Vertrackt

•14. Januar 2026 • Kommentar verfassen

K. ist heute wieder gestürzt – vom Hund über den Haufen gerannt. Ich vermute sie hat eine leichte Gehirnerschütterung. Sorgen sind jedenfalls da, aufgrund familiärer Vorbelastungen. Und zu allem Überfluss war danach der Griff zum alk auch „notwendig“, sicher nicht viel, aber es ist trotzdem kontraproduktiv. Ich bin jedenfalls nach einem Telefonat mit ihr gegen 20 Uhr von Wohnort 2 zu ihr gefahren, um nach ihr zu sehen, aber das mit dem alk triggert mich auch. Und unsere jüngere Tochter (erwachsen) kriegt das halt auch mit, nicht gut.

Das Älterwerden macht Ihr wesentlich mehr Probleme als mir. Ich hab den klaren Eindruck, momentan wesentlich fitter zu sein. Sie leidet. Es tut mir so leid für sie, aber ich werde versuchen, dass sie lernt, mehr für sich selbst zu machen. Weniger Arbeiten.

Weihnachten vorbei

•6. Januar 2026 • Kommentar verfassen

Stress mit Familie in Grenzen. Nun noch eine Woche Urlaub. Frau trinkt heute wieder. Depressionen bei mir, wegen Zukunft, Arbeit (Spiele?) und Frau.

•19. Dezember 2025 • Kommentar verfassen

Kopf- und Nackenschmerzen, aber den Tag gut überstanden. Gestern noch Schlaftablette genutzt.

Kaum zuhause

•18. Dezember 2025 • 1 Kommentar

Kaum zuhause – Weihnachtsfeier in der Firma nur kurz besucht, um bei Familie zu sein – rotiert der ganze Laden hier.

Feau diese Woche ein gesundheitliche Diagnose, die sie getriggert hat. Weisser hautkrebs, sie hatte das schon al, daher emotional schlecht drauf. Tochter eins kam dann aus nderen gründen nach Hause. Streit zwischendrin beiden. Tochter eins Abgang. Tochter zwei heute mittag bekommen.

Ich komme hbeim, die stimming ist schon angespannt hier.

Frau ht getrunken. Für Mich ein trigger. Tochter eskliert. Schüttet den Alk weg, vor ihrer mutter, anklgend. Die beiden esklieren weiter. Ich versuche zu vermittelb. Tochter “wenn Du trinket, bist Du ein loser”. Ich “so einfach ist es hLT DOCH nicht”. Sie geht hysteriash a die decke und schreit uns nieder und rent dann nach oben.

Und Mich hat dieser 2 trigger dann abgesxhiasen. Gals a den Kopf geschlagen. Dann mehfxh N die betonwand.

2 dicke beulen, kopfachmerzen, kleine platzwunde. Es gibt Dinge, mit denen ich nicht zurecht komme.

Im Dunkelheit UF DER toilette. Das college program läuft im Kopf : pulsadern, benzin trinken, messer in den Bauch alles in meinem Kopf. Nach nun einer Stunde kannicnwieder schreiben…

Ich hasse Weihnachten. Ich Freue mich, wenn ich einfach nicht mehr bin. in der “abklingzeit” habe ich wenigstens das erste mal seit vielen Jahren geapweint. Ich hab alles falsch angepackt. Meine Frau unglücklich gemacht. Es BER endlich ausgesproche : ich wäre besser is geboren worden. Ich bin ein ein zinger grosser fetter fehler.

Sorry für tippfehler verheult und Kopf weh behinder netwas

Wann ist ein Mensch frei?

•18. Dezember 2025 • 1 Kommentar

Vielleicht eine der ehrlichsten Fragen überhaupt. Gestern hatte ich zumindest kurz das Gefühl. Ich war beim quartalsmässigrn Check beim Psychiater, und wir hatten den wunden Punkt meines Seins im Gespräch.

Ich bin danach, wieder im Schutz der Dunkelheit, en femme am Ufer gelaufen. Nicht weit, aber es hat sich frei gefühlt. dazu etliche Gedanken über sich selbst sein und Freiheit, gestern und heute.

