Lieblingsprognose 2026: Die Sache mit der Schwerkraft!

19 01 2026

Der 12. August 2026 wird auf jeden Fall ein Aufsehen erregender Tag. Es gibt da nämlich eine totale Sonnenfinsternis, bei der in Teilen Spaniens und ansonsten auf Grönland, Island und im Nordatlantik die Sonne für eine kurze Zeit ganz hinter dem Mond verschwindet. Bei uns wird diese Sonnenfinsternis nur partiell sichtbar sein, es wird aber immerhin eine Überdeckung von fast 90% geben.

Mit der Schwerkraft auf der Erde hat das natürlich Nichts zu tun, aber irgendwo in den Weiten von instagram und Tiktok hat jemand für genau diesen einen Tag eine geradezu sensationelle Prognose veröffentlicht:

Am 12. August 2026 fällt überall für 7,3 Sekunden die Schwerkraft aus!

Wow! Absolut geniale Prognose, die der Autor – laut dem oben verlinkten Artikel von der Webseite IFLSCIENCE – mit irgendwelchen geleakten NASA-Dokumenten in Zusammenhang bringt. Natürlich ist das Unsinn, aber die Folgen wären wirklich fatal. Wer sich draußen aufhält würde sich in den paar Sekunden ohne Schwerkraft so ungefähr 15 bis 20 Meter in die Luft „erheben“, und dann zu Boden fallen. Also an diesem Tag lieber zu Hause, am Besten im Bett, bleiben, dann fällt man – im Falle des Schwerkraftausfalls – nicht so tief bzw. fällt weich.





Die Milliardärsmasche – 40 Millionen Euro durch Wahrsagebetrug in Australien

17 11 2025

Die nach aktuellen Schätzungen etwa 2 Millionen Euro, die von einer selbst ernannten Schamanin aus Wien in den letzten Jahren ergaunert wurden, sind ja geradezu lächerlich, wenn man diese Summe mit dem Schaden durch eine mir bis dato unbekannte Form des Wahrsagebetrugs aus Australien vergleicht.

Die Masche der Wahrsagerin war dabei dochetwas speziell wie z.B. hier berichtet wurde:

Laut Polizei habe sie ihren Klient:innen, die oft in finanziellen Schwierigkeiten steckten, prophezeit, dass ein „Milliardär“ ihnen bald zur Hilfe kommen würde – vorausgesetzt, sie würden vorher einen Kredit aufnehmen. Einen Teil des geliehenen Geldes behielt sie dann selbst.

Die Hintergrundstory würde mich da schon sehr interessieren. Was wurde den Klient:innen erzählt um die Kreditaufnahme als Bedingung für das plötzliche Erscheinen des Milliardärs zu „rechtfertigen“? Gab es Anleitungen auf das persönliche Verhalten um den Milliardär „anzulocken“? Sollte einfaches Beten (… an welche Gottesgestalt auch immer) reichen oder gab es noch zusätzliche „Pflichtrituale“? Klar, dass sich in keinem Fall ein Milliardär blicken liess.

Dass man mit Wahrsagerei und Hellseherei gar nichts vorhersehen kann musste kürzlich auch die US-amerikanische „Medienpersönlichkeit“ (laut Wikipedia) Kim Kardashian erfahren: Nachdem sie die Prüfung zum California Bar Exam (mit dem 2. Staatsexamen für Juristen hierzulande vergeichbar) vergeigt hatte schimpfte sie auf Tiktok:

Alle verdammten Hellseher, die wir getroffen haben und von denen wir besessen sind, reden alle verdammt noch mal Scheiße« über die falschen Prognosen der von ihr befragten Wahrsager

Ob sie beim nächsten Anlauf wieder vorher Hellseher und Wahrsager befragt bleibt abzuwarten.





Heute (oder morgen) fällt mal wieder ein Weltuntergang aus!

