediglich ein Hörbuch von Die Vegetarierin ist derzeit ausleihbar, der Rest immer noch verliehen – permanent. Also wohl doch lesbar. Wer wohl der/ die nächste sein wird?

    한강 노벨문학상의 강연 문제를 다시 다운 받았다. 혹시 시간이 되면 읽을 것이다. 하지만 시간…

    Noch einmal mit S telefoniert. [Noch einmal] telefoniert, bestimmte sprachliche Dinge erklärt, dass die TN sich in den Pausen seit Jahren nur noch auf Englisch unterhalten, obwohl sie eigentlich Deutsch lernen sollten – und sich dann wundern, warum alles so schwer vorangeht.

    이 주제 끝 없다. 그래서 이것에 대해 말하고 싶지 않다.

    Der 27. September. Ich weiß, ich stelle mich hier mit Macht in irgendeine Traditionslinie, und will das trotzdem nicht. Aber die Idee, einen normalen Tag zu beschreiben, hat immer etwas. Gelesen habe ich das Buch gerne, wie praktisch alles von Christa Wolf. Als sie 2011 starb, war ich wirklich traurig.

    Am Abend dann noch Zweigs Junge Frau von 1914 beendet. Ich habe zwar einzelne Abschnitte überflogen, die Sprache strengt mich doch zu sehr an, aber das Buch bleibt eindrücklich zurück. Da ist die Ehrlichkeit, wie über den Ersten Weltkrieg geschrieben wird, das ist wie bei Remarque (wenngleich nicht ansatzweise so drastisch) und anderen. Die Zeit vergeht, heilt alle/ keine Wunden, aber sie vergeht eben. Und was verloren geht (Menschen), was nicht verloren geht (der Antisemitismus), das ist gut beschrieben. Ein gutes Buch, ein guter Abschluss des Tages (und des Monats, ich glaube kaum, dass ich noch in den nächsten Tagen mehr Bücher beende.)

    10월1일 여기 9월에 읽어했던 책에 대해 글이 나타난다.

  • Überschriften lesen (5)

    In Hankyoreh habe ich heute diese Überschrift gefunden: “웃기고 씁쓸한 박찬욱의 자본주의 잔혹 동화 ‘어쩔수가없다’”

    Ein grausames Kapitalismus-Märchen von [Regisseur] Bak Chan Uk, das lachen lässt und [gleichzeitig] melancholisch ist “Wenn einem nicht zu helfen ist”

    So würde ich das übersetzen und will damit exemplarisch zeigen, wie sehr das für mich eigentlich immer noch ein Jonglieren mit bestimmten Inhaltssegmenten ist. Die in eine Form zu bringen, die dann auch noch ansatzweise einer deutschen Überschrift entspricht, ist noch mal schwierig.

    Der Film soll wohl in Venedig und Busan gezeigt worden sein, aber mehr habe ich nicht weiter gelesen.

  • Richtige Momente, richtige Bücher

    Es verfestigt sich in mir immer mehr der Gedanke, dass man manchmal selbst die besten Bücher nicht lesen, geschweige denn würdigen kann, wenn man nicht in der Stimmung dazu ist. So geschehen, es tut mir wirklich leid, bei Ito Ogawas “Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen”. Normalerweise hätte ich den dahinplätschernden Betrachtungen aus einem kleinen Schreibwarenladen mit einem Lächeln etwas abgewinnen können, so, heute, in dieser Situation, bin ich nur noch genervt.

    Überall Gekeif, Geschrei, Gebrüll. Flood the zone with shit. Ziel erreicht, ich will nichts mehr hören. Und im Gegensatz dazu solche plätschernden Wohlfühlgeschichtchen. Gehören die auch dazu? Oder tue ich ihnen Unrecht?

    Die Geschichte selbst ist eigentlich nett, auch wenn es praktisch keine Entwicklung, keinen Faden gibt, außer der Person selbst. Und dem beobachtbaren Umfeld, der verschrobenen konventionellen Kultur mit kalligraphischen Briefriten… Wie gesagt, eigentlich ein ganz nettes, ich würde sogar sagen, ein schönes Buch. […]

    일본에서 온 소설은 사실 재미 있는 소설이다. 아마도 나 지금 이런 종료실 재미 있는 소설이다. 아마도 나 지금 이런 책을 읽을 수 없다. 지금은 유럽에서 분위기가 너무 나빠서, 미국이 너무 바꾸거든요, 러시아 전쟁 무서운 방향도 있거든요. 사람들이 이 분위기를 바꾸고 싶지 않는데 원래 좀 더 좀 더 이 화난 분위기 개발하고 있다.

    이런 필 구드 (feel good) 책들이 요새 많아서 혹시 이 사회나 청지적인 상황 때문에 많이 출판됐다. 아, 나 이런 소설을 한 번, 다른 상황에서 다시 읽어야 한다. Sonst tue ich dem Buch wirklich vermutlich Unrecht.

  • Klima und Eisbär leicht verständlich. Zu: Kristina Heldmanns “Ohne Eis kein Eisbär” (2020) bzw. 이상한 기후, 그래서 우리는? (2021)

    In den letzten ein zwei Wochen habe ich ein Buch gelesen, dass sich um den Klimawandel dreht. Es ist ein Buch für Kinder, aber meiner Meinung nach profitieren auch Erwachsene dadurch, denn so oft, wie ich das Thema beruflich gehört habe, dürften es viele eben noch lange nicht mitbekommen haben. Bzw. in der Gänze nicht. Oder um mit ihren Kindern mitreden zu können. Bzw. um sich überhaupt noch mit dem Thema beschäftigen zu können.

    독일 제목이 Ohne Eis kein Eisbär 한국어 변이에는 이상한 기후, 그래서 우리는 바꿨다. 독일어로 이 제목이 얼음 없으면 북극곰도 없다 라고 번역할 수 있는 생각이다. Den Titel im Koreanischen kann man vielleicht mit “Seltsames Klima: Und nun [, was machen] wir?” übersetzen. 내 생각에는 독일 제목이나 한국 제목 둘다 좋은 것 같다.

    Im DaF-Unterricht, kommt das Thema Umwelt ziemlich häufig vor. Lese- und Hörtexte zum Thema gibt es zahllos viele, ich habe von Teilnehmer*innen zig Vorträge zum Sauren Regen gehört, Ideen zur Mülltrennung von Indonesien bis Marokko kommen dazu. Ich bin schon angezählt worden, weil ich schon wieder was zum Thema Umwelt, Umweltschutz oder Klimawandel “machen” wollte. Aber das Thema ist nicht von der Hand zu weisen, will heißen: wichtig.

    Diese intensive Beschäftigung mit allen im Buch auch wieder vorkommenden Aspekten (Erderwärmung, Schmelzen der Polkappen, Feinstaub, Müll, Massenaussterben etc.) ist in diesem Fall mein Vorteil gewesen. Egal wie schlimm die Fachwörter auch sein mögen: 이산화탄소 (Kohlendioxid) oder 온난화 (Erderwärmung) sind mir so oft bereits vorgekommen, dass ich sie im Buch beinahe erwartet hatte und es dementsprechend kein Problem war, den Kontext herzustellen – und flüssig (manchmal flüssig beinahe) zu lesen.

    Buchcover mit Eisbär
    Das koreanische Cover des Buchs, ich habe mir – auch zum eventuellen erneuten Lesen – Anmerkungen gemacht und es mit Klebezetteln versehen.

    Natürlich bin ich nicht 100% sicher, alle Details verstanden zu haben. Aber ich habe das erste Mal eine Ahnung, dass auch im Koreanischen ein gewisses flüssiges Lesegefühl möglich ist. Vielleicht bestätige ich meine Vermutung ungewollt selbstverstärkend: aber es ist ein Sachtext, möglichst schnörkellos geschrieben/ und in der Übersetzung nochmal von irgendeinem etwaigen persönlichen Stil entkernt: und es lässt sich besser verstehen als jede noch so einfache Kinderbuchgeschichte. (Na ja, ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, wer weiß, das nächste Buch wird wieder ein Rückschlag mit tausenden unbekannten Wörtern.) (Ach so, die unbekannten Wörter. Die habe ich diesmal zwar notiert, in meine Karteikarten aufgenommen etc., aber nicht gezählt. Vielleicht ist das auch zumindest subjektiv hilfreich.)

    이 책을 잘 읽을 수 있었다. 혹시 나 독일어 외국인에게 가르쳐서 이 주제 자주 준비했기 때문이다. 하지만 내가 보기에는 B1 수준에서 이 비소설을 좋은 목표다. 소설이나 어린이책들이 재미 있는데 항상 일상생활의 표현이나 정말 똑똑한 말을 사용하기 때문에 이해하는 것이 이 책보다 너무 힘든 것 같다.

    Das Buch ist von 2019/ 2020. Da ist noch Euphorie zu spüren, vielleicht auch, weil es ein Buch für Kinder ist. Fünf Jahre später finde ich, sieht die Sache viel trauriger aus […]. Aber dafür kann das Buch nichts, das ich hiermit wirklich empfehlen möchte.

    이 책 1월이나 2월 중고소점에서 샀다. 혹시 올해 다른 책이 좀 더 현실의 책도 있는데 이 책을 정말 추천하고 싶다.

  • Meldung von den Bücherstapeln

    Ich habe ausgedünnt, in dem, was zu Hause rumsteht. Mit Stand von heute sind es 1297 Bücher (die katalogisiert sind, sicher gibt es noch ein paar unidentifizierte Bücher). Lesen davon müsste ich noch 679. Manches ist schwierig, weil sich z.B. koreanische Bücher nicht in zwei Tagen weglesen lassen oder die Bücher recht groß sind. Manche stehen jetzt praktisch auf den Tag (31.10.) “genau” 20 Jahre im Regal, etwa der legendäre letzte Kauf eines Buches auf dem Osloer Flughafen von Krieg und Frieden. Ich hatte noch 99 Kronen, fand aber partout kein norwegisches Buch mehr, dass für diesen Preis zu haben war, also griff ich zum größtmöglichen Taschenbuch, was eben Tolstois War and Peace war. Und das steht jetzt hartnäckig da und harrt seines Gelesenwerdens. Schlimmer ist wohl ehrlich gesagt nur noch das Exemplar der Früchte des Zorns, das dürften mittlerweile 25 Jahre sein.

    Aber egal. Daneben der Bibliotheksstapel. Das sind mittlerweile nur 6 Bücher zu lesen. Daneben ein zur Zeit vergleichsweise kleiner Stapel von Büchern aus den Verschenkeschränken, 9 Bücher, um genau zu sein.

    Parallel lese ich gerade drei Bücher, wenn man die Losungen nicht dazu nimmt. Eines dürfte recht lange dauern, von dem anderen schaffe ich pro Zugfahrt ein bis zwei Seiten (genau, es ist auf Koreanisch) und das andere ist der zweite Band des Neunjährigen-Wörterbuchs, da muss ich nur Lust haben, viele Seiten zu lesen/ zu übersetzen.

    Ich übersetze das natürlich nur für mich, von einer professionellen Übersetzung bin ich meilenweit entfernt und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich auch nur irgendein Verlag für dieses Buch interessieren dürfte – zumal eben ein gewisser kultureller Unterschied dabei ist. Die Zeichnungen sind zwar wirklich süß, aber da vermutlich kein deutsches Kind eine 감 (na gut, eine Kaki) im nicht ganz reifen Zustand gegessen haben dürfte, entfallen manche Erklärungen schon, bzw. sind recht schwierig nachzuvollziehen. Ich bin wie gesagt kein Übersetzer und wüsste da nicht, was man macht, um so ein im Prinzip schönes Buch zu übersetzen. (Zumal es eh niemanden interessiert.)

  • Ob ich das als Neunjähriger auch so gesehen habe? Zu: Bak Seong-U/ Kim Hyo-Eun: 아홉 살 느낌 사전 (2019)

    Von Kim Hyo-Eun illustriert und getextet hatte ich im letzten Jahr das Buch über den Kuchen gelesen (S hatte es mir geschenkt) und in diesem Februar habe ich von ihr ein weiteres Buch bekommen: Das Gefühlswörterbuch für Neunjährige (아홉 살 느낌 사전). Diesmal sind nur die Zeichnungen von Kim Hyo-Eun, der Text stammt von Bak Seong-U.

    Auf jeder Seite wird ein koreanisches Wort (ein Verb bzw. Adjektiv) vorgestellt, illustriert und auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Wörterbucheintrag erläutert. Danach folgen jeweils drei kurze Beispiele oder weitere Erklärungen.

    Das Cover des Buchs, die Zeichnungen finden sich im Buch wieder. Die im Fuß zu sehende Abbildung etwa erklärt den Ausdruck 질다 für feucht/ nass.

    Das gerät natürlich nicht zu einem Wörterbuch der üblichen Art. Man kann nicht einfach nachschlagen und außerdem ist das Wörterbuch nicht so recht vollständig, das will es auch gar nicht und muss es keineswegs sein.

    Es sind vielmehr Wörter gesammelt, die bestimmte Zustände aus der Lebenswelt von Neunjährigen stammen: wenn Essen zu scharf ist (얼얼해) oder man mit noch leicht nassen Haaren seinen Joghurt trinkt (촉촉해). Diese Gefühle kennt man natürlich auch noch als Erwachsener, vielleicht erklärt man es sich dann nicht mehr so einfach. Oder hat kaum mehr Wörter dafür.

    Kaum Wörter dafür: ich hatte beim Übersetzen (für mich) Schwierigkeiten, äquivalente deutsche Begriffe zu finden, manchmal ging wirklich nur eine Umschreibung. Und das ist sicher auch die Schwierigkeit am Buch/ für eine deutsche Übersetzung des Buchs, einige dieser Gefühle kennt man vielleicht als deutsches Kind nicht, zumindest hockt man bequemer und einem schlafen die Beine nicht [so] ein. (저려)

    Aber das soll mich nicht stören und nicht hindern die Zeichnungen schön und die Erklärungen, manchmal wie aus Kindermund lustig zu finden. Ein lesenswertes Buch für alle Sinne und viele Situationen, denke ich. Das Buch ist Teil einer Serie von vier Büchern.

  • Überschriften lesen (4) Nur geschwind

    Diesmal ist es kurz und verhältnismäßig einfach. Donga Ilbo titelt heute

    올해 6∼8월 평균기온 25.7도…기상관측 이래 최고

    Was da meint: Dieses Jahr Juni bis August lag die Durchschnittstemperatur bei 25,7°C.
    Wetterbeobachter sagen das ist die [bisher] höchste [gemessene Temperatur].

    Diese durchschnittlichen Werte wären ja ganz nett, gefühlt waren es die drei Monate jeden Tag zwischen 35 und 40°C, das dazu bei einer hohen Luftfeuchtigkeit.

    기후변화처럼 보이는데 기후위기다. 하지만 사람들이 파악듣고 싶지 않다. 혹시 기후위기 아닌다, 혹시 사회위기다.

    Parallel dazu lese ich das schlecht gealterte “Wir sind das Klima” von Jonathan Safran Foer und kann ihm zwar prinzipiell zustimmen, bin aber so von derartig viel Gerede und Abgeschweife geschockt, dass es keine Freude macht. Wie kann man so ein Buch schreiben? Struktur, Form, Punkt, ich fasse es nicht. Und vermutlich bin ich zu dumm zu verstehen, warum eine teilweise vegetarische Ernährung besser sein soll als eine vollständig vegetarische.

    쓸모없는 책, 불구하고 그럼에도 오랫동안 읽는데 내용이 분명하지 않았다. 이 책을 읽지마세요, 270페이지를 시간.돈.생각 낭비다.

  • Bevor das noch mehr Leute vor dir gesehen haben

    Ich hatte eine Woche kein Internet, mit allen Schikanen von Callcenter bis Telekommunikationstechniker (“oh oh”) und erlösendem einfachen Elektriker, der was auch immer in fünf Minuten löste. Eine elende Abhängigkeit vom Netz, von vielen Dingen, die ohne Netz gar nicht mehr möglich wären, aber auch das Gefühl, gar nicht genau zu wissen, was man ohne Netz (Filme, Videos, Musik) machen könnte. Bis auf das ohnehin schon raumgreifende Bücherlesen (zum Glück, gedruckt und nicht digital!)

    Als ich es dann wieder hatte, gab es, wie zur Belohnung, ein neues Video von Fujii Kaze, den ich schon vor ein paar Jahren ganz gerne gehört hatte, mit einem Mariya Takeuchi Plastic-Love-Cover.

    Mag man mir jetzt sagen: der Typ ist in Japan bekannt und sicher auch hierzulande, aber ich habe mich halt einfach gefreut ein wirklich schönes Lied zu hören.

    Denn mitten in der Woche hatte ich eigentlich nichts mehr anderes als Gedanken daran: wie kann ich Daten sparen, was verbraucht mehr? Wörterbuch-App oder Internet? Wenn ich nur noch kleine Emoticons schicke, spare ich im Gegensatz zu etwas größeren Stickern? Was für scheiß Gedanken man sich macht. Und wie man davon abhängig ist: weil es hier eben nicht an allen Ecken Wifi gibt. Auf dem Bahnhof, auf dem ich auf den Zug heim warte (und das leider oft, lange und manchmal vergeblich) ist unter dem Dach sowieso nicht mal mobiles Netz gegeben, von Wifi als Service für verspätungsgeplagte Reisende ganz zu schweigen.

    Außerdem gesehen und für gut/ sehr gut befunden, Cho Co Pa mit Tradition. Das ist wirklich gutes Zeug, auch wieder ein japanische Band.

    Ähnlich schön sind zur Zeit nur noch die Videos der Freunde der italienischen Oper, die ich nach 30 Jahren für mich wiederentdeckt habe, dieses zeigt die kurzzeitig in Berlin fahrende Magnetschwebebahn, jenes immerhin ein ganz anderes Dresden als das, was man seither draus gemacht hat. Unfertig, dunkel, aber noch lebendig. Heute sterile Touristensoße. Das Magnetschwebebahnvideo erinnerte mich dann auch an dieses Video von Aphex Twin, was auch ziemlich bekannt ist. Zeigt aber glaube ich irgendwas in Tokyo.

    Na zumindest habe ich wieder Netz. Und will es irgendwie gar nicht mehr nutzen. Mir ist die Lust vergangen. Ich habe gemerkt, wie abhängig davon bin, wie es sich in den Alltag eingeschlichen hat, wie man das nebenher rieselnde Netz braucht / “braucht”.

    Ich habe zwar etwas gelesen, aber bis ich die parallel aufgeschlagenen vier Bücher fertig bekomme, vergeht wieder viel Zeit.

  • Überschriften lesen (3)/ 체목을 일는 것 (3)

    Die Überschrift, die mir heute als erstes auffiel, war folgende: ‘최악 가뭄’ 강릉, 저수율 15% 아래로…계량기 75% 잠금. Man kann sie so übersetzen: Schlimmste Dürre in Gangneung, Wasserspiegel auf 15% nach unten/ auf unter 15% [?], die Zähler sind zu 75% abgedrosselt.

    Die Überschrift beginnt wirklich leicht. 최 (tcheoi) gibt es als Silbe bei vielen Superlativen, 악 (ak) bedeutet etwas Schlechtes. Das habe ich bei Hong-gil-dong oft gelesen, z.B. in 악몽 (akmong, Alptraum). Das Wort 가뭄 (gamum) steht für Dürre, da ich relativ oft mit dem Thema 기후변화, 기후위기 (gihubyeonhwa, gihuhuigi für Klimawandel, Klimakrise) zu tun hatte, kam es öfter in Texten und Unterhaltungen vor. Vielleicht, weil man 몸 (! für 몸 statt 뭄!) mit Körper (falsch) verwechseln konnte, habe ich es mir relativ schnell gemerkt, bzw. weil es eben relativ frequent ist, bleibt es im Kopf, besser als andere wichtige, aber in meinen Gesprächen viel seltener vorkommende Wörter (so zum Beispiel: 떠올리다 (ddeoollida), dass ich im Gegensatz zu 기역나다 [sich erinnern, giyeoknada] irgendwie kenne, aber kaum nutze)

    Dann kommt mit 강릉 so ein typischer Fallstrick, der Name von Gangneung, einem Kreis/ einer Stadt im ländlichen Gangwon, etwas südlicher als das vielleicht etwas bekanntere (weil touristischere) Sokcho gelegen. Mir ist es bei Namen und Städten schon so oft passiert, dass ich minutenlang ins Leere hineinrecherchiert habe – bis ich irgendwann verstanden habe, dass es ein Name ist. (Deshalb: Geografiekenntnisse, dann passiert das nur noch bei kleineren Orten…)

    저수율 15% 아래로 lässt sich ableiten. 수 (su) kann für Wasser stehen, 율 bzw. 률 (yul, ryul) ist oft in Verbindung mit Prozenten, Verhältnissen zu lesen. 환율 (hwanyul) steht z.B. für Umtauschkurs, 실업률 (shileobryul) ist die Arbeitslosenquote. Was 저 genau bedeutet, kann ich nicht sagen: aber mit 아래 (are, herunter/ unter) ist es verständlich und das reicht mir, wie gesagt oft.

    Bei 계량기 75% 잠금 bin ich mir hingegen dank Wörterbuch nicht so sicher, wobei 계량기 eigentlich ein schön erklärbares Wort ist. 계 (gye) wie in 계산 (gyesan) hat also irgendwas mit Rechnen, Berechnung zu tun, 량 (ryang) wie in 강수량 (gangsuryang, Niederschlag) hat hier die [Wasser]mengenbedeutung und 기 (gi) steht oft für eine Maschine. Aber welche Zähler da wie und warum bei 75% gestoppt werden – ich weiß es nicht und verstehe es nicht (sofort).

    안동시 하회마을 옆 강, 2023년 8월에도 가몸이 강했다.

    Dazu ein Foto aus dem Jahr 2023 und der Gegend um Andong in Gyeongsang. Wo ich stehe und fotografiere, ist das eigentliche Flussufer, allerdings hat sich der Fluss um die Hälfte zurückgezogen. Klar, das ist im Sommer so, mag man sagen, aber na ja, wir wissen, dass es nicht normal ist.

    기후위기에 대해 자주 대화를 나누웠고 관심이 많아서 이 체목을 사실 쉽게 번역할 수 있었다. 혹시 100% 확실하지 않다. 하지만 내용을 이해했다. 글 아래에 보내는 사진을 2023년 안동시에서 찍었다. 그때 나 이런 가뭄을 봤기 때문에 절망했다. 하회마을에 햇빛이 너무너무 강했고 강옆에 그늘도 없었다. 또한 강이 그냥 50% 남아 있었다…

  • An eye for an eye will only make the whole world blind. Zu: “Pendatang” (Malaysia, 2023)

    Gesehen habe ich heute morgen Pendatang, einen per Crowdfunding 2023 produzierten malaysischen Film, der eine Dystopie über ein rassisch gespaltenes Malaysia in naher Zukunft zeigt, Chinesen leben mit Chinesen, Malayen mit Malayen und ganz am Ende sieht man noch eine kleine Pufferzone mit Indern.

    Die gezeigte Situation zu verstehen braucht praktisch den ganzen Film, erst nach und nach erfährt man, warum die Situation ist wie sie eben ist. Eine chinesische Familie bezieht ein Haus, in dem zuvor Malayen gelebt haben, zunächst versucht der Vater noch die Miliz umzustimmen, es sei doch so weit draußen und so verlassen. Was es dann wohl doch nicht so ist, woraus sich der Film entwickelt.

    Ich habe keinen der Schauspieler gekannt, ich habe kaum ein Wort so verstehen können (außer makan sama sama… [lass uns gemeinsam essen]), aber der Film kommt faszinierend gut untertitelt daher (da können sich viele kommerzielle Angebote mehrere Scheiben abschneiden) und so ist der Film faszinierend zu sehen, wenngleich drastisch in seiner Darstellung. Aber das ist wohl eben so dort, in Malaysia, Singapur wie Indonesien (wo, unbeachtet von der deutschen Presse, seit einigen Tagen gewalttätige Proteste in Jakarta und Surabaya laufen).

    Ein wirklich gut gemachter Film, vor allem: nur durch Crowdfunding finanziert – und sehenswert – während hierzulande der hundertste Aufguss alter Kamellenfilme (der Schmuh sozusagen) im Kino läuft und man sich wundert, warum das keiner sehen will.

    * Das Zitat der Überschrift stammt von Mahatma Gandhi.

  • Zu: Thomas Mann “Deutsche Hörer” (1942/ 45)

    [de/ ko] Im Juni habe ich einige erhaltene BBC-Reden von Thomas Mann in der Audiothek gehört, jetzt konnte ich den Text noch einmal nachlesen. Die Zusammenstellung ist äußerst interessant, statt eines Nachworts hätte ich mir aber einen Anmerkungsapparat gewünscht. So gerät die Suche z.B. nach einem “jungen deutschen Dichter” (Josef Leitgeb) etwas länger, und bei anderen Dingen wäre auch interessant, aus welchen Quellen (Rundfunk, Zeitungen) Mann schöpfen konnte. Aber auch so allein: ein lesenswertes Buch, meiner Meinung nach vor allem, weil die Zeitgenossen und Augenzeugen immer weniger werden (praktisch nicht mehr da sind) und solche auch in ihrer sprachlichen Komposition beeindruckenden und damit für die Hörer/ Leser damals wie heute eindrücklichen Texte wichtig sind.

    6월에는 라디오에서 토마스 만 작가님의 2차세게 대전에서 온 BBC강연들을 독일 라디오에서 들었고 오늘까지 다시 책에서 읽었다. 전쟁 중에 독일인들이 BBC 못 들을 수 있었는데 나치당이 그것을 Rundfunkverbrechen이라고 불렀기 때문에 사람을 그것 때문에도 사형됐다. 하지만 사람들이 론돈이나 모스크바를 들었다. 그래서 토마스 만의 강연들이 인기가 많았다. 토마스 만 작가님이 나치당 때문에 체코, 프랑스, 마지막에 미국에 망명했다. 칼리포니야에서 강연을 녹화됐고 론돈 방송국으로 유럽까지 방송됐다.

    이런 강연이 나치 반대하는 내용이 있는데 항상 나치와 독일인을 구별됐다. 만 작가가 독일인의 윤리관에 대해 말했고 독일인에게 그만해 라고 호소 했다. 이 책을 추천하고 싶다.

  • Zu: Tamagoyaki (2025)

    Ein sehr kurzer Film von Meg Irashai, gerade einmal 4:30. Mutter und Tochter leben fernab der Heimat und das Kind sieht und hört zunehmend zweierlei: Die Engländer sagen sich direkt ins Gesicht “I love you”, die Mutter packt hingegen die Bentobox ganz traditionell. Was natürlich zu Konflikten führt. Ein wirklich sehr kurzer Film in wenigen Einstellungen, mit ein paar Sätzen, aber länger braucht man nicht wirklich um die Grundaussage und die ansatzweise angesprochenen Probleme zu verstehen, die entstehen können, wenn man zwischen zwei Kulturen steht und einem selbst die Udon-Nudeln nicht mehr schmecken.

  • Ausgeblendet

    Ich bin zur Zeit in den 70ern und schaue immer noch tschechoslowakische Filmwochenschauen. In Folge 23/ 1970 sieht man Willy [Brandt] und Willi [Stoph] in Kassel, begleitet von massiven neonazistischen Protesten, in Folge 24/ 1970 besucht hingegen eine vietnamesische Delegation den Ort Lidice, der nach dem Attentat auf Heydrich 1942 zusammen mit dem Dörfchen Ležáky zerstört wurde (alle Männer wurden erschossen, alle Frauen nach Ravensbrück gebracht, die Kinder, wenn arisch genug, zwangsadoptiert). (Wobei das zudem auch nur eine ganz kleine Gruppe war [7], ein Großteil der Kinder [81] wurde auch ermordet).

    So schlimm, so bekannt, aber was in dieser Wochenschau passiert, ist meiner Meinung nach problematisch: ab Minute 2:13 sieht man nur noch einen grauen Schleier und erst als die Veranstaltung weiter gezeigt wird, sieht man wieder etwas. Warum hier bei diesem Video etwas fehlt/ gefiltert wird/ nicht gezeigt wird, ich verstehe es nicht.

    Nicht das ich das sehen will, nur frage ich mich, was wohl mit uns Nachgeborenen langsam aber sicher passieren kann. Das stets angemahnte Erinnern fällt immer schwerer, möchte man Menschen informieren,was passiert ist, fehlen eindrückliche Bilder und das Geschehene wird auf einer ganz anderen Ebene (kaum mehr) wahrgenommen.

    Zum Vergleich hab ich wie immer (nur) Korea. In “unmöglicher Abschied” von Han Kang geht es in weiten Teilen um den Jeju-Aufstand und die nachfolgenden Massaker an der Zivilbevölkerung. Eine der schlimmsten Stellen ist die, in der beschrieben wird,dass man Massengräber auf dem Flughafen der Insel ausgehoben und darüber die Landebahn angelegt hat.

    So wahnsinnig die Vorstellung auch ist, erst bildliche Quellen (wie wohl möglicherweise auch Propaganda etc pp) von den Erschießungen haben mir noch einmal eindrücklich gezeigt, dass das nicht nur eine abstrakte Kette von Wörtern ist.

    Ich weiß, man braucht die Bilder nicht, ich sollte als eigentlich vernunftbegabter Mensch soweit auch aus der Abstraktion heraus verstehen können. Aber wie kann man den Generationen nach uns, die dann nur noch die Hollywoodästhetik zum Thema kennen werden, klar machen wie dünn diese Schicht der Zivilisation ist, die uns von so etwas abhält?

  • Überschriften lesen (2)

    Diesmal ist es sogar schon fast der ganze Artikel gewesen, den ich gelesen habe. Konkret geht es um eine Untersuchung, die einen signifikanten Anstieg an Diabetikern (vor allem Typ 2) bei den unter 30-Jährigen festgestellt hat und das nach Bevölkerungsschichten (저소득층 für Geringverdiener/ Unterschicht und 고소득층 für Oberschicht) unterschiedlich. Was Wunder, dass die Zahlen bei den Ärmeren stärker ansteigen, teils gibt es 5x mal so viele Diabetiker in dieser Bevölkerungsgruppe als noch zuvor. Interessant, dass die eher liberale Hankyoreh 5x schreibt, die eher konservative Chosun Ilbo jedoch nur einen Faktor 4 angibt. Und das, wenn ich es richtig verstehe, bei der gleichen Untersuchung.

    Wie auch immer. Eigentlich wollte ich nur die Überschrift lesen, blieb dann aber an diesem Aufgabe 53-Text hängen und kenne nun das Wort 뚜렷하다 für hervorleuchten (sagt das Wörterbuch), das man aber vielleicht in dem Kontext eher mit hervorheben übersetzen könnte. 사회경제적 수준에 따른 차이도 뚜렷했다. (Unterschiede treten auch je nach sozioökonomischen Status hervor.)

  • Vom Schweigen in mehreren Dimensionen. Zu Hiroko Oyamadas “Das Loch”(2014)

    Ein Paar zieht ins Nachbarhaus der Schwiegereltern, irgendwo auf dem (japanischen) Land. Der Mann arbeitet, ist nie da, wenn überhaupt schaut er aufs Handy, nörgelt schweigend am Essen und ist abwesend. Die Frau hingegen lebt im neuen Haus, ohne Arbeit, als Anhang der Schwiegermutter, als junge Ehefrau von der Nachbarin tituliert, ohne Fahrrad oder Auto von jeder Erwerbsmöglichkeit abgeschnitten. Schon das ließe sich als Leben im Loch bezeichnen.

    Aber das eigentliche Loch ist eines wie jenes in das damals Alice (die auch zitiert wird) hineinfiel und in das die Frau hineinfällt, aus dem sie sich zwar offensichtlich befreien kann, von da ab in einer seltsam (verrückt netten, wenn man der Zeichentrickserie folgt) (dunklen, sehr unangenehmen, wenn man dem Original folgt) Welt lebt und ihrer Wahrnehmung kaum mehr trauen kann. Ein seltsames Tier und ein vorlauter Schwager inklusive.

    In dem Buch wird kaum kommuniziert, auch wenn alle miteinander sprechen und niemand wirklich unhöflich ist. Die japanische Welt ist mit Türstoppern und Unterlegmättchen zur Perfektion getrieben, alles ist hübsch fertig perfekt (selbst in der Ausnutzung der Schwiegertochter und dem fehlenden Restgeld) und wenn der Tradition nicht bis aufs I-Tüpfelchen (Stichwort Anzahl der Blumen bei Beerdigungen enger Familienmitglieder älteren Jahrgangs) gefolgt wird, wird korrigiert, immer still, schweigend, das Problem als eigenen Fehler titulierend. Wo es kein Wort für nein gibt, bzw. das nein umtanzt wird.

    Oh, das ist ein Loch. Ein dunkles Loch. Wo man verstehen kann, dass keiner Kinder bekommen mag, wo man nicht fragt, wo besser geschwiegen wird, wo man so tut als ob man vom Hintergrundjazz einschläft. Gott: ich könnte/ würde/ möchte ausrasten und belasse es dabei, das Buch als lesenswert wenngleich verstörend zu empfehlen, bzw. denen, die mit solchen dunklen Geschichten und Löchern im Verständnis nicht zurecht kommen [bzw. der japanischen Kultur nicht den genügenden Respekt zu zollen verständig genug sind], es nicht unbedingt zu empfehlen, es aber auch nicht zu verdammen, die Autorin hat dafür immerhin den Akutagawa-Preis bekommen…

  • Überschriften lesen (1)

    [de/ ko] Das, was [beim Sprachenlernen/ beim Koreanischlernen] schwierig ist, ist der Input. Bücher, darüber habe ich nun schon ausführlich geschrieben, sind wichtig, aber eine Sache für sich. Nichtsdestotrotz muss ich dranbleiben und bin, neben anderen Büchern, bei 이상한 기후, 그래서 우리는? bereits auf Seite 43 von 109. Das Buch ist zwar voll von Fachwortschatz, aber der ist durch den Kontext leicht zusammenreimbar. Ich brauche das Wörterbuch oft nur noch als Bestätigung. [Wenn denn das Wörterbuch diese Wörter kennt, denn das Wörterbuch ist ein Mischmasch aus Selbsteintragungen und Korpora(resten) … ]

    Daneben natürlich übe ich weiter mit Karteikarten und mit einer Vokabelapp. Bei der Vokabelapp sind es mir viel zu wenige Wörter, die man für einen erledigten (vollen, geschafften) Tag braucht: gerade mal 30. Und die kann man auch bereits in einem Auswahlquiz bekommen – das ist mehr als einfach. Die schwierigste Variante, nämlich einzutippen und wirklich genau das Wort zu treffen, was abgefragt werden soll, ist hingegen unklar: ob man richtig war oder nicht, die abgefragte Karte gilt als gelernt…Dabei wäre das wirklich gut (und eine realistische Situation). Die Vokabelkarten wiederum sind so viele, dass mich manchmal der Mut verlässt und ich mich mit ein paar gelernten, also richtig gewussten Karten zufrieden gebe.

    Daneben schreibe ich Vokabeln immer und immer wieder auf Rückseiten von Blättern und hoffe, dass ich am nächsten Tag noch irgendwie eine Erinnerung habe, was damit gemeint war. Aber da bin ich bei vielleicht 10%.

    Die kontextualisierte Variante, also einen Satz zu schreiben, vergesse ich leider oft genug. Und zudem sind solche selbst ausgedachten Sätze auch eine Art von Mogelei: XY ist groß. XY ist schwer. Das kann ich mit praktisch jedem Nomen machen und habe einen sinnlosen, weil merk(un)würdigen Satz.

    죄책감이 많다. (Ich habe viele Gewissensbisse. [sage ich]/ Ich fühle mich so schuldig [sagt der Rechner])

    나는 나를 그렇게 격려할 수 없다. (Ich kann mich so nicht motivieren)

    Also alles nicht so gut. Ich hab dabei manchmal überlegt, ob es nicht vielleicht schon ausreichte, wenn ich einen Beispielsatz aufschriebe, aber das halte ich einen, vielleicht zwei Tage durch.

    Überlegt habe ich mir daher, doch wieder Zeitungen zu lesen und zumindest Überschriften zu enträtseln. So wie bei diesem Artikel, in dem es um die Verständlichkeit von Arzneimittelinformationen geht. Die liegt wohl normalerweise nur bei knapp 40%, zumindest bei den 70살년 이상, also den über 70-Jährigen. Bietet man denen an, die Informationen mit Bildchen zu verbinden, steigt die Verständlichkeit auf 50%, wenn ich es denn richtig verstanden habe. (그림을 그려줘)

    Im nächsten Artikel werden die Koreaner wohl auch von Problemen wie die Lehrer/ Eltern hierzulande geplagt, dementsprechend kommt ein Artikel wie dieser hier daher: man schickt die Kinder zum Digital Detox in den Wald. Ohne Handy, ohne Tablet.

    Irgendwo im hintersten Gangwondo, zumindest den Bildern nach zu urteilen sieht es nach Spaß aus, der Artikelschreiber meint es wohl auch: 휴대전화 신호를 잃어버린 이곳은 철저히 문명과 단절된, 디지털 디톡스 세상이었다. (~ An diesem Ort verliert [sich] das Handysignal, [man ist] von der Zivilisation völlig abgeschnitten. [Es ist eine] Digital-Detox-Welt.) Wenn dem so ist…

  • Wenigstens. Irgendwie. Immerhin. Zu: Sörensen am Ende der Welt (2021)

    [de/ ko] Das einzige, was gerade nicht geht: ich kann mir das Wetter da oben als schlecht und verregnet gerade nicht vorstellen. Beziehungsweise, na wobei, wenn man denn wieder schlechtes Wetter hat, schimpft man auch nur. [Gelesen, schweißgebadet]

    Ansonsten: Ein sehr guter Krimi, nichts, was sich schnell liest, obwohl es sich flüssig liest. Eine Art Leseviskositätsquotient als Qualitätsmerkmal, nicht zäh, aber auch nicht überflüssig. [Wäre mal was als Gradmesser]

    Sörensen, der immer noch unter seiner Angststörung leidet, ist nun schon etwas länger in Katenbüll, auch umgezogen. Jetzt könnte es ruhig weitergehen, aber leider gibt es da einen neuen Fall, beziehungsweise sogar zwei Fälle: eine Person tot, eine Person unbekannt flüchtig. Oder doch nur ein Fall?

    Der Fall ist wichtig, aber eigentlich ist das Hintergrundrauschen, die Atmosphäre wichtiger. Vor allem der Umgang mit Sörensens Angststörung ist gut. Da wird nicht abgetan, nicht beschwichtigt, es wird gesagt wie es ist: man kann so Angst haben, dass einem die Knie weich werden, einem übel ist und man nichts mehr will, älter ist als der eigene Vater. Gut beschrieben.

    Sörensen hat eine Art und Sprache drauf, die man geradezu für Korpora-Untersuchungen zur gesprochenen Sprache nutzen könnte – gelesen ist das teils so schwer zu verstehen, man muss mitsprechen. [Und dadurch liest man wieder nicht einfach drüber.]

    Dieser Sörensen-Teil ist 2021 erschienen, aber zumindest in diesen vier Jahren bis heute mitnichten gealtert. Lesenswert.

    죄렌젠이라고 부르는 경찰이 서북독일 한 마을에서 살고 있는 경찰이다. 이번 탐정소설에서 한 사람은 죽었고 다른 사람이 도망갔다. 원래 처음에 관계가 없는데 쇄렌젠 경찰이 힘든 사건을 있다. 스벤 스트리커의 5번째 쇄렌젠 탐정소설이 재미 있는 이야기가 있지만 좀 더 중요한 것이 죄렌젠 경찰의 불안 질병이다. 그것 잘 묘사했어서 이 소설을 추천하고 싶다.

  • Dritte Texte 2025. Mal so mal so

    [de/ ko] Ich lese immer noch die Losungen auf Koreanisch und mache mir immer noch die Mühe den dritten Text, den man nicht einfach so über den Bibelstellenverweis nachschlagen könnte, rückzuübersetzen. Für mich, ganz privat, auch wenn es wohl immer noch viel zu kompliziert ist.

    계속 종교적인 이유가 없다. 읽는다. 읽는데 일상생활에는 그런 단어가 힘든것 같다.

    Allerdings so kompliziert ist es dann mittlerweile doch nicht mehr. An manchen Tagen bin ich mir schon beim ersten Lesen recht sicher, was hier gesagt wird und muss nur noch ein oder zwei Wörter nachschlagen oder überlegen, welche Form hier auf wen weist, ob nun Gott oder ich irgendwas will (das unterscheidet sich ja in der Höflichkeit).

    An manchen Tagen habe ich wenig Probleme, so am letzten Mittwoch, 13.8. und an anderen Tagen im August. Und an anderen Tagen bin ich mir nicht mal sicher, was es grob bedeuten könnte.

    Ich hatte unterdessen öfter den Gedanken, doch wieder aufzuhören, diese Texte zu lesen. Der Impuls, jeden Tag etwas zu lesen, ist jedoch geblieben. Das ist genau das Maß, mit dem ich wenigstens etwas gemacht habe am Tag und nicht nur sinnlose Vokabelspielchen. Es ist nicht überfordernd viel aber auch nicht viel zu leicht. Na ja, es ist schon ein sehr spezielles Vokabular, wenn ich also jetzt jemanden preisen und lobpreisen soll, kein Thema. Es hilft nichts, aber es ist das Quäntchen, damit ich dranbleibe.

    계속해서 헤른후트의 말씀을 번역했다. 가끔 문제 없고 거의 다 이해할 수 있는데 다른 날 내용 적어도 이해하지 못한다. 교회나 성당의 단어를 많이 공부했지만 일상생활에서 사용할 수 없어서 자주 번역하는 것을 끝나는 생각이 있었다. 하지만 말씀이나 로중엔 책 때문에 매일 한국어로 읽어 있다. 그것이 지금까지 중요하다.

  • Zu: Hiroshima, Nagasaki – Atombombenopfer sagen aus (1985)

    Die Dokumentation ist sehenswert, wenngleich sehr eindringlich. Die Bilder von der Brücke, die hier noch frei gezeigt werden, habe ich in einer neueren Doku nur noch gezeichnet bzw verpixelt gesehen. Ob das ein genereller Wandel ist, weiß ich nicht, aber es ist zumindest auffällig.

    Erschütternd die Schicksale, unbegreiflich, dass man nach 1945 nie ernsthaft vollständig abgerüstet hat, aber das ist mittlerweile ja auch egal.

    Als Ergänzung ein Foto, dass ich selbst in Hiroshima gemacht habe. Das Hypozentrum, also der Ort, über dem die Bombe explodierte.

    Auf dem Bild ist ein graues Gebäude mit Balkons in der japanischen Stadt Hiroshima zu sehen, das sich am Ort des sogenannten Hypozentrums, also dort, wo die Bombee etwa 500 Meter über der Erde explodierte, befindet. Vor dem Gebäude ist ein roter Gedenkstein mit Informationen zu sehen.

  • Was ich zur Zeit lese (August 2025)

    Ich weiß, normalerweise müsste man einen Monatsrückblick geben, so eine Meldung aus dem Zwischendurch ist von wenig Wert. Über einige Bücher werde ich dann ohnehin noch schreiben, über andere wollte ich eigentlich kein Wort verlieren. Gelesen habe ich relativ viel, zumindest verglichen zum Juli, wo unterwegs kaum Zeit blieb.

    Über Lukas Rietzschels Roman habe ich geschrieben, danach auch über den siebten Band von Kommissar Lacroix. Ich habe mir heute den ersten und dritten Band ausgeliehen, heißt: ich fand das Ding zwar (zu) perfekt, aber eigentlich ist es dann doch genau das, was ich zur Zeit schaffe. Mal sehen, wie die anderen Bände sind, der erste ist wohl recht lang und das aus der Bibliothek kommende Exemplar ist schief gelesen, was nur funktioniert, wenn man das Buch schnell liest, also dürfte es spannend sein.

    Danach war ich mehr oder weniger enttäuscht von Leonardo Paduras Schwanz der Schlange, einem weiteren Conde-Krimi, der mir persönlich zum Einen ein wenig zu derb geraten (viel Schwanz) ist, zum Anderen aber auch die Vorurteile gegenüber den Chinesen in Kuba leicht strapazierend darstellt. Im Gegensatz zum Havanna-Quartett bzw. auch zum Ketzerroman nicht im Geringsten empfehlenswert. Ich setze wohl erst einmal mit Conde aus, ich komm noch früh genug wieder an einen dieser Bände.

    Ebenso wenig will ich über den aus einem Bücherschrank mitgenommenen Robinsons-billige-Bücherband von Irma Gabel-Thälmann (Erinnerungen an meinen Vater) sprechen. Reine Hagiographie, alles voller Liebe, also wie aus dem Lehrbuch, und zudem viel Überholtes. Pathos, Personenkult und das als Kinderbuch. Gut, nur knapp 100 Seiten, aber trotzdem…

    Gut hingegen zu lesen war dann Anna Seghers Überfahrt. Nach erzählerischem Stammeln wie bei Laura Lichtblau wieder gut geschriebene Absätze. Das ließ sich lesen, meine ich.

    Aus der Bibliothek habe ich noch einen Sjöwall/ Wallöö, einen Maigret (Maigret nimmt sich Zeit) und wie gesagt die beiden Lepics. Weil ich die Verfilmungen mit Bjarne Mädel wirklich gut fand, habe ich zu einem Band (Sörensen am Ende der Welt) davon gegriffen. Da ich auch ein Hörspiel davon gehört hatte (Sörensen macht Urlaub), lese ich das innerlich mit der Stimme von Mädel, oh Gott. Liest sich gut, ich hoffe, es geht weiter so.

    Gelesen habe ich dann auch noch zwei Graphic Novels. Die eine war Ingrid und Paul von Ingo Hoeb und Luise Mirdita, die sich mit der Nazi-Zeit auseinandersetzt. Mir persönlich ein wenig zu einfach, aber andererseits für Kinder eben auch nicht gleich zu komplex und zu sehr herausfordernd. Aber! Und dafür muss ich das Buch loben: in Zeiten, in denen die Massengräberbilder, die Leichenberge und die Öfen aus den Vernichtungs- und Konzentrationslagern überall verpixelt und weggeblurrt werden, wo Dokus diese Szenen fast nicht zeigen, sieht man hier am Ende, gezeichnet aber doch eindrücklich, eben jene Leichenberge. Und das ist, meiner Meinung nach, dringend notwendig. Soll keiner traumatisiert werden, aber wenn man nichts mehr sieht, wenn nur Überlebende gezeigt werden, wie soll die nachfolgende Generation dann noch kapieren, was passiert ist? Gut gelöst also, finde ich, hat das diese Graphic Novel.

    Enttäuscht hingegen war ich von der Umsetzung von Fahrenheit 451 von Bradbury, wiederum als Graphic Novel. Ich weiß nicht, ob ich das Buch dann wirklich lesen will, wenn als einzige Essenz eigentlich herauskommt: das Fernsehen hat uns verdummt, deswegen verbrennen wir jetzt die Bücher. Na vermutlich habe ich es nicht richtig verstanden.

    Und sonst? Aus dem Verschenkestapel habe ich noch einen Mankell (Der Chronist der Winde), Safran Foer, einen Eco, Lenz (Habichte in der Luft) und einen isländischen Krimi mitgenommen. Mal sehen. Was ich da nicht wirklich lesen will, bringe ich zum anderen Verschenkestapel/ zum Bücherschrank. Bei Mankell bin ich mir noch nicht sicher, ob ich es lese, zuerst müsste ich ja mal die norwegische Ausgabe (Italienske sko), die ich in Stavanger mitgenommen habe, lesen, aber…

    Ach so. Und auf Koreanisch lese ich immer noch, teils sogar praktisch ohne Verständnisschwierigkeiten 이상한 기후, 우리는? (Das komische Klima – und wir?), ein aus dem Deutschen übersetztes Buch (Ohne Eis kein Eisbär – Klimawissen zum Mitreden), das zwar vor 한자어 wimmelt, aber durch die schlichten und geradlinigen Sätze deutlich leichter als alles zuvor verständlich ist.

  • Zwischen zwei Welten. Zu Anna Seghers: Überfahrt (1971)

    [de/ko] Ich habe die späte Erzählung “Überfahrt” von Anna Seghers gelesen. Heutzutage wäre sowas sicher bereits ein Roman, gattungs- und erzähltechnisch dachte ich allerdings immer wieder auch an die Form der Novelle.

    Als Binnenerzählung gibt es eine unglückliche Liebesgeschichte (mehr möchte ich gar nicht verraten), als Rahmenhandlung eine Überfahrt auf einem Schiff zwischen Neuer und Alter Welt, eine Schwebe zwischen den Kontinenten, zwischen den verschiedenen Völkern, vor Ort in Brasilien zwischen Schwarz und Weiß, und an Bord zwischen Deutschen und Polen.

    Schwebe auch durch die Zeiträume: der Zweite Weltkrieg des Exils und die entstehende DDR. Zeiten ohne Halt, ständige Fahrt/ Überfahrt, Heimatlosigkeit. In welcher Welt ist man eher daheim? Kann man nicht auch zu zwei Welten gehören?

    Das Buch ist wirklich interessant gemacht, einzelne Ideen zu flüchtigen Wissenschaftlern aus der DDR nimmt man Anna Seghers ebenso als ehrlich gemeint ab wie die Bemerkung vom Übergang von freier Meinungsäußerung hin zu vorgefertigten Meinungsstanzen (da geht die Erzählung deutlich über ihren eigenen Zeitpunkt hinaus). Man kann über den Text durchaus diskutieren, nur in manchen Wörtern merkt man die Zeitgebundenheit.

    안나 제거스의 소설 건너감 (Überfahrt) 한국어로 출판했는지 모른다. 책이 한 비극적인 연애 이야기를 말했다. 사람들이 브라질부터 폴란드 가는 배에서 이런 이야기를 들고 있다. 2차세게대전 때문에 독일인 에르느스트 브라질에 도망했다. 저곳에서 이방인이여서 다른 독일 소녀를, 마리아 루이자를 만났다. 처음에 친구, 이따가 연애 개발됐다. 전쟁 끝났을 때 에르느스트가 다시 독일 되돌아가야 했다. 책이 이 연애 뿐만아니라 사별의 느낌, 낯섦에도 대하였다. 작가는 사람은 고향이 있는지 없는지 생각했는데 사람들이 삶 중에 항상 건너감에서 살았다. 이런 소설을 subplot, framework plot 때문에추천하고 싶다. 이것이 정말 1950년대에 대한 궁금하는 사람들이 동독의 생각이나 안나 제거스의 생각 느낄 수 있다.

    다양한 한국인 통과비자를 읽었고 제7의 십자가 (미국!)영화를 봤다. 그것들이 제거스 작가의 가장 중요한 소설이다. 하지만 이런 건너감 라고 말하는 소설을 읽어도 좋은 생각 있다.

  • Sowas gibt’s dann leider nur noch im Film: Zu “No name restaurant” (2022)

    Die Geschichte ist einfach. Die jüdische Gemeinde von Alexandria hat zu Pessach nur neun Männer, braucht aber um als Gemeinde bestehen zu bleiben zehn. Von Jerusalem nach Alexandria ist es zwar wohl nicht so sehr weit, aber erst ein junger Mann mit amerikanischem Pass kann den zehnten Mann ersetzen. Passiert die Grenze, wird schon böse angeschaut und schließlich irgendwo in der Wüste ausgesetzt. Dort nimmt ihn ein Beduine mit, schließlich gerät das Ganze zu einer Odyssee, die kurz vor der Katastrophe steht und nur Moses oder Omar Sharif kann am Ende noch helfen.

    Was der Film für mich vor allem vermittelt, wie eigentlich schon so oft: wir wissen alle viel zu wenig voneinander, haben eigentlich nur Klischees/ Vorurteile im Kopf und sehen nur Pass, Religion (bzw. was wir davon wissen), Herkunft (bzw. was wir damit verbinden), aber keinen Menschen. Der Film zeigt zwei Menschen, die sich bewusst werden, dass sie zu ein und demselben Gott beten. Auf essentielle Dinge zurückgeworfen, in der Wüste natürlich der Wassermangel vor allem, werden beide Freunde.

    Schöner Film, wenngleich mit den Ereignissen seit 2023 völlig undenkbar geworden. Leider. Oder kommt das jemals wieder ins Lot?

    [Zudem bin ich beeindruckt, wie schön das Katharinenkloster am Sinai ist, aber da ich von Overtourism wenig halte, will ich da nicht hin. Schauen, nicht anfassen, reicht vollkommen.]

  • Maigret auf perfekt gedreht. Zu Alex Lépics: Lacroix und die Frau in der letzten Metro (2023)

    Maigrets kann ich immer nur in kleinen Dosen lesen, mehr als eine Handvoll Romane ertrage ich nicht, aber immer mal, immer wieder, ist es ganz in Ordnung. Krimis, die eigentlich kaum blutig daherkommen, wo es (mir allein?) eher um die pariser Atmosphäre geht, wo ich lieber was über Mme Maigret lese, die gefühlt 75 Fälle immer sprungbereit dazusitzen und sich mit einem eigentlich unerträglichen Schicksal abgefunden zu haben scheint.

    Ich war also auf der Suche nach neuen Maigrets, mal sehen, ob ich die dann auch lese. Und in einem anderen Regal fand ich dann in der praktisch gleichen Aufmachung des Verlags Alex Lépics Lacroix-Reihe. Ok. Nehm ich mit, kann nicht schaden, wenn es Unsinn ist, kommt es eben wieder ins Regal zurück.

    Schlecht ist es nicht. Es ist im Prinzip wie Maigret selbst, ein Pfeife rauchender Kommissar, der ein wenig seltsam, dafür aber parisweit bekannt ist, der selbst nicht Auto fährt, ok, diesmal im Gegensatz dazu aber eine eigenständig agierende Frau (die in diesem Band sogar die Bürgermeisterin von Paris ist) hat, na ja. Irgendwie alles sehr perfekt. Gemacht. Wie auf Bestellung, schreib mal sowas, aber perfekt. Keine Widersprüche, keine langatmigen Passagen, nur ein sich kontinuierlich mit dem Umblättern lösender Fall. Ein wenig Spannung, ein wenig (vorabendfernsehenreif dosiert) Gewalt, aber alles im Rahmen. Blut fließt in diesem (dem 7. Band) zwar, aber eigentlich auch nur sowenig, dass man es nicht mal verwerten kann. (Und wenn man heutzutage Krimis schaut, können die aus der Atemabluft noch neben DNA, Blutgruppe den gesamten Speiseplan der letzen 14 Tage ableiten, sozusagen).

    Ok. Aber für meinen Geschmack dann doch zu perfekt. Man macht nix falsch, liest sich flink, aber irgendwie fehlt was.

  • Die Eltern trudeln umher, nichts ist sicher. Zu Lukas Rietzschels “Raumfahrer (2021)

    [de/ko] Ich war ja schon bei Jenny Erpenbecks Bookerprize-Verleihung begeistert davon, dass sich Autor*innen mit dem verschwundenen Land DDR weiter befassen, und das nicht ostalgisch, nicht verächtlich, nicht nationalistisch und auch nicht in einem Anfall von vermeintlicher Männlichkeit. Sondern aufrichtig.

    리츨의 화자가 그것을 말했다: 서독일 신문이나 미디오 그냥 2가지의 동독 성격이 만들었다: der hilflose Jammerossi und der aus seiner Hilflosigkeit sich bereitwillig in den Rechtsextremismus flüchtende Ossi. 그것을 아마도 나이가 많은 작가 그리스토프 하인이나 그리스타 보릎이 그렇게 잘 표현했다. 정말, 나 그것 때문에 이 소설을 하루 종일 4시간동안 끝까지 읽었다.

    Rietzschels Roman befasst sich mit der Familie/ besonders dem Bruder des Malers Georg Baselitz, Günter, der in der DDR geblieben und dennoch nicht angepasst, langsam aber sicher von der Firma/ der Stasi zersetzt werden soll. Verbunden ist das mit der Geschichte von Jan, dessen Mutter nach der Wende am Alkohol zugrunde gegangen ist.

    Das alles eingebettet in die Geschichte von Kamenz, von Deutschbaselitz: in die (bislang meiner Meinung nach so) nicht erzählte Geschichte der Nachwendezeit. Es ist wirklich alles da, die Konsum- und Reizüberflutung, die Hoffnungslosigkeit, der Rückbau der Plattenbauten – dieses Gefühl kein einziges Gebäude aus dieser Zeit mehr sehen zu können: ich sage kurz, fantastisch.

    처음에 나 왜 항상 브랜드 이름이 생겨서 궁금했지만 그것이 통일후 동독이다. 도이츠 바세리츠에서 있는 바세리츠 화가에 대한 박물관 특별이다. 사람들이 이런 박물관 사실 필요가 없지만 큰 도시나 서독일에서 온 사람들이 그것 만들었다. (Ich erinnere mich da an das im Nachbardorf meiner Großeltern nach der Wende groß eröffnete Sarah-Kirsch-Museum/ die Begegnungsstätte/ Dichterstätte, und niemand wusste, wer Sarah Kirsch war…)

    Rietzschel erzählt, endlich mal wieder, und dennoch ist die Geschichte nicht einfach und platt. Bis man verstanden hat, was das Problem der Geschichte ist, braucht man wirklich das ganze Buch. Um die Geschichte in ihrer Widerwärtigkeit, ihrem Nichtendenwollen verstehen zu können, braucht man wirklich jedes Kapitel.

    Und mal keine Traumsequenzen, kein wildes Gelaber im Suff: als ob es notiert wäre, als ob die Fiktion nur in einer kleinen Verschiebung bestünde. Noch einmal: fantastisch.

    통일 뒤에 동독 사회에 대한 루카즈 리츨의 소설 우주 비행사 (Raumfahrer) 정말 추천하고 싶다. 소설이 유명한 독일 화가 게오르그 바셀리츠의 남동생에 대해 말했다. 게오르그와 귄터가 원래 서독일에서 사고 싶지만 그냥 게오르그 서베를린에서 화가 될 수 있었다. 남동생이 동독에서 작은 마을 도이츠바세리츠에서 살았고 동독의 비밀 경찰이 감독됐다.

    루카즈 리츨의 소설이 정말 좋은 잘 만든, 잘 이야기하는 소설이다. 동독 사회에 대해 궁금하는 독자가 이 소설을 꼭 읽어야 한다고 생각하다. 또한 모두 통일 뒤에 동독 사회에 대해 궁금하면 읽어보세요!

  • Roman, Text, Absatz, Satz, was auch immer. Zu Laura Lichtblaus “Sund”(2024)

    Ich werde eines nicht machen. Mich aufregen. Über den Gattungsbegriff Roman. Das Wort steht vermutlich bei jedem Buchprojekt schon in der Vorlage und lässt sich nicht löschen, selbst wenn die/ der Autor*in das wollen würde, die/ der Lektor*in das befürwortete etc. Alles ist Roman, also ist vermutlich nichts Roman.

    Dann ist es ein Text. Ich glaube mich in den tiefsten Gehirnwindungen noch zu erinnern an eine Zahl von um die/ über 200 Definitionen zum Thema “Was ist ein Text”. Also ist Sund auch ein Text. Ich gehe nicht an die Definition, ich doch nicht.

    Sätze und Absätze finden sich auf 130 Seiten massenhaft, zumindest wird nicht noch mit dem Satz selbst experimentiert und/ oder irgendwas von Textgewebe erzeugt. Es sind Sätze, hintereinander, manche und die meisten miteinander verbunden, irgendwie, die Leerstellen sind teils breit wie der Sund. (Man erahnt das gegenüberliegende Ufer, mehr nicht.)

    Die Erzählerin verbringt ihre Zeit auf einer Insel in Dänemark, auf einer Insel, an einem Sund. Sie setzt über und ist in einer seltsamen anderen Welt – in einer Welt, in der in den 30er Jahren Menschen festgehalten wurden, weil sie der gängigen Vorstellung von “gesunden” Menschen nicht entsprachen.

    Sie beginnt/ hat eine Beziehung zu einer anderen weiblichen Person und fragt sich daher, ob auch sie auf so einer Insel gelandet wäre, zu entsprechenden Zeiten. (Und diese Frage ist nicht nur historisch.)

    Ihre Beziehung steht im Bezug zum Urgroßvater der Erzählerin bzw. zum Urgroßvater der Autorin, der sich als Arzt für die Eugenik einsetzte. Für dessen Biografie unterbricht sie den Text und schiebt einen kurzen Forschungsbericht ein, der allerdings (wenn er denn wirklich Jahre in Anspruch genommen haben sollte) recht dürftig ausfällt, leider Gottes.

    Ich weiß nicht recht, was ich mit dem Buch machen soll, eine kurze Sammlung von Absätzen, Sätzen, die man als Text verstehen kann, die Auseinandersetzung mit der Insel, mit der fremden dänischen Sprache, mit dem Urgroßvater – ich hätte mir da was anderes vorgestellt, aber ich bin kein Schriftsteller, ich kann so was nicht.

    Die 130 Seiten lassen sich durch die vielen Leerzeilen zum Glück so schnell lesen, dass ich mal die Frage ob ich es empfehle oder nicht, offen und jeder/jedem selbst überlasse.

  • 30% aller DEFA-Spielfilme

    Ich habe mittlerweile mit Lots Weib 30% aller DEFA Spielfilme, wenn man der Liste trauen kann, gesehen. Es zieht sich, denn die Filme zu schauen ist ohne DVD und manchmal auch aufgrund der Zähigkeit der Filme ein wenig schwierig. So auch beim besagten Film. Bei manchen Filmen bekommt man kaum mit, dass man 50 Minuten gesehen hat (ich denke nur an Der schweigende Stern, den ich erst vor ein paar Wochen wieder gesehen habe), hier (wie anderswo) war ich nach 15 Minuten müde…

    Die phantastischen Schauspieler, allen voran Marita Böhme und Günther Simon, halten einen am Leben, bzw. am Sehen, erst spät verfängt das Thema. Auch die Nebendarsteller sind hochkarätig, Piontek, Römer, Elsa Grube-Deister, dann also doch noch ganz interessant.

    Insgesamt habe ich 204 Spielfilme (also DEFA-Kinospielfilme) gesehen, DDR-Filme (mit Fernseh-, Kurz-, Dok- und Zeichentrickfilmen) sind es insgesamt 519. Das sind zumindest die, die ich bewusst in eine Liste eingetragen habe.

    Auf Platz 2 liegen immerhin alle anderen deutschen Filme (435), danach die aus der Tschechoslowakei (1918-1992) mit 252. Da sind bei allen Ländern bewusst auch Wochenschauen drin. Mal sehen, wie sich das noch weiter entwickelt.

    Ob ich es schaffe, mal alle DEFA-Spielfilme gesehen zu haben?

  • Han oder Kang?

    Ich war ja immerhin schon mal begeistert, dass man einige Bücher von Han Kang ins Norwegische übersetzt hat. Als ich in den Bibliotheken (unter H) nichts auf die Schnelle fand, meinte ich noch, ach, die Norweger geben sich vermutlich erstmal mit den englischen Übersetzungen zufrieden. In Buchhandlungen dann habe ich unter K geschaut und eben einige Ausgaben gefunden.

    Aber eben unter K. Also nach Kang sortiert (wie man hier sehen kann, nach Kadare). Aber Kang ist doch ihr Vorname. So richtig sicher war ich mir auch einige Zeit nicht, erst dadurch, dass auch ihr Vater Schriftsteller ist und eben auch Han (Han Seung-Won) heißt. Letztlich ist es vermutlich völlig egal, ich schätze ohnehin, dass sich aus dem Nobelpreis eher kein wirklicher Hype entwickeln wird. Das (die koreanische Literatur allgemein/ Han Kang speziell) bleibt mit großer Wahrscheinlichkeit Nische. Sowieso, warum mache ich mir darüber Gedanken?

    Viel mehr sollte ich mir Gedanken machen, warum ich mich absolut nicht mehr weiter entwickle und eigentlich sowohl in Wortschatz, Satzbau und Lesefähigkeit auf der Stelle trete.

    Ich nehme mir beständig vor, wieder mehr zu lernen, aber ich tue es nicht. Nur allein lesen oder die einzelnen Übersetzungen der Losungen sind viel zu wenig. Die täglichen Gespräche sind wichtig, drehen sich aber auch meist um bekannte Dinge und komme ich auf andere Dinge, die ich erklären möchte, oder über die wir beide sprechen wollen, dann fällt es mir extrem schwer, zuletzt verwechsle ich sogar bekannte Wörter, mein Satzbau ist grottig, vom Lesen will ich gar nicht noch mal anfangen.

    Es war so frustrierend in Skandinavien: 20 Jahre praktisch nicht ein Wort gesprochen und ich habe ohne Probleme jegliche Alltagssituation auf Norwegisch bestehen können, erst beim Bezahlen hat sich dann der ein oder andere einen Spaß daraus gemacht, mir irgendwas auf Deutsch zu sagen – aber das für Norwegen übliche Umschwenken auf Englisch, wenn man denn durch schlechtes Norwegisch als Nichteinheimischer erkennbar ist, ist glaube ich einmal passiert, ansonsten kein Thema. Lesen – im Museum von Urgeschichte bis hin zum allgegenwärtigen Munk – kein Problem. Und Koreanisch? Ich hocke hier 12 Jahre dran und mühe mich jeden verdammten Tag, habe sogar mittlerweile wieder mehr als einen Grund zu lernen und komme nicht weiter.

  • Do you read me?

    Ich muss vermutlich lange gebettelt haben, doch ich freue mich nichts destotrotz. Auf mich wartet 명랑한 이방인 (etwa “Heiterer Fremde/r”) von Kang Kahee.

    Die Silhouette der Stadt ist erkennbar, man kann den Uniriesen, das alte Rathaus (und auf der Rückseite das neue) erkennen bzw erahnen.

    Ich war bereits 2023 erfolglos auf der Suche nach dem Buch (2022 erschienen) in Korea, auch im letzten Jahr und heuer hatte ich keine Chance. (Zu klein die Auflage, Essays sind schnelllebig)

    또한, 나는 만화나 아이위한 책을 조금만 읽을 수 있는데 에세이를 읽는 것이 추측처럼 보인다.

    S hat das Buch besorgt, ich hoffe, sie hat es gebraucht bekommen, sind doch die 18 000 Won (11€) aus meiner europäischen Perspektive allein wenig. Bzw für ein Buch, an dem ich wahrscheinlich in Bausch und Bogen scheitern werde, bzw es nur aus dem Grund lese, ob denn da doch was über mich steht? (Diese Eitelkeit und Selbstverliebtheit, ich weiß, zum Davonrennen…)

    책을 사줬어서 고맙다고 말하고 싶다.

    S hat wohl schon durchgeblättert und meinte nur, dass da nur andere Namen auftauchten, nicht der meinige.(Ok, und ok, puh)

    Es ist ja auch nicht so wichtig. Aber wie eine Ausländerin/ also eine Fremde Leipzig erlebt hat, gerade auch vor und während der Coronazeit, das interessiert mich dann doch.

    Vor mir liegen umgerechnet 282 Seiten, wenn ich 250 Wörter pro Seite annehme, darf ich gerade mal 2115 Wörter nachschlagen / nicht wissen, und bin trotzdem schon im roten Bereich des Nichtverstehens (97%).

    Ich schaue mal. Dazu kommen übrigens noch zwei weitere Bücher, die ich ab heute versuche zu lesen.

    작년에 케이크 먹는 방법에 대한 책을 선물으로 받았고 같은 그림 그리는 작가의 아홉 살 느낌 사전을 읽고 싶다.

  • 패딩툰! 아니면 외연적인 읽는 것

    Natürlich heißt es 패딩턴, aber Paddington selbst schreibt sich eben 툰, was ganz niedlich wirkt.

    Ich habe 내 이름은 패딩턴 (Mein Name ist Paddington) im Februar begonnen und lange liegen gelassen, erst in den letzten Tagen war ich etwas intensiver dabei. Ob das wohl an der Arbeit liegt, die einen sonst im Zug hin und zurück über Korrekturen zurück- und andere Schreibarbeit noch mehr werden lässt, ich weiß es nicht.

    Ich habe Paddington bewusst versucht ohne Wörterbuch zu lesen, was relativ gut möglich war. Aus Serien und Filmen hatte ich noch eine ungefähre Ahnung, wie Paddington zu Familie Brown gelangt, dass er zwar recht schnell bei allen beliebt ist, aber dennoch oft in seiner tollpatschigen Art ein Chaos nach dem anderen erzeugt. Der Hintergrund hat also einige Hilfestellungen geboten.

    Die Grammatik ist recht leicht, die Browns sprechen ja (wie) mit einem Kind, manche Sätze sind vermutlich international, wenn es um Elternkommunikation geht: Das macht man nicht. Du solltest das so machen. Lass das. Komm her. 이리 와! Usw. Auch das hat also geholfen.

    Die Geschichten sind mir also grob klar, Paddington kommt an, lässt die Wanne überlaufen, malt Bilder, geht einkaufen, freundet sich mit Herrn Gruber an, geht ins Theater, baut am Strand Sandburgen und feiert schließlich Geburtstag. Aber genauer darf man mich nicht fragen.

    Das mag daran liegen, dass ich ohnehin oberflächlich lese. Es mag auch daran liegen, dass ich die grobe Linie gesucht habe und manche Details übersehen musste. (Manche Seiten lassen sich schnell lesen, bei anderen musste ich mehrfach ansetzen, nicht nur der Ablenkung, nicht nur der fehlenden Konzentrationsfähigkeit wegen.)

    Aber manche Geschichten konnte ich nur erahnen. Warum zum Beispiel Herr 커리 so ein miesepetriger alter Mann ist, wie die Zaubertricks beim Geburtstag funktionieren und auch, wie schon einem anderen Beitrag geschrieben, warum Paddington einen grünen Hut trägt.

    아마도 극장에서 패딩턴이 그 초록색 모자를 그냥 잡고 썼다, 하자민 게속해서 확실하지 않다.

    Mir ging es manchmal so wie Paddington selbst, der gar nicht wusste, wo er hingeraten war und plötzlich irgendwelche Konservendosenpyramiden umgestoßen hatte.

    하지만 이야기 때문에 이 단어는 깡통 잊어버릴 수 없다.

    Das extensive Lesen bleibt weiter problematisch. Die Krux geeignetes Material zu finden, lässt sich nicht lösen. Ich habe zwar vor Paddington ein Buch zum Klimawandel (für Kinder erklärend) begonnen und war da bis auf die Fachwörter für Wolken recht schnell, aber es bleibt alles weiter schwammig.

    Wenn ich festhalte, kann ich aber bis heute sagen: Kinderbücher sind nichts, es sei denn, es sind Kinderbücher, die bereits allein gelesen werden können und konsekutive Geschichten enthalten. Je mehr die Geschichte sich aufbaut, umso mehr Kontext nimmt man mit und erahnt schon, wohin die Reise führen soll. Als Paddington verschwunden ist und ihn alle Welt schon tot wähnt, entsteht am Strandpier ein Tumult mit Journalisten und man kann Seiten vorher bereits erahnen, dass der kleine Bär im Mittelpunkt steht und irgendwas erzählt, wundersame Rettung, heldenhafte Geschichte und so weiter.

    Sachbücher sind nichts, es sei denn, es sind Sachbücher, die sich an Kinder richten und man kennt das Thema bereits zur Genüge. Dann hilft die deklarative Satzstruktur, das Fehlen von Adjektiven ist auch hilfreich, die Pronomen sind hier eindeutiger als bei fiktiven Texten.

    Das ist sowieso so eine Sache. Das Koreanische kennt zwar Pronomen (대명사), nutzt sie aber gerade im personellen Bereich weniger (ist meine Meinung). Eher nennt man immer und immer wieder den Namen, selbst wenn man von Angesicht zu Angesicht spricht, kein du aber der Name. Fehlt das, ist immer das ich gemeint, aber das mitzulesen, braucht kulturelle Kompetenz. Lese ich als deutscher Muttersprachler kein Pronomen, denke ich an man, er, sie, es und ordne recht schnell falsch ein. Spricht der Bär über sich, über jemanden anderes, spricht er jemanden an?

    Der Wortschatz ist immens. Heißt also: anders als im Alltagsgespräch. Ich merke, wie beschränkt der Wortschatz im Alltag ist, wie weitgefächert er beim Lesen ist.

    Verbessere ich mich da im Lesen? Wächst mein Wortschatz? Das ist das Problem. Die Worte sind wenig frequent, ich weiß schon, dass ich das nächste Mal, wenn ich von 장고 (Vorratsschrank) lese, irgendwie wieder an 냉장고 (Kühlschrank) denke und dennoch nachschlagen muss.

    하지만: 모든 끝낸 소설이나 책이 너무 좋은 느낌이 왔다. 자신의 책장에서 66권이 있다, 20권을 읽었다. 나 2013년부터 27권 한국어 책을 읽었다. 영어로 그것보다 그냥 20권 있었고 노르웨이어로 16권을 끝냈다.

    Mal sehen, wie es weiter geht. Positiv denken hilft, das wird schon.

  • Rückkehr zum Blognamen, Kommentiererei, Statistik

    [de/ko/jp/en] Ich habe ein wenig mit dem Blog gehadert. Ich hatte kurz sogar daran gedacht, diese Seite, die ich seit Juli 2023 mache, wieder aufzugeben, mich zurückzuziehen. Ich habe auch über das Kommentieren nachgedacht, ob oder ob ich nicht von Suchmaschinen gefunden werden will, wie ich mit den Sprachen in diesem Blog weitermachen möchte und vieles mehr.

    한국어로 쓰면 아무것은 사람 여기 읽지 않았다. 한국에서 온 사람 그냥 한국에서 온 블록을 읽는다. 지난 주 네이버에서 난초에 대한 작은 글 적었을 때 후에 갑자기 커멘트를 받았어서 나 놀랐다. 여기에는 한글 사용하면 내 생각에는 대다수 사람들이 그것 읽지 않분만 아니라 블록 읽는 것도 포기하기 생긴다.

    Dieser Blog ist mehrsprachig angelegt, nicht aus Großkotzigkeit und schon gar nicht um mich als einen in irgendeinerweise polyglotten Menschen darzustellen*, nein, anders herum wird ein Schuh daraus. Wenn ich schreibe und von einem zum anderen Abschnitt die Sprache wechlse und ihr ohne Sprachkenntnisse bzw. Übersetzungsprogramm leider nichts versteht: dann geht es euch einmal mindestens wie mir praktisch jeden Tag.

    Es lässt sich immer so leicht sagen, dass doch alles heutzutage übersetzt finden lässt, aber das stimmt eben nicht (oder nur zum Teil). Und sobald ihr euch für etwas interessiert, was den Großteil der Bevölkerung nicht interessiert, habt ihr kaum eine Chance übersetzte Informationen zu finden. Also muss man (ich) in der Originalsprache weitermachen.

    [Most of the information, or better to say the original information, not just the digest of it, is not online, even after 35 years of the internet. And a lot of information is given in format or language quite difficult to read or understand. I recently came up with this documentary, where the journalist honestly told everyone he couldn’t read that kind of writing. And this is just information in his own tongue, nothing old, no dialect, no secret language…]

    Und da steht man dann natürlich vor einer Art Mauer. Sprechen und Kommunizieren geht leicht, leichter als man es denkt, wenn das Gegenüber will, wenn man es versucht. Das oft zitierte “mit Händen und Füßen” ist die heimliche Weltsprache.

    Also ist mein Blog auch immer eine Erinnerung an mich, demütig weiter zu lernen, und vor allem weiter zu lernen, meinen Horizont, hoffentlich bis zum letzten Tag, zu erweitern. [Other languages are still to come, are still a project/ a dream.]

    Es ist natürlich auch ein Selbstzweck dabei, ich übe meinen Ausdruck im freien Schreiben, in den jeweiligen Sprachen – und auch im Deutschen. Allerdings kommt da bei vielen muttersprachlichen Lesern gerne der Oberlehrer zum Vorschein, der der nur mit “ist so” und “muss man lernen” erklärt, bzw. eben nicht erklärt, aber gründlich deprimierend “kritische Worte” findet. Das kann einen (mich) schon ziemlich frustrieren und teils sogar lähmen. Ich denke schon, dass ich meinen Punkt zum Ausdruck bringen kann, ich weiß schon, dass ich natürlich Schwächen im Ausdruck habe, aber Kritik hallt bei mir deutlich länger nach als vermutlich bei den meisten. Also habe ich die Kommentare geschlossen, wieder zugelassen, geschlossen und nun wieder geöffnet.

    Mal sehen.

    Der Zugriff auf diese Seiten (ich speichere nichts, das macht alles WP) ist ohnehin überschaubar. Ich hatte ja vor Monaten hier oder irgendwo geschrieben, dass mich der massive Zugriff aus den USA irritiert und, dass ich dahinter im Prinzip nur Aufrufe von Suchmaschinen und LLM vermute. Dementsprechend habe ich versucht, die Suchmaschinen auszuschließen und siehe da, die Zugriffe von dort und da sind weg.

    Damit ist allerdings auch wieder der Punkt erreicht, wo ich mich frage (gefragt habe), wer denn dann noch überhaupt auf diese Seite kommt. Ich will es nur kurz sagen. Ich habe bei einigen (wirklich guten) Projekten mitgemacht, die Blogs vernetzen wollen und das auch sicher sehr schön machen, aber ich will eines nicht: dazugehören, in Gruppen dabei sein. Vieles dort ist mir leider (すみません) viel zu selbstreferenziell, ich kann kaum was beitragen und bei anderen Blogs schwillt mir der Kamm so derart, dass ich lieber nichts mehr lesen möchte.

    Wer mich findet, über Kommentare oder anderswoher, ist herzlich willkommen, aber irgendwie mag ich es, wenn dieser Zufluss dosiert (sehr dosiert) ist. (Und ehrlich gesagt: so viel nützlicher Content ist das hier auch nicht, dass ich es zu ernst nehmen müsste.)

    Eigentlich kehre ich damit nur zum ursprünglichen Blognamen zurück. Anstatt eben “teures Papier” zu vermoschen, schreibe ich es hier.

    * 여러 나라 말을 사용하는 사람들이 훌룡하다. 하지만 인터넷에서 그것 폴리글롯인들 까자도 엄청 많다. 다른 언어에 인사할 수 있으면 너무 좋은 것 같지만 그것 때문에 한 사람은 폴리글롯 아닌다. (In my humble opinion.)

  • 초록색 모자, 누구, 패딩턴? – Gibt es noch andere Farben?

    [ko/de] 대다수 사람에게 패딩턴 곰 모자의 색깔에 대해 물어보면 대답이 빨간색이였다. 책 표지 보면 영화에도 항상 그 페루 온 빨간색의 모자 썼다고 생각했다.

    하지만 한국어로 패딩턴 소설을 읽었을 때 초록색 모자 있었다. 패딩턴이 극장에서 유명한 배우를 대기실에서 만났을 때 이 배우가 초록색을 무서웠다.