Ich fasse es so: Ein Mensch ist wahrhaft frei, wenn …

… er sich selbst nicht mehr verleugnen muss.

Wenn Denken, Fühlen und Handeln nicht dauerhaft auseinanderfallen.

Wenn er nicht ständig eine Rolle spielt, um akzeptiert zu werden.

Wenn er als Mann auch mal Rock oder Kleid tragen kann, weil es sich gut anfühlt.

… er nicht aus Angst lebt.

Nicht aus Angst vor Ablehnung, Einsamkeit, Strafe, Verlust.

Angst bindet stärker als jedes äußere Gefängnis.

… seine Entscheidungen aus innerer Überzeugung kommen,

nicht aus Zwang, Anpassung oder alter Prägung.

Auch dann, wenn diese Entscheidungen unbequem sind.

… er Verantwortung übernimmt, statt sich zu verstecken.

Paradox, aber wahr:

Wer Verantwortung trägt, wird innerlich freier,

weil er nicht mehr Opfer der Umstände bleibt.

… er seine Verletzungen kennt, ohne von ihnen gesteuert zu werden.

Vergangenheit verliert Macht,

wenn sie gesehen und benannt ist.

Und vielleicht am radikalsten:

Ein Mensch ist frei, wenn er nicht mehr beweisen muss, dass er wertvoll ist.

Wenn sein Dasein reicht.

Wenn er sagen kann: „Ich bin – und das genügt.“

Viele Philosophen, Mystiker und auch moderne Psychologen kommen an denselben Punkt: was ist Freiheit?

Freiheit ist kein Zustand der Welt –

sie ist ein Zustand des Inneren.

Man kann äußerlich eingeschränkt sein und innerlich frei.

Und äußerlich alles besitzen – und innerlich gefangen.

Zitate dazu, aus mehreren Blickwinkeln

Existentiell

Jean-Paul Sartre

„Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt.“

→ Du kannst dich nicht nicht entscheiden. Auch Nicht-Handeln ist Wahl.

Albert Camus

„Der einzige wirklich ernste philosophische Problem ist der Selbstmord.“

→ Freiheit beginnt dort, wo man sich dem Leben trotz Absurdität stellt.

Søren Kierkegaard

„Angst ist der Schwindel der Freiheit.“

→ Freiheit fühlt sich oft nicht gut an. Sie macht schwindelig.

Psychologisch

Carl Gustav Jung

„Ich bin nicht das, was mir passiert ist, ich bin das, was ich entscheide zu werden.“

Erich Fromm

„Die meisten Menschen fürchten die Freiheit, weil sie Verantwortung bedeutet.“

Viktor E. Frankl

„Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Freiheit.“

Sozial / Beziehung

Simone de Beauvoir

„Freiheit ist nichts, was man besitzt – sie ist etwas, das man ausübt.“

Rainer Maria Rilke

„Die Aufgabe der Liebe ist es, zwei Einsamkeiten zu schützen, zu berühren und zu grüßen.“

→ Freiheit in Beziehung heißt: sich nicht zu verschlingen.

Martin Buber

„Der Mensch wird am Du zum Ich.“

→ Freiheit zeigt sich erst im Gegenüber.

Moralisch / Verantwortung

Viktor Frankl

„Freiheit ist nur ein Teil der Geschichte. Freiheit ist nur die negative Seite des Ganzen, dessen positive Seite Verantwortung heißt.“

Immanuel Kant

„Freiheit ist Unabhängigkeit von der Willkür eines anderen.“

Hannah Arendt

„Freiheit ist die Fähigkeit, einen Anfang zu machen.“

Spirituell / Innerlich

Meister Eckhart

„Solange der Mensch etwas will, ist er nicht frei.“

Buddha (zugeschrieben)

„Anhaftung ist die Wurzel des Leidens.“

Jesus (Johannes 8,32)

„Die Wahrheit wird euch frei machen.“

→ Nicht Trost macht frei, sondern Wahrheit.

