Gesehen habe ich im November:
Von den Wochenschauen der Československý filmový týdeník mehrere Folgen aus dem Jahr 1986 (1-8) und 1965. In zwei Folgen sieht man ein paar tschechische Schauspieler, ansonsten viel “KSČ und UKW soudruh Gustav Husák“*, wenig sehenswert. Teils widerliche Anbiederungen. Na ja. Später habe ich noch eine Folge aus dem Jahre 1981 gesehen (49), dann einige von 1985 (40-42).
Eine Folge der Wochenschau von 1941 (575), unerträgliche Formulierungen, auch diese Abkürzungen “sie schießen Sperre” (für Sperrfeuer), LTI par excellance. Euphemismen, wenn die Soldaten nach dem Kampf “das Gebiet säubern” nun ja, darauf folgt die Blende (und der Hintergrund brennt bereits). Reinweg Propaganda, nicht sehenswert. Wobei wohl doch, denn die Nazipropaganda zeigt hier ein Gefängnis der GPU und könnte im Prinzip auch gleichbedeutend sagen, eines der Gestapo oder der SS. Der Hohn, der diese Aufnahmen begleitet ist sondergleichen. Wobei. So dreist wie man da lügt und beschimpft…
Konrad Wolfs Lissy, aber auch der Geteilte Himmel. Gesehen hatte ich den letzteren mit Sicherheit schon, aber nicht in meiner Liste aufgenommen. Meinen Widerwillen gegen Esche kurz vergessen, toller Film. Über Lissy schrieb ich ja bereits.
Dann muss Roland Emmerich Geburtstag haben, deshalb Beweihräucherungsprogramm. Ich habe “Das Arche-Noah-Prinzip” angefangen**. Schon lustig, wie schlecht Filme von 1983/ 84 bis 1997 altern und heute erst recht. Richy Müller völlig unpassend synchronisiert. Wenig sehenswert. (Vom Regisseur habe ich bislang nur Independence Day und The Day after Tomorrow gesehen, übliche Hollywoodfilme: unterhaltsam, emotional, aber danach auch wie Klopapier.)
Begeistert hingegen war ich von “Die Elenden” (1958, Frankreich/ DDR). Jean Gabin in der Hauptrolle, manche Szene weniger drastisch dargestellt als in moderneren Filmen. Beide Filme sind damit Nr. 59/ 60 für Frankreich.
Zudem habe ich endlich die letzte halbe Stunde von “Rückkehr nach Seoul” (Belgien 2022) gesehen. Ein toller Film, der einen aber aufgestört zurücklässt. Auf keinen Fall ein leichter Film, vieles davon kann man selbst als reiner Besucher Koreas bejahen, aber verstehen fällt schwer. Sehr schwer. Traurig, aber auch gut. Sehenswert, meiner Meinung nach.
Schön fand ich ebenso den Film “Fair play” aus dem Jahre 2014, den ich erst jetzt gesehen habe. Anna Geislerová in einer der Hauptrollen, überragend gut. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, das in der sozialistischen Tschechoslowakei (1983/ 84) Anabolika nehmen soll um im Nationalkader in Los Angeles bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aufgrund der massiven Nebenwirkungen, vor allem aber aufgrund des Umgangs der StB mit ihrer Mutter entschließt sie sich schließlich, das nicht mehr zu nehmen, nicht teilzunehmen und irgendwo als Nichts zu verkommen – um am Ende dann doch ein wenig triumphieren zu können, als die sozialistischen Staaten dann doch nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen… Da der Film eine Koproduktion mit Deutschland war, konnte ich ihn wenigstens mal sehen. Ansonsten wäre das wieder so ein Film aus dem Nachbarland, das medial aber irgendwo fern von uns in unbekannten Weiten zu trudeln hat. (Tschechien Nr. 69)
Über “Jenseits der blauen Grenze” (D, 2024) habe ich mich bereits geäußert.