    해결책에 대해 궁금하고 있는데 지금까지 확실한 대답이 못받았다. 번역사가 실수를 했다? 예전에 빨간색 초록색 한국어로 똑같았다? 다른 색갈 파란이나 초록색위해 사용할 수 있기 때문에 그것 여기도 가능할 수 있다? 아니면 예전에 패딩턴 정말 초록색 모자를 썼는데 그냥 홍보 때문에 파란색 더플커트 때문에 바꾸었다?

    Manche Abschnitte sind leicht verständlich, andere lassen mich ratlos zurück. Der Schauspieler heißt 셜리 블룸 (경). Namen zu romanisieren, ist sowieso ein gewisses Spiel, aber hier sagten sowohl das Verwirrwörterbuch als auch Paloalto das Gleiche: Shirley. Hmm, Temple hin oder her, ist das auch ein Männername? (Wie Evelyn oder Andrea, Inge, Kai, je nach Kontext) Denn Paddington (툰!) spricht ihn immer mit 아저씨 (ajeoshi, Herr) an. Ich war kurzzeitig drauf und dran zu glauben, dass da eine Schauspielerin eine Männerrolle spielen sollte, inverses Doubtfire sozusagen, aber so recht habe ich auch hier keine Lösung…

    Nachtrag. Wikipedia zumindest sagt ja: Shirley war früher ein rein männlicher Vorname, mittlerweile aber ist er fast ausschließlich weiblich. Interessant.

  • Wenig Paddington, etwas Maigret, keine Projektoren mehr

    Im Paddington bin ich mittlerweile auf Seite 98, noch knapp 70 Seiten. Mir wird manchmal erst durch viel Kontext klar, was gerade passiert ist. Bei anderen Dingen hilft die Erinnerung an den Film, es geht: mal mehr, mal weniger. Die Idee des extensiven Lesens ist mittlerweile verloren gegangen, aber ich versuche immer erst ein, zwei Schritte ohne Wörterbuch zu gehen, erst wenn es überhaupt nicht erschließbar ist, muss ich zum Verwirrwörterbuch greifen. Viel lässt sich besser erschließen, wenn man die deutsche Übersetzung noch mal auf Englisch, dann mit einer rein koreanischen Erklärung und eventuell sogar über die Hanjas des Wortes absichert, aber ich lasse es meist. Mut zur Lücke. Aber wie das denn nun wirklich mit dem extensiven Lesen zu verstehen ist: ich weiß es wirklich nicht.

    Ich habe wieder eine kleine Maigretphase, Nr. 39 war Maigrets erste Untersuchung, der recht gut war, nicht nur, weil man Maigret sozusagen als Lehrling erleben musste, nein auch das Vertuschen (Vertuschenwollen) eines Feine-Leute-Skandals war gut erzählt. Danach Nr. 40 einer der Erzählbände (Maigret und Inspektor Griesgram). Der war zumindest kurz und gut, aber ich war nicht so sehr begeistert. Inzwischen bin ich bei einem noch kürzeren Erzählband, der zuerst nur als Jahresgabe des damals Maigret verlegenden Züricher Diogenesverlags erschien und zudem noch ein schönes Vorwort von Gabriel Garcia Marquez enthält, dass sich auch für sich allein einfach gut liest. Mehr Geschichten über Bücher und das Bücherlesen! Das geht immer. Aber ob die kleinen Maigretfragmente gut sind, weiß ich noch nicht. Man kommt sich schon wie beim NT-Apokryphen-Stöbern (also Apokryphen jenseits von Luther) vor…

    Da mich der Unmögliche Abschied stark beschäftigt hatte, habe ich die Projektoren endgültig aus den Augen verloren. Das heißt allerdings nicht, dass ich das Buch nicht irgendwann doch wieder in die Hände nehme und an der Stelle weiterlese. Aber vielleicht brauche ich da eher einen endlosen November mit viel Regen und anderen Hindernissen.

  • Schokoladenfreie/ Kauffreie Tage

    Ich bin weit entfernt von den 29 nacheinanderfolgenden Tagen im März (in der Fastenzeit vor Ostern), als ich es hinbekommen habe, keine Schokolade zu kaufen und zu essen. Was auch alles andere an süßen Dingen umfasst, wie etwa Kuchen, Kekse, Honig, Eis, noch künstlich gesüßtes Obst etc. pp

    Aber immerhin: ich bin von Jahresanfang bis jetzt bei 57 Tagen, etwas mehr als 15% des Gesamtjahres. Mehr als ich gedacht hätte, andererseits viel zu wenig um wirklich längerfristig davon wegzukommen.

    Mir ist einiges aufgefallen seither. Vieles ist Sache der Gewohnheit. Am Samstag bin ich am Vormittag in der Stadtbibliothek, danach fahre ich nun schon mehr als 12 Jahre fast durchgehend an einem Supermarkt vorbei und dort landet praktisch immer Schokolade oder jetzt gerade wieder Eis im Korb. Wenn ich im Park davor eine Straße anders fahre, kann ich den Supermarkt umgehen. Ich versuche es wohl mal.

    Ähnlich geht es mir mittlerweile (eine entstehende Angewohnheit) mit den Läden im Bahnhof. Wenn der Zug verkehrtherum einfährt und ich vorne aussteige, bin ich seit einigen Wochen öfters schon in einem Biokettenladen gewesen. Ich sollte auf dem Bahnsteig anders abbiegen und den Weg darunter vermeiden.

    In den Bioläden, in denen ich einkaufe, ist es hingegen leicht, die Schokolade zu umgehen, dort hat sie nämlich bereits ihren eigentlichen Wert, irgendwas zwischen 3 und 5 Euro, dann denke ich an den Gesamteinkaufswert und lasse es.

    Dann kommt noch die Gewohnheit. UL fragt mich “willstneis?” und ich sage bei fast 30 Grad nicht nein. Stellt sich raus, dass das Eis vom letzten Jahr ist, noch eingepackt, also noch ok, aber wieder mit einem Mal mitmachen einen Tag verloren. Ich muss im nächsten Semester noch mehr aufpassen, allein die Geburtstage und Abschiede, irgendwelche Männertagsessen etc. pp und schneller als ich es realisieren kann, ist wieder ein Tag nicht erfüllt.

    Auch die vermaledeiten Freistunden, in denen ich dann in den angrenzenden Supermarkt gegangen bin: auch einfach nur Gewohnheiten. Ich muss da wirklich heißes Wasser/ Tee dagegensetzen. Jetzt im Sommer vielleicht schwierig, aber ich muss es versuchen.

    Mir hilft die beständige Kontrolle durch die Liste. Ich sehe a), dass ich es schaffen kann (29 Tage!) und b), dass es auch Strukturen gibt. Tage an denen ich zu Hause arbeiten kann, haben zumindest die Versuchung am Arbeitsplatz nicht, Samstage wie gesagt das Abbiegen am Supermarkt…

    Was mir nicht hilft: ich habe nichts gemerkt, ob irgendwas anders süß war. Vielleicht, aber eigentlich nicht. Auch das Ersetzen durch Nüsse oder Früchte. Hilft nichts. Auch das Mitnehmen von 간식, also Essen in einer kleinen Box – war eher so, dass ich danach Appetit entwickelt habe.

    Kauffreie Tage (nobuy) habe ich in diesem Jahr bisher ähnlich viele, nämlich immerhin 55. Ok, das sind zunächst die Sonntage, also 24 bisher und immer irgendwie ein oder zwei Tage in der Woche, wo es mir gelingt, nichts einzukaufen, nicht in den Supermarkt zu gehen.

    Warum ich das zähle? Weil mir irgendwann auffiel, dass der einzige Weg am Nachmittag nur noch der in einen Supermarkt war. Und mich diese Läden so nerven, laut, umständlich (man räumt permanent dann ein, wenn die Menschen kaufen müssen) Und ständig dieses Getue, einem Angebote zu machen und eigentlich ist es doch nur Beschiss. Also: weniger ist besser. Durch den Bioladen und die teils ungewohnt hohen Preise habe ich mir so angewöhnt, Essen zu portionieren, dass mir in dieser Woche mit einem konventionellen Einkauf schon fast zu viel Obst im Haus ist.

    Klar, vielleicht liegt darin auch der Hinweis, mehr normales Essen kaufen, dann schwindet auch die Sucht nach Schokolade, aber da muss ich schauen…

  • Unmöglicher Abschied (6) 우엉 oder Schwarzwurzel?

    Auf Seite 233 der deutschen gebundenen Ausgabe (Han Kang: Unmöglicher Abschied) erzählt Gyeongha vom Kimbab, das Inseon macht und erwähnt die rein vegetarische Füllung aus “Karotten, Gurke und Schwarzwurzel“. Schwarzwurzel hmm… Konnte ich mir im Kimbab nicht vorstellen. Als Ersatz für den 무 (mu), den köstlichen gelb eingelegten Rettich?

    Das online Verwirrwörterbuch wirft für Schwarzwurzel 컴프리 (keompeuri) aus, das erzeugt Lachen beim Gegenüber (S), was denn das sei und stattdessen bekomme ich ein Bild von 우엉 (ueong) geschickt. Und kann da schon eher glauben, dass das im Gimbab verwendet wird.

    Aber wie kommt man dann in der Übersetzung auf Schwarzwurzel? Na ja, vielleicht, weil die Übersetzung (möglicherweise) irgendwas von schwarzen Wurzeln wird übersetzt haben mögen, das Lektorat aber dann (vermutlich) daraus eine verständliche Schwarzwurzel gemacht haben könnte… Aber 우엉 ist doch kein 컴프리. Bemüht man die Bilderbücher, gibt es ganz unterschiedliche Ergebnisse, nun ja. Amüsant.

    아마도 나 그것 오해했지만 소설에서 독일 슈와르츠우르츨이 한국 우엉이 엄청 다른다. 혹시 모습이나 색갈 때문에 그것을 선택했는데 내 생각이들 그냔 추측이다.

    Ganz im Gegensatz zum Buch, der letzte Teil handelt praktisch nur noch von den Erinnerungsfetzen, aus denen man sich die Geschichte des Aufstandes erahnend zusammensuchen muss und schon dabei weiß, einen ganzen, zusammenhängenden Text darüber hielte man kaum aus.

    Das Buch ist auch gut, wenn es daraum geht, zu überlegen, wie Geschichte entsteht oder eben nicht entsteht. Die Opfer haben in der Regel keine oder nur eine geringe Chance, irgendetwas zu sagen, der Version der Täter steht kaum etwas gegenüber.

    So wird der Titel des Buchs für mich immer bedeutender: Wir nehmen nicht Abschied von einander (작별하지 않는다, chakbyeolhachi anneunnda), der Abschied, die Verarbeitung des Geschehenen (wenn man denn als Opfer überlebt konnte und dann auch darüber sprechen wollte/ konnte) ist unmöglich und die Angehörigen, die Leute/ die Familie drumherum kann auch kaum Abschied nehmen/ ihren Frieden machen/ abschließen.

    소설의 제목이 독일어로 불가능 작별 이라고 말할 수 있다. 작별이나 제결이 그런 전쟁이나 내란 후에 가능할 수 없게 보인다. 민족이, 이웃이 그것 후에 다시 함께 살아야 됀데 한 부분이 끝까지 생각이나 경험해야 했다. 아니면 좀 더 강하게 생각하면 여러 시대 포괄하는 트라우마 계속해서 남아 있는데 사화에서 희생의 생각이 사라졌다. 없다. 자주에도 금지됐다.

    Schlussstrich unmöglich sozusagen. Aber Schlussstrich will man ja gerade wieder viel und überall ziehen. Warum wohl. Und überhaupt: Schlussstrich, merkt man dabei, wollen ja immer genau die ziehen, die wissen, was “falsch gelaufen” ist, wohingegen die Bemühung um Abschied/ Abschluss etwas ganz anderes ist.

    제주 4.3.사건을 이해하는 것 독일 독자이여서 정말 힘든 것 같지만 독일 최선 역사에는 비슷한 사건도 있어서 이런 소설이 독일 독자위해도 너무 중요한 것 같다.

    Das ist wirklich die Erkenntnis daraus. Das Jeju-Massaker (der Jeju-Aufstand, bzw. der Jeju-Zwischenfall [사건 wie incident, was für ein Euphemismus!]) ist wirklich weit weg, aber übertragen auf deutsche Ereignisse sollte man das Buch lesen um den Unterschied zu bemerken, warum einige wenige Menschen nie aufhören können, nie Abschied nehmen können, andere aber beständig verdrängen, bekritteln und zum Schlussstrich drängen. Meiner Meinung nach ein wichtiges, vielschichtiges und sehr weises Buch.

    요새 3차 세게 대전 전쟁 있는지 없는지 생각했고 생각하고 있다. 도움이나 안전한 창소가 이번에는 없다. 이번에도 작별하지 않는을 것이다.

  • Unmöglicher Abschied (5)

    [de/ ko] Es ist wieder ein ganz anderes Buch. Ich habe den Unmöglichen Abschied zwar gehört, auf Englisch gelesen, aber jetzt noch mal auf Deutsch zu lesen: es gibt immer neue Eindrücke. Wie ich schon schrieb, empfinde ich die erfundene Übersetzung der Jeju-Sprache als gut gelungen. Alle, die ich dazu fragen konnte, sagten mir, dass es (das Jejumal, die Jeju-Sprache) gänzlich anderes Koreanisch sei, sie es nur schwer/ fast nicht verstünden. Und ich selbst habe es eigentlich noch nicht mal gehört.(Oder vielleicht mal in Dokus gesehen, aber ich bin leider nicht auf dem Niveau, überhaupt Dialekt oder lokale Eigenheiten zu erkennen, geschweige denn die Sprache aus Jeju.)

    제주말이 독일어로 정말 재미 있게 번역했다. 변역자가 조금 남족의 독일어 사투리나 조금 빨리 명확히지 않는 바름을 사용했다. 혹시 변역자 뮌헨에서 살기 때문에 그런 표현을 사용하는데 그것 바이언 사투리가 아닌다. 그것 정말 다른 언어. 우리 이해할 수 있는데 어색한 느낌이도 나왔다.

    Der Titel bekommt immer stärkere Bedeutung. Wir können nicht Abschied nehmen. Abschied im Sinne eines friedlichen, auf Wiederzusammentreffen hinzielendes Auseinandergehen: das ist unmöglich. Es hinterlässt immer Schäden, Schmerzen, Spuren.

    과거 너무 복잡한다. 항상. 과거를 잊어버리고 싶지만 매일 영양을 미친다. 어떻게 견딜 수 있는지 한강 작가 아니면 소설의 화자가, 저도 해결책을 모르겠다.

    Die Phase, in der die Erzählerin Gyeongha ohne Ventilator auskommen muss, kann man sich, wenn man noch nicht in Korea war, kaum richtig vorstellen. In Hotels für Touristen ist alles heruntergekühlt, draußen erschlägt einen die Hitze, aber wenn man einmal ein normales Wohnhaus oder ein altes Hanok erlebt hat, und hatte nur einen Ventilator (so ein riesen Ding gibts in Deutschland gar nicht) – dann hat man einen Vorgeschmack darauf, was es heißt im Sommer und in der Regenzeit (장마 시대 중에) ohne Klimaanlage auskommen zu müssen. Das ist Leiden.

    Mit diesem Leiden im Sommer (Salzkruste!) kontrastiert dann das ganze Buch – spielt es doch im Winter, meterhoher Schnee, kaum ein paar Meter kann Gyeongha zum Haus auf Jeju blicken. Ich bin gerade begeistert, wie schön es ist, ein Buch in mehreren Sprachen lesen zu können.

    한번, 미래에서 작별하지 않는다 소설을 한국어로 읽을 수 있으면 좋겠다. 아마도 그런 목적이 불가능하지만 목적이다. 다양한 세부사항을 처음에 들으면서, 영어로 읽었을 때, 지금 독일어로 깨달았다.생각이나 질문이 많고 대답이 실은 추측이다.

    Was auch toll ist, was mir zuvor nicht aufgefallen ist, ist, dass der Name der weißen Vögel sprechend ist. Ama und Ami könnten für Wahrscheinlichkeit, Annahme, Vermutung stehen – zumindest Ama (아마) klingt wie vielleicht, möglich. Gyeongha weiß lange nicht, ob der Vogel lebt, ob er nun schon tot ist: alles vielleicht, ein Schwebezustand, 아마도 가능하다.

    아마 제 생각이나 해석이 조금 이상하는데 다시 그 새의 이름을 읽었을 때 이런 생각이 나왔다.

    Nach ein paar Stunden auf Seite 87, die Projektoren hingegen ruhen mal, auch der vom Verschenkestapel mitgenommene Ripley (zur Zeit “so ein Mistbuch”) müssen warten.

  • Projektoren (3) Unmöglicher Abschied (4)

    [de/ko/de] Ich bin mittlerweile auf Seite 272. Das Buch, bzw. dieses Konglomerat von Texten und Text-Texten, dieses verrückte und verrücktmachende Gespringe in Zeiten, Ansichten, Perspektiven, Personen, Bezeichnungen von Personen, in den Schriftarten, in den Sprachen (na ja, nicht ganz so schlimm wie in den Jahrestagen) nervt ein wenig, ich habe J gefragt, ob denn irgendwann mal ein Roman daraus wird, so recht konnte er mir keine Antwort geben.

    그것 좋은 소설 있니까? 모르겠다. 사실은 그것 그냥 이상한 이야기들, 다양한 주제에 대한 큰소설이다. 아마도 미치다, 아마도 훌료한다. 모르겠다. 연사기들 (~Die Projektoren) 소설은 독일, 동독, 나치시대,유고슬라비아의 역사들에 대한 소설인데 제 생각에는 조금 덜 미친 생각 좋겠다.

    오늘 도서관에서 작별하지 않는다 한강의 소설을 빌렸다. 처음에 오디오북을 들었고 영어로 읽었는데 이제 독일어로 읽고 싶다. 아마도 좀 더 이해할 수 있는지 이제 잘 모르겠다.

    Ich bin also gespannt, ich hoffe, ich verstehe nun ein wenig mehr. Beim Buch-Hören bin ich stets abgelenkt, auf Englisch fehlen mir natürlich die Nuancen und auf Deutsch ist es vielleicht wieder eine ganz andere Atmosphäre.

  • 왜 모두 대학에 가고 싶다? 똑바른 일!

    [ko] 독일 사회는 고령화 때문에 한국 사회 비슷한 문제가 생겼다. 거의 모든 직업에는 사람들이 없거나 부족한다.출상율이 지난 40/30년동안 매년 낮았다.

    그래서 일차리 찾은 것 힘들지 않다 – 아 신문에서만, 현실 계속 힘든 것 같다. 오늘의 청소년 예전에 보다 똑같은 일차리 찾은 문제도 있다. 실업을 포기하고 싶으면 대학 가는 생각이 나면 좋은 생각이다. 대학교 졸업하기 후에 계속 실업 가능성이 있지만 보통은 일 보다 좀 덜 있다.

    하지만 요새 대다수 사회에서 우리 보수적인 아니면 포퓰리즘 때문에 생긴 운동이 강해졌다. 그래서 요새 질문이 “왜 모두 대학에 가고 싶다?” 자주 들었다. 이 질문후에 자주 “그들은 똑바른 일을 선택하기 좋겠어요!” 도 생겼다.

    그것 맞은 말, 하지만 나쁜 생각이다. 또한 포퓰리즘 운동 정리하는 사람들이 옛날의 생각을 다시 사용했다.

    왜냐하면 일을 선택하면 나중에 일차리에서 올라가는 경려가 자주 없을 것이다. 대학교후에 내려가는 길들이 많지만, 올라 가는 길이 없다.

    오늘날에는 대다수 일, 똑바른이나 과학적인 일 그렇게 쉽지 않았다. 그래서 대학교에서 공부했으면, 자유적으로 결정할 수 있으면 정말 중요한 걱 같다. 쉬은 일 사라졌다, 아마도 50년 전에?

    또한 그런 생각 독일 역사에서 익속한 표현이다. 나치시대 증이고 동독에서도 일함이 가장 중요한 것이 있었다. 나치시대 중에 “ehrliche Arbeit”라고 많이 사용했고 유대인이나 다른 사람들을 반대하기 위해 이용했었다.

    동독에서도 Arbeitspflicht (일하기 근무) 있었다. 일하지 않은 사람 문제를 받았다. 한 소설에서, 크리스토프 하인의 (Christoph Hein)작가의 Landnahme (점유)에서 주인공이 그냥 벌레 지켰다, 그냥 그런 근무 때문이다.

    사람들이 그것 다시 원한다 나 궁금한다.

  • 독일어로, 한국어로?

    오늘까지 이 블로그 96% 독일어 내용이 있었다. 오늘부터 그것 바꾸거고 싶었다. 한국어로만 쓰고 싶다. 209 글을 썼는데 그냥 53% 한국어 내용이 가지고 있었다. 이유가 있니까? 이유가 좀 더 한국어로 쓰는 연습이다. 독일어로 사람들이 내 내용을 읽지 않아서 이유도 있었다. 한국어를 좀 더 사용하고 싶어서 여기에는 개인적인 블로그에서 한국어를 사용하고 싶은 생각이 왔다. 또한 독일 블로그들이 중에 익숙하지 않았다. 대다수 독일 블로그이 조금 직업적인 블로그이도 나 그런것을 좋아하지 않다. 계속 여기에서 읽었던 책, 봤던 영화, 재미 있는 언어 공부하는 방법에 대해 쓰고 싶다.

    한국어 말할 수 있다. 조금 쓸 수 있다. 하지만 수준을 좋아지고 싶으면 매일 연습해야하는 생각이 왔다.

  • Zu: Il ritorno in patria (W.G. Sebald)

    Ich war überrascht, dass das ging. Sonst sind Media- und Audiotheken anderer Länder meist zugeriegelt und zugeknöpft, selbst Inhalte in Sprachen, die kaum mehr als einige Millionen Sprecher (einstellig) haben, sind nicht zugänglich.

    Von deinem Land aus, von deinem Standpunkt aus, …

    Ich war, wie gesagt, überrascht, dass man die Hörspiele des Schweizer Rundfunks so einfach hören kann. Ok. Vielleicht liegt es am Objekt der Begierde. Läuft unterm Radar, interessiert zu wenige. (Wobei, glaube ich nicht, kann ich mir nicht vorstellen.)

    Gehört habe ich rund 50 Minuten lang W.G. Sebalds Erzählung Il ritorno in patria, aus dem Jahre 1990.

    이야기에서는 제발트 작가의 주인공이 이탈리아에서 갔다. 그래서 여름후, 겨을전에 영국에 가기 전에 다시 태어난 마을에 가고 싶은 생각이 왔다. 경계까지 버스에서 한 조금 이상하게 보이는 남자가 주인공을 수행했다. 호텔에서 살고 있을 때 대다수 옛날에 살아 있는 사람들이 사라졌다, 아니면 직접적으로 말하면 돌아가셨다.

    그냥 한 여자가 남아 있다, 예전에도 마을에서 살았던 안나, 주인공처럼 외국에서 온 아웃사이더가 있었다. 마을에서 있는 시간이 조금 이상했다. 갑자기 돌아가시는 사람에게 다시 기억났다, 갑자기 주인공이 죽음에 대해 많이 생각했다. 드디어 주인공이 마을에서 되돌아오는 것이 재미 없고 좋은 생각 아니였다. 옛날 고향이나 원산지 부르는 마을이 오늘날에는 고향이 아닌다.

    Zunächst schwer zu verstehen waren die Einschübe, in denen Sebald selbst zu hören war, die mit der Erzählung selbst nichts zu tun, aber bei der Hörspielproduktion (2021) eingearbeitet wurden. Vielleicht auch, weil erst langsam deutlich wird, was der als seltsamer Wanderer verkleidete Sebald (autobiografisch) da/ in dieser Erzählung sagen will.

  • Wie es der Zufall will (2), Projektoren (2)

    Ich bin mittlerweile auf Seite 148. Ich habe mehrere Geschichten gelesen, aber noch keinen Roman. 클레멘즈 마이어의 소설을 계속 읽고 있는데 계속 힘든 것 같다. 3번 이야기가 시작하는데 한 소설이 아닌다. 그런 종류를 사실 좋아하지 않다, 미국에서 온 소설처럼, 하지만 다른 선생님이 그것도 이 소설을 읽고 있어서 나도 읽고 싶었다. Auf Seite 162 mache ich dann erstmal wieder Schluss für heute. Mal sehen, wann ich weiterlese, Dr. May interessiert mich eigentlich so wenig, so wenig, aber irgendwie scheint es doch wieder dahinzudrängen.

  • Zu 150 Jahre Thomas Mann (2)/ Ausgewählte BBC-Ansprachen

    Ich hab noch gedacht, ach, die müsste man mal nachlesen oder, wenn überhaupt aufgezeichnet, mal hören. Und habe sie prompt in der Audiothek gefunden. Aufgezeichnet und nur durch das Erkennungszeichen der BBC getrennt, kann man in drei Teilen zu etwa je 20 Minuten einige der insgesamt 55 Ansprachen an die deutschen Hörer (1941-45) finden.

    Zunächst fällt es unheimlich schwer, den gesprochenen Schachtelsätzen zu folgen, je länger desto besser allerdings gelingt es, den Mannschen Gedanken über die Halunken und Verbrecher zu folgen. Und das sind wieder, Kempowski sei Dank, die interessantesten Punkte. ThM geht es um die Korrumpiertheit und die Korruption der Nazis. Selbst Nichtsnutze versuchen sie auch das deutsche Volk mit sich in den Abgrund zu ziehen. ThM macht klar, wie sehr die Deutschen mitschuldig werden, wenn sie nicht jetzt, sofort, zumindest sobald möglich, sich davon lösen würden. ThM macht klar, dass es den Nazis mitnichten um Deutschland, sondern immer nur um ihren eigenen Vorteil geht, noch dazu niederträchtig, auf unterster moralischer und gesellschaftlicher Stufe.

    Interessant zu hören, was ThM über die Bombardierung Lübecks spricht, über die Bombardierung vieler anderer Städte. Gibt es eigentlich Tagebuchaufzeichnungen seiner Hörer, respektive andere schriftliche Aufzeichnungen, während oder nach dem Krieg, die darüber bzw. über die Reden generell reflektieren? Auf jeden Fall hörenswert.

  • Zu 150 Jahre Thomas Mann / SRF-Interview mit Tilmann Lahme (6.6.2025)

    Seit Wochen wuselt ThM (mal wieder) (wieder verstärkt) durch die Medien und so habe ich gestern auch einen Teil eines Interviews mit dem Literaturhistoriker Tilmann Lahme im schweizer Rundfunk gehört. Eine Frage war, womit man bei ThM beginnen solle und Lahme schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und meint: bloß nicht mit dem Tod in Venedig, besser doch mit Mario und der Zauberer. Hörenswert. Dazu meine Zustimmung und meine Einschränkung.

    Um in Mario und der Zauberer wirklich etwas über den Aufstieg der Nazis/ der Faschisten/ einer autoritären Macht allgemein zu verstehen, braucht es einen guten Lehrer, der das auch selbst vermitteln will/ kann. Gab es in meiner Zeit nicht und so habe ich mit dem Buch auch wenig anfangen können. (Ich merke gerade, dass ich ein Buch gefunden habe, dass ich definitiv gelesen aber nicht in meiner Liste vermerkt habe, wieder mal.) (Aber wann?)

    Und andererseits: so schrecklich ist der Tod in Venedig gar nicht. Vielleicht macht man einfach mal eine aktuelle Perspektive auf und überlegt sich, wie sehr verklausuliert hier ThM über seine eigenen Neigungen sprechen lässt – und wie direkt man es heute zeigen/ sagen/ ausdrücken kann. Oder liest es ganz umgekehrt und überlegt sich, warum so ein Buch heute gar nicht mehr geht und ein weißer alter Mann mal lieber die Klappe halten sollte? Ein übergriffiger Typ noch dazu? Also: les- und interpretierbar (herrlich auseinandernehmbar) wären beide Bücher, wie auch viele andere. Vielleicht liest man auch die Radioansprachen mal (zum Thema “[Ur]oma und [Ur]opa haben nichts gewusst”) bewusster. Oder man zeigt den Wandel vom kriegsbegeisterten ThM zum Nazigegner in Pacific Palisades…

    Ich halte mal für mich fest, auch wenn die Liste wieder mal eine Lücke offenbart hat: Von ThM gelesen: 9 [verzeichnete] Bücher/ Erzählungen. (Schwere Stunde, Buddenbrooks, Felix Krull, Zauberberg, Tonio Kröger, Der kleine Herr Friedemann, Tobias Mindernickel, Tod in Venedig, erneut Schwere Stunde, Lotte in Weimar.

    Ungelesen, aber immerhin vorhanden, sind (noch immer): Königliche Hoheit (wobei ich mir da jetzt nicht ganz sicher bin), Doktor Faustus, Der Erwählte, Joseph und seine Brüder. Mario und der Zauberer stammte also von woanders her. 과거, 잊어버리고 싶다.

    Ob ich es mir antue? Mal sehen. Klaus Mann liest sich auf jeden Fall um Längen besser und ob ich mir permanent diese privaten Geschichten zu Gemüte führen möchte? 아마도, 아니면…

  • Zu: Fahrraddiebe (1948)

    Ich sollte wirklich aufhören, den Nekrolog bei Wikipedia beim nächtlichen Aufwachen zu lesen. Diesmal dabei war Enzo Staiola, der, wenn überhaupt, den meisten aus Fahrraddiebe von 1948 bekannt sein könnte.

    Damals noch Kind, jetzt eben mit 85 Jahren von uns gegangen.

    Fahrraddiebe hat, neben Zwiebelchen mein Italienbild geprägt: äußerste Armut, Hunger, Unterdrückung etc. Dass Italien auch schön sein könnte, hätte ich in der Zeit kaum für möglich gehalten. Der Film war so eindrucksvoll, dass ich heute noch von diesen Regalen träume, in die jemand die beliehene Bettwäsche packt, und vor allem von der fast letzten Einstellung, als der Vater beinahe selbst ein anderes Fahrrad stehlen will, aber im Angesicht seines Sohnes nicht dazu fähig ist. Ein uralter Film, vor mehr als 35 Jahren gesehen, aber noch im Kopf.

    Fahrraddiebe rangiert daher immer noch unter meinen Top-10 der besten Filme. (Haha, nein, dachte ich zwar, aber eben doch nicht.)

    Ein Glück, dass ich Christus kam nur bis Eboli erst Jahrzehnte später gelesen habe, ich glaube, ich wäre sonst nie freiwillig nach Italien gefahren…

  • 오늘의 단어, 어휘 (3)

    낮잠 Mittagsschlaf

    Neben 낮잠 habe ich noch 오수 gefunden, allerdings noch nicht gehört, ich muss noch mal nachfragen, nicht, dass das wieder irgendein uraltes schriftsprachliches Wort ist, das man nicht benutzt.

    Dazu die Wortgruppe: 낮잠을 자다, interessanterweise (oder eigentlich wie sehr oft) gedoppelt, Mittagsschlaf schlafen. Im Deutschen würde man (sicher auch altmodisch) Mittagsschlaf halten, ganz instinktiv hätte ich erst mal 하다 genommen, das ist (da kein Widerspruch kam) wohl auch verständlich. Aber das Wörterbuch sagt 자다.

    Daneben habe ich entdeckt, dass man auch englische Wörterbücher böswillig für koreanische Wörter ausnutzen kann. Was interessiert mich denn das englische Wort, wenn ich einen prima Beispielsatz auf Koreanisch bekomme.

    Den wiederhole ich nicht, aber

    어렸을때 유치원에서 낮잠을 자고 싶지 안았는데 오늘날 기말고사 교정 바람에 너무 피곤해서 낮잠 자고 싶다. 오랫동안, 하지만 오늘에도 다시 기말고사가 생긴다.

    기차에서 낮잠 잘못 잘 수 있다. 오늘에도 기차가 일찍 출발하는데 늦게 출발했다. 도이체 반 정말 미친 산업이다.

    Im Zug fällt mir ein Mittagsschlaf praktisch zu schwer, schreiende Kinder, laut telefonierende Erwachsene, Gerüche überall und an jeder Haltestelle Ansagen von tolstoischer Länge.

  • Zu Valja Stýblovás “Skalpell bitte” (3)

    Bis zum Ende war das ein Wechselbad. Also, nicht der Gefühle, aber eher der Frage, ob weiterlesen oder nicht. Manche Geschichten, gerade die um den kleinen Vitek, den Stöpsel, sind gut und eingängig, andere wie die in der ein Mann volltrunken seine Familie totfährt kaum mehr als Krankenhausgeschichte, Vorwurf, Zeigefinger, Dummheit, ja was sonst. Wozu die Geschichte erzählt wird/ werden muss, schwierig zu sagen und so wirkt es wie überflüssig. (Solche Geschichten von der Gesellschaft, die wir wollen, habe ich zur Genüge gehört, gleichzeitig trug jeder schon die Werbung für den Westen mit sich rum, ach (a) sie haben es nur gut gemeint, oder (b) es war einfach nur dumm…)

    Professorenerinnerungen, ich frage mich, wie man daraus einen Film machen könnte, vermutlich hat man auch erstmal betäubt und viel weggeschnitten…

    Schade, schwerlich (in Gänze) zu empfehlen.

  • 기말고사일: 기차 늦어요

    2번 매년에는 우리 학생들이 졸업할 수 있다. 매번 준비가 너무 어렵고 선생님이도 긴장이 된다. 다른 도시 기차 출퇴근 타기 때문에 나는 기차 늦음 때문에 좀 더 긴장한다. 전통적으로, 거의 매변 기차가 그날에는 늦었다.

    오늘에도요.도이체 반 선진국의 교통수단 아닌데 개발적인 나라에도 좋지 않다.

    하지만 오랫동안 기차에서 앉아 중에 나 좀 한국어 배웠다. 어휘를 체크, 문법 했고, 이제 아마도 조금 읽고 보고싶다.

  • 오늘의 단어, 어휘 (2)

    [1] 때때로 ab und zu

    Ich schreibe zur Zeit einzelne Kopien, fliegende Blätter ab, einfach um den ganzen Wust zu bewältigen, damit nicht mehr als drei ganze Ordner herumstehen. Wie oft habe ich Wörter doppelt und dreifach geschrieben. 때때로 그것을 쓸모없는 행동이 생각한다.

    [2] 과연 tatsächlich

    Zu 과연 habe ich so meine Beziehung. Die Vokabel wollte und wollte 2020, 2021 nicht in meinen Kopf, dann habe ich es irgendwo gelesen und seither ist 과연 recht gut drin, wiewohl ich es selbst kaum benutze. Der Input ist vermutlich groß, aber als Output kommen mir immer nur die gleichen Wörter in den Sinn. 과연 쓸모없는 행동이 없다.

    [3] 느닷없이 plötzlich, unvorhergesehen

    느닷없이 habe ich einmal benutzt, als mir mein früherer Koreanischlehrer in der Innenstadt über den Weg lief und mir 갑자기 nicht einfiel, das viel geläufigere und (vermutlich) häufigere Wort. Dementsprechend verdutzt schaute er mich damals auch an und muss sich wohl gedacht haben: der Typ wird sein 어색한 한국어 nie ablegen und hat sich seine ganz eigene Sprache geschaffen. Irgendwo mag er damit Recht haben. 느닷없이 선생님의 조금 방법 없는 수업에 대해 생각한다.

    [4] 더구나 außerdem, überdies

    더구나 어제부터 사용했던 앱 때문에 화가났다. 무료한 앱이 그냥 50단어로 사용할 수 있거든요.Wie blöd ist das eigentlich? Ich will keine Wunder, aber 50 Wörter sind eine so derartige Beschränkung. Ok, wenn man keinen Listenimport machen kann, wenn man keine Spielchen spielen könnte, wenn dann eben die Sprachausgabe fehlen würde, wenn vieles andere mehr fehlen würde: aber wer schon von Hand Wörter in eine App tippt (dieses Level der Verzweiflung!), würde sich freuen, wenn da vielleicht 500 Wörter hineingehen würden. 당분간 50 단어로 사용하고 있는데 추천할 수 없는 앱을 바꿀 거예요. Vielleicht bin ich auch gierig und unverschämt.

  • 오늘의 단어, 어휘

    [1] 지식, 일반 상식

    Gemeint ist das Wissen, daraus ableitend habe ich nach dem Allgemeinwissen gesucht, das wieder ist ein ganz anderes Wort. Da die übliche Erklärung “das ist ein anderes Hanja” für mich soviel Wert hat wie die Erklärung “das ist nur sprachgeschichtlich verständlich” muss ich es einfach lernen.

    어렸을 때부터 잡지를 많이 읽어서 일반 상식이 큰데 일상생활에서 쓸모없는 능력이다.

    [2] 존엄성, 인간의 존엄성

    Den Begriff der Würde habe ich aus dem Dritttext der Losungen vom 28. Mai, und daraus habe ich mir gleich die Frage gestellt, ob sich die Würde mit dem Menschen zur Menschenwürde kombinieren lässt?

    오늘날에도 인간의 존엄성이 대다수 나라에서 당연하지 않다.

    [3] 필수적인

    Beim Abschreiben von alten Mitschriften habe ich 필수적인 gefunden, mal als notwendig/ essentiell/ unablässig/ unabdingbar, gleich darauf aber auch als notdürftig. Hier ist also ein fieses Homonym, auch wenn es wahrscheinlich unwahrscheinlich ist, dass ich das mal lese. Bzw. es begegnet mir sicher dann, wenn ich die beiden Bedeutungen wieder vergessen habe.

    합격하고 싶으면 그것이 필수적인 조건이였다.

  • Zu: Krakatit (1948)

    Wie öfters schon gesagt, tschechische Filme mit Untertiteln sind rar, synchronisierte (aus DDR- und auch aus den 60er bis 80er Jahren in Westdeutschland) noch um einiges mehr. Was man im Internet findet, ist oft mit gar keinem Untertitel versehen oder höchstens mit automatisch gemachten und die sind wie schlechte Mitschriften bei Hörverstehensübungen in einer Fremdsprache. Man kann im besten Falle den Sinn erahnen, und so hat es überhaupt keinen Wert, so einen Film zu sehen.

    Krakatit hingegen kommt mit englischen Untertiteln, die man sich zudem noch ins Deutsche übersetzen kann und so hat man einen Film, der – soweit ich jetzt blicken kann, nicht in der DDR (bzw. auf Deutsch) verfügbar war. (Der Roman ja, bereits 1949, nochmal 1981.)

    Gedreht hat ihn 1947 Otakar Vávra (und als Assistent Jindřich Polák, den ich noch 2003 treffen konnte). Als Hauptdarsteller sieht man den fulminanten Karel Höger, den ich noch nicht so oft gesehen habe (und mit dieser Rolle wirklich schätzen gelernt habe). (Eigentlich erinnere ich mich nur an die wenigen Szenen, die er schon als “erster” Sova für das Krankenhaus am Rande der Stadt gedreht hat [und die das ČT mal im Zusammenhang mit der Fortsetzung und irgendeiner Wiederholung der ersten Serie herausgekramt hatte] bevor er 1977 starb (und alles noch mal mit Jaroslav Chudík gedreht werden musste).

    Der Film handelt von einem Wissenschaftler, der in der Zwischenkriegszeit ein neues Material (Krakatit) entwickelt hat und dem damit ungeahnte Explosionen gelingen – ein neuer Sprengstoff also. Und dieser Sprengstoff weckt natürlich bei allen möglichen Leuten Begehrlichkeiten, am Ärgsten bei einem Herrn D’Hemon (gekleidet und frisiert als Dämon/ Teufel und wunderbar gespielt von Jiří Plachý st.)

    Ich muss mal schauen, dass der Film nicht wenigstens zwischen 1965 und 1990 in den Kinos wiederholt wurde oder mal im Fernsehen kam, aber wenn der Film wirklich nie im deutschsprachigen Raum lief, dann hätte ich ein paar Ideen. Auch wenn Karel Čapek den Roman 1924 veröffentlichte: im Film sind die Uniformen und auch die Familie der Prinzessin recht deutsch angelegt, die Helme/ Hüte die der deutschen Armee, ich weiß nicht recht, ob sowas selbst in der DDR gegangen wäre, vielleicht gab es da auch noch zuviel Parallelen zu anderen totalitären Regimen, also viel Raum für Spekulation. (Ich gehe dem mal nach, mal sehen.) Der Schreihals auf der Bühne wirkt einerseits wie ein Mussolini, in der nächsten Einstellung rennt schon einer mit einem Hitlerbärtchen auf den Ingenieur zu…)

    * Der Film ist wohl zudem noch mehr interessant, weil er vor dem kommunistischen Umsturz (3. Prager Fenstersturz, mit dem Tod von Jan Masaryk) gedreht wurde und daher vermutlich noch ein wenig freier war (wobei: na ja)

    Auf jeden Fall ist der Film (Krakatit) richtig gut gemacht, ich dachte wirklich öfter, dass das auch reinweg aus Hollywood der Tage hätte kommen können. Und ja, das wäre ja auch möglich, denn bis zur Nazizeit waren ja Barrandov und Babelsberg die filmischen Hauptstädte und nicht wenige Regisseure konnten in Richtung Hollywood emigrieren…

    Die auch wieder von Vávra gemachte Neuverfilmung Temné Slunce (Die dunkle Sonne) lief 1981 in der DDR, na ja. Ich hab was auf meiner Suchliste mehr.

  • Wie es der Zufall will

    Ich habe vor Jahren mal Douglas Adams’ Hitchhikers Guide to Galaxy angefangen und nach wenigen Seiten weggelegt. Ich weiß nicht, ob es am Englischen lag, oder aber einfach daran, dass ich in dem Moment nicht aufnehmen konnte, was da für ein herrlicher Unsinn auf einen eindonnert… Gestern brauchte ich was um die Abwascherei zu überstehen und habe mir das Hörspiel (Per Anhalter ins All) in der Audiothek angehört, heute weiter auf dem Weg zur Arbeit und bin begeistert. Wie viel und was alles die Popkultur nur aus diesem Buch entnommen hat! Faszinierend. (Ich bin bei Teil 1 von 6, ich hoffe, ich lobe nicht den Tag vor dem Abend.)

    도서관에서 클레멘즈 마이어의 소설 연사기들 (~die [Film]projektoren) 빌렸다. 그런 책이 너무 크고 무겁다. 하지만 내용도 중요한 것 같았다.라이프치에서 태어났고 그때부터 꾸준히 여기 살아서 하지만 마이어의 라이프치히가 너무너무 다르다.(Reudnitz-Thonberg 로이드니치토느베르그 라이프치히의 브롱크스 비슷했다…) 조금 전에 한 장을 (영화관에서 있는 밤, Die Nacht im Bioskop) 이미 읽었었다. 그래서 66페이지까지 읽었다. 동독에서 그런 유고스라비아에서 온 비내투 (Winnetou) 영화가 너무 유명했었다. 책 지금까지 너무 좋다. 그것 소설이다, 그것 종말 큰 문학이다. 나 계속해 읽을 것이다.

    Und nebenher läuft Musik, von 矢野顕子 (Akiko Yano) mit einer Version von Tong Poo, über Model 500 bis hin zu 808 State. Dazu noch als Entdeckung (ich kann sie noch nicht recht einschätzen) 말로 (Malo). Ich habe das Lied 너에게로 간다 das erste Mal in einem Video von einer Demo in Seoul gesehen, als es um die endgültige Absetzung (탄핵) des letzten Präsidenten ging. Gefiel mir, die CD-Version hat natürlich noch mehr Kraft, tolle Sache.

  • 팔러워, 누구, 어디? 외겐 루게의 과학소설에 대한 글

    독일 작가 외겐 루게가 한 가족에 대한 소설 때문에 요새의 독일 문학에서 유명됐다. 소설 “적어진 햇빛의 시대에서” (In Zeiten des abnehmenden Lichts) 2011년 출판됐고 루게의 가족이야기가 있었다. 루게처럼 주인공이 2차 세게 대천 후 소련의 캠프에서 태어났다, 동독에 되돌아왔다.동독 정치나 가족의 문제에 대해 잘 말했으니까 나 소설을 오랫전에 계속 조금 기억 났다. 동독에 대해 책이 많지만 솔칙히 그것에 대해 말하는 소설이 드문 것 같다.자주 이야기와 기억이 너무 다른 것 같다. 동독이 찬혹한 독제나 하늘나라, 둘다 안맞았다.

    이번주 루게 작가 다른 소설을 읽는 것 시작했다.이번에는 과학소설 팔러워 (Follower), 한 2016년에 출판했던 책을 읽었다.

    소설의 주인공이 독일에서 온 중국에 출창으로 가는 니오슈르츠라고 불었다. 출창이 이상하게 시작했는데 마침네 혼란에서 끝냈다.지구에는 나라가 없어졌다. 2055년에 다 회사의 지역이다. 지역의 이름이 조금 큰 모바일 브랜드의 이름처럼 생겼다.

    보통은 과학소설 아닌는데 루게 다시 가족의 이야기를 반복할 때 재미 있는 소설을 썼다. 조금 좋은데 추천하고 싶지 않다.

    Bis auf den erneuten Einschub der Familiengeschichte ein zunächst träger Sci-Fi-Roman, dann ein wenig Zukunftsgedanken. Ja, wir werden irgendwann in Zonen der Telekommunikationsfirmen leben, Werbung überall, daher auch die abgehackten Sätze, wie weggewischt. Ein wenig schlecht gealtert, ich glaube, man lässt besser die Finger davon. Auch wenn der Satz mit dem vierzigtausendjährigen Regen wirklich etwas hat.

    Kann ich (im Gegensatz zum Licht/ zum Metropol) nicht wirklich empfehlen. Ich hoffe aber, dass sich im nächsten Verschenkebücherschrank ein Leser findet, der es anders sieht.

  • Zu Valja Stýblovás “Skalpell bitte” (2)

    Ich bin immer noch hin- und hergerissen, weiß nicht wirklich, was ich mit dem Buch anfangen soll. Es sind Erinnerungen eines Neurochirurgen, es ist kein Roman. Es sind Anekdoten, ein Hohelied auf seine Frau, aber kein Roman im Sinne. Zumindest kann ich keinen erkennen, wenn ich Roman als episch lange Geschichte verstehen möchte. Wobei ja Roman mittlerweile auch alles ist. Vermutlich schmeißt mir irgendwer irgendwann mal eine Loseblattsammlung hinterher, schreit “Achtung, ein Roman!” und man muss die Fetzen vollständig aufsammeln und zusammenfügen und darf sich dann noch freuen, dass man die Geschichte in Ansätzen versteht. Wenn es denn eine Geschichte gibt.

    Manche Anekdote, etwa die auf dem Urlaub in Jugoslawien, als das Paar einen verunglückten Westdeutschen operiert, kommt mir wie schon mal gehört vor, wie eine der üblichen “wir sind auch wer, wir müssen uns nicht verstecken”-Geschichten. Leider haben wir uns allerdings zu oft versteckt, unter Wert verkauft, verleugnet, den Salat haben wir heute und in langer Zeit noch. Aber gut, die Geschichte ist wirklich lesenswert. Also zumindest diese. Anderes, etwa die Berufswahl der Kinder, ist, ja, doch irgendwie belanglos, warum erzählt man die? Was bringt es die Geschichte voran?

    Ich merke, dass ich eben einen Roman möchte, weil da Roman vermerkt ist. Oder halt: ist da wirklich Roman geschrieben? Nein, ich sehe gerade und nehme alle Beschwerden zurück. Aber was ist es dann? Mehr als die Alles-oder-Nichts-Definition “Text” dann wohl auch nicht.

    체코 온 의사가 이야기를 잘 이야기했는데 방향이나 목표가 찾고 있다. 동독 비슷한 이야기, 하지만 체코의 특히도 있었다. 또한 그런 소설이 (소설 이닌다) 공산주의 사회에 대해 그냥 좋은 이야기를 했다. 나쁜이나 복잡한 이야기가 어디니까? 질병이, 사람, 다 행복하게 돌아가기?

    Es ist wirklich so: das Ganze ist ein Text nach 1968, ein Text zur miefigsten Normalisationszeit, und allen geht es gut, egal wie sehr man merkt, dass die eigene Panelak-Wohnung stinkt und die Neureichen sich mit West verbarrikadieren, es wird weiter vom Ideal gelabert. Das ist die Sprache der Großeltern, die hatten sich auch nie einen Wasseranschluss in die Laube gelegt, weil es so sein sollte, weit vorher, Jahrzehnte zuvor und jeder drumrum duschte bereits fleißig, während wir immer noch das Plumpsklo reinigten. Irgendwie so kommt mir der Text vor. Gut, aber mit Schwächen.

    Und dennoch lese ich weiter.

  • Zu Valja Stýblovás “Skalpell, bitte”

    Bei “Marzahn mon amour” musste ich um die Fußpflegestellen herumlesen, bei Stýblovás Buch geht es gar nicht anders, man muss immer mitten durch, Geschwulst da, Schädel öffnung dort. Das schon mal als Warnung, wer das nicht ertragen kann, sollte auf jeden Fall nicht einmal anfangen.

    Ich kannte jahrelang nur den Titel des Films (Skalpel prosím), den Film (Skalpell bitte) mit Miroslav Macháček habe ich bis heute nicht sehen können, der Wiedervereinigung sei dank. Seither sind ja große Teile der synchronisierten Filme aus der früheren ČSSR in den Archiven verschwunden (und werden da mit Sicherheit auch nicht besser vom Erhaltungszustand). Als Buch gab es schon seit DDR-Zeiten den BB-Band 579, aber als man noch Bücher kaufte und die Antiquare ob ihrer Gier selbst bei auseinanderfallenden Bänden Stefan Zweig noch 2€ verlangen konnten (Ungeduld des Herzens), war an einen Erwerb dieses Bands (als Student) nicht zu denken.

    Mittlerweile werden Bücher in rauen Mengen verschenkt, wieder besonders oft die DDR-Ausgaben, und eben so kam ich auf diesen Band 579,endlich. (Wer weiß, was ich erwartet habe, ob des Titels, ich war wahrscheinlich darauf aus, irgendwas wie Vrchní prchni oder Ein wenig schwanger zu bekommen)

    Aufgeschlagen, angefangen, war ich zunächst enttäuscht, bis Kapitel 3 zumindest kam ich mir wie in einer Visite als dritter Zivi von hinten vor und habe mich nach einer Handlung gesehnt.

    Im dritten Kapitel scheint es sich ein wenig zu bessern, kommt doch ein früherer Wohnheimmitbewohner ins Spital und statt freudigem Wiedersehen gibt es gleich 직접 Vorwürfe.(Zumal dieses Wohnheim gemeinsam während der zweiten Republik und in der Zeit der Okkupation bewohnt wurde, das klingt immer spannend)

    Und da und deshalb lese ich gerade weiter!

  • Was ich zur Zeit lese (Mai)

    Ich könnte auch schreiben: “was ich zur Zeit nicht lese” . Ich komme nicht dazu.

    이번 학기에는 시험이 너무 많아서 시간이 거의 없었다. 학기 중에 학생이 준비 안하고 공부도 안했는데 이제, 마지막 주부터 열심히 공부는 시작했다.

    Wenn ich an mein Nachtschränkchen denke, liegt da ein Buch über den Hitlerstalinpakt (ist dann aus der Liste herauszunehmen),ein angefangener und unerträglicher Bulgakow (ja, ein Bulgakow), ein mal vor Jahren unbedacht erworbener Band mit Darwins gesammelten Werken, ein Band Zeit-Weltgeschichte (der dann allerdings noch verwertbare Stellen hat, ich weiß nicht, ob ich die nicht sogar raustrenne), darunter noch irgendwas, der gefundene Rodari, noch zwei Bibliotheksbände (darunter Lily Kings Euphoria, das ich nur des Covers wegen mitgenommen hatte und ein auch sehr schön gestaltetes japanisches Buch), dann noch zwei neue koreanische Bilderbücher, ein weiteres Buch vom Februar, das ich eigentlich mit dem deutschen Original parallel lesen wollte und Válja Stýblovás Skalpell, bitte!

    아, 사실은, 한국에서 온 책 기후위기에 대한 독일어에 번역된 책이다. 우리 그 책을 샀을 때 나 도서관에서 독일어 변이도 함께 읽을 수 있나고 생각했다. 하지만 이제 생각, 시간, 집중력 없어졌다.

    Von dem (그 발야 스티블러바의 소설) bin ich bislang eher enttäuscht, es ist, als murmelte ein Chirurg in seinen Bart, mal so mal so, Fragmente, ich finde noch keinen Zugang, auch wenn ich schon im dritten Kapitel bin.

    Jeg har ansvar for at jeg leser mer, og så avslutter jeg denne bidrag.

  • [Vor 20 Jahren gelesen: 11] Was auch immer aus Afrika wird – Zu Vidiadhar S. Naipauls “An der Biegung des großen Flusses” (1979) (norwegische Ausgabe: Der elva krummer seg)

    Ein arabischstämmiger Mann mit britischem Pass reist, nachdem sich Afrika von den Kolonien losgerissen hat, landeinwärts. Gelockt von den Erzählungen eines Freunds der Familie, getrieben von der ihm eigenen Melancholie, verlassen von den früheren Schulfreunden, die es nun vorziehen, in Europa Tennis hinter hohen Mauern zu spielen.

    Er macht sich auf den Weg und mit jeder weiter überwundenen Zollschranke, die Zivilisation scheint mehr und mehr zu schwinden, kann er, wenngleich vom Dschungel vor ihm verwirrt, nicht mehr zurück. Denn hier ist er, so erscheint es ihm, richtig, hier ist er wirklich in Afrika. Hier kann er seine zwittrige Herkunft von der indischen Ostküste Afrikas ablegen, oder es zumindest versuchen. Oder aber danach suchen, was überhaupt Identität ist und ob es dieses Konstrukt jemals gegeben hat oder geben kann.

    Salim, so heißt der Protagonist von V.S. Naipauls Roman “An der Biegung des großen Flusses”, eröffnet in einer fast vollkommen verlassenen Stadt ein Geschäft, er handelt mit allerlei Dingen, mit erlaubten wie unerlaubten Sachen. Von manch einer sieht er fast nichts, weil der Handel wie im Taumel explodiert und die Nachfrage die Waren vom Stapel weg aufkauft, von manch anderem versteht er nicht einmal etwas, und erst Lexika für Kinder (mehr für ihn denn für die Kundschaft) erklären ihm zum Beispiel, was Uran ist und wozu der “Große Mann” in der fernen Hauptstadt es gebrauchen könnte – wenn denn auch er nicht einfach nur ein Wort gehört hat und von ihm berauscht wurde (was wohl nahe liegend erscheint).

    Dass Land am Fluss ist der Kongo (Zaire), eines der zentralafrikanischen Länder, dass mehr als eine Unruhe überstanden hat, in dem sich stets alle Wege kreuzten und kreuzen: die der Europäer, der Araber, der Sklaven und schließlich die der jeweils marodierenden afrikanischen Armeen oder Söldnerheere, oder einfach nur der Banden und Strauchdiebe – die jeder Bezeichnung entbehren.

    Naipauls Konstellation erlaubt eine Außensicht auf Afrika, die man derart nicht oft findet. Denn sonst steht jeder Protagonist mit seinen Wurzeln in jedem anderen Roman inmitten seiner afrikanischen Heimat oder ist der weißhäutige Europäer, mal Kolonialherr, mal Forscher, mal auch schlicht und einfach Tourist, abgestürzter oder von exotistischen Gelüsten getriebener. Hier wiederum ist jemand zwar irgendwo in Afrika geboren, aber ansonsten ist nichts an ihm afrikanisch. Metty, der familiäre Diener Salims, nennt wie sein Herr, der nicht mehr sein Herr ist und es eigentlich auch nie sein wollte, alle um sich herum Afrikaner. Von wegen also schwarzer Kontinent. Nichts und niemand ist monolithisch, unsere Sucht nach Begriffen und Schlagwörtern, die immer nach Vereinfachung stinken, wird hier wieder einmal abgestraft.

    Doch was bringt uns diese Außensicht? Zunächst schlicht und ergreifend einen wunderschönen, teils melancholisch, teils abenteuerlichen Roman. Ein Historisches erzählender Roman, der jedoch nie in die Niederungen des historischen Romans abdriftet – also ein eigentlicher historischer Roman ist, oder das ist, was historische Romane sein sollten, wenn sie denn gute Literatur wären. Und andererseits erfahren wir, dass es außer einer rein afrikanischen und einer oft in Verwirrung umherlaufenden europäischen Außensicht noch gänzlich andere Blicke auf den größten und zugleich unbekanntesten aller Kontinente gibt.

    Ein unbedingt lesens- und diskutierenswertes Buch. Leicht erzählt ist es zudem einer der äußerst seltenen Romane, bei denen man literarisch nachvollziehen kann, warum Naipaul 2001 den Literaturnobelpreis bekommen hat.

  • [Vor 20 Jahren gelesen: 10] “Das Begehren ist auch Lust nach Gedächtnis” – Zu Karl Krolows “Etwas brennt” (1984)

    Karl Krolow lässt einen Mann einen Stapel Briefe verbrennen. Dabei entsteht in dem Mann eher noch ein Brennen in sich selbst, keine Freude, keine Trauer, einfach ein Brennen, etwas Altes gelassen zu haben, Platz für unbestimmt Neues geschaffen zu haben, zumindest aber Leere geschaffen zu haben.

    Ernsthaft lässt einen diese Kurzgeschichte mehr als üblich ratlos zurück, denn warum nur Briefe? Wären Manuskripte nicht besser gewesen? Nachvollziehbarer? Ja Gott, warum bloß Briefe? Löst sich da einer von seiner Welt? Von seiner verflossenen Liebe?

    Schön ist die Beziehung, die gelegt wird, jene zwischen dem Gedächtnis und der Lust, dem Begehren und dem Erinnern. Aber andererseits bleibt Krolow da lyrisch knapp. Man ist versucht, die Geschichte als einen kleinen Punkt zu sehen, kaum sichtbar eigentlich – die Leerstelle aber, die sie aufwirft, hingegen ist so groß wie irgend möglich zu zeichnen. Andererseits: eine Leerstelle, der es sich nachzugehen mehr als lohnt. Krolows Prosa zu lesen zudem auch.

  • Wer erwähnt wird, bestimmt der Zensor (oder der Bildausschnitt)

    Ich schaue gerade die tschechoslowakischen Wochenschauen (Filmový zpravodaj, Československý filmový týdeník, Panorama*) und zunächst einmal vor allem die, die mit dem Filmfestival Karlovy Vary zu tun haben. In den 60ern gab es eine ganze Reihe festivalbegleitender Filme, moderiert von Miroslav Horníček, dann später finde ich nur noch diese Wochenschauen. Das Festival gab es zu Beginn nur aller zwei Jahre, erst seit den 90ern jährlich.

    Gefunden habe ich bislang:

    Československý filmový týdeník 1982/ 38 23. Mezinárodní filmový festival v Karlových Varech;
    Československý filmový týdeník 1988/ 37 26. Mezinárodní filmový festival Karlovy Vary,
    Filmový zpravodaj 1974/ 33 Karlovarský festival,
    Filmový zpravodaj 1976/ 26 Pozvánka do Karlových Varů, Filmový zpravodaj 1982/ 38 Karlovarské rozhovory, Filmový zpravodaj 1988/ 45 Nový film Boba Hoskinse*** natáčený v ČSSR

    Das ist natürlich nicht alles, ich hoffe, ich erweitere diese Liste. Ich bin fasziniert, weil man teils im Bruchteil von Sekunden zig tschechische und slowakische Schauspieler und Filmschaffende sieht, aber auch DDR-Schauspieler (und damit DEFA). Ich vermute mal, dass einzelne von denen diese Aufnahmen selbst noch nie gesehen haben. Die Aufnahmen von 1988 z.B. zeigen relativ häufig Karin Düwel. (1974 auch mal Wilhelm Koch-Hooge, der so oft in tschechoslowakischen Filmen auftauchte. Hier ist er wahrscheinlich aufgrund der “Schüsse in Marienbad” aus dem Jahr 1973 zu sehen.

    Interessant ist natürlich auch wer namentlich genannt, wer aber einfach übergangen wird. 1974 und 1976 ist z.B. mehrfach Waldemar Matuška** zu sehen – trotz seiner Popularität ohne Erwähnung. Klar, das kann auch praktische Gründe haben, wie etwa, wenn Jiřina Bohdalová 1976 für wenige Bruchteile einer Sekunde am Rande des Bildausschnitts auftaucht, aber ich tendiere im Großteil der Fälle eher dahin, keine Zufälle anzunehmen.

    *Von Panorama habe ich bis jetzt nur Ausgaben aus dem Jahr 1958 gefunden und vermute, dass es diese Wochenschau nur da gab. Insgesamt fällt mir die Orientierung (wieder einmal, wie immer) schwer, ist halt kein Augenzeuge, ist keine Wochenschau

    ** Und 1976 auch nur deshalb, weil man minutenweise den Film von 1974 hineinmontiert hat.

    *** Der Film von Bob Hoskins (Raggedy Rawney), der da eine ganze Wochenschau einnimmt, wurde übrigens erst nach 1990 gezeigt. War den Zensoren dann wohl doch zu freizügig, tschechische Schauspieler hin oder her…

  • [Vor 20 Jahren gelesen: 9] Das ewige Selbstgespräch des gefallenen Engels – zu Hans Keilsons “Dissonanzen-Quartett”

    Nach dem Ergehen der Nürnberger Rassengesetze trennt sich der Vater des Ich-Erzählers von seiner jüdischen Ehefrau. Der Vater, ein Universitätsprofessor, verkommt zunehmend. Wie später in einem Brief klar werden soll, als Fanal an seine Kollegen, an die Umwelt, an alle, ist es selbst so gewollt. Die Familie zerfällt, ein Großteil der jüdischen Verwandtschaft wird in deutschen Vernichtungslagern ermordet, der Ich-Erzähler entkommt mit einem Cello – und seinem Leben – nach Amerika.

    Hans Keilson nennt das “Dissonanzen-Quartett” eine Erzählung. Ernsthaft aber ist dieser Text alles andere: eine Art Autobiographie, oder aber eine Schilderung, oder aber ein Bericht, oder aber ein Diskurs über Vater und Sohn; aber eine Erzählung?

    Für das Erzählte bleiben zwischen vielen Sätzen nur wenige Brocken übrig, aber die sind so genau, dass sie jedweder Verlängerung ohnehin nicht bedürfen. In einfachsten Sätzen und Satzteilen wird die Familiengeschichte sichtbar. Keilson weiß vom Leser, dass dieser die Geschichte “an sich” so oder in anderer Weise kennt, er braucht daher kaum mehr als zehn Seiten.

    Was Keilsons Erzählung ausmacht, ist jedoch die Auseinandersetzung, nicht die Abrechnung mit dem Vater. Es wird nicht mit dem Beil gerichtet, nicht jede Erinnerung dem Feuer anheim gegeben, aber dennoch bleibt die bohrende Frage, was den Vater einknicken ließ, den Vater, der die Mutter zuvor über Widerstände hinweg geheiratet hat, der mit der Mutter über Jahre hinweg glücklich lebte: was um alles in der Welt also haben diese bedruckten Papiere in ihm ausgelöst, dass es, wie Keilson schreibt zu einer derartigen “unvermutete[n] Wendung” kam?

    Keilsons Erzähler findet (natürlich?) keine Antwort. Er kennt nur Bruchteile der Geschichte, wie gesagt, einen Brief des Vaters; mit anderen kann er ohnehin nicht mehr darüber reden. Er muss jenen eigentlichen Konflikt in die Reihe der Vater-Sohn-Beziehungen einreihen, aber darüber, man erahnt es, kann man nicht fertig werden.

  • Ermüdend. Zu: Maratón (Ivo Novák, 1968)

    Viel zu verstehen oder misszuverstehen gab es bei diesem Film nicht (wie immer nur automatisch erzeugte Untertitel). Der Weltkrieg ist zu Ende, die deutschen Truppen auf dem Rückzug, völlig verblödet mit dem Schoßhündchen in Richtung Bochum oder Frankfurt unterwegs und einzig und allein die Rote Armee… Während der ältere Bruder als Fahrer sich mit denen nach vorne kämpft und dabei natürlich schon lange nicht mehr wie ein älterer Bruder wirkt, verlangt es den jüngeren Bruder nach einer puška, die er aber seines Alters wegen nicht ausgehändigt bekommt. Bei der Eroberung einer Schule gelingt es ihm endlich irgendsoeine alte Flinte mitzunehmen und so kann er endlich ein junges Mädchen begleiten, dass mit 50 Kilo Zement unterwegs zum Bahnhof ist, wo natürlich die Deutschen noch stehen und man sich deshalb dann doch wiede zu Hause verbarrikadiert…Ein Hin- und Her, am Ende knallt der jüngere Bruder reihenweise Soldaten ab, hat bis zuletzt dauerndes Glück, nun ja, fast bis zuletzt.

    Ein ermüdender Film, bei dem den Zuschauern 1968 schon aufgestoßen sein muss, wenn die sowjetischen Befreier mit Blumen am Straßenrand begrüßt werden… 1:40h da hätte man auch deutlich einkürzen können.

    Positiv ist: der Film ist extrem hochkarätig besetzt, ein Stelldichein der damals bekanntesten Schauspieler, bis in die hinterste Adjutantenfigur (Svatopluk Beneš als Nazi beim Rasieren, ty kalhoty Švejku)

    Negativ ist: der Film ist extrem falsch besetzt: Jana Brejchová als 18-Jährige? Wie blind ist man denn da verliebt gewesen? Die Brejchová spielt alles, aber doch nicht ein junges Schulmädchen. Vladimír Menšík ist ebenso wenig ein glaubhafter größerer Bruder, wie Jaromír Hanzlík ein kleinerer.

    Es fällt nicht ein Wort Deutsch, bis auf Bleistift: unrealistisch, dümmlich. Klar, hätte man die Tschechen Deutsch sprechen lassen, ich wäre ebenso kritisch gewesen, aber da fehlt irgendwie der schnarrende bis selbstgefällige Herwartgrosseton, den man als Zuschauer zu verabscheuen lernt. (Zumal: Prague calling gibt es auf Russisch und auf Englisch…Schon seltsam)

    Die Requisite: deutsche Soldaten tragen sowjetische Panzerhelme? Die Beschriftungen: Öel? Und der Eintrit auf das Dach ist verboten? Nun ja. Das ist wirklich schwach, da hat man vielleicht für Hollywood produziert.

    Insgesamt ein ermüdender und unglaubwürdiger Film. (Mal sind es 50 Kilo Zement, mal trägt sie den Koffer wie nebenbei…) Wären nicht die vielen bekannten Gesichter, man hielte es keine 1:40h durch. (Und die Musik ist bis auf ein wenig Moldau grauslig.)

    (Tschechoslowakischer Film Nr. 212 von insgesamt 1778 geschauten Filmen)

  • Abschied

    Während alle Welt gerade gespannt auf den neuen Pontifex schaut, erfahre ich vom Tod des großartigen tschechischen Schauspielers und langjährigen Chefs des Filmfestivals in Karlovy Vary, Jiří Bartoška, der heute im Alter von 78 Jahren gestorben ist. Ich bin zutiefst traurig, denn Bartoška war für mich lange lange Zeit ein vertrautes Gesicht, von den Geschichten aus der Steinzeit angefangen (eine wunderbare Serie über die Urmenschen), aber auch in Filmen wie dem dritten Prinz (1982), Helimadoe (1993) und zuletzt in der Teorie Tygra (2008), den ich sogar mal auf Deutsch sehen konnte. Vor vielen Jahren, als ich noch um Autogramme bitten konnte, erreichte mich seines. Aufgehängt habe ich es, durch das etwas größere Format, bislang nicht. Mal sehen.

    Auf jeden Fall. Děkuji vám za všechno, pane herci!

  • Unmöglicher Abschied (3) 제주말

    Als ich mich über die deutsche Übersetzung von Han Kangs Roman “Unmöglicher Abschied” informiert habe, las ich, dass man die Schaffung einer eigenen Sprache (oder zumindest Fragmenten einer Sprache) als Übersetzung für die Jeju-Sprache kritisierte (Martin Oehlen in der Frankfurter Rundschau vom 22.1.2025). Deshalb war ich gespannt, wie das die englische Übersetzung gelöst hatte.

    Und war überrascht, gar nichts dergleichen zu finden. Kyungha, neben Inseon die Hauptperson des Romans, steigt einfach in den 마을버스 (den sogenannten Dorf-Bus [meistens grün], d.h. ganz kleine Linien, die Dörfer mit nächstgrößeren Städten verbinden, teils ist man stundenlang unterwegs – aber sie sind, wie immer zuverlässig) und es passiert nichts. Ganz normales Englisch, kein Unverständnis ob des lokalen Dialekts bzw. der lokalen Sprache.

    Und da fängt es nämlich an. Hält man Jejumal nur für einen Dialekt, dann könnte man es weglassen, ist es nur eine Nuance. Ist es aber eine eigenständige Sprachform im Kontinuum der koreanischen Sprachen, dann wird die Bedeutung stärker. Die Einwohner Jejus sind eben eine andere Gruppe als die Festlandkoreaner, in den Massakersituationen ist die Sprache noch ein Motiv mehr, sie reihenweise abzuknallen – klingt es doch unbekannt, nicht vertraut zumindest, könnte also verdächtig sein, wer weiß welcher nördliche Rebell aus der tiefsten Mandschurei sich hier versteckt und wohlmöglich noch vom Norden beeinflusst ist, Agent, Kommunist: also abschießen. Diese seltsame Sprache einzuarbeiten, die (weitgehend) unverständlich für die Festlandkoreaner ist, ist also durchaus bedeutsam für den Roman, nicht nur ein bisschen Lokalkolorit. Damit gibt es auch einen weiteren Grund hier von Genozid zu sprechen: man löscht eine Gruppe von Andersartigen aus, die sich nicht kontrollieren lässt, weil sie eine andere Sprache sprechen.

    Es gab vor Jahren einen japanischen Roman (ich habe ihn nicht weit gelesen, den Titel vergessen), der von einer Gegend mit ganz besonderer Sprache handelte und der/ die Übersetzer/in übersetzte die gesprochenen Passagen in tiefstes Vogtländisch (oder Erzgebirgisch) und dadurch bekam das auch eine ganz andere Dimension, eine weitere Fremdheitsdimension.

    Also ist das auch hier wichtig. Und ich werde den Roman dann noch mal lesen, wenn ich ihn auf Deutsch bekomme. [Heute waren schon wieder alle HK-Ausgaben weg./ Zum Glück auch dieses verunglückte “Romane aus Japan” Regal, auf dem ich mehrere koreanische und chinesische Autoren gefunden habe und eigentlich schon selbstständig aufräumen wollte…]

  • Unmöglicher Abschied (2) (We do not part)

    Vom Tag der Verkündung des Nobelpreises im Oktober 2024 bis zum April 2025 hat es gedauert, bis ich in der Stadtbibliothek wieder ein Han Kang-Buch gesehen habe. Zwar listet die Bibliothek ihre Bücher weiter unter K, wie Kang (also ihrem Vornamen) ein, aber das ist egal, wenn man eh immer mal am Regal für den Buchstaben K (wie Kang und Kim) vorbeischaut, ob es nicht doch irgendwann mal ein neues Buch von wem auch immer gibt. Da die Bibliothek eine neue Sektion eingeführt hat und diese Bibliothek der Sprachen nennt, war ich auf der Suche danach, bin prompt am Regal vorbeigelaufen und landete erstmal wieder bei dem riesigen Regal für englischsprachige Ausgaben, das ich sonst meist ignoriere. Ich sag halt immer: ich kann kein Englisch, wiewohl ich es mehrere Semester unterrichtet habe. Aber es ist eben ein Unterschied zwischen Peter Paul and Mary are sitting in the kitchen und englischer Literatursprache.

    Nun ja, ich habe dann in Ermangelung der deutschsprachigen Ausgabe des unmöglichen Abschieds zur englischen Ausgabe gegriffen: We do not part. Und habe gleich wieder gemerkt, dass ich zu kämpfen habe. Mit der Sprache zunächst.

    Dann aber auch mit dem Inhalt. Wie gesagt, in diesem Buch von Han Kang geht es um den Jeju-Aufstand von 1948. Bei diesem, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, wurden mehr als 30 000 Menschen auf der Insel Jeju allein massakriert, weil sie und ihre Angehörigen im Verdacht standen, mit prokommunistischen Rebellen Verbindung zu haben. Vom Kleinkind bis zum Greis. Unter äußerster Brutalität und mit einer Gnadenlosigkeit sind ganze Dörfer, hier Secheon-ri (da bin ich mir nicht sicher, ob es das gibt/ gab), ausradiert und ihre Bevölkerung ermordet worden. Nur mit viel Glück, in irgendwelchen Höhlen (Jeju ist eine Vulkaninsel) konnten einige (1/3000) überleben, bzw. wurden dann auch gefangen, im Gefängnis gefoltert und weiterhin schlecht behandelt, und dann im Windschatten des Koreakrieges (1950-53) auch noch massakriert.

    Das ganze Buch braucht wirklich Hintergrundwissen. Da muss man sich mit der Geografie des Landes, mit der Unabhängigkeitsgeschichte, mit den verschiedenen politischen Strömungen bis in die Jetztzeit auskennen, sonst erdrücken einen die Namen und Orte, kann man nichts damit anfangen.

    Ich meckere ja sonst über Glossare in Übersetzungen aus ostasiatischen Sprachen a la “Sushi ist…”. Aber hier hätte die ein oder andere Fußnote nicht geschadet.

    Zuvor hatte ich das Buch ja als deutschsprachiges Hörbuch beim täglichen Stretching (aka Yoga) gehört, diesmal nun als englischsprachige Übersetzung. Und ich hatte das Gefühl, irgendwie mehr gelesen als zuvor gehört zu haben. Die vielen Abschnitte über die traumatisierenden Ereignisse aus dem Jahr 1948 – ich kann mich nicht mehr erinnern, ob die im Hörbuch dabei waren.

    Traumatisierend. Das ist wirklich interessant. Ich war mit 8 oder 9 Jahren das erste (und einzige) Mal in einem Konzentrationslager und habe die letzten knapp 40 Jahre eben solche Alpträume, wie Han Kang sie beschreibt, wenn sie über ihre Beschäftigung mit dem Gwangju-Massaker (und nun auch noch mit dem Jeju-Massaker) schreibt. Und ebenso: dieses intergenerationelle Trauma, hier wie da von den Großeltern ungewollt und unbewusst, bei aller Selbstbeherrschung, weitergegeben! Während man auf Jeju mit der Säge unterm Bett schläft (also unter den Lagen Matten, denn Betten sind das nicht) habe ich mehrere Gewitter mit gepacktem Koffer auf einer Treppe sitzen dürfen (es hätten ja wieder Bomben fallen können)

    Und dann die Parallele zum Rosenthalfilm. Ich habe mich da wirklich gefreut, dass er es überlebt hat, einfach so bei einer einfachen Frau untergekommen, die sich nicht viel gefragt, sondern einfach gemacht hat. Auch hier: nur einer überlebt das Massaker in einer Höhle und bittet drei Familien um ein sauberes Hemd, bekommt es zuletzt: Bedenken wir das in den kommenden Zeiten: Helfen ist möglich. Es kostet wahrscheinlich unseren Kopf (aber den haben wir doch sowieso schon verloren), aber wir müssen helfen. Lasst euch keine Angst machen!

    Bei der Recherche übrigens fiel mir ein kleiner Videoclip auf der Seite von Han Kang auf, in der sie ein Kunstprojekt zum Massaker filmt (I do not bid Farewell). Mich würde interessieren, ob es da mehr als diesen 40 Sekunden-Ausschnitt gibt.

    S meinte gestern, Han Kang würde wohl gerade nicht so gelesen (ganz anders noch als im Oktober prognostiziert, da sah man ja nur überschwängliche Bücherkäufer…) Es liege sicher an der anspruchsvollen Thematik, an der schweren Sprache (bei den Hanjas im Text lässt man die Leser wirklich im Unklaren, so ein Mist – wer kann denn so viele Hanjas?), aber sicher auch daran, dass man sich mit dem Thema (der Politik) nicht gerne auseinandersetzen mag. Ich kanns verstehen. Ich kanns nicht verstehen. Ich kann halt auch nicht mehr.

    Sollte ich irgendwann an die deutsche Übersetzung kommen, werde ich auch diese lesen, vielleicht verstehe ich dann einzelne Teile noch besser.

  • Protokoll, Selbsteinschätzung

    Die Idee einfach drauf loszulesen, behagt mir irgendwie doch nicht so recht. Ich bin mir in der Mitte von Paddington schon sicher, dass ich das Buch noch mal lesen muss und diesmal mit Wörterbuch verbliebene unbekannte (es sind natürlich viele) Wörter nachschlagen muss. Und selbst dann, zeigt die Mitternachtsbibliothek, die ich seit 2023 im Tandem lese und zusammenfasse, ist nicht klar, wie viel ich genau verstanden habe. Oft genug erkenne ich den Sinn nicht wirklich genau. Frustration. Wobei andererseits: aus der Frustration jetzt kann (ich hoffe/ ich bin mir sicher) ein Potential werden.

    Parallel dazu habe ich eine Art Sachbuch über Jane Goodall angefangen. Das Buch ist nicht umfangreich, aber auch nicht lächerlich dünn. Vorteil ist: es ist beschreibend, aber nicht mit Attributen überhäuft, es gibt Aussagen, Informationen, Fakten also und die lassen sich selbst ohne Wörterbuch erschließen.

    Also protokolliere ich wieder und sammle wieder Wörter. Ich bin vom 23.4. bis gestern (wobei ich da nicht lesen konnte) bis zur Seite 28 vorgedrungen. Effektiv sind das 14 Seiten Text (halbe Seiten habe ich “zusammengelegt”, dass heißt, hätte der Text ohne Illustrationen auf eine Seite gepasst, werden eben zwei Seiten zu einer…)

    Ich bin bereits bei 55 Wörtern, im Durchschnitt liege ich wieder bei rund 3% unbekannten Vokabeln und damit wieder in diesem Graubereich zwischen Unverständnis und flüssigem Lesen.

    Bis jetzt habe ich nur die Wörter notiert und bei einigen nur Vermutungen angestellt. 밀림 habe ich irgendwo schon mal gehört und über den Kontext vermute ich, dass es Urwald heißen könnte. Als es um Richard Leaky geht, fällt das Wort 고생물학자, wo es sich um eine Person handelt (자), die Biologie macht (생물학) und 고 habe ich bereits aus 고대사람 (~ Urmensch/ Mensch aus alter Zeit) abgeleitet. (Wobei ich da gerade noch mal nachgesehen habe und das eigentliche Wort 원시인 wäre…)

    Protokoll schön und gut, ich weiß auch, dass ich mir wegen der 3% nicht so Stress machen soll, aber jetzt ist meine Frage an mich selbst: wie gehe ich weiter vor. Lese ich erstmal so bis zum Schluss (S. 59) und suche dann die Wörter heraus und lese dann noch einmal, oder ergänze ich die Wörter jetzt bereits und erleichtere mir das weitere Lesen? Ich glaube, ich werde notieren und dann eintragen und dann noch mal lesen.

    Und wie gehe ich bei der Übersetzung der Wörter vor? Versuche ich mich erstmal selbst in Vermutungen und schlage dann nach?