Radikal persönlich

Friedrich Nietzsche

„Werde, der du bist.“

Fernando Pessoa

„Frei sein heißt, nichts erwarten.“

James Baldwin

„Nicht alles, was man erträgt, kann verändert werden. Aber nichts kann verändert werden, was man nicht erträgt.“

Dazu noch ein Dialog, fiktiv, zu zweien der obigen zitategebetn:


Camus:
Die Welt gibt keine Antwort.
Je eher wir das akzeptieren, desto ehrlicher leben wir.

Rilke:
Vielleicht gibt sie keine Antworten,
weil sie will, dass wir die Fragen bewohnen.

Camus:
Fragen ohne Antwort sind ein Abgrund.
Der Mensch muss klar sehen, sonst flieht er.

Rilke:
Oder er lernt stehen zu bleiben,
ohne sofort ein Geländer zu verlangen.

Camus:
Ich traue dem Trost nicht.
Er macht gefügig.
Ich will den Menschen wach.

Rilke:
Und ich traue der Härte nicht,
wenn sie sich nicht berühren lässt.
Wachsein braucht auch Zärtlichkeit.

Camus:
Was bleibt, wenn aller Sinn zerfällt?

Rilke:
Das Erleben selbst.
Das Atmen.
Das Durchhalten der Nacht.

Camus:
Ich nenne das Auflehnung.

Rilke:
Ich nenne es Zustimmung.

Camus:
Wir meinen dasselbe –
aber du gehst langsamer.

Rilke:
Und du gehst ohne Rast.

Camus:
Der Mensch ist frei,
wenn er die Absurdität erkennt
und trotzdem lebt.

Rilke:
Der Mensch ist frei,
wenn er nichts überspringt –
nicht einmal den Schmerz.

Camus:
Also keine Flucht?

Rilke:
Keine.
Weder nach vorn noch nach oben.

Camus:
Dann bleibt nur dies:
Bleiben.
Ohne Lüge.

Rilke:
Und wachsen,
während man bleibt.

Beide:
Vielleicht ist Freiheit
nicht die Lösung –
sondern die Treue zum eigenen Erleben.

Weihnachten im Schatten

•11. Dezember 2025 • Kommentar verfassen

Die Lichter brennen, draußen glänzt die Welt,

doch drinnen ist es still, die Seele unverstellt.

Kindheit war Skat und flüchtiges Spiel,

Bis zum zwölftem Jahr – ein kleines Gefühl.

Danach kam die Schwere, das Herz schwer wie Stein,

ein Vater in Rage, ein Zuhaus voller Pein.

Mutter im Spiegel selbst gefangen,

Geborgenheit gesucht – vergeblich verlangen.

Andere Kinder lachten, erzählten vom Zauber,

ich hörte nur Stille, den inneren Schauer.

Die Welt bedroht, draußen Gefahr,

die RAF, der Schutz, das Leben nicht klar.

Kierkegaard flüstert: „Die tiefste Verzweiflung sei,

nicht man selbst zu sein – in der Dunkelheit, frei.“

Schopenhauer pendelt der Zeit,

zwischen Schmerz und Langeweile, die Ewigkeit.

Camus hebt die Last, Sisyphos zu sehen,

man muss ihn glücklich stellen, um weiterzugehen.

Heidegger mahnt: Der Tod macht uns echt,

die Trauer wird sichtbar, das Leben gerecht.

Rückwärts verstanden, vorwärts gelebt,

Kierkegaard sagt, dass man die eigene Geschichte webt.

Und so ist Weihnachten für mich kein reines Fest,

sondern das Bewusstsein, dass Leben auch Schmerz lässt.

Doch in der Stille, in der tiefen Nacht,

spüre ich Schmerz , die Trauer hat Macht.

Nicht nur Leid, auch Bewusstsein, das bleibt,

ein Spiegel der Seele, die sich selbst beschreibt.

Weihnachten – ambivalent, schwer und klar,

ein Echo der Kindheit, ein innerer Altar.

