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Freitag 17. April 2015 – „Heisskalt“ in der Werkstatt in Köln

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Für meinen Bruder und mich sollte es das Wochenende schlechthin werden. Die Texte von Heisskalt kannten wir sowieso bereits alle auswendig, jetzt fehlte uns nur noch das Liveerlebnis. Da wir das Konzert voll und ganz genießen wollten und bei dieser Gelegenheit auch ein Bierchen zusammen trinken wollten, hatten wir uns über Wimdu für eine Nacht ein Zimmer in Köln gemietet. Das Zimmer war im Keller eingerichtet. Schlicht und doch komfortabel. Zwei Betten, eine winzige Küchenzeile und ein Bad. Aber was will man mehr für eine Nacht? Die Vermieterin, von uns „verrückte Ute“ genannt, war super freundlich und wollte uns noch Tipps für die Abendgestaltung geben. Doch da kam sie leider zu spät, die Planung war bereits getan, jetzt ging es nur noch um die Umsetzung. Wir hatten eine anstrengende Anreise, da wir mitten durch den Berufsverkehr von Köln mussten. Das kann zwei Jungs vom Land schon ganz schön zusetzen. Nun, und die anschließende Parkplatzsuche war leider ebenso chaotisch. Aber nun genug gejammert, wir waren in Köln, hatten einen Parkplatz, eine Wohnung und, das wohl wichtigste, Bier im Handgepäck. Nachdem wir uns davon jeweils zwei einverleibt hatten, machten wir uns auf den Weg zur „Halle“. Der angrenzende Getränkemarkt war größer, als der Veranstaltungsort. Die Werkstatt war viel mehr ein kleiner Club. Während der Vorbands (The Tourist und The Hirsch Effekt) hatte man jede Menge Platz im Publikum. Auch der Gang an die Theke, um sich ein paar weitere Kölsch zu genehmigen, war absolut kein Problem, doch dann, dann kam Heisskalt. Ich hab bis heute keine Ahnung, wo plötzlich all die Menschen her kamen. Jedenfalls stand man innerhalb von kürzester Zeit dicht an dicht und das bis zum Eingang! Mir war es rätselhaft, wie man sich gleich bewegen sollte, wenn die Band loslegt. Naja, aber die Antwort auf diese Frage, wurde mir dann abgenommen. Als es losging, ging auch das gesamte Publikum mit. Sowas habe ich noch nie erlebt. Der ganze Club war ein einziger riesiger Moshpit. Es war unmöglich sich zu bewegen, ohne mit jemand anderem zusammenzustoßen. Aber das schien das Publikum in keinster Weise abzuhalten. Ich weiß nicht, wie oft mir an diesem Abend jemand auf den Fuß getreten war, aber es musste schon verdammt oft gewesen sein. Zumindest sahen meine Füße am darauffolgenden Tag entsprechend aus.
Als das Konzert vorüber war und sich der Club allmählich leerte, war die Theke unsere erste Anlaufstelle. Das Konzert war anstrengend gewesen und wir waren dementsprechend durstig. Müde und heiser wie wir waren, machten wir uns dann aber auch zurück zu unserer gemieteten Wohnung, wo wir, im Keller sitzend, noch das übrige Bier vernichteten. Wir waren uns übrigens einig. Das war das mit Abstand beste Konzert auf dem wir jemals waren.
Am nächsten Morgen sind wir dann abgereist. Auf gut Glück haben wir einfach das nächste Café gesucht und uns dort niedergelassen. Die Speisekarte war lustig gestaltet. Ich sag nur so viel: Wir saßen gemütlich in der überraschend warmen Sonne und aßen jeweils einen „dicken Theodor“. Ja, der Teller machte dem Namen alle Ehre.

Es war ein genialer Abend und ich bin mir nach wie vor sicher, dass ich kein geileres Konzert mehr erleben werde. Die Jungs sind live der helle Wahnsinn.

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Scott McKenzie – San Francisco (1967)

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Seite A:
1. San Francisco (Be Sure To Wear Some Flowers In Your Hair)

Seite B:
1. What’s The Difference


Eine etwas außergewöhnliche Single für meine Sammlung, das muss ich schon eingestehen. Doch verbinde ich mit dieser Platte eine wirklich schöne Zeit. Immer wenn ich sie höre, denke ich an frisch gebackenen Kuchen, das Krankenhaus und meine damalige Kollegin Ingrid. Klingt vielleicht etwas wirr, doch das ist es überhaupt nicht. Während des Studiums arbeitete ich in einem Krankenhaus an der Pforte und der Patientenaufnahme. Die Software, die dort verwendet wurde, war ein einziger Dschungel für mich, aber eine Kollegin hat sich ganz besonders viel Zeit genommen und mir geholfen. Dazu kam, dass sie immer wenn sie sonntags Dienst hatte, frisch gebackenen Kuchen mitgebracht hat. Ich sage euch, es gab keinen besseren Kuchen auf der Welt, als den von Ingrid. Als sie irgendwann erfahren hatte, dass ich Schallplatten sammele, brachte sie mir irgendwann diese Single mit. Sie meinte, auch wenn das vielleicht nicht so meinen Musikgeschmack treffen sollte, so hätte ich wenigstens etwas, dass mich an die Zeit im Krankenhaus erinnert. Was soll ich sagen? Nur wenige Monate später hatte sie einen schweren Unfall und ging nach OP und anschließender Reha direkt in Rente. Das Krankenhaus war seit diesem Tag nicht mehr dasselbe. Aus diesem Grund ist das Hören dieser Platte für mich immer mit einem bitteren Beigeschmack verbunden. Dann sitze ich vor meinen Plattenspieler, betrachte das bekritzelte Cover und denke an die Zeit im Krankenhaus.

Zu der Musik selbst, braucht man denke ich nicht viel zu sagen. Wer dieses Lied nicht kennt, hat definitiv etwas verpasst im Leben. In meinen Augen ist es unmöglich, einen Song positiver klingen zu lassen, als diesen hier. Ein Ohrwurm sondergleichen. Die B-Seite macht Mut. Ein schönes akustisches Stück, dass von der wunderschönen Stimme Scott McKenzies geleitet wird, indem er sehr treffend formuliert: „Nobody knows us for the things we’ve been thinkin. So what’s the difference if we go?“. Das Stück fällt jedoch mit einer Länge von 02:15 in meinen Augen deutlich zu kurz aus. Schade, da ich mich grundsätzlich immer frage: Was wäre wohl nach dem Fadeout gekommen?