22 09 2025

Joshua Mhlakela ist irgendein südafrikanischer „Pastor“ und er ist der nächste in der langen Liste derjenigen Idioten, die ein Datum für den Weltuntergang vorhergesagt haben. Und es ist, man glaubt es kaum, heute! Gemäß einem Facebookpost und diverser Meldungen auf X (bin ich nicht mehr) und Tiktok (war ich noch nie) ist er sich natürlich ganz, ganz sicher:

Aber wenn sogar Hardcore-Baptisten nicht nur daran zweifeln sondern ganz klar solche Vorhersagen als Quatsch abtun, können wir das alles ganz einfach – wie immer – ignorieren!





Hellseher muss Geld zurückzahlen – telepathische Partnerückführung ist unseriös!

28 08 2025

Eine junge Mutter wird von ihrem Partner verlassen und versucht sich Hilfe bei einem Hellseher zu holen. Dieser verspricht, dass er den Partner telepathisch zurückholen kann wenn sie nur genügend Bares an ihn überweist. Dabei gibt es einen abgestuften Preis, je nachdem wie lange die Kundin auf den Partner zu warten bereit ist – je kürzer der Zeitraum desto teurer. Die „Rückführung“ des Partners binnen eines Monats soll 20.000 Euro kosten, bei zwei Monaten sind es noch 13.000 Euro, bei einem halben Jahr „nur“ noch 8.000 Euro. Die Frau entschied sich für die Zwei-Monats-Variante, zahlte – und der Partner kam natürlich nicht zurück. Ihrer Klage auf Rückzahlung des Batrages hat im Juni das Landgericht Düsseldorf stattgegeben. Aus dem Artikel dort:

Die Verlassene hatte es etwas eiliger mit dem Wiedersehen und überwies – nach einer telefonischen Erstberatung für 300 Euro – schließlich 13.000 Euro für eine Partnerrückführung innerhalb von zwei Monaten an den Hellseher. Doch wer einen so konkreten Zeitrahmen vorgibt, muss sich an diesem Versprechen auch messen lassen. Und die Enttäuschung folgte auf dem Fuß: Auch nach zwei Monaten sah die Frau ihren Ex-Partner nicht wieder – kein Klingeln an der Tür, kein Zustellnachweis, nichts. Als ihr sodann dämmerte, dass sie übers Ohr gehauen worden war, zog sie vor Gericht und forderte ihr Geld zurück – mit Erfolg.

Tja, der Hellseher wollte sich noch damit herausreden, dass nur eine „spirituelle Lebensberatung“ vereinbart war, aber – glücklicherweise – konnte die Klägerin Chatprotokolle vorweisen …

Tipp: Bei Kontakten zu solchen Leuten einfach alles irgendmöglich dokumentieren, dann kann man möglicherweise das eigentlich zum Fenster hinausgeworfene Geld vor Gericht zurückfordern.

Der Fall wird auch hier besprochen …





Tom Lehrer ist gestorben (97 Jahre alt) – der Mann war einfach klasse!

29 07 2025

Zum Andenken an einer der besten Liederschreiber ever gibt es eine Stunde von ihm live:
https://www.youtube.com/watch?v=QHPmRJIoc2k&t=2183s





Ein skeptischer Klassiker neu restauriert: James Randi in Australia – 45th Anniversary Edition

16 06 2025

Vor 45 Jahren war der legendäre James Randi in Australien und die dazugehörige Doku (von der es nur einzelne Aufnahmen auf Videokasseten gab) wurde jetzt restauriert und der Ton überarbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen und hören lassen und wird von den australischen Skeptikern auf YouTube zur Verfügung gestellt!
Danke den australischen Skeptikern, die ca. 45 Minuten sind einfach klasse!