Die Schatten zeigen, was überlebt,

die Einsamkeit lehrt, wie man sich erhebt.

„Mein“ Weihnachten zwischen Einsamkeit, Angst und Reflexion

•11. Dezember 2025 • Kommentar verfassen

Weihnachten – für viele ein Fest der Freude, des Lichts und der Gemeinschaft. Für mich war es oft anders. Meine Kindheit war geprägt von einem Vater, dessen Alkoholismus und Cholerik das Zuhause zu einem Ort ständiger Spannung machten. Meine Mutter war nicht die schützende, fürsorgliche Figur, die man sich an solchen Tagen wünschen würde, sondern selbstbezogen und gefangen in ihren eigenen Bedürfnissen. Die stille Sehnsucht nach Wärme und Geborgenheit blieb unerfüllt. Andere Kinder erzählten nicht von solchen Gefühlen – sie kannten sie wohl auch nicht.

Nur zwischen meinem sechsten und zwölften Lebensjahr gab es Lichtblicke, wenn wir als Familie Skat spielten und für einen Moment den Alltag hinter uns ließen. Danach , ab dem 12 Lebensjahr wuchs die Schwere: die Angst, die Konflikte, das Gefühl der Einsamkeit – all das wurde besonders spürbar in einer Zeit, die die Gesellschaft als fröhlich und harmonisch feiert. Hinzu kam der äußere Druck durch die RAF, Polizeischutz und allgemeine Unsicherheit. Während andere vom Zauber der Feiertage erzählten, lernte ich früh, still zu bleiben, zu beobachten und mich innerlich zu schützen.

Philosophisch betrachtet ist diese Erfahrung nicht nur Leiden, sondern auch ein Moment der Bewusstwerdung. Søren Kierkegaard schrieb in Die Krankheit zum Tode:

„Die tiefste Verzweiflung des Menschen ist, dass er nicht er selbst ist.“

Die Weihnachtszeit legte mir dieses Gefühl besonders nahe: Ich fühlte und fühle mich auch heute entfremdet – nicht nur von meiner Umgebung, sondern auch von mir selbst.

Arthur Schopenhauer erinnert uns an die unvermeidbare Spannung des Lebens:

„Der Mensch leidet fortwährend, und nur während der Langeweile empfindet er Mangel an Leiden.“ (Die Welt als Wille und Vorstellung)

Für mich wurde Weihnachten zu einem deutlichen Ausdruck dieses Pendels. Die wenigen Momente des Spiels und der kindlichen Freude standen in scharfem Kontrast zu der sonst spürbaren Angst und Spannung.

Albert Camus lehrt uns, im Absurden eine Form von Freiheit zu erkennen:

„Man muss sich Sisyphos glücklich vorstellen.“ (Der Mythos des Sisyphos)

Vielleicht liegt darin die Möglichkeit, das eigene Leiden zu akzeptieren. In der Reflexion über schwierige Weihnachten kann ich die Schwere anerkennen, ohne von ihr zerstört zu werden.

Martin Heidegger beschreibt in „Sein und Zeit“ die Bedeutung des Todesbewusstseins für die Authentizität des Daseins:

„Das Bewusstsein des eigenen Todes macht das Dasein eigenlich.“

Weihnachten konfrontiert mich mit Verlust, Vergänglichkeit und der Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen. Meine Oma, die für mich mehr gemacht hat als meine Mutter, starb an einem Weihnachten. Diese Konfrontation, so bitter sie sein mag, eröffnet einen Moment existenzieller Klarheit: Die Trauer wird nicht nur als Leiden erfahren, sondern als Ausdruck gelebten Lebens.

Kierkegaard erinnert zudem in seinen Tagebüchern:

„Das Leben kann nur vorwärts gelebt werden, aber es kann nur rückwärts verstanden werden.“

Die Rückschau auf die schwierigen Jahre zeigt, warum Weihnachten für mich eine schwere Zeit ist, und zugleich, was diese Erfahrungen über meine eigene Stärke, Sensibilität und Empathie verraten.

