Lübbecke, Schützenstraße, A2

Wanderparkplatz Schützenstraße (fürs Navi: Schützenstraße 31)

Rundweg A2 (ca. 5,3 km; ca. 1½ Std.; ca. 208 Hm ↑↓)

Die Stadt Lübbecke liegt am Nordhang des Wiehengebirges, so dass man von der Kernstadt aus direkt in diesen Höhenzug einsteigen kann. Der Wanderparkplatz Schützenstraße am oberen bzw. südlichen Stadtrand bietet sich dafür an. Mehrere Rundwanderweg beginnen hier, so auch unser A2, der eine Runde um und auf den Wurzelbrink dreht.

Oberhalb des WP geht man über den Neuen Kirchweg direkt in den Wald, geradeaus nach Süden und sanft berghoch. Leider gibt es in dem Wald viele und große Rodungsflächen, in denen vor allem die Fichten den Stürmen und den Käfern zum Opfer vielen. Es wird großflächig extensiv aufgeforstet, Informationstafeln erklären den Prozess. Bei meinem Rundgang war es allerdings so nebelig und eisig, dass man nicht viel erkennen konnte.

Teich am Hillgen Stuhl im winterlichen Nebel

Beim Aufsteigen erkennt man zur Linken den Wurzelbrink, an dem wir aber jetzt noch vorbeigehen. Man passiert einen schönen Waldteich, der schon zur Lage „Hillgen Stuhl“ gehört. Kurz danach erreicht man den Kammweg und damit die Grenze nach Hüllhorst-Oberbauerschaft. Hier oben kommen mehrere Wanderwege vorbei, vor allem natürlich der Wittekindsweg.

Wir gehen links, also nach Osten, und dann bei der nächsten Möglichkeit noch einmal, jetzt also nach Norden. Damit beginnt schon der Rückweg. Dabei gibt es aber noch die Möglichkeit, einen Abstecher zum Wartturm zu machen. Er steht auf dem zweithöchsten Berg des Wiehengebirges, auf dem Wurzelbrink, auf 318 Metern Höhe. Ein schöne, schmaler Pfad schlängelt sich steil hinauf. Der Turm von 1857 (renoviert 1996) wird mittlerweile von den umstehenden Bäumen überragt, funktioniert also nicht mehr so richtig als Aussichtsturm, aber sehr wohl als Rastgelegenheit.

Man geht denselben Weg wieder hinunter und biegt am Hauptweg links ein. Über den Forstweg geht es hinab nach Lübbecke. Dabei hört man nun häufiger die Fahrzeuge auf der Bundesstraße 239. In einer langgezogenen Linkskurve verlässt man die Forststraße nach rechts. Ein schöner „Pattweg“ durch den Wald führt weiter hinunter. Bald sieht man die ersten Gebäude von Lübbecke und dann erreicht A2 schon wieder den Parkplatz in der Schützenstraße.

Oben auf dem Wartturm auf dem Wurzelbrink: Gefrierender Nebel schafft faszinierende Gebilde

Rathaus des Westfälischen Friedens / Marktplatz Osnabrück, Westfälischer-Frieden-Weg X1648, Etappe 1a „Markt – Saarplatz“

Startpunkt Rathaus des Westfälischen Friedens / Marktplatz Osnabrück

Rundweg Westfälischer-Frieden-Weg X1648, Etappe 1a „Markt – Saarplatz“ und Rückweg

Der X1648 mit dem Beinamen „Westfälischer-Frieden-Weg“ ist ein Hauptwanderweg des Westfälischen Heimatbundes. Er erinnert an den Westfälischen Frieden, der im Jahre 1648 den Dreißigjährigen Krieg offiziell beendete. Die Route  verbindet die beiden Hauptorte der Friedensverhandlungen, die Rathäuser in Münster und Osnabrück mit ihren Friedensälen, zwischen denen berittene Boten, die sogenannten Friedensreiter, hin- und herpendelten.