  • Unter uns – Zu “Für Mord kein Beweis” (1978/ 79)

    Man kann ja wirklich froh sein, dass Winfried Glatzeder 1973 den Paul im gleichnamigen Film an der Seite der unvergleichlichen Domröse spielte. Wäre es ein anderer, früher verstorbener, der dieses Jahr nicht irgendein Jubiläum feierte, ich hätte diesen Film nicht gesehen. Denn weder für Horst Schulze noch Peter Bause hätte irgendwer den Weg ins Archiv genommen und den Film “Für Mord kein Beweis” aus dem Jahre 1978/ 79 ausgegraben.

    Zumal der Film noch dazu die DDR so darstellt, wie sie sich gerne gesehen hat und was ihr heute vorgeworfen wird, nicht gewesen zu sein: als Staat, der wenigstens teils (wenn auch inkonsequent) den Mördern und ihren Helfern von 1933 bis 1945, den Nazis, auf den Pelz gerückt ist. Das wiederum zieht man heutzutage wieder (immer noch) in Zweifel, der Antifaschismus wird als Mythos des Antifaschismus dar- und immer wieder in Frage gestellt…

    Am Anfang steht das Verschwinden einer Frau, die eine Woche darauf in einem See ertrunken aufgefunden wird und deren besorgter Ehemann sich all das nicht erklären kann, ja sogar in Ohnmacht sinkt. Bis Hauptmann Lohm (Glatzeder) über Umwege herausfindet, dass der Ehemann nicht Zinn sondern Leibchen heißt und nicht nur seine Frau, sondern auch dutzende KZ-Häftlinge in Experimenten in Dachau ertränkt hat.

    Die Stelle ist im Film die gewesen, die mich vielleicht nicht so berührt hätte, wenn ich nicht gerade gestern erst über das in Mauthausen übliche “Tod-Baden” gelesen hätte (Sybille Steinbacher: Auschwitz, 2004, S. 70). Das war mir, auch wenn ich mich lange Zeit mit dem Thema beschäftigt habe (genau genommen seit einem Film in den 80ern, den wir als Grundschüler zu sehen bekamen), neu und natürlich wieder ein weiteres Stück Unvorstellbarkeit.

    Der Film ist Kriminalfilm und auch wieder nicht. Und daran krankt er auch ein wenig: man hätte entweder gern mehr über den Kriminalfall selbst erfahren (wobei, eigentlich nicht) oder aber mehr über die Vergangenheit und die Vertuschung der Vergangenheit durch Leibchen/ Zinn. Es bleibt alles nur angekratzt und überflüssigerweise mit Bildchen aus dem neuen Berlin aufgefüllt. Na ja.

    Der Film ist sehr sehr gut besetzt, selbst in Nebenrollen sieht man bekannte Gesichter wie etwa Agnes Kraus,Marianne Wünscher, selbst wieder Harald Wandel (Eolomea bzw. Der Mann, der nach der Oma kam). Sehenswert, auch wenn er Einiges schuldig bleibt.

  • Ein Foto vom 17. Februar 2009

    Kardinal Bergoglio am 17.2.2009 im Vatikan

    Noch recht unscheinbar, der damalige Kardinal Bergoglio (links, ohne Kopfbedeckung). Als er 2013 Papst Franziskus wurde, war ich erstaunt, dass ich von allen Päpsten zu meinen Lebzeiten (bis auf Johannes Paul I.) Fotos hatte, mehr oder weniger zufällig. Hat er nicht gestern noch Urbi et Orbi gesprochen? Wie schnell das alles gehen kann. Hoffen kann man dann nur, dass man jetzt in diesen noch schlimmeren Zeiten eine gute Wahl trifft.

    Nota: Damit hier nicht rumgeunkt wird, habe ich das Bild noch mal vergrößert.

  • Das wirkliche Blau zu suchen 안나 제거스의 멕시코에 대한 이야기

    1900년 마인츠에서 태오난 독일 작가 안나 제거스 동독에서 정말 유명했다. 오늘날에도 계속 제7의 십자가이나 (Das siebte Kreuz) 통과비자를 (Transit) 자주 읽는 책이다.

    1967년에 출판한 이야기 Das wirkliche Blau, 조금 단편소설이나 소설 사이에 있는 모습이다.베니토, 도기를 빚는 사람, 특별한 파란색에서 만든 도기위해 유명했다.그는 이런 색갈을 매번 똑같은 가게에서 찾았는데 갑자기 이런 파란색이 사라졌다. 이런 색갈 만든 나라에서 전쟁이라고 색갈 팔는 사람 설명했다.베니토는 절망 때문에 오랫동안 여행을 시작했다. 왜냐하면 멕시코에서 어느 도시 산 크릿토발에서 한 사람은 이런 파란색도 만든 소문 들었다.

    그 이야기가 동화의 부분이 많다. 처음에 독일이 먼 나라 1001밤에서 온 나라처럼 같았다. 또한 우리는 이 여행 얼마 동안 있는지 몰랐다. 시작할 때 1941년의 Pearl Harbour공격에 대해 들었고 마침네 1945/1946년의 Nürnberger Prozesse에 대해 들었다.하지만 베니토의 부인이 베니토의 여행 중에 한 여아이를 태오났어서 그냥 9달이나 쯤1년 동안 시간이 가능했다.또한 그런 한 장명이 너무 동화 같은 장명이다: 베니토가 산 크리스토발에 도착했을 때 어느 원천에서 파란색이 미래처럼 보였다.

    아마도 오늘날 책 읽는 사람들이 이 이야기 조금만 이해할 수 있다. 아마도 이 이야기의 라틴아메리카의 경제 독립를 지지하는 속심이 조금 낭만적이다.하지만 내 생각에는 정말 아름다운 이야기다.이 책을 추천하고 싶다.

    나 한국어로 번역할 수 없다. 하지만 한명 그것 한번 해볼 수 있으면 좋겠다. 하지만 그 자목 Das wirkliche Blau 어떻게 번역할 수 있다?

  • Bücher abgeben

    Um diesem Wust in irgendeiner Weise Herr zu werden, habe ich in meinem Bestandsverzeichnis vier Kategorien aufgemacht. In Kategorie 1 sind Bücher, die mir unbedingt wichtig sind, die ich auf jeden Fall, außer ich ertrinke oder verbrenne, mit an jeden Ort nehmen möchte und auf die ich aus familiären Gründen, aus Sentimentalität oder einfach nur, weil es ein gutes Buch ist, nicht verzichten möchte. Bei den jetzt 1319 verzeichneten Büchern (es gibt auch noch ungelistete…) sind das 23 Stück, also gerade einmal etwa 1,7%. Danach folgt eine etwas größere Gruppe von wichtigen Büchern, die mir wichtig sind (199, also knapp 15%) und eine Anzahl von weiteren Büchern, die aus der Familie stammen, eigentlich nicht ersetzbar sind (darunter jeweils drei Exemplare von selbst verlegten Büchern meines Großvaters.) Das sind dann noch einmal 60 Stück, knapp 5%. Und dann habe ich eine Gruppe aufgemacht, mit Büchern, die ich abgeben werde, Stück für Stück in Verschenkekisten, Bücherschränke (zurück) bringen werde. Eine erste Gruppe von 13 Büchern habe ich heute fertig gemacht, andere 19 Stück stehen noch auf der Liste.

    Ich habe mir das wirklich nicht leicht gemacht. In manche Bücher habe ich knapp 20/ 30 Jahre nicht einmal reingesehen, die meisten davon sind nicht gekauft, sondern von Bücherschränken mitgenommen, aus anderen privaten Bibliotheken – aber ich konnte mit ihnen nichts anfangen. Darunter eine Reihe Dürrenmatt, die zwar recht alt ist, aber ich kann verdammt noch mal damit nichts anfangen, weder lesen, noch verwenden noch… Also hoffe ich, dass sie in einem Bücherschrank jemand findet, der genau dieses oder jenes Buch lesen möchte. Verkaufen, so ist dann zuvor oft der Einwand gewesen, könnte man die Bücher auch: aber es kauft sie keiner. Dann doch lieber gleich auf gut Glück weggeben. Natürlich weiß ich, einige von ihnen werden den Weg direkt ins Altpapier finden, aber auch das ist mir lieber. Denn wer Altpapier sammeln muss, der hat das Geld wirklich nötig.

    Bleiben also immer noch 1319 Bücher, und immer noch sind 696 davon ungelesen. Bei einzelnen geht das natürlich nicht, Atlanten und Wörterbücher sind dabei nicht aufgeführt, aber sonst schon.

  • Vor die Hunde gehen – 에리히 케스트너의 파비안 (1931)

    에리카 만의 나치 시대에 대한 비소설을 읽었을 때 동시에 유명한 독일 작가 에리히 케스트너의 소설 파비안을 (1931년, 1972년에 한국어로 번역된) 봤다. 이 책에서 야콥 파비안 베를린에서 기사나 광고 출판한 작가로 일했다. 독일 1930년대 중에 심각한 정기위기 때문에 실업을 됐다가 벨린에서 쓸모없게 새 직업을 찾았다. 그때 새 여자친구 코르넬리야를 만났지만 그녀가 영화배우로 일할 수 있는 계획을 받기 때문에 헤어젔다. 마침네 한 진한 친구가 자살 발생했다, 파비안 다시 부모님 집으로 가야됐다.

    그 소설 때문에 나치가 유명한 아이책을 쓴 케스트너 모든 케스트너의 책을 금치했다. 나치들이 그것 entartet라고 말했다. 그런 단어를 설명하기 어려운 것 같다, 사실 나치들이 모든 전통적지 않은 책, 음악, 그림, 사진, 영화가 entartet라고 말할 수 있었다. 나치 싫어한 미술 있어서 그때 큰 문제가 있었지만 오늘날 그것 때문에 유명했다.

    독일인이여서 대다수 케스트너의 아이책을 읽었고 영화를 자주 봤다. 하지만 어른위한 소설을 이제까지 읽는 것 힘들었다. 그때 소설이 Neue Sachlichkeit에서 쓴 특별한 스타일을 어려운 것 같았기 때문이였다. 사실 재미 있는 소설이 아니였지만 그 시대에 대한 중요한 책이다. 절망, 위기, 청지적인 상황 그 시대를 잘 설명 했다.

    오늘날 그 책이 새롭게 출판됐다. 새 차막도 있다. 파비안, 정신적인 사람의 이야기 (Die Geschichte eines Moralisten)이제 Der Gang vor die Hunde (~망하는 이야기) 다른 화 좀 더 출판됐다.

  • On Erika Mann: When the lights go down (1940)

    Certainly these days it seems better not to talk about politics. Many countries turn from democracies to authoritarian regimes, not to say they turn into a dictatorship. Freedom of speech, freedom of science is vanishing but this is just not new. We’ve seen it all, 90 years ago in Hitler’s Germany. So Erika Mann, the daughter of nobel prize for literature winning author Thomas Mann wrote a short collection of stories, all based on true events, about Nazi-Germany. When the lights go down (Wenn die Lichter ausgehen). They’ve been published and first translated into German again in 2006. I found this book, like most of the books these days in a box of give-away-books, and it will return to one of those as this book could be quite an important book to read these days too as authoritarian and populists are on the rise (again, even if not perfectly matched).

    Certainly these days 90 years ago it was better not to talk about politics. But even you did not, kept away, kept aside, kept unpolitical, you always could get a target for them. And it seems to be the same today too. But what is one of the most interesting things, like in many novels by Walter Kempowski, it is also about the Nazis pressuring out every penny out of the normal Germans. They had no plan, no real idea, just an ideology and most of the time this ideology could be turned upside down if necessary: means: if they wanted your money, your wealth and everything.

    Almost 20 years ago I did research for academics who had the plan of becoming a professor at the local university and all of them had to participate in a training camp – and now I read again about these training camps but on their consequences, as lack of simplest knowledge in study, turning ideology over knowledge and so on. Put into context of a hospital it meant putting ideology over hygiene with all consequences.

    This is a book to read, for everyone, everywhere, even the german translation just sounds like a translation from a book written in a foreign language. We can learn from history, even there is no plan or simple path.

  • Zu: Wie die Werbung Kinder zu Kunden macht (2025)

    Durchaus hörbares Feature zu dem, was Werbung mit uns macht, vor allem im Kindesalter, kommt im Radio wohl erst am 22.4., online natürlich schon länger verfügbar. Und wie so oft: in Deutschland ist alles was an Gegenmaßnahmen möglich wäre, freiwillig und dadurch auch wieder nicht wirksam, das Gequengle darf ungehindert weitergehen, egal wieviel Prozent der Kinder übergewichtig oder sogar adipös sind, von der Sucht (oder den suchtähnlichen Zuständen) nicht mal gesprochen. Selbst uralte Werbespots sind, einmal wieder gehört, plastisch vor Augen, ein Wahnsinn, wenn man überlegt, wie kompliziert es ist, sich einzelne Vokabeln oder andere Informationen zu behalten – dieser Müll hingegen ist wie am ersten Tag verfügbar.

  • Zur Zeit lese ich (April 2025)

    Ich müsste eher schreiben: Zur Zeit liegen hier auf Stapeln… Oder kommen einander zuvor, schreien danach, gelesen zu werden. Ich habe eine ältere Ausgabe des Fabian erwischt. Ich hatte zuvor mehrfach Versuche unternommen, am Kästner für Erwachsene bin ich allerdings bislang immer gescheitert. Mal von den drei Männern im Schnee abgesehen, aber das liest sich eh schnell, weil der Film im Kopf eingebrannt ist. Diesmal also geht es recht gut mit dem Fabian, ich bin immerhin schon auf Seite 168. Aus dem gleichen Bücherschrank, einen Tag später allerdings, habe ich ein Buch mit Geschichten von Erika Mann mitgenommen: Wenn die Lichter ausgehen. Liest sich, wenngleich Übersetzung, etwas hölzern wahrscheinlich, aber immerhin will ich es zu Ende bringen. Dann hatte ich beim Yoga eine Folge des Hörbuchs zu Das wirklich Blau von Anna Seghers laufen und bin danach sofort zum Regal gelaufen um zu sehen, ob ich das auch habe. Da ich die DDR-Aufbau-Ausgabe recht nachdrücklich zusammengestoppelt habe und mir schon vor Jahren schiefe Blicke und den Satz “Lesen Sie das ernsthaft oder müssen Sie das lesen?” eingehandelt habe […], habe ich also auch diese schöne Geschichte. Ich weiß nicht, ob ich das Hörbuch parallel dazu weiterhöre, aber vielleicht doch, denn ein wenig wirr wird es dann doch mit meiner mittlerweile arg zusammengeschrumpften Aufmerksamkeit, wenn ich es nur lese. Immer noch bin ich beim Paddington auf Koreanisch, aber ich fühle mich wie ein Betrüger, wenn ich die Wörter nicht nachschlage, das mit dem Extensiven Lesen muss ich noch mal überprüfen, nicht dass sich das auch als Unfug herausstellt wie die Behauptung eines Grammatikprofessors vor Jahrzehnten man bräuchte bei Simenon/ für die Maigrets nur einen Wortschatz von 500 Wörtern zum Verständnis… (Ich habe da immer mehr als 500 verschiedene Wörter gelesen, auch wenn ich sehr schlecht im Zusammenzählen bin, ich bekenne es.)

    Dann, abgeschlagen, aussichtslos (wahrscheinlich) ist Jorge Amados Werkstatt der Wunder. Ich habe es auch bloß gefunden und es geht wieder zurück, aber der Klappentext war vielversprechend/ der Inhalt allerdings zieht sich. Enttäuscht bin ich von Murakamis Stadt und ihrer ungewissen Mauer, das ist wieder so eine alte Erzählung, die man zu einem Klopper ausgewalzt hat und die nicht so gut ist, wie die Romane, die Murakami gelungen sind. Marko Martins Die Verdrängte Zeit werde ich noch wegen Jules Verne weiterlesen, auch zum Zwiebelchen kommt was, aber ob das fundiert und tiefergehend ist, weiß ich nicht. Ist es bloßes Name dropping belasse ich es beim Verzeichnen einer Fundstelle für a.a.O.

    Noch aussichtsloser ist wohl B.Travens Totenschiff, das nervt mich schon wieder wegen dieser 20er Jahre-Sprache, ich komme da nicht ran. Ein Glück, dass auch das Buch nur gefunden ist. Darunter klebt ein Muschg, den habe ich noch nicht mal aufgeschlagen. Mal sehen.

  • Zu “Dáma na kolejich” (1966)

    Selten habe ich so wenig verstanden und mich gleichzeitig so gefreut, so viele bekannte Gesichter zumindest für einige Sekunden wiederzusehen. Im Musicalfilm Dáma na kolejich (Die Dame auf den Schienen, 1966, von Ladislav Rychman) erfährt die Straßenbahnfahrerin Marie Kučerová (gespielt von der unvergleichlichen Jiřína Bohdalová), dass ihr Mann (dargestellt von Radoslav Brzobohatý, dem späteren Lebensgefährten der Hauptdarstellerin) sie betrügt. Mit eine Blondine natürlich. Daraufhin plündert sie das Sparbuch, kleidet sich auf einer Shoppingtour durch das gerade recht freie Prag extravagant ein (und wirkt da auch mal kurzzeitig wie eine 35-Jährige heutzutage aussieht, und nicht so 60-jährig muttchenmäßig wie sonst, der Kleidung und den Frisuren geschuldet…), lässt sich in einem Spa aufhübschen und sperrt ihren Mann aus. Der wiederum, vom soudruh Direktor informiert, wo und wann die Straßenbahn stehenblieb, ahnt nun woher das kommt…

    Ein Musicalfilm halt, ich hielt das für unsynchronisierbar und dennoch gab es ihn mal auf Deutsch (als Dame auf den Schienen, 1967), in der DDR natürlich – Gina Presgott synchronisierte die Bohdalka, Manfred Krug immerhin ihren untreuen Gatten…

    Na ja, bislang habe ich (zu spät geboren wie immer) nur die tschechische Originalfassung gesehen, aber der Film wäre so toll, ihn auch mal wieder auf Deutsch zu zeigen. Klar, ich bin wahrscheinlich der einzige, der sich über einen meckernden Nachbarn in Form eines Václav Stekl freut, der Karel Svoboda im Schatten erkennt, Evžen Jegorov im Vorbeifahren (also wirklich nur im Stopp-Bild erkennbar) sieht, von einer wirklich sehr jungen Helena Růžičková ganz zu schweigen, und der seit heute seine Liste der zu spielenden tschechischen Begräbnislieder um eines erweitert hat… (Mějte rozum, paní Kučerová, ein Traum!)

  • Zu “Krok do tmy” (1938)

    Normalerweise enden solche Versuche Filme im Original ohne vernünftige Untertitel oder Übersetzungen anzuschauen nach ein paar Minuten. Bei Martin Fričs “Krok do tmy” (Schritt ins Dunkel, 1938, nicht zu verwechseln mit dem späteren tschechischen Film Sprung ins Dunkel, 1964) habe ich nach 34 Minuten das erste Mal eine Pause eingelegt, vor allem um mir mit einem kleinen Blick in die Synopsis etwas mehr Klahrheit zu verschaffen. So ganz klar bin ich zwar auch jetzt noch nicht, irgendwie geht es im Film um Falschgeld, eine verkaufte Tochter (bildhübsch, dargestellt von der unvergleichlichen Adina Mandlová) und einen Gentleman namens Ronnie, der sich schließlich als Geheimagent der Polizei entpuppt. Dieser übrigens wird gespielt von Rolf Wanka, einem [später] österreichischen Schauspieler, der allerdings in Prag geboren ist und scheinbar nicht nur multifunktional springen sondern auch mehrsprachig unterwegs war. Schade schade, dass der Film nur mit automatisch erzeugten Titeln verfügbar ist, dadurch werde ich weiterhin an meine unzureichenden Tschechischkenntnisse erinnert. Wobei: Da der Film wohl trotz Mandlová und Wanka nie auf Deutsch zu sehen gewesen sein wird, immerhin der Erfolg mal wieder einen Film aus der zweiten Republik gesehen zu haben. (Ich bin jetzt bei 208 tschechoslowakischen Filmen.) * Was die Mandlová dann später in Deutschland, u.a. mit Heinz Rühmann gedreht hat, würde mich nun auch interessieren, aber das ist erst mal noch ein anderes Blatt.

    Komödiantische Elemente, vor allem mit dem leicht bedepperten Diener Valentin (Václav Trégl) sind zwar witzig, aber irgendwie befremdlich (das passt nicht so recht, aus meinem Blickwinkel gesprochen.)

  • Soziale Medien?

    Der Zusammenhang ist vielleicht auf den ersten Blick nicht so offensichtlich, aber dann doch: die sogenannten* Sozialen Medien haben einen Einfluss auf die Gesellschaft und mitnichten ist er gut.

    Gehört habe ich davon im Deutschlandfunk im Zuge der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Befreiung der Lager Buchenwald und Dora. Deren Museumsleiter, Jens-Christian Wagner, gab gegenüber dem MDR den Plattformen der sogenannten Sozialen Medien eine Art Verantwortung für die Erosion der liberalen (also freiheitlichen) Demokratie. Er verglich die Medien mit einer der schlimmsten Krankheiten der Menschheitsgeschichte und nannte sie “die Pest des 21. Jahrhunderts“. Das klingt harsch, im ersten Moment fand ich es übertrieben, aber, wenn man länger nachdenkt: ja, die Pest ist man auch erst über Jahrzehnte, Jahrhunderte, eigentlich doch nie losgeworden. Man hat mit ihr umzugehen gelernt, sie ist weitgehend aus dem Blickfeld geraten: und vielleicht steht die Menschheit vor einer ähnlichen Aufgabe jetzt: die sogenannten sozialen Medien wieder auf ihren eigentlichen Kern, was auch immer der eigentlich ist, zurückzubringen. Und auch als Krankheit selbst, die Pest macht praktisch vor niemandem Halt, alle müssen sich mit diesem Problem auseinandersetzen, die Pest eben.

    Wagner sagt das natürlich in Analogie auf das von den Nazis meisterhaft dirigierte Radio des letzten Jahrhunderts, aber was ist das Radio schon im Gegensatz zur Dauerbeschallung auf den Handys? Und dadurch, dass man zig Anwendungen alternativlos gestaltet hat, man das Handy nutzen muss, ist man immer auch mit Social Media konfrontiert. (Und hat es satt, will es nicht mehr sehen…)

    Ob dieses Loswerden gelingt? Da bin ich sehr unsicher, aber notwendig ist es. Denn eigentlich kommt da nichts Sinnvolles mehr, mehr noch: diese Plattformen haben alte Strukturen (Foren, Mailinglisten, Websites, Blogs) grundlegend zerstört und wer einmal so einfache Seiten gewöhnt ist, der kehrt nur im Ausnahmefall zurück (wenn denn überhaupt noch vorhanden). Wer Alternativen nutzt merkt recht schnell: Es fehlt Reichweite, bzw. wenn es Reichweite gibt, dann sind die Trolle nicht weit, wird regelmäßig jede Diskussion vergällt, ja wenn nicht sogar schlimmer. Es gibt natürlich Gegenbewegungen und Alternativen, aber auch da kommt recht schnell der raue Ton wieder zum Vorschein, na ja wie in jeder Gemeinschaft. Den sich abgewöhnen, ist eben, wie die Pest loswerden. Notwendig, dringend notwendig, aber fast unmöglich.

    Man hat sich leider an alles gewöhnt und am Anfang (hallo Sucht) war es auch recht gut, man hatte auf einmal die Möglichkeit mit Sammlern in Kontakt zu treten, fand Freunde von sonstwann wieder, konnte von der Ferne aus an deren Leben ein wenig teilhaben, sinnvoll kommentieren usw. usf. Lange vorbei, ausgelutscht, böse, verödet, durch professionelle Influencer ebenso wie amateurhafte Vergleicheritis einem verleidet, und sowieso und überhaupt zu viel geworden. (Und längst steht man im Fadenkreuz der Werbeindustrie.)

    Der Deutschlandfunk zitiert im Zusammenhang mit Wagner einen Podcast des MDR, und in der Meldung dazu wirkt ein weiterer Absatz wie angeklatscht, aber auch der hat es in sich: Ein hamburger Psychiater (Rainer Thomasius) meint, dass die sogenannten Sozialen Medien den Effekt eines Tsunami[s] an Suchtstörungen bei Jugendlichen hätten. Wenn ich mir jeden Tag meine Teilnehmer anschaue, kann ich dem stets ein wenig zustimmen, auch wenn ich selbst ratlos bin, von Verboten nichts halte, von laissez-faire aber auch nicht begeistert bin. Die Aufmerksamkeitsspanne bei 0, die Teilnehmer diskutieren nach der Rückgabe der Tests nicht mehr, wenn ich ihre Handys hingegen freigebe (ohne Diskussion über die Ergebnisse umso schneller) sitzen sie erstmal minutenlang nur noch an den Dingern, aber alle! Und in der Zwischenzeit, wie als Ersatzdroge, streicht (ungelogen) der ein oder andere über den Taschenrechner…

    *Sogenannte Soziale Medien statt “asoziale” Medien ganz bewusst: denn der Begriff der Asozialität (Asoziale, asozial) in seiner heute oft noch genutzten Form hat seinen Kern in der LTI. Und die möchte ich nicht (nicht einfach zumindest) nutzen. (Und lasst euch nicht veräppeln, auch vermeintlich kluger, weil ja satirische Gebrauch von beleidigenden Wörtern bleibt beleidigend, nix mit wachrütteln und so – Palimpalim, da die Tür!)

  • 초콜릿 없는 29일

    올해 부활절 전에 있는 시대에서 나 초콜릿을 안먹었는 게홱이 있었다. 40일 동안 모든 초콜릿이 먹고 싶지 안했다. 나 3월4일에 시작했는데 다른 선생님이랑 초콜릿이나 설탕 가지고 있는 음식을 회피하고 싶었다. 그때 무슬림의 라마단 이였어서 다른 이런 선생님이 우리를 지지했다. 그래서 이번주까지 29일 동안 정말 초콜릿을 안먹었다. 하지만 이번주에는 우리 학교의 물리학 가르치는 선생님의 생일 이여서 나 다시 케이크이나 초콜릿을 먹었다. 그래서 40일 그냥 29일 동안 안먹었다.

    조금 슬픈 느낌, 하지만 좋은 느낌이도 있다.

    다시 슈퍼에 가는 길 요새의 초콜릿 값을 봤다. 다 엄청 올라갔다. 2이나 3유로로 올라갔다. 그래서 아마도 게속 초콜릿을 피할 것이다. 29일후에 나 이제 알고 있다: 피하기 가능한다. 희망!

  • Ist es vorbei, reißt uns wenigstens eine Welle mit – zu Lieke Marsmans “Das Gegenteil eines Menschen” (2017)

    Ein vielschichtiges Buch über eine depressive Jungakademikerin, ihre schwierige Beziehung, den Klimawandel, einen Staudamm, ein wenig Kopernikus. In Teilen lesenswert, in Teilen zu viel*, zu verzweigt. (Oder aber ich kann den Wert all dieser Mikrokapitel nicht verstehen.) Wieder kein Roman, eher ein Textgefüge, Textgewebe. *Das bei gerade mal 182 Seiten, viele davon kaum bedruckt.

  • Nie wieder sehen können. Zu Peter Wensierskis “Die verbotene Reise” [2014]

    Der Biologe und Ornithologe Jens hat bereits in jungen Jahren eine Menge wissenschaftlicher Leistungen vollbracht, kennt sich mit der Vogelwelt seiner Heimat und aller für ihn bereisbarer Länder aus. Als er Marie, eine Kunststudentin aus Babelsberg kennenlernt, entwickeln beide den Plan, über die damalige Sowjetunion bis in die Mongolei zu gelangen. Damals, 1985/86/87 praktisch unmöglich. Denn obwohl beide Länder offiziell Bruderländer waren, und von früh bis spät von den Freunden getönt wurde: hinreisen konnte man nur in Gruppen, schön wie die Schafe, geführt, nur da und dort ein Foto machen, nett lächeln, aber nicht vom Weg abkommen, und schon gar nicht auf eigene Faust.

    Was dennoch ging. Schon vor Jahren war ich begeistert vom Dokumentarfilm “Unerkannt durch Freundesland” (2006) über Bergsteiger, die es bis in den Pamir geschafft hatten. Das ging über eine Lücke im System, dass man beim Transit nach Rumänien auch eine Route über die UdSSR (also das Gebiet der heutigen Ukraine) nehmen konnte. Von dort aus konnte man, mehr oder weniger behelligt, ins Landesinnere, bis in die Mongolei, von dort aus sogar bis China. (Leider findet sich kein Nachweis mehr, dass das aus der Zeit nach 1968 stammt, mit der sowjetischen Niederschlagung des Prager Frühlings zusammenhängt…) (Weil ich mich vor rund zwanzig Jahren intensiv mit tschechischen Filmen, damit auch mit dem Trauma 1968 beschäftigt habe, habe ich immer darauf hingewiesen, dass die “Freunde” sehr schnell keine Freunde sein können und ich habe dafür viel Dresche bekommen, mindestens aber Unglauben, Kopfschütteln, wie es heute aussieht, muss ich keinem mehr sagen.)

    Marie und Jens traten die Reise an, gelangten in die Mongolei, treffen dort den tuwinischen Schriftsteller Galsan Tschinag, der von 1962 an in meiner Heimatstadt studiert hatte, somit Deutsch sprach und ein wenig helfen konnte. (Von ihm habe ich 2015 “Auf der großen blauen Straße” gelesen.) Von der Mongolei aus wagen sie dann den Sprung nach China. Und dort müssen sie sich entscheiden: einen Westpass beantragen, weiterreisen und nicht wieder in die DDR können, oder doch das Studium (bei Marie zumindest) fortsetzen. Jens kann nicht wirklich zurück, er ist relegiert und sowieso unter Beobachtung der Staatssicherheit.

    In diesem Moment fällt der Satz: “Ich bin wütend über ein Land, das Menschen in so eine Situation bringt, in der wir jetzt sind.” (S. 229). Wie wahr. Menschen das Reisen zu verbieten ist schon eine Sache, sie nicht in “befreundete” Länder reisen zu lassen, noch so eine, aber schließlich Menschen auch noch vor die Wahl zu stellen, sozusagen die Welt zu wechseln, auf längere Zeit nicht zurückzukönnen, vielleicht auf Jahre (der Mauerfall ließ sich noch nicht absehen) ist wieder einmal unerträglich. Menschen kommen zusammen, trennen sich, aus vielen Gründen, manche ganz dumm: der Staat und die Politik sollten nie einer davon sein, aber hier war es (wieder) so.

    Ein gut gemachtes Buch, schnell und interessant zu lesen. Warum es auf dem Cover als Flucht bezeichnet wird, na ja, des Marketings wegen wahrscheinlich. Bis Peking ist es ja eine Reise, ein Urlaub. Erst in Peking stellt sich die Frage, wie nun weiter… Es geht unter, dass Menschen wie Jens gar nicht in den Westen wollten, das kommerzialisierte Leben hier wie da ablehnten, ja eigentlich auch gar nicht brauchten (und nicht brauchen).

    Im Gedächtnis bleibt mir, dass die Mongolei, ihre Landschaft und Menschen als offen und herzlich beschrieben werden. (Schade, dass man sich vom Verlag her nicht mal die Mühe gemacht hat, Fotos richtig rum zu drehen, einige Schriftzeichen sind seitenverkehrt, was man selbst als Nichtchinese erkennt.)

  • [Vor 20 Jahren gelesen (8)]: Uwe und Bootsmann aber essen sich runde Bäuche an – Zu Benno Pludras “Bootsmann auf der Scholle” (1959)

    Auch dieser Beitrag entstammt meinem ersten und lange verschollenen Blog, aus dem Jahr 2004. Gelesen habe ich die Geschichte irgendwann nach Weihnachten desselben Jahres, vermutlich weil ich an kein anderes Buch kam, oder um einfach wegzukommen, abzuschalten:

    Ähnlich sicher war ich mir in der Beurteilung einer Kindergeschichte zuletzt bei Fühmanns “Suche nach dem wunderbunten Vögelchen”. Sicher insofern, dass eine Geschichte nur dann als gut empfunden wird und Bestand hat, wenn sie neben einer spannenden und packenden Handlung auch mit präzisen Sätzen aufwarten kann. Und eben dies ist der Fall bei Benno Pludras “Bootsmann”.

    Da spielen eines Wintertages drei Kinder – der Große: Uwe, der leichtsinnige Mittlere: Jochen, und schließlich die Kleine: Katrinchen – mit dem schwarzen Hündchen eines Schlepperkapitäns, geraten aufs Eis, der Hund bricht mit einer Scholle ab und treibt einen Kanal entlang dem offenen Meer zu. Da reißt Jochen natürlich aus, während Katrinchen noch zu klein ist eine Nachricht zu übermitteln. So bleibt es an Uwe, dem siebenjährigen Pionier, einen Kahn zu “nehmen” (eingedenk: es war niemand da, den er hätte fragen können) und schließlich mit der Strömung zu kämpfen, die ihn mit dem Hund schließlich einem sowjetischen Dampfer entgegenwirft.

    Von dem gerettet, wird die Geschichte, die normalerweise und abseits jeder Romantik zwischen Eis und Wurstbroten mit einem höllischen Theater geendet hätte, doch noch zu einem Erfolg: die Besatzung feiert ihn als Helden und Putt Bräsing, das Herrchen Bootsmanns, kann nur verdutzt schauen.

    Die Geschichte ist dabei so didaktisierbar wie einfach und authentisch.
    Jederzeit hätte es so eine Konstellation geben können, und ständig konnte
    man in so einen Schlamassel geraten. Einzig: es hätte der Realität derjenige gefehlt, der dem Hund hinterher gerannt wäre. Und zudem: das Boot zu nehmen, oh je, hätte doch mindestens zu drei großen Stunden über Recht und Unrecht geführt und einem wäre der Spaß an jener Geschichte gehörig vergällt.

    Doch all das fällt nicht ins Gewicht. Denn Pludra erzählt einfach und schön. Und nur das macht die Geschichte gerade spannend, ja die Klarheit der Sprache ist das Transportmittel des Abenteuers. Und so ist es kein Wunder, dass diese Erzählung weit eher in Erinnerung bleibt, als all die tausenden mittleren Abenteuergeschichten. Benno Pludra, durch viele andere Kinderbücher längst kein Geheimtipp mehr ist fürwahr ein Meister. Und gäbe es kein höheres Lob für Kinderbuchautoren, ich erfände es: wer einen auch noch als Erwachsenen in irgendeiner seltsamen und zum Teil unbestimmbaren Art fesseln und faszinieren kann, wird bleiben.

  • [Vor 20 Jahren gelesen (7)]: Sein Leben wegzutun – zu Franz Fühmanns “Barlach in Güstrow” (1968)

    Ich müsste die Serie langsam umbenennen, denn der Text stammt aus dem Jahre 2004, ich habe ihn damals in meinem ersten und lange verschollenen Blog geschrieben. Auch damals habe ich nicht so viel geschrieben, aber ich stehe immer noch dazu. Gelesen habe ich den Text vom 29.12. bis 30.12.2004.

    Fühmann beschreibt einen kurzen Ausschnitt aus Barlachs vorletztem
    Lebensjahr, 1937. Sein wohl markantestes Kunstwerk “Der schwebende
    Engel
    ” wurde aus der Kirche von Güstrow entfernt. Für Barlach nichts
    neues, denn seit 1933 wurden viele seiner Plastiken abmontiert,
    verkauft und verfemt. Nun aber geschieht dies an Barlachs Wohnort:
    in Güstrow. Wo er seit einigen Jahren zurückgezogen leben und arbeiten
    konnte. Hier ist nun keine Sicherheit mehr für ihn. Barlach denkt
    darüber nach zu gehen, ja gar sein Leben “wegzutun”.

    Fühmann schildert eindringlich, sehr dramatisch, nah, aufreibend.
    Das Gefühl der Garrotte, der aus der Inquisition bekannten Halsschraube
    dürfte ihm dabei selbst bekannt gewesen sein, gleichen sich die
    Künstlerleben Barlachs und Fühmanns doch in gewisser Hinsicht, mindestens aber in den körperlichen und seelischen Beklemmungen. Wiederum eine der Auseinandersetzungen Fühmanns mit dem eigenen früheren “Nazisein, gelungen, wenngleich manches, vor allem sprachlich, sehr hoch angesetzt ist.

    Gut, dass Fühmann den Dichter und Bildhauer nicht in den Selbstmord
    gehen lässt, dass das letzte Bild hoffnungsvoll wieder zum Arbeiten
    drängt. Denn nichts darf niemanden so schockieren oder lähmen, dass
    die eigene Aufgabe liegen bleibt. Nichts.

    Die bei Reclam 1973 verlegte Ausgabe enthält dankenswerterweise
    einzelne von Barlachs Plastiken als Fotos angefügt und nicht, wie leider
    so oft, in den Text hineingewürgt, was vom Lesen ungemein abhält.
    So bleibt es am Leser, und der sollte nämlich uneingeschränkt lesen
    und nichts anderes, danach noch einmal die Bilder anzusehen oder aber
    nicht.

  • No books for young men

    Nun ja, es ist ein Kommentar im Deutschlandfunk zwar nur, aber in der Tat sind auch mir in den letzten Jahren viel mehr weibliche Protagonisten untergekommen, mehr Bücher von großartigen Autorinnen. Aber daraus abzuleiten, dass Männer weniger zum Buch finden, deshalb junge Männer eher Podcasts hören, mehr Streams verfolgen (“vertrödeln”)? Das erscheint mir doch schon recht kurz gegriffen.

    Vielleicht wird eher etwas aus dem Lesen der Männer, wenn man sich wieder deutlich um sie als Leser kümmert. Da muss deutlich eher aufs Lesenlernen gedrängt werden, bei Jungen, nicht erst bei jungen Männern. Und nicht mit dem ewigen Vorlesen: sondern Bücher wieder so gestalten, dass man Interesse daran hat.

    Ob das möglich ist, bezweifle ich, schon allein der medialen Konkurrenz wegen. Wenn es früher nur Fernsehen oder Bücher gab, hat oft genug das Fernsehen gewonnen, vorher vielleicht das Radio, der Film. Und heute ist das Angebot ja ungleich größer.

    Vermutlich wird es eher darauf hinausgehen, dass in der Zukunft noch deutlich weniger gelesen wird, bei allen Geschlechtern. Zu sehr ist alles hier auf Effizienz, auf Erfolg getrimmt – ich kann den Satz eines Kollegen bis heute nicht vergessen, und das war vor einigen Jahren, dass er seine Zeit nicht mit Romanen verschwende, sich auf Sachbücher konzentriere.

    Was für mich schockierend war, aber vermutlich letztlich nur folgerichtig. Nur ist dabei dann auch die Frage, welchen Wert Sachbücher haben. Zuletzt bin ich am Wochenende auf ein bildungskritisches Sachbuch einer Professorin hingewiesen worden, dass mir schon vom Titel her nicht und von der Grundidee sowieso nicht gefällt. Schon allein das Interview zur Buchvorstellung geriet zur Selbstbeweihräucherung. Ich war abgestoßen, ich kann es nicht anders sagen. Nennt mich überheblich und eingebildet: aber das [Interview, das Buch] wäre für mich vertane Zeit.

  • Die stille Barrikade (1949) oder ein zweites Warschau…

    [de] Ich habe den Film: Němá barikáda (1949, von Otakar Vávra) gesehen, durchaus gut gemacht, wie wohl auch stark in seiner Zeit und ihrer Politik verhaftet. Ein wenig panslawischer Pathos natürlich, die weitergehende politische Verzerrung dürfte der Zeit (nach 1948, vor 1953) geschuldet sein.

    Aber immerhin, ich konnte viele Schauspieler (Luba Skořepová, Jaroslav Marvan [na gut, schon nicht mehr so jung, aber…], Josef Bek, Robert Vrchota, Jaroslav Mareš) in jungen Jahren sehen – und das wahrscheinlich als einer der wenigen deutschsprachigen Zuschauer, denn meines Wissens (bislang) ist der Film nicht in den deutschen Kinos (West wie Ost) gelaufen.

    Was auch ein Wunder gewesen wäre. Zu sehr stecken da noch die Jahre der Besetzung und des Krieges dahinter, die Erlebnisse in den/ Bilder aus den Lagern. Und sehen hätte das hierzulande wohl auch kaum jemand wollen. Nun ja, mittlerweile bedürfte der Film nicht nur der Kommentierung, sondern auch einer massiven Restaurierung, was wohl auch wieder schwierig ist…

    Interessant ist im Film eine Stelle, an der sich die Barrikadenkämpfer unterhalten, ob sie weiterkämpfen sollen oder nicht und einer meint, ach die Aliierten sind ja noch weit, Berlin ist gefallen, sollen wir ein zweites Warschau werden? Was wohl auf das seit Urzeiten und, meiner Meinung nach, bis zum Überdruss diskutierte Problem anspielt, dass die Rote Armee wenige Kilometer vor Warschau ausharrte, während die Nazis den Aufstand im Jahre 1944 niederschlagen und die Stadt dem Erdboden gleichmachen konnte. Durchaus also eine berechtigte Sorge, die dann aber all die Jahre kein Thema mehr war, nun ja.

  • Rosenthal (2025)

    [ko/no/de] 어제 텔레비전에서 새로운 재미 있는 영화를 로젠탈 (Rosenthal) 봤다. 영화가 70년대,80년대 정말 유명한 텔레비전 쇼마스터 한스 로젠탈 (Hans Rosenthal) 에 대해 말했다. 그분 매주 목요일이나 토요일에도 텔레비전 쇼를 발표를 했다. 1987년에 죽었을 때 사람들이 그 쇼마스터를 많이 보고 싶었다.

    대다수 독일인이 그때 로젠탈의 비밀을 몰랐다. 로젠탈 쇼마스터가 유태인이였고 나지 시대 중에 다행히 정말 훌룡한 아주머니 이다 야우히 (Ida Jauch) 덕분에 살아 남았다. 나치가 남동생을 동시에 1942년에 살인했다.

    그럼에도 불구하고 로젠탈 쇼마스터가 2 차세계대전후에 독일에서 살고 싶었고 처음에 라디오, 나중에 텔레비전에서 유명됐다. 그는 보통은 독일 사람 처럼 보고 텔레비전 보는 사람이 그를 너무 사랑했다. 같은 사람이 전쟁 중에 로젠탈 미웠다…

    텔레비전 영화에서 플로리안 루카스 (Florian Lukas) 배우가 로젠탈 잘 했고 그 영화가 역사에 대해도 잘 말했다. 모두 독일어를 이해하면 역사나 독일 전쟁후의 사회에 대한 관심이 많은 사람위해 그 영화를 추천하고 싶다.

    I går så jeg “Rosenthal” et film om det virkelig mest kjente Showmaster i det vesttyske fjernsyn i 70ene. Da det var kjent at han var jødisk ikke mange visste hvordan han ble reddet fra naziene og ikke ble drept i Holocausten. Nye filmet kan virkelig anbefales, når dere forstår tysk, fordi det er igjen en gang uten titler.

    Besonders gut gemacht war die Herauswinderei beim Programmchef, aber auch die Szene im Strandkorb. Ob sich jemals was ändert?

    Fasziniert bin ich zudem davon, wie einfach es wirkte, dass ihn Frau Jauch in ihrer Laube aufnahm. Klar, da war so viel Glück dabei, dass keiner hinter der Gardine stand und gleich am nächsten Morgen die Gestapo anrief, aber manchmal denke ich : mit wie viel “etwas mehr” hätte man so viele Menschen mehr retten können?

  • Zu “Eine Berliner Romanze” (1956)

    [de/ko] Sie kommt aus Ostberlin, er aus den Westsektoren, sie will Mannequin (so ein altes Wort) werden, er hat nicht mal genug Geld sein Kofferradio (noch bevor es zur Heule wurde) zu bezahlen. Ein schöner Film aus der Zeit kurz vor dem Mauerbau und, für die Verhältnisse immerhin, recht wenig mit dem ideologischen Zeigefinger unterwegs. Dass die Arbeiter ausgeputzt werden, dass der Mannequin-Vertrag mehr kostet als das er einbringt, dass in den Kinos nur Mord und Totschlag läuft – dürfte auch fast jeder Westberliner dieser Zeit bejahen. Der Film bleibt, außer in der Liebe, ziemlich offen, da entscheidet sich keiner, soll sich auch keiner: was überraschend ist, denn eigentlich, zu damaligen Zeiten, hätte es einer Art Bekehrung von Hans und eine Integration in eine tolle Ostberliner Brigade geben müssen. Aber die gibt es eben nicht. Verwunderlich, aber ja, auch die DDR und ihre Filme waren nicht monolithisch.

    Der Film ist natürlich ein Produkt seiner Zeit und mit seinen Widersprüchen. (Ich fall nach einem Absatz schon in den Ton.) Sehenswert ist er vor allem durch die wunderbare Annekathrin Bürger (AKB) und den unvergessenen Ulrich Thein. Ansonsten großartig besetzt, noch nie habe ich Marga Legal als (relativ) junge Frau gesehen, Erika Dunkelmann und Erich Franz kannte ich hingegen schon aus Silvesterpunsch und Maibowle. Und viel zu kurz zu sehen, einer meiner Lieblingsschauspieler: Ernst-Georg Schwill (EGS).

    재미 있는 동독에서 온 영화를 봤다. 한 동베를린의 여자가 서베를린의 남자 사귀는 것 시작했다. 그때, 1961년전에 그것 가능했는데 정치적인 상황 때문에 힘들었다. 조금 로맨스 영화, 하지만 또한 좋은 역사적인 영화가 1956년에 동독 DEFA방송국에 출판됐다. 그 영화가 한국어 체목이 없어서 독일어 이해하지 않은 사람에게 추천할 수 없거든요. 하지만 엄청 좋은 배우가 있었다, 예를들어서 아네카트린 뷔거울리히 타인 역할을 잘 했다.

  • Phänomene, Phantome

    Ich habe gestern den Kurzfilm Hiddensee (1957) von Jiří Jahn gesehen. Ich musste das Bild erst einmal recht klein lassen, da ich durch diese Musik und die großformatigen Bilder erst einmal etwas eingeschüchtert war und irgendwelche Monstrositäten vermutet habe, aber nichts dergleichen. Der Film ist reinweg schön, ein wenig monumental, teils theatralisch, natürlich auch im Ton der Zeit gebunden. Interessant sind für mich die Parallelen zur Reise in die Urzeit (Cesta do pravěku, 1955), wo ja auch die Meeresszenen im nächstgelegenen Teil der Ostsee gedreht wurden – und auch ähnlich monumentalmusikalisch unterlegt sind.

    Und dann habe ich nach Jahn gesucht. Es gibt Filme in der DDR, in der Tschechoslowakei. Geboren ist er 1917 in Prag, aber wann er gestorben ist: unbekannt. Auf allen Portalen nichts. Tschechische Filme lassen sich mit Vyšehrad  bis 1984 nachweisen, das würde auch gut passen, dass er dann in Rente gegangen ist und vermutlich später nichts mehr gedreht hat. Aber keine Todesmeldung? Selbst für die unbekanntesten der Unbekannten, für Komparsen aus Ostrava lässt sich oft was finden, aber für einen Regisseur mit dieser langen Filmliste nichts? Schon komisch. Na ja. Schaut man auf die Filmtitel, lässt sich ein leicht sozialistischer Unterton erahnen/ vermuten (z.B. bei Okinawa ostrov míru, 1973), aber vielleicht bin ich da auch immer sehr spekulativ unterwegs.

    Auf jeden Fall: ein Phantom mehr, dem ich gerne, so lange ich lebe, nachforschen möchte, wenngleich aussichtslos.

    Auf jeden Fall (2): Interessanter Film.

  • Welches Weimar, welches Pacific Palisades?

    Über das deutschsprachige Exil in Pacific Palisades habe ich schon einige Texte und Bücher gelesen, mitunter habe ich gedacht: der einzig interessante Ort da drüben dürfte neben dem Riverside Drive und einer Fahrt mit der South Ferry Pacific Palisades in Kalifornien sein. Also habe ich in der Bibliothek zu Thomas BlubachersWeimar unter Palmen” gegriffen und bin nicht begeistert.

    Das Buch besteht aus einer endlosen Anreihung von Namen, meist und nervtötend ergänzt um Anmerkungen dazu, als was und mit welchem Namen dieser oder jener geboren wurde. Das Buch hat keinen roten Faden: man fühlt sich bisweilen in einer Aufzählung von Adressen und Gebäudepreisen, Gebäudebesitzern, Umständen der späteren Veräußerung bis hin zu irgendwelchen Abschweifungen über spätere Bewohner des Viertels verloren. Was macht aus Pacific Palisades damals ein Weimar? Welche Palmen, welches Leben, welche Stimmung? Wo bleibt die Schilderung des Schicksals der Emigranten? Mal ein wenig Nelly Mann, aber das – wie der Autor auch ausweist, weiß selbst der Durchschnittszuschauer seit dem Mannvierteiler Anfang dieses Jahrtausends.

    Nichts ist konkret ausgeführt, alles bleibt verschwommen, flüchtig, zudem ist vieles sattsam bekannt, wirkt einfach zusammengestoppelt. Und: nicht im Geringsten lesenswert. Leider.

  • Schlechte-Laune-Fasten

    Vielleicht sollte ich in der Fastenzeit vor Ostern auch mal von der schlechten Laune, bzw dem Ärger Abstand nehmen. Ich kenne das Phänomen eigentlich nur aus Zeiten, in denen ich Auto fahren musste und man automatisch beinahe anfing auf Vorder- oder Hintermann zu fluchen. Jetzt, nach zwölf Jahren ohne Auto (Gott sei Dank!) bemerke ich, dass das auch immer häufiger auf dem Rad vorkommt. Es muss gerast werden, man wird auf dem ohnehin schon engen Streifen für die Räder geschnitten, Ampeln und ihre Umgebung eignen sich besonders gut. Na, dann, muss ich eben noch eine weitere Runde warten, was solls. Ich versuche ohnehin mit einem Puffer an Zeit zu fahren, aber irgendwie gerate auch ich in diese Spirale der schlechten Stimmung. Was treibt einen denn so derart? Also, vorgenommen, schlechte Laune fasten.

  • 혼자, 외롭지 않다, 더 강하다

    [ko/de] 동독 온 영화 Die Alleinseglerin (~ 혼자 배를 타는 여자, 1987) 오랫동안 전에 봤다. 이 영화가 한 여자가 그녀 아버지의 보트를 받았다. 동독에서 원래 동등한 권리는 중요했는데 사실은 옛날전에 처럼 그런 상황 이상하게 보였다. 영화의 주인공이 그런 배를 팔기 위해 수리해야 했다. 하지만 그녀가 법주하는 것을 좋아했다, 남자들이 다 비슷하게 행동했거든요. 모든 만난 남자가 한 번 배를 보면 그 주인공 여자에게 상담했다. 그래서 마지막에 그녀가 혼자 배를 타고 싶었다.

    그런 영화가 유명했다, 패미니즘 그때 좀 더 강했기 때문이다. 하지만 소설이여서 몰랐다. 그것 특별한 이유가 있었다. 소설의 작가가 크리스티네 붤터 (Christine Wolter) 동독에서 이탈리아 온 남자 결혼 했고 1978년에 이탈리아로 이사했다. 그것 소설에서도 읽을 수 있었다. 하지만 보통은 동독 사람들이 소설 출판했을 때 이탈리아에 갈 수 금지였다. 그래서 소설과 영화를 너무 달랐다.

    소설이나 영화의 이야기가 계속해서 잼 있다. 다양한 시각에 대해 읽을 수 있다. 동독에 대한 이야기, 성자별이나 패미니즘이야기, 또한 아버지와 딸이야기도 흥미로워요.

    소설이 독일어로만 읽을 수 있다 내가 보기에는 아쉽다. 영화를 유투브에서 (독일에서) 볼 수 있다.

    Ich frage mich, wie Buch und Film trotz der Geschichte der Autorin so durchgekommen sind. Es wäre schön, es gäbe darüber irgendwann mal etwas zu lesen, zu sehen (ein Dokumentarfilm)… Bis heute aktuell, aber dennoch eben auch anders. Ich fühle mich zwar ein wenig an die frauenbewegten 80er erinnert, aber eben nicht ganz. Ein guter und interessanter Einblick in die DDR-Zeit, als man nach Abdeckplane rennen musste – und gleichzeitig kontrastierend schreibt die Erzählerin über ihre Verhältnisse in Italien. Da wie dort kein Geld, aber wenigstens kein Rennen nach Abdeckplane und Ersatz durch irgendeinen Tischdeckenstoff (ach ja, gleich kommen Erinnerungen hoch.)

  • My name is Hungry Buffalo

    [de/ko] Jenda ist blind und hat zunehmend Probleme zu hören. Aber so sehr ihm das Angst macht, ist er glücklich. Denn in einigen Wochen wird er nach Amerika fliegen und dort die Navajo treffen, genauer gesagt einen Schamanen bzw. Medizinmann, der ihm vielleicht helfen kann, sein Gehör zu erhalten.

    Ich habe den tschechischen Dokumentarfilm Jmenuji se Hladový Bizon (auf Deutsch heißt er nur My name is Hungry Buffalo) aus dem Jahr 2016 (Regie von Pavel Jurda) gesehen. Der Film zeigt einen Menschen, der zwar nichts sieht, kaum noch etwas hört, aber glücklicher ist, als viele andere Leute.

    Zunächst: Er ist verheiratet, seine Frau Zuzka ist wie seine Seelenverwandte, er findet eine Art Halt im Glauben und er ist äußerst belesen in Sachen amerikanische Ureinwohner. Und wo andere schon verzweifeln und sich nicht mal über Tirol hinauswagen, reist er mit einer Handvoll Wörter nach Amerika und versucht sich dort zu verständigen. Das klappt mehr schlecht als recht, aber irgendwie trifft er keine schlechten Menschen, man versucht sich mit den wenigen Wörtern, die da sind, zu verständigen und es klappt. Am Ende besteigt er sogar einen Berg in der Wüste von Arizona und lernt noch das Lorm-Alphabet.

    Ein beeindruckender Film über die Liebe, die Liebe zum Leben. Wie viele geben viel früher auf, sehend, hörend, mit allem und viel mehr in ihren Händen. Man kann glücklich sein. Danke für diesen Film.

    * Um das zu erklären: gestern saß ich dreieinhalb Stunden wartend in einem Zug, nachdem dieser einen Menschen erwischt hat.

    오늘 My name is Hungry Buffalo (~제 이름은 배고파는 물소) 체코 온 영화를 봤다. 그 영화는 눈이 보이지 않는 옌다라고 말하는 사람에 대해 말했다. 그 태어났을 때부터 장님이고 다음에 혹시도 잘 들을 수 없을 거예요. 하지만 그분 사랑하는 관심이 많은 사람이다. 옌다씨는 좋은 와이브랑 미국에 나바호 원주민을 만나고 싶었다. 그는 혹시 한 원주민의 무당이 도움이 될 수 있는지 몰랐다. 좋은 따뜻한 마음 가득한 영화이였다. 추천하고 싶다. 그 영화 사랑에 대한 말하는 영화이다. 옌다씨 모든 나쁜 제약 대신에 그는 삶을 계속 좋아해거든요. 그것 좋은 영화이였다.

  • Unmöglicher Abschied

    [de/ko] Werde ich jetzt am Ende noch zum Hörbuchhörer? Hmm, ich zweifle zwar noch, aber was ich finde, ist schon recht gut. Zuletzt habe ich Jules Vernes Reise um die Erde in 80 Tagen gehört (gelesen und manchmal recht geschlampt von Rufus Beck), jetzt bin ich bei Han Kangs Unmöglichem Abschied. Das Buch ist in der Stadtbibliothek (wo sie noch immer unter ihrem Vornamen Kang einsortiert ist) noch nicht zu finden (der Nobelpreisträgerbüchertisch ohnehin seit Oktober leer) und nun schon sowas.

    Gut. Ich habe zunächst überlegt, ob mich das dann von einer späteren Lektüre abhalten könnte, aber ich glaube das nicht. Ich habe alles, was es bis jetzt auf Deutsch von ihr gab gelesen und glaube, ich setze das auch fort. Die ersten zwei Folgen des zehnteiligen Hörbuchs sind schon fertig/ fast fertig, dem Leser/ Hörer wird schon ein klein wenig Hintergrundwissen abverlangt, aber bislang finde ich die Geschichte (trotz Krankenhaus) interessant (und recht typisch für sie). Was mich fasziniert ist, dass man Jeju etwas anders (als gewohnt) ausspricht, auch bei Gangwon stolperte die sonst sehr angenehme Stimme. Klärt sowas bei Hörbuchproduktionen keiner ab? Ich bin froh, dass es das Buch überhaupt gibt und bin gespannt, ob es vielleicht nach/ mit der Buchmesse noch andere Übersetzungen geben wird.

    나 최근에는 라디오를 많이 들었다. 독일 ARD방손국이 이번 달에는 작년 노벨 문학상 받았던 한강 작강의 최근에 반역됀 작별하지 안는다 소설을 드렀다. 도서관에서 그 소설오늘까지 빌릴 수 없어서 그런 오디오북 소설을 알아 보고 싶으면 한 좋은 기회다. 그런 오디오북이 10부분이 있다, 어제 요가 중에 두 부분을 들었다.

  • Sind Sie nicht Onkel Heini gewesen?

    [de/ko] Heute früh habe ich gehört, dass der Schauspieler Hans Peter Korff gestorben ist. Im letzten Jahr hatte ich schon einen Schreck bekommen, als ich eine Sendung zu Loriots 100. Geburtstag gesehen habe (eine Wiederholung) und er kaum noch sprechen konnte.

    Wie anders war das an einem Frühsommertag so um 2002/ 2003, als er am Leuschnerplatz auf die Straßenbahn in Richtung MDR wartete. Dorthin fuhr er wohl zu einem Interview, ich meinte noch ihm gesagt zu haben, dass es die richtige Richtung sei. Und hab dann gefragt: Sind Sie nicht Onkel Heini gewesen? In Uhlenbusch? Er nickte und ich bat ihn um ein Autogramm, das ich bis heute aufbewahrt habe. Vielen vielen Dank Hans Peter Korff. Onkel Heini, gute Reise!

    (Viel später habe ich erst realisiert, dass diese kauzige Kinderfernsehensrolle nur eine unter vielen war und der Mann sogar mit Loriot, Evelyn Hamann und Irm Herrmann gedreht hat. Oh oh…)

    오늘은 독일 유명한 배우 한스 페터 코르프 돌아가셨다. 나 그를 2002년에는 라이프치히에서 만났다. 1970/1980년대 중에 아이위한 드라마 우렌부씨 소식 (Neues aus Uhlenbusch)에서 우체부 온켈 하이니 (하이니 삼촌) 있었다.

  • Was ich zur Zeit lese (März 2025)

    Es ist immer noch der 패딩턴 (mittlerweile hat er die Schelte für das unerlaubte Drücken eines Notfallknopfs an der Rolltreppe), daneben Alfred Döblins Amazonas-Trilogie, bei der ich aber nur scheibchenweise vorankomme. Andere Bücher, wie die Maias habe ich erst einmal wieder zurück ins Regal geschoben, da werde ich wohl doch noch mal den ersten Band lesen müssen, ich komme überhaupt nicht rein, ich habe keine Ahnung, wie ich es fertig gebracht habe, den ersten Band zu beenden.

    Daneben höre ich beim Yoga (alias wildes/ hoffnungsloses Stretching ohne Wirkung) durch die Audiothek der ÖRR ein eine weitere Vertonung von Vernes In 80 Tagen um die Erde, zuvor hatte ich ja Heins Zaungäste entdeckt. Mal sehen, ob ich da ein wenig in eine Art Routine hineinkomme, im letzten Jahr hatte ich ja schon mal diese Sonnentrilogie vom Festland angefangen, zunächst war ich erstaunt, weil da so viel zur Kulturrevolution kam, dann allerdings hat mich der übliche Sci-Fi (Sifi) Kram abgeschreckt und irgendwie war ich dann auch wieder gesund und das Hörbuchhören bei Fieber war vorbei…

    Daneben? Noch ein paar Versuche mit Valentin Senger, dann ein aus einem Podcast heraus/ parallel zu einem solchen entstandenes Buch über einen jungen Mann, der seine Eltern aus Theresienstadt befreien wollte (Daniel Huhn, Rückeroberung), dann Örkénys Rebellion in der Nussschale (wobei mich da das sehr unschön glänzende Papier abschreckt) und schließlich noch ein Band Yoko Ogawa.

    Aus dem letzten Monat kommt noch Shiga mit Erinnerung an Yamashina, aber das fand ich teils gut, teils befremdlich und weiß noch noch nicht, inwiefern ich es (weiter) lesen werde. Aus dem Bücherschrank haben es ein Werfel, ein Band Muschg, Travens Totenschiff hierhergeschafft, aber die müssen erstmal ablagern.

    Online gelesen bzw. gesehen habe ich (auf einen Link des Deutschlandfunks hin) diese interessante Idee: statt Vater und Sohn von eo Plauen nun eine Art Webtoon Mutter und Tochter.

  • 미하엘라 마리아 뮐러: 시간의 지역들 (Michaela Maria Müller: Zonen der Zeit,2024)

    [ko/de] 나 이런 소설을 도서관에서 빌렸고 빨리 읽었다. 얀, 한 역사 조사자, 벨린의 문서실에서 일하고 있다. 가족이 동시에 뮌헨에서 살다. 어느 날 얀 역사 조사자가 엔니 한 여서방대원을 만났다. 엔니가 얀을 갑자기 좋아하는 느낌이 발생지만 얀 그것이 없었다 (아니면?). 얀 결혼하고 있지만 부인이랑 문제가 많지만 그녀를 계속 좋아했다. 하지만 연인 상황 빨리 생겼다.

    어느 날 얀 엔니랑 작은 아파트 요리했고 한 작은 그들이 키스 생겼다. 얀 거짓말 할 수 없어서 부인에게 전화를 할 때 고백해야 했다. 다시 뮌헨에서 만났을 때 얀의 부인이 자신의 연인 다른 남자 있어서 고백해야 했다. 둘다 헤어졌고 얀, 엔니, 얀의 부인이 새로운 삶이 시작했다.

    헤어지는 이유에 대해 조금만 말하는데 그것 소설의 너무 중요한 부분인 것 같다. 얀와 부인의 애기들이 태어났을 때 후 아무것도 함께 있는 시간이 없었거든요. 그래서 그들이 천천히 동시에 몰라서 헤어졌다.

    하지만 연인? 얀와 엔니 커플 되지 않았다. 다행이다 – 그것 읽는 것 나 싫어했다. 그것 이해하는 것이 너무 힘들었다. 그런 소설에서 얀의 이야기만 있으면 좋겠다. 그런 천천한 헤어지는 이야기, 독일어로 schleichende Entfremdung이라고 말하는 것 같다, 그것에 대해 뮐러 작가가 잘 말했다. 엔니의 이야기 대신에 좀 더 역사에 대한, 아니면 걸리는 시간에 대한 좀 더 말했으면 좋겠었다.

    소설이 연인 이야기 때문에 힘들었지만, 그 역사 (특별해 동독의 1991년에 대한) 이야기 좀 더 원했다. 소설 조금 흥미로운 것 같지만 마지막에 아쉬웠다.

    Ich kann den Roman nicht empfehlen. Der ist stellenweise gut, aber nicht so, dass er bleibend was erzählen kann. Und ich habe kein Verständnis für die Affären, diese Trennung, dieses scheinbar problemlose Auseinandergehen. Das ist nur in einem Roman möglich – oder: weil es nicht als wirklich vorstellbar ist, wirkt es künstlich. Es gefällt mir nicht.

  • Zurück zum Jahr 1993: Orbital – Impact

    Die Zeit rast. Es ist schon wieder der dritte Monat in diesem Jahr und ich schreibe und spreche immer noch von 사 statt 오, bzw. 넷 oder 다섯, sprich, ich bin immer noch bei 2024 und noch lange nicht in diesem Kindergartenjahr 25 angekommen. Und höre wieder Musik aus der guten (nicht alten) Zeit, also, zumindest aus dem was ich mir aus dieser Zeit als gut bewahrt habe.

    Orbital, die auf ihren Konzerten oft mit Leuchten am Kopf auftraten, waren für mich stets beeindruckend (und inspirierend, auch wenn ich mich natürlich nicht mit ihnen vergleichen kann). In Dauerschleife läuft zur Zeit das 1993er Stück Impact (The Earth is burning).

  • Zaungäste

    1968 sprengte man die Leipziger Paulinerkirche, der Geschichte nach, weil sie Walter Ulbricht nach einem Opernbesuch unangenehm ins Auge stach. Heute steht da, mit einigen wenigen geretteten Dingen, wieder ein Kirchenbau, als Teil der Universität, mit vielen Diskussionen, angeblich vom Volksmund St. Tetris genannt. [Wobei ich ja glaube, mittlerweile gibt es gar keinen Volksmund mehr, eher hetzt jeder noch schneller durch die zudem öde gewordene Innenstadt. Ist halt nur noch eine Sportstadt, keine Bücherstadt, Messe hin oder her – ich sehe nur noch rotbeschalte Gröler, weit her, dass einem mal in japanischer Literatur (Mori Ogai) im tiefsten Kern einer Liebesgeschichte der Satz entgegenspringt: Ich gehe nach Leipzig. Weit her, kommt nicht wieder. Sportstadt.]

    Aber um zurückzukommen und sich nicht im Lamento zu verlieren, gehört habe ich Christoph Heins Zaungäste, mit der unvergleichlichen Gudrun Ritter, einem leider kaum erkennbaren Jürgen Hart und, ganz versteckt im Programm geht es also noch, Uwe Steimle. [Der, ganz weit gedriftet, wird ja nicht mehr im Fernsehen gezeigt (und da hat er sich selbst hinmanövriert], zumindest sucht man sich nach alten Polizeiruffolgen mit ihm und Böwe vergeblich die Finger wund. Hier allerdings ist er zu hören, in einer seiner Paraderollen, als Plosive schleudernder Stasimann anterkava sozusagen, Bürger!

    Das Hörspiel ist, auch durch seine Kürze, einmal ganz angenehm, nicht zu viel Hörspieldusliges, nur Text und wenig Vermutung. Besonders gut allerdings finde ich, dass die Personen endlich einmal wieder gutes Sächsisch sprechen. Ein Freund meinte vor Jahren schon: das stirbt aus. Und er hatte recht. Ein gutes, gepflegtes Lotte und Luise-Sächsisch, gehoben und nicht derb, distinguiert und nicht wahllos blökend, ernsthaft und nicht dauergrinsend: das stirbt aus. Zurückbleibt leider Gottes nur das Strutzsche Idiom, verengt auf hach wie blöde, hach wie lustig.

    Interessant auch, weil Hein noch mal das ddrsche Jahr 1968 in den Fokus rückt, während das hier schon langsam aber sicher vergessen wird, mit den erwartbaren Folgen.

  • Lieben, verachten, versuchen zu verstehen

    Von der sogenannten “Greiferin” Stella Goldschlag, die von 1942 an untergetauchte Juden in Berlin an die Gestapo verraten hatte/ verraten musste, habe ich schon vor einigen Jahren gehört, ich glaube, es war wieder irgendwo im Deutschlandfunk, vermutlich als der Film über Stella 2023 herauskam oder schon 2019 beim Roman. Dass das Ganze auf einem Roman von Takis Würger basierte, wusste ich da nicht bzw. habe es wieder vergessen. Anfang Februar haben wir den Film Stella auf einem dieser koreanischen Filmkanäle geschaut, immerhin mal eineinhalb Stunden Deutsch, auch wenn ich cineastisch langsam das Gefühl bekomme, wenn akzentfrei Deutsch gesprochen wird, trägt mindestens die Hälfte der Leute Naziuniform oder hat irgendwas mit der Nazizeit zu tun. Ansonsten sind es irgendwelche Hollywoodfilme, in denen Hans und Fritz irgendwas machen, was weder Sinn noch Spaß macht – gemeint sind Raiders of the lost Ark (1981) und Die Hard (1988): selten habe ich so einen Unsinn gesehen.

    Den Film hatten wir beim Umschalten gefunden, denn im koreanischen Fernsehen scheint es so Sitte zu sein, dass wenn Werbung kommt, dann gleich eine Dauerschleife von mindestens zehn Minuten und das hält kein Mensch aus. In Tongyeong, zwischen zwei Blöcken zu Ben Hur (1959), habe ich das Wort 안창살 gelernt und kann diese sinnlose Bauchspeckvokabel jetzt nicht mehr vergessen, denn Ben Hur war im Gegensatz zu den anderen Hollywoodfilmen immerhin mit Sinn und Verstand.

    Vermutlich haben wir irgendwo in der Mitte des Films eingeschaltet oder der Film behandelte nur das Greiferunwesen der Gestapo, denn der Roman beginnt völlig anders, zunächst erlebt man eine Liebesgeschichte zwischen einem schweizer Malstudenten und einer geheimnisvollen Kristin. Erst als diese mit blutunterlaufenen Augen im Hotel auftaucht muss sie zugeben, dass sie nicht die ist, für die der Schweizer sie gehalten hat. Und selbst dann kann er kaum verstehen, was da abgeht, welche Nöte und Zwänge Stella dazu treiben: vermutlich das oft zitierte “wenn du nicht machst wie wir wollen, bist du auch dran”.

    Erst spät, die Bomben fallen immer häufiger auf Berlin, geht die Beziehung in die Brüche, klappt auch beim besten Willen und der größten Liebe das Verstehen nicht mehr.

    Man könnte das wirklich für eine Liebesgeschichte halten, wenn die faktischen Einschübe aus Gerichtsakten nicht belegen würden, dass da wirklich eine Stella Goldschlag Greiferin war und selbst nicht darüber hinweggekommen zu sein scheint.

    Wie viel Verständnis kann man aufbringen? Kann ich mir überhaupt ein Urteil bilden? Wichtig ist es, ein Mensch zu bleiben, heißt es. Ich versuche mein Bestes, ich bin mir nicht sicher.

    Auf jeden Fall ist der kurze und leerstellenbehaftete Roman lesenswert/ der Film ebenso. Und so sehr ich zunächst die Liebesgeschichte verwirrend fand und mir dachte: wann kommt denn die andere Geschichte – macht das genau einen Roman aus. Nicht nur die Fakten herangezählt und die Akten gut ausgewertet, sondern eben auch eine Geschichte (dazu) erzählt.

  • Wenn alle durchdrehen, drehen wir einfach mit

    In den letzten Tagen habe ich wieder ein paar mehr Dokus über Zucker und verarbeitete Lebensmittel gesehen, um eventuell besser damit umgehen zu können und den übermäßigen Konsum davon zu reduzieren oder gar zu stoppen.

    Gemeint ist vor allem die Arte-Dokumentation “Wenn Essen süchtig macht” in der Lebensmittelexperten zu Wort kommen, die durchaus das Wort “Sucht” benutzen und darauf hinweisen, dass Essen (besonders das hochverarbeitete) bewusst so gemacht wird, dass wir mehr und mehr wollen, mehr als wir brauchen.

    In der Dokumentation wird auch davon berichtet, dass es eigentlich immer mehr und bald ausschließlich hochverarbeitete Lebensmittel (die Klassifikation nach NOVA ist interessant) gibt. Also Lebensmittel, die eigentlich gar keinen Wert mehr haben, leere Kalorien in sich tragen, die eigentlich in ihrer Zusammensetzung von Zucker und Fett und Geschmackszusatzstoffen nur noch künstlich und letztlich Mist sind (Schokolade, Kekse, Chips, Fertigessen, Gummibärchen, Smoothies, Joghurts, viele Sorten Käse etc.). Aufgefallen ist mir das auch, einmal 2 Uhr nachts, als wir in einem 편의점, also einem Laden um die Ecke in Busan oder Gyeongju waren und es in diesem Laden nicht ein einziges normales, d.h. natürliches Lebensmittel, also Obst oder Gemüse oder wenigstens nur “traditionell” verarbeitete Lebensmittel (Nudeln etc.) gab. Eigentlich gab es nur Zeug, das nicht in Form und ursprünglicher Zusammensetzung normal war, sondern anders aussah, zugesetzte Stoffe enthielt, völlig anders daher kam. Und vor allem: wer nur diesen Laden hat (warum auch immer) bekommt kein einziges einigermaßen gesundes Lebensmittel mehr.

    Gut. Keiner braucht nur 편의점s, man kann auch in den Supermarkt gehen, aber auch da zeigt sich immer mehr, dass die traditionellen langweiligen Produkte, für die nie Werbung gemacht werden muss, immer weniger werden. Überhand nehmen Dinge, die vorgeben Lebensmittel zu sein, die aber irgendwelche Mixe oder Produkte sind und die ihrer Inhaltsstoffe systematisch beraubt wurden, nur um gleichzeitig wieder mit billigen Ersatzstoffen gefüllt zu werden.

    Irgendwie erinnert das an diese Pampe, die die schlechter gestellten Menschen im Zug von Snowpiercer essen müssen. Irgendeine Pampe, die zwar essbar ist, aber bei der man eigentlich besser nicht wissen möchte, was da drin ist.

    Und warum das Ganze? Weil die Lebensmittelkonzerne mehr Gewinn machen müssen (weil da auch Pensionsfonds Aktien halten, also sich der Hund in den Schwanz beißt: wenn die Aktien dieser Fonds verlieren, haben wieder andere Menschen weniger Geld – hmm) und, und das fand ich sehr interessant: weil die Lebensmittelkonzerne mit der Tabakindustrie zusammenarbeitet. Also schon weiß, dass sie sich verteidigen und rechtfertigen müssen.

    Als Gegenwehr? Gibt es eigentlich nicht mehr viel. Man kann auf verarbeitete Lebensmittel kaum verzichten, man hat sich zusehr bereits daran gewöhnt. Und die wenigen Dinge, die noch unverarbeitet sind, sind durchaus teuer, wenn man sie in guter Qualität kaufen möchte, d.h. zumindest weniger mit Schadstoffen belastet, unter etwas fairereren Bedingungen (auch da immer wieder Lug und Trug) und vor allem nicht süchtig machend.

    Aufgefallen ist mir das auch wieder in Korea, wo selbst auf dem Markt Orangen oder Clementinen, gar nicht zu sprechen von Hallabong, für mich als geizistgeilverwöhnten Europäer teuer waren. Vier, fünf Stück für um die drei Euro: das sind deutsche Bioladenpreise, für viele wohl ein Schock, weil sie gewohnt sind, dass sowas wenig kostet und man massenhaft bekommt. Netze mit Kilos, Beutel mit gefühlt hunderten Stücken: auch das ist eine Art uns süchtig zu machen. (Denn: davon wieder runter zu kommen, ist meist unmöglich, schwer auf jeden Fall)

    Die Dokumentation ist lohnenswert, egal wie man sich aufregt, aber vermutlich regt man sich dann mal sinnvoll auf, und nicht nur sinnlos wie zur Zeit durch den endlosen Wahlkampf und den ongoing coup, der für viele Menschen erschütternd sein muss.

  • Jeden Tag leben als ob es

    der letzte Tag wäre.

    Heißt es oft, als Motivation, die Zeit nicht zu vertun, sein Leben nicht zu verschwenden, bewusst zu leben usw. Ich stimme dem zu, auch wenn ich die ganze Effektivität nicht so gut finde, und eigentlich lehne ich den Satz ab, denn was heißt das konkret? Der letzte Tag? Wenn ich weiß, dass morgen Schluss ist? Wenn ich Panik bekomme? Wenn ich nur noch heule oder u. U. in einem Krankenhaus gefangen bin, nichts mehr machen kann? Was für ein schreckliches Gefühl, was für ein scheußliches Gefühl.

    Wie wäre es stattdessen, jeden Tag als den besten Tag zu leben? So viel jeden Tag zu machen, was man machen möchte? Wir sind alle jeden Tag so verhaftet in den Aufgaben, in der Arbeit, in den Sachen, die man machen muss – was wir hingegen machen wollen, kommt so oft komplett zu kurz, fällt meist aus.

    Und dabei ist es nicht viel, bei mir mein Frühstück aber ohne Hast, bei mir, wenn ich mit S telefonieren kann, wenn ich ein spannendes Buch habe, wenn nichts weh tut, das ist schon das Beste. Überwältigende Szenarien, Hotspots im Urlaub, ach was soll das, das ist schon so übertrieben, dass man es gar nicht wahrnehmen kann, aber wenn ich einen guten Tag haben darf in dem keiner meckert, keiner nach Aufgaben schreit, keiner mit seiner miesen Laune den Kopf vernebelt, dann ist es der beste Tag.

    Das heißt natürlich nicht, einfach sinnlose Dinge zu machen, Yolo und so meine ich nicht, aber ganz ehrlich : ich weiß, dass jeder Tag der letzte Tag sein kann – und will es nicht wissen. Das kommt früh genug, ist schlimm ohnehin. (Wenn man sich sicher wähnt, weil der andere den Kopf verliert, denke man immer, man, verliert ihn auch und hat nicht mal was Schlimmes getan.) (Wir sind alle zum Tode verurteilt, einfach so, ohne Grund, na danke auch, da habt ihr jeden Tag dieses dumme Gefühl vom letzten Tag…)

    Vielleicht heißt bester Tag auch, zu versuchen, aus sich jeden Tag so viel Gutes wie möglich herauszuholen. Das sind keine großen Superleistungen, es reicht schon, wenn man einfach sich selbst und anderen nicht die Laune verdirbt, wenn man da sein kann, mit offenen Ohren und einer Hand, die ein anderer fassen darf. Wie E, eine gute Bekannte es immer gesagt, seid einfach bloß mal nett. Das reicht schon, ist schon viel mehr als der Durchschnitt.

    Ich habe gestern wieder an Tante Emma gedacht, von der es kein Bild, kein Foto, nichts gibt, bis auf den Satz “Sie war ziemlich klein” und die Widmung in einer Gorkiausgabe. Nichts mehr ist von ihr übrig, außer das. Aber vielleicht hat sie es ja hin bekommen, jeden Tag als besten zu leben, auch wenn man es nicht mehr sehen kann.

  • Kouř (1990) vom Rauch oder Rauchen oder über Schrubber auf Kantinentischen

    Nach so vielen amerikanischen Filmen, die mir das koreanische Fernsehen beschert und damit meine Statistik arg in Mitleidenschaft gezogen hatte (* wobei auch noch mal ein Film zur Operation Anthropoid dabei war), musste ich unbedingt irgendwas Tschechisches schauen.

    Nur was. Leider sind meine Sprachkenntnisse bescheiden, synchronisierte Filme Mangelware. Also nutze ich mittlerweile die Möglichkeit englisch untertitelte Filme auf Deutsch zu übersetzen und so wenigstens 50 bis 70% des Inhalts verstehen zu können. So auch bei Tomáš Vorels erstem abendfüllenden Film von 1990/ 91 namens Kouř, was man mit Rauch oder Rauchen übersetzen könnte. In dem Film raucht es nämlich beständig, die Fabrikschlote und die Fabrikmitarbeiter gleichermaßen. Im koreanischen Fernsehen wäre das Ding wahrscheinlich vollkommen verpixelt. Aber an sowas ist eh nicht zu denken. Das Ding ist recht abstrus, zum Glück hilft das Musical-Element über manche Szene hinwegzusehen und nicht zu viel Inhalt zu erwarten, auch wenn die Umweltproblematik schon erkennbar ist, die Ödnis der letzten Jahre der CSSR etc. etc. (Das könnte auch noch ruhig in den ersten Jahren der 90er spielen, bis auf die Parteilosungen kaum Unterschied.)