Heute sehe ich Weihnachten nicht als reines Fest der Freude. Es ist eine Zeit, die mich zwingt, die Schatten der eigenen Vergangenheit anzuerkennen, die Einsamkeit zu spüren und zugleich über die wenigen Lichtblicke nachzudenken, die ich in meiner Kindheit erleben durfte. In dieser Reflexion liegt eine eigene Form von Frieden: die stille Akzeptanz dessen, was war, und die Fähigkeit, authentisch zu fühlen, auch wenn die Welt um einen herum leuchtet.

Weihnachten bleibt für mich ambivalent – eine Mischung aus Schmerz, Reflexion und gelegentlicher Freude. Es ist ein Spiegel meiner eigenen Geschichte, meiner Trauer und Einsamkeit – und zugleich ein Beweis für die Widerstandskraft, die aus der Konfrontation mit diesen dunklen Seiten des Lebens erwächst.

Gestern, heute, morgen (nicht Trekkiemässig)

•8. Dezember 2025 • Kommentar verfassen

Weihnachten ist für mich immer schwer. Deswegen das Gedicht vorher. Mir geht die Verlogenheit der Mächtigen und der Religiösen Führer auf den Sack. Aber mehr schmerzt die innere Einsamkeit, das sich nicht mitteilen können/dürfen. Das Wissen, wieder ein Jahr vorbei und nichts hat sich für mich verändert. Dieser Schmerz ist für mich so heftig, dass ich am liebsten „irgendwo“ wäre, nur nicht bei den Menschen, die ich liebe.

Als ich 19 war, hatte mein Vater mal wieder den Suff, direkt vor Weihnachten. Da er einige Zeit vorher in einer sehr renommierten Entzugsklinik war und noch Kontakt mit Therapeuten bestand, hatte mich eine der Therapeutinnen kurzfristig am 24. morgens zu ihr und einem kleinen Haufen armer Seelen eingeladen. Ich kannte niemanden, wir waren mit ihr und ihrem Sohn 6 Leute, alle mit irgendeinem Problem. Es war ein feines Essen, und ich bekam sogar ein Buchgeschenk. Und es war Frieden, Frieden den ich damals nur selten erlebt habe.

Aber seit mehr als 10 Jahren macht mir Weihnachten echte Probleme. Ich mag es nicht, Geschenke zelebrierend auszupacken, vor allen anderen. Mir würde es reichen, wenn sich die Familie freut. Ist das nicht Geschenk genug?

Ich hab auch ein Problem mit dem Gottesdienst (ich glaube ja an einen guten Gott). Aber das Bodenpersonal hat mir oft genug gezeigt, dass alles wichtiger ist, als jemand, der Seelsorge gebraucht hätte. Lieber zahlt die EKD Geld, um die Bundesregierung zu verklagen, damit weitere Flüchtlinge kommen. Was mit den eigenen Leuten passiert, ist völlig egal.

Mir würden ein paar Weihnachtsfilme, wie „die hart“ reichen, gerne auch alleine. Aber damit würde ich die Mädels vor den Kopf stossen. Also Augen zu und durch. Oder – mit der Familie- mal wieder gute Musik zu hören, aber da rennen die weg.

Weihnachten, traurig. Noch ein Gedichtversuch

•8. Dezember 2025 • Kommentar verfassen

Weihnachten funkelt, doch innen ist Nacht,
die Welt spielt Idyll, doch keiner bewacht,
was bröckelt, was wankt, was im Innern zerreißt –
ein Lächeln aus Zucker, das heimlich vereist.

Politiker posaunen von Frieden im Chor,
doch schieben sich Truppen leise hervor.
Sie winken vom Podium, sie segnen das Leid,
ihr Kriegswille läuft wie ein Uhrwerk der Zeit.

Sie reden von Werten, sie reden vom Soll,
doch ihre Gesichter sind bleich und hohl.
Die Reden geschmeidig, die Taten Verräter –
ein altes, verlogenes Schmierentheater.