Üblicherweise geht die erste Etappe dieses Fernwanderwegs von Osnabrück bis Lengerich, identisch mit einer Etappe des Jakbobswegs. Es gibt auch eine entspanntere Variante von Osnabrück bis Leeden. Hier bei WandererMartin wurde aber aus dieser ersten Etappe eine noch entspanntere innerstädtische Spazierrunde in Osnabrück gemacht, von der nur die ersten zwei Kilometer auf dem X-Weg liegen. Diese schöne Runde passiert drei der bevorzugten Viertel in Osnabrück, das Heger-Tor-Viertel, das Katharinenviertel und den südlichen Teil vom schönen Stadtteil Westerberg.

Los geht es aber wie gesagt am Rathaus des Westfälischen Friedens auf dem Markt. Fürs Parken bietet sich die Altstadtgarage in der Lohstraße an. Westlich vom Marktplatz liegt das Heger-Tor-Viertel, ein Teil der Osnabrücker Altstadt mit vielen Kneipen und anderen Einkehrmöglichkeiten. Hier herrscht jeden Abend, besonders an wärmeren Tagen, reges Treiben.

Die Heger Straße am frühen Sonntagmorgen. So ruhig ist es hier sonst nie.

Durch die Heger Straße geht es direkt zum Heger Tor, das eigentlich Waterloo-Tor heißt und von der Funktion her eigentlich kein Tor, sondern ein Kriegerdenkmal ist. Es begrenzt die Altstadt bzw. die Innenstadt, denn dahinter liegen Natruper-Tor- und Heger-Tor-Wall, die anstelle der ehemaligen Stadtbefestigung angelegt wurden. Am Museumsquartier mit dem Felix-Nussbaum-Haus (siehe Beitragsbild oben), hinter dem Akzisehaus entlang, geht es zur Lotter Straße und dann gleich links in die Arndtstraße.

Diese Seite des Walls gehört schon zum Katharinenviertel und damit zur Weststadt. Das Katharinenviertel ist die erste größere Stadterweiterung Osnabrücks außerhalb des Mauerrings. Auf den ersten Staßen – von der Stadt aus gesehen – dominieren noch Ein- und Zweifamilienhäuser, so auch hier in der Arndtstraße mit schönen Gründerzeithäusern im Stil des Spätklassizismus. Weiter nach außen werden die Häuser immer größer. Wir überqueren die Rolandstraße mit dem Mahnmal „Alte Synagoge“ und biegen dann rechts in die Katharinenstraße ein, so etwas wie die Hauptstraße des Viertels. In die andere Richtung verläuft sie bis zur evangelisch-lutherischen Katharinenkirche.

Am Gustav-Heinemann-Platz, einer kleinen Grünfläche mit Spielplatz, halten wir uns rechts in die Augustenburger Straße. Kurze Zeit später passieren wir den Carl-Hermann-Gosling-Platz, ebenfalls grün mit Spielplatz. Direkt dahinter liegt die Straße Am Kirchenkamp, mit der das Katharinenviertel endet. Wir bleiben aber noch für ein Stückchen auf der Augustenburger Straße, gehen an der Autobahnpolizei vorbei und treffen schließlich an einem kleinen Zentrum mit Geschäften und Praxen wieder auf die Lotter Straße.