    Wunderbar besetzt, Jaroslav Dušek als schmieriger Parteikader (Pelíšky lässt vorab grüßen), an seiner Seite die ohnehin wunderbare Eva Holubová (zeitlos!alterslos! eine wunderbare Schauspielerin!) und selbst in Nebenrollen noch einige bekannte Gesichter. (Und ich rede nicht von Faltyn, der zwar prominent im Bild rumwanzt, aber natürlich keine Sekunde spricht.)

    Warum mich der Film überhaupt motiviert hier zu schreiben? Weil es eine wunderbare Ergänzung zu all den Krusos, Sterns 111 usw. wäre. Wer die Romane und Filme aus der DDR-Untergangsphase mag, wäre hier fasziniert von den Parallelen, bis hin zu den Schimmeljeans, jedes Detail stimmt. Aber das wird wohl leider keiner mitbekommen. Ich rede mal wieder mit mir selbst.

  • Was ich zur Zeit lese (Februar 2025)

    Oben auf liegt Michael Bonds 내 이름은 패딩턴, der erste Band von Paddington. Das Buch ist eines der sechs Stück, die ich in Korea gekauft bzw. geschenkt bekommen habe. Zwar sollte ich nicht so viele mitnehmen, zu Hause liegen ja noch einige koreanische Bücher herum, die ich teils seit mehr als 10 Jahren nicht angefangen/ beendet habe, aber bei Paddington, wie auch bei anderen hatte ich die Idee, dass ich entweder die Geschichte recht gut kenne oder aber mit einer deutschsprachigen Übersetzung abgleichen könnte. Wie schon bei Choi Yeonjus Mo versuche ich hier erst einmal ohne Wörterbuch zu lesen,aber das ist recht heftig, ich bin beständig versucht, doch nachzuschlagen…

    Das mir untergekommene Exemplar habe ich antiquarisch erwischt. Zwar nicht aus dieser Straße mit einer Reihe von Antquariaten in Busan (siehe Bild), aber immerhin kein Neubuch und das ist ja auch schon mal gut. (Ich mach hier keine Werbung, egal wie wenig man diese Kette in Deutschland kennen mag.)

    Die Bücherpreise sind faszinierend niedrig (für mich als Deutschen) und generell sind die Bücher weiterhin noch nicht derart aufgebläht, auch wenn die Zeiten der transitkleinen-japankleinen Bücher wohl leider vorbei ist. (Ok, ich sollte auch daran denken, dass ich immer älter werde und wohl in absehbarer Zeit noch schlechter sehen werde…) (Aber na ja, das Prinzip.)

    Dazu versuche ich mich am zweiten Band von Queiroz’ Maias (Os Maias). Den ersten Band habe ich 2021 gelesen, dann lange Zeit anderes und jetzt versuche ich den Anschluss. Und ich muss ehrlich sagen: ich habe keine Ahnung mehr. Aber egal, solche Romane lassen sich immer lesen, egal wie. Ich hoffe, die zukünftigen Leser, in ein zwei Jahrhunderten, können das dann auch von den jetztigen Büchern sagen.

    Nicht gekauft zwar, aber immer wieder fasziniert, was so in Korea verlegt wird. Was interessiert einen Leser im Jahr 2025 noch am Tod in Venedig? Wie losgelöst von allen kulturellen Bezügen liest man das mit Gewinn? Ok, braucht man kulturelle Bezüge? Stellen die die deutschsprachigen/ europäischen Leser her? Oder lesen sie einfach auch nur die Geschichte?

    In der gleichen Auslage dann auch Han Kang, hier “Die Früchte meiner Frau” (내 여자의 열매), ein Text, der 2005 einmal auf Deutsch erschienen ist, bei dtv. Und eigentlich jetzt gerade wieder aufgelegt werden könnte. Ich frag mich, warum das nicht geschieht, aber vielleicht ist es eben doch nicht so einfach – oder ich sollte einfach bis zur Buchmesse warten. *Gefunden habe ich den Text (24 Seiten) hier, auf Englisch. Oder ich muss mich selbst zurücknehmen. In Korea gefragt, ob ich denn davon (vom Nobelpreis) was mitbekommen habe, bzw. Han Kang kenne, konnte ich antworten, dass ich alles, was es auf Deutsch gibt (also bis auf diesen Text…) gelesen habe (und bis auf den im letzten Jahr veröffentlichten/ übersetzten neuen Roman). Daraufhin haben mir selbst Koreaner gesagt, dass ich ziemlich viel lese. (Was ich wiederum verneinen würde, so viel ist das nicht.)

    Gefühlt hat sich das Han-Kang-Fieber schon wieder gelegt, was sicher auch an der innenpolitischen Lage (ein golfender Präsident) liegen mag, es gibt ganz andere Probleme, zudem ist die Bevölkerung vielleicht nicht so sehr geneigt, Han Kang geht schon recht kritisch an die eigene Kultur, vielleicht weiß man erst in einigen Jahrzehnten zu schätzen, welche Sprengkraft diese Texte haben. Oder aber man kommt einfach nicht damit zurecht…

    Und sonst so? In den nächsten Tagen beginnt das neue Semester, andere mir nicht weisungsberechtigte aber dennoch einflussreiche Lehrpersonen mahnen schon Texte an, bitte bis nächsten Sonntag liefern, wir wollen es im Juni verwursten, also kann ich froh sein, wenn ich am Paddington und am zweiten Maiaband nicht scheitere. Zudem und so weiter…

  • Kleiner Kater Mo, so mutig!

    In Gyeongju waren wir auf dem von Touristen überlaufenen 황리단길, einer Meile von Geschäften, Läden, Büdchen mit allerlei Essbarem, Schnickschnack, lauter Musik – und immer Fußgänger und Autos zusammen. Was mir eigentlich überhaupt nicht gefällt. Keine Ruhe, nur immer das Zurückweichen vor den wie hierzulande immer größeren Kühlerhauben, das Ausweichen vor den Smombies, das Beschalltwerden mit allem. Aber irgendwo sollte ein kleiner lokaler Buchladen sein.

    Ich war 2016 schon in Gyeongju, aber damals war das noch nicht so. Bilde ich mir ein. Klar, es gab schon die vielen Sehenswürdigkeiten von Cheomseongdae bis Bulguksa, Seokguram und den vielen Königsgräbern (wobei es ein neues Museum gab), und das Nationalmuseum war immer noch ebenso kostenlos wie überlaufen. Aber diesmal war Seollal, also Neujahr und noch mehr Leute unterwegs. Und Gyeongju ist eh die Stadt, die jeder mal gesehen haben sollte und die jeder Koreaner aus Schulausflügen zu kennen scheint. (Nur war das 2016 irgendwie noch nicht so durchorganisiert oder übertouristisch? Ich weiß es nicht)

    Wie gesagt, wir haben einen kleinen Buchladen gesucht, und zwar 소소밀밀 그림책서점 (Sosomilmil Bilderbuch-Buchladen). Koreanische Bücherläden sind für mich faszinierend und ernüchternd zugleich: so viele Bücher, die ich lesen möchte und so viele, die ich nicht lesen kann (und vermutlich nie lesen werden kann). Aber Bilderbücher? Bilderbücher. Da bin ich immer vorsichtig, denn die sind oft auf den ersten Blick leicht und locker zu lesen, auf den zweiten (ach eigentlich oft schon auf den ersten selbst) hingegen wimmelt es vor poetischen Ausdrücken, vor Konzepten und Unausgesprochenem, kulturell Unerklärbarem: schlicht, vor Dingen, bei denen sich die allergeduldigste S die Zunge fusslig reden muss und ich immer noch auf dem Schlauch stehe. (Was im Deutschen und in jeder anderen Sprache genau so ist, bitte: seid vorsichtig, wenn ihr Fremdspracheleserinnen und -lesern illustrierte Kinderbücher empfehlt, da ist mehr Verzweiflungspotential enthalten, als ihr denkt.)

    Na ja. Ich hab dann doch geschaut und auch mal die Decke im Buchladen berührt, eigentlich dachte ich schon, ok, wir kaufen ein paar Postkarten, irgendwas nettes hübsches, aber kein Buch. Bis ich auf einen Kater stieß. Mo.

    Ein sehr schöner Einband, wirklich aufwändig gemacht und angenehm klein, aber nicht zu klein: Die Geschichte von Mo.

    Mo, dessen Geschichte hier erzählt wird (모 이야기 dt.: Die Geschichte von Mo, bzw. vielleicht auch die Geschichte vom Sammeln? Weil es ja am Ende um 모으다 geht? Bzw. weil Mo Erfahrungen und Freunde sammelt? Seht ihr? Da ist sie schon, diese Unsicherheit…)

    Also dieser Mo sieht in der Nacht einen Stern und folgt ihm in den tiefen Wald. Dort ist es kalt und dunkel, aber statt sich zu fürchten, lichtet sich eher alles, Mo trifft Freunde, bekommt Geschenke, hilft und versteht sich mit allen gut. Und wird beständig vor dem Bären (in der Form von Uaaaah Bähäähähär!) gewarnt. Den zwar so recht niemand je selbst gesehen hat, von dem aber mehr Geschichten existieren, na ja, wie immer: das Unbekannte, das Fremde, wir haben Angst! Und diesen Bären trifft Mo letztlich und schließt, was Wunder, auch mit ihm Freundschaft.

    Das Buch von Choi Yeon Ju ist wirklich sehr nett gezeichnet, leider gibt es das nur auf Koreanisch und Französisch, auch wenn der Katalog (S. 32 im PDF) noch verkaufte Rechte in Taiwan, China, Japan usw. und auch Deutschland vermeldet. Ich konnte bis jetzt noch keine deutsche Ausgabe ausmachen. Mo gibt es übrigens wirklich, wie man in diesem Video sehen kann.

    Ein sehr schönes kleines Buch aus einem schönen kleinen Buchladen (auch die Nobelpreisträgerin Han Kang hat so was kleines geführt, fragt mich jetzt bitte nicht, ob man damit reich wird, oder ob man nur seine finanzielle Armut kaschiert…) (Von Han Kang lagen übrigens auch Bücher, nicht nur dort, auch in anderen Buchhandlungen aus, nach dem Run auf die Romane im Oktober scheint das doch wieder etwas stark verhaltener… Aber das ist ein anderes Thema)

    Um zum Thema übrigens noch was zu sagen. Ich habe bei diesem Buch ein erstes Mal gelesen ohne das Wörterbuch zu konsultieren. Ich habe also extensiv gelesen, ich bin mir nur zu 70% sicher, dass ich den Inhalt und den Kernpunkt des Buchs verstanden habe. Viele attribuierende Ausdrücke habe ich noch nicht verstanden, vielleicht habe ich auch manche Unterhaltung nicht kapiert. Deshalb lese ich das Buch jetzt noch ein zweites Mal, mit Wörterbuch. Ob diese Methode mehr bringt? Ich weiß es noch nicht. Hoffe es aber.

  • Schon gespielt?

    Die kommende Wahl hat mich gleich zur Rückkehr erwischt, irgendwelche richtigen Männer, alle mehr als kahl – von den Ideen her mindestens. Und dann auch noch die Werbung für den Wahlomat, den ich bereits von Korea aus gemacht hatte. Aber hier nun der Spruch “Schon Wahlomat gespielt?” – Das verwirrt mich. Was ist daran Spiel? Natürlich ist es keine exakte Entscheidung, nur ein Probieren, nur ein Experimentieren. Aber ein Spiel?

    Ist alles nur noch ein Spiel? Sind sich die Politiker eigentlich wirklich bewusst, dass ganz schnell mit all dem Gewohnten vorbei sein kann? Ablenkungsmanöver, Debatten über Begrenzungen wo schon jetzt jede Zuwanderung zu gering ist, vom Klimawandel ganz abgesehen, von der völligen Infrastrukturkatastrophe ohnehin… Da wirkt alles wie PR, wie Spiel.

    In diesem Sinne, Wahlomat machen, ein wenig ernst(er) nehmen.

  • Spare (du) Papier

    Etwas unterhalb von Seokguram musste ich noch mal auf die Toilette. Nachdem ich fertig war und mir die Hände gewaschen hatte (ja, ich mache das) fiel mir ein kleiner Sticker auf:

    Auf ihm steht: 안녕? 내 이름은 눙눙이야. 화장지를 아껴써줘. Was soviel bedeutet: Hallo, mein Name ist Nungnung. Spare (Toiletten)papier.

    Einer der netteren Aufforderungen, doch daran zu denken, dass, wenn man Papier spart, man Bäume rettet. Was stimmt, wenn auch die Dimensionen irgendwie schief sind: während ich für einen einmaligen Test, der heute stattfindet, wieder locker mehrere hundert Blätter weißes Papier ver(sch)wende, muss ich mir auf dem stillen Örtchen anhören, dass ich durch zwei Blatt durchweichtes Papier mehr schon wieder mehr Bäume auf dem Gewissen habe. Und weiter: während ich durch diesen und alle anderen Sticker, Aufdrucke, Mahnungen gar nicht mehr aufhören kann, daran zu denken, doch mir weniger die Hände mit gutem weißen Papier abzuwischen bzw. Bäume zu meucheln, juckt einen die Verschwendung von Plastik überhaupt nicht. Die scheint es in unbegrenzter Menge zu geben, ihre Verwendung ist Pflicht, es werden halt keine romantisch schönen Bäumchen zerstört, also hab dich nicht so!

    Ach so. Das “du” ist wieder ein schönes Beispiel für die Auslagerung: du Privatperson, Schweinehund, mieser Typ! bist verantwortlich. Weil du! aus dem komischen vollgestopften Automaten wieder nicht exakt ein Blatt sondern einen ganzen Stoß herausgezogen hast, ist es deine Schuld. Wie gefühlt immer. Es wird sich nichts ändern, wenn hier alle wegsehen. (In Abwandlung des Goodbye-Lenin-Spruchs).

    Und ohnehin: ist das nicht wieder eine Ablenkungdebatte: Papier auf der Toilette sparen, Plastiktüten einsparen, Ohrenstäbchen verbieten – und der Rest? Macht fröhlich munter weiter.

  • Kein Kommentar, kein Problem

    [de/ko] Ich habe mich entschlossen, die Kommentare hier erst einmal wegzulassen. Es ist besser so. Es gibt kein Problem, aber ich habe mich zurück besonnen, warum ich diesen Blog gestartet habe und denke, dass es zu viel Zeit braucht, hier die netten Kommentare von Leserinnen und Lesern vom Unsinn der Maschinen zu trennen.

    여기에서는 오늘부터 댓글을 쓸 수 없다는 것 좋겠다고 생각했다. 문제가 없지만 조금 편안했다. 저 그냥 그 블록 1 1/2년전에 그냥 개인적으로 시작했을 때 댓글에 대해 생각하지 안 했다. 많지 않았지만 항상 새롭게 블로그을 보는 것 힘들었다.

  • 유튜브

    [ko/de] 언어 공부를 하면서 유투브도 사용했다. 짧은 문법 설명하는 동영상을 많이 봤을 때 그런 쓸모 있는 방법이 생각했다. 하지만 하지만… 시간이 바꿔서 유튜브 알고리즘 때문에 작년부터 자주 정말 쓸모없는 아니면 시간을 낭비하는 동영상이 많아졌다. 인플루엔저가 언어 배우는 백프로 방법에 대해 자주 들었는데 자주 그냥 clickbait라고 말할 수 있었다. 나 아직은 그런 시간 낭비 바람에 페이스북이나 인스타그램 떠나갔다, 아마도 이제 유튜브도 점 덜 사용할 것이다.

    Und zudem ist es ja nicht nur die Zeitverschwendung, auch die Art und Weise. Videos sind nur noch untermalt verfügbar. Ja, die Aufmerksamkeit erhält es, aber welche Aufmerksamkeit. Der eigentliche Inhalt geht im Gedudel verloren und am Ende stehen zwanzig dreißig Minuten – aber was hat man eigentlich gesehen?

    내용이 자주 내용이 아닌다. 사람들이 내용을 발표하기 약속하는데 그것 발표하지 안했다. 유명한 동영상에서 댓글에서 사람들이 다행히 요약을 했는데 그것 계속해서 clickbait이다. 그래서 나 오늘부터 좀 덜 사용하고 싶었는 생각였다.

  • [Vor 20 Jahren gelesen (6)]: Wunderbare Novelle, schön-schaurige Legende: Gotthelfs schwarze Spinne.

    Das Kino im Kopf präsentiert zugleich die unverfilmbare Geschichte, wie man heute nie Horror, selbst mit einer Armada an Spezialeffekten nicht,
    inszenieren könnte. Die Geschichte ist einfach: eine geknechtete schweizer Bauernschaft schließt einen Pakt mit dem Teufel, der ein ungetauftes Erstgeborenes will und nicht erhält, sondern scheinbar erfolgreich getäuscht wird. Doch aus diesem Pakt bleibt eine todbringende Spinne über, die wie rasend sich über das Emmental ausbreitet. Wunderbar inszeniert: sie fliegt. Schauriger kann man es wirklich nicht mehr machen. Wer Gotthelf nicht kennt, sollte mit der Schwarzen Spinne (1842) beginnen und sich erst dann an [den] Uli und Anne Bäbi Jowäger machen. Umgedreht wird wohl der pfarrerhafte Ton erschrecken und den Zugang zu dieser wunderbaren Legende erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen.

    Gotthelfs schwarze Spinne kann man, wie ich das hier aus Zeitmangelgeldnot bei der Textbeschaffung wieder [wie so oft] getan habe, in einer guten [warum gut?] Reclamausgabe lesen. Gleichwohl sind auch bereits äußerst preiswert antiquarische Exemplare zu haben. Die Ausgabe bietet einen recht umfangreichen Kommentar, ohne den der heutige nichtschweizerische Leser vollkommen verloren wäre. Was bei Stadtschreiber Keller nur manchmal durchkommt, war bei Landpfarrer Bitzius anscheinend Pflichtprogramm: nämlich den geplagten außerschweizer Menschen mit Dialektalem zu traktieren. Oder aber man sieht all das als Bereicherung des eigenen Wortschatzes an. Wie gut es doch ist, endlich zu wissen, wie Gotte und Götti in allen Einzelheiten dekliniert werden.

    [Diesen Text, in konsequenter Kleinschreibung, oh je, habe ich 2004 auf meinem ersten Blog veröffentlicht, dann vergessen, auf einem Stick wieder gefunden und teile ihn nun hier.] [Gelesen habe ich das Buch vom 17. bis 20. März 2004]

  • [Vor 20 Jahren gelesen (5)]: Maulhalten – Weiterdienen! – Zu Jaroslav Hašeks “Schwejk” (1922/ 23)

    Vor 20 Jahren, Anfang bis Ende Dezember 2004 las ich den Schwejk und schrieb darüber folgendes in meinem verschollenen Blog:

    Was macht eigentlich ein Hundehändler, wenn der Krieg ausbricht? Ein Hundehändler mit Rheuma und bescheinigter Blödheit? Er setzt sich in den Rollstuhl und brüllt “Auf nach Belgrad!” Und wird dafür stante pede verhaftet, zum Simulanten gestempelt, amtlich als hingerichtet notiert und dann doch als Fleck für versoffene Feldkuraten und Oberlajtnants ausgeliehen.

    Jaroslav Hašeks Schwejk ist unbestreitbare Weltliteratur und einer der besten Schalkromane überhaupt. Und: Schwejk geistert seit Jahrzehnten durch die Hirne der deutschen Feuilletonisten. Denn immer, wenn es irgendwelche tschechischen Phänomene zu beschreiben gilt, kramt der Journalist, der den Schwejk eben meist nicht gelesen hat, das Schwejkische hervor und tituliert jeden querstehenden [2025: Oh Gott!] Künstler und Denker zu einem Nachfahren des Hundehändlers. Ach, wie da und dort doch der Geist des Schwejk da zum Vorschein käme. Und ebenso wie mit dem Monstrum “kafkaesk” wirft man “schwejkisch” um sich. Ein unausrottbares Phänomen dümmster Güte, subsummiert
    es doch alles unter den Hut der Anarchie – mit der mindestens die Hälfte
    aller so titulierten Künstler nichts zu tun hat…

    Doch zurück zum Buch, denn nur dem gilt Aufmerksamkeit zu schenken. Schwejk also, der mit seiner anarchisch kriminellen Energie eine reinrassige Bestie einem noch dümmeren Offizier stiehlt, wird kurz darauf nach Budweis geschickt, zum Bataillon, die Front zu sehen. Doch weder Handbremse noch Marschbefehl gelten für einen wie Schwejk, über den der Herrgott seine Hand im Großformat gelegt haben muss, und so
    verpasst man Zug um Zug, gilt längst als Deserteur. Aber was kümmert das einen wie den Schwejk Josef.

    Der nämlich wandert von Irgendwo nach Budweis, jedoch: in die andere Richtung. Was wiederum die Dorfpolizei in den Wahnsinn treibt und ihn vor dem Strick rettet, zu seinem Herrn Oberlajtnant zurückkehren lässt.

    Die restliche Fahrt an die herrliche Front, die so schöne Tode wie den auf der Bahnstrecke kennt, besteht eigentlich nur noch aus Anekdoten, schwejkischem Gequassel. Man fühlt ein wenig Oberlajtnant Lukasch mit: macht Schwejk seinen Mund auf, sollte man schleunigst die Ohren verschließen. Mit Beton mindestens.

    Insgesamt achthundert Seiten schwerste wie schönste Lesearbeit, die einem das Ungarische näher bringen, kann man dann doch fünf Soldaten in die Stadt schicken (öt honvéd város). Im Original übrigens stehen nahezu nur die Flüche auf Deutsch, was einen auf die schöne Übersetzungsleistung von Grete Reiner hinzuweisen verpflichtet, denn ihr ist jenes Schwejkeln zu verdanken…

    [2025: Zur Übersetzung nur so viel. Ich war wahrscheinlich damals wirklich schwer begeistert, allerdings stieß mir “die Wachau” auf, die jedoch nicht die Wachau, sondern das Wachau, ein Dörfchen bei Leipzig (im Jahre 1813) war. Im Tschechischen Original fehlt natürlich der Artikel <ich hatte mir das Original sogar von einem mittlerweile auch schon verstorbenen Freund besorgen lassen>, Grete Reiner kann kein Vorwurf gemacht werden. Aber (haha). Als ein paar Jahre später Reclam eine Neuübersetzung herausbrachte, stand der Artikel wieder drin. Also habe ich den Übersetzer <2025: Oh Gott, echt der?> angeschrieben und dieser antwortete mir auch recht neutral und nett, dass ihn schon einige andere Leser auf diesen Fehler aufmerksam gemacht hätten, er aber erst in einer (dann nie erschienenen) Neuauflage auf eine Änderung drängen könnte. Nun ja. ]

  • [Vor 20 Jahren gelesen (4)]: Die Zuckerschachtel gerettet – Zu Mór Jókais “Ein Goldmensch” (1872)

    Auch dieses Buch habe ich vor 20 Jahren, genauer gesagt vom 25.11. bis 1.12.2004, gelesen, einen Beitrag zuerst auf meinem ersten verschollenen Blog veröffentlicht, dann lange Zeit vergessen, dass es diesen Beitrag noch auf einem Stick gibt und heute hier noch mal hochgeladen:

    Manchen Romanen muss man lange folgen, bis man auch nur in Andeutungen erkennen kann, worum es sich handelt, wer die Hauptperson, in diesem Falle jener titelgebende Goldmensch ist. Bei Mór Jókai ist dies knapp einhundert Seiten lang der Fall, vom ersten Anblick der heiligen Barbara bis zu deren Untergang weiß man kaum, worum es gehen soll, noch wer eben jener Mensch ist. Unablässig folgt man und wendet Seite um Seite (und man blättert nicht nur, man liest)…

    Dann aber, wir haben eine verwunschene Insel passiert (die allemal
    wundersamer ist als Tiecks Waldeinsamkeit) und ein Mensch ist durch
    seine eigene Hand gestorben (und wie das inmitten des konfessionellen
    Chaos der Donauländer so war, wird der irgendwo auf dem Flußgrund
    beerdigt), geht jene Heilige Barbara unter (ja, ein Schiff) und das
    wichtigste Geschöpf an Bord rettet in seiner Verzweiflung nicht die
    zehntausend Dukaten, derentwillen das Boot seit langem verfolgt wurde
    (wo doch Gold das geringste Gewicht unter den Metallen hat), sondern
    greift zur Zuckerschachtel. Oh Timea!

    Von nun an macht Timea das Leben eines halben Dienstmädchens bei
    entfernten Verwandten durch, währenddessen ihr Retter eine steile und
    schwindelerregende Karriere vollführt, er wird reich und adlig. Jedoch:
    dabei klug bleibend, führt er schließlich seine Konkurrenten und früheren
    Vorgesetzten hinters Licht und bringt sie um ihr Geld. So wird auch
    Timeas Stiefvater hart von der Macht der Spekulation getroffen und dies
    sogar tödlich.

    Timár heiratet Timea, aber es scheint wie der Fluch des Midas: zwar
    wird alles, was Timár anfasst zu Gold, Reichtum und Einfluss. Doch
    kein Herz öffnet sich ihm. Tiefe Depressionen folgen, schließlich
    stürzt er sich gar in eine Liebschaft, die schließlich auch seinen
    “Tod” verursacht – nun ja, eigentlich soll der Rest des Buches an dieser
    Stelle nicht verraten werden, denn das Selbstlesen lohnt an dieser Stelle
    trotz des Umfangs.

    Ein wunderbarer ungarischer Roman, um nichts vergleichbaren
    französischen oder deutschen Erzählern der Zeit unterlegen. Bereits
    ein Jahr nach Erscheinen deutsch übersetzt, später nochmals von
    Heinrich Weißling.

    Sauber erzählt und optisch hochauflösend: hier ist kein Gramm Adjektiv
    zu viel oder zu wenig. Keine Längen, keine unnötigen Intermezzi,
    nie verlieren sich Gruppen in Gesprächen oder aber vollzieht irgendwer
    Sprünge von Überlänge. Unvergleichlich. Daher eine Empfehlung aus
    tiefstem Herzen für dieses Werk.

  • [Vor 20 Jahren gelesen (3)]: Genosse Enver lächelt nicht – Zu Ismail Kadarés “Der große Winter”

    Gelesen: 13.11.2004 – 24.11.2004, 559 Seiten, zuerst 2004 auf meinem ersten Blog veröffentlicht, dann 20 Jahre verschollen, auf einem Stick wieder entdeckt et voila:

    Es beginnt mit einem Foto. Einem Foto, auf dem der albanische
    Staatsführer Enver Hoxha nicht mehr lächelt. Dann breitet sich langsam
    aber sicher ein Wort dazu aus: Klimawechsel.

    Der Journalist Besnik Struga reißt mit Hoxha nach Moskau, Staatsfeiertag
    und Konferenz aller kommunistischen Parteien. Er soll dort übersetzen
    und gerät mitten in den Dschungel der noch immer in stalinistischen
    Mühlen aus Kritik und Selbstkritik denkenden Sowjets jener Zeit. Bald
    eine Woche wildeste Übersetzerei ermüden Besnik, häufen sich gegen
    Ende doch die Sprichwörter und damit der Grad der Distanz. Es wird
    eisig herum um Albanien; einem Schaulaufen gleich treten nun die
    Genossen der Vasallenorganisationen heran und peitschen ihre Tiraden
    ins geschulte Ohr. Genosse Enver indes schaltet sich durch alle
    Sprachen und entfernt sich immer mehr aus dem Saal.

    Albanien bricht mit der Sowjetunion, ein Affront sondersgleichen – etwas,
    was sich bislang nur das für immer geschmähte Jugoslawien erlaubt hat,
    an dem sich Ungarn die Finger verbrannt hat und Prag noch verbrennen wird. Albanien sagt “nein”, Moskau antwortet “niemals”. So nah allerdings
    hat man solche Vorgänge wohl selten in Romanen zu lesen bekommen –
    man fühlt sich leicht an Leonhard erinnert, wobei: das war kein Roman.

    Daraufhin kommen die Alten von den Bergen, weil sie Zeichen in der Landschaft auf Krieg hin deuten: Ich will den Genossen Enver sprechen.
    Daraufhin kommen die Geistlichen ins Antiquitätengeschäft und holen
    ihre Gewänder wieder: Die Zeit scheint gekommen.

    Kadarés Roman, einerseits ein guter historischer Roman (nimmt man die
    generelle Unvollkommenheit und Zwittrigkeit des historischen Romans
    dabei einmal aus), andererseits auch ein Einblick in ein tiranaer
    Familienleben, ist Besnik Struga doch beinahe schon verheiratet, hat
    er einen Vater, der bestrahlt werden muss, hat er einen Bruder, der die
    Zeit herumlungert. So vermischt sich die große Politik mit der kleinen Familie stets aufs Neue, wird die große Wende zur privaten Katastrophe: wer da nicht alles stirbt, und v.a. wer alles nicht heiratet.

    Einblick in Albanien, ein Land, das man sonst fast gar nicht wahrnehmen
    kann, weil es von den Medien nicht wahrgenommen wird, ein guter
    Einstieg für alle, die sich mit Albanien, aber auch mit den Machtprinzipien des Stalinismus beschäftigen möchten. Wirklich lesenswert, und das trotzdem es ein historischer Roman ist…

  • [Vor 20 Jahren gelesen (2)]: Japanische Studentenwohnheime – Zu Haruki Murakamis “Naokos Lächeln”

    Vom 22. Oktober bis 13. November 2004 habe ich (in der Bibliothek, daher die Dauer) Murakamis Roman gelesen. Wieder vom Stick aus dem Jahr 2004 hervor, ich hoffe, es ist nicht ganz so schlimm. In Erinnerung an meinen allerersten Blog.

    Selten kann man wohl gleichzeitig in einem Kapitel einen zu Tode berühren, im nächsten zum Lachen über Bankreihen animieren und ein, zwei Seiten später wieder mit dem grausamen Alltag konfrontieren. Haruki Murakamis Roman “Naokos Lächeln” kann dies, er fesselt gerade zu, noch einen und noch einen Abschnitt zu lesen, selbst wenn man keine Zeit dafür hat.

    Murakami lässt seinen Erzähler eine Art Lebensbeichte aufsetzen, denn
    alles hat er verloren. Naoko, ihr Lächeln; Kizuki, den Freund. Doch der
    Roman ist noch weit mehr, erzählt er vom Japan der 60er und 70er, von
    ominösen Studentenheimen, in denen nur die Sturmbandführer Gymnastik machen und die Sturmbandführer eigentlich nur einfache und arm(selig)e Kartographiestudenten sind.

    Nach dem Tod Kizukis trifft sich Erzähler Watanabe Toru mit Naoko mehrfach, bis diese in einem Sanatorium verschwindet. Danach beginnt für ihn die Zeit sinnlosen Studierens und v.a. Lesens. Was Murakamis Roman auch noch ist: Ansichten auf Literatur. So freundet er sich mit dem
    dauerhaft erfolgreichen Todaistudenten Nagasawa an, der nur das liest,
    was mindestens dreißig Jahre unter der Erde liegt. So liest er Conrad,
    Capote, Fitzgerald und so weiter. Japaner wie Kenzaburo Oe vielleicht
    auch noch. “Liest man, was alle anderen auch lesen, kann man nur das
    denken, was alle anderen denken.”

    Dann streiken eine Zeitlang die Studenten auf dem Campus, ihre Anführer sind jedoch zuvorderst, als es wieder in die Hörsäle geht. Zurecht empfindet Murakamis Toru Abscheu gegenüber 68ern. Mit Nagasawa Hilfe reißt er dann sinn- und bedenkenlos irgendwelche Mädchen auf, empfindet dabei aber keinerlei Erfüllung. Triebabreaktion maximal.

    Später begegnet Watanabe der seltsamen Midori, die das gleiche Fach
    studiert. Zudem kocht sie perfekte Kansai-Küche, ohne Bezug zu der Gegend zu haben, in der diese japanische Kochkunst gepflegt wird. Sie hat es einfach aus einem Buch gelernt. Wie anders auch, wenn Mutter und Vater verloren gehen. Sie lebt in einem heruntergekommenen Stadtteil, schleift einen Buchladen durch und erläutert Watanabe den Ursprung des weißen Rauchs aus einer Mädchenschule: massenhaft brennende Binden.

    Wunderbar, ja eigentlich schön, gerät Torus Besuch auf dem Zauberberg, dem Sanatorium Naokos. Und dort läuft ihm die ältere Reiko über den Weg. Wie ein Intermezzo schildert sie ihre Erlebnisse, die wie dieses Kapitel und das Buch überhaupt reichlich erotisch bis pornographisch geraten sind.

    Watanabe kann sich dann nicht entscheiden zwischen Midori und Naoko, bis der Lauf der Dinge seine Entscheidung prägen muss. Murakamis “Naokos Lächeln” ist mehr als ein Liebesroman, er ist zugleich Lebenshilfe für all diejenigen, denen eben diese Naokos seit Jahr und Tag fehlen. Ein wunderbarer Roman, dem eine bessere verlegerische Behandlung hätte zuteil werden können: ein doppeltes sechstes Kapitel ist wirklich unmöglich und ehrlich gesagt eine Schande. Aber das ist nun mal der Lauf der Taschenbuchdinge.

  • [Vor 20 Jahren gelesen (1)]: Das Elsaß ein Zirkuszelt – Zu René Schickeles “Blick auf die Vogesen”

    Vom 1. bis 10. Oktober 2004 las ich Schickeles Roman und schrieb damals in meinem ersten (schon lange beerdigten) Blog. Heute habe ich das wieder auf einem uralten Stick entdeckt und wollte es nur noch mal ans Licht der Öffentlichkeit holen. Nur so.

    Ein Mann kehrt heim, überschreitet die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich. Er kehrt heim im “schlimmen Jahr 1922”, inmitten eines noch lange nicht verstummten Nationalismus, ins geliebte Elsaß. Die Fronten finden sich verhärtet. Dem Vater, namens wie sprachlich deutsch steht der Stiefbruder des Heimkehrers Claus auf französischer Seite gegenüber, in anderer Ebene Landwirtschaft und Fabrik. In dieser
    Situation vernünftig zu arbeiten, für keine der beiden die Heimat zerreibenden Ungetümer zu sein, ist die unmögliche Lage Claus’. Er steht auf der Seite des Vaters, ohne zu vergessen, dass sein Stiefbruder von je her sein Vorbild war.

    Dazwischen jedoch entwickelt sich auch die Welt, zu ihren Ungunsten, wie sie noch nicht wissen wird oder wissen will. Wenn René Schickele von Ambitionen französischer Politiker schreibt, die Deutschland wirtschaftlich noch stärker in die Reparationspflicht nehmen wollten, dann aus elsässischer Sicht, der also des steten Verlierers zwischen
    den sich immer mehr verrenenden Landesnachbarn bzw. Erbfeinden.

    Schickeles Roman gleicht einem Zustandsbericht, einer Momentaufnahme des großen wie des kleinen Konflikts. Französisch schimpft man auf boches, deutsch ohnehin nochmehr. Ein gut geschriebener und leicht erzählter Roman, dessen Handlung jedoch nicht wirklich fassbar ist, zudem scheint es kaum möglich, diesen zweiten Teil ohne die anderen der Trilogie “Das Erbe am Rhein” zu lesen, schwirren einige Mengen an Namen um den Leser, die man schwer Kindern oder Frauen zuordnen kann. Was übrigbleibt ist die Ahnung, dass Schickele das Elsaß als seine Heimat geliebt hat, und was daraus gemacht wurde – was man aus den Elsässern gemacht hat: boches oder Wackes – ihm Unmut entlockt haben mag.

    Noch ein Wort zur Ausgabe. Dieser Teil der bei Fischer erschienenen Serie ist durchweg schlecht gesetzt, selbst dem unaufmerksamsten aller Leser ergeben sich mindestens eine Handvoll ausgelassener Buchstaben und verstümmelter Worte. Man mag bei solchen sichtbaren Fehlern gar nicht daran denken, was hier vielleicht gekürzt oder begradigt wurde. Nein,
    lieber nicht daran denken. Sondern mit den zwei weiteren Teilen nochmals darüberlesen.

  • Bekanntes: Zu Oliver Hilmes’ Schattenzeit

    [de/ko] Im Aufbau erinnert das Buch nicht von Ungefähr an Kempowskis Echolot, in Schnipseln sammelt es kurze Geschehnisse des Jahres 1943, in der Zeit also, in der der Untergang des Dritten Reiches begonnen hatte. Viel ist mit Sicherheit auch Kempowski und Klemperer entnommen, manches durchaus auch den Erinnerungen Hans Rosenthals, für mich wirklich neu ist nur das Schicksal Karlrobert Kreitens, der in einem unbedachten Moment den Führer beleidigt und damit am Ende Wehrkraftzersetzung in nazistischem Sinne begeht. Während er sich anfänglich noch Hoffnungen macht, die Familie sogar Furtwängler einschaltet, ist sein Urteil von vornherein klar. Die Hinrichtung selbst wird en detail geschildert – in einer Zeit, in der die Leichenberge des Holocausts aus dem Fernsehen verschwinden, im besten Falle noch verpixelt oder verschwommen dargestellt werden, man selbst Hitchcocks Lehrfilm Night will fall wirklich suchen muss, ein bemerkenswerter Punkt am Buch. Ich mag all diese Bilder nicht, ich habe, seit ich sie als Kind das erste Mal gesehen habe, nie vergessen.

    Umso mehr, gerade jetzt – mit dieser wahnsinnigen Verschiebung des “Sagbaren” – wäre es wichtig, diese grauenhaften Bilddokumente wieder stärker zu zeigen.

    Ansonsten bietet das Buch leider wenig Neues. (Anekdoten von Hamsun, Notizen zu Kästner…) Wer, wie gesagt, Kempowski, Klemperer und andere Zeitzeugenberichte gelesen hat, wird höchstens das Schicksal Kreitens kennenlernen können. Dass den Tätern mehrheitlich nichts geschehen ist, bzw. sie höchstens feige Hand an sich legten, ist auch altbekannt. Bzw.: Wer davon noch nichts gehört hat, sollte das Buch lesen. Denn gut geschrieben (!) ist es wirklich, eine derart flüssige und klare Sprache sucht man in historischen Büchern oft vergeblich.

    올리버 힐메스의 책 2차 세계대전 중에 있는 독일에 대하여 말했다. 독일 군대 스탈린그라드 졌어서 책에서 집중한 1943년이 유럽 2차 세계대전위해 너무 중요했다. 다양한 독일 독서자 발터 캠포브스키나 (Walter Kempowski) 빅터 클램퍼러의 (Victor Klemperer) 일기를 읽으니까 대다수 내용 이미 앍어 있었다. 아마도 그냥 음악자 칼 로버트 크라이텐 (Karlrobert Kreiten) 처음에 읽었다. 언어적으로 정말 좋은 추천한 책이다. 그런 책 독일에서 배스트셀러 있었는데 이미 한국어로 번역하지 못했다. 아니면?

  • 38C3

    [de/ ko] Silvester knallte es eigentlich nur, zum Glück waren Nachbars über wie unter mir nicht da, also war es zumindest so, dass ich mich zum Videoschauen konzentrieren konnte. Ich habe daher recht schnell viel Zeit rumgebracht und, mal zur Abwechslung, nicht die Zeit als verschwendet empfunden.

    Begonnen habe ich mit dem Vortrag über die Standortdaten bei einem größeren Autokonzern, da war selbst ich als Laie überrascht, wie einfach solche Daten zu erhalten waren. Heißt: ich hätte das zwar natürlich nicht hinbekommen (und hätte es auch nicht vor), aber zumindest das Prinzip konnte ich verstehen.

    Ähnlich interessant dann die Präsentation zu den Datensammlern und wirklich gut dieser Vortrag, der das widerwärtige Potsdamer Treffen noch einmal aufgriff.

    Faszinierend zuletzt der Vortrag von Anne Brorhilker über die irren Cum/Cum und Cum/Ex-Geschäfte – ein endloser Skandal, den kaum jemand wahrnimmt. Eine Folie vergleicht diese Steuerstraftaten mit dem in den Medien hoch und runtergebeteten Sozialbetrügereien (ohne die zweiteren zu rechtfertigen). Da entsteht auf der Seite der Steuerkriminellen jährlich ein Schaden von mehr als 100 Milliarden Euro, beim Sozialbetrug hingegen sind es rund 320 Millionen Euro. Da wird endlos schwadroniert, wie man Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern noch was kürzen kann und muss und sowieso, und bei den anderen Summen, die durch Männern mit Aktentaschen dann eben auch in der Infrastruktur und in den Schulen und in der Pflege und so weiter fehlen, gibt’s nichts. Kaum Reaktion, keine Veränderung.

    Ich gebe zu, Cum/Cum und und Cum/Ex zu verstehen ist echt schwierig, ich habe gerade immer noch mit Kopfschmerzen durch Wind- und Übernächtigung zu kämpfen, eventuell bin ich einfach auch erkältet, aber diese 45 Minuten Video lohnen sich nicht nur, die sollte sich jede*r anschauen. [Eigentlich sollte sowas im Fernsehen laufen, einfach mal Pause für Märchenfilme und Volksmusik und 45 Minuten Gehirn an!]

    유럽 설날 전에 유명한 해커 단체 카오스 컴퓨터 클럽 (Chaos Computer Club) 매년 큰 회의가 (Chaos Communication Congress) 생긴다. 몇년전에 부터 그런 동영상을 꼭 봤다. 자주 해킹에 대하는데 다양한 다른 중요한 주제도 있다. 올해 38회 다시 재미 있었다.

    처음에 그들이 독일 유명한 자동차회사 VW에 대한 문제 발표를 했다.발표하는 사람들이 VW자동차에서 있는 자료를 쉽게 투명하게 볼 수 있고 사용할 수 있는 문제를 발견했다. 나중에 다시 포트스담의 극우주의 회의에 대한 발표를 들었다. 극우주의 이론 작년에 너무 강하졌다. 그런 참석하는 사람들이 표현 Remigration 발생겼다, 이제 사회 중에 많이 사용했다.

    오늘 아침에 마침네 경제적인 (동영상 영어로! Cum/Cum, Cum/Ex) 주제에 대한 발표를 들었다. 중요한 문제, 하지만 대부분 사람들이 그런 주제 몰랐다. 국제적인 문제가 이여서 모두 그것에 대해 듣는 것 추천하고 싶어요.

    그런 동영상들이 자주 영어 자막이 있다.

  • Rückblick 2024

    [de] Ich weiß, ich weiß, wenn ich das aufteile, liest es erst recht keiner. Kombiniert man die Zahlen, hat wohl jeder Beitrag hier rund zwei (2,3) Zugriffe, außer wenn ich mir das noch mal ansehe und korrigiere und ergänze, kürze, verändere. Geschrieben habe ich mit dem gestrigen Beitrag 89 kurze Gedanken, damit deutlich mehr als im letzten Jahr, als ich diesen Blog mehr oder weniger zufällig angefangen habe. Eigentlich wollte ich das nie wieder machen, durch die ganzen Änderungen im Netz (social media, DSGVO) hatte ich sowohl Befürchtungen als auch keine Lust mehr und zu erzählen habe ich weiterhin – aber das ist eben ganz normal – eigentlich recht wenig.

    (Die meisten Zugriffe kamen aus Deutschland [373], seltsamerweise* gefolgt von den USA [50], dann Korea [7], Rumänien und Österreich [je 5] usw usf.)

    Ich habe mein Lesejahr abgeschlossen, wie 2023 bereits und hoffentlich auch 2025 mit den Losungen auf Koreanisch.

    Das Buch von 2023 sieht so schlimm (verknittert, mit verlaufener Farbe durchtränkt) aus, weil es in einen Regenguss kam, daher hatte ich dieses Jahr immer mit einer Klarsichthülle zu kämpfen und das Buch sieht auch heute noch, zumindest außen, recht gut aus. Innen hingegen ist es übersäht mit meinen teils ~~seltsamen Übersetzungen und kleinen persönlichen Anmerkungen zum Tag. Ohne, dass ich es beabsichtigt habe, ist das Losungsbüchlein zu einer Art Tagebuch geworden. Ich hoffe, dass ich es auch nächstes Jahr wieder jeden Tag schaffe, zumindest der Übersetzung wegen.

    Ich bin mir weiterhin nicht sicher, ob das eine gute Übersetzungs- oder Lernstrategie ist, aber zumindest habe ich eine Art tägliche Routine: ich nutze wirklich fünf bis zehn Minuten im Zug oder am Morgen zu Hause um so genau wie möglich den dritten Text zu übersetzen (und aufzuschreiben). Die beiden biblischen Texte hingegen lese ich nur, aber ich übersetze da nicht genau. Gelernt: hmm, eher nur spezielle Vokabeln, die für die aktive Sprachverwendung nicht wirklich sinnvoll sind. Wäre ich Pfarrer, ok, dann hätte ich schon ein Gutteil wichtiger Wörter drauf.

    Und ändert mich das religiös? Eher nicht. Es ist eigentlich, wie schon im Studium, interessant zu wissen, was wo steht, wer sich wann im Laufe der Geschichte auf genau diese Stelle berief um Unsinn zu machen, aber berührt hat mich das leider nicht. Gut bei den Losungen sind die nur online verfügbaren Bethlehem-Texte, die ganz tagesaktuell sind und oft (meiner Meinung nach) wirklich genau das aussagen, was die letzten Tage ausgemacht hat.

    Aber wie gesagt, ich bin immer noch ein wenig traurig, des fehlenden Astrid-Lindgren-Textes wegen. Und im neuen Buch sehe ich noch nichts vergleichbar Außergewöhnliches. Mal sehen. Ich gehe den wenigen Leser*innen auch im nächsten Jahr sicher immer mal wieder damit auf den Nerv.

    Gelesen habe ich also in diesem Jahr recht viel. 93 Bücher insgesamt, davon 81 auf Deutsch, 2 auf Englisch und 10 auf Koreanisch. Das ist das erste Mal, dass ich eine zweistellige Anzahl von Büchern in einer Fremdsprache gelesen habe. Gut, man kann natürlich sagen, dass da auch eine Reihe sehr kurzer Bilderbücher dabei war, aber mir ist das egal. Ich habe meine Bibliothek ungelesener Bücher trotz aller Funde auf 698 reduziert. Ob es weiter weniger wird, weiß ich nicht, aber es soll nicht wieder über 700 steigen. Begeistert war ich in diesem Jahr von Bora Chungs verfluchtem Hasen, von Alexis Sorbas. Gut waren immerhin die letzten beiden Bücher von Ivan Ivanji, der kurz darauf dieses Jahr verstarb und den ich weiterhin jeder/ jedem empfehlen möchte. Ebenso, besonders, wenn man aus Deutschland kommt, und das nächste Jahr nicht zu sehr blauäugig beginnen will, sei weiterhin Walter Kempowski aufgeschrieben: Es geht gar nicht so um die Frage, wie schlecht es den politischen Gegnern oder Minderheiten unter einer neuen Diktatur gehen würde: vielmehr zeigt Kempowski immer wieder wie sich auch das Leben der vermeintlich normalen Leute durch das Nachlaufen hinter Knalltüten verändern, verschlechtern wird.

    Die meistgelesenen Autoren-Nationen sind weiterhin Deutschland (648), gefolgt von Frankreich (115), Japan (80), USA (71), Österreich (64), Großbritannien (57), Südkorea (44), Russland und Belgien (je 41), Schweiz (36) und Tschechoslowakei/ Tschechien (35). Neu dazu gekommen sind in diesem Jahr Algerien und die Slowakei.

    Gesehen habe ich in diesem Jahr 332 Filme. Bei den Filmen liste ich keine Sprachen auf, wenn ich es irgendwie verstehen kann, wird es geschaut. Andererseits bin ich hier wieder etwas eigen und liste die verschiedenen Deutschland getrennt auf, d.h., DDR gegen alle anderen. Ebenso bei der Tschechoslowakei, wo ich erste, zweite und dritte Republik von der heutigen Tschechischen Republik und der Slowakei trenne.

    Die meisten Filme (insgesamt) stammen 1. aus der DDR (479, +77), 2. aus Deutschland (417, +127), 3. der Tschechoslowakei (199, +39), 4. den USA (99, +9), 5. Südkorea (62, +12), 6. Tschechien (62, +12), 7. Frankreich (52, +9), 8. Japan (50, +25), 9. Großbritannien (47, +4), 10. Dänemark (19, +0) Neu dazu gekommen sind in diesem Jahr Kambodscha, Litauen, Albanien, Bhutan, Brasilien und Neuseeland (je +1)

    Ich habe an 107 Tagen nichts gekauft. Ursprünglich hatte ich damit im letzten Jahr auf einer Dienstreise durch China angefangen, eher zufällig vierzehn Tage nichts konsumieren zu müssen. (Alles wurde bezahlt, es war viel zu viel). In diesem Jahr habe ich dann mehr oder weniger unkoordiniert weitergemacht und bin selbst erstaunt, immerhin fast ein Drittel der Zeit nichts gekauft zu haben. Wenn ich mich konzentrieren würde, kämen sicher noch mehr Tage zusammen. Ich weiß, warum, wieso, das bringt doch nichts. Nein nein, ich mag es, mal nicht als einzige Freizeitaktivität nach einem endlosen Unterrichts-Sitzungstag noch einkaufen zu gehen und mir den Weg durch die Regale zu bahnen. Wie das manche so zelebrieren können, ich weiß es nicht und ich verstehe es nicht. (Nichts gegen Window-Shopping, aber auch nur in einem anderen Land und nicht hier, wo alles gefühlt nach 1€-Shop aussieht und die großen Märkte alle gleich sind.)

    Im nächsten Jahr, 2025 also, möchte ich mehr lesen, weniger sinnlose Zeit verbringen (haha), z.B. weniger mit dem Einkauf beschäftigt sein, weniger Schokolade (bis gar keine) essen, mehr Yoga machen, mehr und länger reisen (wenn es denn machbar ist), unter Umständen sogar wieder anfangen zu laufen. Und natürlich weiterhin hier alle nerven und schreiben. Mal sehen.

    새해 복 많이 받으세요 여러분!

    (Das war Koreanisch und heißt: Euch allen viel Glück zum neuen Jahr.)



  • Andererseits. Zu “Penguin loves Mev in the UK” (1 und 2) 팽귄 로브스 매브

    Am Ende des Jahres hat mich der Ehrgeiz gepackt. Vielleicht werde ich morgen darüber etwas schreiben können, wenn mich die Menschen um mich herum lassen. (Sozusagen eine Art Jahresrückblick, ein Blick in meine Statistiken) Denn morgen ist wieder Waffentesttag, unter dem Stichwort meine Freiheit lässt sich so schön von früh bis spät jedermann an jedem Ort nerven, belästigen und allgemein hübsch unerträglich sein.

    Bei vielen Dingen im Buch merke ich, dass ich langsam alt werde, einer anderen Generation angehöre bzw. einfach anders leben wollen würde. Aber jedem Menschen, wie sie*/ er* will

    Also: ich habe im Februar von S die zwei Teile dieses Webtoons/ Manhwas geschenkt bekommen, den ersten recht schnell gelesen (ein Webtoon hat mehr Bilder als Text, es lässt sich bedeutend leichter als ein Buch lesen) und für den zweiten habe ich auch nur ein paar Stunden gestern und heute gebraucht. Zumal er mit englischen Untertiteln kommt und bei für mich unverständlichen Stellen konnte ich einfach zur Seite schauen, was dieser oder jener Dialog denn bedeuten könnte.

    Das macht es natürlich sehr sehr leicht, andererseits liegt da auch die unwiderstehliche Versuchung, immer mal schnell zu switchen. Fürs Sprachenlernen ist es nicht unbedingt geeignet, es sei denn, es geht um Konversation, um echt gesprochene Sprache, mit all ihren Fehlern, mit allen Abkürzungen, Ausdrücken: siehe “Was nicht im Lehrbuch stand“.

    Der Webtoon/ das Manhwa (von 2010 bis 2018 im Original erschienen) handelt von Penguin 팽귄 und Mev 매브, die sich in Korea kennenlernen, zusammenkommen und schließlich heiraten. Sie ziehen dann (noch weit vor dem Brexit) nach England und sind dort recht glücklich, soweit man den sozialen Medien (zu denen ich doch nicht verlinke) entnehmen kann (was ich mal ausnahmsweise getan habe). Es scheint wohl noch einen dritten Band zu geben, aber egal, ich brauche das nicht, ich habe das Prinzip verstanden.

    Manchmal habe ich Witze nicht begriffen, war ich vermutlich zu alt, zu wenig koreanisch oder vor allem zu wenig englisch um den Humor erahnen zu können, aber im Großen und Ganzen ein nettes Buch. Wie gesagt, nicht unbedingt, um extensiv zu lesen, aber warum muss man denn auch dauernd lernend lesen, warum nicht einfach mal zum Spaß?

    In diesem Sinne versuche ich diese Nacht noch zu schlafen, wer weiß, wann das wieder möglich sein wird…

  • Vom Träumen. Zu Erin Entrada Kellys “우리는 우주를 꿈꾼다” (Die Nelsons greifen zu den Sternen)

    In den letzten Tagen habe ich jeweils knapp 30 Seiten pro Tag gelesen, deshalb habe ich es heute geschafft dieses Buch zu beenden. Insgesamt 22 Tage, 955 unbekannte Wörter, was hochgerechnet einer Verstehensquote von rund 98% entspricht – und damit an der Schwelle zum flüssigen Lesen lag. (Für das wirklich flüssige, d.h. dem muttersprachlichen Lesen vergleichbare Lesen braucht man, soweit ich mich eingelesen habe, 99% bekannte Wörter. Bei manchen Seiten hatte ich das Gefühl, da zu sein [= muttersprachliches Lesen], bei anderen musste ich ganz schön zirkeln, um den Sinn ansatzweise genau zu erfassen. Sicher kann ich mir ohnehin nicht sein, da ich schon im [deutschen] muttersprachlichen Lesen oft Details übersehe und schludrig und nachlässig lese.)

    Mir hat das Buch gefallen. Unbedingt. Und jedem, der Kinder unterstützen will, die vorwärtskommen wollen (und nicht nur Vorwärtskommenwollen im Sinne des elterlichen Wunsches begreifen), die etwas Interessantes im Leben erreichen wollen (so sehr das auch von Anbeginn illusorisch ist), sollte dieses Buch empfohlen werden. Also zum Selbstlesen und zum Verschenken für Kinder. Lest mehr sowas, Fantasy bringt es nicht.

    Das koreanische Cover des Buchs. Der Titel gefällt mir besser als der der deutschen Ausgabe.

    Erzählt wird aus dem Alltagleben einer amerikanischen Familie: die Eltern streiten sich permanent, der Größte (캐시, Casey) wiederholt die 7. Klasse und könnte sie noch einmal wiederholen, der Mittlere (피치, Fitch [ich habe ihn Pizzi genannt]) hat mit Computerspielen Erfahrung, flippt manchmal aus und weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Und die Kleinste (also die Zwillingsschwester des Mittleren, sie wird aber im Buch immer wie die Kleinste beschrieben, 버드, Bird) träumt davon wie Christa McAuliffe und Judith Resnik an Bord einer Raumfähre ins Weltall zu fliegen.

    Die Familienverhältnisse sind nicht ideal, die Förderung der Kinder auch nicht, weder in der Schule noch zu Hause, es braucht mehr als 300 Seiten bis die Kinder verstehen, auf welchem Weg sie vielleicht besser gehen könnten.

    Und dann geschieht die Challenger-Katastrophe (am 28.1.1986) und die Einzige, die bis dahin ganz zielstrebig war, die ein Ziel im Leben zu haben schien, Bird (버드, eigentlich Bernadette) schmeißt ihre Aufzeichnungen in den Müll und ist völlig hoffnungslos. (Ich selbst habe das Unglück damals auch in den Nachrichten gesehen, für mich formte sich immer ein Herz aus den Rauchsäulen…)

    Da hat sie (Bird) sich bis dahin jeden dummen Spruch, jedes Desinteresse an und jede Witzelei über die Raumfahrt gefallen lassen, hat es ignoriert, hat mit unstillbarem Wissensdurst geforscht: und dann das: in 73 Sekunden ist alles vorbei. Du wirst es eh nicht schaffen, Mädchen vom Lande, vergiss es.

    Vom Träumen schreibe ich in der Überschrift. Vom Träumen handelt das Buch so oft: vor allem aber von dem, was von Träumen bleibt. Am Tiefpunkt des Buchs schreibt Bird sogar: 기대를 하지 않으면 실망도 없다. (S. 349, soviel wie: Wenn man keine Hoffnung/ Erwartung hat, gibt es auch keine Enttäuschung). Da reiht sich Bird in die Liga der geplatzten Träume ein, leider. Kelly lässt ihren Erzähler am Ende des Buchs (S. 374) noch hoffen, dass sich Birds Traum vielleicht doch noch verwirklicht haben könnte, sie stellt Eileen Collins vor, die Birds Traum, Kommandantin eines Raumschiffs zu sein, 1999 (!) als erste Frau verwirklichen konnte.

    Ein Buch über die frühen 80er Jahre der USA, das schrottige Schulsystem wird angedeutet, die beschissenen Familienverhältnisse mit zugemüllten Wohnungen ebenso (Bird hat einen Freund/ eine Freundin, deren Wohnung aufgeräumt ist, wo alle am Esstisch gemeinsam essen – wenn das schon ein Ziel ist, na dann gute Nacht), der ewige Fernsehkonsum etc. usw. usf. Wenn man sich fragt, warum die USA so sind wie sie sind, hilft dieses Buch natürlich nicht viel weiter, bzw. liefert nichts Substantielles, aber der Grundton (oder mein Vorurteil?) ist erkennbar.

    Natürlich bleibt bei mir die Unsicherheit, wie viel ich davon richtig verstanden habe. Aber ich bin froh, dieses im August in Seoul gekaufte Buch (S hat es für mich ausgewählt) so schnell gelesen und vermutlich so gut verstanden zu haben.

    Und an alle geht mein Wunsch: Lest das Buch. Und wer es für das fremdsprachliche Lesen-Lernen verwenden will: ja, so ein Buch funktioniert. Es gibt viele Passagen beschreibenden Texts, die Dialoge sind zumeist verständlich. Es gibt wenig schwierigen Wortschatz (die Kosmosvokabeln erschließen sich bzw. behindern den Lesefluss nicht, die wären ja auch für muttersprachliche Kinder in dem Alter [8 bis 12?] neu bzw. unklar und meist würde man die überlesen bzw. ignorieren)

  • Vokabeln (2)

    Im Oktober schrieb ich hier, wieder mit meinen Vokabeln begonnen zu haben. Ich bin immer noch dabei und Stand heute bin ich bei 1083 Vokabeln, die ich zumindest so oft wiederholt habe (7 Gruppen), dass ich sie dann in einer 8. Gruppe sammle. Dabei sind manche Karten doppelt beschrieben (es gibt also zwei Wörter, manchmal sogar vier). Aber zunächst konnte ich mir oft nur die altbekannten Karten einprägen und von Woche zu Woche ist es weniger geworden. Dabei habe ich natürlich wieder festgestellt, dass manche Wörter mehrere Male auf Karten auftauchen. Aber ehrlich gesagt, ich habe es nicht verändert, denn das bisschen Wiederholung schadet nicht, dann ist das Wort eventuell doch etwas schneller in der letzten Gruppe. Es sind noch so unendlich viele Karten vor mir und jetzt kommen die Karten, die ich eben oft mit zwei oder mehr Wörtern beschrieben habe (ich bin Platzsparer, na ja, selbst schuld.) und das ist schwerer. Ich merke mir zwar ein Wort, aber nicht die anderen. Also habe ich mir verboten, die Karten mit weiteren Wörtern zu versehen und erst wenn ich alle Karten (haha) irgendwann in der 8. Gruppe habe, werde ich vielleicht neue Doppelkarten zulassen. Aber ich bin da nicht so sehr zuversichtlich, dass dieser Punkt so schnell kommt. Vielleicht dauert es noch ein paar Monate, vielleicht sitze ich Ende 2025 wieder hier und schreibe, dass es jetzt 1084 Karten sind.

  • 올해: 마감일, 적어도 사무실에서

    12월19일 중요한 날이다. 지난 주 니더삭센 지역에 큰 기차 사고 이여서는 나 오늘날 다시 그 계획적인 기차를 탈 수 있다. 다른 날에는 항상 기차가 엄청 늦어서 오늘 다 괜찮은 것 바란다. 그 기차가 또한 ICE이여서 다시 혼자 조용한 촤석 있다. 드디어.기말고사들이 모두 끝냈고 수업도 없어서 오늘 마지막 사무실에서 일하는 일이다. 사실은 나 하루 종일 그냥 컴퓨터에서 새로운 기말고사위해 탐구하는데 그것 스트레스 없는 날 바란다. 하지만: 새로운 기말고사 주제는요? 사실: 이제 몰란다, 생각이 있는데 확실하지 않다. 그래서 내일에도 그런 기말고사위해 찾을 것이다, 핮지만 집에 남아 있을 것이다.

    Ich hoffe, ich finde in den nächsten Tagen ein bisschen mehr Zeit zum Lesen und Lernen, aber der Wirbelwind Weihnachten wird seinen Tribut fördern und so darf ich nur hoffen, dass es nicht allzu lange dauert.

  • Was ich zur Zeit lese (B)

    Ich bin immer noch mitten in Padura: Der Mann, der Hunde liebte (Seite 340 von 729) und komme auch nur scheibchenweise/ seitenweise voran. Um zu erkennen, wie schrecklich ein Exil ist, wie unerbittlich Stalin Trotzki verfolgt hat, hätten es meiner Meinung nach auch ein paar hundert Seiten weniger getan.

    Noch immer nicht weiter und in Hoffnung auf die freien Tage rund um Weihnachten (aka: die Händler sind unzufrieden) bin ich bei Erin Entrada Kelly (aber immerhin 166 von 374, beinahe die Hälfte).

    Begonnen habe ich mit einem neuen Manhwa, die erste Geschichte (Seite 30 von 199) habe ich schon hinter mich gebracht, jetzt beginnt irgendeine Geschichte mit Blumen, und bereits auf der ersten Seite habe ich das Wort für Ringelblume/ Calendula gelernt (und gleich wieder vergessen): 금잔화.

    Und schließlich, da sich das Tandem mit der Mitternachtsbibliothek immer noch auf Seite 198/ 199 befindet (zuerst gelesen im Juli 2023, dann auf Koreanisch von September bis November 23 und nun im Tandem nochmal zur Zusammenfassung) lese ich in Vorbereitung und Wunsch: Fredrik Backman: Eine ganz dumme Idee (S. 64 von 455) und bin bis jetzt nur verwundert, worum es denn eigentlich gehen soll und wann sich was aufklärt. Der Schriftsteller ist berühmt? Es gibt da Filme? Aha, ich wusste es nicht. Bei der Seitenzahl bin ich noch reinweg neugierig und wie gesagt verwundert.

  • Grammatik im Traum

    Ich war in einer neuen Schule[1], mochte den Unterricht nicht[2] und kehrte in meine Klasse zurück, von deren Schülern ich wusste, dass sie mir nicht recht wohlgesonnen waren.[3] Einer von ihnen stellte mir eine so derart unsinnige Frage,[4] die ich im Laufe der Zeit in eine sinnvolle umdrehte, was schon im Akt des Sprechens die Teilnehmer verblüffte, ich hoffe sogar, begeisterte.[5] Ich hab eine meiner Standardausreden, dass das nur aus der Sprachgeschichte zu begründen sei,[6] verwendet, aber scheinbar waren sie darauf nun überhaupt nicht vorbereitet, hatten eher gehofft, ich gehe gar nicht darauf ein, drehe durch,[7] werde laut etc. Aber nichts da. Dummen Fragen begegne ich immer, in dem ich sage: das ist eine gute Frage,[8] und dann versuche ich mich dieser Frage so lange zu stellen, bis allen klar wird, dass die Frage Nonsens war oder aber wir zu einem Ergebnis kommen, was für alle interessant sein könnte.

    Der Traum war nur knapp zwei drei Minuten lang, dann weckte mich ein Anruf, aber irgendwie war das genau in einem Übergang und ich konnte noch einen Teil davon erzählen. (In Übersetzung sogar)

    [1] Da ich und wir alle nicht wissen, wie im nächsten Jahr die Wahlen ausgehen, ist auch unklar, wie man mit den Kursen für DaF umgehen wird. Wenn man schon an Tag 1 nach Assad rumschreit, alle von denen sollten doch sofort das Land verlassen, was passiert dann erst, wenn die an der Macht sind, die gar keinen und niemanden hier haben wollen? Daher dauernd diese Wechselphantasien. Oder Wechselalpträume.

    [2] Mir ist immer vorgeworfen worden, ich möge meinen Job nicht, weil ich mich so viel darüber beklage. Anders wird ein Schuh draus: ich mache mir Gedanken darüber. Gut ist nicht gut genug und Hochmut, sich im vermeintlichen Erfolg-Sonnen ist auch keine Lösung.

    [3] 2011/2012 unterrichtete ich eine Gruppe von Studenten aus einem Land, die von ihrem Oberhaupt mit üppigen Stipendien hierhergeschickt wurden: und die wollten wirklich nicht lernen, zeigten mir das dann. Ich bin sogar noch heute von ihnen verflucht, ganz offiziell. Dass ich sie verstehen konnte (gedanklich, leider nicht sprachlich), hat sie auch nicht interessiert: Der Unterricht war vom Regime, sie dagegen und jetzt drauf auf den Ungläubigen. Die Urangst, sie (also alle neuen TN) könnten mir nicht gesonnen sein, ist geblieben.

    [4] Unsinnige Fragen habe ich häufig, zuletzt eine in Geschichte, durch Phonetik, Syntax und Morphologie derartig entstellt, dass ich nur noch blind hineingeraten habe.

    [5] Komischerweise habe ich oft Lob dafür bekommen, dass ich so gut erkläre. Bei dem, wie schlecht und oberflächlich ich erkläre, heißt das dann im Umkehrschluss: Der Rest erklärt noch schlechter oder gar nicht? Überall Singsang und Nachgeplapper?

    [6] Diachrone Erklärungen fand ich immer gut, die faszinieren aber bloß in Talkshows oder am Stammtisch, ansonsten bitteschön synchron, direkt in der Grammatik. Skalpel, prosím!

    [7] Ich bin in knapp 20 Jahren (August 2005 war meine erste Unterrichtsstunde) öfters laut geworden.

    [8] Das finde ich generell eine gute Idee. Stets aus dem Unsinn eine sinnvolle Frage machen, stets positiv antworten. Anders geht es nur den Bach herunter.

  • Pachinko, erneut

    Vor ein paar Jahren habe ich Min Jin Lees Pachinko (Ein einfaches Leben) gelesen. In diesem Roman wird in einer ausufernden Saga die Geschichte einer in Japan lebenden koreanischen Familie erzählt, mit allen schlimmen und erbärmlichen Stellen, grausam und wütend machend. Die Koreaner in Japan, die keine Staatsangehörige werden können, sich getrennt nach Nord- und Süd aufteilen, gänzlich eigene Schulen besuchen, betreiben dort die Pachinko-Spielautomaten, aber das ist auch schon lange bekannt.

    Eben so eine kleine Spielhalle betreiben auch die Großeltern der Erzählerin in “Die Pachinkokugeln” von Elisa Shua Dusapin. Sie besucht sie in den Ferien und würde gerne mit den Großeltern noch einmal in deren Heimat Korea zurückkehren. Die Geschichte mäandert vor sich hin, die alten Leutchen sind tüddelig, nun ja, ein wenig wird angedeutet, wie die Menschen dort lebten und noch leben, und nur am Ende wird klar, dass es hier um Zerrissenheit zwischen Ländern, zwischen Welten geht, dass sich Menschen durch Flucht und Emigration an allen Orten heimisch und doch nie recht heimisch fühlen, dass wahre Heimat undefinierbar ist und vielleicht nur in der Familie ein wenig Halt bleibt.

    Das Bändchen ist schmal, die paar Seiten schaden nicht. Wäre es länger, würde ich dann doch eher abraten.

  • Bachs Weihnachtswunder, aber auch nur das

    Es muss am kommenden Jubiläum liegen (dieses Jahr 290 Jahre Weihnachtsoratorium und 340. Geburtstag von Bach im nächsten Jahr), dass man sich an so einen Stoff wagt: Bach in allen Stereotypen (ständig verkracht mit der Obrigkeit, beständig klamm und dauernd von Bachkindern und Bachverwandten umgeben). Kaum was Neues, zudem wenig interessant, weil vor allem jeglicher Originalschauplatz fehlt. Als ob man keine Thomaskirche mehr hätte, keine Nikolaikirche mehr stünde.

    Natürlich: die Umgebung drumrum sieht mittlerweile ganz und gar anders aus, aber man hätte, auch durch den gänzlich fehlenden sächsischen Tonfall, eigentlich auch auf dem Mond drehen können.

    Nichts, was man sich auch nur im Ansatz als Leipzig zusammenfantasieren könnte. Ich weiß nicht: bei vielen Kriegsfilmen, in denen Berlin in Prager Straßen simuliert wird, lasse ich mir das noch gefallen (auch wenn es oft sehr seltsam bergig ist), aber hier bin ich schon etwas gekränkt. Zur Sprache: man stellte sich das mal vor, man würde irgendeinen Bayern ohne Anhauch eines Dialekts sprechen, selbst in Formans Amadeus hat man die Ahnung vom Oberdeutschen – aber hier, hört man nichts (oder vielmehr den österreichischen Ton teils deutlich).

    Als ob man Angst hat oder sich dieser Sprache schämt. (Anderes denke ich mir nur noch.) Wäre nicht die Geschichte rund um Gottfried Bach und schließlich das Weihnachtsoratorium selbst, es würde sich nicht im Geringsten lohnen das zu schauen.

    올해 독일 텔레비전에서 볼 수 있는 유명한 독일 자곡가 바흐에 대한 새로운 영화가 정말 추천하고 싶지 않다. 이런 영화가 바흐의 크리스마스 오라토리오 만드는 절차에 대하요. 사람들이 그영화에서 그냥 보통 독일어로 말하기가 나 라이프치히에서 태어난 사람 정말 홀란스러웠다. 아니면 그것 때문에 나 분노했다. 영화에서 사투리가 없으면 문제가 아닌다. 하지만 1734년에는 사람들이 다른 언어로 말하는 것도 정말 사라졌다. 바흐에 대한 관심이 있는 관객사 그런 것도 알고 있고 듣고 싶어했는데 텔레비전 영화가 정말 실망이였다.

  • Fünf Freunde

    Die Fünf Freunde (The famous Five) sind immer an mir vorübergegangen. Kann sein, dass es daran liegt, dass sie auf dem falschen Sender liefen. Denn in meinem Heimatland konnte man zwar das Programm des anderen Landes empfangen, aber nicht überall und nicht immer. Das Tal der Ahnungslosen war allen (in seiner Dresdner Ausformung)/ ist ja mittlerweile jedem (selbst mit der Uckermark-Erweiterung) ein Begriff, dass aber auch nicht überall sonst alle Sender verfügbar waren, vielleicht weniger. In meiner Heimatstadt empfing man ganz gut ARD und NDR, bei meinem Onkel nördlich von Berlin (blasphemisch nannten wir das immer “Mecklenburg”) auch SFB und in der Laube sogar AFN (die lag schon wieder sehr nah an Berlin), für das ZDF hingegen musste man schon in Richtung Thüringen fahren und erst kurz vor der Grenze hatte man auch HR. Wenn ich mir überlege, dass es ein Highlight war, schwachsinnige Werbung mit Onkel Otto zu sehen, auf einem kleinen tragbaren Fernseher, weit oben im Gebirge, kann ich nur noch über den Mist den Kopf schütteln. Gegen Ende der 80er war das ZDF dann relativ stabil auch überall, mal habe ich sogar gemutmaßt, dass wir irgendeinen russischen Sender im Grenzbereich des Fernsehbands gesehen haben, aber sicher bin ich nicht. Dass nach der Wende dann alles verfügbar machte, machte es Schritt für Schritt langweilig: und mittlerweile beiße ich mir in den Arsch für die vielen tausend Stunden, die ich vor der Glotze gesessen habe. (Das fiel mir vor Jahren bereits auf, als mir ein Freund zig DVDs mit einstmals tollen Serien aus dem Vorabendprogramm zum Ansehen gab und ich von Folge 1 bis Folge 1 vor Langeweile und Angewidertsein starb – was für ein stumpfsinniger Mist, was für ein hohles Zeug)

    Die fünf Freunde also sind an mir vorübergegegangen, die Neuverfilmung habe ich jedoch bereits begonnen (im Original) und finde es ganz interessant. Wobei: ich bin mir nicht sicher: spielt das in der Zeit des Zweiten Weltkriegs? Oder in den 50ern? Es gibt Fernsehen (das gab es ja in England schon während des Kriegs) und der Vater von George bastelt eine Enigma-ähnliche Maschine… [Ah, in Folge 2 wird es klar: es ist der Vorabend des 2. Weltkriegs, wobei es etwas sehr platt wirkt, wenn einem Uboot ein deutscher Offizier entsteigt und in einer schottischen Kneipe/ einem Pub in Uniform herumrennt.]

    Wiewohl, die Serie ist spannend, allerdings: Georges Klamotten sind oft sehr sehr modern, die Taschenlampen strahlen LED-hell, also viel zu hell und im Ganzen haben die Figuren keinen Tiefgang. Man kann sich mit keinem der vier identifizieren, der schlaubebrillte Junge quatscht ganz klug, aber beim Versuch die Riemannsche Vermutung zu lösen, war es endültig aus. Ganz ehrlich: Klugscheisser hin und her, gut und schön, aber dieses Problem (die Wurzel aus -1 zu bestimmen) ist doch nun wirklich sehr weit hergeholt.

    Interessant ist Georges Akzent. Das klingt für mich ziemlich ungewohnt, soll sie so breit sprechen, auf dass sie das Landmädchen verkörpert? Ich hab öfters Schwierigkeiten gehabt ihr zu folgen, die anderen sind für mich (und mein rudimentäres Englisch) hingegen recht gut zu verstehen.

  • Zur Zeitwaage Lutz Seilers

    Ein schönes Bändchen Erzählungen von Lutz Seiler aus dem Jahr 2009. Besonders gut gefielen mir die autobiografisch geprägten Geschichten aus der Kindheit (Der Kapuzenkuß), die Teile der Schachtrilogie und zuletzt die Zeitwaage, die zumindest in der gleichen Kneipe wie im Roman Stern 111 aus dem Jahr 2020 (gelesen 2020) spielte. Seiler hat eine lesbare Sprache, es ist nicht so derart abgedreht, aber auch nicht zu konventionell. Der beständige Gerapatriotismus ist etwas anstrengend, aber interessant auf jeden Fall. Kruso (nur der Roman, den Film konnte ich keine fünf Minuten ansehen) und Stern 111 haben mir in ihrer stärkeren/ längeren Ausarbeitung/ in ihrem Erzählen besser gefallen, aber immerhin ist dieser Band keine vertane Zeit. Vielleicht liegt das auch daran, dass der Autor zunächst Lyriker war und diese Erzählungen in eine Art Übergang gehören; wie gesagt, interessant.

  • 어휘 확대하고 싶지만

    [ko/de] 이번 11월에는 매일 모든 어휘 앱에서 공부하는 단어를 공부했다. 30카드만 공부해야하기 때문에, 제 생각에는 그런 30카드 많지 않다. 10월부터 옛날의 종이적인 카드 909개 암기하여 공부했다. 하지만 그런 909단어가 자주 쓴 단어이여서 이번주 부터, 다음주에도, 그런 것 많으지지 않을 것이다.

    어휘를 확대하고 싶지만 평소에는 그런 단어를 사용하지 않았다. 독일어로 그런 어휘 자명스럽게 사용하고 있어서 이제 나 자주 읽는 것 때문이다고 생각한다. 일상생활에는 우리는 매일 예를 들어 단어 “좋아하다, 사랑하다” 사용하지만 그냥 가끔만 비슷한 뜻이 가지고 있는“반하다” 말했다.

    좌절 아닌데 그것 오랫동안 걸어가는 길이다. 매일매일 반복하고 항상 새로운 변이 찾아봐야 된다.

    Es ist manchmal faszinierend, wie sehr einem beim langsamen Vokabellernen bewusst wird, dass man in der Muttersprache durch jahrzehntelanges Lesen einen in einer Fremdsprache nahezu unerreichbaren Wortschatz aufgebaut hat. Wir sehen immer nur diese Schaumschläger aus den Ytube-Videos, die fließend X oder Y sprechen, Sprachen, die natürlich schon bis dahin schwer sind: aber legt denen mal ein Buch, und sei es nur ein bekanntes Kinderbuch (nicht zu poetisch, gut realistisch) vor: und da offenbaren sich Abgründe. Die fließend sprechenden Typen werden stottern, mit Mühe und Not den Sinn über Kontext und Vorwissen erschließen. Und man selbst (also auch ich, Notiz an mich selbst!) weiß: es ist nicht leicht, es dauert ewig, es ist vermutlich unerreichbar. Wer kann schon wie in den Grundschuljahren tagelang mit Büchern verbringen, ohne im Hinterkopf zu haben: oh, das muss ich jetzt recherchieren, das muss ich später für eine Rezension oder einen Kommentar auswerten, bearbeiten, mich hineinknien. Dieses bedingungslose und absichtslose Lesen der Kinderjahre und Jugendzeit hat einem einen derartig großen Wortschatz geschenkt, so dass man wirklich nicht leicht in einer Fremdsprache dazu aufschließen kann.

    (Das gilt nicht für Englisch, denn da befinden wir uns zugegebenermaßen schon lange in einer Art Diglossie, mehr oder weniger. Englisch ist für deutsche Muttersprachler so leicht – da kann man die Mühen des Unterrichts eigentlich nicht nachvollziehen…)

    Also: lasst euch nicht runterziehen von den vielen Blendern. Und gleichzeitig: bleibt am Ball, es ist wirklich ein langer Weg.

  • Klimaflation (Climateflation)

    Ein hörenswerter Beitrag aus dem Deutschlandfunk über die aktuelle und kommende Steigerung von Preisen im Lebensmittelbereich mit Suche nach Ursachen und möglichen Lösungen. 30 Minuten zwar, aber eindringliche 30 Minuten, die zeigen, dass der Preisanstieg nicht erst irgendwann, sondern schon in dieser Zeit kommt, und nicht nur bei Lebensmitteln, die verzichtbar wären, sondern bei Grundnahrungsmitteln (Reis, Kartoffeln, daneben noch der Mais).

    Das natürlich interessiert niemanden, stattdessen wurde ich nach der grünen Schokolade gefragt, die “gerade so berühmt ist” (Aha, wenn schon was mit “Haar” im Essen ist, bin ich raus.)