Und draußen, wo Stände und Lichter sich reihen,
versuchen Islamisten die Freude zu entweihen.
Nicht Glaube, nicht Herkunft – nur Hass ist ihr Kern,
ein Feuer, das brennt, doch nie wärmt, nur entfernst.

Sie mischen sich unter das strahlende Bild
und machen es dunkel, verzogen und wild.
Ein Schatten, der kriecht, wo die Menschen sich freuen,
ein Echo von Angst, das die Nächte zerstreuen.

Die Einsamkeit trommelt im Takt dieser Zeit,
sie zieht durch die Straßen, bereit und bereit.
Sie klopft an die Rippen, sie hämmert ins Blut,
sie pflückt aus der Brust, was noch flackert an Mut.

Und wer keinen Platz hat am warmen Tableau,
spürt jeden Schlag doppelt schwer – sowieso.
Denn wo das Gezurre der Welt nie versiegt,
wird Kälte zum König, der stumm überwiegt.

Die Fassade der Städte vibriert wie ein Lied,
das glänzt und erklingt – und doch niemanden sieht.
Ein Rhythmus aus Lügen, ein Takt aus Verdruss,
ein süßer Anstrich, der bröckelt muss um muss.

Geliehenes Funkeln, bemalter Beton,
ein Weihnachtsgedanke, längst schon entflohn.
Doch zwischen den Schlägen, im tiefsten Akkord,
liegt Wahrheit, entwaffnet, ein schlichteres Wort:

Dass Licht nur entsteht, wenn es Schatten erträgt.
Die Wärme erst, wenn man die Kälte bewegt.
Dass wir, selbst wenn alles uns niederreißt,
noch stehen, atmen, zerfranst. Aber meist.

Weihnachtszeit, verlogene Zeit,
das Kind schreit laut, der Erwachsene leid’t.
Doch bleib Kind, genieße das Licht,
denn Freude lebt, wo das Herz sie bricht.

Freudige Ereignisse

•25. November 2025 • 1 Kommentar

Letzte Woche gleich 2 Termine gehabt – einmal ein Telefonat und einmal sogar ein persönliches Treffen. Lang ist es her, aber dafür gleich 2 Events in einer Woche…. ich freu mich heute noch. Danke Brig, Danke Pajaneda

Verena Becker, RAF

•12. November 2025 • Kommentar verfassen

Im Saal, wo die Masken fallen

Sie sagen, Wut sei roh, ein Tier, das gezähmt werden müsse. Sie sagen oft so viel, wenn sie nicht hinsehen wollen. Für mich war der Saal kein Ort, an dem nur Gesetze verhandelt wurden — er war ein Spiegelkabinett. Dort saß sie, und die Luft roch nach Papier und Erwartung. Ihr Name wurde ausgesprochen wie ein gewöhnlicher Termin auf einer Liste. Und doch zog sich in mir eine Linie zusammen: Heuchelei, dachte ich, leise wie ein Messer.

Man kann etwas sehen und trotzdem nicht begreifen. Im Saal, in dem gegen Verena Becker verhandelt wurde, lag etwas Greifbares zwischen den Stühlen: die Diskrepanz zwischen denen, die laut anklagen, und denen, die schweigen, als wäre nie etwas gewesen. Ich saß nicht als Richter, ich saß als Zeuge meiner eigenen Erinnerung. Und meine Erinnerung sagte: Ihr Schweigen war nicht Zufall; es war Taktik. Sie verurteilte im Flüstern andere für Dinge, die sie mit einem geschlossenen Mund ertrug, als hinge ihr Leben davon ab, nicht zu sprechen.

Ist das Verrat? Oder ist es Angst, die sich als Anstand tarnt? Ich werde nicht entscheiden, was das Gesetz zu tun hat. Aber ich will, dass man das Gewicht spürt: wie es ist, wenn jene, die mit erhobenem Finger mahnen, ihre eigenen Schatten nicht benennen. Heuchelei hat viele Gesichter. Eines davon sitzt prominent auf der Anklagebank und trägt die Ruhe wie eine Medaille.