Das Ehrenmal auf dem denkmalgeschützten Straßburger Platz

Auf der gehen wir dann wieder zurück Richtung Innenstadt. Dabei passieren wir schon bald die nächste Grünfläche mit Kinderspielplatz, den Saarplatz. Mit dem Abbiegen nach links in die Goebenstraße betreten wir den Stadtteil Westerberg. Hier im Süden dieses Osnabrücker Stadtteils ist die Wohnsituation ähnlich der im Katharinenviertel, aber eben nicht in der Ebene, sondern am Südhang des Westerberg. Alles atmet den Geist der Gründerzeit. Das fängt schon am Saarplatz an, der früher Saartreueplatz hieß. Von Goeben war General im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71.Wir erreichen den Belfortplatz, der nicht nur an die ostfranzösische Stadt und Festung Belfort erinnert, sondern zuerst an die Belagerung von Belfort denken lässt, eine der letzten großen Schlachten im Deutsch-Französischen Krieg. Die Werderstraße, benannt nach dem preußischen General Graf von Werder, verbindet den Belfortplatz mit dem Straßburger Platz. Auf dem steht dann sinnvollerweise das Ehrenmal für die im Krieg Gefallenen aus dem preußischen Fürstentum Osnabrück. Das Denkmal stand bis 1928 auf dem Neumarkt, also an zentraler Stelle in Osnabrück. Seit Mitte der 2000er Jahre wird das Ehrenmal von der Skulptur „Die schützende Torsion“, kreiert von Schülerinnen des Ratsgymnasiums Osnabrück, gekrönt, die die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzene Germania ersetzt.

Über die Roonstraße (Graf Abert von Roon war sogar Kriegsminister während des Preußisch-Französischen Kriegs 70/71) und den Bismarckplatz (klar, der Eiserne Kanzler fehlte noch in der Riege) erreicht man die Bergstraße und damit wieder „friedlichere Umgebung“. Über die Bergstraße geht es dann den Westerberg hinunter, an der evangelisch-reformierten Bergkirche vorbei zum Stüvehaus, der Heimat der Volkshochschule Osnabrück. Der Platz davor mit der interessanten Treppenanlage heißt offiziell Platz der Städtefreundschaften.

Das Heger Tor (oder Waterloo-Tor) vor der Altstadt am Wall

Durchs Heger Tor geht es dann wieder in die Innenstadt. Dieses Mal verlassen wir aber die Heger Straße gleich nach links in die Große Gildewart, wo seit dem Mittelalter die Gilden ihre Waren feilboten. Kurz nach dem Haus der Jugend teilt sich diese Altstadt-Straße. Wir nehmen die rechte Variante und kommen so direkt zur Lohstraße mit der Altstadt-Garage.

Dieser Spaziergang durchs schöne Osnabrück ist ziemlich genau vier Kilometer lang. Es versteht sich, dass es hier Einkehrmöglichkeiten „en masse“ gibt. Eine besondere Empfehlung gibt es für Edinas Fricke Blöcks an der Katharinenstraße!!!

Granstedt, Nordpfad Ostetal

Wanderparkplatz Granstedt (fürs Navi: Selsingen, Peehsbarg)

Rundwanderweg Nordpfad Ostetal (ca. 13,5 km; ca. 3¼ Std. Gehzeit)

Granstedt ist ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Selsingen im Landkreis Rotenburg (Wümme). Ca. 150 Einwohner hat das Dorf. Das Sträßchen Peehsbarg verlässt die Granstedter Dorfstraße nach Westen und führt zur Oste. Die Oste ist ein linker Nebenfluss der Elbe. Er entspringt im Ort Schillingsbostel in der Gemeinde Otter. Dabei ist die Oberoste ein recht naturbelassenes Gewässer, das sich häuptsächlich durch Wiesen, Moorgebiete und kleine Auwaldreste den Weg nach Norden sucht. Im Bereich um Selsingen durchfließt das Gewässer ein schönes, einsames, natürliches Flusstal.

Um dorthin zu kommen, folgt man zunächst vom WP Granstedt der Straße Peehsbarg nach Osten. Schon nach kurzer Zeit sieht man links einige Großsteingräber. Davor befindet sich ein nachgebildeter Grabhügel, in den man durch Fenster hineinschauen kann, so dass man sich einmal ein gutes Bild vom Inneren so eines Großsteingrabs machen kann.

