Zingster Wolkentheater #6

17.9.2025 – Auf dem Fischland in Wustrow und Ahrenshoop

Unser großer Ausflugstag begann wie der vorherige geendet hatte : mit Regen und einer frischen stürmischen Brise. Gegen 10 Uhr brachen wir auf und fuhren in den Süden der Halbinsel Fischland. Wir parkten am Hafen in Wustrow.

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Als wir in Wustrow aus dem Auto stiegen, begann es zu schütten. Wir spazierten zur nahen neugotischen Kirche aus dem 19. Jahrhundert, um den Turm zu besteigen. Die Aussicht gilt als eines der Highlights der Region. Nur leider öffnete das Gotteshaus erst um 11 Uhr. Erst standen wir bibbernd im Regen und Sturm vor der Tür, dann vertrieben wir uns die Wartezeit mit einem Gang über die Neue Straße, in der ganz im Gegensatz zu ihrem Namen historische Katen und reetgedeckte Häuser zu bewundern sind.

Schließlich durften wir die Kirche besuchen. Die Aussichtsplattform des Kirchtums befindet sich in geringer Höhe (18 m), aber ich war froh, als ich oben ankam, weil der Gang über die hohen Stufen recht mühsam war. Die Aussicht über den Bodden bis zur Ostsee war wie erwartet grandios, aber es stürmte stark auf der dem Wind zugewandeten Seite der Plattform.

Nach dem Kirchenbesuch gingen wir noch zum Fischlandhaus, das als Bibliothek und Kunstgalerie genutzt. Zunächst fotografierte ich das Gebäude unter dem Schirm, aber dann setzte ein derart heftiger Regen ein, dass wir uns ins Innere flüchteten. Dort schauten wir uns die Ausstellung von Gemälden von Christian Gätjen an, dem schon im Jahr 2008 verstorbenen Wustrower Künstler. War ganz interessant, vor allem faszinierte mich ein Gemälde von 1967, auf dem eine Strandszene am Lagerfeuer mit Tanzenden dargestellt war, die alle nackt waren.

Wir fuhren weiter nach Ahrenshoop. Dort nutzten wir das schlechte Wetter, um zunächst das Kunstmuseum zu besuchen. Die Sammlung von Landschaftsgemälden der Ahrenshooper Künstlerkolonie am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war aktuell leider nur in einem Raum ausgestellt. Allerdings gab es zwei Säle mit einer Sonderaustellung, in denen zum Teil schreckliche Werke von T. Lux Feininger, Feiningers Sohn, zu sehen waren.

Hinter dem Museum zweigten wir auf den „Weg zum Hohen Ufer“ ab, der uns in kurzer Zeit zum Strand führte. Inzwischen war die Sonne herausgekommen und die Landschaft sah aus wie frisch geputzt. Auf dem Hohen Ufer über dem Meer genossen wir die fantastische Aussicht. Der starke Wellengang war ideal für Kitesurfer, die sich im Wasser tummelten, und der weiße Sandstrand hinter den Dünen war einfach nur wunderschön.

Nun hatten wir großen Hunger und brauchten eine Pause. Wir landeten in einem sehr gemütlichen Café, wo wir den letzten Platz bekamen. Der Kaffee war sehr gut und H’s Quiche und mein Kuchen schmeckten überaus lecker.

Gut gestärkt setzten wir unseren Ausflug fort, gingen noch ein Stück über die Dorfstraße, spazierten an einigen Künstlerhäusern vorbei, und weil es so schön gewesen war, gingen wir über den Strandweg noch einmal zur Ostsee. Auf dem Rückweg schauten wir am „Kunstkaten“ vorbei, dem ersten Ausstellungsort für die Maler der Künstlerkolonie und einer der ältesten Kunstgalerien Norddeutschlands, die immer noch Veranstaltungshaus der Kurverwaltung genutzt wird. Außerdem weist das in einem herrlichen Blau gestrichene Haus eine wunderbare Darßer Tür (weitere Darßer Türen s. hier) auf, die ich selbstverständlich ablichten musste.

Nach dem langen Ausflug beschlossen wir am Abend, den Herd in der Ferienwohnung auszuprobieren und kochten ein gar köstliches Mal : Penne mit fertiger Arrabiatasauce. Unser Verdauungsspaziergang führte uns zum Strand, wo es ausnahmsweise keinen tollen Sonnenuntergang zu bewundern gab. Wir setzten uns in den Außenbereich der Bar an der Seebrücke, wo wir unter einem Wärmestrahler Bier und Sanddornglühwein schlürften und auf die Ostsee schauten. Einige Fotos des grandiosen Wolkentheaters musste ich dann aber doch noch aufnehmen, bevor wir recht müde in unsere Wohnung zurückkehrten.