    Das natürlich interessiert niemanden, stattdessen wurden wir gebeten, doch bei der Einreichung neuer Prüfungsvorschläge in Zukunft eher auf Umweltthemen zu verzichten, die hätten wir doch schon so oft gehabt. Ob es nicht mehr wirtschaftliche Themen gäbe?

    Das natürlich interessiert niemanden. Nur leider muss man sich mit denen/ müssen wir uns alle das Boot teilen.

  • Angepasst oder mündig? Müde vor allem

    In der Wochenpost, Ausgabe 43/ 1989 schrieb Christa Wolf den Artikel “Das haben wir nicht gelernt” über die Jugend, über die Bildung, das Bildungssystem und kritisierte dieses, bzw. stellte eine Kritik in den Raum – so weit- und umsichtig wie Christa Wolf eben war. Die Reaktion der Leserschaft war so groß, dass 1990 ein leider weitgehend untergegangenes/ unbeachtetes Buch mit abgedruckten Briefen in Auswahl erschien. Zunächst erntete Christa Wolf Kritik, ja Vorwürfe bis an und unter die Gürtellinie, dann aber gab es auch viele, viele zustimmende Briefe. Sie lesen sich heute wie Zeitdokumente, sie können (meiner Meinung nach) aber auch ein Gutteil Erklärung dafür bieten, warum 35 Jahre später der Osten auch heute noch so ist wie er ist. Denn die nachfolgenden Jahre waren eine Art Aussortierung: die eher wolfbejahenden Stimmen gingen in Richtung Westen oder verstummten, die betonharten Wolfverdammer haben heute, teils auch unter noch schlimmeren Vorzeichen die Oberhand – so scheint es. Und finden all die Ungerechtigkeiten, die Auswahl, die (V)erziehung noch richtig und lassen sich in nichts bekehren und umstimmen, sind nicht gesprächsbereit. Vielmehr … Na ja, lassen wir das. Wir sind dem “Fahnenappell” (Spira) wieder näher als wir denken. Und wenn wir den wieder haben, dann haben wir wirklich nichts gelernt.

    Lesenswerter Band, wenngleich ich behaupten möchte, dass es einige der Leserbriefschreiber entweder gar nicht gab oder ihre Einwürfe manipuliert, beauftragt waren: eigentlich ein schönes Gebiet für weitergehende Analysen, wie es auch auf den letzten Seiten geschrieben steht.

  • Zu Nora Bossongs Reichskanzlerplatz

    Zuerst habe ich von dem in diesem Jahr erschienen Roman (Reichskanzlerplatz) ein Hörspiel bzw. ein Hörbuch angefangen, und wie bei den meisten Hörbüchern nicht wirklich durchgehalten. Nach Folge 2 von 20 war ich verwirrt und wollte einfach nicht weiterhören. Lesen schon, und da es das Buch in der Bibliothek gab, habe ich es vom Wochenende bis heute durchgesehen. Nora Bossong hat ein faktenreiches, aber oft sehr leicht zu entschlüsselndes Buch über die Frau des Hinkefuß Goebbels geschrieben.

    Der Erzähler Hans Kesselbach wächst in einer Familie des untergegangenen Kaiserreichs auf. Er ist, da der aus dem Weltkrieg schwer verwundet wiedergekehrte Vater seinem Sohn diesen Dienst ersparen möchte, für die diplomatische Laufbahn vorgesehen. Auf der Schule lernt er Hellmut kennen, einen Fabrikantensohn, einen Quandt. Hans stammt aus einer untergegangenen Familie, Hellmut aus einer emporkommenden Dynastie; Weimar eben: “Mit Staaten baut man keine Imperien mehr.” (S.30)

    Hellmut hat eine sehr junge Stiefmutter, Magda, zunächst geborene Irgendwas, dann (per Stiefvater) Friedländer, nun Quandt, später Goebbels.

    그런 마그다에 대해 유명한 영화 Der Untergang에서 봤다. 괴벨스의 부인, 7아이 죽히는 어머니, 마음 속에 나치였다. 그런 영화 장면이 오늘날 계속 기억이 났다. 어떻게 작가 노라 보썽이 그런 사람에 대해 쓸 수 있는지 나 모르겠다. 작가가 잘 감정이입을 수 있는데 절대 용서하지 않아서 내 생각에는 좋다.

    Da Magdas Stiefsohn Hellmut recht früh stirbt, bleibt Hans nur der Kontakt zur (seiner Meinung nach) recht attraktiven Stiefmutter, und um seine Homosexualität zu kaschieren, beginnt er eine Affäre mit ihr, die sich daraufhin scheiden lässt und am Reichskanzlerplatz mit ihrer Wohnung als Abfindung recht schnell eine Anlaufstelle für die braune Truppe stellt. Der Kontakt zwischen Hans und Magda bricht bis ins vorletzte Kriegsjahr nicht wirklich ab, auch wenn die Lebenswelten nun natürlich völlig auseinandergehen und Hans weniger aus Briefen als aus Klatsch und Presse über Goebbels eigene Affären erfährt.

    Ab diesem Punkt überschneidet sich der Roman in vielen Passagen mit dem Roman Webers Protokoll aus dem Jahre 2009, den ich schon vor drei Jahren gefunden und gelesen habe, wieder liest man viel über die Verstrickung der Behörden/ der Mitarbeiter in die Verbrechen dieser Zeit.

    Offenes Ende, aber viele gute Passagen – wie gesagt, leider oft sehr sehr leicht zu recherchieren. Mir persönlich ist er zudem ein wenig zu mäandernd: geht es nun um Magda oder Hans? Und am Reichskanzlerplatz spielt nun fast gar nichts im Buch. (Andererseits würde ich wahrscheinlich auch bei einem tiefer gehenden Buch sagen: ach warum so ellenlang, ging das nicht kürzer…)

    소설은 오늘날 비슷한 상황 때문에 정말 중요한 역사소설이다. 예를 들어서 나치 의이론을 퍼뜨리는 작가 로첸베르그에 대한 쓰면: “Man konte es nicht ernst nehmen, aber solches Geschwätz war in Mode” (120) 우리 오늘날 비슷한 수다들이 다시 많다: 어색한, 바보적인, 유대인 반대하는 엄청 나쁜 말 다시 유행하거든요.

    Lesenswert, denke ich.

  • Zur Zeit lese ich

    Ich lese immer noch Erin Entrada Kellys 우리는 우주를 꿈꾼다 (S. 154), daneben Nora Bossongs Reichskanzlerplatz (S.47), immer noch (langsam wird es gruslig): Siegfried Lenz Das Vorbild (S. 194), Leonardo Paduras Trotzkiroman Der Mann, der Hunde liebte (S. 35) und zudem Christa Wolf: Angepasst oder mündig? Briefe an Christa Wolf (S.43), vor allem von aufgeschreckten Lehrern (und anderen), die sich 1989 durch einen Artikel in der Wochenpost (zu Recht zu Unrecht) angegriffen/ erwischt fühlten und sowohl Zustimmung als auch Ablehnung kund tun mussten. Manchmal kommen mir Formulierungen bekannt vor, kann ich mir manchen Kollegen in Naivität wie Widerborst vorstellen – es liest sich auf jeden Fall sehr gut. Das Buch scheint nur einmal erschienen zu sein und böte heute auch wieder einen guten Schlüssel für die Denkweisen der Leute hierzulande, wobei wahrscheinlich heute nicht mehr so differenziert und interessant geschrieben werden würde.

    오늘은 도서관에서 빌리는 노라 보송의 소설 Reichskanzlerplatz (아마도 수상의장소 라고 번역할 수 있다) 읽는 것 시작했다. 올해 독일어로 출판된 소설이 마그다 괴벨스의 상반되는 (아니면 미친) 삶에대해 이야기 했다. 오늘날에는 세상에는 다시 보수적인이나 나치당들이 강해지는 중이여서 그런 소설이 우리 이해하는 것 잘 도움이 될 수 있을 수 있다.

    Sowohl von Bossongs als auch Paduras Roman habe ich in den letzten Wochen zumindest anfangsweise Hörbücher/ Hörspiele begonnen, aber da ich damit wenig anfangen kann, will ich nur für andere Interessierte auf die ARD-Audiothek verweisen, wo sie wahrscheinlich noch verfügbar sein dürften. (Und das ist nun wirklich keine Werbung, nur ein Hinweis)

    *Reichskanzlerplatz이 오늘날 베를린의 Theodor-Heuss-Platz, 그 장소에서 마그다 괴벨스 가족이랑 살았는 주소다.

  • Die 80er sozusagen

    Seit dem 14. Oktober lese ich 우리는 우주를 꿈꾼다 von Erin Entrada Kelly, einen Roman über drei Kinder, die 1986 die Challenger-Katastrophe erleben. Auf Deutsch hat das Buch den Titel “Die Nelsons greifen nach den Sternen” bekommen, der koreanische Titel ist schon eher am Original (We dream of space). Wie gesagt, ich habe im Oktober begonnen, zuerst immer nur in kleinen Häppchen von vier Seiten pro Tag und aufgrund der Klausuren und Tests schnell den Faden verloren. Also habe ich am 19.11. fortgesetz und versucht, so viele Seiten wie an einem Nachmittag oder Abend eben möglich zu schaffen. Ich bin bei 10 bis 24 Seiten herausgekommen und stehe nun eher in der Geschichte. Zwar muss ich manchmal überlegen, wer wen wie toll findet oder eben nicht, aber zumindest die Kapitel über das recht begabte Mädchen 버드 (im Deutschen heißt sie Bird, hier bin ich lauttechnisch langsam überfragt, ich dachte es ist eher an ihren längeren Namen Bernadette angelehnt, aber wer weiß, warum und wieso die Übersetzer und der Verlag diesen oder jenen Namen gewählt haben.)

    Ich bin immer noch bei rund 5% unbekannten Wörtern, also oft weit entfernt vom leichten Verstehen (was bei 1% unbekannten Wörtern noch maximal möglich sein soll), aber ich mag den Roman bereits jetzt. Einige Sachen aus den frühen 80ern kommen mir noch bekannt vor, besonders gut aber finde ich, dass hier eine Familie ungeschminkt, das heißt, mit teilweise ziemlich unschönen Streitereien von den Eltern, gezeigt wird. Und, dass auch der Gegenentwurf existiert, nämlich in Form der Familie von Dany, der Freundin von Bird.

    Das bringt mich wieder dazu, dass ich bei den Potter-Romanen auch immer viel lieber die Kapitel über die Familie mit den vielen Kindern gelesen habe, den restlichen Fantasyunsinn habe ich hingegen vergessen.

    Ich hoffe, bis Anfang Dezember mit dem Buch fertig zu werden, aber dazwischen liegen auch wieder Prüfungen, deshalb bin ich mir leider nicht sicher.

  • 시간아 천천히

    Zur Zeit höre ich wieder dieses Lied von Kim SuYoung (김수영), eine Coverversion (ich weiß leider nicht mal von wem es gecovert ist). Das Lied habe ich vor einigen Jahren schon einmal gehört, und damals habe ich kaum etwas verstanden, heute ging das schon deutlich besser, dazu habe ich noch andere Wörter gehört, die vorher in einer Art Brei untergegangen sind. Gerade aus dem Punkt heraus möchte ich mit der Sängerin gemeinsam der Zeit zurufen: langsam bitte. (Das heißt der Titel nämlich: Zeit, du, langsam bitte). Denn die dumme Zeit kommt wieder viel zu schnell, vertane allemal, abzuwartende oft.

    Zeit, in der man nichts machen kann, in der die Bahn einfach immer immer später kommt und es diese Leute auch nicht einen Scheiss zu interessieren scheint. Diese Leute: ich weiß, die können auch nichts dafür. Aber wenn alle nichts dafür können, schwant mir, dass auch mit entzerrtester Netzstruktur, mit hundertmal mehr Personal, besserer Technik etc pp: in der idealsten aller Welten auch nichts funktioniert. Weil man sich langsam ans “Nichtfunktionieren” gewöhnt hat und der Ehrgeiz zu fehlen scheint, es anders zu machen.

    Oder Zeit, in der man sich in Meetings und so weiter anhören muss, was nicht mal des Diskutierens wert wäre. Der Schotter vor der Arbeitsstelle, seit dem Umbau des Gebäudes, halt einfach liegen geblieben, niemand ist dafür verantwortlich, das Geld ist alle, niemand will es ändern, alle können nur meckern (und sich hineinsteigern). Der grüne Teppich vom Einweihungstag, als für den Ministerpräsidenten Blumen herangekarrt wurden, liegt immer noch da und gammelt bereits mehrere Semester. Und dann eben vertut man Zeit dabei, wenn über diesen Schotter diskutiert wird. Deshalb, gute Zeit, 천천히.

    Og når det finnes ingen andre løsning er dette en andre god song (av Tome Asagami/ Kitagawa) som dere skulle har hørt. Jeg vet at det er ikke koreansk, men japansk, men jeg skiller ikke når det kommer til god rytm og når det gir meg en god opplevelse. Slik tider skulle ikke går så snart. Jeg vet jeg vet, japansk disco musik er denne dager igjen meget populært, men det hindrer meg ikke: jeg liker for å høre det.

  • Zu Michiko Aoyamas Donnerstags Kakao

    Ich weiß nicht, ob das etwas Typisches ist, aber es begegnet in japanischen, auch in koreanischen Büchern öfters. Das Phänomen kleiner Orte, Cafés, Läden: alle furchtbar klein, liebevoll hergerichtet, kaum Platz zum Sitzen oder Stehen, aber erfolgreich betrieben, den Besitzer oder die Besitzerin ausfüllend, deren Lebenszweck darstellend.

    Wo ich mir ständig die Frage stelle: das klappt doch im normalen Leben nicht. Kein Café hält sich, kein Buchladen ist mehr da. Vor mittlerweile auch mehr als fünfzehn Jahren traf ich an einer Drogeriekasse einen früheren Plattenhändler wieder, der vor mehr als fünfundzwanzig Jahren einen eigenen Plattenladen hatte. Er erkannte mich sogar und meinte nur: “sag nichts”. (Den Plattenladen gibt es nicht mehr, mittlerweile ist da die recht einfallslose Second hand Abteilung eines Klamottenladens, der auf vintage macht, aber nichts dergleichen bietet. Im September war ich mit S dort, man kann ihn immer noch riechen, den Plattenladen.)

    Und in jedem, also gefühlt jedem japanischen Film, jedem Buch, Manga/ Manhwa: solche Rückzugsorte, solche angenehmen Plätze, wo man durchaus auch mal länger als die Tasse Kaffee bleiben dürfte oder oder oder. Besonders geliebt habe ich das in 카페 보문을 부탁해요 (ich würde das ja gerne mit: Café Bomun, übernehmen Sie bitte übersetzen), dem Manhwa, dessen 300 Seiten ich in wenigen Tagen gelesen habe und das mich angestachelt hat, weiter und weiter zu machen.

    In Michiko AoyamasDonnerstags im Café unter den Kirschbäumen” (2017) gibt es auch so einen Ort, aber der ist nur Ausgangspunkt für eine Kette von Geschichten, die von immer wieder wechselnden Stimmen erzählt werden, wechselnd zwischen Tokyo und Sydney, zumeist heiter, manchmal etwas melancholisch, aber immer zuversichtlich – und leider nie richtig tiefgehend. Während in Bora Chungs Fluch des Hasen und selbst in Hwang Bo-reums Buchladen auch Geschichten in Hülle und Fülle vorkommen, Schicksale über Schicksale erzählt werden, gibt es in diesem Buch nur eine Art Schattentheater. Flache/Einfache/Geradlinige Geschichten, mehr als nur einmal kann man das nicht lesen.

    Nichts (so leid es mir tut), was im Kopf bleibt, so schwer die Schicksale auch sind, so besonders langlebig die Freundschaften, so romantisch die Kennenlerngeschichten auch sein mögen. Da ist kein Tiefgang. Vermutlich aber ist das genau, was man in so einem Buch sucht/ vielleicht lesen andere Menschen eben gerne Bücher ohne permanent noch hinter die Geschichte kriechen zu wollen. Interessant, nicht langweilig, nein, aber leider nicht wirklich etwas für mich.

  • Die Rolle von Blogs im koreanischen Kontext

    Ich glaube, als ich Hwang Bo-reums Buchhandlungs-Roman gelesen hatte, habe ich schon einmal erwähnt, dass Blogs in Korea einen etwas höheren Stellenwert zu haben scheinen. Alles, was man in Korea sucht, findet man bei verschiedenen Bloganbietern, Naver und Daum allen voran (nur einheimisch, nichts von außen), daneben bekommt man recht oft noch Ergebnisse von Namu-Wiki (auch eine koreanische Seite), viel häufiger als die der koreanischen Wikipedia (die ist ja international). Egal wo wir oder auch ich allein waren, immer haben wir irgendwelche Empfehlungen für Cafés oder Restaurants erstmal dort nachgeschaut, selbst über meine Heimatstadt in Deutschland gibt es genügend Einträge – und leider oft veraltet (meist, weil alles noch von vor Corona war). So haben wir nach der Möglichkeit für Brunch geschaut und es gab praktisch nichts mehr, was dort noch empfohlen wurde. In Korea selbst sieht das anders aus, da ist es recht aktuell, passend und dementsprechend nachgefragt. Ich selbst fand das nicht befremdlich, nur habe ich mich gefragt: ist das in Deutschland auch so? Bis jetzt konnte mir das keiner genau erklären, nur dass die Blogs dort recht schnell und neu sind/ als solches gelten, die Betreiber der Blogs natürlich wollen, dass ihre Blogs als vertrauenswürdig gelten und dementsprechend interessante und nützliche Informationen wiedergeben. Die privat wirkenden Seiten (ob privat oder nicht kann ich nicht einschätzen, ich kenne nur zwei private Blogs, und die sind so [ganz privat] und so [auch mit Links/ Verknüpfungen, Affiliate links etc]) schaffen eine Art Jedermannsblick: so wie ich dort das Restaurant getestet habe, so wie ich in dem Pilates-Studio behandelt wurde, so könnte es euch auch gehen, gut/ schlecht etc.

    Und in Deutschland? Ich musste zugeben, dass ich das überhaupt nicht weiß. Ich versuche zwar immer mal unterschiedliche Suchmaschinen zu nutzen, aber meist ist es doch die eine große Krake, die sozialen Netzwerke meide ich mittlerweile wie den Teufel, denn das wirkt für mich nur noch wie Werbung. Und Blogs, gerade, wenn es um irgendwelche Angebote geht, sind meiner Meinung nach viel werbelastiger. Gut. Aber ich, wie gesagt, habe keine große Ahnung und suche auch nicht so nach solchen Infos.

    Ob es für dieses Blogphänomen irgendwelche kulturellen Erklärungen gibt, weiß ich nicht, ich will es weder ausschließen noch gezielt vermutend in den Raum stellen.

  • Luther statt Lindgren

    Als ich die Losungen für dieses Jahr im letzten Jahr bekommen und aufgeschlagen hatte, war das die größte Überraschung: am 15.11. ein dritter Text von Astrid Lindgren. Ein Text aus Ferien auf Saltkrokan. Leider ist nichts draus geworden, auf Deutsch zumindest steht ein Text von Martin Luther. Also musste ich für mich und ohne jede Bestätigung übersetzen, was da gemeint sein könnte. Über die Gründe kann man nur spekulieren, was ich aber ehrlich nicht will (Copyright? Lindgrens Biografie? Wenn mir noch was Dümmeres einfällt, dann ist es bestimmt das, vorerst denke ich an die obigen Gründe.)

    Interessant ist eigentlich nur, dass die Losungen ja einen ellenlangen Vorlauf haben. Gezogen wird Jahre vorher und eigentlich dürften ja dann auch die Dritttexte schnell feststehen, vor allem, damit die Übersetzer arbeiten können. Dass da aber auch noch Veränderungen vorkommen, die man dann nicht mehr übermitteln kann (also wahrscheinlich noch recht kurzfristig), ist interessant.

    In den koreanischen Losungen für 2024 habe ich bis/ mit heute sechs unterschiedliche Tage/ Texte festgestellt: Am 2.1., 12.2., 29.2., 15.3., 1.7. gibt es meist ältere Autoren statt jüngerer Texte. Na ja. Auf jeden Fall lese ich weiter und versuche auch die dritten Texte ohne Übersetzung weiter zu verstehen.

  • Dokumentarisch

    Der 9.11. avanciert langsam zum 3.10. (übertrifft ihn in Sachen Geschichte, Gedenken, Erinnerung um Längen, wäre nur gut flankiert durch ein Gedenken an den 9.10.). Es kommen immer mal wieder Filme zum Vorschein, die sonst irgendwo “auf DVD veröffentlicht” und somit nur recht schwer (frei) zugänglich sind. So auch dieser (relativ bekannte) Dokumentarfilm “Leipzig im Herbst“. Gedreht von der DEFA selbst, mit dem halbherzigen/ vorsichtigen Zugeständnis, am 7.10. hätten sie nicht dabei sein können, na ja. Dementsprechend auch merkt man dem Film auch an, noch so richtig mit angezogener Handbremse/ angebundener Zunge zu sprechen, es ist noch ziemlich zahm/ wenngleich schon offen wie zuvor nicht.

    매년 11월9일에 독일 통일에 대한 다큐맨터리가 많다. 동독의 혁명에 대한 다큐맨터리를 거의 다 봤지만 유투브에서 이번 주에 그런 1989년 동독 DEFA 영화 촬영소가 그런 영화를 만들었다. 그런 혁명 우리 라이프치히에서 시작하기 때문에 다쿠맨터리의 차막이 라이프치히 가을에는 라고 말했다. 그런 영화가 10월부터 11월까지 찍였어서 그 언어가 자주 청지적으로 순종했는데 가끔 이미 씩씩했다.

    Interessant dabei, wie in vielen Dokus: außer Friedrich Magirius (der sich mal im Buchladen vor mich drängeln durfte) erkenne ich niemanden mehr, die Wende vor dem 9.11. und vor allem dem 18.3.1990 hatte ganz andere Gesichter, die meisten davon sind weg/ weit weg/ nicht mehr unter uns. Und heute erzählen einem andere Leute überall, was sie da so gemacht hätten, 1989, revolutionär und so… Und wiederum andere Leute fahren stinkende Mopeds (oder tun so) und erzählen uns was davon wie sehr sie “Ostler” seien… (Vollendet und fahrt wieder weg, woher ihr gekommen seid!)

    그런 영화를 보면 사람들이 오늘에는 혁명 했을 때 참석하기 주장하는 사람들이 정말 참석했던 사람들이 엄청 다르다. 그 사람들이 혁명이 우리 나라위해 시작했다, 다른 독일 원했다. 통일이 11월9일부터 갑자기 왔다. 자주, 올해에는 자주 사람들이 통일에 대해 비판적인 생각 엄청 많았다. 예를 들어서 그런 라디어 인터뷰에서는 동독 온 작가 마리온 브라쓰 그렇게 말했다. 옛날 나쁜 공산주의 동독도 싫어했는데 그런 통일 실수가 많아라고 말했다.

    Sicher, angezogene Handbremse, sicher: da sind alle noch von einer Wende im Land, fürs Land ausgegangen, also noch reichlich naiv, aber sehenswert. Auch der Sprache wegen, endlich wieder schönes leipziger Sächsisch, selbst die Nuance, dass man Magirius ganz deutlich seine dresdner Herkunft anhört (der Unterschied, ganz fein, aber so wichtig) und keiner macht sich lustig über diese Sprache/ diesen Dialekt.

    통일에서 실수가 많지만 대안이 정말 없었다. 하지만 오늘날의 문제 그런 실수에서 왔다.

  • Vergleich, hinkend – Vermutungen, zutreffend

    Immer dann, wenn ich über allgemeine gesellschaftliche Zustände Erklärungen finden soll, frage ich die Teilnehmer. Und hätte es immer dann bleiben lassen sollen. Einesteils, weil sie es einfach nicht wissen können, anderenteils, weil sie nicht antworten wollen. (Oder nicht sollen, oder, oder, oder). Heute musste ich noch mal ran an die Gründe und Ursachen, an den Nährboden der Französischen Revolution von 1789. Dass sich der dritte Stand erhebt, hat ja nicht nur etwas mit Hunger und Unzufriedenheit, sondern auch mit einer ideengebenden Philosophie namens Aufklärung zu tun. Ohne, dass da Denker was von Freiheit erzählt hätten, wäre wohl kaum so eine radikale Idee aufgekommen, aus der Monarchie eine Republik zu machen. Unruhen gab es ja oft vorher, Aufstände wegen Hunger dürften längere Wikipediaartikel/ Listeneinträge füllen, allein in Frankreich.

    Allein (also allein) vor 1789 liegt eine gewisse Zeit, in der diese Philosophie greift – inwieweit die für die einzelnen Menschen greifbar war, ist sicher eine andere Frage. Also musste ich den Begriff einwerfen, auch die Namen dazu (die Aussprache ist anders, also musste ich Personen wie Voltaire anschreiben). Und hab wieder den Fehler wie jedes Semester gefragt, ob denn diese Philosophie auch Auswirkungen auf ihre Länder, auf ihre Philosophien gehabt hat. Ich hätte es wissen müssen, ich weiß es ja: wie sollen die jungen Erwachsenen das wissen. Ich hätte es auch nicht wissen können, weiß es im Prinzip ja auch nicht. Und bin wieder bei dem Punkt angekommen: ich schwimme eigentlich nur. Ich kann das so machen, wie vorgeschrieben und den Stoff runterrattern, jedes Semester gibt es neue Änderungen, jedes Semester wird stalinistisch unvorhersehbar irgendwas anderes abgefragt und steht auf einmal in der Richtlinie, jaja, aber ehrlich gesagt: dieses Spiel ist mir zuwider und ich konzentriere mich dann doch darauf, diese Sache für mich nutzbar zu machen. Ich muss da mal selbst lesen, bevor ich frage. Bzw. bevor ich es lasse zu fragen. Sie können es nicht wissen, sie wissen es nicht, sie wollen es nicht wissen, sie sollen es vermutlich auch nicht unbedingt wissen.

    An Tagen wie diesem wird hoffentlich vielen klar: Wissen ist wirklich eine Macht. Wer aus der Schule, spätestens aber aus der Uni herauskommt und nicht viel weiß, mit dem kann man es machen, der ist und bleibt Spielball. Was heute passiert, ist unvorstellbar – bzw. ist vermutbar, dass das der Trend der jetzigen Zeit ist. Nach einer Phase von Offenheit, von Gleichberechtigung, von Miteinander, kommt jetzt wieder eine massive, hoffentlich nicht allzulange Phase des Gegeneinanders, des Keilens. Und da ist es wichtig (für die), dass viele nichts wissen und ich sage hingegen: viele sollten viel mehr wissen. (In dem Sinne suche ich gerade nach Büchern und werde wohl in diese Richtung noch verstärkt lesen müssen.)

  • 35 Jahre her

    Am 4.11.1989 war der Samstag eigentlich noch Unterrichtstag. Aber ich bin mir nicht sicher, ob wir, da unsere Klassenlehrerin schon rübergemacht war (O-Ton der verkündenden Lehrerin zu uns, 5. Klasse: “Frau M. ist für euch gestorben”, werde ich nie vergessen), nicht schon frei hatten oder es einfach keinen Unterricht gab. Aber das ich die Sendung zumindest teilweise gesehen habe, da bin ich mir sicher. (Und das ich sie später immer wieder ganz bzw. in einzelnen Videos gesehen habe, den Heym-Teil am häufigsten, vor einigen Tagen noch mal die singende AKB.)

    Gemeint ist die Großdemonstration auf dem berliner Alexanderplatz. Als ich im September mit S dort war, dachte ich kurz dran. Der Tag war der Tag. Wenn dann nicht fünf Tage später die Mauer, zumindest so, eingerissen worden wäre, hätte es eine Möglichkeit (und sicher noch viel mehr Chaos) gegeben, die DDR, die die es hätte sein können, weiterführen zu können, nur eben anders, menschlicher und nicht stalinistisch-verbohrt. Aber wie gesagt, dann verwechselt Schabowski was und ein paar Stunden/ einen Tag später singt der Oggersheimer bereits vor dem Schöneberger Rathaus (wenngleich ausgebuht)… Der Rest ist Geschichte. Überlebt haben widerliche Nostalgie (mit Verdrehungen, dass einem schlecht wird, ein großer Teil Provinzialität und vor allem die preußisch-blaue-brombeer-rote Seite, die Zucht-und-Ordnung-Seite: genau das, was nicht hätte bleiben sollen. (…)

    35 Jahre später ist die Bevölkerung ausgesiebt: geblieben sind wenige von denen, die damals dabei waren (wenn nicht ohnehin schon von uns gegangen), geblieben sind viele, die hinter der Gardine gestanden haben (so und so), geblieben sind so viele Indifferente und so viele, die als indifferent beschrieben/ abgewertet werden. Ein differenziertes Bild der Vor-/Wende-und Nachwendezeit täte not und wird wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr kommen. Das Thema ist bis heute hochpolitisch, hochemotional, es gibt die Unwucht, dass die meisten Medienhäuser, Verlage etc. nicht die Innensicht haben, bzw. wenn sie sie denn haben, genau die Seite bedienen, die 1989 ausgedient hatte.

    Zur Demo zurück. Man sollte sich natürlich Christa Wolf anschauen, Stefan Heym, auch den noch recht jungen Jan Josef Liefers, Schorlemmer, Jens Reich, auch Gysi, auch Christoph Hein.

    Die Heym-Rede kann ich bis zur S-tagnation auswendig mitsprechen, Christa Wolf vermisse ich immer noch (ihr Todestag jährt sich bald zum 13. Mal), Jens Reich erinnert die Menschen daran, dass die Debatte erst der Anfang ist (wie wahr, warum haben wir uns die Debatte nehmen lassen?) und Gysi lobt die friedlich gebliebene Demo, nennt das eine Art von Kultur: was ist es hingegen heute, wenn mit Polizei abgesichert die einen die anderen halb ankeilen, Gewalt androhen und ausüben…

    Hein vor allem wieder warnt in seiner Rede vor den Strukturen, denen die DDR unterworfen war, und die nun auch bei einer Neubildung/ Umbildung der DDR drohten. Ist das nicht weitsichtig? Die Ohnmacht den Strukturen gegenüber? Genau die, die Leute heute verzweifeln lassen und in die Hände von Rattenfängern und Rattenfängerinnen treiben, ohne dass sie verstehen, wer ihnen gerade wieder die Hucke vollügt.

    Warum wird dieser Tag nicht mehr gewürdigt? Warum ist der Tag so in Vergessenheit geraten? Man wirft den Ostdeutschen so oft vor, keine Demokratie gelernt zu haben – Unsinn! Seht her, das ging. Das waren natürlich nur wenige, aber gehört und aufgestanden sind über eine Million, ohne das es einer wusste, ohne dass einer dafür mobilisieren musste…

    Sehenswert. Macht das. Das kommt nie wieder.

  • Dritte Texte 2024

    Seit gestern kann man in der Losungsapp die dritten Texte des Jahres lesen. Die sind sonst nur für die Bezahlversion zugänglich, daher waren meine Übersetzungen bislang mehr oder weniger ins Blaue hinein geraten. Dementsprechend sitze ich seit gestern und vergleiche. Und wieder: sind dritte Texte in der deutschen und koreanischen Version verschieden! So zum Beispiel ist am 2. Januar in der koreanischen Druckversion ein Text von Kurt Frederic Kaiser und Manfred Siebald (als 프레드 angegeben…) und die deutsche Version nennt einen Text von August Hermann Franke.

    Aber das ist nicht der Hauptpunkt. Mir geht es ja darum, was ich übersetzt habe und wie es dann im Original heißt.

    Am 1. Januar habe ich

    우리를 언제나 그리스도에게 향하게 하시는 당신의 성령을 우리에게 보내소서

    mit

    Gib uns stets deinen Geist, wenn wir immer für/ in Christus handeln

    übersetzt.

    Und im Original heißt es

    Gib uns deinen Heilgen Geist, der uns stets zu Christus weist.

    Das ist zwar durchaus anders, aber ich bin schon mal glücklich, nicht ganz daneben gelegen zu haben und das bei einem Text aus dem 19. Jahrhundert.

    Natürlich habe ich erst mal nur ein paar Tage durchgeschaut und natürlich bin ich nicht philologisch genau, sondern lediglich dem Inhalt nach gegangen. Und natürlich bin ich noch nicht bei den Tagen, an denen ich vor Verzweiflung irgendwas geschrieben habe und mit zwei Tilden ~~ markiert habe. Da bin ich mir nämlich mehr als unsicher und vermute sehr viel Unfug.

    Und andererseits? Fällt mir auf, wie oft ich über das Jahr das Losungsbuch auch als kleines Notizheft verwendet habe. Das ist auch ein schöner Effekt. Ich erinnere mich noch mal, wann was war, wann wir lange oder nur kurz telefonieren konnten usw. usf. Ich glaube, das werde ich weiter machen. Also sowohl das Übersetzen der Dritttexte als auch das Notieren von einzelnen Ereignissen.

    Es sind immer nur so etwa fünf bis zehn Minuten, die ich dafür aufwende, aber das garantiert eine dauernde Beschäftigung. Und selbst an Tagen, an denen es mir kaum möglich ist: diese zehn Minuten finde ich interessanterweise immer.

    In diesem Sinne warte ich auf den 15.11., denn dann kommt der Astrid-Lindgren-Text aus Ferien auf Saltkrokan. Hmm, schon interessant, dass man das für die Losungen verwenden kann. Aber ich will nicht urteilen, eher bin ich, wie gesagt, gespannt.

  • Zu Nacht im Bioskop von Clemens Meyer

    Wenn die kurze Erzählung “Nacht im Bioskop” aus dem Jahr 2020 (in die Länge gezogen durch Postkartenabdrucke) ein Teil des Romans “Die Projektoren” (2024) ist, werde ich vermutlich drei Mal überlegen müssen, ob ich es (also den Wälzer) dann lese. Wiewohl mir die Erzählung über das Massaker von Novi Sad 1942 literarisch gefallen hat, ist es ungemein anstrengend, die satz- ja halbsatzweise wechselnden Perspektiven, Stimmen, Personen, Tempora, Ideenfetzen, Assoziationen aufzunehmen, zu verarbeiten und doch noch eine Art Lesefluss herzustellen. Interessant allemal (zwei neue Wörter [Defter und Humidor] gelesen, von einem Massaker zum ersten Mal gehört, zu meiner Schande), aber eben anstrengend. [Wobei ich ja auch in diesem Blog anstrenge…]

    라이프치히에서 온 작가가 클레멘스 마이여 올해 (2024년) 긴 소설은 Die Projektoren (혹시 한국어로 영사기들 제목이 좋은 것 같다) 출판됐다. 그 소설 독일 문학상위한 지명됐지만 다른 소설을 상을 맞았다. 그것 때문에 마이여 작가가 일이나 이 주 동안 독일 신문이나 텔레비젼에서 스켄들을 만들었다… 오늘 단편소설을 Nacht im Bioskop (영화관에서 밤) 그런 긴 소설에서 온 부분이다. 재미 있는데 문장과 언어, 생각이나 의견, 아니면 의견의 다양성 너무 힘든 것 같았다.

    소설이 1942년에서 유고슬라비아의 도시 노비 사드에서 독일이나 헝가리아 온 군인들이 세르비야와 유태인 민족들을 학살 했다. 여자 한 명이 담배를 구매하고 싶어서 시내로 가는 길 중에 크로아시야 온 나치 ( 우스타샤 사람, Ustaša) 만났다. 함께 영화관에 갔고 이상한 영화를 봤다.

    재미 있지만 마이여 작가의 생각이나 의견이 너무 많아서 이해 하는 것 힘든 것 같다.

    Was ich mich nur frage: zeigt der damalige Filmvorführer Filme aus der Zukunft? Denn der Kästner-Münchhausen kam erst 1943 in die Kinos. Aber das ist sicher erklärbar. Spannend.

  • Zu Willkommen in meiner Buchhandlung (Hwang Bo-reum, 2022)

    Das Cover von Hwang Bo-reums Roman “Willkommen in meiner Buchhandlung” (어서 오세요 휴남동 서점 입니다, 2022) hatte ich mehrfach in Korea gesehen und war dementsprechend überrascht, dass man den Roman auch hierzulande veröffentlicht hat. Wahrscheinlich, weil ich annahm: ein Roman über eine Buchhandlung lässt sich nicht gut übersetzen, viel zu viel, was kulturell inkompatibel ist (und auch die Autoren/ Bücher, die man hier nicht findet). Aber scheinbar hat die deutsche Verlagswelt mittlerweile immerhin so viel Mut, koreanische Bestseller zu übersetzen. Immerhin. Bis man mal genauso praktisch alles übersetzt finden wird, vergehen sicher noch viele Jahrzehnte, bzw. wird es nicht so kommen. (Und dann müsste ich ja noch die Zeit finden…)

    (Dementsprechend interessant sind die am Ende des Buches aufgelisteten Buchtitel: die könnte man sich auch glattweg sparen, denn Cho Hae-Jins Wächter des Lichts, Kim Keum-Hees Liebe an einem zu hellen, lichten Tag, Choi Eunyoungs Shokos Lächeln, Bak Wan-Seos Abendliches Wiedersehen und Die stehende Frau sind allesamt nicht auf Deutsch verfügbar. Auf Englisch ok, von Cho und Bak gibt es wenigstens einzelne Bücher auch auf Deutsch.)

    In diesem Buch geht es um eine Buchhandlung, um deren Besitzerin, um die Angestellten und Mitarbeiter. Erzählt wird episodenartig, erzählt wird eigentlich weniger, vielmehr wird der Diskussion und vielen kleinen Geschichten, Gedanken und Ideen Raum gegeben. So treffen in der Buchhandlung viele Menschen aufeinander, die nach traditioneller Denkweise/ Vorstellung eigentlich gescheitert sind. Sie haben Probleme mit ihren Partnern, ihrer Arbeitswelt, mit den Anforderungen der Gesellschaft, mit dem Schuldruck, mit allem: und finden in der Buchhandlung einen Rückzugsort. Manchmal helfen ihnen auch Bücher weiter, auch das man miteinander über Bücher sprechen kann, ist für sie wunderbar. Eine Entwicklung gibt es nur ansatzweise formuliert, mehr oder weniger darf man sich vieles einfach dazu denken.

    Besonders die Gedanken zur Arbeitswelt, zu den Erwartungen und zum Druck in der koreanischen Gesellschaft sind sehr gut formuliert. Das ist natürlich nur meine Meinung, ich stehe da weitestgehend außen vor.

    Die Übersetzung wirkt manchmal seltsam, manche Dinge bedürften meiner Meinung nach eines Glossars. So glaube ich, dass die meisten deutschen Leser (wenn sie denn nicht mit Korea zu tun haben) kaum wissen, was SNS (social network service) sind, warum dem Mund langweilig sein soll (ich hab die Redewendung mal gelernt, aber leider gerade wieder vergessen). An manchen Stellen sind die Namen nicht richtig konsistent/ gibt es Tippfehler, an anderen sind Flüchtigkeitsfehler – aber wer bin ich schon, ich schreibe ja auch nur reinweg, ohne jede Grammatik. (Und, siehe oben, ich bin ja schon dankbar, dass es überhaupt etwas gibt.) Vielleicht hätte man auch ergänzend dazu schreiben müssen, welche Bedeutung Blogs in der koreanischen Kultur/ Gesellschaft haben. Ich zumindest habe es so kennengelernt: während man hierzulande irgendwas in einer Suchmaschine sucht/ findet, orientiert man sich dort an Empfehlungen aus Blogs. (Ich bin überrascht gewesen, aber selbst über meine Heimatstadt gab es Einträge zu Restaurants etc., leider alle von vor Corona und dementsprechend kaum mehr verwendbar.) Dass man sich so nach diesen Blogs richtet, hat sicher auch kulturelle Gründe, aber ob die den meisten Lesern immer klar sind/ werden?

    Das Buch ist empfehlenswert, um darüber zu wissen, wie manche Menschen in Korea denken (und nicht/ nur leise/ nur vereinzelt darüber sprechen), um noch so eine Geschichte zu lesen, wie jemand einen netten kleinen Laden aufmacht, der sich auch behauptet und sich finanziell trägt, während gleichzeitig praktisch überall (hier wie da) nur noch Ketten dominieren (und auch die nur noch Adventskalender und anderen buchnahen Müll verkaufen).

    Als Roman, als erzählte Geschichte, als Entwicklung: nein, ist es leider nicht so gut. Bzw. nichts Besonderes. Aber urteilt bitte selbst.

  • Zu Metronom (Radio Metronom, 2022)

    Im Rumänien der frühen 70er Jahre hört eine Gruppe Jugendlicher Radio, natürlich nicht das offizielle des Heimatlandes, sondern einen Sender, den man von Regierungsseite her bitte nicht hören sollte: Radio Free Europe (Radio Europa Liberă), am Mikrofon der emigrierte DJ Cornel Chiriac. Die Gruppe hört nicht nur, sie bittet in einem Brief auch darum, dieses oder jenes andere Lied beim nächsten Mal zu spielen, unterzeichnet alles und möchte die Nachricht über einen französischen Journalisten in den Westen transportieren lassen. Am Ende geht das natürlich alles schief, die Securitate im Raum und im nächsten Atemzug müssen alle Erklärungen verfassen, auf das sie die nächsten sechs Jahre in einem Gefängnis verbringen werden. Wenn denn da nicht ein einflussreicher Vater die Hauptdarstellerin im letzten Moment freibekommen könnte.

    Der Film ist interessant. Zunächst, weil ich von Rumänien nur zwei, drei Bilder im Kopf habe: die Urlaubsfotos meiner Großeltern aus dem Jahre 1974/ 75, als sie allein durchs Donaudelta sind, dann die vielen fast live geschauten Videomitschnitte der Revolution von 1989, schließlich die grauenhaften Aufnahmen verwahrloster Kinder aus rumänischen Heimen. (Und zudem bin ich, wie schon im letzten Post beschrieben jahrzehntelang mit der einen Szene aus Heimat, süße Heimat aufgewachsen, in der der Agraringenieur Otik mit einer Karte für einen rumänischen Film ködert, um dessen Haus für sein Schäferstündchen frei zu bekommen, so derartig betont, dass man in West wie Ost verstanden hat: ein grauenhafter Schrottfilm, aber schau ihn dir nur an…)

    Hier aber (in diesem Film) ganz unbekannt: ungezwungene junge Menschen, die wie alle/ viele im Osten nur Westmusik hören, frei sind/ sein wollen. Und, wenn man damit aufgewachsen ist, weiß man schon: es geht nicht so/ das gibt es nicht/ da kommt noch was.

    Und da ist dann auch schon der Knackpunkt: ich hätte jetzt ab der Szene in der Securitate-Stelle gedacht, kommt das im Filmbegleittext angekündigte “harte Durchgreifen des Staates“, die Härte. In Worten: ein paar eingeschücherte Teenager, einer mit einer blutigen Nase, die Androhung von (sexueller) Gewalt, ein paar Minuten (gefühlt) in einem Raum – das ist jetzt Härte? Vielleicht, aber nicht gut, nicht genau dargestellt.

    Gut: ich erwarte kein Holzschnittunsinn, schwarz und weiß, das machen Hollywood bzw. irgendwelche billigen Fernsehfilme. Aber so leicht und billig, so einfach kommt man da durch/ raus? Ein wenig Wimmern, ein wenig bockiges Verhalten und ein einfacher Professor reichen aus?

    Ja. Klingt unglaubwürdig, ist es aber eben nicht. Es gab genügend Fälle, wo irgendwer die Hand über jemanden gehalten hat, wo das komischerweise geklappt hat, während andere für Kinkerlitzchen Strafen aufgebrummt bekommen haben, ihr Leben zerstört wurde. Mal so mal so, genau fassbar, transparent sowieso nicht. (Stalinismus eben.) Es gehörte Glück dazu, vielleicht (sicher/ sehr sicher) auch Schmiererei, und dennoch hatten die einen weiter unter Beobachtung, hat man sein Gewissen mit einer Unterschrift verkauft usw. usf.

    Sehenswert, v.a. wegen der Hauptdarstellerin Mara Bugarin, wenngleich ein wenig zu undeutlich erzählt, das Ende gerät zum Rätsel, sehr offen – mir persönlich zu offen.

  • Was ich zur Zeit lese (A)

    Beziehungsweise, was ich zur Zeit zu lesen versuche.

    Die Zeit vor den Prüfungen jedes Semester ist knapp, zumal ich an der Erstellung von zweien beteiligt bin. Daher ist es schwierig das Lernen, das Lesen, das bisschen Stretching alias Yoga und das tägliche Telefonat mit S, das Tandem mit KN unter einen Hut zu bringen, daneben noch etwas Zeit zu finden, wenigstens in der Woche einen Film zu schauen.

    For tiden er det ganske vanskelig å finne tid å gjøre det alt. Etter det ble igjen vintertid er det nesten umulig å snakke med kjæresten og holde kontakt med tandempartneren

    Der Film, den ich gerade häppchenweise schaue, ist ein rumänischer (und nicht so hartlsch ausgesprochen wie in Vesničko má středisková, so einer, eher ein deutlich interessanter, einer der Rumänien ganz anders zeigt) Ich kämpfe mich seit zwei Tagen durch Metronom von Minute 8 zu Minute 22 und heute auf Minute 45. Mal sehen, wann ich ihn geschafft habe. Ich bin schon jetzt wie immer ein Fan vom Rumänischen, wieder so einer Sprache, wo man ohne zu lernen, grob ein Viertel versteht/ oder sich einbildet, etwas zu verstehen…

    Daneben also das Lesen. Immer noch Lenz: Vorbild, Fühmanns Erzählungen (bislang nur Böhmen am Meer), Heinrich Mann: Lidice (wobei ich das, egal wie zäh es ist, beenden werde). Soweit so zäh der Altbestand, das Vorbild wandert zurück, es ist kein Vorbild, ich kann damit nichts anfangen, sehr schlecht gealtert, ein fremdes Land. Es tut mir leid.

    Det er mange år siden jeg har sist lest en bok på norsk, og jeg vet ikke om det er enda mulig, om det har ikke forandret seg til et språk jeg må lese langsomt. Jeg håper ikke det men frykter det er det slikt.

    Aus der Bibliothek im fünften Versuch ein Clemens Meyer: Nacht im Bioskop, daneben von Harald Lesch: Die Menschheit schafft sich ab, ein Buch von Jáchym Topol: Ein empfindsamer Mensch, ein japanisches Buch von Nakamura: Die Flucht. Dann erneut ein Padura, der aber wieder so umfangreich ist, dass ich befürchte, ewig daran zu sitzen. Aktuell dabei bin ich an Hwang Bo-reums Willkommen in meiner Buchhandlung, ein Buch über das ich auf jeden Fall noch etwas schreiben möchte.

    소설은 사실 소설아닌다. 책의 주인공이 서점 문을 열였고 모든 문제를 잘 푸렸고 사람들이 문제 있는데 항상 대화를 나누는 것 후에 다 잘 견딜 수 있다. 그것 가능할 수 없다. 또한 소설의 이야기가 어디 이는지 궁금한다.

    Ähnlich möchte ich darüber schreiben wie über Erin Entrada Kellys 우리 우주 꿈꾼다 (Wir träumen vom Universum, auf Deutsch “Die Nelsons greifen nach den Sternen“), einem Kinderbuch über die Challengerkatastrophe. Ich futzle mich so durch, seit etwa zwei Wochen bin ich dabei und auf Seite 42. Aber immerhin.

    우리 그 책을 이번 7월에 서울에서 샀고 가끔 조금 힘든 것 같은 것 고백해야 한다. 하지만 끝날 수 있다.

    Daneben Bücherfunde, ein Bachtyar Ali: Der letzte Granatapfel und ein Band mit Hofmannsthal, alles eher für den Bücherschrank gerettet. Ich bin nicht ansatzweise in der Lage, allen Büchern gerecht zu werden.

    Warum ich diesen Wasserstandsbericht hier schreibe? Um mir später einmal klar zu werden, wie viel Zeit noch bleibt vom Tag, nach all der tollen Arbeit. Also: dem Teil der Arbeit, der immer mehr wird, der einen auffrisst, die ganzen Eintragungen, Listen, Meetings, all das Bähzeug.

    일은, 직업, 학교 싫어하지 않는데 때로 힘드네요.

  • Wessen Kino eigentlich? Zu Hellmuth Karaseks “Mein Kino” (1993)

    Das Buch lag im Bücherverschenkeschrank, ich habe es mitgenommen, anfangs belustigt gelesen, dann eine Liste gemacht und festgestellt, dass ich von diesen 100 schönsten Filmen gerade einmal sechs gesehen habe. Das sind “Vom Winde verweht”, bei dem ich eingeschlafen bin; der “Große Diktator”, den ich recht annehmbar fand und in Anbetracht der damaligen Situation keinen Kitsch in der Abschlussrede finden konnte; dann “Fahrraddiebe”, ein Film, der mich als Kind in den 80ern gleichzeitig schockiert wie fasziniert hat, dann noch “Manche mögens heiß” und “Der unsichtbare Dritte”, lange nichts, und schließlich nur “Schindlers Liste”. Das Buch wandert wieder zurück, ich mag es keinesfalls behalten, es ist mir zu fern.

    Je länger ich gelesen habe, desto falscher habe ich mich in dem Buch gefühlt. Gibt es nur gute Filme aus Amerika? Da sind gerade mal ein Handvoll europäischer, ein einziger japanischer Film drunter. Gut. Es ist sein Kino, man merkt die Handschrift von Karasek deutlich, es sei ihm unbenommen diese persönliche Auswahl gegönnt, manche Filme fand ich recht gut beschrieben, aber ich bezweifle bei meiner notorisch hollywoodskeptischen Einstellung (es tut mir leid), dass ich da wirklich viel sehen werde. Natürlich sind die Filmemacher in Hollywood Weltklasse, viele Schauspieler bis heute bekannt, aber was ist das für eine Auswahl? Mit der Möglichkeit, Aufmerksamkeit auf andere Filme zu lenken, wirkt es wie vergebene Liebesmüh. Die Filme, die besprochen werden sind doch ohnehin der Kanon, kennt jeder (außer ich, haha), haben einen festen Platz im Fernsehen (oder Streaming, oder auf DVD), aber da gibt es doch so viel mehr anderes.

    Eher kam ich auf die Idee, dem 100 eigene Filme in einer Liste gegenüberzustellen, also Filme, die meine persönliche Auswahl gewesen wären. Natürlich sind die auch extrem subjektiv und angreifbar. Mal sehen. Ob ich das mache. Denn schon die Auswahl von 100 Filmen ist recht anspruchsvoll. Klar, könnte ich einige Komödchen aus den 30er und 40er Jahren nehmen, aber da ist auch viel Schrott darunter – oder Zeugs, was ich irgendwann gesehen habe, was in meinen Listen steht, aber über das ich heute nichts mehr sagen könnte/ wollte.

    Ich bin ja noch bereit, sowas wie die Feuerzangenbowle als einen guten Film aufzunehmen, auch über meinen Kleinkindgrusel mit Titanic, aber schon bei unserem Fräulein Doktor (mit der unvergleichlichen Jenny Jugo) bin ich eher vorsichtig, da ist zuviel Kitsch, zu langweilig…

  • Trockenzeit (Sucho, Tschechien 2024)

    Manchmal reicht schon ein Marek Daniel im Profil und ich hab einen Film für den Tag gefunden, einen den ich noch nicht mal kenne und der noch nicht mal in der Wikipedia und schon, mal ganz anders, auf Deutsch verfügbar ist. Was wohl wieder an Bohdan Slámas Verbindung zu den deutschen Filmförderstellen liegt, die dann den Film irgendwie mit deutscher Beteiligung haben wollen (diesmal ist die Autobahn irgendwo bei Berlin, leider nicht bei uns, wie beim Venkovský učitel / Dorflehrer, dem Film, bei dem ich mich heute noch ärgere, nicht näher ans Set rangegangen zu sein – will heißen: es gab Dreharbeiten bei diesem Film auf dem Leipziger Hauptbahnhof, die dann aber später nicht im Film auftauchen, da gibt es nur diese Szene an der Autobahn/ am Flughafen…)

    In Suchko/ Trockenzeit geht es um einen Agrarbesitzer, der seine Felder düngt und gleichzeitig das Wasser vergiftet, was am Ende alle trifft, besonders hart aber seinen Gegenspieler, einen Aussteiger, der mit seiner Familie ohne Strom, ohne alles leben will.

    Fantastische Schauspieler (auch wenn ich leider nur Bolek Polívka und Marek Daniel kenne), eine schöne atmosphärische Geschichte und natürlich ein großer Gedanke dahinter: die Trockenzeit, die beginnende Klimakatastrophe (und vermutlich einer der wenigen Filme, in denen Klimaaktivisten nicht per se schlecht dargestellt werden). Unbedingt sehenswerter Film, besonders wenn man schon alle anderen Sláma-Filme von Divoké včely / Wilde Bienen bis hin zur Jahreszeit des Glücks/ Štěstí gesehen hat. Wobei der Blick auf die Datenbank schon einen weiteren Film verrät, der aber wohl erst 2025 zu sehen sein wird, und wieder ein Schwejk. Aber mit Pavel Liska? Ok, kann ich mir nicht/ nur einigermaßen gut vorstellen, aber ich lasse mich überraschen und empfehle allen anderen den Blick in die ARD-Mediathek.

  • Zu Han Kang, Clemens Meyer, Uwe Johnson

    Ich habe mir einige Radiobeiträge und heute noch den ttt-Beitrag zur Nobelpreisverleihung für Han Kang angehört und angeschaut. Und bin erstaunt, dass es im deutschsprachigen Raum scheinbar niemanden gibt, der so richtig etwas Neues erzählen kann, oder überhaupt irgendwas erzählen kann. Die Bücher haben die befragten Personen schon irgendwie gelesen, den Namen sprechen sie immerhin richtig aus, aber so richtig Antrieb sich mit dem Werk der Autorin auseinanderzusetzen geben sie nicht. Irgendwie zeigen alle Beiträge, dass man die Autorin nicht auf dem Schirm hatte, viele Sätze wirken wie noch mal schnell in Wikipedia nachgeschaut, mehr nicht. Hätte man nicht unter Umständen auch mal die Übersetzerin von Han Kang, Lee Hi-Kyang, befragen können? Immerhin wiederholt der NDR ein Hörspiel von Han Kang, immerhin.

    Andererseits gäbe es (mittlerweile) auch etwas zu berichten. So werden der Buchladen, den Han Kang in Seoul betrieben hat und auch ihre private Adresse von Schaulustigen (und Selfiemachern) belagert, geht die Auflage durch die Decke (und es ist kein Exemplar mehr zu bekommen) und das alles bei einer Autorin, die noch unter der Regierung von Pak Geun-Hye (bis 2016) blacklisted war, die also z.B. keine staatliche Förderung bekam. Dabei tauchen Videos auf, die die Autorin als junge Schriftstellerin auf einer Reise nach Yeosu zeigen, zudem heute die erste Rede nach Verleihung des Preises, in der sie drei weitere Bücher in den nächsten sechs Jahren ankündigt. Und natürlich demonstrieren auch Leute für/ gegen HK, aber in Korea demonstriert immer irgendwer gefühlt.

    Ähnlich, aber eher substanzlos ist es mit Clemens Meyer. Da hat jemand/ er den Buchpreis nicht bekommen und schon wirft die Zeit einen Skandal auf, meint/ behauptet, er hätte protestiert, für Aufruhr gesorgt, getobt. (Ich habe bei Youtube die stinklangweilige Verleihung angesehen und nur jemanden/ ihn auf seinem Stuhl rumrutschen sehen, ein wenig stärker angewidert schauend als sonst, mehr nicht.) Und alle fallen drauf rein, reihum (da sieht man die Eintönigkeit, wenn alle Zeitungen nur noch ein paar Medienhäusern gehören); da wird seine Aufregung wiedergekäut: und auch da ist nichts. Das ist reines Marketing, um wenigstens noch bei einigen Leuten im Gespräch zu bleiben, während alle Welt den Gewinnertitel kauft und vermutlich nicht liest. Ich kann schon verstehen: es ist ein Zirkus und irgendwer/ er braucht vermutlich Geld (wenn man schon Titoautogramme für 400€ kaufen muss…), aber ehrlich gesagt: ist das eine Meldung überhaupt wert? Ich verstehe, ja, man lebt von der Hand in den Mund, wenn man gute/ großartige Literatur schreibt, aber irgendwie ist das mir zu ausgelutscht.

    Ganz anders hingegen, dicht gepackt, ist ein mit ob einer Formulierung zu Mitteldeutschland wegen ausgeteilten Watsche für die Journalistin am Mikrofon gesendetes Radiointerview mit Uwe Johnson aus dem Jahre 1963. Jede Silbe durchdacht, Johnson halt und meiner Meinung nach hörenswert. Im Nachgang dann noch mitbekommen, dass Charly Hübner ein Buch über Johnson geschrieben hat, aha. Gut.

  • Zucker als Demenztreiber

    Wahrscheinlich höre ich gerade mehr Podcasts als das ich mein wie auch immer Yoga mache. Natürlich suche ich nach verschiedenen Themen, die mich interessieren, oft aber wieder und wieder zum Thema (zu viel) Zucker (und Zuckersucht). Dabei habe ich einen Beitrag von BR2 gefunden, vom September schon, aber immerhin. Darin wird (unter anderem) auch ein Einfluss von Zucker auf die Entstehung von neuronalen Schädigungen (bzw. irgendwann Demenz) erwähnt. Wenn man wie ich heute vier Tafeln Schokolade gefuttert hat (ich hab keine Erklärung), dann ist man/ bin ich weit über der empfohlenen Menge von 50g freien Zuckers. Weit drüber. Und egal wie ich es drehe, relativiere und zu ignorieren versuche: es bleibt zu viel. Und dann noch die Aussicht auf Schlaganfall, Demenz. Man oh man.

    Immerhin hatte ich im Oktober 5 zuckerfreie Tage. Das heißt, ich habe weder Schokolade, noch Bonbons noch Kuchen gegessen. Natürlich weiß ich, dass auch in allen anderen Lebensmitteln Zucker ist, aber ich kann und will nicht aufs Brot verzichten, denn dann wüsste ich, würde ich irgendwann bei noch mehr Schokolade sein.

    Zuletzt habe ich es nicht mehr so stark aufgezeichnet, und so liegen nur für den Anfang des Jahres ein paar Vergleichszahlen vor: Dezember 23: 7 zuckerfreie Tage, Januar 24: 7, April: 4, Mai: 10, und jetzt eben im Oktober bislang 5. Vielleicht schaffe ich ja dennoch noch ein paar Tage mehr und kann im nächsten Jahr versuchen, vielleicht ein Drittel aller Tage zuckerfrei zu sein? Oder wenigstens jeden Monat mehr als 5 Tage?

  • Zu Bora Chung

    Der Weg zu diesem Buch (Der Fluch des Hasen, 저주 토끼) war etwas seltsam. Ich habe eine Leseprobe im Internet geöffnet, und (entgegen meiner Gewohnheiten) so bereits die erste Geschichte (Der Kopf) gelesen, als ich mir das Buch dann aus der lokalen Bibliothek ausleihen konnte. (Schon das ist ein Wunder, denn oft sind diese relativ neuen Bücher nicht verfügbar. Die Bibliothek baut jedes Jahr auch einen eigenen kleinen Tisch für die Nobelpreisträgerin auf, diesmal war natürlich keines der wenigen Exemplare von Han Kang mehr dabei, und sie haben mehrere Exemplare des Menschenwerk, noch vor ein paar Wochen standen die in den Regalen fest nebeneinander…)

    Der Kopf zunächst ist eine wirklich eklige Geschichte und die an den Anfang des Buchs zu stellen ist meiner Meinung nach verlegerisch gewagt. Denn wer das Buch mit dieser Erzählung über eine Frau, die von ihren Ausscheidungen verfolgt wird, beginnt, muss nicht nur wirklich interessiert, sondern auch gegen sowas resistent sein. (Ähnlich eklig war eigentlich nur das ebenso brilliante Buch von Katja Oskamp Marzahn mon amour, da musste ich dann auch recht häufig über die eigentlichen Fußpflegeszenen weglesen). Aber es lohnt sich. Denn wenn man auch nur einen Bruchteil mit der koreanischen Kultur zu tun hat, kann man die Reaktionen der Familie verstehen: ignoriere es doch einfach, sagen sie der gepeinigten Frau. Ignoriere, dass dich all das, was du jemals ausgeschieden hast, jeden Tag aus der Toilette anschaut, sogar mit dir spricht und am Ende gar dein Leben haben will. Sich wie ein Stück Scheisse fühlen, sich schlecht fühlen, nichts wert zu sein, nur nach dem Äußeren beurteilt werden, all diese Probleme, die es (nicht nur) in Korea v.a. für Frauen gibt, kommen einem beim Lesen dieser Geschichte in den Sinn. Die Geschichte entstand übrigens für einen Wettbewerb, die Autorin gesteht in einem Interview freimütig, dass es ihr dabei nur ums Geld ging, 1000 Dollar Preisgeld. (Jaja, man glaubt es ihr, bzw. nicht…)

    Im verfluchten Hasen (der nächsten Kurzgeschichte) geht es um Korruption/ Bestechlichkeit in der koreanischen Gesellschaft. Die Autorin spricht (im verlinkten Interview) von gesellschaftskritischem Horror (사회비판적 호러). Egal, wer eine gute Idee hat, irgendein verfilzter Unternehmer, der Politiker bestochen hatte, setzt sich durch – zumindest in der damaligen Zeit. (…)

    In der Monatsblutung wird eine Frau von der Antibabypille schwanger und hat fortan nur noch die Aufgabe endlich einen Mann zu finden, denn sonst geschehe ein Unglück. Die Mutter, das Kind, die Tatsache überhaupt , durch die Pille schwanger zu werden: scheißegal, Hauptsache sie findet einen Mann, denn nur das ist wichtig. (Mal davon abgesehen, dass hier u.U. noch ganz andere Dimensionen/ Lesarten möglich wären.)

    Der Eisfinger erzählt von den sich stetig ändernden Geschichten über eine Person (die ertrinkende Person kehrt von ein und derselben Feier zurück, die aber immer wieder einen neuen Grund hat, jaja, man glaubt es, bzw. nicht…). Die Koreaner sind Meister im Erzählen von Geschichten. Ob es die Wahrheit ist, ist eher egal. Als Europäer wird man in solchen Situationen verrückt, aber die biegsame und geschmeidige Gesellschaft, die sich jede Möglichkeit offen lassen will, die auch nicht direkt, sondern weich (= ungenau, unscharf), mag genau das. Wenn man es gewohnt ist, kann man damit umgehen, oder, sie oben u.A.o. ignorieren.

    In der Falle geht es (neben einem ganzen Themenbündel) um die patriarchalische Struktur der koreanischen Gesellschaft gepaart mit Geldgier. Eine recht schöne Science-Fiction-Geschichte ist Ciao, meine Liebe – und diese Geschichte ist eigentlich auch eine Kritik an der Technikversessenheit. Narben und Herrscher über Wind und Zeit sind Märchen, besser hätte sich das kein Romantiker ausdenken könnne.

    In Mein glückliches Zuhause erzählt man von einem Hauskauf (quasi DER Anleitung zum Unglücklichsein für Koreaner) und das Wiedersehen zeigt die durchaus vorhandene Parallelität zwischen Polen und Korea, einmal durch den Zweiten Weltkrieg, einmal durch den Koreakrieg, wobei dieser Parallelität wohl sicher von europäischer Seite noch viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

    Der Klappentext des Buchs spricht von “coole[m], genial-verrückt[em] K-Horror”, das ist es auch, aber das greift viel viel zu kurz. Das Buch von Bora Chung (정보라) ist mehr als das. Da wird sehr hart, teilweise böse mit der koreanischen Gesellschaft ins Gericht gegangen, selbst in Nebensätzen kommen noch Anspielungen wie etwa das beständige und weitverbreitete Hintergehen der eigenen Familie durch die Aufnahme von Krediten, durch Betrug und Fälschung… Die Rolle der Frau, des Mannes, die Familie, alles bekommt eine kritische Bemerkung. Man (Ich) müsste es noch mal lesen. Oder noch mehr von ihr.

    Alles in allem also lesenswert und hoffentlich nicht das einzige Buch, das von der Autorin auf Deutsch veröffentlicht werden wird, denn wenn man zumindest auf den koreanischen Wikipedia-Artikel schaut, gibt es noch eine Reihe anderer Kurzgeschichten, die man unbedingt noch übersetzen sollte. Und die koreanische Wikipedia ist nicht besonders umfangreich/ aktuell.

    Interessant ist, dass auch hier die Übersetzerin Ki-Hyang Lee ist, die schon Han Kang und Cho Nam-Joo übersetzt hat. Ich kann Übersetzungen nicht beurteilen, aber es liest sich alles recht flüssig und trotz des Inhalts leicht. Gut gemacht, finde ich.

  • Vokabeln, Wahnsinn, Viren

    Ich weiß, Vokabeln lernen bringt nichts. Und keiner meiner Teilnehmer macht es noch/ beziehungsweise geben sie es nicht zu/ brauchen sie es auch nicht/ kommen sie sowieso mit allem durch, irgendwie …

    Ich mache es trotzdem. Jeden Tag mit einer kleinen App, etwa 100 Wörter, dazu noch ein paar, die ich in gesonderten Gruppen habe. Man kann Wortpaare ordnen (das ist das einfachste), die Definitionen anklicken (auch noch einfach), aber auch schreiben lassen (und das ist teils extrem schwer, frustrierend). Heute habe ich 11 von 100 falsch gehabt, es ist manchmal deutlich schlimmer und hängt auch davon ab, wo ich es mache, wie viel Ablenkung/ wie viel Stress gerade ist. Es gibt zumindest das Gefühl, wenigstens irgendwas gemacht zu haben, aber wirklich effektiv ist es nicht. Zumal man das Programm stets und ständig selbst füttern muss, denn die wenigen Kurse, die es gibt, sind noch einfacher bzw. auch fehlerhaft/ oder auf Englisch und das macht es dann noch verwirrender.

    Daneben habe ich immer noch meine Vokabelbox. Ich habe sie heute einmal neu angefangen und will versuchen, die Vokabeln diesmal alle auf die 8. Stufe zu bekommen.

    Jeden Tag schaue ich mir Wörter in der 1. Stufe (unbekannt) an, dann einen Tag später in der 2. und so fort. Ein wenig komplizierter, da entstehen auch Wörter, die einen endlos lange verfolgen und doch nichts in Gedächtnis kommen. Effektiv, na ja, auch hier mache ich etwas, irgendwie. Heute also 100 Wörter über die App, daneben offline noch 66 gewusste Kärtchen (morgen in Gruppe 2) und 32 nicht gewusste Kärtchen (die morgen wieder in Gruppe 1 sind). Was allerdings alles ein Bruchteil dessen ist, was in der Karteikartenbox vor sich hinschimmelt.

    Daneben bin ich größenwahnsinnig und versuche mich nun, durch die gestrige Nobelpreisverleihung an Han Kang, am schwarzen Hirsch. Und bin natürlich grandios gescheitert. Von den rund 90 Wörtern kannte ich knapp 30% nicht. Die maßgebliche Annahme (Nation, 2006) für ein gesichertes Verstehen geht hingegen von einer Zahl von 2-0% unbekannten Wörtern aus, wobei man wohl eher auf 1% hin tendiert. Also bin ich weit entfernt. Ich werde also wieder normal größenwahnsinnig und bleibe beim Kuchenbuch.

    Daneben habe ich gefunden und mitgenommen, bin aber bereits etwas abgestoßen von Albert Schweitzers Berichten aus Lambarene, mal kann ich das einordnen, mal geht mir selbst ein Text aus dem Jahre 1913 in dieser Form zu weit, fast schon geschenkt, dass er das N-Wort benutzt, aber dieser beständige Kulturgedanke, und wenn Menschen anfangen zu meinen, irgendwer riecht (und es geht über den sekundenweisen Gedanken hinaus bis zu einer Verschriftlichung) dann nervt mich das. Aber ich bleibe wohl dabei. Es sind nur ein paar dutzend Seiten noch. Und dann geht das Buch zurück. (Eigentlich wäre ein anderer Weg besser, aber das regelt wahrscheinlich schon der lokale Altpapiermarkt.)

    Daneben bin ich noch mit einem weiteren schwarzen Kinderbuch beschäftigt, diesmal Tiereltern und Tierkinder, Kästners Fabian in der neuen Version und immer noch liegt (und gammelt langsam) Lenz Vorbild vor sich hin.

    Daneben wird die Wohnung unter mir renoviert, was wieder wochenlangen Lärm mit sich bringt, ganz zu schweigen vom Lärm über mir. Aber da fällt mir dann wieder die Vokabel des Jahres ein 무시하다, also ignorieren.

  • Zu Han Kang

    Ich war zunächst irritiert. Und habe mich im Anschluss natürlich gefreut. Der Nobelpreis für Literatur geht zum ersten Mal überhaupt nach Korea, und dann an eine Autorin, die ich recht gerne lese. Han Kang, 1970 geboren, hat ja vor einigen Jahren schon den Booker Preis bekommen, schon damals war die Aufregung groß und das einige koreanische Autoren mehr auf Deutsch übersetzt wurden, mag auch ihr Verdienst sein. Die Autorin zeigte sich im Titel der eher konservativen (?) Chosun Ilbo wohl zunächst überrascht (놀랍고 영광) und dann geehrt, die eher linksliberale Hankyoreh und die Donga Ilbo wiederholen mit (역사적 트라우마 맞서, mit den historischen Traumata konfrontieren/ “that confronts historical traumas”) noch mal den Ehrungsgrund.

    Gelesen habe ich von ihr zunächst 2017 채식주의자 (Die Vegetarierin), danach im gleichen Jahr bereits 소년이 온다 (Der Junge kommt, dt.: Menschenwerk), 2020 dann 그대의 차가운 손 (Deine kalten Hände) und () (Weiß). Und zuletzt die 희랍어 시간 (Griechischstunden) in diesem Jahr.

    Zudem liegt im Regal ein in diesem Jahr noch schnell vor Abflug gekauftes koreanisches Buch von ihr, nämlich 검은 사슴, der Schwarze Hirsch, was allerdings nicht übersetzt ist. Das Buch stammt bereits aus dem Jahr 1998. 검은 사슴 Der schwarze Hirsch, 1998. Dieses Jahr erworben.

    Ob ich es so schnell lesen werde können, wie die übersetzten Bücher, kann ich nicht sagen, bzw. schon recht deutlich sagen: nein, es ist natürlich verteufelt schwer, es ist Koreanisch. Die Sprache lernst du und verbrennst dabei, das geht nicht ohne Spuren, Verletzungen.

    Hmm, natürlich wird jedes Jahr beim Literaturnobelpreis diskutiert, über die Verdientheit des Autors etc. und bei ihrem Alter (die Frau ist nur ein paar Jahre älter als ich, langsam graut mir!) wird sicher noch gefragt: ist das nicht zu früh?

    Nein keineswegs. Man kann das erklären. Han Kangs Bücher sind provokativ und dennoch gut zu lesen. Sie gehen mit der koreanischen Gesellschaft (Die Vegetarierin, Deine kalten Hände) ins Gericht, sie öffnen alte Wunden wie die vom Gwangju-Massaker 1980 (Menschenwerk). Das ist mit Sicherheit auch der Grund, warum die Nobelpreisstiftung an sie gedacht hat, denn die Bücher haben eben nicht nur literarische Qualität, ich attestiere ihr sogar Sprengkraft. Die koreanische Gesellschaft hat viele Probleme über die nicht gesprochen wird, man ist im Allgemeinen lieber 간접, also indirekt. Und wenn es um Politik (es gab mehrere Präsidenten, die zumindest autoritär regierten, und so gut wie jeder gute Präsident ist recht früh gestorben) geht, dann ist da noch mehr, worüber nicht direkt gesprochen wird. Die Gesellschaft ist viel krasser, Armut da, Reichtum dort. Die Rollenverteilungen/ die Hierarchien sind in vielen Stellen altmodisch, für uns Europäer oft kaum zu verstehen, es gibt viele Selbstmorde (Lehrer, die gemobbt werden, Schüler, die sich von Brücken stürzen etc. etc.) Da ist Han Kang als kritische Stimme natürlich wichtig.

    (Und zu jung auch nicht. Endlich mal passend. Hinter diesen 54 Jahren liegen schon fast 30 Jahre mit Publikationen)

    Und auch aus einem anderen Grund ist der Preis für sie richtig und wichtig: die koreanische Literatur fristet immer noch ein Nischendasein. Ich habe alle meine Tandempartnerinnen und S gefragt, welche Autoren denn so die bekanntesten sind, welche zu einer Art Kanon gehören könnte, was man zuerst lesen sollte. Und eigentlich immer habe ich nur ausweichende Antworten bekommen. Schulterzucken, individuelle Empfehlungen, ok.

    Natürlich: es gäbe viele andere koreanische Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die auch und vielleicht noch mehr diesen Preis verdienten, bzw. Aufmerksamkeit: aber leider ist ein Großteil unübersetzt, oder nur noch in obskuren Ausgaben verfügbar. Ich rede ja immer von den Pendragonbüchern und hab immer noch keine Antwort. Einzelne Autoren bekommen etwas Aufmerksamkeit, aber andere, mit mehr als zehn Einzelbänden in der Werkausgabe sind im Deutschen nicht vorhanden. Nicht ein einziges Buch (mal von Auszügen in Literaturzeitschriften abgesehen).

    Natürlich lässt sich das nicht so leicht und schnell ändern: Übersetzer sind sicher Mangelware, die Sprache (siehe oben) ist verteufelt schwer und nicht immer mit jeder Nuance zu übersetzen, Verlage sind mit Sicherheit unsicher, wen und was sie aufnehmen sollten, aber prinzipiell zeigt das auch ein großes Problem, was mir erst seit meiner Beschäftigung mit Koreanisch bewusst geworden ist: Wir (früher die Europäer, heute die Amerikaner) werden in Korea und in ganz Ostasien rezipiert, übersetzt, sind verfügbar (wenn nötig), aber wie sieht es umgekehrt aus? Null, wenig, nur im Einzelfall. Was entgeht uns europäischen Leser*innen da eigentlich? Was verpassen wir da?

    Auf jeden Fall, ein guter Tag. Eine gute Entscheidung. Sage ich (haha, ich bin schon koreanisch geworden…)

  • To se vysvětlí, soudruzi!

    Ich bin natürlich sehr kritisch, gleichzeitig aber auch begeistert. Endlich wieder eine tschechische Serie im deutschen Fernsehen und ich darf sie mir sogar im Originalton mit Untertiteln anschauen. Die Besetzung: alles neue, junge und für mich unbekannte Leute, lediglich Jiří Macháček und Lenka Termerová (zuerst bekannt wohl aus Žena za pultem, Die Frau hinter dem Ladentisch,1977)  kannte ich noch, Leoš Noha vom Gesicht her, aber ich habe etwas gebraucht, bis ich ihn mit der ebenso guten Serie Wasteland in Verbindung bringen konnte. Da ich ein großer Fan (ok, das ist eine Untertreibung, haha) von Návštěvníci (1983) bin und mir langsam bewusst wird, dass es nur noch 10 Jahre bis zum Nobelpreis für Adam Bernau sind, war ich von Anfang an interessiert. Und es lohnt sich. Klar, das ist alles neu, alles anders als damals, aber immerhin: es spielt 1983 (fast 84), sie fahren Niva (Episoden 2, 4) und Boris Masník war als VFX-Supervisor dabei – jetzt muss nur noch was brennen und ein Heft auftauchen und ich bin restlos begeistert…

    Der Gedankenlesehelm (Episode 2) ähnelt dem aus Létající Čestmír (1984), die Comic-Blasen in Folge 3 erinnern ein wenig an Kdo chce zabít Jessii? (1966) Schon ganz schön, und viel Referenz. Hut ab.

    Die Titel der einzelnen Episoden sind übrigens nicht von ungefähr Anspielungen an alte Lipsky- oder Vorlicek-Filme. Etwa Episode 2 “Wie man Meister Šálek erwürgt” spielt auf Jak utopit Dr. Mráčka aneb Konec vodníků v Čechách (Wie man Dr. Mraček ertränkt) 1974, Episode 5 “Liebling, du bist jetzt Witwe” soll an Pane, vy jste vdova! (Mein Herr, sie sind jetzt Witwer) von 1970 erinnern.

    Schade, dass die meisten dieser Filme und Serien, auf die angespielt wird, heutzutage nicht mehr zu sehen sind, also zumindest nicht im deutschen Fernsehen. Aber die Platte habe ich lange genug gespielt und lasse es, das auch in diesem Blog weiter zu machen.

    In Episode 4 ist die ältere Frau, die verbrennt Libuše Švormová, eine Schauspielerin, die man (mit sehr sehr sehr viel Glück) als böse Fee aus Jak se budí princezny (Wie man Dornröschen wachküsst, 1977) kennen dürfte. Mittlerweile 89, scheint sie immer noch zumindest in Tschechien in einigen Serien zu sehen zu sein, hierzulande natürlich unbekanntermaßen.

    In Episode 6 sieht man noch Saša Rašilov (nml.) als gitarrespielenden Cowboy und in Episode 7 Ivana Chýlková als Oberschwester.

  • Freier Tag

    In Korea ist heute auch frei, es ist der 가천절, der mythische Gründungstag Gacheonchol, an dem das, was sich später Korea nannte, anfing. Das passierte 2333 v. Chr., also in tiefster Go-Joseon-Zeit, noch weit vor Gaya, Baekje, Silla und so weiter… Zumindest irgendwas wirklich altes zum feiern. Hierzulande der weitaus jüngere und rein technische freie Tag, der wohl einzig und allein gewählt wurde, damit man auf Teufel komm raus den 7. nicht noch mal feiern musste. Ob das wirklich so stimmt, oder ob sich hier eine Bad Godesberger Legende einfach nur fortpflanzt?

    Selbst wenn: es ist schon traurig, bei so einer Geschichte dann einfach einen sinnlosen Tag als Staatsfeiertag aufzupeppen. Und selbst wenn man 1990 diesen Tag genommen hätte, spätestens als sich die leipziger Stimmen wieder meldeten und meinten: feiert doch den 9.10., den Tag, an dem man sich gegen die chinesische Lösung entschied, hätte man den 9.10. nehmen können. Ja selbst den 4.11. würd ich noch gut finden, mittlerweile lebt ja kaum einer mehr, der damals das Wort ergriff. Und die Erinnerung an diese Demo wäre so wichtig, gerade heutzutage, weil heute schon wieder die Zeichen auf Mief und Stagnation (Stefan Heym) stehen (auch wenn die, die das fordern, gar nicht wissen). Interessant bzw. hörenswert das heutige Interview mit Wolfgang Thierse im Deutschlandfunk. Aber: wer hört das schon. (siehe unten)

    Na ja, ich sitze zu Hause und da ich nun durch Zeiterfassung nicht mehr arbeite, weil das nur gegen mich arbeiten würde, lese ich und höre Radio. Dank Audiothek der ARD habe ich mehrere Podcasts gehört, unter anderem einen vom BR zu PFAS, den sogenannten Ewigkeitschemikalien. Praktisch unzerstörbar und wie ein Wissenschaftler am Ende noch meint, leicht befremdlich immerhin, dass die produzierenden Firmen daran festhalten wollen und wissentlich zumindest nicht die ganze Wahrheit sagen…

    Wenn ich diese Podcasts höre, graut mir vor den Kürzungsplänen, die gerade die Zeitungen und die am rechten Rand fischenden Landesväter erfreuen mögen.