Grabhügel-Rekonstruktion mit „Fenstern für den Einblick“

Wieder ein paar hundert Meter weiter beginnt an einer Weggabelung der eigentliche Rundweg, der Nordpfad Ostetal. Wir nehmen den rechten Weg in den Wald. So erreichen wir einen Abstecher, der nach links zu einem Oste-Altarm führt. Ein lauschiges Plätzchen lädt zu einer kleinen Rast ein.

Weiter durch den Wald führt uns der Nordpfad Ostetal zu einer Lichtung mit weiteren imposanten Grabhügeln. Die gehören schon zum Dorf Ober Ochtenhausen. An denen vorbei und wieder durch den schönen Mischwald erreichen wir den sehenswerten Friedhof von Ober Ochtenhausen. Hier sollte man sich ruhig etwas Zeit nehmen und die historischen Grabsteine betrachten, die zum Teil traurige Geschichten erzählen.

Hinter dem Friedhof überqueren wir dann den Selsinger Bach, der hier kurz vor seiner Mündung in die Oste ist. Am Ortsrand von Ober Ochtenhausen biegen wir nach Westen ab. Wer möchte, kann auch in das Dorf hinein wandern und es sich anschauen. Es ist für seine stattlichen Bauernhäuser berühmt. Wenn man nach links wandert, erreicht man noch vor der Oste eine interessante kleine Siedlung, die sehr versteckt im Wald liegt.

Blick von der Ostebrücke in Ober Ochtenhausen in die Weite des Ostetals

Die Ostebrücke Ober Ochtenhausen führt uns über den Fluss und seine Nebenbäche. Hier befinden sich auch der WP Ostebrücke Ober Ochtenhausen und eine Einsetzstelle für Kanus und Kajaks. Nun wandern wir nach Süden, also zurück Richtung Granstedt, zunächst an der westlichen Kante des Ostetals. Während sich zur Linken das Flusstal erstreckt, sieht man zur Rechten das Huvenhoopsmoor, teilweise streng geschütztes Naturschutzgebiet.

Die Oste bei Ober Ochtenhausen

Aus den breiten Forstwegen werden nun zweitweise schmale Fußwege durch den dichten Wald und an einer Stelle kann man links zur Alten Ostebrücke abbiegen. Hier befindet sich auch eine schöne Rastgelegenheit direkt am Fluss, eine schöne Gelegenheit, die Natur zu genießen.

Wieder zurück auf dem Hauptweg muss man nur ein paar hundert Meter weiterwandern, dann erreicht man den Abzweig zu einem Teich mit dem Namen Seehürnsbarg. Auch hier kann man ein Päuschen einlegen. Dann geht es weiter zwischen Scharmkewiesen und Hüvenhoopsmoor hindurch, bis man wieder links zur Oste abbiegt. Diesmal kommt man direkt an das Ufer. Über die Ostebrücke Granstedt gelangt man dann wieder auf die rechte Flussseite und zum Ausgangspunkt unseres Rundwegs. So erreicht man dann auch schnell den WP Granstedt.

Für die 13,5 Kilometer des Nordpfads Ostetal sollte man ca. 3¼ Stunden Gehzeit einplanen. Mit ein paar Pausen sind es auch schnell 4 Stunden. Da der Weg komplett durch die norddeutsche Einsamkeit führt, gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Allerdings gibt es kurz hinter der Ostebrück in Ober Ochtenhausen ein sogenanntes Tischlein-deck-dich. Heißt: Man kann sich von der Brauereigaststätte Selsinger Hof hier mitten im Grünen mit einer tollen Mahlzeit beliefern lassen.

Bad Hönningen, Auf dem Rheinsteig von Rheinbrohl nach Leutesdorf

Startpunkt Bad Hönningen (fürs Navi: Hauptstr. 138)

Streckenweg Auf dem Rheinsteig von Rheinbrohl nach Leutesdorf (ca. 18,3 km; ca. 6 Std. Gehzeit; ca. 580 Hm ↑)

Heute soll ein Stück auf dem Rheinsteig gewandert und genossen werden, und zwar die Etappe von Rheinbrohl nach Leutesdorf. Wir starten aber in Bad Hönningen, dem Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, da hier das touristische Angebot etwas besser ist als in den (noch) kleineren umliegenden Gemeinden.