Die Bildbände lagen offen, die Zeugen sprachen, und draußen flackerte die Stadt weiter, als sei nichts. Doch im Saal hörte ich das Echo jener, die nie eingeladen wurden — die, deren Leben durch Entscheidungen zerrieben wurden, die hinter Türen gefallen sind. Sie haben Namen, sie haben Narben. Und für sie ist das Schweigen einer, der behauptet, er sei im Recht, während er zugleich die Hände in Unschuld wäscht.

Gleichwohl war auch der Staat „beteiligt“. Dokumente, die Aufschluss hätten geben können, wurden offiziell – so der Vorsitzende Richter – aus Gründen der Staatsräson (und das ist wörtliches Zitat) nicht verwendet. Welche Schweinerei versteckt sich da?

Ich wollte schreien, aber Schreien ändert selten ein Urteil. Also schreib ich hier mit Worten: mit scharfen, schonungslosen Sätzen, die aufzeigten, wie widersprüchlich die Gerechtigkeit wirken kann, wenn sie im Wechselspiel mit persönlicher Bequemlichkeit steht. Die Anklage gegen sie — so wie sie im Saal gelesen wurde — war kein einfacher Akt der Vergeltung; es war ein Aufruf, die eigene Geschichte anzusehen, nicht nur auf andere zu zeigen.

Vielleicht ist das, was ich Heuchelei nenne, für andere schlicht Überleben. Vielleicht ist es Verdrängen, ein Schutzmechanismus, den Menschen erfinden, um weiterzuleben. Doch Überleben auf Kosten anderer Wahrheiten hat einen Preis: die Vertrauenslähmung, die das Leben selbst vergiftet. Und der Preis zahlt die, die längst keine Stimme mehr haben.
Fickt Euch, RAF. Ihr wart und seit eine Ausgeburt von Lüge, Mord und Verrat. Die angeblichen Ideale, die Ihr vertreten meintet, tretet Ihr mit den Füssen.

Ich verlange keine blutigen Szenen. Ich verlange, dass Namen nicht nur ausgesprochen, sondern verstanden werden. Ich verlange, dass das Schweigen, das manchen Schutz bot, nicht länger als Tugend verkauft wird. Wenn das Gericht spricht, sollen Worte fallen, ja — aber sie müssen auch etwas aufdecken, nicht nur bedecken. Denn wenn man nur die sichtbaren Taten bestraft, ohne das Wachsen der Gewohnheit der Verschleierung zu benennen, dann bleibt nur ein halbes Urteil — und die Wunden bleiben offen.

Am Ende des Tages saß ich nicht zufriedener da. Die Verhandlung fand statt, und die Öffentlichkeit sah zu. Aber die Form der Heuchelei, die ich im Saal spürte — das laute Mahnen und das leise Verschweigen — blieb mir im Hals stecken. Ich wollte, dass jemand sagt: „Das geht nicht mehr.“ Ich wollte, dass jemand begriff, dass Anklage nicht nur das Verweisen auf Schuld ist, sondern ein Eingeständnis: wir müssen unsere eigenen Finger prüfen, bevor wir auf andere zeigen.

So sitzt die Wut weiter in mir. Nicht als Lust am Bruch, sondern als Forderung nach Klarheit — nach einer Welt, in der Worte und Taten nicht so oft gegeneinander spielen. Nicht, damit man triumphiert, sondern damit man lernt, dass Schweigen kein Verteidigungsrecht gegen die eigene Verantwortung ist. Übrig blieben Nebenkläger und Publikum.
RAF hat nie Verantwortung übernommen, nur Terror.

FYI: Ich schrieb den Text als Auch-Betroffener des Gerichtsprozesses gegen Verena Becker und veröffentliche ihn erst heute, nachdem bei mir viel in Gang gekommen ist.

Info

•12. November 2025 • 1 Kommentar

Liebe Leser, es kommt gerade viel hoch, daher auch die vielen Texte, roh wie sie sind. Diese Texte sind sehr persönlich, trotzdem schreibe ich sie hier. Ich habe abends während der Woche eh nichts besseres zu tun…