    Und es wird mit Sicherheit so kommen, dass man die Schunkelsender und den Fußball erhält, die informativen Kanäle hingegen einkürzt. Sicher, mittlerweile bin ich auch ein wenig vom Netflix-Gedanken erfasst, einfach nur noch wie in einer Mediathek auszuwählen, gezielt zu bezahlen: aber eben Netflix ist auch das Problem: für so verhältnismäßig wenig Geld wird keiner (immer noch und durchaus) guten Journalismus machen wollen, am Ende wird es höchstens noch oberflächliches Dokutainment.

    Gelesen dazu noch Heinz-Erich Kloss’ “Der Wald“, eines dieser großformatigen schwarzen Kinderbücher. Ich habe mir Stellen zu Flechten markiert. Der Autor gibt die Flechten schon auf, schreibt sie ob der ewigen Luftverschmutzung zu DDR-Zeiten (ein Tabuthema zudem) ab. Am Ende zwar auch Lobhudelei auf die Forstwirtschaft, aber insgesamt ein lesenswertes Buch, vor allem, weil gefühlt kaum eines der Tiere oder viele der Pflanzen noch zu finden sein werden. Schützt mal die Biodiversität: die ist schon lange weg, zumindest habe ich das Gefühl.

  • Ernüchternd

    Ich habe heute im Deutschlandfunk eine weitere Sendung zum Thema Zucker und Überkonsum von Zucker gehört. Zumindest fällt das Wort Sucht, zumindest wird die englische Zuckersteuer als sinnvolles Mittel erwähnt, zugleich auch unsere trägen Politiker, aber letztlich: nichts Neues. 80% aller Therapieansätze inklusive Verhaltenstherapie scheitern, ja wie auch, wenn es sonst keiner auch nur ein Stück ernst nimmt. Mich hat es erst in den letzten Tagen wieder heftig erwischt, von Freitag auf Samstag zwei 300g-Tafeln, heute erneut zwei Brötchen und zwei 100g-Tafeln. Der Grund: die Pause, die Langeweile und das Bedürfnis, der seit mehreren Wochen gleichen Diskussion über die geplante Einführung eines Zeiterfassungsmechanismus in unserer Arbeit aus dem Weg zu gehen, weil diese fruchtlos und schon längst frustrierend ist. Man möchte sagen: na dann macht es halt nicht. Oder dem wieder aus dem Weg gehen, einkaufen, dann halt doch wieder bei der Schokolade landen. Zumal das alles teuer ist, nicht wirklich schmeckt, und wie ich auch S gegenüber gesagt habe: mich kotzt es mehr an, so schnell hintereinander alles zu essen, als etwa die Menge oder das es Schokolade ist. (Es ist ja in allem anderen auch Zucker). Ermüdend.

  • Langsames Lesen. Und erneutes Lesen.

    Ich sitze immer noch jeden Tag an den dritten Texten der Losungen und übersetze sie für mich persönlich aus dem Koreanischen ins Deutsche. Bei vielen Texten bin ich mir so im Allgemeinen für den Inhalt sicher, der Herr schickt Licht, ist bei uns, wir sollen auf ihn hören: die Gebete und Texte wiederholen viele Inhalte in gewisser Weise, die im Text aus dem AT und im Vers aus dem NT stehen. Die Struktur ist oft die eines Gebetes, die Form 하소서 die ich sonst nie und nimmer gehört hätte, ist fast täglicher Begleiter. Ich habe es immer als “lass uns” übersetzt. Da die dritten Texte auf Deutsch in der App erst am Ende des Jahres kostenlos veröffentlicht werden, weiß ich noch nicht, wie nah ich dran bin, oder wieder einmal sehr weit davon entfernt.

    Da mir das doch keine Ruhe gelassen hat, habe ich die künstliche Intelligenz mit einzelnen Sätzen gefüttert und hab schon einzelne Passagen bestätigt gefunden, andere aber komplett umarbeiten müssen. Beim erneuten Lesen ist mir dann auch oft aufgefallen: ja, da steht was ganz anderes, als ich beim ersten Mal gelesen habe. Es passiert mir also auch immer wieder: ich lese viel zu flüchtig.

    Ich habe mir also vorgenommen, am Ende des Jahres noch einmal über alle Texte zu gehen und zu überprüfen. Vielleicht schaffe ich das für einen kleinen Teil der Texte, aber ich will nicht einfach irgendwas aufs Geradewohl übersetzen, dass dann keinen Sinn macht. Wenn ich das mache, dann schon richtig. Auch wenn ich dann wieder bemerke, wie weit ich davon entfernt bin.

    Beim gestrigen Text hatte ich 쓸모가 없는 übersehen und einfach “es ist keines, dass da nicht ist” übersetzt, die KI hingegen kommt mit “wenn es nicht von da kommt, ist es nutzlos” und schon bemerke ich, dass ich über 쓸모가 없는 einfach hinweggelesen hatte.

    Wie viel ich schaffen werde? Ich hoffe, mehr. Meine groben Übersetzungen habe ich vom 1.1 bis heute, den 29.9. durchgehalten, mir fehlt kein einziger Text. Aber eben bei manchen (vielen) bin ich mir nicht sicher und möchte es doch sein.

    Die künstliche Intelligenz hat mir ein paar Übungen zu grammatischen Problemen gemacht. Aber mein größtes Problem ist meine Faulheit. Ich muss wirklich davon abgehen, die tägliche Unterhaltung als Koreanischlernen zu betrachten. Die tägliche Unterhaltung ist schön, aber zum Lernen ist das weder gedacht noch geeignet. Maximal zum Anwenden und noch mal Überprüfen, zum Angeschautwerden allemal, aber eben nicht zum Lernen. Es heißt also: wieder noch mehr Zeit irgendwoher nehmen und vor allem wieder dranbleiben, Rhythmen und Gewohnheiten entwickeln. Vielleicht die Minuten, die ich mit dem Schokoladefuttern verschwendet habe, jetzt ins Lernen stecken.

    Oder die Zeit, die ich mit Filmen vergeudet habe. Manche Remakes (Kanzlei Liebling Kreuzberg) sollte ich zumindest auslassen, gut oder schlecht, das ist nicht in meiner Kompetenz, ich neige immer eher zur Ablehnung, zumindest nach dem Desaster mit dem Krankenhaus am Rande der Stadt, von anderen Dingen ganz zu schweigen. Nicht vergeudet hingegen die Entdeckung des Morgens, ein tschechischer Film von 1946 über Perak, einen tschechischen Helden während der Nazizeit, der springend gegen die Besatzer kämpfte und ihnen auf Sprungfedern auch ebenso entkommen konnte. Schön gemacht, aber das ist schon recht klar, ein Film aus den spätern Bratri v triku Studios, das ist einfach sehr sehr gut gemacht. Leider hat man den Film wohl nie so recht in der DDR gezeigt, verständlich sicher in den späten 40ern und frühen 50ern, aber später wäre es doch durchaus interessant gewesen. Na ja, vielleicht nur für mich und ein paar andere Enthusiasten.

  • 쓸모없는 대화

    우리는 플래스틱 비닐봉투 이나 종이봉투에 대해 대화를 했을 때 갑자기 ㅅ 그것 쓸모없는 대화다 대답했다. 저음에 나는 이유에 대해 생각했다, 조금 혼란스러웠다. 비닐봉투 문제가 해결책이 너무 힘든 것 같다. 비닐봉투가 화석 연료에서 와서 배기가스 있다. 한 번만 사용하면 큰 난비다. 그런 봉투가 그냥 쓰레기 하치장에서 있으면 또한 나쁜 영향이 물위해 있다. 우리 아직 개인의 몸에서 플래스틱 많다, 피할 수 없다. 무시할수도 없다. 그래서 나는 파스타 종이 봉투에서 비요슈퍼에서 샀다. 그런 종이봉투가 100% 채화를 할 수 있다. 하지만 다시 그런 봉투가 한번만 사용하면 큰 난비다. 또한 종이봉투를 생산하고 싶으면 좀 더 에너지를 사용하다라고 말했다. 그래서 그런 것도 나쁘다. 그래서 좌절, 쓸데없는 생각, 쓸데없는 대화다. 우리 끝까지 그런 봉투를 필요하면 항상 난비가 있을것 이다. 쓸모없다, 우리 그런 것에 대해 생각하면 그냥 우리 삶의 에너지가 사라진다. 하지만 그런 쓸모없는 대화가 오늘날에는 다른 주제으로도 번역할 수 있다. 동독에서는 거의 40% 사람들이 독일위한 대안 나치당이나 러시아 온 공상중의 BSW를 투표를 했다. 그 사람들이 다른 세상에서 살고 있다, 인터넷에서는 그냥 SNS에서 소식을 읽는다. 그래서 대화를 나누고 싶으면 그것도 쓸모없다. 자동차가 좋아하며 기후위기를 무시하고 난민을 반대하는 사람이다. 대화가 거의 가능할 수 앖다. 사람들이 바꿀 수 없다, 그럼에도 불구하고 그들의 의견이 너무 위험하다. 사람들이 반성 안한다. 난민 나빠라고 생각하고 기후위기가 없다고 생각한다. 난민이 사람이도 무시, 기후위기 위험이도 무시, 그 사람들이 항상 나 맞다고 생각한다. 쓸모없다.

  • Die Routine. Die

    Zwischendurch gelesen habe ich Svetlana ŽuchovásBilder aus dem Leben von M.” aus dem Jahre 2013, auf Deutsch 2017 veröffentlicht. Die Ich-Erzählerin spricht über den Verlust ihrer Mutter, ihre Beziehungen, ihren Alltag in einer Klinik in Bratislava, immer wieder, immer wieder, repetitiv, in einfachen Sätzen, wenngleich eindringlich. Lesenswert ist es, wenn man so etwas [die Nachtschicht] kennt (wobei man dann aber vielleicht auch nichts mehr darüber lesen mag [ich war dann nur noch froh, nie wieder eine machen zu müssen]), schwierig ist es, wenn es um den Verlust der Mutter geht, was doch recht genau treffend formuliert ist, gedanklich/ sprachlich nah dran. Ich frag mich immer mehr: wie wird eigentlich aus so einer Sache eine Geschichte? Wie geht das, wie findet man so viel konsekutives Material, dass man mit Müh und Not 100 Seiten draus machen und Roman draufschreiben kann? Ja, zwei Sachen in einem Satz machen es verwirrend: einerseits: wie findet man so viel Material? Und andererseits: warum ist das schmale Bändchen ein Roman?

  • Bewusst entsorgen

    Auf immer mehr Müll finde ich diese Hinweise. Bewusst entsorgen, bewusst trennen. Die Hersteller machen sich so richtig Gedanken (und das noch obendrauf neben all den verlogene Stickern und Logos, die mal Wert hatten und jetzt auf jeder Packung prangen). Gedanken über die Umwelt. Über die Umwelt? Die? Eher anders herum wird, wie immer, ein Schuh daraus. Es ist ein Abwälzen. Du hast es gekauft, also bist du jetzt verantwortlich, wenn du Konsument es nicht richtig verstanden hast, ist es deine Schuld. Dazu passend habe ich mich unter mehreren Youtube Videos zu Umweltthemen (Plastikmüll an Stränden) mit Menschen unterhalten / angelegt (also für meine Verhältnisse) und eingeworfen, dass, bei aller Verantwortung der Konsumenten, auch die Hersteller in der Pflicht sind und sich nicht mit solchen Sprüchen herauswinden können. Ich habe immer wieder die gleichen Antworten bekommen, dass dem nicht so sei, dass allein der dumme Verbraucher Schuld trägt, die arme Firma unschuldig sei, etc. Die Menschen seien sich ihrer Verantwortung nicht bewusst. Aha, schon wieder das schöne Wort. So derart vorgefertigte Antworten haben mich zumindest stutzig gemacht, mal sehen, ob ich das beginne zu sammeln…

    Ich weiß natürlich, dass das vollkommen sinnlos ist, im Internet in Kommentarspalten und in Kommentarbereichen mit Menschen (oder Bots) über etwas diskutieren zu wollen. Das ist als ob ich davon ausgehen würde, mit diesem Blog etwas zu erreichen. Ich weiß ohnehin, dass das ganze Plastikthema relativ sinnlos ist: fange ich damit an, nervt es, oft genug wird mir auch gleich entgegen geschleudert, was man wie denken sollte, wird mir aufgerechnet, dass meine Alternative dazu vielleicht doch nicht so gut wäre. Ich habe keine Kraft für sowas, fühle ich immer mehr.

    Bleibt insgesamt aber die Frage : wessen muss man sich bewusst werden? Dass es an uns liegt? Vermutlich. Wir kaufen den Mist ja dennoch. Obwohl wir, also ich, wissen (wissen das auch alle?), dass das alles weder zu verwerten noch gar zu verwenden ist.

    S ist gerade hier, beim gemeinsamen Kochen fällt teils deutlich mehr Plastik an als sonst allein. Immer wieder dieser Hinweis und man kann ihm gar nicht entkommen. Bewusst entsorgen, trennen – konsumieren aber bitte (unbewusst) doch. Man braucht schon fast einen Materialwissenschaften-Bachelor um durchzusteigen, was für Materialien man in der Hand hat. Dann kann man allerdings auch nicht viel mehr machen, als die eine oder die andere Tonne zu wählen und schon ist es vorbei mit dem Bewusstsein. Eigentlich ist da gar kein Bewusstsein, es ist eher ein Bedürfnis alles zu vergessen. Schmutzigen Müll, oder auch die viel zu viele Verpackung um alles und jeden Gegenstand: ich will vieles nur weghaben, ich nenne das immer die weihnachtliche Verpackungsorgie – mittlerweile jeden Tag. Ich will nicht immer den Einkauf mit meiner Großmutter beschwören, auch da war viel Plastikmüll schon dabei, aber gefühlt war es deutlich weniger. Na ja, ich müsste mich wohl komplett aus der Gesellschaft ausklinken (und damit klarkommen, dass mir dann viele Kontakte fehlen) um so einfach zu leben. Und würde doch immer Kompromisse eingehen.

    Es ist so oft so sinnlos, Dinge noch mal zu benutzen, auch wenn wir es ausführlich machen (반찬 in alten Eispackungen), irgendwann hat man mehr als genug Eispackungen, Haferflockentüten etc pp. Aber man versucht es eben immer noch, unbewusst, weil man (ich, wir) aus Zeiten kommen, wo Papier Mangelware war, man Plastikbecher nur selten bekam etc.

    Mal davon ganz abgesehen, dass man dabei nicht sicher sein kann, wie viele Stoffe sich aus der bewusst als Einmalplastikverpackung konzipierten Schale lösen und mehr Schaden als Nutzen auslösen… Die Verpackung ist zum Wegwerfen gedacht, also trifft die Unternehmen schon Verantwortung…

    Bewusst ausblenden ist irgendwie das Gebot der Stunde. Wie beim Nachbarn im Zug, der keine digitale BahnCard nutzen will, weil für ihn in seiner Meinung das nicht nötig sei… Oder den Kollegen, die Angst vor der digitalen Zeiterfassung haben, oder oder oder.

  • Kim Hyo-Eun: Wie wir den Kuchen essen

    In Gunsan waren wir in einem der schönen kleinen alternativen Buchläden. Die Geschäfte haben sich in einer Initiative zusammengetan, die selbst in meiner Großstadt nichts Vergleichbares hat. Was ich meine, ist einfach eine kleine Karte, auf der alle Buchläden und Geschäfte verzeichnet sind, wo man sie finden, wie man zu ihnen kommen kann, was sie verkaufen. Na ja, in dieser Stadt hier gehen mehrsprachige Bücherläden einfach so kaputt, ohne dass man (also ich) davon überhaupt was mitbekommt, wenn man nicht stets und ständig durch dieses Viertel läuft.

    Natürlich sind Kinderbücher, zumal mit Illustrationen, für mich immer gut. Ich lerne so lange, aber ich bleibe immer auf diesem Niveau. Sie sind gut für mich. Auch wenn ich schimpfe, weil ich die vielen lautmalerischen Ausdrücke kaum entschlüsseln kann, der Kontext nicht hilft und wenn die Zeichnungen sehr künstlerisch und wenig gegenständlich sind umso mehr. Sie sind gut, weil ich sonst kaum mehr verstehe. (Und sie haben trotzdem Tiefgang, der mich dann oft überrascht.)

    Geschenkt bekommen und danach gelesen habe ich Kim Hyo-Euns “Die Methode, wie wir den Kuchen essen” (우리가 케이크를 먹는 방법). Das Buch erschien im Juni 2022 und nun erneut im März 2024 bei Munhak-Dongne. Kim Hyo-Eun hat 2021 den Preis für das beste Kinderbilderbuch der New York Times gewonnen, allerdings für “I am the subway”. (Der verlinkte Artikel liegt leider hinter der Paywall, aber vielleicht kann man die gute Tante Times ja irgendwo auch in einer Bibliothek nachschlagen, wenn denn der Leidensdruck so hoch sein sollte)

    Erzählt wird im Kuchenbuch von den Problemen von fünf Geschwistern, die stets und ständig alles teilen müssen. Das bedeutet oft Schwierigkeiten, wenn nicht gar Streit. Manche Lebensmittel lassen sich gut teilen, andere wiederum gar nicht. Zudem hat jeder andere Vorlieben, vom Appetit ganz zu schweigen. Schließlich müssen sich die Kinder nicht nur das Essen, auch einen Roller teilen. Das geht solange gut, bis eines der Kinder einen kleinen Unfall hat und sich die anderen Geschwister Gedanken machen, wie es zu viert allein, natürlich schlechter, wäre.

    Die Illustrationen von Kim Hyo-Eun wirken leicht und sommerlich, sie sind herrlich einfach, wie von Kinderhand gezogen und doch ist das Buch in seinen Bildern und im Text tiefgehend, nicht naiv, witzig und die vielen Sticheleien unter Geschwistern haarklein auslotend, es ist inspirierend schön.

    Es ist natürlich schade, dass viele Bilderbücher kaum den Weg ins Ausland finden, selten übersetzt werden – es sei denn, sie sind von weltbekannten Autoren, aber in diesem Fall scheint es zumindest ab Oktober 2024 eine englische Version zu geben (How we share Cake).

    * Mit diesem Tag und diesem Buch beträgt mein Stapel ungelesener Bücher nur noch 700, genau 700. Einige Bücher habe ich in den letzten Tagen zudem weitergeschenkt, und auch wenn ich beim Aufräumen der zweiten und dritten Reihe immer noch mal neue Bücher finde, werde ich weiter kämpfen (müssen), diesen Stapel zu verkleinern. Das heißt natürlich aber auch, Bücher zu behalten, die mir wichtig sind. Bücher etwa mit Widmungen von Menschen, die es sonst nicht einmal mehr auf Fotos gibt, von denen es auch (außer in standesamtlichen Archiven) keinerlei Hinweis mehr gibt. Etwa der Tante meiner Tante, die meiner Tante ein Buch von Gorki schenkte, das Buch mittlerweile ein Ausbund an Hässlichkeit vom Umschlag her, schrecklich vergilbt, das Papier im Zerfall (und als ob ich Gorki lesen wollte), aber eben mit der Unterschrift der Tante meiner Tante. Auf keinem der Fotos ist sie zu sehen (“Sie war recht klein” die einzige Aussage meines Vaters über sie.) und außer mir hat sich das leider keiner gemerkt.

  • In der Hitze dieser Tage

    In den Nächten sinkt das Thermometer kaum auf 26 Grad ab, das gleiche Thermometer, dass im Winter ohne Heizung 15 und mit vielleicht gegen Abend 18 oder 20 zeigt. Zum Lüften, Heizen und so weiter hat ja ganz Deutschland Bundestrainerkompetenzen, man vermeidet jede Diskussion darüber, sonst wird es nervig.

    Gelesen habe ich daher wenig, da ich zur Zeit durch eine Umleitung mehr als doppelt so lang fahren muss, eine Regionalbahn und eine S-Bahn nehme – es fehlt die Routine zu lesen. Ich will nicht sagen, dass ich mich dort unwohl fühle, aber wer erst einmal vier oder fünf Stationen bis zum Flughafendrehkreuz stehen darf und danach erst einen Sitzplatz vor der Toilette ergattert (in der sich heute die gesamte Fahrt über ein Mann mit Bierflaschen versteckte), der kann einfach nicht lesen.

    Ich habe Ernst Wiecherts Totenwald beendet, das ging fix, das Buch ist lesenswert, vor allem wegen der Bemerkungen über die Bewacher, deren Sprache, deren Art und Weise. Lenz’ Roman Das Vorbild bringe ich kaum voran, auch Patricia Highsmiths Lösegeldroman über einen Hund schaffe ich nur seitenweise, langsam, langsam, mir fallen die Augen zu und natürlich möchte ich noch weiter in den Losungen übersetzen. Manche Tage (ich glaube, der 1. und der 2.9.) gingen so schnell und einfach, ich war selbst erstaunt. Ich werde wohl so vorgehen, dass ich, wenn ich an die Dritttexte der deutschen Version komme, meine Übersetzungen, allen voran die mit zwei ~ (mit diesem Zeichen drücke ich meine Unsicherheit aus), noch einmal zu überprüfen. Natürlich gelingt keine 1:1 Übersetzung, aber wenn ich wenigstens Berichtston und Gebet unterscheiden kann, ein wenig in die Nähe des Sinns komme, wäre ich schon froh. Und um ehrlich zu sein: es ist schon deutlich mehr als letztes Jahr, als ich damit anfing.

    Natürlich sind die Inhalte schwierig, wenig relevant für mich, manchmal zwar schon, aber oft ist es weit weg. Ich überlege zwar immer wieder, aber ich werde es wohl fortsetzen.

    Gesehen habe ich eine Dokumentation der Deutschen Welle, warum Klimaproteste und alle Informationskampagnen der Klimawissenschaftler gescheitert sind. Besonders interessant die Stelle, die die Empörung in den 80ern über einen sehr großen Mercedes zeigt, und das gleiche Modell heute einem, also dem kleinsten verfügbaren SUV gegenüberstellt. Der damals gescholtene Wagen wirkt klein im Gegensatz zu dem Koloss von heute. Und es ist: der kleinste SUV. Der Rest ist deutlich größer, wiegt mehr und es lohnt nicht mehr, auch nur eine Diskussion dazu zu beginnen.

    Am Ende soll wohl der Hirnwissenschaftler alles lösen, Klimawandelverhinderung soll Spaß machen. Aha.

    Ach so. Falls jemand ein Wort sonst so erwartet hätte:

    오늘날 선생들 두 가지가 있다. 한 부분 조금식 그 국우 생각을 지진하고 있다, 동시에 다른 부분 그것에 대해 고민이 있다. 항상 누구 뭐 듣고 있는지 때문에 그 주제에 대해 말할 수 없다. 사회 일반적으로 기분이 다 다쳤다. 사람들이 말할 수 없다. 미디어 때문에는 바보적인 생각들이 엄청 유명해졌다. 그렇게 그 사회가 남아 있으면 큰 문제뉘한 해결책들이 없을 것이다.

  • Zäh, weiterhin

    Im August habe ich mehrere Bücher beendet, darunter Kazantzakis Alexis Sorbas, Bernhard Schlinks spätes Leben, Sebastian Haffners (leicht gealtertes) von Bismarck zu Hitler, Rebecca Kuangs Yellowface, danach ein Sachbuch über die Habsburger, über den (im Umfang des Materials dem Denisova-Menschen ähnlich ergiebigen) historischen Jesus. Eine Kurzgeschichte von Irene Dische (den Roman dazu konnte ich nicht mal anfangen). (Entweder war ich da zu müde, oder aber ich kann verschiedene Formulierungen einfach per se nicht mehr ertragen.) Ich habe Hedi Hausers Kamillenstreit gelesen, von allen Hauserbüchern mithin das konfuseste. Zuletzt auch noch Jakob Heins Hypnotiseur. Den ganzen August kämpfe ich mich durch Siegfried Lenz Vorbild. Es ist sehr in die Jahre gekommen, es liest sich zäh, ich habe mehr als einmal überlegt aufzuhören, Spiegelbestsellerliste hin oder her. So westdeutsch, so siebziger, so weit weg. Die meisten Bücher gehen auch wieder in die Bibliothek bzw. ihren Weg in den Bücherschrank.

    Solange mich die Werbung lässt, höre ich immer noch Ilkari Maru mit Tjamu Tjamu aus dem Jahre 1984. Leider hat die Band (die es wohl noch gibt) keinen eigenen Kanal, also muss ich das über so einen Verwertungskanal von Ytoube sehen, die Klicks, die das Video verdient hätte, gehen also ins Nirvana. Die Band singt auf Englisch und Pitjantjara, endlich mal wieder ein Song, bei dem man zu irgendwas mitgrölen kann, ohne sich Gedanken machen zu müssen. Zur derzeitigen Stimmung passen auch Juan Atkins Track Ten und die Coverversion des Crowded House-Titels “Don’t Dream it’s over” eines Künstlers namens Ibara II, der sich wohl nur auf eine andere Version bezieht, aber schon das ist vollkommen nebensächlich, wenn man hört, was er auf der Gitarre drauf hat. Macht sentimental, macht einen traurig, lässt einen nachdenken. Und egal wie es kommt, es geht weiter, solange man solche Musik hören kann, solange man weiß, dass man auch solche Ideen haben könnte. Und zuletzt habe ich im August noch Drop the gun, stop the war (dtg,stw) von Yamagata Tweakster gehört. Kann man natürlich nur unterstreichen.

  • Hypnotisiert

    Aus der Bibliothek habe ich ein vom Autor signiertes Exemplar da und bin begeistert. Die Rede ist von Jakob Heins Hypnotiseur. Kurz erzählt ist die Geschichte: ein Schrat bietet auf einem Dorf Hypnose an, lebt von einer Randexistenz (wie schon in Horns Ende Landnahme jemand vom Honig lebte…) und ist glücklich. Die Leute kommen zu ihm, werden hypnotisiert und Reisen nach Paris, New York und sonstwo sind möglich. Was natürlich faszinierend ist, in den 80ern, im tiefsten Osten (also schon fast in Polen). Die Geschichte gerät aus dem Ruder, aber ich will das nicht verraten. Der Roman ist eh schon kurz.

    Die Zeit damals war schon ok. Und auch nicht ok. Man kann sich zwischen Kartoffeln, Quark und Leinöl einrichten, braucht kein fließend Wasser, aber man muss eben doch drauf achten, was gesagt wird: “Mir geht es gut. Ich habe alles, was ich brauche und es gibt nichts in diesem Leben, was ich nicht will.” Da ist dann nur die Verneinung. Nichts zu haben, was wehtut, was nervt. So ein abgeriegeltes, in sich zurückgezogenes Leben. Schön und gut, für die Psyche wichtig, aber eben ohne jede Perspektive. Ohne jede Hoffnung. Und irgendwie lebt es sich heute noch hier und da wie bei Micha im Jahre 1984, unbeabsichtigt habe ich auch bis letztes Jahr so gelebt: nix mehr wollen, Hauptsache keine Probleme. Nichts bekommen, aber wenigstens keine Probleme. Das ist gangbar, aber eigentlich auch unerträglich.

    Und wenn im September gewählt wird, haben wir schnell wieder Micha und 1984, überall unteres Odertal, das heißt, diese Selbstaufgabe, diese aufgedunsene Depression. Kommen nur mit Hypnose raus, mogeln uns mit Flaschtiken (haha) durch, hören sowieso kein Radio mehr, ach wie wunderbar. Ach nein, dann hören wir sicher wieder gemeinsam die Worte unseres geliebten (Führername hier einsetzen)

    Sorry, ich will das nicht mehr. Die Freiheit tut oft weh, die Freiheit zieht viel Scheiße hinter sich her, aber diese luftabgeschlossene Gesellschaft hatten wir zur Genüge. Ich brauch nicht deutlicher zu werden, ich will es auch nicht.

    Ich hab mir erst gestern wieder den Hass auf verschiedene Politiker, offen, in der Frühstückspause anhören dürfen, wer alles fett ist (aha), wer keinen Abschluss hat (jaja, die) , wer nur schön reden kann (na, der). Und ich bin schon ein halber Micha, wenn ich weiß, mache ich dagegen die Klappe auf, wird hinter der geistigen Gardine genau notiert, sitzen überall LPG-Sekretärinnen um einen herum… Die Leute wollen es so, ich aber nicht.

    *Schön ist der abgewandelte Genschersatz auf Seite 183. Den mal gedruckt zu sehen…

  • 옐로패이스

    레베카 에프 쾅 (Rebecca F. Kuang)의 소설에 대한 글

    지난 주에는 나는 다시 라이프치히의 리비야광장에서 있는 공공 책장에서 소설을 한 권을 빌렸다. 옐로패이스 (Yellowface, 노란색 올굴) 책의 제목이다. 리비야광장 근처에서 국제적인 지역이여서 이 권이 영어로 있었다. Maybe this is just my assumption, maybe it is just a coincidence that I found it there. I don’t know. (Some other korean materials showed up last week to by the way but it was only about bands I really don’t know, and overall it was just without text to read) 아마도 다 그냥 우연했다.

    영어로 읽는 것이 자주 조금 힘든 것 같았지만 이 소설이 흥미로웠다. 소설의 주인공이 다른 유명한 중미 작가의 친구 있으니까 그들이 같이 놀았다. 갑자기 그 유명한 작가가 돌아가셨을 때 주인공이 유명한 작가의 새로운 원고 훔쳤고 스스로 만든 소설이라고 불렀다…

    작가의 사기에 대한 소설이다. 플라기아리즘에도 문화 유용에도에 대했다. 그 소설을 읽으면 우리 출판업에 대해 많이 볼 수 있다. 출판업에서는 사람들이 SNS을 많이 사용하기 때문에 소설을 적는 것이 한 것이다. SNS 다른 것, 제 생각에는 나쁜 것이다.

    작가가 유면했지만 훔쳤어서 항상 사람들을, 과거를 그녀가 무서웠다, 조금 파우스트 비슷한 것 같다.

    한국어로 그 소설을 아직 못봤지만 확실해 우리 나라에서도 출판될것 이다.

    Das einzige, was mich an diesem Buch (wie bei Annie Ernaux) in den Wahnsinn treibt: es ist größer als meine Hand. Wer denkt sich denn sowas aus? Sind in zehn Jahren Bücher dann zeitschriftengroß?

    소설이 너무 커서 조금 불편했다. 누구 그런 것 결정했다, 그것도 출판업의 팔는 전략이다?

  • missing in action

    Ich gebe zu, ich habe einige Zeit vor dem Handy verbracht. Mit Spielen. Mit Spielen, die man täglich zum Glück nur einmal spielen kann und dann ist Schluss. Gemeint sind die Spiele auf der Website der New York Times, das heißt Wordle, Connections, Letter Boxed und seit kurzem Stranded. Meist spiele ich auch noch Spelling Bee. Eigentlich ist das alles zum Zeittotschlagen, aber da es auf Englisch ist, hat es wenigstens noch den Reiz, immer mal wieder neue Wörter aufzuschnappen, heute war es “mia”, was soviel wie “missing in action” abgekürzt ist und einer Art von “vermisst” entsprechen dürfte. Manchmal ist es ganz nett, an anderen Tagen bin ich überfragt und froh, dass diese Spiele keinen Stress auslösen oder erfordern, dass man sie jeden Tag spielt. Hat man es geschafft, die freie Version soweit als möglich zu lösen, ist Schluss und für den Rest des Tages ist alles vergessen. Ähnlich geht es mir auch mit dem Sudoku: nur solange ich keine Fehler mache, spiele ich, beim ersten Fehler höre ich auf. Und das passiert immer mal wieder. (Der Rekord meinerseits liegt übrigens mittlerweile bei 4:02 Minuten)

    Was ich vermisse, ist so eine App auf Deutsch. Alles, was ich bislang finden konnte, war immer etwas, wo man endlos lange spielen konnte, so, dass es einem recht schnell zu viel wurde. Oder aber die Worträtsel sind so kinderleicht, dass ich mich frage für wen diese Rätsel sein sollten. Oder es ist der übliche Kreuzworträtsel-Unsinn dabei, irgendwelche sinnlosen Abkürzungen, die man nur zufällig wissen kann bzw. die irgendwie auch keinen Sinn ergeben.

    Zum Glück also gibt es dieses Spiel und nur einmal am Tag. Wenn ich es vergesse, ist es auch kein Problem, zu viel davon würde mich auf Dauer (wieder) nerven. Ich erinnere mich an eine Fahrt nach den Niederlanden (1991) auf der ich einen Tetris-Clone spielte und nach mehreren Stunden Fahrt konnte ich die Elemente vor meinen Augen sehen, danach habe ich sogar davon geträumt – und wollte das nicht mehr spielen. Das Phänomen hatte übrigens die ganze Familie, wo diese kleine Spielkonsole abgeblieben ist, weiß keiner.

    Zur Zeit lese ich zufällig gefunden Rebecca F. Kuangs “Yellowface” auf Englisch. Eine Schriftstellerin schaut zunächst einer anderen beim Sterben zu (zufällig, nicht abartig) und stiehlt ihr dann ein praktisch fertiges Manuskript, Erfolg, Entdeckung des Betrugs, ich hoffe, es ist nicht weiter so derart voraussehbar. Aber gut, es ist eine ganz gut gemachte Geschichte. Wobei ich leider wieder nicht verstehen kann (wie bei Annie Ernaux) warum das Buch größer als die Hand sein muss. Wer dimensioniert denn Bücher in den Verlagen? Wie sieht das in zehn Jahren aus? Sind Bücher dann zeitschriftengroß?

    In Gunsan habe ich Bücher aus den 70ern gesehen, die waren klein, ähnlich wie meine 50er Jahre-Papierspar-Ausgabe von Transit. Ok, das ist nicht augenfreundlich, aber in gewisser Weise wäre eine Rückkehr dazu doch… na immerhin gibt es noch Bücher, ich will nicht meckern.

  • Zu Sorbas

    Ich habe es geschafft. Ich habe (ursprünglich angeregt durch das koreanische Buch 다독이는 밤) im Januar mit Nikos Kazantzakis Alexis Sorbas begonnen und zwischenzeitlich hatte der Roman wohl Aussichten auf den Titel des am längsten auf meinem Nachttisch liegenden Buchs. Ich habe seine Lektüre durch alle möglichen Gründe immer wieder unterbrochen, es aber schließlich doch beendet. Und bin zumindest durch die Gedankenfülle begeistert. Die Person Sorbas, die Person des Chefs, nein, aber die vielen Gedanken sind lesenswert und bleiben mir in Erinnerung. 정말 기억이 난다. 불교적인 생각이 많아요. 유럽 문맥에서 조금 이상하게 보이는데 역사적에 생각하면 그때 유명했어서 어색하지 않다.

    Bokens handling er glemt, jeg vet ikke hvorfor de gjorde det og hva var det bakom, men tankene har vært virkelig interessante. Jeg skulle har lest det uten pause, men det har vært massehvis andre ting imidlertid. 중요한 것.

    Leben und Gedanken, Praxis und Theorie, bewusste Unvollkommenheit und versuchtes Streben nach Vollkommenheit, Fleisch und Papier stehen sich gegenüber, ein wirklich interessantes Buch. Ich bin mir natürlich nicht sicher, und so, wie ich mich kenne, lese ich es doch nicht noch einmal, aber möglich ist es schon, dass ich hier immer mal wieder nachschlagen könnte.

    그리스인 알래그시스 졸바스 흥미롭다. 왜냐하면 나도 오랫동안 읽고 있고 생각이 (자주 쓸모없게) 많아서 정말 살 수 있는지 모른다. 아마도 나는 그 책 이해하지 않는데 졸바스의 생각이 좋다, 정말 좋다. 하지만, 읽는 것이 한 것이다, 그렇게처럼 잘 행동하는 것이 다른 것이다.

    Zorbas tells us that the real freedom is to take life as it is, with all its joy and all its catastrophies. We should fight for this/ us, not give up, no matter what will come out.

    영화를 아직 못 봤다. 보는 계획이 없다. 책이 중요, 영화가 그냥 다 파괼 수 있어서 포기 할 것이다.

  • Nochmals zum Zucker

    Über die Doku “Macht Zucker dumm?”

    In einem der letzten Beiträge habe ich mich über zwei bei Youtube verfügbare Dokumentarfilme zum Thema Zucker ausgelassen und, wie es für mich üblich ist, aufgeregt. Denn das Thema beschäftigt mich, auch wenn es natürlich ein beständiges Drehen im Kreis und auf Zucker zu verzichten, ähnlich wie bei der vegetarischen Ernährung auf Fleisch, zumindest in Gesellschaft/ aber auch allein/ gerade allein praktisch unmöglich ist.

    Anders als bei der vegetarischen Ernährung spielen ethische Gedanken (Tierleid) hier keine Rolle, aber mir machen die gesundheitlichen Auswirkungen Angst. Wenn ich schon einigermaßen alt werden darf, dann bitte auch einigermaßen gesund. Dass das nur ein Wunschdenken ist, weiß ich, aber immerhin: versuchen. Versuchen, wie alles im Leben.

    Ich habe die Arte-Doku “Macht Zucker dumm?” angefangen und schon der Aufbau ist deutlich angenehmer, sprich ruhiger. Natürlich gibt es auch hier die üblichen Animationen, aber zum Beispiel das schnelle Switchen zwischen den Gesprächspartnern ist etwas langsamer.

    Zunächst gibt es wieder die übliche Volksaufklärung, wo Zucker alles drin ist, wie viel wir zu uns nehmen und dass es natürlich zuviel ist, Krankheiten auslöst (allen voran den Diabetes), aber bei den psychischen Auswirkungen durch entzündungsfördernde Prozesse wird es interessant. Psychische Probleme wie Depressionen und auch Angststörungen sollen eine Verbindung zu (übermäßigem/ ständig hohem) Zuckerkonsum haben. Man zöge sich wie bei einer Krankheit zurück, habe weniger Interaktion mit anderen, weniger Interesse. Hmm, ja, auch wenn das bei mir u.U. andere Gründe haben könnte.

    Auch der brain fog, der nach dem Genuss von viel Zucker (in Form von einem Kilo Eis etwa) einsetzt wird beschrieben. Etwa eine Stunde nach dem Konsum ist man müde, wie benebelt. Habe ich persönlich erlebt, wird hier in der Doku erwähnt. Aha.

    Das Gehirn werde gegrillt, bestimmte Areale bauten systematisch ab. So etwas selbst an sich festzustellen ist natürlich nicht möglich, aber für mich alarmierend.

    Und bei all der Angst, die beim Schauen entsteht: endlich: wie geht man damit um. Radikal zu verzichten, ist, wie ich schon schrieb ja nicht möglich. In den wenigen prozessierten Lebensmitteln, die ich esse, ist ja auch Zucker drin und auf die noch zu verzichten: da kommt der Mangel gleich hinterher. Und die Einstellung: ok, unter der Woche verzichten, am Wochenende zuschlagen, klappt nicht, oder vielleicht für kurze Zeit nur, dann wird es wieder normal, schlimmer… Lösungen, ab Minute 22 oder 24, na ja, für eine Sekunde habe ich gehofft. Auf Null reduzieren sagt der Prof, aha. Ok.

    Zumal ist die Doku wenigstens ehrlich: die Zuckerverlangensstrukturen sind in tiefen Hirnregionen verankert, es ist schwer, da Veränderungen (langfristig etc.) zu bewirken. Die Forderung nach Regulierungen ist gut, bei Allulose ganz ehrlich habe ich abgeschaltet. Da treibt man wahrscheinlich aller zehn Jahre neue Säue durchs Dorf, endlich das Supermittel, endlich die Lösung. Vergesst es.

    Immerhin, im Gegensatz zum amerikanischen und australischen Film von vor einem Monat sehenswerter, auch wenn es für Zuschauer, die sich schon häufiger damit auseinandergesetzt haben (oder es versuchen) nicht viel Neues herauskommt.

  • Wenig gelesen, noch weniger geschrieben

    In den letzten zwei Wochen war ich in Korea unterwegs. An der Westküste entlang auf Heuksando, in Mokpo, Gunsan und schließlich noch ein paar Tage in Seoul. Bücher habe ich natürlich auch wieder gekauft, auch wenn ich zwischen “ich möchte sie gerne lesen” und “ich kann es doch noch nicht” stehe. Gelesen hingegen habe ich fast nichts, außer Hinweisschilder oder Erklärtafeln in Museen (meist wieder zur japanischen Besatzungszeit, oder zum Unabhängigkeitskampf, je nachdem wie man es bezeichnen möchte, bzw. je nachdem wie der Fokus des Museums war). Geschrieben dazu natürlich auch kaum etwas, mein Reisetagebuch hat diesmal lediglich viele Stempel aus Gunsan aufgenommen, Eindrücke aufzuschreiben ging oft in der fehlenden Zeit nicht.

    Korea diesmal: im Vergleich zum Vorjahr kam es mir ein wenig ärmer vor, zwei oder dreimal bin ich angebettelt worden, betrunkene Leute waren mehr unterwegs, das Wifi nicht mehr so oft offen verfügbar, die Preise höher. Aber die Menschen insgesamt wie immer nett, hilfsbereit, serviceorientiert, alles, was man in Deutschland mehr und mehr völlig vergessen kann.

    Schön war es einmal in Gunsan auch kleine Buchläden zu erleben, bislang kannte ich immer nur die großen alteingesessenen Läden in Seoul und Busan bzw. Ketten wie Kyobo. Hier: @mariebookstore 마리서사, ein kleiner Laden mit wirklich interessanten Büchern und nicht nur so das Allerweltszeug. Eine LGTBQIA+ Sektion gab es auch, was für koreanische Verhältnisse sicher immer noch schwierig ist (die Kreuze da scheinen in jedes Hotelzimmer…)

    Und was es alles übersetzt gibt, ich sage es immer wieder: verfügbares Wissen ist Vorsprung, unterschätzt das mal nicht. Moderne Romane aus dem Deutschen, Sachbücher: allesamt übersetzt, Koreaner, die sowas lesen wollen, können sich praktisch zeitgleich mit den Lesern des Originals unterrichten. Ich hab bei einzelnen Koreanern für Johnson und Christa Wolf geworben, bzw. Bekanntes erzählt. (Und meine pessimistischen Ansichten zu jeder Art von 통일 zu erklären versucht, stets etwas heikel, aber ich will da selbst unter Fremden nichts beschönigen: 34 Jahre ist viel schief gelaufen, wenngleich alles andere noch schlimmer gewesen wäre.)

    군산에서 작은 서점들이 정말 재미 있는데 한국어로 읽을 수 없어서 저는 자주 슬펐다. 다양한 한국 책을 봤을 때 저는 설사 한번에 잘 한국어를 읽을 수 있을 때 어떤 책을 읽을 수 있는지 없는지 모르겠다고 생각했다 . 그럼요, 그것 문제 아니다, 그냥 Jammern auf hohem Niveau. Oder überhaupt Jammern. Immer wieder. Ich muss sehen, dass es nicht nervt.

    Zu Johnson, zu Wolf dann eine kurze Suche im Handy, aha, hier der Jakob, hier Kassandra… Vorhanden, übersetzt, sogar noch im Buchhandel verfügbar. (Ob es wer lesen will, ist natürlich eine andere Frage.)

    Und umgekehrt? Außer den Werken der Bookerpreisträgerin Han Kang erscheint koreanische Literatur nur sehr versteckt, man muss schon sehr intensiv suchen, was mir nebenher wirklich nicht möglich ist. Ich bin schon froh in der Bibliothek immer mal ein oder zwei neue koreanische Bücher pro Jahr zu ergattern/ aufzustöbern/ zu entdecken.

  • Vier Versionen

    Fliegen, zumal auf Langstrecke bedeutet vor allem Langeweile. Zum Lesen komme ich nicht, denn die Mitreisenden um mich herum sind frustrierend laut bzw. irritierend. (Hinflug: 11:30h 안돼 ohne Unterlass) Ich vermeide den Fensterplatz, aber auch am Gang bin ich praktisch permanent genötigt, aufzustehen, die Füße einzuziehen, den Vordermann noch zu bestärken, sich beim Einschlagen mit der Decke gegen die Luftkühlung im Fünfminutentakt gegen den Sitz zu werfen: in diesem Fall hält man stets den Kaffeebecher in der Hand… Kurz und gut: es nervt, also gehen nur Filme zur Berieselung, bzw. zum Eindämmern, je dümmer umso besser. Je mehr man zuschauen muss, nachdenken sollte, je mehr man gefordert ist, auf die Ränder des Films zu schauen, umso schwieriger. Bei The zone of interest habe ich das getan, auch wenn ich weiterhin der Meinung bin, dass in den letzten Jahren nur noch drumrum gezeigt wird. Es gibt nur noch Holocaust-Filme ohne Leichenberge, ohne plötzliche Einspieler wie bei Иди и смотри (das hat Herzinfarktqualität) oder anderen Filmen (mir fällt der DEFA-Film nicht ein, bzw. ich kann es gerade nicht nachprüfen). Selbst die Dokumentarfilme wie Night will fall (Hitchcock) oder The Deathmills (Hanus Burger) kann man nicht mehr frei bei Youtube finden, Jugendschutz und so, ich mag es nicht glauben. Wenn ich an Filme wie Hasenjagd denke, wo man wirklich mit den Gefangenen mitrennt, dann komme ich mir bei verschiedenen heutigen Filmen schon fast veräppelt vor. Einerseits beklagt man sich über fehlendes Wissen und Desinteresse, andererseits wird nur noch drumrumgezeigt. Um den ganzen Abgrund hinter The zone of interest zu verstehen, muss man aber erstmal die originalen Filme gesehen haben, egal wie traumatisierend die sind. Sonst steht man vermutlich wie Imogen Kogge am Fenster und wundert sich über das Feuer in der Ferne und da rein da raus, hat es schnell vergessen.

    Mir hat Sandra Hüller gerade in ihrer im Film dargestellten Ekligkeit/ Hässlichkeit gefallen, hoffentlich kann sie dieses darstellerische Level über Jahrzehnte halten, sie ist wirklich gut. Und auch dieses nazitypische Kleben am wie auch immer Erreichten, so gut gezeigt. Die Pelze aus der Effektenkammer und nebenan brennt die Besitzerin…

    Aber eben: drumrum, auch wenn die Szenen aus dem Lager am Ende wichtig sind. Aber ob das jemand ohne viele andere Filme zum Thema vorher gesehen zu haben verstehen wird? Ein offener Film, den ich erst nicht gut finden wollte, aber durch die Offenheit bin ich wieder am Denken, das ist für mich auch ein Indiz für einen guten Film.

    Dann, ganz harter Schnitt, habe ich Das fliegende Klassenzimmer von 2023 gesehen. Erst dachte ich: was noch eine Version? Ich bin vor allem mit dem Film aus den 70ern aufgewachsen, ein paar mal habe ich die schwarz-weiß-Fassung aus den 50ern gesehen. Die Thomanerfassung von 2003 fand ich zunächst zu modern, aber da sie mittlerweile auch schon wieder gealtert ist und es viele Gebäude, die dort dargestellt werden so auch nicht mehr gibt, gefällt mir die Version in meiner Heimatstadt mittlerweile auch. Und auch die neueste Version hat etwas. Vielleicht rutsche ich auch aus dem Verständnis heraus und kann nicht alles von der GenZ verstehen, aber der Film ist getreu im kästnerschen Sinne und aktualisiert, wird nicht (sehr) kitschig und ist sehenswert. Mal sehen, wann es dann irgendwann noch eine Fassung gibt, ich glaube Kästner hat es sowohl literarisch, kinderbuchliterarisch als auch filmisch zum Klassiker geschafft, der lässt sich nicht mehr vergessen…

    Traurig fand ich dann auf dem Rückflug den japanischen Film 怪物 (Monster, 2023) über eine zunächst verwirrende Mobbing-Geschichte, die am Ende das Panorama einer Freundschaft zeigt, die stark und schwach zugleich ist. Und wieder das Thema Mobbing: diese Ohnmacht vor den Arschlöchern, die mobben und damit immer durchkommen, diese fehlende Kraft der Masse, die das doch ablehnen muss, die aber schweigt, nichts sagt, im besten Falle durch andere Aktionen ablenkt, den Fokus verschiebt (es noch schlimmer und komplizierter macht), zum Mittäter wird etc. Warum geht dieses Mobbing immer noch? Und warum fällt uns der Umgang damit so schwer? Einfach benennen: hier wird gemobbt. Dem Lehrer sagen, der Lehrer muss handeln. Es soll keinem bei einem ersten Mobbing der Kopf kürzer gemacht werden, aber es sollte von Anfang an klar sein, wie endlos die Folgen davon sein können, wie sehr einen so vermeintlich kleine Sachen (und die Reaktionen dazu: ach na ja, hab dich nicht so, ist das so schlimm, sei keine Memme…) für Menschen sein können. Das zeigt der Film wunderbar, eine wirklich Empfehlung, ausdrücklich. Gerade heutzutage, wo kaum mehr dieses Gefühl vorhanden ist, ah diesen Film habe ich auch gesehen, sondern jeder in seiner Streaming-Plattform-Splitterwelt lebt und man nicht weiß, was gerade wo läuft.

    Traurig am Ende auch, dass die Musik zum Film, die mir gut gefallen hat, wieder von Ryūichi Sakamoto stammte, dem der Film wohl auch gewidmet ist. (Und ich habe das Buch immer noch nicht gelesen!)

  • Was man da alles so wissen muss

    Ich bin durch, mit Nr. 1 der gefundenen Manwhas. Und das, obwohl ich diesmal nicht jeden Tag konzentriert gelesen habe. Unbekannte Wörter gab es natürlich wieder, aber viele konnte ich mir schon allein durch die Bilder und den dadurch entstehenden Kontext denken und habe dann nur zur Sicherheit nachgeschlagen. Inhaltlich anspruchsvoll, aber die Zeichnungen sind grottig. Vieles wirkt ziemlich hingeschludert. Den Inhalt kann man durchs Vorwissen/ Weltwissen erschließen, aber die Witze am Ende jedes Panels sind dann wieder, sagen wir mal, kompliziert.

    In diesem Kapitel ging es um 단풍, also die Laubverfärbung im Herbst, und am Ende soll lustig sein, dass auch der Vater, der sich am 막걸리 eine rote Nase getrunken hat, sich gerade wie ein Baum verfärbt… Grundschulhumor, also vielleicht.

  • Dokumentationen

    Ich habe in den letzten Tagen (nebenher zugegebenermaßen) zwei Dokumentarfilme zum Thema Übergewicht und Zuckerkonsum gesehen. Das Thema ist prinzipiell wichtig, in den Dokumentarfilmen (That Sugar Film, Australien 2014 und Fed Up, USA 2014) fällt sogar offen der Suchtbegriff, den ich schon oft (im Gespräch) versucht habe einzuführen, aber immer (im besten Falle) nur ein Lächeln erhalten habe.Dabei ist es schon (wie) eine Sucht, wenn man gar nicht anders kann als sich in Stress-Situationen Schokolade zu kaufen und sie praktisch in unter 5 Minuten zu essen.

    Im Prinzip sinnvolle Filme, der australische leider extrem flapsig und oberflächlich*, der amerikanische schon etwas tiefergehend: aber beide komplett ohne jede Lösung. Nicht mal Lösungsansätze. Nur Gejammere.

    Natürlich ist es alles schwer, natürlich ist es gerade beim nahezu religiösen Thema Essen wirklich hart, dabei zu bleiben, für sich selbst zu kochen, möglichst fertige Produkte zu ignorieren, wenig (bis gar nicht) auswärts zu essen, auf die Zutatenlisten zu achten etc. Und vor allem Zucker, Schokolade und Eis zu ignorieren. Wenn man das mal isst, kein Thema, aber oft gerät man in einen tagelangen, wochenlangen Strudel. Kommt noch Stress dazu, vor allem durch endlose Meetings, Papierkram, Statistiken etc. ist es oft sehr schwer.

    Das Gejammere war dann im amerikanischen Film fast unerträglich. Weil da Kinder saßen, die unter Tränen erzählten, dass sie Sport machen, alle möglichen Lightprodukte essen und trotzdem aussahen wie die Schlaraffenlandkinder aus dem Sandmännchenvorspann. Einer von denen fängt dann an sich anders zu ernähren und verliert Pfunde, fühlt sich deutlich besser – und am Ende sind doch wieder alle Kilos drauf.

    Wie kann man als Dokumentarfilmer so bloß danebenstehen und nur auf die Tränendrüse drücken? Wer glaubt denn ernsthaft, dass sich dadurch was ändert? Nicht zu empfehlen, daher gibt es auch keinen Link, auch wenn die Filme kostenlos bei Youtube zu sehen sind.

    * Der australische Film ist am Ende verlogen, denn der Dokumentarfilmer, der binnen weniger Wochen zugenommen hatte, verliert wundersamerweise seine Pfunde wieder vollständig, das ich nicht lache.

  • Ein Jahrhundert

    In Ermangelung untertitelter oder gar synchronisierter Fassungen (im Fernsehen, in Mediatheken, im Streaming) schaue ich die meisten irgendwie verfügbaren tschechischen und tschechoslowakischen Filme, die ich bisher nicht gesehen habe, im Original. Eiskalt. Teilweise verstehe ich kaum mehr als Wortfetzen, manchmal, ach was, meist kann ich nur vermuten, worum es überhaupt geht. Oft genug breche ich ab, leider.

    Natürlich sind da Dokumentarfilme etwas besser, denn da wird berichtet, mit Kontext visuell unterstützen erklärt. Wenn ich dann noch erst vor wenigen Jahren intensiv mit einem dazu gehörigen Buch Zeit verbracht habe, kann ich sogar relativ gut verstehen, worum es gehen soll.

    So also habe ich “Století Miroslava Zikmunda” (2014, dt. “Das Jahrhundert des Miroslav Zikmund“) angefangen/ gesehen, der sich mit dem Weltreisenden Miroslav Zikmund beschäftigt und den schon weit über 90-Jährigen (gerade noch rechtzeitig) an viele Orte begleitet.

    Zikmund dürfte mittlerweile und außerhalb der Tschechischen Republik (bzw. der früheren Tschechoslowakei) kaum mehr einem ein Begriff sein, aber meiner Meinung nach sollte er mit anderen Weltumrundern gleichauf genannt werden. Gemeinsam mit Jiří Hanzelka durchquerte er ab 1947 von Prag aus Afrika von Nord nach Süd, reiste dann durch Süd- und Mittelamerika, und das alles in einem kleinen Tatra 87. Das Ganze war von Tatra unterstützt, die Vorzüge des Autos werden immer wieder beschrieben, mit heutigen SUV-Auswüchsen ist es nicht vergleichbar. Vielleicht wäre die Reise mit solchen Monstern von heute viel bequemer geworden, ich vermute allerdings viel eher: diese fahrenden Bildschirme wären wahrscheinlich schon kurz nach Gibraltar…

    Ich habe die Afrikabände kurz vor Jahresende 2020 gelesen, nachdem sie jahrzehntelang bei meinen Großeltern im Regal standen – und war begeistert, wie klar auch manche Äußerung zeitverbunden heute etwas kritischer gesehen werden könnte. Ich habe sogar Silvester 20/ 21 verpasst, weil ich noch die letzten Seiten lesen wollte, bei der üblichen, meiner Meinung nach unerträglichen Knallerei leider eine sehr beschwerliche Sache.

    Die Reise zudem war auch beschwerlich, ich würde sagen: heute sogar noch weniger machbar als damals. Allein wo heute alles immer noch und wieder Krieg ist. Interessant ist, dass die beiden an Orten waren, die kaum jemand sonst besuchen konnte, vor allem nach dem Februar 1948, als die tschechoslowakischen Kommunisten jede andere politische Meinung ausgeschaltet hatten. Ich glaube auch, deshalb standen die Bände so hoch im Kurs: man konnte hier vom Kilimandscharo lesen – selbst hinfahren ist vielen Menschen durch die elende Politik verwehrt worden. Man sollte sich das in Zeiten, in denen wieder nach geschlossenen Grenzen geschrien wird, merken.

    Alle älteren Verwandten haben es letztlich bedauert, dass sie nicht viel von der Welt sehen konnten. Es gibt so viele Beschränkungen, die einem das Geld und der Körper auferlegen (den Kilimandscharo besteigen wohl nur die Fittesten, das kann man auch bei Zikmund und Hanzelka nachlesen – heutige Phänomene wie Übertourismus und Influencer-Fake gab es schon damals), aber wenn einem noch die Politik einreden will, dass verriegelte und verrammelte Grenzen das Nonplusultra wären, platzt einem die Hutschnur.

    Der Dokumentarfilm über Zikmund zeigt die wichtigsten Stationen seines Lebens, auch die Jahre nach 1968, die als Normalizace (Normalisation) bezeichnet werden, aber alles andere als Normalität waren.

    Zikmund, der vorher reisen konnte, war im Prinzip festgesetzt und seine Publikationsmöglichkeiten beschränkt. Dementsprechend gibt es, zumindest auf Deutsch, auch leider nur die Afrika– und Südamerikabände. Was die beiden Weltreisenden Mitte der 1960er in Asien und vor allem in Japan erlebt haben ist auch für mich noch immer neu/ unbekannt. Leider.

    Ein interessanter, teilweise recht trauriger Film, auf jeden Fall werde ich versuchen noch die anderen Bücher von Zikmund zu lesen, sofern halt vorhanden/ verfügbar.

  • Das Eine, das Andere, Perspektivwechsel

    Ich habe Han Kangs “Griechischstunden” (희랍어 시간) gelesen und bin sowohl begeistert als auch enttäuscht. Beziehungsweise hinterlässt das Buch mehr als nur einen bloßen Eindruck, ich glaube, ich sollte das Wort enttäuscht streichen. Es entsteht ein Bild/ entstehen Bilder, so verschwommen wie möglich und doch deutlich zu verstehen/ vielleicht.

    Die Geschichte geht wie folgt: Ein Griechischlehrer, der zunehmend erblindet, hat in seinem ohnehin kleinen Sprachkurs in Seoul* eine Teilnehmerin, die nicht mehr sprechen kann, stumm ist. [Ich weiß nicht, ob das Wort stumm adäquat ist, ob man es noch benutzen sollte, ob es diskriminierend ist, ob es den Zustand besser beschreibende Ausdrücke gibt, ich kann hier nur dieses Wort verwenden.] Sie versucht ihre Sprache wiederzufinden, er hofft, sein Augenlicht noch so weit als möglich zu erhalten. Zuletzt finden sie (ebenso unmöglich wie erwartbar) zueinander, aber natürlich auch nicht: sie können nicht miteinander kommunizieren, er sieht sie kaum mehr, sie kann ihm nur durch Händedruck antworten.

    Eine schöne Idee finde ich, denn wie viele Menschen mit Augen, Ohren, Mündern, mit Gestik/ Mimik sind fast rund um die Uhr zusammen, haben tausende Worte und finden doch keine Sprache gemeinsam, reden aneinander vorbei, bei wie vielen von uns wäre es oft besser zu schweigen.

    Und diese beiden haben nur das messerscharfe Altgriechisch (Sätze in einem Wort, Grammatik analytisch-synthetisch, da war mal was in meinem Kopf) und doch ist es für beide eine Fremdsprache. Ich finde, es könnte ihre Wahl nicht schwerer sein, aber im Prinzip auch eine Sprache, die nicht den Ballast von Gefühlen mitsich bringt, die die reine Grammatik, die reine Kommunikation, philosophische Freiheit verspricht, gerade Griechisch. (Jede andere Sprache ist immer mit ihren Menschen, ihren Gefühlen/ den eigenen Gefühlen/ den vielen Verletzungen verbunden, hier hat man nur einen längst verstorbenen Platon, wer dem einen Bart anmalt verletzt niemanden mehr.)

    Für ihn ist die Sprache noch umsomehr Freiheit/ einziger Halt, denn er war lange Zeit in Deutschland, erst als Erwachsener kehrt er nach Korea zurück und ist in der koreanischen Gesellschaft fremd. (Die koreanische Sprache, so denke ich [ganz unwissenschaftlich] entwickelt sich noch eine Spur schneller als Deutsch, wer da mal außen vor war, hat extreme Schwierigkeiten, wieder Anschluss zu finden.)

    Verluste auf beiden Seiten (Elternteile, das Kind, ein Freund), Unsicherheiten (wird er erblinden, wird sie ihren Sohn wiederfinden?), Vagheit (was wird noch zu sehen sein?), alles führt die beiden zusammen, aber auch wenn sie ihre Gefühle auf Griechisch/ auf Koreanisch ausdrücken könnten, ihre Sprache(n) wiederfinden könnten, es bleibt letztlich bei einem, seinem Monolog. Wobei ich mir vorstellen könnte, dass sie schon zuhört, schon antwortet/ antworten möchte, aber er ihre Worte eben nicht sehen, nicht hören kann.

    Han Kang bleibt sehr vage, verschwommen wie beim Blick durch eine Plastiktüte. Das Ganze ist eine einzige offene Stelle, in gewisser Weise unbefriedigend, aber letztlich auch so wie solch eine Geschichte sein sollte, offen, zum Weiterdenken. Ich bin wie gesagt sowohl als auch, ein wenig ratlos, aber auch ein wenig glücklich. Glassplitter, am Ende des Buchs stehen nur noch Sätze, kein Text mehr, man fällt immer mehr hindurch, verliert die Geschichte (und behält sie doch.)

    고대 그리스어를 사용하기 좋은 생각이 있다, 삶은 사람들이 고대적인 죽었던 언어를 대화를 나누려 위해 사용해야 한 것 좋은 생각이지만 너무 힘든 생각이다. 우리 언어를 자주 생각 없이 사용했을 때 죽었던 생각이 많다.

    Ein interessanter Text, wenn ich auch “Menschenwerk” zum Massaker von Gwangju (1980) besser fand, “Die Vegetarierin” und “Deine kalten Hände” klarer waren. Na ja, vielleicht ist auch das nur schnell daher gesagt, je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir die Idee. Was, wenn man keine Sprache mehr hat, wie findet man dann noch zueinander? Es bleibt im Buch so viel offen, man kann so viel nachdenken. Eigentlich wieder einmal ein viel zu wenig beachtetes Buch.

    독일어 번역한 소설이 한글이나 한자어도 사용했어요. 한글을 처음에 독일 책에서 봤어서 깜짝 놀랐다. 아마도 한강 이상 다른 한반도에서 온 작가들이 유명돼면 어떻니까?

    Ich bin vielleicht weniger begeistert als die Literaturkritik, aber ich bin nicht genervt und frustriert, ich möchte das Buch empfehlen. Lest es, das ist nichts Leichtes für welche auch immer leseungeigneten Orte, aber es ist interessant.

    * Schon das so eine schöne Idee, so unvorstellbar, so absurd. Auch die Dynamik solcher Sprachkurse, wer warum wie zuhört, wozu man solche Kurse mitmacht, gut durchdacht. (Aber eben leider nur kurz, nur angerissen, nur vage bleibend)

  • Rote Mohnblumen an den Wänden

    Gestern habe ich über die herrlich verschachtelte Arte-Mediathek den albanischen Film “Rote Mohnblumen an den Wänden” aus dem Jahre 1976 gesehen. Es geht um ein Kinderheim zur Zeit der italienischen Besatzung Albaniens während des Zweiten Weltkriegs. Die Kinder hungern, werden von ihren Erziehern und dem Hausmeister schikaniert, schließlich verbünden sie sich und versuchen die diktatorisch handelnden Erwachsenen loszuwerden. Was natürlich blutig wird, aber am Ende doch gelingt. Der Film zeigt ein für mich neues Teilgebiet der Geschichte, Griechenland im Zweiten Weltkrieg (Fühmann), Jugoslawien im Zweiten Weltkrieg (Ivanji) hatte ich immer mal wieder im Fokus, aber Albanien nur nebenher. Irgendwann mal, als ich Kadare las, war ich von der seltsamen Sprache begeistert (Dimri i madh, wobei das Adjektiv hinter dem Nomen steht, romanisch, aha, aber mit welchem Wortschatz), aber dann habe ich lange Zeit nichts mehr damit zu tun. Jetzt also dieser durchaus sehenswerte Film (mit 70er Jahre-Look). Leider wird wieder komisch übersetzt: Attentat kommt stets als Angriff in den Untertitel, das macht meiner Meinung nach wenig Sinn, aber vielleicht würde sich das durch die Übersetzung erklären lassen. Wer weiß.

  • MFF Karlovy Vary 1962

    Durch Zufall habe ich bei Youtube diese kleine Reihe von Filmen entdeckt, insgesamt gibt es wohl 8 Stück, alle mit Miroslav Horníček, wahrscheinlich liefen die als Vorfilme im Festivalprogramm. Noch schöner sind jedoch die Funde mittendrin, man sieht, wenn man von Pappkameraden wie Manfred Krug und Günther Simon absieht: Erwin Geschonneck (Teile 2 und 5), Konrad Wolf (Teile 3 und 4), Christel Bodenstein (Teile 4 und 5), Jiřina Bohdalová (Teil 5, schreiend beim Fußball…) Christine Laszar (Teil 6), Jan Tříska (tanzend, Teil 8), Karel Effa (Teile 7 und 8)

    Mit Christel Bodenstein spielte Horníček dann 1965 für die DEFA in “Ohne Pass in fremden Betten“, den ich zwar als Filmprogramm aber immer noch nicht gesehen habe.

    Die Filme sind ziemlicher Klamauk, vor allem die Tortenszene mit Brodský und Kopecký, mal vom Mülltonnenabspann ganz zu schweigen, aber immerhin ein schöner Fund.

    *In einem Teil ist ganz kurz ein Filmplakat eines vermutlich nordkoreanischen Films zu sehen. Der nordkoreanische Film und seine Verbreitung im Ostblock ist sowieso ein Thema für sich, im dank seiner Familie und der DEFA-Stiftung jetzt kostenlos zugänglichen Filmprogrammkatalog von Wolfgang Schmäh finden sich gerade mal 38 eigenständige Filme. Im Vergleich dazu: UdSSR: 1729, CSSR: 523, Polen: 316, Ungarn: 295, Rumänien: 213, Jugoslawien: 189, Bulgarien: 183, Festlandchina: 76, Kuba: 38, Vietnam: 32, Mongolei: 18, Albanien: 7.

  • Weniger Bücher! Und es wird mehr?

    Neben den Gedichtbänden gehe ich jetzt systematisch die Bibliothek durch. Wo gibt es Bücher, die sich leicht und schnell lesen lassen, womit man den Stapel ungelesener Bücher (SUB) abbauen und eventuell entscheiden kann, welche weitergegeben werden können. Die Gedichtbandidee ist mühsam, denn Gedichte sind eben dicht, es lässt sich nicht darüber hinweglesen, aber scheibchenweise klappt es doch.

    Interessanter sind die zumeist geerbten Bildbände, die ich, weil genealogisch interessiert, gerettet habe und trotz ihres Gewichts bislang nicht weggegeben habe. Dementsprechend habe ich gestern zwei Bildbände über das Riesengebirge angeschaut. Eines war sehr schlesienlastig, also genau über die andere Seite, die mich weniger interessiert.

    Beim anderen waren es mehr oder weniger nur Bildunterschriften, also zählt es nicht mal wirklich wie ein vollwertiges Buch. Das Buch war dreisprachig, also so ein geschickt konzipiertes Buch für Touristen, man druckt einmal, verkauft es aber für deutsch-, englisch- und französischsprachige Leser mit minimalem Aufwand.

    Ein anderes, über den Thüringer Wald, habe ich mal mitgenommen, weil ich früher zu Zeiten der Sommerkurse, öfter auch Exkursionen nach Thüringen hatte (Eisenach, Weimar), es aber dann nicht genutzt habe. Das wiederum hatte am Ende ein zwanzigseitiges “Essay”, dessen Lesewert gegen Null ging, uninspiriert und in seiner Zeit verhaftet, offiziös, schlicht langweilig, zum in die Schrankwand stellen. Die Bilder sind interessant, die Orte könnte man, wenn es denn Zeit gäbe, besuchen, aber das Buch, wie auch das Bildbändchen Nr. 2, lohnt kaum behalten zu werden.

    Es ist nur immer so: man hat die Bücher so lange mitgeschleppt, von der einen in die andere, von der anderen in diese Wohnung. Man kennt die Bücher schon so lange und ich bin immer noch versucht zu sagen: irgendwann will ich noch mal reinschauen. Also doch behalten. Zudem ist mein zweites Kriterium: diese Bücher bekomme ich nicht nochmal, kann sie nicht ausleihen (wie viele Romane, wie die meisten Krimis) und behalte sie also doch.

    Ach es ist ein Grauen. Als ich die Liste angefangen habe, waren es knapp 1100 Bücher, schon damals war ich entschlossen: alles lesen, dann entscheiden. Und je länger ich das mache, umso mehr Bücher werden es: genau 1313 seit gestern, als ich irgendwo in der dritten Reihe (ja, dritte Reihe auf einem Regalbrett) noch ein Buch versteckt entdeckte…

    Dann habe ich einzelne Kurzgeschichten aus den Erzählerbänden gelesen. Die Bücher sind leider auch immer noch da/ zum Glück immer noch da/ haben auch einen Wert, denn Teile davon stammen aus der Sammlung des Nikolaikirchenpfarrers Christian Führer. Als dieser gestorben war/ oder als er in Rente ging und umzog, habe ich ein paar davon für je 2 Euro mitgenommen, es ging glaube ich, an irgendein karitatives Projekt, ich bin mir nicht mehr sicher. In einem Buch ist noch eine Unterschrift von ihm, in einem anderen fand ich ein Markenheftchen für Briefmarken…

    Ich kämpfe mich durch, ich hab so das Gefühl, dass ich den Kampf verliere.

  • Der Biber geht mit Gips zur Arbeit, in Korea

    Ausgewanderte deutsche Wörter in europäischen Sprachen sind ziemlich bekannt, in den asiatischen Sprachen kennen zumindest die meisten 아르바이트 (arebaiteu, kurz 알바, alba), also Arbeit (aber in der Bedeutung von Teilzeit-Arbeit), dass wohl in der japanischen Besatzungszeit (1910-1945) über das japanische アルバイト(arubeito) in den koreanischen Wortschatz gekommen ist. Das ist ein Wort, was man als deutschsprachiger Koreanischlerner immer als erstes zu hören bekommt und wenigstens neben 토마토 (tomato) und 바나나 (banana) gleich verständlich ist.

    Weniger bekannt hingegen, meiner Meinung nach, ist 깁스 (gibseu) für den Gips (also den medizinischen Verband). Daneben gibt es noch 알레르기 (allergi), dass wunderbarerweise auch seine Aussprache mitbringt, und so gut als nicht aus dem Englischen eingewandert erkennbar ist, wie gesagt, meiner Meinung nach.

    Vieles davon, auch 이데올로기 (ideologi, Ideologie), könnte auch wieder übers Japanische bzw. durch japanische Wissenschaftler, vor allem wohl Mediziner mitgebracht worden sein, denn viele von ihnen haben Ende des 19. Jahrhunderts zumindest zeitweise auch in Deutschland studiert. Ob es direkte Entlehnungen Deutsch-Koreanisch gibt, also ob unter den “japanischen” Studenten auch Koreaner (mit japanischen Namen) waren, wäre auch mal eine Sache, aber a) hat das sicher auch schon wer untersucht und b) müsste man dann wieder Japanisch können bzw. sich so en detail mit den Personen beschäftigen und auch c) ausschließen können, dass das betreffende Wort keinesfalls und nicht so im Japanischen vorkommt – was eher unwahrscheinlich ist.

    Die Wörter sind so bemerkenswert, meiner Meinung nach, da sonst die große Masse der Lehnwörter aus dem Englischen und damit nach 1950 auf die koreanische Halbinsel gekommen ist. Viele von diesen Wörtern, die man unter Konglisch zusammenfasst, sind oft für meine Perspektive haarsträubend, da ich wiederum eine ganz andere englische Aussprache habe und also etwas ganz anderes erwarte. Oft sind die englischen Lehnwörter für mich die schwierigsten, auch wenn sie ja eigentlich leicht sein sollten. Mal von anderen Sprachen und Namen ganz abgesehen, allen voran Mrs. schwarze Tasse 찬 다그 (chan dak, Jeanne D’Arc)…

    Wie gesagt, ich bemerke das nur aus einer gänzlich unwissenschaftlichen Warte, von einem systematischen Ansatz bin ich entfernt, vermutlich gibt es dazu auch schon viele viele Untersuchungen und das, was ich hier schreibe, ist lächerlich. (Und die Koreaner, die ab den 60er Jahren nach den beiden Teilen Deutschlands gekommen sind? Was für Wörter haben die mitgenommen?)

    Aber warum geht der Biber zur Arbeit? Weil ich heute in meinem Grundschülermanhwa noch den 비버 (bibeo, also Biber) und keinen 비워 (biweo, beaver) gefunden habe. Ich bin also im zweiten Kapitel angekommen, auf einem Ausflug zum gewöhnlichen afrikanischen Stachelschwein (산미치괭) kommt der Biber in der Artverwandtschaft vor.

    Das Manhwa macht immer noch Spaß, auch wenn ich zwischendurch andere Bücher lese und weiter verzweifelt meinen Lesestapel zu verringern suche.

  • Klebrige Müdigkeit

    Ich sage ja in jedem (Sommer)Semester: Wer von Ihnen nach dem Studium eine Firma aufmacht und die erste Million gemacht hat, denkt bitte an diese Stunde und spendet unserer Einrichtung eine Klimaanlage. In knapp 20 Jahren hat noch keiner mehr als eine Dongmillion oder eine Million indonesische Rupiah gemacht, zudem erinnert sich vermutlich auch keiner mehr. Also heißt es Jahr für Jahr erneut: schwitzen. Was auch am Gebäude liegt, denn die meisten Räume bekommen am Morgen (in der Hauptunterrichtszeit) die volle Sonne ab, selbst Jalousien innen und außen helfen nichts. Es heizt sich unerträglich auf und natürlich ist es dann am Nachmittag weiterhin kaum auszuhalten.

    나치시대 중에 우리 학교는 그 건물에서 특별한 엘리트 고등학교가 있었다. 독일어로 나폴라라고 말했다. (아니면 나폴라위한 준비하는 학교가 있었다.) 3층에서 그때 학생의 공동 짐실이 있었다. 오늘날 그것은 볼 수 없지만 그 더운 날씨 있으면, 아마도 그 나치의 고등학생들이큰 햇빛에도 일사병에 걸렸다… 반어적이다 오늘날 우리는 그곳에서 외국인 가르친다.

    Diese klebrige Müdigkeit, die auch S. auffiel, erinnerte mich wieder an die Krimireihe rund um Mario Conde aus der Feder von Leonardo Padura. Conde läuft/ fährt auch gefühlt immer durch ein klebriges Havanna, das er gleichermaßen satt hat wie er es liebt. Paduras Kriminalromane sind genau das, was ich eigentlich am ehesten an Krimis mag: wenn sie keine Krimis sind. Das Verbrechen ist fast Nebensache, ähnlich wie bei Kommissar Beck, an der Schwelle dazu sind Brunetti und Maigret, für mich immer noch auszuhalten.

    Es ist schon interessant: ich selbst kann kaum einen Krimi im Fernsehen schauen, wenn er so richtig tief ins Verbrechen hineinleuchtet, Leichen zu sehen sind, das Verbrechen in nuce beschrieben wird, die oft widerlichen Gründe und Begleitumstände gezeigt werden. Vielleicht ertrage ich daher auch eher den Polizeiruf als den Tatort, von anderen Krimis ganz zu schweigen. Wie gesagt, bei den Büchern ist es ähnlich. Mir gefallen die Kommissare, die mehr mit sich zu tun haben, als mit dem Verbrechen selbst. Eigentlich ist das Vergehen sogar nervig, ähnlich wie in Marzahn mon amour die reinen Nagelpflegeabschnitte nur zum Überblättern waren.

    Überblättern, da bin ich natürlich wieder bei meinen Statistiken. Ich habe festgestellt, dass ich immerhin vier Reihen mehr oder weniger unbewusst begonnen habe. Am stärksten fortgeschritten bin ich dabei in Sachen Conde, denn da habe ich bereits 5 von 10 Romanen gelesen, auch bei Beck bin recht weit, gut, auch hier gibt es nur 10 Romane und ich habe bereits 6 davon gelesen. Langzeitprojekt ist wohl der Maigret, immerhin 75 Romane und einige Erzählungen kommen auf mich zu, ich bin gerade bei Nr. 37 und das immerhin seit 2013. Zuvor hatte ich immer mal in Venedig Brunetti gelesen, aber seit 2012 ist da eher Ende, nur einmal noch, 2017, hatte ich einen neuen Roman gelesen. Vielleicht setze ich die Reihe doch irgendwann noch fort.

    Ob ich noch andere Reihen beginnen werde, weiß ich nicht. Was weiß man schon von der Zukunft? Zudem: Es ist kein Wettrennen, bei manchen Maigrets wollte ich eigentlich nur noch aufhören, weil es teils so belanglos war. Andere hingegen haben mir gut gefallen, etwa der gestrige 35. Maigret (also in der Reihe Nr. 35), der eigentlich überhaupt kein Fall war, sondern mehr oder weniger Memoiren Maigrets darstellen sollte und auch das nicht mal geschafft hat.

  • Dazwischen

    Noch läuft das Semester, auch wenn alle Noten vergeben sind und es eigentlich niemanden mehr interessiert. Schlecht geplant denke ich mir jedes Mal, in der Zeit der Klausuren hetzt man, bzw wirken alle gehetzt, aber dann gibt es Wochen, in denen man fast schon versucht ist, Mr. Bean im Unterricht zu schauen, wenn das nicht aus tausenderlei Gründen nicht gehen würde bzw einfach nicht sinnvoll ist.

    Am Morgen ist es weiterhin so kalt, dass ich eine dünne Jacke trage, aber bereits im Zug ist es zu warm, und dennoch bin ich froh, dass wieder Sommer ist. Auch wenn es gestern nicht so gut war, fast eine Stunde bis zum nächsten Bioladen zu laufen. Wobei: immerhin bin ich bis auf das Papier am Schokoriegel verpackungsfrei geblieben.

    Teuer wurde es gestern erstmals, weil ich drei Maigret s um einen Tag überzogen habe, deshalb lese ich jetzt wieder weiter… Der heutige Maigret, ich habe ihn gleich fertig, ist im Prinzip komplett aus der Rolle gefallen, Maigret schreibt über seinen Autor Simenon, also Simenon lässt Maigret erzählen als ob er über Simenon schriebe. Schon ganz schön, als Ergänzung dazu. Aber eben wirklich immer nur was für zwischendurch. Ich werde aber die Bücher abarbeiten, komme was wolle.