Los geht es am Marktplatz direkt an der Hauptstraße. So müssen wir also zunächst von Bad Hönningen nach Rheinbrohl spazieren. Das geht am kürzesten auf der Hauptstraße, die am Hönniger Marktplatz entlang nach Südosten führt, sicherlich nicht die schönste, aber die schnellste Verbindung für Fußgänger. In Bad Hönningen selbst gibt es noch einiges zu sehen. Im Bereich der Gemeindegrenze sollte man dann aber etwas schneller gehen, um nach Rheinbrohl zu kommen, auch weil an der Kreisstraße teilweise kein Geweg vorhanden ist. Auffällig ist hier der sogenannte Schlammberg zur Rechten. Auf der Halde „Auf der Burst“ werden Rückstände aus der chemischen Produktion und anfallende mineralische Abfälle abgelagert bzw. behandelt und schließlich deponiert, denn Bad Hönningen ist ein Standort der chemischen Industrie. Wer möchte, nimmt also lieber einen Umweg oberhalb der Stadt oder unterhalb direkt am Rhein, was sicherlich schöner ist.

Straßenszene in Rheinbrohl. Der Limes ist allgegenwärtig.

Im Ortsgebiet von Rheinbrohl fallen schon bald die Erinnerungen an die römische Geschichte auf, auf die die Rheinbrohler sehr stolz zu sein scheinen, vor allem am Römerplatz. Es ist richtig, dass in Rheinbrohl der obergermanisch-rätische Limes begann, sich hier also der WP 1/1 (Wachposten 1 des Limesabschnitts 1) befand. Allerdings sind alle Spuren davon durch die neuzeitliche Industrie zerstört worden. Wer sich wirklich genau informieren will, besucht die RömerWelt in Rheinbrohl ganz in der Nähe, das Limes-Museum des Landes Rheinland-Pfalz.

Wir verlassen die Hauptstraße nach links in die Bachstraße. Hier endet jetzt das gemütliche Schlendern in der Ebene. Die Kehrstraße führt uns unter der Bundesstraße 42 hindurch, aber direkt dahinter steigen wir über den Obersten Bergweg in den Hang hinauf. Wenn wir auch nach ein paar Metern nach rechts in den aussichtsreichen Untersten Bergweg einbiegen, geht es dennoch kräftig bergan. Über das sogenannte Zick-Zack-Pädche erreichen wir schließlich das Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg Gefallenen des Rheinischen Infanterie-Regiments 29. Für die Kapelle hat man einen Platz mit besonderer Aussicht über „Vater Rhein“ gewählt.

Aber schon gut 100 Meter weiter und 20 Meter höher erreicht man die Rheinbrohler Ley, einen vielleicht noch besseren Aussichtspunkt auf einem steil aufragenden Schieferfelsen, einem klassischen Beispiel für eine „Ley“ im rheinischen Sinn mit überwältigendem Blick ins Rheintal.

Blick von der Rheinbrohler Ley nach Süden. Die Ortschaft am Rheinufer ist Hammerstein, die große Insel ist der Hammersteiner Werth.

Nachdem man kurz hinunter in ein Quertal muss, durch das die Grenze zwischen Rheinbrohl und Hammerstein verläuft, geht es wieder steil bergauf, zunächst am Wald- und Wiesenrand, dann durch einen herrlichen Buchenwald mit einer fast mystischen Stimmung. Hier erreichen wir auch die höchste Stelle der gesamten Tour (264 m). Von hier aus geht es wieder hinunter zum Hammersteiner Bach, an dem sich die Dorfstraße hinaufzieht. Beim Hinabsteigen Richtung Rheinufer passiert man ein altes Gemäuer, vermutlich ein alter kurtrierischer Zehnthof, und die kleine Filialkirche St. Katharina.