Es geht übrigens um das Testen von Rutengängern, die bei richtig designten Tests eben so gut wie NICHTS finden, also nicht mehr als statistisch zu erwarten wäre …





Heute mal ein wenig Schöpfung (nur zur Unterhaltung …)

1 02 2025

Die biblischen Schöpfungsgeschichten (der Plural ist Absicht, meine theologisch versierte Exfrau hat mir vor vielen Jahren erzählt dass es mehrere gibt) geben wundervolle Vorlagen für tatsächlich gute Unterhaltung. Bei „Götter wie wir“ ging natürlich etwas ein wenig schief (die sechsteilige Serie über Inge und Renate Gott wurde damals bei ZDFkultur trotz ihres – relativ – großen Erfolgs nicht weiter geführt, wohl auch weil sich viele Gläubige darüber beschwert hatten … … aber auf Youtube gibt es bisweilen neue „Abenteuer“, die absolut sehenswert sind) :

Und bei Aardman gibt es eine Art Alternativschöpfung, die ein sehr interessantes Ende bietet:

Tja, da ich es immer noch nicht geschafft habe einen der Blogartikel, an denen ich aktuell bastele, einer veröffentlichungswürdigen Version zuzuführen gibt es mal erstmal ein wenig Unterhaltung …





Heute mal ein wenig Musik zur anstehenden Bundestagswahl

24 01 2025

Tommy Krappweis hat seinem Dunning-Krüger-Blues ein textliches Update für die Bundestagswahl verpasst – und es ist einfach grandios! Noch nicht gehört? Dann gleich hier anklicken …





Das U-Boot aus der Eisenzeit – wer glaubt denn diesen Schwachsinn?

24 01 2025

Manchmal gibt es auf Facebook Meldungen, die einem Menschen nur ein wildes Kopfschütteln entlocken. So auch diese: https://cutt.ly/5e8OFQWl

OK, ich habe von KI-Zeugs keine Ahnung, aber der Text ist fachlich und stilistisch so hanebüchen dass man da eigentlich nur noch lachen kann. Nachprüfbare Quellen? Nööö! Stattdessen wird von Außerirdischen geschwurbelt und auch sonst liest sich der Text eher wie eine Fingerübung für minderbegabte Autor*innen …

Wen wollt ihr (die mir unbekannten Leute die hinter dieser Webpräsenz stehen) eigentlich triggern? Das ist einfach ein lächerlicher Fail mit einem KI-genrierten Bildchen – braucht niemand, ist Bullshit und damit als Internet-Sondermüll eindeutig identifizierbar!

Ja, ich weiß, es geht noch dümmer – aber für heute ist das mein Schwurbelfavorit! Dafür gibt’s aber keinen Preis! Bestenfallls einen verdienten Quackscore:

Jau! Ich fange wieder an zu bloggen!





Wie lautet der Plural von Nostradamus?

9 01 2025

Es gibt natürlich nur einen echten Nostradmus, nämlich den Mann der am 14. Dezember 1503 unter dem Namen Michel de Notredame geboren wurde, ab 1555 mehrere Versionen seines Buches „Prophecies“ mit mehreren Hundert kryptischen Vierzeilern veröffentlichte und am 2. Juli 1566 verstarb. Und noch heute findet man zu jedem Jahreswechsel irgendwelche „Prognosen“ für das Folgejahr, die sich irgendwie auf Vierzeiler von Nostradamus berufen. Wenn man diese Nostradamusprognosen ein paar Jahre lang verfolgt so fällt auf dass dem Mann aus dem 16. Jahrhundert eigentlich immer die gleichen Prognosen in die Schuhe geschoben werden. Warum der 3. Weltkrieg, irgendwelche Naturkatastrophen (heute gerne mit Bezug zum Thema Klimawandel), irgendetwas mit dem Papst oder gekrönten Häuptern (oft im Vereinigten Königreich, in Frankreich gibt es ja keinen König mehr – oder es soll irgendein neuer „Anführer“ von was auch immer auftauchen) aber gerade für das folgende Jahr gelten sollen ist nur schwer nachzuvollziehen weil in den Originalschriften keine Jahreszahlen zu finden sind (ok, ich kenne genau zwei, und die liegen in der Vergangenheit).