    Zum Abbau der ungelesenen Bücher habe ich mir jetzt Gedichtbände vorgenommen, das geht immer zwischendurch zu lesen, so ein paar Minuten habe ich jeden Tag, richtig darauf konzentrieren kann ich mich ohnehin nicht und ob es sich lohnt, bezweifle ich. Zumindest markiere ich mir die Stellen der wichtigen Gedichte, damit man u.U. nachschlagen kann – ach so, auch da gibts ja das Internet…

    In den letzten zwei, drei Tagen habe ich erstaunlich viele PBS-Videos gesehen und bin begeistert von der unaufgeregten Art und Weise, wie diese Dokumentationen aufgebaut sind. Langsam, ohne Geschrei, ohne endlose Blenden, hin- her, ein logischer Aufbau: sowas habe ich aus Amerika noch nie gesehen und bin begeistert.

  • Unübersetzt?

    Heute kam im Gespräch die Sprache auf Fühmanns “Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen” und wir konnten (auf die Schnelle) feststellen, dass es das Buch noch nicht auf Koreanisch gibt. Im Katalog der DB sehe ich nur eine slowakische Ausgabe des Buchs von 1964 und diverse deutschsprachige Drucke. Nicht mal in anderen Sprachen?

    Auf Koreanisch scheint es von Fühmann nur das Buch über die Nibelungen in einer einzigen Übersetzung von 2012 zu geben. Hmm, interessant, eigentlich hatte ich, in verschiedenen Tandems mit Germanisten, immer das Gefühl: da ist alles übersetzt. Während ich hier kaum Bücher von koreanischen Autoren finde, gab es dort selbst die wildesten Sachen von deutschsprachigen Autoren – übersetzt…

    Ich hab mir mal die Mühe gemacht, die deutsche Wikipedia durchzusehen (per Hand, also unvollständig und ohne jeden Anspruch). Da finden sich 160 koreanische Autoren, von denen immerhin 133 wenigstens einen von einem Literaturinstitut standardisiert in Auftrag gegebenen Artikel haben, wobei aber nur in 80 Artikeln irgendeine deutschsprachige Übersetzung zu finden ist. (Und die meist in Zeitschriften, bei kleinen Verlagen, bei Pendragon oder anderen.) Ich steige immer noch nicht dahinter, wer von den Autorinnen und Autoren wirklich berühmt ist, aber es bleibt bei mir schon der Eindruck, dass da noch sehr viel unübersetzt ist.

    Eben wie auch Fühmanns Vögelchen. Klar, da ist schon die erste Seite voller Adjektive (in dem ersten Satz, der über 21 Druckzeilen geht) und sicher stößt man sich an der Hauptstadt, aber egal wie: ich finde es schade.

    중안에 우리의 예쁜 나라에서는, 숲 7 개 후, 우리 수도 벨린 뒤 조합팥 7 개 후, …

    Eigentlich ist das doch ein richtig schöner endlos langer koreanische Satz, das müsste doch so schön zu übersetzen gehen… Na ja, ich mache das nicht, ich fange das nicht an. Ich hab genügend zu tun. (Sinnlose Fragen auf Englisch zu formulieren/ formulieren zu lassen, Leuten Adressen bei Google zu suchen etc. pp.)

  • Weiterlesen

    Ich bin in dieser Woche mit einigen Büchern fertig geworden, unter anderem mit Hervé Bouchards 아르베 (Harvey, how I became invisible), einem weitgehend auf Bildern basierenden Buch, dass aber keineswegs bilderbuchmäßig daherkommt und mich an einigen Stellen ratlos, aber nicht im schlechten Sinne, zurückließ. Ich habe natürlich mit dem koreanischen Text zu kämpfen gehabt, auch wenn die Bilder unterstützend waren und im Prinzip recht schnell beim Vor- und Zurückblättern klar wurde, worum es gehen soll. Wie im Text selbst mehrere Schichten erzählt werden, merke ich bei mir als Leser, welche Schichten ich an der Geschichte wahrnehmen kann, und ärgere mich, dass ich diesen Text zunächst nur so lesen kann, selbst auf Französisch glaube ich nicht, dass ich mehr verstehen würde. Ob das Buch letztlich wirklich Kindern helfen kann, mit dem Tod von Angehörigen umzugehen, wage ich zu bezweifeln, vielleicht hilft es hingegen Erwachsenen, die als Kind oder auch später solche Verluste erlitten haben besser. Die Zeichnungen sind gut gemacht, es erinnert durchaus an die große Verwandtschaft, die man nur so verschroben wahrgenommen hat, mit der man nichts anfangen konnte, und die man nun als Erwachsener nur zu gerne befragen möchte.

    Mit Cho Nam-JoosWo ich wohne, ist der Mond ganz nah” würde ich strenger ins Gericht gehen, in gewisser Weise erinnert S-Dong sehr stark an 싼문동 aus 응답하라 aber auch aus 오징어게임, also an die verallgemeinerte arme Siedlung nach Ende des Koreakrieges, in der Zeit des Aufstieg zur Wirtschaftsmacht, also wird nicht viel Neues erzählt. Inhaltlich sicher wichtig, bleibt es erzählerisch insgesamt unbefriedigend, da hofft man wahrscheinlich von Seiten des Verlags auf Mitnahmeeffekte der Bestsellerautorin, ich mutmaße: nicht lange, nicht mehr. Die Sprache rauh und unangenehm, die Figuren kaum zu erkennen. Dass das eine ganze Generation Koreaner betrifft, kommt nicht wirklich rüber. Zuviel Nadia Comăneci. Und zumal ist das Buch lieblos lektoriert und wenn mir schon Fehler auffallen, dürften es vermutlich noch mehr sein…

    Und zuletzt, gerade eben, habe ich noch Taniguchi Jiros “Der spazierende Mann” zu Ende gelesen, das Buch ist im Prinzip ein einziges Staunen über schöne Bilder, ein einziges friedliches Bild. Selbst wenn dem spazierenden Mann etwas passiert, etwa, dass die Brille in Stücke geht, ficht es ihn nicht an, er spaziert weiter (der Flaneur, aber ohne europäische Anleihe) und lässt sich nicht hetzen. Ach wenn das nicht nur so ein Ideal wäre, wenn das nur ginge.

  • Gehen und Bleiben (Johnson, Koepp)

    Einen Tag zu Hause sein können, den längsten Tag des Jahres nutzen und dann beschert einem die Mediathek der ARD eine Dokumentation über Uwe Johnson (weil deren Regisseur Volker Koepp 80 wird [und dessen Filme, allen voran die Wittstockfilme, nahezu alle sehenswert sind]). Zwar mit mehr als 2 Stunden 40 Minuten unendlich lang und sicher wieder etwas für mehrere Tage, bin ich schon nach 11 Minuten begeistert. Johnson als Dokumentar der deutschen Teilung, ich wünsche, er hätte die Vereinigung, bzw. den Beitritt, bzw. das verhunzte Etwas, was es dann geworden ist, miterlebt und würde heute bitterböse und fundamentale Romane darüber schreiben können. Das Werk von Christoph Hein geht in die Richtung, aber bei Johnson käme das (ich mutmaße natürlich nur) noch einmal zehn Stufen stärker herüber

    Ach es ist unvorstellbar, dazu dann die Vorstellung, ihm diesen Kraftakt zuzumuten, ich nehme meinen Wunsch sofort zurück.

    Vor allem ein eingestreutes Gedicht in der eine “Katze Erinnerung/ dem Gewesenen hinterher” erwähnt wird, was für ein Gedanke, schon allein dafür lohnt sich dieser Tag, dieser Film.

    Nachtrag: Ich bin mittlerweile bei mehr als einer Stunde, unterwegs in L. und ein Mann (man muss selbsttätig recherchieren, wer die Interviewpartner sind, es gibt keinerlei Namensnennung am Anfang eines Interviews) erzählt aus der Erinnerung was von 30 Bahnsteigen – Deja vu – vor mittlerweile 26 Jahren erzählte mir im Harz ein demenzkranker Patient etwas davon, wie er auf den 42 Bahnsteigen in Leipzig Leute während eines Bombenangriffs gerettet hätte, es waren, bis zum Tunnel, immer nur 26. Wie sich Erinnerungen festgefressen haben…

    Aber ich bleibe dabei: bislang sehr interessant. Auch wenn sich Herr Lehmbäcker um einen Kanal verschätzt hat: Johnsons Fernsehkritiken hatten den Titel Der 5. Kanal, nicht 6., was ja nicht nur rein rechnerisch, sondern auch in Verbindung mit Kolonne zu verstehen war.

    Güstrow und Barlachs Engel habe ich bereits als Kind gesehen, damals überhaupt nichts damit anfangen können, vieles verdanke ich den ach so gescholtenen Sonntagsausflügen. Was wäre gewesen, meine Familie hätte nur das Buffet plündern und den Sommer am Strand liegen wollen?

  • Weiße Flecken auf der Landkarte (sozusagen)

    Manhwa Nr. 1 hat im ersten Kapitel alles mögliche über den menschlichen Körper. Ich bin gerade mit dem Kapitel zum Gähnen fertig, jetzt klärt das nächste Kapitel, warum man zwei Augen hat. Inhaltlich schwankt es zwischen sehr knapp gehaltenen Informationen und schon recht tiefgreifenden Infos – am Anfang tauchen ein paar Jungs mit ihrem Lehrer verkleinert durch den menschlichen Körper, bei 십이창자 war allein durch die Zahl klar, dass es sich um den Zwölffingerdarm handelt. (Halt ohne Finger). Also nix mit schnell drüberlesen, allein durch den Inhalt bekomme ich pro Seite so fünf bis zehn neue Wörter. Deren (Un)Wichtigkeit ist natürlich auch wieder das Problem: ich werde die meisten davon bald wieder vergessen haben.

    Interessant finde ich die Vorstellung, dass ich womöglich der erste Deutsche bin, der diese Bücher liest. Ja. Das ist wie sich vorzustellen, dass man der erste Deutsche ist, der (fast) alle Berge Macaos bestiegen hat, es gibt immer irgendwen, der das schon zuvor getan hat. Aber bei dem ohnehin unübersetzbaren Buch wird das u.U. möglich sein, sozusagen meine weißen Flecken auf der Landkarte. Na ja, ich will nicht überheblich sein, es gibt genügend Menschen vor mir, die schneller und besser Koreanisch gelernt haben, die all das gelesen haben. Ich nehme mich besser zurück und behaupte das nicht. Aber träumen kann ich davon.

    Immerhin bin ich ein wenig milder in Sachen Schmutz in den Büchern geworden, wenn ich mir meine Kinderbücher anschaue (ok, die sind auch oft aus den 50ern ererbt), dann sehen die im Prinzip ähnlich aus und die Einbände sind nur nicht geklebt, weil man damals noch auf etwas mehr Qualität achtete und eben solche reihenhaften Manhwas unbekannt waren – bzw. wenn ich an Comics aus der Zeit denke, fällt mir als erstes da Wort zerfleddert ein. Das trifft es wohl am ehesten.

    Was mich an dem Buch stört ist die echt grottige Qualität der Zeichnungen, das ist wie in vielen Lehrbüchern: da will man Zeichnungen haben, aber ein talentierter Zeichner ist zu teuer, also malt irgendwer irgendwas und so sieht es dann auch aus – und, und das ist meine Theorie, das wirkt unter Umständen auch abstoßend für Lernende. Das fiel mir recht schnell auf, als ich die ersten Koreanischlehrbücher mit unseren Deutschlehrbüchern verglich: da ganz witzige Zeichnungen, hier eher untalentierte Amateure am Werk.

    Wobei natürlich: wenn der Drang das Buch zu lesen groß genug ist, nimmt man das auch hin, wenn der Drang Deutsch zu lernen groß genug ist, ignoriert man das, bzw. macht sich lustig drüber. Ich denke da immer nur an Delfin (ein ziegelsteinschweres Buch mit Zeichnungen…)

    Aber die grottigen Zeichnungen im Buch: das erinnert auch daran, dass all das nur gemacht ist um möglichst schnell Bücher zu machen, Masse statt Klasse. Das finde ich immer schade, aber na ja, es lässt sich nicht ändern. Sicher, wenn es sehr hochwertige Illustrationen wie in Kinderbilderbüchern sind, dann wird das Buch oft auch zu einem Luxusgegenstand, manchmal unvorstellbar teuer (im Verhältnis zu den Seiten) bzw. angemessen eben (im Verhältnis dazu, wie lange man sich mit so einem Bilderbuch beschäftigen kann und wie es einen u.U. prägt, lebenslang).

  • Manhwas, und das hier!

    In solchen Momenten wache ich für gewöhnlich auf, zu unwahrscheinlich ist, dass so was wirklich passieren kann. Aber gestern war es dann mal so weit: ich habe im Bücherschrank koreanische Bücher, allen voran ein paar Manhwas gefunden. Sie sind zwar in einem teils erbärmlichen Zustand (Klebeband überall und Flecken auf den Seiten) aber stellt euch diesen Zufall vor: koreanische Bücher, hier in L. Gut, es leben rund 400/ 500 Koreaner in der Stadt (Stand 2022), aber dass davon eine oder einer ein paar alte Bücher weggibt? Relativ unwahrscheinlich.

    Nun aber also doch.

    Die Manhwas (also die koreanische Variante der japanischen Mangas) sind mehr oder weniger erzieherisch-wissenswert mit Comic-Einlagen, alle für das erste bis dritte Schuljahr (1학년부터 3학년까지), ich konnte beim ersten Drüberlesen schon recht gut verstehen und musste nicht gleich was nachschauen. Zwei andere Bücher sind dabei, die etwas besser erhalten sind und auch recht einfache Texte enthalten. Alle Bücher sind von 1988 bis 1992, schon das lässt mein Büchermessiherz wieder bluten bzw. kann ich mich nicht entscheiden: dreckig also weggeben, oder restaurieren, oder behalten wie sie sind, weil sie so alt sind. (Ich beherberge ja immer noch eine hebräische Bibel-Teil-übersetzung von 1869, die eigentlich weggeworfen werden sollte) (Und habe mir da zur Vorgabe gemacht, immer das jeweils älteste Buch nicht wegzugeben, egal ob ich es lesen oder nicht lesen kann…) (Ich bin schon seltsam.)

    Natürlich sind solche Manhwas, vor allem, wenn sie für Grundschüler sind, selbst für mich recht leicht (Oh, Mr. Großspurigkeit wieder mal, ich seh ihn gleich wieder über Naver schimpfen und am Wörterbuch verzweifeln…) und ich werde ein einzelnes davon mit Sicherheit in ein paar Tagen (oder weniger) schaffen. Aber was dann? Na mal sehen.

    Diese Manhwas übrigens sind wie diese faszinierenden Bücher-Stapel in Filmen oder Dramas, die man selbst in den wirklich armseligen Zeiten nach dem Koreakrieg schon in Massen hatte und an denen man den Bildungswahn der Koreaner gut sehen kann. Mal ehrlich: welches deutsche Kinderzimmer, selbst in den 60er/ 70er/ 80er-Filmen hatte eine riesige Reihe von Büchern? Ich kann mich an kaum einen Film erinnern, in den koreanischen Filmen sieht man das immer, meist sind das Bücher über berühmte Personen und jedes Mal (ja, ich bin etwas sehr seltsam) habe ich da gestoppt und mir gedacht: ach solche Bücher wären cool.

    Nicht, dass wir wenige Bücher hatten, bei uns war das ähnlich, aber eben nicht diese Reihen. (Oder vielleicht doch) In Korea habe ich in den Buchhandlungen öfters * auch diese Reihen gesehen, aber bei Reihen ist es mit mir immer so: wenn ich mit was anfange, will ich dann alle Bände haben. Und das ging selbst bei einer, die ich 2016/ 2019 angefangen hatte schon 2023 nicht mehr, zu schnell enden die, gibt es neue Auflagen/ die dann anders aussehen. Na ja… Nur Träumerei, vielleicht auch ein großes Stück Verklärung.

    Aber noch mal zum Zufall. Eine Stadt mit mehr als einer halben Million Einwohner, keiner spricht hier Koreanisch, bis auf die 400 Koreaner und davon ist ein großer Teil Studenten, und dann so ein Fund. Ich denke, die Bücher beschäftigen mich noch eine gewisse Zeit. Natürlich, man könnte auch sagen, du hast so schon massig koreanische Bücher (50 insgesamt) und erst einige davon gelesen (11), aber na ja, ich kann nicht genug davon bekommen. (Der Anteil übertrifft sogar den der englischen [20] und norwegischen Bücher [18] zusammen.)

    Wie gesagt, normalerweise wache ich da auf. Schon seltsam, was so alles passiert…

    *Ich weiß leider nicht, warum der Link zur 영광도서 aus Busan so derart lange dauert, aber weil ich außer Kyobo in Seoul unbedingt auch noch einen anderen Buchladen aufsuchen wollte, hier der Link. Falls er nicht funktioniert, ignoriert es einfach.

  • Routinen nicht verkommen lassen, oder und doch

    Ich tracke vieles, was ich in meinem Leben mache. Ich habe verschiedenste Listen, meine Bücherliste, die seit 1986 verzeichnet, was ich gelesen habe, meine Filmliste, die seit ebensolanger Zeit (aber eher in der Fiktion, d.h. konstruiert) verzeichnet, was ich für Filme gesehen habe. Und viele mehr. Ebenso, und sogar auf Papier, verzeichne ich, wann ich an einem Tag nichts gekauft habe, wann ich mehr als eine Stunde am Tag gelesen, eine Stunde Yoga gemacht und schließlich eine Stunde Koreanisch gelernt bzw. geübt habe. Das kann man für verrückt halten, mir gibt die Routine Hilfe und außerdem Überblick, was ich alles schon gelesen oder gesehen habe und nicht nochmal schauen muss (ihr ahnt: es ist mit Zensurenliste). Dafür hatte ich mehrere Tracker (zur Zeiterfassung), die mir dann aber irgendwann wieder zuviel wurden, kurz gesagt, habe ich sie mehr als einmal installiert, deinstalliert und wieder installiert. Aber jetzt bleibt es dabei, mir geht es ja darum zu erfahren, in welchen Phasen des Jahres ich konsistent dabeibleiben kann und wann nicht. In der hinter mir liegenden Zeit mit vorzubereitenden, abzunehmenden und zu korrigerenden Prüfungen ging fast nichts, der Mai zum Beispiel sieht daher sehr mau aus. Ich weiß, die Statistiken sind recht sinnlos, führte man sie online, würde man über mich ein Profil erstellen können, aber so, auf Papier ist es jeden Tag ein weiteres Kästchen auszumalen und dementsprechend beruhigend.

    Ich könnte mich auch für bekloppt erklären lassen, aber nö, irgendwie finde ich das interessant, und wenn es eben nur für mich ist. Wie meine Bücherliste (1481 gelesene Bücher) und meine Filmliste (1510 gesehene Filme, davon 443 aus der DDR), wie meine Übersicht über die von mir geschriebenen Wikipediaartikel, die geschauten Polizeirufe (seit letzter Woche mehr als 50% und das in nur 3 Jahren) und die leider sehr selten erweiterte Liste, wann ich das Sudoku der New York Times geschafft habe (ohne Fehler, mit Zeit, der Rekord liegt bei 5:17 Minuten – ich weiß, das ist lächerlich, wisst ihr was: mir egal).

    Interessant ist bei der Trackerei übrigens, wie viel Zeit zwischen diesen Aktivitäten für irgendwas draufgeht. Natürlich brauche ich auch Zeiten, in denen ich absolut nichts mache. Aber es gibt daneben noch so viel Zeit, die vertan ist, die z.B. drauf geht, weil man doch nur am Rechner hängt und da wollte und will ich ansetzen. Statt des deprimierenden Scrollens durch die ohnehin nicht mehr lesbaren Zeitungen eben Rechner aus und Lesen. Oder Rechner an und Koreanisch üben. Usw. usf.

    Die Tage, an denen ich die Dritttexte der koreanischen Losungen geschafft habe, verzeichne ich übrigens komplett nur offline auf der Umschlagseite der Losungen. Bis die Dritttexte auch wieder in der App zu sehen sind, dauert es noch, zur Zeit frage ich mich wieder einmal, ob das wirklich irgendwas hilft.

  • Verlesen oder Bach alias Thein

    Die Kälte zur Zeit lässt wieder etwas mehr Zeit zum Lesen, auch wenn das mit den Büchern ja so eine Sache ist. Einerseits die mehr als schwachen Maigrets, die ich mittlerweile systematisch lese um sie dann ein für alle mal vergessen zu können, andererseits ein Murakami, den ich bislang nicht kannte: Honigkuchen. Der aber nicht wirklich mein Geschmack war, vielleicht war einfach auch die Geschichte zu kurz, Murakami braucht man/ brauche ich wohl immer in voller Dosis und nicht auf gerade mal 75 Seiten (mit etwa der Hälfte davon illustriert dazu). Da wäre ich wieder bei dem Thema aufgeblasene Bücher; ich bezweifle ernsthaft, dass es wirklich so viel Mehrwert ist, eine Kurzgeschichte so aufzupumpen, dass es gerechtfertigt ist, den Preis für einen Roman zu nehmen. Aber das wiederum geht mich dank Bibliothek nichts an, andererseits bräuchte man vermutlich deutlich weniger CO2 zu kompensieren, wenn man sich auf ein kleineres Format beschränkte und vor allem nicht dieses glänzende Papier verwendete.

    Zum Thema Kompensation übrigens sei diese Dokumentation bei Arte empfohlen. Was für ein Reibach und welcher Betrug mit der Kompensation. Vor allem lässt es so viele Menschen, die wirklich etwas gegen den viel zu hohen CO2-Ausstoß machen wieder einmal verarscht zurück und andere, denen das Thema so egal ist, reiben sich die Hände. Widerlich. Schon das elende Supermarkt-Bio-Greenwashing nervt jeden Tag mehr, aber, dass nun auch die Kompensation mehr oder weniger schwach, im besten Falle höchstens nur viel zu ineffektiv, vermutlich aber völlig nutzlos ist, ist unerträglich.

    Unerträglich auch ein Beitrag des MDR zum Bachfest und der Darstellung von Bach in Filmen. Zitiert wird da Knut Elstermann, ein recht bekannter Filmkritiker, dass die 1985er Verfilmung von Bachs Leben (die allerdings nie mehr im Fernsehen kommt) für viele so prägend gewesen sei, dass man noch heute Bach in der Form von Ulrich Thein sähe. Ja, durchaus, Thein als markanter Schauspieler, stimmt schon. Unerträglich wird es nur dann, wenn der MDR zitateweise festhält “Viele DDR-Bürger denken bis heute, dass Bach wie Ulrich Thein aussieht – und warum auch nicht?

    Da frage ich mich, was wir eigentlich sind: 34 Jahre nach der Wiedervereinigung und 35 Jahre nach dem Mauerfall immer noch DDR-Bürger? Mag sicher sein, je markiger und kürzer das Zitat, aber das kleine Adjektiv frühere hätte schon Wunder getan, würde dem Beitrag Niveau geben. Aber vermutlich weiß oder will man gar nicht mehr.

    Einerseits ist auch mir immer wieder vorgeblökt worden, ich solle doch endlich mit der Unterscheidung in Ost und West aufhören, es gäbe nur noch ein Deutschland. Einerseits kann ich bei all dem, was sich an Schlechtem aus dem Osten gehalten hat und gerade wieder in verschiedenen Farben und Kostümen zum Vorschein kommt, kaum mehr stolz auf die Heimat sein (nicht im Sinne eines Nationalstolzes, das sowieso und auf keinen Fall).

    Und andererseits schiebt man alles in eine Ecke, jeder, der im Osten lebt, lebt gleichermaßen unter Generalverdacht blau oder preußischrot gewählt zu haben (und macht damit der demokratischen Mehrheit das Leben doppelt schwer) und andererseits betont man irgendeine bekloppte Konstruktionsidentität, bei der uns Ostlern eingeredet wird, wir hätten wirklich die ganzen Haarspraybands mit Connections zur Firma gehört und geliebt (haha, niemand hat das! die waren verhasst bis dahinaus!).

    Egentlig skulle det vært en gjenforening, men med Danmark. Det som skjedde i 1990 var i stort sett en feil.

    Langsam reicht es, auch mit dem Wetter zur Zeit. Da könnte man auch glauben, man hat sich verlesen: 16°C im Juni.

  • Lerntagebuch 11.6.24

    Das Schwierige ist ja, dass wenn man sich versteht, man sich auch versteht, wenn man eigentlich sprachlich komplett daneben lag und die Gesprächspartnerin einen den Regeln der Grammatik nicht mehr im Geringsten folgenden Satz dennoch akzeptabel findet. Der Austausch (vor allem mit S zusammen) ist dennoch wichtig und ich möchte ihn nicht mehr missen. Das Gespräch am Laufen zu halten, dass das nach 11 Jahren Lernen so klappt, finde ich immer noch faszinierend. Und danke ihr. 너무고마워.

    Doch täglich gibt es neue Wörter (die ich hier aber nicht schreiben mag, es ist privat) und Tag für Tag bleibt mein Anspruch, doch noch verständlicher zu formulieren. Ich möchte viel mehr ausdrücken, aber ich merke, dass ich beim Lernen doch (ganz unbewusst) immer getrennt von einander gelernt habe und die Anwendung viel viel zu kurz kam und ich immer um ein paar dutzend Ausdrücke kreise und die Nuancen nicht besser sagen kann. 말하는 생각이 많지만 단어가 부족해.

    Aber: Was habe ich heute gemacht? Ein Video zum Thema 은/는 고사하고 geschaut, was im Prinzip nichts anderes als 은/는 커녕 ist, also auf Deutsch geschweige denn. Dass das verwirrend ist und so gar nicht meinen Grammatikgedanken von Worteinheiten oder Satzstrukturen entspricht, sondern einfach Ausdrücke sind, habe ich immer noch nicht überwunden, aber ich will es weiter versuchen.

    올해 다양한 이유 때문에 저는 너무 바빠서 한국어로 소설을 읽는 고사하고 새로운 문법 공부하기에도 했어요. (In diesem Jahr war ich aus verschiedenen Gründen sehr beschäftigt, deshalb habe ich keine neue Grammatik gelernt, geschweige denn, dass ich Bücher gelesen habe.)

    하지만 다시 매일매일 좀 더 공부하고 싶어요. 그래서 다시 소설을 한국어로 읽을거 예요. Ich lasse mich nicht unterkriegen. 다 괘찮을 거야.

  • Nicht wieder das Joch

    Manchmal, natürlich zufällig, passen die Sprüche aus den Losungen gut zum aktuellen Geschehen. So auch heute der neutestamentliche Vers, den ich so las:

    그리스도께서 우리를 해방시켜 자유롭게 하셨으니 이제는 굳게 서서 다시는 종의 멍에를 지는 일이 없게 하라! (Galater 5,1)

    Das Übersetzen fällt mir natürlich noch immer schwer, ich versuche zunächst immer Satzteile zu finden, die ich einzeln übertragen kann. So also 그리스도께서 우리를 해방시켜 자유롭게 하셨으니

    Da Christus uns zur Befreiung geführt und freigemacht hat

    이제는 굳게 서서 다시는 종의 멍에를 지는 일이 없게 하라!

    kehrt nun nicht wieder unter das Joch zurück.

    Ok, wenn ich die Lutherbibel von 1984 anschaue und vergleiche, ist zwar mein “geführt” so ein bisschen frei, und im zweiten Teil habe ich mich flüchtig wie ich das mache nur auf den letzten, bedeutungsstärkeren Teil konzentriert und das “So steht nun fest” ausgelassen, auch lediglich das Joch übersetzt und nicht genau “das Joch der Knechtschaft“, aber selten passt ein Spruch so genau auf den heutigen Tag. Nun ja.

    Um festzuhalten, ich übersetze weiterhin, auch wenn mir viele Sätze gar nichts sagen, wenn mich manches auch ratlos zurücklässt und ich ehrlich ohne in die Übersetzung zu schauen gar nicht weiß, ob es überhaupt stimmt. Und immer wieder kommen Wörter vor, die ich tausende Male nachgesehen habe, die man aber nur in diesem Kontext nutzt und die ich dementsprechend nicht spreche, schreibe, nutze und wieder vergesse. Ich bin vom Anfang des Jahres bis jetzt dabeigeblieben und hoffe, auch wieder bis zum Ende des Jahres fortzusetzen. Viel, ehrlich gesagt, hilft es mir nicht, aber immerhin eine Routine.

  • Ein verborgenes Leben

    Weil mir knapp 2 Stunden 40 Minuten recht viel waren, habe ich den Film (2019) in Etappen schauen müssen. Was sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Über Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg habe ich bislang keinen Film gesehen, generell habe ich wenig gehört, ich weiß.

    Meine Teilnehmer erkennen den größten Knollo aller Zeiten sofort, egal aus welchem noch so entfernten Land sie kommen, aber ich wünschte mir, sie würden diese anderen Menschen kennen.

    Denn: Es lässt sich (nicht nur beim Thema Kriegsdienstverweigerung) immer so leicht sagen, dann mache ich halt nicht mit, dann gehe ich, dann sollen sie doch… Und man knickt aller Nasen ein. Und selbst wenn man, wie es einem Verwandten von mir geschah, im Zweiten Weltkrieg ausgemustert wurde und als einziger von acht jungen Männern des Dorfs den Krieg dadurch überleben konnte – dann war man keinerlei Held, man hat sogar noch Dresche (Häme, Gemurmel hinter dem Rücken, selbst nach dem Krieg noch) bekommen. Wie der Held im Film, der im vorauseilenden Gehorsam die Ablehnung der Dorfbevölkerung erfährt.

    Und auch wieder mein Lieblingsthema in Sachen Nazizeit: die Szenen mit den Sammelbüchsen, wenn die fetten Fasanen scheinheilig Geld und anderes sammeln, für die Volksgenossen und am Ende alles in ihre Taschen stecken.

  • Wirklich teures Papier

    Ich bekenne, dass ich ein schlechter Unterstützer des deutschen Buchhandels bin, auch wenn ich immer wieder beinahe unbewusste Käufe in Buchhandlungen (so es die denn noch gibt) tätige und mitnichten aufs Geld achte. Aber die aufgeplusterten, in ihren leeren Rändern vergrößerten Bücher, die von der Bestsellerliste schreien: Kauf! Mich! Jetzt! können mir gestohlen bleiben. Ich habe vom letzten Arbeitstreffen in H eine Suhrkamp-Erstausgabe von Annie Ernaux “Eine Frau” (Antiquariatsbeschreibung “Das perfekte Geschenk zum Muttertag” – kein Witz) mitgenommen und mich gewundert, dass diese Bändchen neuerdings (also neuerdings…) so groß sind. Im Vergleich dazu ein älterer und in der Schriftgröße ähnlich großgezogener Braun.

    Da wird einem noch was von teurem Papier erzählt, gebärmelt, dass man deshalb die Bücher auf über 20 Euro verkaufen müsse und dann diese elende Verschwendung. Und das ist wirklich Verschwendung. Denn bei den wenigen guten Gedanken, die in Ernaux Buch sind, fiel es mir schwer, irgendwelche Anstreichungen oder Anmerkungen zu machen. Das Buch wandert auch deshalb weiter in den Verschenkestapel.

    Eher nicht dahin wollte ich hingegen ein Buch zurückbringen, was ich von eben diesem habe, Schirrmachers Minimum. Selten habe ich so ein in die Länge gezogenes, redundantes, labriges Buch mit einer derartig verzerrten und einseitigen Perspektive gelesen. Ja, Familie ist wichtig. Ja, ohne Familie geht man nicht nur im Wilden Westen (es gibt ja nur den) unter und wer keine Familie und viele Kinder hat, geht noch mehr unter. Wenn mal der Freizeitpark brennt. Oder im Leben. Wie schön von jemandem so eins um die Ohren zu bekommen, weil man sich ja bewusst entschieden hat, keine Kinder zu haben, weil die Familie bewusst wegen der Arbeit überall hin ziehen musste und nicht, wie noch vor knapp 70 Jahren, in ein und demselben Haus wohnte. Was für ein Mistbuch, was für gefährliche Gedanken, wie derartig einseitig und völlig ideenfrei. Was sollen Menschen machen, die eben keine Familie oder nur noch kleinste Reste davon haben? Schirrmacher bietet nicht eine einzige Lösung an. Da kommt nur die kalte Schulter, nur ein Tja. Aha. Vielen Dank auch. Da habe ich wirklich überlegt, ob man es irgendwem noch zum Lesen hinlegen sollte. Lieber nicht, aber jede andere Lösung ist noch weniger akzeptabel.

    Aber um zurückzukommen: Teures Papier. Da wird mir jahrelang und permanent vorgeworfen, zuviel zu kopieren, da wird von allen Seiten das elektronische Format gelobt, dann nutze ich es, ziehe praktisch bis auf eine Kopie am Semesteranfang alles papierlos auf, spare so also knapp 9000 von 10 000 Blatt vom Jahreskontingent und all dem entgegen stehen solche Bücher: aufgeblasene Leitartikel, großgezoomte Alltagsbetrachtungen, teures Papier. Irgendwie scheinen die Jahre der Papierknappheit viel zu weit entfernt zu liegen, als man auf Zeitungsrändern in der Schule schrieb, als man kein Papier “vermóschen” durfte (Wobei ich bei dem dialektal und umgangssprachlich genutzten Wort mittlerweile auch überlege, wieviel antisemitische Grundeinstellung bewusst/ unbewusst/ unreflektiert dahintersteckt).

    Ich weiß, ich bin bei Büchern der Typ, der gerne weiter Bücher hätte. Aber keine solche, keine, die für 70 Seiten Text knapp 22 Euro verlangen (Jon Fosse: Ein Leuchten). Warum wird papierloses Arbeiten propagiert, warum regiert der moralinsaure Zeigefinger, wenn man nicht auf Schmierpapier Konzepte druckt (wenn man überhaupt druckt) und dann gibt es gleichzeitig diesen Irrsinn?

  • Seltsamer, aber schöner Tag

    Der Tag heute begann mit einer Überraschung, nämlich der, dass Jenny Erpenbeck den International Booker Prize gewonnen hat. An Kairos, den prämierten Roman, hatte ich sogar noch vage Erinnerungen, zumindest aber so gute, dass ich sagen konnte: 찬혹한 Liebesgeschichte und sonst viel (und vor allem gut, profund) über die Geschichte rund um den Mauerfall. Und das will bei mir was heißen. Manchmal habe ich an Buchtitel nicht einmal mehr ein Gefühl einer Erinnerung. Gerade zum Beispiel Heidenreichs Rudernde Hunde, wovon ich nur Geschwätzigkeit und nichts Neues im Kopf behalten werde – ich bin mir sicher.

    Besonders schön fand ich den Satz in der New York Times über die Autorin: She became a writer because her country vanished overnight. Gut, das mag ein wenig viel sein und es ließe sich auch drüber diskutieren, wiewohl mir der Satz so gut gefällt, endlich mal die Anerkennung als “country” zu lesen, so sehr ich mit dieser Heimat (gerade wieder jetzt) hadere und manchmal nicht mehr weiß, was ich noch mögen kann.

    Von Jenny Erpenbeck (Hankyoreh schreibt sie übrigens 예니, also “Jenny” wie in Januar oder Ja, was den ostdeutschen Touch noch ein wenig mehr unterstreicht, ungewollt vermutlich) habe ich seit 2006 Bücher gelesen, ich war überrascht: immerhin sechs an der Zahl. (Geschichte vom alten Kind, 2006/ Heimsuchung, 2012/ Dinge, die verschwinden, 2015/ Gehen, ging, gegangen, 2016/ Tand, 2020/ Kairos, 2022). Davon besonders berührt hat mich Heimsuchung mit dem Kapitel, in dem sich ein Kind im Schrank versteckt, weil es von den Nazis gesucht wird. Immer, wenn ich so was lese, weiß ich, dass ich so nicht schreiben kann. Ich bin froh als Leser, aber der alte Traum, selbst schreiben zu können, geht immer mehr verloren.

    Vor allem auch, weil ich es realistisch sehe: es muss schon einen Grund haben, dass ich der Welt noch mit meinen Geschichten auf den Wecker gehen will, und den sehe ich an vielen Stellen nicht. Jenny Erpenbeck hingegen wohl schon. Folgt man einem anderen Artikel und entziffert die Überschrift “사라진 동독, 그 경험이 나를 글 쓰게 만들었다” (“Die verschwindende DDR, diese Erinnerung hat mich zum Schreiben gebracht“), dann scheint das nicht nur so von einem Journalisten ausgedacht, sondern Motto zu sein. Zu Christa Wolf, Uwe Johnson, Christoph Hein, Ingo Schulze, gesellt sich also auch ganz offiziell Jenny Erpenbeck als Erzählerin dieses (seltsamen) Landes.

  • Maulkorb, Meinung, Fahrrad

    Die Deutschlandticketsache kriege ich mittlerweile immer wieder um die Ohren gehauen, ich versuche dagegen zu steuern wo es nur geht, zumindest soweit, als dass ich weiß, dass es für das Jahr 24 so bleibt. Was im Prinzip nur ein Schutzmechanismus ist. Was dann im kommenden Jahr wird, weiß ich nicht, aber die pauschalen Aussagen wie “das wird bald teurer” befeuern die Unsicherheit gegenüber diesem Ticket nur noch mehr, und treiben viele wieder in Richtung Auto. In Richtung eines Dings, was sie sich nicht leisten können, was die Straße verstopft, was laut ist ohne Ende, was nervt… Meinung, ich weiß. Heiliges Auto.

    Dann der Wahlkampf, immer weiter heruntergerissene Plakate überall, eines dieser FDP-Plakate mit dem Gesicht einer furchteinflößenden Frau hatte zwar längere Zeit einen Spruch, aber die Straße liegt so zentral, dass es bereits wieder ausgetauscht wurde. Und der Spruch war nicht mal besonders passend. Dafür viel BSW und wie erwartet auch so einfach wie ein Holzhammer. Nomen oder Nomen. Arsch oder Karte. Das beste habe ich gestern entdeckt: eines mit Maulkorb oder Meinung. Was im Prinzip bezeichnender ist als vermutlich gewollt (wenn überhaupt was gewollt ist): der Maulkorb, geschenkt, populistische Grütze vom “was alles nicht mehr erlaubt ist”, die Meinung aber ist das Grundübel. Es ist alles nur noch Meinung. Unbelegter Unsinn, Phantasie, Aussagen, die schnell umgekehrt werden können, die vage bleiben. Was aber ist davon belegt. Wo sind die Ideen, wo sind die Pläne – so utopisch sie auch seien? Zumal: wählt man sie, verkauft man alles an die Dreifarbenmacht aus dem Osten, dann war das die letzte Wahl, die man hatte.

    Dann noch so eine Sache. Verwandte meinten: ach du fährst doch dauernd Fahrrad. Mach doch hier mit. Eine App, bei der eine Krankenkasse anbietet, von Mai bis irgendwann seine täglich gefahrene Strecke aufzuzeichnen und irgendwelche Preise zu gewinnen. Ich lehne zunächst höflich ab. Da werden mir die Preise noch mal unter die Nase gerieben. Preise, die mich absolut nicht interessieren, selbst die, die direkt fahrradbezogen sind: 예쁜 쓰레기, also man braucht es überhaupt nicht. Dann wird die Werbung wieder bodenständig-aggressiv: das sei doch von der Krankenkasse. Wenn man bei sowas mitmache gäbe es irgendwelche Vorteile. Während ich mich noch frage: welche denn: dass ich mal ein Medikament nicht bezahlen muss? Dass mich der Hausarzt nicht während einer Akutbehandlung nach einer möglichen Organspende fragt? Dass der Hausarzt mal was macht, statt nur so zu tun? Nein nein, Bonus und Geld und später. Auch wieder so Meinung und Blabla.

    Ich weise also daraufhin: es gibt keine Verbindung zu Boni etc. Es ist nur eine Datensammelaktion. Kommt zurück: ach sei doch nicht immer so pessimistisch. Schließlich schnappe ich mir eine Wegwerfadresse, trage mich ein und kann irgendwelche Phantasiewerte eintragen. Da könnte ich täglich meine gesamte Arbeitsstrecke, also nicht nur die bis zum Bahnhof, eintragen. Ich wär in drei Tagen Superman oder tot. Was für ein Unsinn denke ich mir und überlege auch, was so eine Aktion aussagt. Fahrrad? Nur im Sommer, nur bei schönem Wetter. Nur so wenn man mal will. Ansonsten stramm weiter Auto. Kann man nicht auf so einen Unsinn verzichten? So einen Datensammelschrott für Dumme? Stattdessen mal was richtiges für Fahrräder tun? Mehr grüne Fahrradspuren, die von der Fahrbahn abgehoben erkennbar sind und dem im 30er Bereich mit 50 kachelnden Autofahrer wenigstens vorsichtig zu verstehen geben könnten: es gibt auch noch andere Wesen außerhalb deiner Blechkiste? Im Winter geräumte und nicht mit Schnee zugeschobene Fahrradwege? Endlich einen Fahrradschnellweg in die andere Großstadt? Etc pp. Aber das ist auch nur meine Meinung.

  • Beobachtungen, ich will es mal so nennen

    Ich will mich nicht aufregen, aber dagegen anschreiben. Gegen die Leute, die Verwandten von mir Angst machen wollten, dass das Deutschlandticket schon dieses Jahr teurer wird und die ich nur durch längere Internetrecherche beruhigen konnte, dass vielleicht das Nahverkehrsticket der anderen wie jedes Jahr, aber nicht das Deutschlandticket teurer wird. Aber erst mal Angst säen, irgendwas quatschen, selbst wenn der andere es nur im Unterbewusstsein mitnimmt , bleibt die Angst übrig. Angst frisst alles und Angst macht gefügig.

    Ähnlich Angst und Idiotismusverbeitung: Wer nach China fliegen wolle, brauche jetzt mit der Lufthansa wegen Russland über 20 Stunden, behauptete einer, der es von einem anderen gehört hat (ganz tolle Quelle). Dass mein Ticket nach Korea – bekanntlich die längere (aber in sehr weiten Teilen gleiche) Strecke – irgendwo bei 11/ 13 Stunden liegt, habe ich mir, wie immer, verkniffen. Denn: neben Angst ist die Wucht der Masse auch so eine Sache. Die Masse ist der Meinung, die Meinung ist unbelegt und gilt trotzdem. Ich könnte ja auch Dummheit sagen: aber indem diese Dummheit weiter verbreitet wird, bleibt sie, wird weitergequatscht und irgendwann glauben das die Leute.

    Quatschen… Vor allem die Bahnmitarbeiter, ständig dieses Tschüss und auf Wiedersehen. Sicher, eine einfache Verabschiedung wirkt steif, altbacken, erreicht nicht jede Klientel – aber der laxe und zugleich immer nervtötend länger werdende Sermon, das gab es selbst bei der dreisprachig daherkommenden tschechischen Bahn nicht. Einfach nur ansagen: nächster Halt X, bitte aussteigen. Geht nicht.

    Und zuletzt die Beobachtung von heute. Ich hatte den kommenden 1. als Feiertag verpennt, und ähnlich geht es mir mit den folgenden Wahlen. Ich hatte welche auf dem Schirm, aber eine Arbeit jagt die andere (wir faulen Arbeitnehmer!) und daher muss ich wohl wirklich schriftlich informiert werden, dass da zu wählen sei. Nur welche Parteien? Die, deren Plakate man heute entlang der ganzen Straße runtergerissen und zerbrochen hat? Also wirklich mehrere hundert Meter nur zerstörte Plakate, links wie mittig, Ampel wie Opposition. Bei einem Plakat musste ich erst länger überlegen, welche Farbkombination diese Partei ist (bei babyblau und orange denke ich doch nicht an die Christdemokraten…) Na ja. Eine Woche ist plakatiert worden und bereits dieses Level an Zerstörung erreicht. Da muss vermutlich irgendwer aufzeigen wollen, dass dieses Chaos ja nur durch die Parteiendemokratie kommt etc. pp, aufräumen und eiserner Besen…

    Ich beginne mich von immer mehr Büchern zu trennen.

  • Reimar Gilsenbachs Rund um die Erde

    Ich will und kann nicht über jedes Buch schreiben, aber Nr. 15 in diesem Jahr hat mich fasziniert und im letzten Drittel nachdenklich gemacht. Das Kinderbuch bietet eine Fülle an Informationen zur Erde, Erdgeschichte, Geologie, Geografie, Botanik, zu Pflanzen und Tieren, zum Menschen, dessen Geschichte (soweit als allgemeine Menschheitsgeschichte darstellbar) und versucht dann, verschiedene anthropozäne Veränderungen der damaligen Zeit leicht lesbar darzustellen. Leicht lesbar ist schon so eine Sache: Die Sätze nutzen die Sprache, wo sie nur können, ich habe teils Verben gelesen, die ich Jahre nicht mehr gehört habe, das Buch zu übersetzen (würde man das wollen/ je gewollt haben) ist schon von der Sprache her herausfordernd.

    Herausfordernd ist es aber dann vor allem im letzten Teil, in der alle möglichen menschengemachten Veränderungen dargestellt werden: immer geschieht (im Sozialismus natürlich nur) alles zum Guten, alle umweltzerstörerischen Vorgänge sind entweder nur aus Unwissenheit und Dummheit entstanden oder kapitalistischen Zwängen geschuldet und die DDR und die Sowjetunion sind natürlich die Umweltschützer… Na ja, Gilsenbach selbst hat es sicher besser gewusst und ich vermute mal, dass in diesem Teil Lenin- und Engelszitate aus dem Lektorat stammten. Da wo mal kritische Töne angeschlagen werden und Gilsenbach als steter Mahner zum Naturschutz hervortritt, erschlägt einen der Anteil an beschwichtigenden Maßnahmen, die im geordneten und planvollen Umgang der Menschen in den sozialistischen Ländern… jaja, wir wissen schon wer die Guten und die Schlechten sind. Haha, das heißt: niemand und alle gleichermaßen, die Menschen halt… 5000 Jahre auf einem Planeten und alles umgegraben, gepflügt, verpestet, ausgebeutet, welche Tierarten leben bleiben werden, wird allein der Mensch entscheiden…

    Reimar Gilsenbach kannte ich nur aus zahlreichen Beiträgen aus der Urania, einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift in der DDR, die mir zahllose regen- wie hitzereiche Tage des Lesens beschert hat, aus deren Beiträgen ich bis heute mein Halbwissen/ meinen Dusel ableite. Gilsenbach muss sich immer stärker zum Naturschützer entwickelt haben, soweit das in der DDR ging – ich empfehle da immer noch das Buch “Zwischen Ruß und Revolte”, dass viele Akteure aus diesem Umfeld gut darstellt.

    Und in der gleichen Form, wie die Zeitschriftenbeiträge, ist auch dieses Buch, die zahllosen Zeichnungen und Bilder erinnern stark an Uraniabeiträge, wenn ich es recht überlege, selbst die Anordnung von großen Texten und flankierenden Bildtexten kommt mir bekannt vor.

  • Weiter mit den Büchern, ein SUV-Erleben, Abschiede

    Immer noch zu Hause (und selbst mit endlich abklingenden Symptomen zu Recht) beschäftige ich mich immer noch mit der heimischen Bibliothek, sortiere weiter aus, trenne mich von vielen Büchern, die ich seit Jahren und Jahrzehnten nicht gelesen habe und auch nach mehreren Versuchen auch nicht lesen werde. Ich rechne jedem Buch auch an, dass man es an einem Abend vielleicht nicht ertragen kann, nicht auf das nötige Level der Konzentration kommt, aber zum Beispiel fast der gesamte Faulkner, bei dem ich nie auch nur über eine erste Seite hinausgekommen bin, hat seinen Weg in ein Bücherregal in der Nähe gefunden. Ich hoffe, da sind die Bücher nicht nur in den Händen von Altpapierrentnern gelandet, auch wenn auch das legitim ist. Vielleicht will es ja irgendwer sonst lesen und freut sich gerade. Wichtig bei der Aussortiererei: ich finde die Bücher ja in der Bibliothek wieder, deshalb schrumpft der Anteil an obskurer grauer Literatur leider weniger, zudem weiß ich da immer noch nicht, ob ich es nicht irgendwann für irgendwas nutzen werde. Ich sehe das kommen: letzter Atemzug und nicht eine Zeile geschrieben. Aber vielleicht ist das auch pessimistisch.

    In der Mitte der Woche dann Abschied von der Lieblingstante, bei der Ankunft auf dem Friedhof noch die Nachricht, dass auch der Neffe meines Großvaters gestorben ist, da konnte mich dann auch nicht die krud-nette Musikauswahl zur Trauerfeier ablenken.

    Ach so. Um mal den aktuellen Stand irgendwo außerhalb meines Notizbuchs zu notieren: (장례식 중에 음악 들을 수 있으면 그 노래를 듣고 싶어요:)

    Beatles- Here Comes the Sun, Haendel – Sarabande, Sakamoto 坂本龍 – Bibo no Aozora (Instrumental), 신다정 (Shin Dajeong) – This too shall pass, Sakamoto 坂本龍 & Unaigumi うないぐみ – undercooled

    Mal sehen, wenn es dann kommt, wird kein Schwein daran denken, ich krieg irgendein elendes Standard-Air und auch bloß die Gemeinschaftsstele (die entsetzten Blicke der Anwesenden, die das noch nicht wussten, der pure Wahnsinn)

    Dann hieß es noch Omas Kleinhäuschen versaufen gehen. Und weil mit gehen auch hierzulande langsam nicht mehr viel ist, fahren. Mussten wir bei einem netten älteren Herrn am Ende der unglaublichen SUV-Schlange einsteigen, unsicher hab ich mich da wirklich mehr als 3/4 der Fahrtzeit gefühlt, und gleichzeitig kam ich wieder über das Thema ins Grübeln. Klar, ich gönne jedem seine mobile Freiheit, auch den ergonomisch hohen Einstieg, alles gut, alles schön. Aber irgendwie dann doch nicht. Mit eben jenem oben erwähnten verstorbenen Neffen meines Großvaters bin ich vor knapp 20 Jahren noch in irgendeinem Peugeot und einer Unmenge an Sperrholz herumgefahren, da war der auch nicht mehr der Jüngste: und es ging. Letztens habe ich noch mal einen Beitrag übers 3-Liter-Auto gesehen: auch längst vergessen, weg und tot. Stattdessen fährt jeder und gerade die, die angeblich durch die Inflation, die Gaspreise, die Regierung etc so geschunden sind und die kaum mehr am Hungertuch nagen können (nicht übertrieben, die Gespräche gingen schnell in die Richtung, zum Glück durfte ich nach einem Kaffee gehen) diese SUVs. Ich gönne es jedem, ich habe meinen Neid unter Kontrolle. Aber die Entwicklung ist hier völlig in die falsche Richtung gelaufen. Bus, U-Bahn, da fährt man wie in der Bronx in den 80ern mit, denkt man sich und das Bild wird auch noch weiter zementiert, keine Wende auch nur im Entferntesten in Sicht.

    Dementsprechend, um zur Musikauswahl zurückzukommen: kommt nicht, wenn ihr nicht zu Fuß lauft, die Bahn nehmt. Lasst es lieber.

  • Echolot (1.2. bis 15.2.43)

    Ich bin gerade zu Hause und kann vorerst nur lesen. Ich versuche weiterhin, meine übervolle Bibliothek, von der ich immer mehr merke, dass sie mit Büchern anderer vollgestopft ist und kaum mehr dem entspricht, was ich eigentlich einmal zusammentragen wollte, abzulesen und so zu entscheiden, welche Bücher ich zunächst behalten oder weitergeben möchte. S meinte dabei oft 기부하다 und das trifft es am Besten: spenden, es ist mit Sicherheit sinnvoller als den sinnlosen Versuch zu starten, Bücher zu verkaufen. Seien wir ehrlich: Bücher mag keiner mehr, liest keiner mehr, um Nina Hagen zu zitieren “Literatur, da wird mir übel” (oder in der Form eines Kollegen: “Romane erachte ich für Zeitverschwendung” – der damit für mich auf ewig abseits der Arbeit verschissen hat).

    Nachdem ich den letzten Kriegsband Klemperertagebücher (auch gefunden, hebe ich aber noch auf, evtl. muss ich für kommende Semester mal darauf zurückgreifen) geschafft hatte (vor Jahren hatte ich von 1940 bis 1945 gelesen, mit dem Fund dann von 1933 an, 1939 war das letzte Jahr, etwas wirr: aber die Grundlinie ist bei Klemperer klar, viel Klagen – man kann es auch verstehen und sieht es als Warnung für kommende Tage, denn: so schlimm wirds uns ja nicht treffen, so ab Herbst, wir sind ja nicht X oder Y, wir sind neutral etc. blabla, genauso wird es wieder kommen. Wo es zu klauen und zu mausen gibt, wird man sich bedienen, egal auf welcher Grundlage, fadenscheinig als Wort kennen die gar nicht.), nachdem ich also den Klemperer abgeschlossen hatte, bin ich zu einem recht großen Teilband Kempowski gekommen, von dem ich leider Gottes nur Bd. 2 und 3 habe, damals vermutlich noch für einen oder zwei Euro und schon darüber habe ich mich gefreut.

    Vor Jahren hatte ich Bd. 2 gelesen, jetzt also die interessante Zeit, in der Stalingrad fällt, in kurzer Zeit danach dann auch Kursk, Rostow etc. Ein Gemisch aus wirklich allem, vom Haushaltsbuch irgendwelcher einfachen Hausfrauen bis hin zu Notizen von Goebbels, von Willi Graf bis Heinrich Himmler. Und es ist so aktuell. Nicht nur der ukrainischen (ukra-i:nischen nicht aber ukray:nischen) Namen wegen, nicht nur der “Bedrohung” durch den damaligen moskauer Machthaber mit -in im Namen wegen, sondern generell. Wie die Menschen eingeschätzt werden, wie die Menschen in ihren Gedanken kreisen, wie die Menschen fehleinschätzen, nachplappern (die von sich überzeugten sowieso) und so weiter. Die sinnlose Furcht, die sinnlose Hoffnung und vor allem: auf welche Leute die Deutschen da hereingefallen waren, was für einfache aber hintertriebene Leute, da geht es nur um Geld, nur um den Vorteil (besonders irre ist der Zwischentext mit der Beschreibung von Karinhall) und dieser Zwang mitzumachen.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass man sich auch entziehen konnte: nichts da, total, allesverschlingend, jeder macht mit – und am Ende zahlt man drauf, für eine unmoralische, dumme, verlogene, miese Geschichte.

    Das erinnert mich an ein YT-Fundstück: “Das Ding”, ein Fernsehfilm über einen Bankraub, Anfang der 80er gedreht: wo wirklich zu keinem Zeitpunkt irgendwas wie Mitgefühl zu den Tätern aufkommen will: nur einfach grobe dumme Typen, die irgendwas für ihren Vorteil machen, nur dieses sinnlose Geld im Kopf – und trotzdem machen alle mit.

  • Kafka (S01,E01)

    Beginnt mit einem Hascherl, nämlich der völlig abstrusen Aussprache Präsident Hachas (im Zug). Dann frage ich mich, wieso die “Deutsch-Tschechen” (bei der Grenzkontrolle) einen derartigen tschechischen Akzent haben. Diese “Deutsch-Tschechen”, das sind doch Sudetendeutsche (auch wenn auch das nur eine Konstruktion war) gewesen, die haben ihren Dialekt (oberdeutsch) gehabt, aber mitnichten wie ein Tscheche Deutsch gesprochen. Dann noch Literaturens Posterboy Kehlmann als Schnitzler, ich hab es nicht durchgehalten.

    Ich weiß, ich kritisiere Kleinigkeiten, Dinge, die für den Verlauf oder die allgemeine Atmosphäre der Serie nicht notwendig sind. Und muss mich natürlich selbst an die eigene Nase fassen, denn auch mir unterlaufen Fehler in Aussprache und allzuoft übersehe ich auch Fehler, die anderen sofort ins Auge springen.

    Nur mache ich keine Serie, springe nicht ins erste Programm, beanspruche Korrektheit und vieles mehr. Ich murmle für mich, hier in diesem Blog, überall, immer weniger sowieso.

    Wenn so eine Serie entsteht, wieso juckt es dann keinen, warum nehmen solche Flüchtigkeitsfehler meiner Meinung nach immer mehr zu? Ok, die waren mit Sicherheit schon immer da – ich erinnere mich nur an eines der Vorworte von Tolkien zu seiner Herr-der-Ringe-Ausgabe (übrigens der bislang einzige Teil, den ich davon gelesen habe) in der er eine schiere Odyssee von Druckfehlern beschreibt, die fassungslos macht (wäre man nicht Philologe und wüsste vom mühsamen Verschreibleben der Kopisten seit alters her).

    Sicher, der Hacha ist nicht wichtig, war er nie und sicher, zu einer gewissen Markierung sprachlicherseits zwischen den prager Flüchtlingen und den (sudetendeutschen) Grenzwächtern musste man irgendwas finden, dass auch Ottonormalzuseher versteht/ nachvollziehen kann. Aber gut ist es dennoch nicht.

  • Bahnstreik, erneut

    Am 24.1. hatte ich schon einen Absatz in Arbeit, den ich dann vergessen hatte und der, pünktlich zum Semesterbeginn wieder lustig (in Anführungsstrichen) wird.

    Die starke Hand des 19. Jahrhunderts hat Deutschland wieder im Griff, also für 6 Tage, vermeintlich. Dann ist hoffentlich gut, also bis die anderen wieder streiken und dann ist wieder gut, bis die jetztigen wieder streiken. Und ändern an den strukturellen Problemen wird sich nichts. Jeder für sich, alle gegen alle, Hauptsache mein Arsch im Fernsehen und danach an der Wand.

    Natürlich, es ist deren Recht zu streiken, sogar deren Pflicht, bei miesen Arbeitsbedingungen, bei Einsätzen, die länger als jeder Verstand sind. Aber irgendwie streikt man doch gegen die falschen, bringt die falschen Personen in Bedrängnis. Das ist wie mit den Streiks in der Logistik: so richtig fiel das nicht auf, bzw. war es nur ärgerlich, ließ sich aber temporär erklären und vergessen. Erreicht bei Firma, Aktionär und Geldgier? Nix. Aber im Einzelfall den kleinen Menschen genervt.

    Ähnlich bei der Bahn: die Großaktionäre, also in diesem Fall, den Bund, interessiert es nicht. Als ob man einen Computer zum Weinen bringen wollte: Pustekuchen. Wenn schon Menschen für ihren Profit kein Gewissen kennen und sich bis aufs Blut und ins Dussligste rausreden können (manchmal, so scheints mir, sogar müssen), wieso sollte dann der Bund auf irgendwas reagieren?

    Was nervt ist nur die Alternativlosigkeit. Es gibt in meiner Richtung mit dem Regionalexpress und dem IC Verbindungen, die nehmen nur die Berufsschüler und die restlichen Berufspendler (5:30, 6:30) und zurück (13:30, 14:30, 15:30). Warum fahren nicht wenigstens diese Verbindungen? Bzw warum nimmt man da nicht in den ICs mal auch Menschen mit Regionalticket mit? Ach so, weil Streik sein muss, rund um die Uhr, auf Teufel komm raus.

    Als die erste Runde war – noch vor Weihnachten – hing ein selbstgetipptes Plakat auf einem Bahnsteig mit dem Hinweis, dass doch auch Krankenschwestern und Ärzte nicht zu ihrem Dienst kommen. Aber das hat halt niemand wahrgenommen.

    Stattdessen wird das Hohelied vom eigenen Auto gesungen, es sich dramatisch billig fantasiert und dann noch gesagt, wie schön es doch ist, wenn man am Wochenende noch Fahrten sonstwohin machen kann.

    Billig? Schon allein, wenn das Auto steht, ist es mehr als 100€ teurer als mein Monatsticket. Führe es, bliebe vom Monatsnetto nichts mehr, da kann ich mir dann auch am Wochenende nicht mal solche wunderbaren 80er Jahre-Ausflüge “in die nähere Umgebung” mit ihren schön überfüllten Schnitzelkneipen antun. Diese Ausflüge waren damals schon nervig.

    In diesem Sinne, fröhliches Weiterstreiken.

  • Jammern auf extrem hohem Niveau (und irgendwie doch)

    Vor einigen Jahren schon habe ich dieses Video entdeckt. Die Band (Wednesday Campanella) gibt es glaube ich immer noch, nur hat sich die Sängerin vom Projekt getrennt, es klingt heute ganz anders, etc. pp. Und doch schaue ich das Video immer noch, denn es ist nicht nur interessante Musik, sondern hat auch einen Hintergrund. Der Text basiert auf einem Gedicht von Osamu Dazai (走れメロス, Hashire Merosu) und da ich kein Japanisch spreche (bzw. nur eine kleine Handvoll Vokabeln eingeprägt habe, darunter das Wort ひじ (~shichi) für Ellbogen weil ich mir mal vor einer Klasse Japanerinnen und Japaner den Ellbogen am Lehrertisch gestoßen hatte), also da ich kein Japanisch spreche, wollte ich immer wissen, worum es in diesem Video geht und was die Geschichte dahinter ist. Allerdings konnte ich weder die mongolischen Eingangsworte noch den japanischen Liedtext verstehen und wusste: ok, dafür musst du wahrscheinlich auch wieder 10 Jahre mindestens lernen, damit du dann nur herausbekommst: es geht um irgendwas ganz einfaches. (Und damit hatte und hätte ich weiterhin eine Motivation, so seltsam die auch immer ist.)

    Heute aber schaue ich das Video und mir werden (zudem noch relativ plausible) deutsche Untertitel untergeschoben. Aargh, was soll das? Eigentlich sollte ich glücklich sein, denn kann ich nicht jetzt endlich verstehen, worum es geht? Und bin es doch nicht. Und bin verzweifelt. Ich kann alles lesen. Gleich komme ich mir selbst mit “jetzt kann das ja jeder verstehen, so macht das gar keinen Spaß mehr”, schaue kaum mehr auf den Text und merke, wie meine Motivation verfliegt, mich auch noch dieser Sprache zu widmen (wenn da nicht noch andere Projekte wären)… Schon seltsam.

    Na ja, wirklich Jammern auf hohem Niveau bis hin zum Punkt, mir könne man es nicht recht machen. Stimmt schon.

    요새 나는 그 일본 옛날 노래 키미와 허리케이느 (kimi wa hurricane) 들었다. 엄청 재미 있었다. 이제까지 2변이 찾았다. 처음에 YMO의 변이나 티스귀르 오리지널 들었다. 자주 일본 음악에 대해 말하기 한국어로 조금 이상하게 보이지 맞다. 하지만, 그냥, 어쩌면…

    Warum ich eigentlich jammere: Ich habe immer mehr den Eindruck, dass es sinnlos wird, sich überhaupt mit dem Sprachenlernen abzugeben. Blitzschnell sind PPT-Folien oder andere Dinge mit Übersetzungsapps und nicht mal schlecht übersetzt, es lohnt sich für die Teilnehmer, und auch für mich irgendwie nicht mehr, mir die Mühe zu machen, das doch per Hand und Wörterbuch und mit viel Gehirnschmalz zu übersetzen: den Sinn zumindest erfasst man im Prinzip richtig mit einer App.

    Na gut, man mag dagegen halten: aber der Kontext, der Hintergrund, die tiefe Übersetzung, das Genaue in der Sprache, das kann die App nicht. Einerseits: ja, stimmt schon, andererseits bin ich auch da pessimistisch und vermute, dass sie es schon in ein paar Jahren kann. Richtig kann.

    Und ich selbst kann es bis dahin eben immer noch nicht. Die Mühen des Sprachenlernens müssen doch irgendeinen Sinn haben: also eben z.B. den, dass man Dinge lesen kann, die andere mit elektronischen Übersetzern eben nicht verstehen können. Sicher, das ist in gewisser Weise auch ein seltsames Motiv, aber eben immerhin eines.

    Na gut. Ich jammere wirklich auf hohem Niveau und sollte mich stattdessen einfach weiter aufs Sprachenlernen konzentrieren, die elektronischen Schnellschüsse einfach als Vergleichsmatrix nutzen usw usf.

    Aber der Zauber, das Abenteuer, der Weg ist irgendwie weg.

  • Noch mehr lügen geht eigentlich nicht

    Über den Blog von Fefe bin ich auf einen Artikel des Guardian gestoßen, der sich mit der jahrzehntelangen Verschleierung bzw. Beschönigung des Recyclings von Plastik beschäftigt.

    Plastik an sich ist ja schon scheiße, selbst wenn man versucht ihr auszuweichen, kann man es praktisch vergessen – zählt man z.B. synthetische Farbstoffe hinzu, Oberflächenbeschichtungen: es geht einfach nicht. Komplett zu verzichten ist unmöglich, selbst eine Reduzierung kaum machbar. Zudem: Misch-Plastik/ Verbundstoffe/ Kunststoffkonglomerate/ Derivationen etc., kaum manuell trennbar, von Sortenreinheit kaum die Rede. Ich hatte mal bei Mailab (als sie noch unbekannt war) unter ein Video geschrieben, es wäre schön, mal über dieses Thema etwas zu hören, eine Antwort in die Richtung, das wäre es in der Tat, bekam ich, aber dann wurde sie eben berühmt und ich glaube, ich kann auf so ein Video bis St. Nimmerlein warten.

    Dann das Recycling dazu: habe ich krampfhaft versucht, hab mich aber immer wieder gewundert, dass wir zig verschiedene Plastikstoffe in ein und dieselbe Tonne werfen, obwohl doch überall diese lustigen Dreiecksnummern stehen. Ob man nach denen besser hätte trennen können? Denn schließlich wird immer gejammert, dass die Qualität nicht ausreiche, dass es Fehlwürfe (hallo Konsument, du bist schuld!) gibt etc.

    Und nun eben dieser Artikel. Verlogen wie so viele andere Industrien. Und wie kommt man da wieder raus? Vermutlich gar nicht mehr. Es geht bis zum Ende so weiter.

  • Digitale Gewalt

    Ende Dezember kommen diese Videos der jährlichen CCC-Konferenz zu YT, seit einigen Jahren warte ich darauf, viele Talks sind spannender als jede neue Serie, manche sind hingegen uninteressant. Dieser hier aber klingt nur sperrig, ist aber durchaus hörenswert (auch wenn immer mal technische Schwierigkeiten auftraten). Es geht um digitale Gewalt, Maßnahmen (bzw. Ideen dazu) dagegen. Das sollte vermutlich jede*r mal eher hören als alles was sonst im Netz blubbert. Und natürlich ist es wieder mehrfach schockierend, denn grundsätzlich ist alles ebenso Neuland wie bereits zigtausendfach (v.a. für als Frauen gelesene Menschen) ein riesiges Problem, dann gibt es zwar Gesetze, Entwürfe oder ähnliches dagegen, ist jedoch meist alles unterfinanziert, bzw. fehlen die Fachleute dafür, bzw. können die Insitutionen, die so was bekämpfen die Fachleute nicht adäquat bezahlen etc. Dann aber, weitergedacht, würden sich einige dieser Gesetzentwürfe nicht nur hilfreich entfalten, sondern auch wieder die Möglichkeit eröffnen, berechtigte Kritik z.B. an Restaurants als Gewalt zu bezeichnen und Accounts deanonymisieren können. Sehr sehr spannend. Ich verstehe zwar selbst nur einen Bruchteil, aber besser als die hundertste Empörung-Meinungs-Trolldebatte

  • Bahnstreik, Homeoffice

    Der Bahnstreik lässt mich die nächsten Tage von zu Hause aus arbeiten, bzw. konzentriert darüber nachdenken, wie viel Zeit man im Büro vertut und nur ob der dominierenden Meinung Präsenz sei besser auch durch das Pendeln, das Warten – als ob man zehn Leben hätte und dieses hier nur das öde Leben Nr. 5, für zwischendurch.

    Die Meinungen zum Streik sind natürlich vielfältig. Und da man ohnehin nur noch der Meinung wegen Medien konsumiert, falle ich beständig darauf herein und lasse mich, wenn auch nur mehr für fünf bis zehn Minuten maximal, mithineinziehen.

    Dabei fällt mir auf, dass ich seit den ersten Lockdowns 2020 immer wieder fast wutanfallartige Minuten durchmachen muss. Manchmal brauche ich den ganzen restlichen Tag um mich davon wieder zu erholen. Woher das kommt und ob es mit einer vermuteten posttraumatischen Belastungssituation vergleichbar ist, wie ich vor einer Weile gelesen habe, kann ich natürlich nicht beurteilen. Allerdings unterscheiden sich diese Attacken so derart von der Wut, die ich schon seit Kindertagen kenne, dass ich es als andersartig wahrnehme und überhaupt nichts damit anfangen kann, es lieber vermeiden würde etc pp.

    In dem Sinne hilft eben wieder nur Musik, viel Routine, Lernen und vor allem das Weggehen aus jeder sozialen Unterhaltung, also dem Meinungsbreigequatsche, offline wie online. In der Familie kann man das noch einschätzen, hat seine Kontroll- und Abwehrmechanismen entwickelt, aber alle neuen oder fremden Personen kann ich nicht derart einschätzen (bzw. habe ich auch keine Lust dazu).

  • Musik

    Immer noch hilft nur Musik. Immer wieder dabei ist YMO, wobei ich denke, dass dieses Lied hier eine Coverversion für eine andere Band ist. Die Band ist Anfang der 1980er sogar in Deutschland gewesen, aber völlig in Vergessenheit geraten (also außer in Asien). Schon traurig, zeigt aber eben meiner Meinung auch nach, dass es wichtig wäre, ein anderes Radio zu fördern. Selbst die relativ guten Sender hierzulande spielen immer wieder nur das, was die Redakteure kennen. Nix Obskures (und dabei ist YMO ja nicht mal obskur), aber dafür kann man das BWV schon herbeibeten. Und wenn es dann um Musik von “außerhalb Europas” geht, kommt maximal irgendwelche Weltmusik – ich glaube, viele viele hierzulande machen sich nicht mal ansatzweise die Vorstellung, was es noch alles gibt. (Und ich will da selbst nicht mal so tun, als ob ich hier tief eingetaucht bin, ich glaube, ich schwimme da noch sehr sehr an der Oberfläche.)

    Ansonsten muss ich wohl im kommenden (im Februar beginnenden) Halbjahr doch endlich auf den Kaffee verzichten, denn heute wurde (als Krönung der Unterhaltung) “den Klebern” (die ohne Traktor) schon angeboten, sie mit gutem Kaffee und Tee abzufüllen, bis “die pissen müssen”. Zum Glück wurde dann die Diskussion recht schnell in Richtung kommende Kinder und kommende Heiraten umgelenkt, auch wenn Bemerkungen wie “damit das Kind richtig geboren wird” meine innere Herzinfarktuhr weitertreiben.

    Dementsprechend, siehe oben, mehr Musik und natürlich weiterhin mehr Vokabeln, mehr Losungen, mehr von allem, was mich ablenkt und in meiner eigenen Wolke wegnebelt.

  • Schweigen

    An manchen Tagen hilft wirklich nur noch Musik. Einfach laut hochdrehen und hören, am besten in Unterhose in der Wohnung tanzen und gut ist/ wird/ wird es werden. Es ist faszinierend und schockierend zugleich, wie lange mir noch der Mist von der letzten Sache im Kopf herumspukt, obwohl ich doch weiß, dass es diesmal anders sein wird.

    Leider Gottes sind die Zeiten in denen man YT durchlaufen lassen konnte vorbei, natürlich wollen die auch Geld verdienen, aber mit so viel Werbung vor und nach dem Video drängen sie mich dazu zu tun was ich tue. (Alte CDs oder Platten rausholen? Vermutlich!)

    Ich habe gelernt, dass man alles für sich behalten muss. Dass man niemandem mehr etwas sagt. Dass man ganz anders denkt als man abnickt. Dass damit jede Sozialität verloren ist, ist mir auch klar, aber auch egal. Es dauert ohnehin nicht mehr lange. Alles, gefühlt. Manches aber, seit Oktober, möchte ich doch erhalten.

    Deshalb wieder mehr Musik, auch wenn nur noch in Auswahl, eben dem, was vorhanden war und irgendwie auf mich kommt. Das aber wiederum immer gern.

  • Stressregulation

    Es ist wahrscheinlich das Vernünftigste, dass ich mir keinen Stress mache. Keine Gedanken mache. Was kaum geht, aber wenn ich versuche es weiter so zu sehen, dass es klappt, wenn es klappen soll, und nicht, wenn eben nicht, dann wird es klappen. Der Stress verschiebt sich in die private Hälfte, das Semester vorüber, die Aufgaben so weitgehend abgebaut, dass eigentlich nur noch Dinge übrig bleiben, die im letzten Halbjahr in der Unterrichtszeit gelaufen sind. Und die ich jetzt vorbereitend abarbeiten kann und schauen kann, dass ich mir da den Stress wegarbeite. Beziehungsweise dann mit dem ohnehin zu erwartenden Stress etwas gelassener umgehen kann. Um micht auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren, das Lesen, das Koreanischlernen und etwas mehr Bewegung, wie auch immer das aussieht. (Manchmal eben nur wie die Katze unter der Yogamatte, aber auch das ist egal – ich kann eben nur das machen, was machbar ist, alles andere ist Unfug aus sozialen Medien.)

    Gelesen habe ich wenig, aber auch das ist halt eben so. Kazantzakis Sorbas habe ich zwar hoffnungsvoll begonnen, aber es fesselt mich nicht. Es sind natürlich gute Gedanken dabei und eigentlich passen sie gerade sehr gut, aber es fesselt mich nicht, ich habe keinen/ kaum Antrieb weiterzulesen. Die noch im Tandem zu besprechenden Bücher sind ok, aber es entfernt sich vom Literarischen hin zur reinen Inhaltsangabe und auch die, und damit sind wir wieder beim Lernen, werden auch nicht wirklich besser.

    Wobei da schon wieder der Punkt ist: Stress. Ich muss eben akzeptieren, dass auf dem Niveau, auf dem man sich knapp drei oder vier Stunden soweit verständigen kann, dass das Gegenüber einen versteht und weiter unterstützt, es eben nicht mehr erkennbar voran- oder aufwärts geht. Auf dem Niveau scheint sich alles nur auf einem Plateau zu befinden, oder es wird mehr oder weniger zu einer Wüste, aus der man irgendwie nicht herausfindet. Oder meint, dass man nicht herausfindet. Also auch hier: kein Stress. Es gibt Situationen, da bin ich unverständlich, da wird mir von KN und S durchaus gesagt, dass sie jetzt nichts verstanden hätten, aber an allen anderen Punkten kommt da nichts: also muss ich doch mal vom Guten ausgehen, dass es verständlich ist. Und solange es klappen soll, wird es klappen. Wenn nicht, dann ist es eben so.

    Die Dritttexte lese ich wieder ohne direkte Übersetzung, dafür schätze ich meine Übersetzungen immer schon mal selbst ein, an vielen Tagen bin ich mir mehr als unsicher, ob das wirklich ein richtiger Text ist. Gestern oder vorgestern ging es, heute hingegen war es wieder eher eine Vermutung. Die Methode hat schon ihre Grenzen, andererseits mache ich was und auch das zählt. Es wird nichts bleiben, nach mir kommt das Kehraus und das Vergessen. Aber bis dahin will ich versuchen, es gut zu machen.

  • 파업

    새해부터 나는 여기 (다시) 좀 더 한국어로 쓰다고 생각했다. 나는 11년동안 (2013년) 취미로 한국어를 공부했고 여행중에 사용했지만 아직 실수가 너무 많았다. 그래서 대다수 만났던 사람 처음에 나 한국어로 말하는 것 시작하면 놀라운 반응 빨리 어색한 한국어 부르는 반응을 바꿨다. 하지만 게속해서 한국어를 공부하는 것이 재미 있어서 여기 우리 독일 일상생활에 대해 말하고 싶다.

    오늘 다시 기차 운전자들이 파업이 있어서 출퇴근을 할 수 없어서 집에서 온라인 수업이 있을 것이다. 하지만 학기가 거의 끝났어서 대다수 학생들이 참석 하지 않을 것이다.

    기차 파업이 재미 없고 또한 농부들이 파업이나 시위가 있다. 대다수 농부가 좀 더 돈을 벌이고 싶지는 시위의 이유를 이해할 수 있지만 다시 (코로나 시위 중에도) 극우주의 정당이나 그룹이 있어서 재미 없다고 생각했다.

    Außerdem ist es unheimlich kalt. Wenn ich mir vorstelle, dass wir mal ein Silvester mit -30°C hatten (ich glaube, 1998,1999?) und es mir heute bei -10°C unerträglich kalt vorkommt, dann ist das nicht nur einfach Gerede oder fehlende Gewohnheit: irgendwas ist hier kalt geworden. Und nicht nur, dass man wegen der Heizkosten (“Dreistellige Nachzahlungen drohen”) dumm wie man ist, die Heizung nur in einem kleinen Raum (Küche zumeist) anschaltet und dann beim Austreten fast einen Temperatursturz erleidet, von einem Gang nach draußen ganz zu schweigen.

    Wobei mich nach draußen ohnehin wenig treibt, was gibt es gefühlt schon draußen: missmutige Leute, einkaufende Leute, oder einkaufende Leute mit mieser Laune zusammen.

    그래서 다시 한국어를 공부하는 것 집중할 거시는 계획이다. 어휘목록에서 그냥 30% 단어를 금방 알았다. 그래서 어휘가 70% 계속해서 공부해야 한다.

  • Alte und neue Routine, altes und neues Chaos

    Weil der morgige Sonntag auf den alljährlichen Waffentesttag fällt, haben wir die wöchentliche Besuchsroutine geändert: es lag ohnehin bereits mehr Altglas auf den Straßen als es meinem Rad (dem die Bremse bereits wieder auszugehen droht) gut tun dürfte. Ich muss ohnehin mit großer Wahrscheinlichkeit in den ersten Januarwochen wieder eine neue Bremse auflegen lassen oder aber gar das Rad ganz austauschen, hatte mich doch der knurrige Händler bei der letztjährigen Wechselei gewarnt, dass die Felge brechen würde. Bzw. war das schon 2021 und erneut 2022 und der Mensch war genauso grummelig.

    Also ist die Routine durcheinander, das Jahr ist ohnehin ein einziges Chaos gewesen, aber immerhin gab es auch gute Momente, vor allem die Tage in Korea im August und ein leider sehr kurzes Wochenende im Oktober gehörten dazu.

    Fürs nächste Jahr plane ich hier mehr zu schreiben. Und werde die Leser, die ich vermutlich nicht mal habe, noch weiter vergraulen und mehrsprachig arbeiten. Aber nicht als Übersetzung, sondern so, dass man dieser Sprachen jeweils mächtig sein sollte. Was aber, so haben mir zuerst meine Teilnehmerinnen, dann H und zuletzt S gezeigt, auch bereits eine der großen Suchmaschinen kann und durchaus brauchbare Inhaltsübersetzungen liefert. Na ja. Da hat man allerdings nicht mit meinem seltsamen Koreanisch und meinem eingerosteten Norwegisch gerechnet. So grammatisch und wortschatzmäßig falsch, wie ich mich in diesen Sprachen ausdrücke, kann es nicht mal mehr Google verstehen. Ich wette nicht, aber ich versuche es.