Unten angekommen empfiehlt sich unbeding ein kurzer Abstecher nach rechts. Es sind nur ein paar Meter zum Weingut Zwick. Man ist ja nicht nur zum Wandern hier, sondern auch um den Wein aus den Hammersteiner Lagen zu testen. Bei Zwick kann man je nach Wetter in der Weinstube im schönen alten Gutshaus oder auf der Gartenterrasse dahinter einkehren.

Genau das Richtige für Genusswanderer: Weingut Zwick in Hammerstein

Aber irgendwann wird man sich losreißen müssen, um die zweite Hälfte der Tour in Angriff zu nehmen. Dafür wählen wir zunächst den Leinpfad, der zwischen der rechtsrheinischen Bahntrasse und dem Flussufer entlangführt. Je nach Wasserstand kann man an vielen Stellen auch eine Pause zum Kneippen einlegen. Ungefähr auf Höhe der Hammersteiner Pfarrkirche St. Georg gibt es dann wieder eine Unterführung, die uns auf die andere Seite von Bahngleisen und Bundesstraße führt.

Hinter St. Georg führt uns eine Treppe wieder hinauf in die bewaldeten Berge. Über das Sträßchen Im Blenzer und über den Burgweg an der Hammersteiner Steinwerkstatt vorbei geht es wieder steil hinauf. Oben führt der Weg in der Nähe der Burgruine Hammerstein vorbei, die man mit kurzem Abstecher besuchen könnte. Danach geht es über den Olterberger Weg an den Rebstöcken entlang wieder hinunter zur Bachhof-Kreuzung. Mittlerweile haben wir das Gemeindegebiet von Leutesdorf erreicht.

Hinter der Kreuzung geht es noch einmal über Serpentinen steil hinauf, bis man wieder oberhalb der Weinberge ist. Hier oben gibt es natürlich eine tolle Aussicht, aber auch diverse Skulpturen, einen Obst-Lehrpfad und einen schönen Rastplatz namens Geysir-Blick, denn man kann über den Rhein zum höchsten Kaltwassergeysir der Welt bei Andernach schauen, der sich auf dem Namedyer Werth befindet – und der eine eigene Reise wert ist.

Aussicht vom „Geysir-Blick“ über Leutesdorf. Im Hintergrund Andernach. Am rechten Bildrand der Namedyer Werth, auf dem regelmäßig der Kaltwassergeysir ausbricht.

Schließlich verlässt man die Weinberge, die im Herbst so herrlich golden leuchten, und gelangt wieder in ein Stück Wald. An einer T-Kreuzung giegen wir rechts ab und beginnen unseren Abstieg zum Etappenziel Leutesdorf. Wir erreichen den asphaltierten Neuen Weg, biegen aber gleich wieder in den Zuweg zur Edmundhütte ein. Die Edmundhütte ist ein Naturfreundehaus mit öffentlicher Gaststätte und hervorragender Aussicht.

Jetzt kommt noch ein besonders schöner, steiler, vielleicht sogar etwas gefährlicher Abschnitt. Da nämlich der Weg über die Terrasse der Edmundhütte aufgrund von Bauarbeiten gesperrt ist, müssen wir durch den Hang des Langenbergskopfes hinunter zum Neuen Weg. Hier muss man sich schon etwas konzentrieren, dass man nicht so viel von der tollen Aussicht hat.

Über den Neuen Weg erreichen wir die Hauptstraße in Leutesdorf. Da wir aber auf die andere Seite des Bahnhofs müssen, um den Zug nach Bad Hönningen zu nehmen, nutzen wir die Große Fährgasse als Unterführung und kommen dann über die August-Bungert-Allee zum Bahnhofszugang. Dabei passieren wir noch den Leyschen Hof mit seinem Rheingarten und einige historische Bauten. So endet der Weg, wie er begonnen hat: mit einem städtischen Spaziergang.