Aber warum braucht man für den Namen Nostradamus einen Plural? Nun ja, in der Presse kommt ja nicht nur das Original vor sondern auch diverse „moderne“ – ja nun – Nostradamusse, Nostradamiden, Nostradami (im Lateinischen der Plural von Substantiven auf -us) … … also Menschen, denen in den Medien irgendeine „Nostradamusartigkeit“ zugeschrieben wird, weil sie sich mit meist katastrophalen Prognosen in die Öffentlichkeit wagen. Im Folgenden möchte ich ein paar dieser Figuren und ihre Vorhersagen für das abgelaufene Jahr 2024 präsentieren.

Fangen wir mit einem Mann an, der sich als „lebender Nostradamus“ geriert. Er nennt sich Athos Salomé, lebt wohl in Brasilien und schafft es immer wieder irgendwie in die Presse zu kommen. Für 2024 hatte er
den dritten Weltkrieg und einen Asteroideneinschlag ebenso vorhergesagt wie eine dreitägige Dunkelheit in Europa wegen flächendeckender Stromausfälle und einen neuen, sehr tödlichen Virus. Heute wissen wir, dass das schlicht und einfach falsch war, auch wenn andere Hellseher – wie der deutsche Michael Schneider – sogar ebenfalls einen neuen tödlichen Virus drohen sahen. OK, Schneider wurde nirgendwo als „deutscher Nostradamus“ bezeichnet, und seine verblüffend genaue Prognose über den russischen Präsidenten (stirbt Mitte bis Ende Mai 2024) war dann auch nur ebenso falsch wie seine Prognose dass Trump nicht wieder Präsident werden würde.

Apropos Putin: Der Brite Craig Hamilton-Parker gilt schon mal als „neuer Nostradamus“ und auch er hatte für 2024 den Tod des russischen Präsidenten im Prognoseprogramm. Und er wollte auch wissen wie es in Russland dann weitergehen soll: „Gleichzeitg warnt der selbsternannte Hellseher davor, dass der neue russische Präsident „genauso schlimm“ sein werde wie Putin. Es handle sich dabei um eine Frau.“ Nein, auch das war Quatsch! Weiterhin prophezeite Hamilton-Parker eine neue Pandemie (die in Australien beginnen sollte) und ein katastrophales Erdbeben an der amerikanischen Westküste.

Als indischer Nostradamus gilt bisweilen Kushal Kumar, ein vedischer Astrologe der in seiner Heimat auch deswegen bekannt ist weil er mit seinen Vorhersagen immer daneben liegen soll. Das war auch 2024 der Fall, denn der dritte Weltkrieg begann weder am 18. noch am 10. oder 29. Juni wie von ihm berechnet und auch das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen in den USA wollte sich nicht nach seinen Sternen richten.

Athos Salomé, der „lebende Nostradamus“ aus Brasilien sieht seine Prognose eines Asteroideneinschlags übrigens als Treffer an! Er hatte im Juli auf Instagram nochmals betont, dass die NASA im September eine Pressemeldung herausgeben werde die einen bevorstehenden Asteroideneinschlag zum Inhalt haben sollte. Tatsächlich informierte die NASA im September die Öffentlichkeit dass ein Asteroid verhätnismäßig nahe an der Erde vorbeifliegen würde – in einer Entfernung von etwa einer Million Kilometer, also fast der dreifachen Entfernung des Mondes zur Erde. Solche Pressemeldungen gibt es übrigens des Öfteren – hier verlinkt ist eine die einen Asteroiden benennt der vielleicht, eventuell, im Februar 2046 mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 0,18% auf die Erde treffen könnte.

Die Nostradmusse oder Nostradamiden dieser Welt waren (und sind) also weiterhin auf dem Katastrophentrip – und für 2025 sieht es dabei übrigens nicht anders aus. Ob dem echten Nostradamus der bis heute andauernden Hype um seine Person bzw. seinen Namen gefallen würde? Man kann nur spekulieren, aber dass man ihm Jahr für Jahr falsche Prognosen in die Schuhe schiebt, das hat er sicherlich nicht verdient.