    Daneben werde ich weiterhin versuchen, die Losungen (und die Dritttexte) zu lesen und zu übersetzen, auch wenn ich die wichtigsten Vokabeln langsam kenne: Schuld und Lob, Segen und so weiter. Im nächsten Jahr gibt es in der Tat einen Dritttext von Astrid Lindgren (zumindest in der koreanischen Ausgabe am 15.11.)

    Yoga, Koreanisch, Lesen mache ich weiter. Mit welchem Ergebnis, mit welchem Erfolg, wozu auch immer, ich mag einfach drei Stunden für mich haben. Vielleicht schaffe ich es an noch mehr Tagen im Jahr nichts zu kaufen und auf die elende Schokolade zu verzichten, die mich in diesem Jahr allein 366€ gekostet hat und damit fast ein Viertel der Gesamtkosten für Lebensmittel ausgemacht hat.

    Und Hauptsache ist und bleibt gesund zu bleiben.

  • Musik und verschwundene Bilder

    Ich höre gerade erneut Suzanne Cianis Buchla-Konzerte. Daneben habe ich weitere Memoiren von Manfred Krug angefangen, desinteressiert bis angewidert weggelegt. Grobe und auf Kante genähte Familien- und Lebensverhältnisse sind wirklich so was von langweilig bzw unschön. Geschafft immerhin habe ich Gu Byeong-Mos Frau mit Messer, weniger Krimi/ Thriller als im Kontext verstecktes Gesellschaftsbild (nicht unbedingt Kritik, das überlässt die Autorin uns selbst). Dazu Bölls Brot der frühen Jahre, aus dem Bücherverschenkestapel, auch wieder dorthin zurück, aber nicht, weil es mir nicht zusagte, wie bei vielen anderen Werken anderer Schriftsteller, sondern einfach, weil ich nicht mehr so viele Bücher zu Hause haben möchte. Es werden ja doch kaum welche weniger, die ich gelesen habe. Und dann: ich lese sie nur einmal und doch stehen sie herum.

    Bei diesem Böll und auch bei einem angefangenen Kurzgeschichtensammelband fiel mir auf, wie katholisch das alles war, auch wie fremd es mittlerweile geworden ist. Und mir fiel auch wieder ein, dass (wie wenig ich es auch belegen kann und es natürlich eine Empfindung allein bleibt) immer seltener Bilder vom zerstörten Deutschland im Fernsehen und in den Internetmedien zu sehen sind, ganz zu schweigen von Bildern aus den Lagern, von ermordeten Menschen. Man sieht allerorten Gröfaz und Hinkebein in Farbe, aber die Bagger im Sand von Bergen-Belsen habe ich längere Zeit nicht mehr gesehen.

    Vielleicht liegt ja auch da der Grund für die weitläufige Vergesslichkeit und das Vergessenwollen auch darin. Sicher, diese Bilder waren in den 80ern und 90ern so oft (im Fernsehen, in Büchern, in Zeitungen) zu sehen, dass ich heute noch Alpträume habe, aber heutzutage wird so viel weggeblendet, aus angeblichen Schutzgründen. Na ja, wenn das mal nicht schief läuft. Ich würde gern empfehlen, mehr davon zu sehen, mehr Klemperer und Kempowski selbst zu lesen, denn sich was vorlesen zu lassen.

    Aber vorlesen ist ja so wichtig… (Als ob die Kinder nicht selbst lesen könnten? Ich mag diese Idee vom Vorlesen überhaupt nicht, wiederum meine Meinung allein)

    Interessant übrigens, dass ich auf Weihnachtsausflug in den Westen das erste Mal außerhalb des Internets Plakate für diese Aktion sehen konnte. Da wird mir schon bewusst, wie unterschiedlich die beiden Landesteile doch noch sind.Andernorts hätte das Plakat keine Nacht überlebt.

    Und dabei sind es gerade diese Aussagen, die zumindest einige noch denkende Menschen aufrütteln könnten. Es geht genau in die gleiche Richtung wie damals, maximal um neue Feindbilder erweitert.

  • Muttersprachliche Atempausen

    Die Prüfungen sind weitgehend vorbei, ich sage das nochmal. Ich hatte zwar schon in der letzten Woche alles abgegeben, aber gestern dann noch mal einen Einsatz um mündliche Prüfungen abzunehmen, für die Kandidatinnen und Kandidaten ein nerviges Spiel, aber die Ordnung verlangt es. Und bei der Bewertung mündlicher Leistung bleibt man oft ratlos zurück. Es gibt zwar Raster für die Beurteilung, aber ich war oft zwischen zwei Kästchen, wiewohl ich mit der Prüferin und der Beisitzerin interessanterweise gleichauflag, mal höher oder niedriger. Und denoch erscheint es wie eine Pi-Mal-Daumen-Entscheidung. Was kann jemand wirklich, wenn er eine DSH hat, wenn er eine FSP bestanden hat. Man hat die Leistung erbracht, ein paar Texte bearbeitet, geantwortet, sprachlich zusammenhängend geschrieben. Aber im Studium? Wie wird es da sein? Ich frage mich das seit 18 Jahren und länger. Bleiben die Kandidaten in ihrer muttersprachlichen Blase, wird selbst diese Stufe bald wieder verloren sein. Kommen sie daraus heraus, haben sie gute Möglichkeiten selbstständig mit der deutschen Sprache arbeiten zu können. Aber es geht alles so schnell, so massenhaft, abgefertigt, durchgefallen oder bestanden. Wirklich Sprache vermitteln, beim eigenen Sprachvermögen helfend zu unterstützen: keine Chance, oder gefühlt eben nur.

    Gelesen habe ich wenig. Ich schlage mich mit Kawabatas Koto herum, das mir derart hölzern vorkommt, aber ich finde keine Anmerkung zur Übersetzung, ob die alt oder neu ist: ein paar Kyoto-Erinnerungen kommen, aber wäre Japan wirklich so wie dort, wäre es unerträglich. Die Liebesgeschichte, die ich vermute, zieht sich quälend lang, kommt nur sehr sehr langsam in Gang und zudem denke ich, überlese ich wahrscheinlich 90% des Kontexts.

    Daneben bin ich immer noch an den Losungen, mittlerweile bin ich auch mit den früheren Dritttexten bei knapp 50% von dem, was man lesen kann. Die Übersetzungen sind inhaltlich gleich, aber die Strukturen sind derart anders, erschließen sich nur sehr langsam, oder gar nicht. Ich muss so ehrlich bleiben. Aber eine Art Routine ist es, und das hilft, denn sonst tobt eigentlich immer nur die Veränderung und das kommende/ drohende Weihnachten nervt so sehr. Vielleicht sollte ich mich offiziell zum Buddhismus bekennen, so dass ich eine Ausrede hätte, nicht daran teilnehmen zu müssen, aber dann käme mir doch noch jeder mit Familie und Tradition, am Ende wird geheult oder so getan (es ist so) und man ist machtlos. Andererseits sollte man damit nicht spielen oder irgendwelche Vorwände aufbauen. Ich will ehrlich bleiben, ein paar Tage halte ich das schon durch und kann mir sagen, dass es anderes gibt. Wieder. (Und das macht mich wirklich glücklich, egal wie klein und unbedeutend das Glück ist, wie fern und ungenau übersetzt es ist, wie wenig man sich sagen kann, wie wenig man sich ausdrücken kann, aber egal, ich mag das.)

    Es (also Weihnachten) ist nicht schlimm, das Krippenspiel ganz angenehm, mittlerweile sind einige Familienmitglieder auch eher vegetarisch/ vegan unterwegs (was für Kämpfe ich ausstehen musste? fällt mir dabei immer wieder ein), aber es zieht sich halt, wenn nicht irgendein spannendes Thema aufkommt. Na ja. Schade, dass es dort keine Umgebung gibt, in die man gehen oder laufen könnte, man ist in Wohnblöcken gefangen, genau das, was mich an der I-Straße so sehr gestört hat. Da lieber schaue ich auf ein einfaches Feld, da lieber laufe ich neben einer leeren Straße entlang: aber nicht immer nur die andere Seite sehen, wo ein weiteres Haus steht…

    Die Gewerkschaft meint wohl, dass sie nur 3 bis 5 Tage am Stück streiken wird: ich hoffe, sie machen das alles im Januar, da ist es mir egal. Soll man merken, dass ich auch von zu Hause arbeiten kann und das Büro eine Krücke ist, man bleibt da unkonzentriert, man wird permanent mit anderen Dingen (die zu 90% nur Fehden sind) belastet und schafft nichts.

    Stress vermeiden, den Blutdruck senken. Das soll helfen. Haha, wie, wann?

  • Aufregen hat keinen Sinn

    Ich lasse alles auf mich zukommen, entscheide dann, lüge nicht, sage aber auch nur das, was vermutlich das Notwendige sein wird. Es hat ohnehin keinen Sinn sich aufzuregen, sich Gedanken zu machen: was kommt, kommt, wenn es nicht bleiben soll, geht es eben. Ich muss mir nur meine Parameter sichern, sie erst verlassen, wenn ich weiß, dass andere Parameter aller Voraussicht nach sicher sein werden.

    Aufregen hat keinen Sinn, dabei habe ich in dieser Woche derart viel an Klatsch und Tratsch, an Aufregerthemen, an hochgespielten und durch Missverständnisse unnötig hochgejubelten Sachverhalten (oder nicht mal Sachverhalten) erlebt, gehört, bin davon genervt worden. Und auch da habe ich meine Paramenter überprüft: bin ich betroffen, habe ich was verkehrt gemacht, muss ich in irgendeiner Weise handeln? Nein, gut, dann hättet ihr mich auch in Ruhe lassen können.

    Ich kann nichts ändern. Ich kann nicht viel ändern. Ich kann nur versuchen, ich selbst zu bleiben und die anderen außenvor zu lassen: sprich, mich nicht allzusehr mit deren Dingen zu belasten, bei denen ich nur allzu oft sagen möchte: macht das doch nicht mit, lasst euch nicht von manipulativen Personen benutzen, und sie tuns doch. Und wie oft sich über Sachen aufgeregt wird, und immer wieder und wieder.

    In dieser Woche bin ich auch wenig zum Lesen gekommen, auch wenn ich immerhin zwei Bücher beendet habe. Den Harrer mit seinen sieben Jahren in Tibet habe ich ernsthaft und friedlich beendet: die Schilderungen des Lebens dort sind durchaus noch lesbar, wenngleich ich nicht alle Bemerkungen akzeptieren will; was mich aber bis zum Ende nervt, ist, dass Harrer sich mit keiner Silbe um seine eigene Herkunft schert – selbst über das kleinste Radio, selbst mit der ältesten Zeitung muss er doch irgendwann mal von seinen Landsleuten und dem, was sie denn getan haben, erfahren haben. Und er lässt es in Halbsätzen weg, deutet nur irgendwas dunkel an (und meint damit sicher nur die Nachkriegsgesellschaft). Als er von Tibetern zu bestimmten Europäern gefragt wird kommen alle Namen, außer der von Hitler. Der bleibt außen vor? Ist das Harrers Idee gewesen? Die seines Verlags (ach nur keinen Hitler, die Leute wollen was Nettes lesen?). Keine Änderung bei Harrer, mag es auch zeitbezogen so üblich formuliert sein: für mich ist das der Grund, warum ich das Buch nicht mag. (Zumal die Ausgabe, die ich lesen konnte, noch Ergänzungen enthält, die bis in die 90er Jahre gehen!)

    Fürs Tandem mit KN habe ich Dana von Suffrins Otto gelesen. Ein Buch, dass man für das Goethe-Zertifikat C2 im Jahrgang 2023 lesen musste. Ich frage mich, warum man das ausgewählt hat. Ich frage mich, was man von Seiten des Goethe-Instituts wohl in mündlichen Prüfungen zu diesem Buch gefragt haben mag, wie die Prüflinge sich der Person/ der Figur Otto nähern sollten, was man da erwartet hat?

    Otto ist ein alter Mann, grantelnt, nervig, zuweilen unangenehm, aber durch seine Herkunft und seine Erlebnisse ist vieles verständlich. Otto ist Jude aus Siebenbürgen, hat den Holocaust überlebt, hat im Nachkriegsdeutschland geheiratet, als Chemiker gearbeitet, Kinder bekommen, ist alt geworden, hat die Welt schon immer verstanden und nicht mehr verstanden.

    Man muss wahrscheinlich recht viel Hintergrundwissen mitbringen, wenn man Ottos Wesen verstehen will, manches erschließt sich für mich mit zwar großem Interesse am Judentum aber fehlendem Bezug dazu, leider überhaupt nicht. Und in der Erklärung fiel es mir schwer, immer etwas dazu zu sagen. Gut, immerhin die ersten 30 Kapitel habe ich inhaltlich auf Koreanisch zusammengefasst, soweit ich das konnte. Vieles ist doch dabei unter den Tisch gefallen.

    Gestört hat mich dabei nicht, dass sich die Person Otto immer mehr und mehr als nervig herausstellte, aber dass manche Person mal am Anfang vorkam, dann wieder mehrere Kapitel überhaupt nicht, dann mal noch am Ende: für mich nicht so ganz nachvollziehbar, aber ich müsste das Buch dazu sicher noch mal lesen. Tann? Valli? Die Halbschwester? Bleibt dunkel, deren Funktion erschließt sich mir nicht (ganz/ eigentlich gar nicht).

    Das Thema “Bücher noch mal lesen” hatte ich in dieser Woche auch andernorts und bekenne: ich lese Bücher meist nur einmal, meist viel zu flüchtig: mich interessiert vieles aber auch nicht so stark.

    Wohl definitiv nicht noch einmal werde ich Bov Bjergs Auerhaus lesen, weder Inhalt, Setting, noch Sprache sind meiner Meinung nach interessant. Vom Setting denke ich die ganze Zeit an Regners Herr Lehmann, aber vielleicht liegt meine Skepsis/ meine Ablehnung auch daran, dass ich gleich zu Beginn dummerweise las, dass das Schullektüre sei/ gewesen sei. Und da denke ich mir dann immer: so vergrault man jedes Interesse an Lektüre. (Und ja, in der Rückfrage: ich wüsste dagegen auch kein Gegenmittel/ Buch).

  • Endlosschleife mit Müdigkeit

    Prüfung, Vorbereitung, Abnahme, Korrektur, Auswertung, Diskussionen, endloses Gesitze. Um pünktlich zu sein, stehe ich zwei Mal in dieser Woche kurz vor 5 auf um dann mit Katzenwäsche direkt um 5 aufzubrechen, einmal sogar in weiser Voraussicht, da der 6:30-Zug ersatzlos ausfällt… Ich bin müde, geschlaucht, genervt, müde. Irgendwann fällt es sogar S auf, und die müsste hingegen vielmehr müde sein, ist aber stets munter (und das bei dem Zeitunterschied)

    Dass ich es noch hinbekomme, zehn Minuten an den Losungen zu übersetzen bzw den Sinn zu erschließen, ist ehrlich gesagt schon fast Widerstand.

    Dass es mich dann ankotzt, wenn ein hochgewachsener Russe mich in dieser Woche zu mehr Regeleinsicht in der Bibliothek (alte coronazeitige Markierungen, die er einhielt, ich aber ignoriere) schurigelt und ich ihm dann mit пошли! antworte, ärgert mich im Nachhinein mehr als alles andere. Diese coronainduzierte PTSD-Theorie hat etwas für sich. Aber wie wieder zu mehr Gelassenheit kommen?

  • Ivanjis Schlussstrich

    Es wird ehrlich gesagt immer weniger, worüber ich berichten kann. Ich habe in dieser Woche praktisch nichts gelesen. Da ich das Buch, das in 다독이는 밤 beschrieben wird, nicht kenne/ gelesen habe, tue ich mich ein wenig schwer (recte: bin faul) und komme nicht weiter. Der Harrer (ja, langsam ist das Buch im Rucksack ungefähr so weitgereist wie der Mann durch Tibet) ist immer noch weitgehend auf der gleichen Stelle. Angefangen habe ich hingegen Ivan Ivanjis “Schlussstrich” über Menschen im Untergrund von Belgrad während der NS-Besatzung. Das liest sich, auf den ersten 20/ 30 Seiten bisher, sehr gut und spannend. Mal sehen, wie es weitergeht, denn zwischendurch stehen in der nächsten Woche noch die elenden Abschlussprüfungen an und damit werde ich wohl kaum irgendwas schaffen, mal abgesehen davon, dass ich auch noch telefonieren/ Tandem machen möchte…

    또한 우리 선생님들이 이 기말고사를 어제 처음에 봤을 때 거의 미쳤었다. 그들은 어려운 주제가 있어서 어떻게 할 수 있는지 물어봤다. 하지만 그 주제가 어렵지 않지만 그냥 이 c1수준으로 알맞은 대답을 해야 한다고 생각한다.

    Das einzige, was ich in dieser Zeit weiter gelesen habe, waren die Losungen, mittlerweile habe ich auch bei den vergangenen Tagen sehr viele Dritttexte lesen und teilweise sogar richtig verstanden. Meine Übersetzungen (für mich) sind zwar recht modern formuliert, ich erschrecke dann regelrecht, wenn irgendeine barocke Form im Original daherkommt, aber es ist wirklich interessant, wie viel ich durch selbst diese kleinen Texte lernen kann, bzw. wie ich durch diese unterschwellige Beschäftigung mehr und mehr ans Koreanische rankomme. Wobei ich vermute, dass das nur schriftsprachlich ist und vermutlich nur den Inhalt wiedergibt. Wer weiß, ob es ein wirklich normales Koreanisch ist. Ich bin bei knapp 35% aller Dritttexte, vielleicht schaffe ich es in den Tagen bis Neujahr noch auf mehr als die Hälfte. Die aktuellen Texte, seit Mitte September, kann ich jeden Tag sofort verstehen, dazu kommen immer noch ein oder zwei (je nach Zeit) dritte Texte.

    Daneben muss ich zugeben, dass ich die Bethlehem-Texte, die es in der App zu lesen gibt, durchaus interessant finde. Auch wenn die natürlich religiös formuliert sind, thematisieren sie durchaus treffend (und treffender teils), was so tagtäglich passiert. Schon dafür allein lohnt es sich.

    Interessant ist zudem, dass ich bislang an zwei Tagen in der koreanischen Version ganz andere Texte hatte als in der deutschen Fassung, einmal am 1.5. und am 29.11. Ich vermute mal, dass da während der sicher langwierigen Übersetzung ins Koreanische irgendwo die Texte ausgetauscht wurden. Macht nix, ist aber interessant.

  • Zur Frage der Musik

    Die Frage, ob jemand diese oder jene Musik kennt, habe ich mir vor langer Zeit abgewöhnt. Bei Tandempartnerinnen ohnehin, v.a. um mögliche Komplikationen zu vermeiden, dass man gemeinsam irgendwas gut findet, mag etc. Bei den anderen Menschen hingegen habe ich festgestellt, dass die Fünfkindergartenfreunde-Regel auch hier zu gelten scheint: was ich einmal gehört habe, als ich 13 war, gilt, mehr gibt es nicht. Und dazu sind viele vom ewigen Radiogedudel im Auto vermutlich völlig paralysiert und können sich ein Leben ohne die Hits von irgendwann, irgendwo und heute nicht mehr vorstellen.

    Und verpassen dennoch meiner Meinung nach so unendlich viel.

    Ich habe seit März 2013 im Prinzip nur noch Musik gehört, die ich vorher nicht gehört habe. Ich habe viel nicht mehr hören wollen, können, auch wenn z.B. die Beatles immer mal wieder vorkamen, aber wohldosiert und sobald mir zu viel Lennon drin ist, geht nichts mehr. Ist eine persönliche Sache, die ich hier nicht auswalze. Dass ich eine Zeitlang bewusst Yoko Ono gehört habe, geschenkt. Yoko mag ich immer noch.

    Zunächst habe ich für mich die koreanische Singer-Songwriterin Lang Lee entdeckt, die ich seit dieser Zeit regelmäßig höre, auch weil mir am Anfang nicht aufgefallen ist, dass viele Lieder mindestens zweisprachig sind, das heißt Koreanisch Japanisch und in gewisser Weise auch noch Englisch (vielleicht manchmal Konglisch). Ihr früherer Drummer mochte meine Musik mal, aber das war so ein Like unter vielen (und nicht erwähnenswert, also lass ich es) und mittlerweile ist sie eher mit Bassistin und Chor unterwegs, hat neben Preisen auch schon Dresche einstecken müssen, für einen durchaus hörenswerten Protestsong bei dem ich mittlerweile wenigstens diese zwei Zeilen mitgrölen kann.

    내 친구들은 모두 가난합니다
    이 가난에 대해 생각해보세요

    (Meine Freunde sind alle arm/ denkt mal über diese Armut nach)

    Für solche Zeilen kriegt man in der Tat zumindest von der “das wird man doch noch sagen dürfen”-Fraktion Kommentare, recte also Dresche. Egal wo, es herrscht überall ein Klima, bei dem ich nicht mal mehr den Kopf schütteln kann.

    Dass sie in beiden Sprachen singt und publiziert, ist insofern bemerkenswert, dass ich in zehn Jahren Koreanischlernen so viel Ablehnung gegenüber Japanisch gehört habe und wirklich jede positive Verbindung zwischen den Ländern mMn wichtig wäre. Als ich in Japan war, habe ich sogar mit einem japanischen Freund von ihr sprechen können. Den Laden übrigens (ich glaube, in Shinjuku) habe ich wahrscheinlich nur durch mehr als göttliche Hilfe gefunden. Und dann gab es nur die japanische Version des Albums, aber na egal, ich war froh.

    Na ja, logisch, dass die Frau keiner kennt, wenn sie nur Koreanisch oder Japanisch singt. Aber selbst wenn man Englisch singt, kennt einen gefühlt keiner. Ich denke nur an YMO, von denen man hierzulande meist nur den dieses Jahr verstorbenen Ryuichi Sakamoto kennt, aber meiner Meinung nach viel viel mehr Aufmerksamkeit der Band schenken sollte. Klar, YMO ist bekannt, ist soviel wie Kraftwerk, meiner Meinung nach sogar größer, mehr, melodischer, ausgefallener, ausdauernder. Auch wenn es nicht “Japans Kraftwerk” ist: solche beschissenen Vergleiche hasse ich wie die Pest. Besonders schön finde ich von YMO und dem Umfeld der Band ein Duett von Sakamoto und Yano Akiko, aber leider scheint das nur einmal in einem Dokumentarfilm veröffentlicht worden zu sein, wenn das mal einer covern würde, ähnlich klang- und kraftvoll: ich tät mal nach Jahrzehnten wieder eine CD kaufen, bzw. äh, ja, die letzte CD war eben die oben erwähnte japanische Version (und das war 2018, aber irgendwie ist das auch Jahrzehnte her). Na ja, also YMO, bzw. alles, was Sakamoto gemacht hat, bzw. alle von YMO, also auch Hosono und Takahashi, etc. pp. Yano nicht zu vergessen (wobei die wohl nicht direkt zur Band gehört hat?)

    Yano Akiko wäre noch so eine Musikerin, ähnlich auch die frühere Sängerin von Wednesday Campanella KOM_I und deren Songs. Eben jener verlinkte Song erwähnt permanent irgendwas mit Melos, was wiederum mit einer Geschichte von Osamu Dazai (走れメロス, Lauf, Melos!) zusammenhängt – in Japan war/ ist? es wohl Schullektüre, hier vermutlich so bekannt wie… korrigiert mich, wenn ich es falsch sehe und hierzulande jeder Dazai gelesen hat. (Ich inklusive, ich bin nur halt bereits so häufig über den Namen gestoßen, dass es mir peinlich ist.) Und jenes Melos hat wiederum einen Bezug zu Schillers Bürgschaft – was mich gleich wieder auf mein Lieblingsthema bringen würde, warum gefühlt alle ostasiatischen Künstler die europäischen Meister kennen, aber andersherum? Gut, die Bürgschaft kann, wie die Glocke, auch niemand mehr auswendig (und vermutlich ist das auch gut so), aber dieses Gefälle im Wissen übereinander finde ich immer wieder faszinierend / beängstigend.

    Wobei ich da auch schon erlebt habe, dass bestimmte Stellen mir wichtig sind, im Mainstream dann aber unwichtig sind. So bin ich in Tokyo wegen Mori Ogais 雁 (Die Wildgans) und dem einen Satz meine Heimatstadt betreffend (mitten in einer der schönsten Liebesgeschichten kommt der Satz doch wegen des Studiums nach L zu gehen) durch ein rein japanisches Museum gestolpert und hab von Deutschland nicht mehr als Berlin, Berlin gefunden. Na ja, gibt es wohl also alles auf beiden Seiten. Oder ich war nicht aufmerksam genug bzw. bin ein Trottel.

    Ähnlich wichtig wie Lang Lee ist mir Hiroko Sebu. Manche der Songs (in Japanisch und Französisch…) habe ich seit 2013 zighundert Mal gehört, ich weiß zwar oft immer noch nicht, worum es geht, aber ich mag es heute noch. Was auch was heißen will.

    Die Zeit reicht wieder nicht, hier noch weiter zu schreiben, aber, wenn es denn jemanden interessiert, mache ich später einmal weiter mit diesem Thema. Sollten die Links irgendwann nicht mehr funktionieren, dann sucht bitte selbst.

  • Lesen in fremder Sprache

    Das Thema fremdsprachliches Lesen schafft es mittlerweile sogar in meine Youtube-Timeline. In diesem kurzen Video geht es um den Versuch Taiwans bis 2030 bilingual zu werden, sprich bilingual Englischkenntnisse zu etablieren. Das Ziel mag ambitioniert sein, politische Gründe haben, zu erreichende Standortvorteile mögen Antrieb sein, aber interessant ist es immerhin.

    Darin eine kurze Aussage von Stephen Krashen, dass es mit vermehrtem fremdsprachlichen Lesen nicht nur angenehm und leichter, sondern praktisch unvermeidlich sei, eine Fremdsprache auf bilingualem Niveau zu beherrschen. Zieht er dabei in irgendeiner Weise eigentlich auch in Betracht, dass das nur für Muttersprache (egal) x Englisch geht bzw. machbar ist? Man müsse den Kindern nur genügend interessante Bücher zur Verfügung stellen, dann sei das kein Thema. Glaube ich ihm, aber eben weltweit nur für Englisch, denn bei allen anderen Sprachen (so denn kein besonderes politisches Kalkül eines großen Nachbarlandes dabei ist) ist es derartig schwierig, fremdsprachliche Bücher – die einen ansprechen – zur Verfügung zu stellen. Selbst die anderen als Weltsprachen verkauften europäischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch) haben nur einen Bruchteil des Angebots in petto, von kinderleichter Auswahl keine Spur. Die anderen weltweit gesprochenen Sprachen (Russisch, Chinesisch, Arabisch) sind eher marginal (und so ein bisschen wie das schäbige Entlein)… Von anderen Sprachen brauche ich gar nicht zu sprechen. Die fünf koreanischen Kinderbücher etwa, die die örtliche Stadtbibliothek bekommen hat, sind Übersetzungen aus dem Deutschen, sind nicht repräsentativ für die koreanische (Kinder)literatur und wie schon andernorts beschrieben mit Macken behaftet, die es einem nicht leicht/ unmöglich machen, extensiv zu lesen.

    Würde ich für jede Stunde, die ich mit dem Lesen dort verbracht habe, einen Punkt mehr im Topik bekommen (analog zu dem, was Krashen sagt für den TOEIC) wäre ich bereits Stufe 6. Haha, großer Unsinn, nervig. Langsam kann ich es nicht mehr hören.

    Ich sage das nicht, weil ich bockig bin oder trotzig mehr koreanische Bücher in Deutschland will: aber diese privilegierte Sichtweise ermüdet (…) einfach nur. Schön wäre es, das ginge so für jede Sprachkombination, die man erreichen wollte: aber das ist eben nicht mal im Ansatz der Fall.

  • Dann kann mir das später nicht mehr viel

    In dieser Woche bin ich kaum zum Lesen gekommen, eine Prüfung jagt die andere. Natürlich auch noch die seit Mai, seit August, vor allem aber seit Ende Oktober fortlaufende Unterhaltung mit S, die mir wichtig ist und für die ich meine halben Stunden im Zug zu Lesen aufgebe, aber nicht im Sinne eines Verlusts, wie oft war das ohnehin schon nicht recht möglich, gab es Gequatsche hier, Geschrei da. Also dann doch der Versuch, mich auf Koreanisch im Alltag auszudrücken, der interessanterweise klappt – so sehr ich auch nicht weiß, was davon nun 어색한 wirkt. Ich weiß, dass ich wahrscheinlich sehr hohe Ansprüche an mich stelle, aber wenn ich die/ eine Sprache lerne, dann ganz oder gar nicht, es gibt schon so viele angefangene Sprachen, von denen ich irgendwas und nichts verstehe, und ehrlich gesagt, hasse ich das. 이 주제에 대해 설칙히 말하면: 저는 계속해서 어색한 한국어로 말하는 것을 생각했다.아마도 다들 상대방이 내용을 잘 이해할 수 있지만 문장 만드는 방법과 순서가 어색해야 했고 생각했다. ㅅ가 다들 이해하고 싶었다, 4년전에 한국어 오늘 한국어능력이 달지 않아서 계속해서 어색한 것 보인다.

    Also zum Lesen immer noch der Harrer mit seiner Tibetbeschreibung, die sich in Hinsicht auf die Beschreibung gut, in Hinblick auf die Kommentare und Nebensätze schrecklich bis unerträglich liest. Wenn auch in Tibet: wie weit weg von der Realität kann denn ein junger Mann damals gewesen sein? Wenn sie im Lager in Indien Bücher über Bücher gelesen haben, dann müssen sie doch auch Informationen über die Lage in Europa bekommen haben und darin eben auf jeden Fall auch über die Lage der verfolgten politischen Gegner und die rassisch unterdrückten Gruppen, allen voran den Juden. Kommt nix, nur der dämliche Halbsatz über Rommel, dann die beständige Furcht vor der Rückkehr ins Indische, das heißt ins Internierungslager. Irgendeine Beurteilung des Krieges : komplette Fehlanzeige. Also keine Empfehlung, eher ein Fall für die Bücher, die ich nur sehr ungern wieder in den Bücherschrank zurückstellen will, auf das sie keiner mehr lese. Mag ja sein, dass er auf Seiten Tibets und des Dalai Lamas moralisch gut steht, aber diese Naivität der eigenen Herkunft gegenüber verwundert mich, also bisher.

    Auf Koreanisch habe ich nur sehr wenige Seiten in 다독이는 밤 weitergelesen, vor allem, weil es um ein Buch von Somerset Maugham ging/ geht (Moon and Sixpence), dass ich nicht kenne bzw. noch nicht gelesen habe, in diesem Kapitel zudem das persönliche Erlebnis vorangestellt ist und erst dann eine Beschreibung des Inhalts beginnt. Ich muss also vermutlich nebenher noch zweierlei Dinge tun: das Buch an sich lesen (das es aber leider nicht in der örtlichen Bibliothek gibt) und noch mehr lernen (wie und wann?). In diesem Buch sind durchschnittlich 10% neue Wörter pro Seite, die Verständlichkeit ist aus meiner Sicht nur noch sehr schwach gegeben, oder ich will sagen: ich mutmaße über den Inhalt (ich kann ohnehin nicht sagen: wer, wo, wie, was und wann, aber das passt wiederum zum Essay als solches). Die Chancen, dass es noch besser wird, stehen sichtlich schlecht. Ich komme kaum mehr hinterher mit dem Notieren der Vokabeln, geschweige denn, dass ich irgendetwas in meine Vokabellisten übetragen und/ oder gar lernen kann.

    Das Ganze ist in sofern interessant, weil das Internet (sprich: Youtube) voll ist von Videos, die von den Vorzügen des extensiven Lesens für das Fremdsprachenlernen handeln und dann immer den einen Knackpunkt enthalten: die Wahl eines geeigneten Buchs, des geeigneten Lesestoffs. Wie will man das zuvor wissen? Ist das Buch ein Kinderbuch strotzt es nur so vor Beschreibungen, vor Redewendungen, die man vermutlich als muttersprachliches Kind auch noch nicht gehört hat, aber hier über das Lesen aufnimmt (nebenbei). Bei Kinderbüchern sticht dann auch der Kontrast eines lächerlich einfachen Inhalts gegenüber der überwältigenden Sprache hervor. Man sucht stundenlang nach Erklärungen für Wörter, die nebensächliche Dinge beschreiben, vergisst andererseits aber Wörter nachzuschlagen, die dann, zehn oder fünfzig Seiten später für das Verstehen des Buches fundamental werden.

    Ich denke bisher, dass Reisebeschreibungen und Bücher für ältere Kinder/ bzw. Jugendliche interessant, zugleich hilfreich und erfassbar sein dürften, also der Wahl des “geeigneten” Materials entsprechen. Aber ja, das wiederum zu finden, ist schwierig. Die beflissenen Leser empfehlen dir koreanische Weltliteratur, die sicher wichtig ist, aber die man durch den zeitgeprägten Wortschatz nicht verstehen kann. Ich habe 소나기 bislang drei Mal begonnen und kam nicht weit. Als ich dann eine Verfilmung aus den 70ern angeschaut habe, war ich beinahe enttäuscht, wie einfach die Fabel ist, dass es im Prinzip um nicht viel mehr als eine traurig-schöne Liebesgeschichte geht. Die anderen Leser empfehlen Kinderbücher, die dann wiederum fast nur aus Onomatopoetika bestehen, die von der Geschichte her so einfach sind, und die es kaum lohnt, zu lesen. Versteht man den Grundkonflikt bei 홍길동 auf den ersten zwei Seiten, kann man sich den restlichen Roman sparen, der Junge ist gut, kämpft für Gerechtigkeit, behilft sich mit Magie (das wiederum zeigt, zu welchen Mitteln man hätte greifen müssen, wenn man die verkrustete Joseon-Gesellschaft hätte aufbrechen wollen…)

    Und der Weg über übersetzte Bücher ist natürlich ebenso schwierig. Ich könnte sicher neben dem einen Kapitel in 다독이는 밤 jeweils das besprochene Buch in Gänze mitlesen, aber die Details und das Genaue würden mir immer noch entfallen.

    Also lohnt es sich dann vielleicht doch erst mit Büchern anzufangen, wenn man C1 überschritten hat?

    Vielleicht ja doch nicht. Vielleicht sind die Romane und die 10%-Quälerei ja schon eine gute Vorbereitung auf das, was dann noch kommen könnte. Wenn ich erst bei C1 beginnen würde, würden mich die unbekannten Wörter genauso erschlagen. Also lieber jetzt, dann kann mir das später nicht mehr so viel…

  • Tote Wunder

    Ein durchaus hörenswerter Beitrag des Deutschlandradios zum Verbot der Zeitschrift Sputnik in der DDR im Jahre 1988. Wenngleich nicht viel bzw. nichts Neues dabei, ist es doch interessant, wie lange das schon her ist. Ich selbst habe nur ein Heft dieser Zeitschrift retten können, da ich als Kind solche Glanzpapierseiten nicht anders kannte (höchstens von Katalogen von Ausstellern der Frühjahrs- und Herbstmesse), war das faszinierend. Besonders geprägt (im Sinne von “ich will Schriftsteller werden” [was ich dann doch nie wurde (bislang)]) hat mich damals ein Artikel über ein schreibendes Wunderkind: Nika Turbina, die aber auch schon wieder seit mehr als zwanzig Jahren tot ist. Irgendwie ist langsam alles lange her, aber interessanterweise noch lebendiger als viele Tage der letzten ein zwei Jahre, die irgendwie in einem Brei aus Katastrophengeschrei untergegangen sind, in denen ich vielen Menschen nicht mehr zuhören möchte, weil sie sich ein für alle mal (und da kenne ich kein Vergeben wie die Christen) disqualifiziert haben, derartigen Unfug von sich gegeben haben, nachgequatscht haben etc. pp. (In den letzten Tagen übrigens ist mir aufgefallen, dass ich dabei oft auf das koreanische Pendant dieser Floskel zurückgreife und 등등등 sage, was allerdings kaum jemandem auffällt.)

    Zudem habe ich den Artikel zu den verarbeiteten Lebensmitteln und möglichem Suchtpotenzial (dem Für- und Wider) wiedergefunden, ist zwar, wenn man genauer hinschaut, nichtssagend, aber der Halbsatz, die Industrie habe (analog zur Tabaklobby) gegenlautende Studien (alles halb so schlimm) finanziert, ist schon mal interessant. Beobachtenswert, auch und gerade weil ich in der letzten Woche 11 Tafeln Schokolade verdrückt habe und nicht weiß, wie ich dagegen ankomme. Und ich weiß, dass es dann nicht so sein soll, wenn es mich nervt. Wenn ich damit umgehen könnte, bzw. mich die Menge oder die Frequenz nicht stören würde, wäre es ja kein Problem. Aber so ist mir selbst eine Tafel zuviel.

  • Über China Kafka lesend

    Diese Woche habe ich bei weitem nicht das gelesen, was ich schaffen wollte und natürlich wird es sich so auch fortsetzen, der Arbeit und dem Weg dahin sei “dank”. Im Deutschen kann man hier leider nur Anführungszeichen setzen, das Koreanische unterscheidet immerhin zwischen 덕분에 und 바람에, das erstere positiv, das letztere negativ, daneben noch das neutralere 때문에. Aber es bleibt insgesamt ärgerlich, ich kann es kaum verstehen, muss es aber akzeptieren. Wie so viele Dinge.

    Ich habe an Kang Kahees 다독이는 밤 weiter gelesen, ich bin aber nur mit der Geschichte von Kim Ae Ran fertig geworden und befinde mich jetzt im Kapitel über Kafkas Verwandlung. Die hatte ich zum Glück dieses Jahr gelesen, irgendwo auf einem chinesischen Inlandsflug. Ich glaube, es war zwischen Kunming und Zibo, da war mir das Filmangebot so wenig, dass ich auf meinem Handy einen heruntergeladenen Text den Flug über irgendwas über einen käfergewordenen jungen Mann gelesen habe. Natürlich war mir die Geschichte bekannt, aber auf diesem Flug hatte es etwas Interessantes an sich, selbst eingezwängt zwischen Mitreisenden, drei oder vier Stunden vertun zu müssen und dann so ein Werk der Weltliteratur lesen zu können. Und es wiederum niemandem erzählen können.

    Dieses “irgendwas”, das heißt die samsasche Geschichte, formt sich jetzt, bzw. bekommt neuere Bedeutung, interessante Deutung. Kang Kahee schreibt über Gregor Samsas Sprachlosigkeit und deutet sie mit unserem Verlust des Wertes der Person im modernen Kapitalismus. Der Mensch wird stumm gemacht und ist in einem starren Gefüge (einer Art Panzer) eingeengt: vom Bett runterfallen ist da noch die beste Lösung… Ich hoffe, das Kapitel noch diese Woche abschließen zu können. Die Sprache ist teils so kompliziert, dass ich weit über dem Bereich bin, in dem man leicht versteht. Aber ich kann dem Inhalt folgen, irgendwie immerhin.

    Durch den am Dienstag ausgerufenen und seit Mittwoch geltenden Streik der Bahn fiel natürlich ein Großteil meiner Lesezeit weg, ich gerate auch wieder mit den Losungen in Rückstand, 바람에… Ich habe für das nächste Jahr, komme was wolle (ich weiß es diesmal noch weniger als sonst) bereits die nächste Ausgabe bestellt. Ich habe bereits ein Viertel der Dritttexte geschafft und kann mittlerweile auch recht gut verstehen, warum der Übersetzer recht frei übersetzt: die Texte sind schon recht starr bzw. in ihrer Zeit verhaftet. Man kann eben aus dem Luther- oder Paulgerhardton nicht raus und das übertragen auf das Koreanische…

    Auch da gibt es natürlich die ewigen Vombies, die Seele, die Glorie, ich sitz jeden Tag neu davor. Aber eben nicht am Donnerstag. Da war ich zu Hause und habe natürlich nicht mein Tischchen runtergeklappt um in der Beengung mit dem Handy und den Losungen rumzuhantieren.

    Ebenso wenig habe ich am Donnerstag im zweiten Buch der Woche, Heinrich Harrers “Sieben Jahre in Tibet” weitergelesen. Ich hatte das Buch Mitte des Jahres bereits einmal aus dem Bücherschrank, aber das war eine alte Ausgabe und ich weiß, dass ich mit ganzseitigen Schwarzweißfotografien Probleme habe, mal von den Anfängen der italienischen Malerei und den selbst bei Tageslicht furchteinflößenden Ikonen. Also habe ich es zurückgelegt und erst jetzt wieder zu einer Taschenbuchausgabe von der Jahrtausendwende gegriffen. Harrers Einleitung ist recht naiv, manche rassische Bemerkung mehr oder weniger grenzwertig. Ich will ihn weder verdammen noch in Schutz nehmen, es liest sich einfach nur seltsam bzw. unangenehm – ganz im Gegensatz zur eigentlichen Geschichte der Reise. Mir fehlen Vergleiche zu anderen Autoren solcher Reisebeschreibungen (Zikmund und Hanzelka waren nach dem Krieg, in den 40ern und 50ern unterwegs, Aage Krarup Nielsen sowieso aus einer ganz anderen Zeit), deshalb kann ich den Ton und die kurzen, eventuell ohnehin schon eingekürzten Anmerkungen zu den Rassen nicht beurteilen.

    Na ja, da Harrer und seine Kollegen immer noch nicht richtig in Tibet sind, muss ich wohl weiterlesen. Ob ich das Buch allerdings behalte bzw. wieder in den Bücherschrank zurückbringe, weiß ich noch nicht. Zur Zeit stehen die Zeichen eher auf eine Rückgabe, so ganz mag ich das Buch nicht.

  • Sowieso, Realität

    Ok. Da hat mich wieder die Realität. Ich komme zwar leidlich voran, aber die unbekannten Wörter sind derart viele, dass ich fast aufgeben möchte. Fast auf jeder Seite. Aber eben nur fast. Gelesen habe ich bis heute zwei Kapitel aus 다독이는 밤 (Ich würde es ja mit “die belesene Nacht” übersetzen, aber 다독이다 hat wohl auch noch die Bedeutung von trösten, was durchaus auch passt, wenn ich das Vorwort verstanden habe.)

    Nach dem Vorwort, der Klärung der Frage nach dem Warum beim Lesen, zunächst über Camus’ “Der Fremde”. Das Buch habe ich auf Deutsch 2016 gelesen und hatte wenig Erinnerung daran. Ich gebe zu, dass mich The Cure auf dieses Buch gebracht haben, aber bis auf leichte Reflexe beim Namen Meursault, den Kang Kahee unter Zuhilfenahme einer Theorie eines koreanischen Professors als Kombination aus Tod (meurt) und Sonne (soleil) deutet, war da bei mir gar nichts mehr. Ich werde einen Teufel tun, das Buch erneut zu lesen, aber wie bitteschön kann ich mir die Bücher über diesen Zeitraum besser merken? Na ja. Vielleicht hilft es mir ja in Zukunft, wenn ich auf Blogbeiträge hier zurückgreifen kann.

    Noch komplizierter war es dann dem zweiten Kapitel zu folgen, in dem es um eine 2007 erschienene koreanische Kurzgeschichte von Kim Ae Ran ging. Die wiederum liegt nicht mal auf Deutsch vor, geht aber wie folgt: Eine arme Familie, die ein Mandu-Geschäft betreibt, möchte der jüngeren Tochter ermöglichen Pianistin zu werden, doch der Weg dahin ist nicht nur eine Frage der Begabung sondern auch des Geldes. Als die Familie die Versicherung verliert, das Geschäft pleite geht und die größere Tochter umziehen muss, steht der Verkauf des Pianos auf dem Secondhand-Markt symbolisch für den missglückten Aufstieg. Es geht nicht unbedingt um den Verkauf aber das Gefühl aufgeben zu müssen. Die Geschichte, wenn ich sie denn richtig verstanden habe (haha, wer kann mir das jemals bestätigen?), klingt recht interessant. Die Autorin nutzt dafür als Metapher die Klaviatur (번간) und den Weg vom C(도) zum gestrichenen C(미). (도도한 생활, schon das ging natürlich nicht zu übersetzen, erst durch die einleitenden Erklärungen konnte ich etwas verstehen…)

    Auf jeden Fall bleibt es bei gerade run 9-10% unbekannten Wörtern (pro Seite) schwierig, ich komme mir vor wie bei Kim Young Ha, aber ich glaube es bleibt mir kein anderer Weg. Wenn ich mich wirklich weiterbewegen möchte, muss ich mich täglich daransetzen. Denn die üblichen fünf Wörter fallen mir ein, die selten verwendeten eher schriftsprachlichen Ausdrücke sind so selten, dass ich sie bei einer niedrigeren Frequenz noch schneller vergessen würde. Ich will es nicht übertreiben: so zwei bis drei Seiten sind ok, dann kann ich wohl ein bis zwei Kapitel pro Woche schaffen (bevor mich die Prüfungen wieder in Beschlag nehmen). Bleibt spannend.

  • Esche hinweg

    In dieser Woche habe ich endlich die Mitternachtsbibliothek beendet, das koreanische Ende kam mir ganz anders vor als das, was ich auf Deutsch gelesen habe, aber ich bin nicht böse, ich bin (anders als wenn ich es nur auf Deutsch gelesen hätte) vom Buch recht angetan: aus dem einfachen Grund, es eignet sich fürs Fremdsprachenlesen (und damit Lernen). Denn das Buch wiederholt sich permanent, die Redundanz ist extrem stark, so dass man, wenn man Wörter am Anfang liest, sie immer wieder liest und damit die Chance erhöht, sie auch zu behalten. Es ist zudem nicht derart poetisch geschrieben, dass man aus der hintersten Wörterbuchecke noch ein Dutzend skuriler Synonyme herausholen musste (und die dann der Leser kaum nachschlagen kann): was auch wiederum ganz gut ist. Klar, es bleiben unklare Stellen, die dürften wir in den nächsten Wochen (wenn uns nicht der Atem ausgeht) im Tandem besprechen. Wie gesagt: so allein auf Deutsch gelesen hätte mich das Buch in dem Stil und in der Einfachheit nicht angesprochen, zuviel ist zu einfach, Lebensträume erfüllen sich nicht, man lebt mehr die Träume der anderen, man verbiegt sich, nicht alles ist wirklich schön was glänzt, man sollte die unscheinbaren Freundschaften pflegen, im Detail das Glück suchen etc pp: dafür brauch ich eigentlich kein Buch, aber gut, ich will nicht zu kritisch sein.

    Danach habe ich endlich den Hong Gil Dong beendet, ähnlich wie bei Gulliver leider nur eine Version für Kinder: mich würde wirklich interessieren, wie das Original aussieht, denn die Kritik an der Joseon-Gesellschaft/ der gesellschaftlichen Verkastung ist im Kinderbuch nur spürbar und wird mit ein wenig viel Magie und Hokuspokus verwischt, aber vermutlich muss ich für so eine erwachsenere Version noch einige Jahre lang lernen. Das Buch wie gesagt, gibt es auf Deutsch nur in einer uralten Ausgabe aus dem 19. Jahrhundert und in einer Übersetztung von Elisabeth Hering, die man sich in der Stadtbibliothek ausleihen könnte. Ich war ziemlich erstaunt und dachte: aha, damals schon jemand, der Koreanisch konnte und übersetzt hat? Nein, wohl eher anders herum. In der Biographie kann man lesen, dass ihr Mann in Verbindung mit Missionaren stand und die werden mit Sicherheit irgendeine englische Übertragung mitgehabt haben, bzw. irgendwie könnte so eine Geschichte auf sie gekommen sein. Und da die Geschichte an sich ziemlich viel Freiraum lässt und kein Mensch das Original kennt, kann man schriftstellerisch machen was man will, ich vermute mal: das ist eher ein Eigengewächs als eine Übersetzung. Mal sehen, vielleicht tue ich es mir irgendwann an, aber zur Zeit ist mir das zu viel Aufwand. Und selbst zu übersetzen werde ich wohl nicht hinbekommen. Ich weiß, ich sollte mir sowas zutrauen, aber ein wenig mehr Demut ist immer mal wieder angebracht. Ich kriege den Inhalt zusammen, manchmal kann ich die Sätze genau verstehen, andere Male nur den groben Sinn, und oft genug muss ich einen Satz, einen Abschnitt und mehr auslassen: heißt: ich habe ihn eigentlich nicht verstanden. Das ist frustrierend, aber vermutlich ist das nun mal so.

    Die Autobiografie von Esche war die Katastrophe, Anekdoten, die sich in Ablenkungen verliefen, so dass man nach der zigsten Abschweifung nicht mehr hinterherkam. Politischer Stuss, schlecht recherchierte Leipzigdetails (dann lässt man es besser!) und entweder Lobhudel für die alten Regisseure oder tiefsitzende Verachtung für alle neuen Theaterschaffenden. Und immer dieses “das Theater ist tot”: vielleicht hätte sich Esche mal selbst an seine Nase fassen sollen, warum dem so ist. Diese derartig hochnäsige Eigensicht derer, die da als einzige noch die Bühnenaussprache beherrschten (feinstgliedrig bis hin zu suffschwamm) ist so belastend, ich wollte es nicht mehr weiterlesen. Weitergetrieben hat mich meine (dumme) Hoffnung auf Details und wirkliche Anekdoten zu alten DEFA-Schauspielern, aber auch da nur Belanglosigkeiten. Schlicht: unlesbar, ich will sowas markieren: lest es nicht, lasst es aus, die Zeit ist zu kostbar.

    Angefangen habe ich mit 다독이는 밤 (“Die belesene Nacht”) von 강가희(Kang Kahee/ Kang Kai), kleinen Essays zu einzelnen Büchern, die sie schon in ihren Videos vorgestellt hat. Ich war schon auf der ersten Seite drauf und dran, das Handtuch zu werfen, aber einzelne Sätze haben mich dann doch berührt und so bleibe ich dabei, es geht natürlich deutlich langsamer als in der Mitternachtsbibliothek und vielleicht brauche ich ähnlich lange wie für den Hong Gil Dong, aber ich will halt wissen, welche Gedanken sie zu den Büchern äußert. Kang Kahee habe ich während meines Tandems mit ihrem Mann (so um 2017/ 2018) kennenlernen können, aber wir haben eigentlich nur einmal miteinander gesprochen und damals reichte mein Koreanisch noch viel mehr nicht aus um sich in irgendeiner Weise über solche Themen zu unterhalten. Aber ich will da dran, mich interessiert das. Die koreanische Literatur ist wie hermetisch abgeriegelt, wenn ich überhaupt an Übersetzungen komme, ist es schon viel, im Original zu lesen wäre natürlich noch interessanter, aber scheint unerreichbar. Warum ich das will? Weil mich fasziniert, wie viel die Koreaner über die westliche Literatur wissen/ gelesen haben und ich mir als Europäer vorkomme wie ein Entdecker auf einer Landkarte, auf der noch mehr weiße Flecken sind. Als ob 1492 wäre, ich stehe vor völlig unbekannten Welten und das finde ich persönlich faszinierend. Ich kann keine 8000er besteigen, es gibt bis auf irgendwelche Höhlen, in denen man dann zu 90% ertrinkt, nichts mehr zu entdecken, überall war schon jemand vor einem (und es sieht ehrlich gesagt überall gleich aus), aber Bücher entdecken, Leute entdecken, Geschichten lesen können, die sonst noch niemand (na ja) vor mir gelesen hat, wäre (ok, ich bin eitel und selbstsüchtig) toll/ interessant/ erstrebenswert.

  • Zurande gekommen

    In dieser Woche habe ich mehrere Bücher gelesen. Am Wochenende noch ein kurzes, recht ästhetisch-künstlerisch gehaltenes Buch von Choi Don Mee (oder amerikanisch herum buchstabiert: Don Mee Choi) über die DMZ (DMZ-Kolonie, 2020, dt. 2022). Diese Grenze (bzw. das, was davor liegt) konnte ich 2019 besuchen und war erstaunt, dass man anders als an der innerdeutschen Grenze, die ich 1987 in Berlin und noch 1989/ 90 auf dem Brocken im Original bzw. noch fast so original besichtigen konnte, nichts vom gegenüberliegenden Land/ Landesteil sehen konnte. Ich war damals lediglich in Imjingak (임진각), ich wollte keine Tour mit Amerikanern machen, sondern nur so weit, wie die Koreaner selbst gehen dürfen, gehen. Das Buch ist recht interessant gestaltet, allerdings teils wirklich abgedreht/ kunstvoll gestaltet (je nach dem wie man es sehen mag).

    Danach auf Anraten von S ein Buch von/ über Susan Sontag (The Doors und Dostojewski), eigentlich ein ellenlanges Interview, bzw. der Rohtext, der seinerzeit in dieser Länge natürlich nicht in einer Zeitschrift erscheinen konnte. Viele Anknüpfungspunkte, ich werde mal weiter suchen müssen, wie viel ich noch von Sontag finde und lesen kann/ werde.

    Im Anschluss dann bin ich endlich mit dem letzten liegen gebliebenen Teil von Burkhardts Krieg der Kriege (sein letztes Buch) zurande gekommen. Im Gegensatz zu dem Bändchen, was ich vor knapp 25 Jahren im Studium gelesen habe, eine recht flott geschriebene Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, aber immer noch genaus fesselnd. Mit dem Krieg verbinde ich immer meine erste Hausarbeit (über das gemischtkonfessionelle Augsburg) und die vielen Freitagsvorlesungen bei Rudersdorf (gemeinsam mit NB, JH und einem bereits verstorbenen Kommilitonen). Die Staatsbildungskriegsthese finde ich, anders als andere, durchaus einleuchtend, wie weit der DJK in die Neuzeit hineinreicht, ist immer wieder faszinierend: mal bis in die Nationalstaatsbildung des 19. Jahrhunderts, manchmal sogar bis zum 1. WK.

    Daneben sitze ich immer noch an Haigs Mitternachtsbibliothek, mittlerweile bin ich auf den letzten Seiten, wenn ich schnell bin, kann ich es nächste Woche beenden. Dann wiederum muss ich nur noch einmal im Tandem mit KN durch, und das, vermute ich, wird noch einige Zeit dauern.

    Angelesen habe ich bisher nur Eberhard Esches Hase im Rausch, manches davon ist so abgedreht, anderes ganz gut, leider auch wieder stark aus der Distanz über Leipzig geschrieben, da muss sehr viel Kinderwissen irgendwann beim alten Esche am Rechner wieder hochgekommen sein, nicht immer stimmts. (Delitzsch als Vorort, die Warze ist allein ein Hügel etc. pp) Ich schaue mal, wie schnell ich voran komme.

  • Verwirrendes Wochenende

    Vor einigen Wochen habe ich von der Tandem-Methode Crosstalk gehört/ gelesen, mich gewundert, abgewunken und war dann doch interessiert/ hab es mir durch den Kopf gehen lassen.Bei dieser Methode macht man es sich vordergründig sehr einfach und redet einfach in der Muttersprache. Jeder bleibt bei seiner Sprache, damit bekommt das Gegenüber einen sehr großen Input, was wiederum wichtig ist, denn das übliche Fremdsprachenlernen “einmal pro Woche Italienisch” ist nachweislich für die Katz bzw. lediglich für den Urlaub (und auch da darf man dann hoffen, durch viel Empathie auf der Gegenüberseite bzw. großem Ego lernerseits den gelernten Quark soweit zu kompensieren, dass es noch irgendwie anwendbar ist.)

    Und auch durch den gegebenen/ möglichen Kontext klingt es sehr interessant. Man könnte also ganz einfach über ein Thema so oft etwas hören, wie das kein Lehrbuchtext (im Hörverstehen) bieten kann. Im Hörverstehen hat man Wörter eben nur zwei, drei, vier oder fünf Mal, man muss hoffen, dass man auch bestimmte typische Partner des Worts mitbekommt (wenn man das überhaupt macht und nicht mit dem Wort selbst schon Schwierigkeiten hat). Na klar, eine Stunde über Klimawandel/ Klimakrise hören, ist dann auch nicht unbedingt toll, aber vor allem bestimmte Floskeln, die gerade in Lehrbüchern immer mal vorkommen, die man dann “mal gehört hat”, könnte man immer wieder benutzen, bis es einem “zu den Ohren rauskommt” und man es endlich verstehen könnte.

    Ich selbst hab immer noch Schwierigkeiten mit 이미,아직,벌써 und das sind wirklich sehr einfache Vokabeln, aber eben wenn man nur 100 Stunden pro Jahr überhaupt die Chance hat, Koreanisch zu sprechen (und davon ist auch ein großer Teil passiv/ in meiner Muttersprache etc.), ist innerhalb dieser 100 Stunden die Chance, diese Wörter frequent, also häufig wiederkehrend zu hören und anzuwenden, noch geringer. Ich mache immer die Beispielrechnung in der Klasse auf: 90 Minuten Unterricht. Wieviel Zeit davon haben die Teilnehmer zu sprechen? Ich winke ab bei 5 bis 10 Minuten, denn die Zeit/ Klasse teilt sich schon durch 24. Da müsste also der Lehrer (ich) konsequent schweigen und alle Teilnehmer vom Klingeln an ohne jede Störung, ohne jeden Input (Lese- oder Hörtext) reden und kämen doch gerade mal auf 3,75 Minuten. (Der echte Wert liegt also mit Sicherheit unter der Minutenmarke.)

    Ein Einwand einer Tandempartnerin zum Crosstalk war: na das (den massenhaften Input) kann man doch auch von Filmen, in Podcasts usw. bekommen. Aber hier der zweite Punkt der Methode: man muss auch beim “einfachen” Reden in der Muttersprache sicherstellen, dass es das Gegenüber versteht, also sehr oft und sehr viel langsamer erklären. Sätze entschlacken, umstellen, u.U. auch konstruieren. Und da ist meines Erachtens der Vorteil. Im Film ist man verloren, wenn die Bilder nicht kontextualisierend unterstützen, wählt man dann zur Hilfe Untertitel ist man schon wieder beim Übersetzen in die Muttersprache und nicht beim Verstehen in der Fremdsprache. Natürlich ist es auch ein Problem, wenn man konstruiert, aber immer noch besser als gar nichts.

    Durch das permanente Erklären hat man auch die Möglichkeit nicht nur das Verstehen zu sichern, sondern auch Nuancen und Verwendungsmöglichkeiten beizubringen.

    Natürlich ist da auch der Pferdefuß: wer kann das schon dauernd und in einer sinnvollen, d.h. korrekten Weise? Jeder von uns kennt diese tollen Lehrer, die bestimmte Dinge mit “ist halt so”/ “müssenselernen” eben nicht erklären, und wie oft sind mir Sachen regelrecht falsch erklärt worden, da konnte ich schon durch reines linguistisches Hintergrundwissen (über Wortarten allgemein) zusammenreimen, dass da nichts stimmt (und mich aufregen).

    Also, um mal dem Lamento ein Ende zu setzen, bleibt für mich vorerst das Interesse und mein Vorhaben, dass auch mal umzusetzen. Denn ich selbst will mich in eben jener Situation, die ich gerade kritisiert habe, testen: Wie gut kann ich erklären? Wie lange brauche ich, um gute Beispiele zu finden. Und damit würde ich gerne auch herausfinden, ob das denn wirklich hilft und wozu es vor allem führt: nur einem besseren Verständnis oder führt es auch (vermutlich ja nicht) automatisch (was ist schon automatisch) zu besserer Sprachleistung?

    Und sonst? Lese ich immer noch an der Mitternachtsbibliothek und liege jetzt bei 311 gelesenen Seiten (kleine Seiten eingerechnet, also gerade auf S. 337) bei rund 4,3% unbekannten Wörtern. Manche Kapitel, die vor allem Gespräche sind, lasen sich wie Butter: wenn Nora ihre Tochter Molly in einem Spiel über Namen und Verhältnisse ausfragt, muss ich praktisch nichts nachschlagen, sind dagegen philosophische Gedanken im Vordergrund ist fast die gesamte Zeile unterstrichen. Und mit Hilfe des englischen, spanischen und französischen Navers versuche ich irgendwie herauszufinden, was es denn wirklich heißt. Denn das deutsch-koreanische Wörterbuch ist nicht hilfreich (meine alte Platte, ich weiß). Und voller dialektaler Wendungen, die wohl irgendwo von Bearbeitern alter Wörterbücher aufgeschnappt wurden, inhaltlich passen, aber eben nicht das standardsprachliche Wort sind, dass man eigentlich im Wörterbuch erwarten würde. Dass dazu noch richtig falsche Dinge vorkommen, wie etwa “Schleet“, dass ich in keinem Wörterbuch sonst fand, lasse ich mal dahingestellt. Bleibt also noch ein längerer Kampf. (Sollte mir natürlich irgendwer erklären können, was man denn unter Schleet verstehen könnte, wäre ich auch froh…

    Jetzt auch noch erkältet (und zugegeben leicht verwirrt aus dem letzten Wochenende). Aber das wird schon, kommt Zeit, kommt Rat.

  • Der Dritttext

    Seit Beginn diesen Jahres versuche ich die Losungen auf Koreanisch zu lesen. Ich habe mir das Buch zugelegt und war wieder, wie beim ersten Versuch 2016, erschlagen von den vielen unbekannten Wörtern. Ich habe es jedoch bisher immer hinbekommen, die beiden ersten Texte zu lesen. Die deutsche Version konnte ich in der App oder auf der Website der Losungen nachschlagen und war nicht selten von ganz anderen Formulierungen überrascht. Manchmal gab es zwar Momente, wo ich schon den Bibelspruch auf der Lippe hatte (das muss es sein, das kenne ich!) und manchmal war das, was ich mir mühsam mit dem Wörterbuch (mein persönliches Problem) zusammengereimt hatte, etwas völlig anderes, als das der Text im Deutschen sagte. Ok, meistens ist es irgendwie sehr weit gedacht synonymisch zu verstehen, manchmal liegt es auch nur an den wirklich entgegengesetzten Grammatikkonzepten der beiden Sprachen, aber manchmal bin ich wirklich davon überzeugt, dass hier was ganz anderes steht. Einmal, z.B. am 21.7., fehlt im Koreanischen die Hälfte des Spruchs aus dem AT, der sich in der deutschen Version findet. Aber vermutlich wird das irgendwie anders gezählt, ich bin mir sicher, die Übersetzer machen sich sehr viel Mühe, es ist ohnehin nur irgendein Nachsatz. Oder ich verstehe es falsch.

    Seit Juni habe ich es dann hinbekommen, immer mal auch einen Dritt-Text zu lesen, nur da kann ich, ohne deutsche Ausgabe in Print nichts vergleichen und mutmaße nur. Seit Mitte September gelingt es mir praktisch jeden Tag den Dritt-Text zu verstehen, aber ich bin nicht sicher, ob ich den Sinn treffe. Ich werde wohl bis Anfang nächsten Jahres warten, wenn die Dritt-Texte diesen Jahres in der App auch frei verfügbar sind (Ich weiß, ich bin geizig).

    Und was hilft es? Hmm, zumindest die Beschäftigung mit Koreanisch ist verstetigt. Ich muss jeden Tag wenigstens die beiden ersten Sätze schaffen, wenn ich noch den dritten Text entziffern kann, freue ich mich. Ich weiß, die Vokabeln sind reichlich weit vom gesprochenen und wichtigen Koreanisch entfernt. Die religiöse Komponente fehlt mir zudem, ich lese es wirklich nur um die Sprache weiter zu üben. Es ist ein müdes einsames Unterfangen, im Prinzip wie mein eigenes Leben.

    Daneben schreibe ich einzelne Sätze auf Koreanisch auf, was mir am Tag passiert, aber meistens bin ich nur müde oder mir tut irgendwas weh, oder der Zug ist zu spät. Ich glaube, wer auch immer das Buch (das mir im August auch noch in den Regen kam) einmal finden wird (und es nicht sofort wegwirft UND dann noch Koreanisch lesen kann) wird sich mindestens an den Kopf greifen, das Ganze ist so spannend wie der Kalender meines Großvaters mit den Unterwassermassagen über Jahrzehnte hinweg…

    Im Juli hatte ich das Buch nicht mit in C, vielleicht aus Angst, dass man mir irgendwelche religiöse Propaganda unterstellen könnte. Im August in K war es mir einfach zu viel Gepäck. Ich habe dann die Tage nachgeholt und zudem auch einzelne dritte Texte von vor Juni gelesen.

    (Daneben lese ich immer noch den Haig, jetzt auf den Seiten 237 bis 240, mal sehen, wie viel ich da vom Sinn erahne. Es ist wie ein Lesen mit großen Lücken… Aber irgendwo muss ein Weg sein, besser zu werden.)

    (Und zudem habe ich versucht, theoretische Texte zum Lesen in Fremdsprachen zu finden, aber zum Lesen komme ich da auch nicht. Die Prüfungserstellung, die Klausuren, die Kontrollen, alles lähmt und macht zudem keinen Spaß, nicht den geringsten Spaß)

  • Allzweckwaffen, dreierlei

    Es gibt drei Arten von unbekannten Wörtern im Koreanischen. Zumindest bei mir ist es so. Da sind die wirklich neuen Wörter, die ich zum ersten Mal lese oder höre. Die werden in mehrere Hefte bzw. Vokabellisten eingetragen. Ganz schnell heraus rutschen sie dann, wenn ich dabei merke: oh, das Wort habe ich schon mal aufgeschrieben. Dann unterscheide ich zwei Arten dieser Wiedergänger: ärgerliche und unwichtige. Ärgerliche Wiedergänger sind die, die ich eigentlich hätte behalten können, aber sie aus Dummheit, Unfähigkeit, aber auch durch mangelnde Exposition mit der Fremdsprache nicht behalten konnte. Unwichtige sind u.a. auch die vielen schönen Fremdwörter, die ich mir lautlich wie mit einer Axt im Kopf (sprich sehr langsam und angestrengt) vorlesen muss um dann mitzubekommen, dass hier jemand 생트로페 als Sängtropä (St. Tropez) eingekoreanischt hat und ich alle möglichen Vermutungen in den Wind schießen musste. Aber die Wörter sind, wenn sie dann einmal erkannt sind, eigentlich auch egal, denn, mal ehrlich, wie viele Texte erzählen was von St. Tropez?

    Dann natürlich gibt es auch noch die Wörter, die wirklich immer und immer wieder unbekannt sind: die wirklichen Vombies (Vokabelzombies). Vor Jahren eben war das (hatte ich das schon geschrieben?) 마련하다 also vorbereiten, beschaffen, bereitstellen; also eigentlich auch wieder ein Allzweckverb, wobei die Bedeutungen für mich nicht zusammenpassen und ich es deshalb mehr oder weniger vergessen habe.

    Was es schwer macht, ist die fehlende Erkennbarkeit der Wörter. Wenn einzelne Elemente vorkommen, die es häufig in anderen Wörtern auch gibt, dann bin ich dankbar, so etwa für 력 (immer irgendwas mit Fähigkeit oder Kraft oder so) oder für 중 meist was mit Mitte, mittel etc. Selbst Sachen, die man erst durch die Analyse mit dem Wörterbuch als hell wahrnimmt wie 어감. Da fiel mir zunächst nur 감 auf, eine Silbe die häufig bei Gefühl, Gefühlen etc. vorkommt. Auf die viel berühmtere und häufigere Silbe 어 bin ich erst übers Wörterbuch gekommen: 어 nicht wie Fisch sondern Sprache, im Ganzen als das Sprachgefühl. Wobei das nicht im Wörterbuch steht. Beziehungsweise doch. Beziehungsweise bei mir zu dem Zeitpunkt wo ich mit einem frickligen Handy im Zugkriechwifi nur die mobile Variante bekomme und auch nur nach geduldig mehrfachem Drücken… Ach, ich will nicht wieder in mein Wörterbuchlamento verfallen. (Denn das wäre auch mal ein Kapitel für sich: die Wörter, die ich falsch eintippe!)

    Und die Wörter, die ich mir merke? Hm, die könnte man auch in mehrere Gruppen unterteilen: aber da gibt es dann auch wieder Fallstricke namens Endungen und Hilfsverben. Die Koreaner verbinden ihre schönen Verben gerne mit Hilfsverben, allen voran die Allzweckwaffe 주다, wodurch alles alles heißen kann und man grübelt. Es ist so ein Weg wie zur uralten Morla, Morast um einen herum, es treibt einen eigentlich nur ein undefinierbares hehres Ziel an, würde man im Moor versinken, wärs aber auch nur egal, und zudem erreicht man das Etappenziel nur verdreckt, verschlammt und und und…

    Mittlerweile bin ich in dem Buch, das ich auf Deutsch in 3 oder 4 Stunden geschafft habe, der Mitternachtsbibliothek, auf Seite 208. Mal bin ich euphorisch, weil ich so ziemlich alles verstehe, und anderentags bin ich frustriert, weil ich wirklich auf einer Seite allein zehn bis fünfzehn Wörter gesucht habe. (Und das ohne Schattierungen von weiß mitzuzählen)

    Ich weiß ich weiß, es zählt der Wille, es zählt die Idee. Aber/ Vielleicht mache ich mir auch nur zu viele Gedanken über die Abkürzung. Vielleicht muss es so lange dauern!

  • Mühen der Ebene

    Die Mühen der Ebene oder das Garnichtanderskönnen, so könnte ich die Situation gerade in Sachen Koreanisch beschreiben. Ich lerne seit 2013, nur am Anfang mit Kursen (die teils nicht besonders gut waren, die nicht mal den Namen Kurs verdient haben), seit 2016/ 17 eigentlich nur mehr allein. Ich habe den Topik I bestanden, den Topik II nach zwei Anläufen dann wenigstens bis Stufe 3 (von 6) gebracht. Das hört sich viel an (ist oft auch ehrlich viel), ist aber meistens eigentlich nichts. Der Test an sich ist (meiner Meinung nach) fragwürdig, ich würde gern verstehen, wie die Testentwickler aus den Aufgaben Kompetenz ableiten bzw. wieso man gleichzeitig einen Mittelstufen und einen Oberstufentest machen muss, der sich bewusst an Muttersprachler wendet, bzw. an Lerner, die in Korea leben und dadurch überhaupt eine Chance haben auf Stufe 5 oder 6 zu kommen. Wer Koreanisch im Ausland und gar (gezwungenermaßen) allein lernt, ist davon hoffnungslos weit entfernt. (Ich weiß nicht, ob ich den Test irgendwann noch einmal mache, mich wieder nur um eine Stufe nach oben zu kämpfen und regelrechte Aversionen gegen den Test zu entwickeln, ist wirklich nicht mein Ziel). Ja. Was ist eigentlich mein Ziel? Mich verständigen können, das klappt eigentlich seit 2016 immer wieder, mehr oder weniger, je nach dem, wie freundlich mir die Gegenüber gesinnt sind, wird mir sonstwas bescheinigt, eher toxische (bzw. aber auch manchmal ehrliche) Personen sind da kritischer. Aber diese Kritik ist auch derartig demotivierend, denn auf sie folgt (zwangsläufig) keine Hilfe, weil die wirklich schwierig ist. Koreanisch ist eben völlig anders als Deutsch, man hat zunächst ein anderes Schriftsystem, eine völlig andere Grammatik mit Funktionen und Ausdrücken, die im Deutschen völlig unbekannt oder unsinnig sind, bzw. würde man viele Dinge gar nicht ausdrücken, nie derart nuanciert formulieren. Und gleichzeitig ist die Sprache derart offen, lässt durch fehlende Pronomina vieles im Unklaren, so dass ein genaues Lesen in eine vollständige Satzanalyse (und wirklich: Satz für Satz) ausartet und meist ermüdet. Also noch mal, was ist eigentlich mein Ziel und warum mache ich immer noch weiter, wenn ich doch wie Atreju und Artax im Schlamm stecke und mich mit jedem Winden weiter hineintreibe. Das Lesen. Die Bücher. Die Literatur. Ich liebe ja bekanntermaßen underdogs, Leute, Bereiche, Dinge, die keiner kennt (also: von denen Normalos wie ich denken, dass sie keiner kennt, die aber einer universitär gebildeten Elite sehr wohl bekannt sind, die die Namen alle völlig anders ausspricht, die nur den Kopf schüttelt, darüber, dass man so populäre Autoren mag bzw. andere nicht kennt usw.). Also eben nicht der K-Pop, nicht die ganzen Filme (ich habe Parasite erst letztens in einem chinesischen Flieger gesehen [und war ehrlich mehr oder weniger enttäuscht, bzw. brauchte erst mal eine Weile um dann doch auf einen Punkt zu kommen, an dem ich das Ding gut finde]). Aber die Bücher. Seit mich LM 2019 mit einem Kim Youngha über eine italienische Reise beschenkt hat und gänzlich unprovokativ meinte, dass ich vielleicht nur die Bildunterschriften lesen könne und das ja vielleicht auch was sei, bin ich angestachelt: lesen! Ich will diese Bücher lesen. Was ich auch mache (viel zu wenig, viel zu langsam, viel zu umständlich). Mehrere Bücher (Kim Youngha eingeschlossen) habe ich seitdem angefangen und teils auch beendet. Immer wieder habe ich dabei mehrere hundert, ach was tausende Wörter herausgeschrieben, übersetzt, verstanden (wenn das denn ging). Und da beginnen die Mühen: das bekannte Onlinewörterbuch treibt mich regelmäßig in die Krise (und ich würde gerne systematisch was dagegen tun, aber wo und wie und wieweit sinnvoll ließe sich das machen?). Ich muss generell mindestens Deutsch und Englisch suchen, häufig gibt es Wörter auch nur auf Französisch oder Spanisch (da kann man dann nur raten und mutmaßen), oft genug aber auch gibt es gar nix. Da muss ich dann bis zum Samstag und KN warten, wobei ich dann oft auch nicht schlau werde (bzw. sich die Erklärungen auch manchmal widersprechen – das ist zudem und seit Anbeginn oft so: der eine erklärt es so, der nächste meint es ganz anders, dann wieder einer in die erste Richtung, andere halten es für völligen Unsinn, wiederum andere raten mir dann wieder gänzlich vom Lesen ab).

    Meistens also geht es irgendwie, wenn ich denn durchhalte. Nach Kim Youngha ist mir das erst noch mit einem Buch von Uri Orlev gelungen, dann noch einmal mit einem Buch von Hannah Schott über die Wende-Ereignisse (ein Buch, dass ich auf Deutsch nicht angefasst hätte, dass sich aber so herum ganz gut lesen ließ). Andere Bücher, wie der Hong Gil Dong, habe ich immer noch nicht geschafft, bei Kafkas Verwandlung habe ich dann schon im deutschen Original das Grausen bekommen, was mich da an pronominaler Leerstelle im Koreanischen erwarten würde und stelle es sehr weit zurück.

    Im Urlaub (im August 2023) war ich dann natürlich größenwahnsinnig und habe als einzige Andenken Bücher mitgebracht (6 Stück an der Zahl) und gleich Bücher, von denen maximal Momo im Bereich des Möglichen ist, der Rest sind Essay-Bände. (Zumal: man hat, trotz ISBN, irgendwie keine Chance koreanische Bücher in Deutschland einfach so zu ordern. Jedes dumme Buch, das man per Book on Demand einzeln drucken muss, lässt sich aus Deutschland bestellen, aber warum ist es so verteufelt schwer, Bücher aus Korea hierher zu bekommen und warum ist man nur auf irgendwelche Spezialhändler mit extrem hohen Preisen angewiesen? Erklär mir das einer, ich wäre dankbar. Könnte mir einer sogar noch einen mir bislang unbekannten Weg zu den Büchern (zu annehmbaren Preisen) bahnen: ich wäre noch dankbarer.)

    Und gleichzeitig interessiert mich das Ganze weiter und im Bezug auf das extensive Lesen, wobei ich an einem der ersten Schritte: die Auswahl eines auf der Niveau-Stufe geeigneten Buches praktisch verzweifle und mit Sicherheit falsch gegriffen habe. Denn passend: was bedeutet das? Das man wirklich nur 3-5% neue Vokabeln pro Seite oder Text haben darf um davon auszugehen, dass man flüssig liest, bzw. also versteht. Das war letztlich nur bei Fritzi (von Hannah Schott) so, bei den anderen Texten bin ich deutlich drüber, und ich hab vermutlich nicht mal immer alle Textstellen herausgearbeitet.

    Zumal das auch oft in eine Art Statistikfetischismus ausartet, da stelle ich mir Listen auf, mache Statistiken, setze mich unter Druck, auch ja nur 3-5% zu haben und vergesse den Inhalt schneller als mir lieb ist.

    Jetzt also sitze ich an Haigs Mitternachtsbibliothek: die deutsche Ausgabe habe ich in China im Hotel mangels Unterhaltung an einem Nachmittag und Abend durchgelesen (was für mich selbst im Deutschen ungewöhnlich [schnell] ist). Bei diesem Buch habe ich mir erst Mal ein Pensum von zwei Seiten pro Tag gegeben, ich bin durch das Tandem mit KN ohnehin noch dazu “verdonnert” eine Zusammenfassung zu schreiben (und lese das ohnehin noch mehrfach). Ich bin nicht sicher, wie sich das entwickelt. Aber ich will es weiter machen.

  • Mythische Gesprächskreise

    Durchaus hörenswertes Interview mit Jens Reich im Deutschlandfunk. Irgendwie ist es schade, dass diese weniger schreienden Stimmen kluge Gedanken formulieren und leider ob des Mediums ob der Sendezeit ungehört (oder weniger gehört) bleiben. Sicher, bahnbrechend neue Dinge kommen auch nicht heraus, die im Titel angegebene Fremdbestimmung ist die Verknüpfung zur heutigen Zeit (die vermeintliche Fremdbestimmung, eigentlich doch nur das Anerkennenmüssen, dass man es nicht selbst hinbekommt, die Geschicke der Stadt, der Länder, Neufünflands selbst bestimmen zu können.)

    Was ich persönlich interessant finde und wozu ich leider kaum mehr als den einführenden Satz finden konnte, ist der (im Interview und im Internet) immer wieder erwähnte (und schwammig offen gelassene) Gesprächskreis, den Reich seit den 70er Jahren geführt haben/ führen soll. Worum handelt es sich dabei konkret? Ein Gesprächskreis, einem losen Treffen von Freunden gleich? Ein dissidentisches Treffen? Das wohl kaum, sowas kann nicht so lange vor der Wende unter dem Radar geflogen sein. Oder irgend ein rein akademisches Grüppchen, dass über die Physik auch ins Philosophieren gelangt? (So etwas habe ich auch bei der Beschäftigung mit Heisenberg, Euler und Weizsäcker gefunden, die sich ja auch permanent trafen und mit Sicherheit auch kontroverse politische/ weltanschauliche Gespräche führten – allein und wirklich ausschließlich Tischtennis werden sie doch nicht gespielt haben.)

    https://www.deutschlandfunk.de/zeitzeugen-im-gespraech-der-molekularbiologe-und-ddr-buergerrechtler-jens-reich-dlf-1bf49133-100.html

    Ich kann nicht garantieren, dass dieser Link noch lange existieren wird, aber solange empfehle ich das Interview.

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