Wir haben Tipps, Bilder und Beschreibung zu dieser Rheinsteig-Etappe in  diesem Wanderführer von Antje Seeling und Soja Press genutzt:

 

 

 

 

 

 

 

 

Oetz, Bergstation Acherkogelbahn, Rundgang Rotes Wandl

Startpunkt Bergstation Acherkogelbahn (fürs Navi, Talstation: Oetz, Angerweg 13)

Rundgang Rotes Wandl (ca. 3,6 km; ca. 1½ Std. plus Einkehr; 159 Hm ↑↓)

Hochoetz auf der östlichen Seite des Ötztals oberhalb von Oetz ist eher als Skigebiet bekannt. Man kann verstehen, dass es nicht jeder schön findet, im Sommer durch solch ein für den Wintersport erschlossenes Gebiet zu wandern: Viel Infrastruktur, die ganz auf das Schneevergnügen ausgerichtet ist, vom künstlichen Speicherteich über Schneekanonen und deaktivierte Lifte bis zu den Pisten, die sich durch die Landschaft ziehen. Aber natürlich gibt es auch viele Vorteile einer sommerlichen Nutzung: die Bergbahn, die uns bequem hinaufbringt, die im Winter genutzten Pisten dienen als Grundlage für gut markierte Sommerwanderwege, Hütten, Almen und Bergrestaurants sind auf Touristen eingestellt, die Höhenlage ermöglicht ein angenehmes Klima mit hoher Luftqualität und abwechslungsreiche Landschaften, Almwiesen, Wälder und Felsregionen. Außerdem haben viele Wintersportorte, so auch Hochoetz, ihr Angebot speziell für den Sommer erweitert, z. B. durch Themenwege, die auch für Familien mit Kindern geeignet sind.

An der Bergstation der Acherkogelbahn

Auf einem solchen Themenweg gehen auch wir in die Berge: Glück auf! – Die spannende Welt der Bergmänner. Aber erst bestaunen wir noch die frei herumlaufenden Haustiere oberhalb der Bergstation der Acherkogelbahn. Es sind vor allem Pferde und Ponys, Esel und natürlich Rinder. Der Bergmänner-Weg folgt dann der Spur des Knappen Kuno. Vorbei an einem Kristallfelsen, einer Steinmühle, Kunos Stollen u.a.m. übersteigen wir auf einem schmalen Pfad einen kleinen Bergrücken, den nördlichen Ausläufer des Mohrenköpfl.

Dahinter erreichen wir die Balbach Alm mit der dazugehörigen Sennhütte auf 1957 Metern, heute eine schöne, große Einkehrmöglichkeit mit Kinderzoo usw. Nach einer Verpflegungspause geht es wieder über den Bergrücken und wieder unter der Mohrenkopfbahn hindurch, diesmal über den großen Forstweg. So kommen wir in einem großen Bogen zur Kühtaile Alm, wieder mit schöner Einkehrmöglichkeit.

Direkt hinter der Almhütte geht es hinauf zum Pfad der Wildtiere, so benannt nach den Figuren am Wegesrand. Über den erreichen wir dann endlich das Rote Wandl, ein Gipfel (2000 m), eher eine Felsformation mit einer grandiosen Aussicht über das Ötzal und den gewaltigen Tschirgantgrat dahinter. Das Rote Wandl ist so benannt nach dem rötlichen Gestein, das unterhalb des Gipfels an der steilen Westwand zutage tritt.

Blick vom Roten Wandl über Oetz im Ötztal

Von hier aus sind es nur noch ein paar Meter zurück zur Bergstation Acherkogelbahn. Auf dem Weg passieren wir nicht nur den Speichersee für die Schneekanonen des Skigebiets Hochoetz, sondern auch das Widiversum. Dies ist eine sehr beliebte Ansammlung von Spielstationen für Kinder und Familien, geöffnet sommers wie winters. Wer nicht direkt wieder hinunterfahren möchte, kann auch noch das Panoramarestaurant Hochoetz aufsuchen.