Zu “Zerrissener Vorhang” (USA, 1966) habe ich mich auch geäußert, wobei – selbst Tage später könnte ich noch wütend werden, dass man so einen Mist zu sehen bekommt, Hitchcock hin oder her, der Film (vor allem der Kampf mit dem und der Mord an dem Geheimpolizisten) ist einfach nur widerlich (und dabei will ich nicht sagen, dass ich den Geheimpolizisten in irgendeiner Weise gutheiße!).
Dann habe ich Zschoches Debütfilm “Das Märchenschloss” (DDR 1961) gesehen, eher belanglos, eher wohlfühlig, keine überragende Leistung, aber immerhin noch erträglich.
Interessant fand ich die Dokureihe “Healthy food“. Dass heutiges Gemüse ähnlich süß wie normales Obst ist und das heutige,gezüchtete, völlig übersüßt daherkommt, hat mich überrascht. Affen im Zoo gebe man davon nichts, sonst würden die wahrscheinlich von der Süße erschlagen. Wenn man mal überlegt, dass Schokolade dann noch einen ganzen Schlag süßer daherkommt – ich mag mich verrennen, aber ich halte Süßes (Schokolade, Kekse etc.) wirklich für Suchtmittel.
Gehört habe ich im November:
Kalk und Welk (mit Pastewka und der Hotdog-Pizza), (über die Eierbecher des Bundespräsidenten) (ich glaube, ich habe alle Folgen im November gehört). Ich kann nicht immer zustimmen, aber im Großen und Ganzen immer wieder ganz gut zu hören.
Eine Doku über den Aufschwung Westdeutschlands nach 1945 durch den Korea-Krieg (4.7.2025, Alles Geschichte, der History-Podcast), das Kalenderblatt vom 25.6.2025 (zum Koreakrieg) und eine Episode Zeitzeichen (Als der Kalte Krieg heiß wurde: Konfrontation in Korea)
Ich habe erneut Timothy Truckle (nach Gert Prokop), etwas durcheinander (Folge 1, 2, 3 und 10 von 10, Das Portal) gehört. Geht nur stückchenweise voran, aber Matthias Matschke macht das schon. Da Prokop nun auch schon wieder mehr als 30 Jahre tot ist, fällt mir die Recherche, woher denn die Geschichten/ die Vorlagen eigentlich stammen, schon etwas schwer. Interessant, wenn man sich konzentrieren kann. Ich weiß nicht, ob ich es im Dezember weiter hören werde.
Begeistert war ich von Schlimme Zeiten (nach Stefan Zweig), ein DDR-Hörspiel von 1986. Tolle bekannte Stimmen und nach so vielen Jahren (gelesen hatte ich es 2000) wieder die unsichtbare Sammlung und der Buchmendel (wenngleich der bei mir eine andere Stimme bekommen hätte). Ich bin froh, dass ich das zeitversetzt hören kann – und bin trotzdem müde gewesen…
Angefangen habe ich das Hörspiel zu “Verlorene Illusionen” (1971) nach Balzac, das sind sechs Teile, ich bin beim zweiten. Ich dachte eigentlich, dass ich das Buch schon gelesen hatte, aber aha, nein, verwechselt sogar mit Flaubert usw. usf. Ich bin aber noch nicht fertig. Ob ich es schaffe – ich weiß es nicht.
Gehört habe ich eine Folge aus dem Podcast/ aus der Sendung 지금 이 사람 (Hier und jetzt, diese Person) und zwar die Folge vom 18.11. (wirklich absolut zufällig), Im Su Min (임수민) im Gespräch mit Lee Lang (이랑). Ich habe vielleicht 10-20% verstanden, vielleicht 50% des Inhalts weiterhin erahnen können, vor allem wohl, weil ich 이랑 seit 2013 gehört habe. Vom Prinzip her wird noch mal über alle wichtigen Lieder und Aktionen von ihr gesprochen, betont auch der Aspekt, dass sie in unheimlich vielen Bereichen arbeitet (arbeiten muss, sie erklärt z.B., dass sie nur knapp 10% des Buchgewinns als Verdienst erhält)
* mit UKW ist eigentlich das ÚV der KSČ gemeint, das ZK der Partei also.
** Ich habe den Film nicht beendet.