Ahrenshoop mit seinem kulturellen Hintergrund und dem herrlichen Strand hatte mir ungeheuer gut gefallen. Als Standort für einen Urlaub auf Fischland Darß Zingst schien es mir nicht zentral genug, aber gegen weitere Besuche während der nächsten Reise in die Region hatte ich absolut nichts einzuwenden.

Am nächsten Tag, unserem letzten Urlaubstag, wollten wir hauptsächlich auspannen. Uns stand schließlicheine lange Rückreise bevor. Ratet mal, ob uns das gelungen ist.

Zingster Wolkentheater # 6 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Zingster Wolkentheater # 5

15.9.2025 – Rundgang durch Prerow und viel Regen

Morgens ließen wir uns viel Zeit : es regnete anhaltend. Zunächst gab ich im Max-Hünten-Haus das geliehene Sigma 16 – 300 mm Objektiv zurück. Die Fotos wollte ich mir noch zu Hause auf dem Bildschirm anschauen, um dann zu entscheiden, ob ich das Objektiv kaufen wollte (Spoiler: ich hab’s getan !).

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Ich ließ mir noch Stative zeigen, aber die Modelle waren mir sämtlich zu schwer und ich fand sie auch ziemlich teuer.

Gegen 10:30 Uhr, als der Regen nachgelassen hatte, fuhren wir nach Prerow. Zunächst besuchten wir die Seemannskirche, einen Backsteinbau und das älteste Gotteshaus der Region aus dem 18. Jahrhundert, und den Kirchhof mit historischen Grabsteinen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die Kirche fanden wir sehr schlicht und die Grabmale nicht besonders zahlreich. Die St. Severins Kirche in Keitum auf Sylt und ihr Friedhof hatten uns besser gefallen.

Als wir aus der Kirche traten, regnete es wieder stärker. Wir spazierten noch durch die Gassen in der Nähe. In der Hirtenstraße schauten wir uns die ersten Darßer Türen an. Diese kunstvoll geschnitzten Türen schmücken mit ihrer bunten Bemalung die Häuser auf dem Darß seit über zweihundert Jahren. Wir spazierten noch an der Alten Apotheke, einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, in der Langen Straße vorbei, bevor wir vor dem Regen zurück ins Auto flüchteten.

Wir parkten dann in der Nähe des Ortszentrums und ließen uns in der Touristeninformation ein Heft mit den Prerower Sehenswürdigkeiten geben. Mich interessierten hauptsächlich die Standorte der Darßer Türen. Zum Mittagessen kehrten wir in einer Brauereigaststätte ein und gingen dann über den Prerowstrom zur Seebrücke. Da strömte in der Tat nichts, es handelt sich heutzutage eher um ein stehendes Gewässer .

Die Seebrücke in Prerow ist mit 720 Metern die längste Seebrücke der Ostsee. Der Zugang zur Brücke mit zahlreichen Souvenirgeschäften, Eisdielen und Pommesbuden und dem entsprechenden Remmidemmi sagte uns nicht zu. Am langen weißen Sandstrand, der nicht durch Buhnen unterbrochen war wie in Zingst, war dagegen nichts auszusetzen. Nur die Ostsee schwächelte etwas, war fast glatt und zeigte kaum Wellengang. In dieser Hinsicht sollten wir jedoch am nächsten Tag bei unserem Ausflug nach Ahrenshoop reichlich entschädigt werden.

Wir gingen nicht bis zum Ende der Brücke, inzwischen schien wieder die Sonne und es wurde sogleich schwül heiß.

Zum Abschluss gingen wir mit der Karte der Tourismusinformation auf Türentour, merkten aber bald, dass das mit sehr viel Lauferei verbunden und entsprechend anstrengend war. Auf der Waldstraße kehrten wir schließlich um und folgten noch ein Stück der Buchenstraße. H. wartete auf mich, während ich noch ein Stück weiter ging, um mir noch einige Türen anzuschauen. Eine Fahrradtour wäre wohl geeigneter für eine umfassende Besichtigung der Darßer Türen in Prerow.

Abends gingen wir durch den heftigen Regen zum Essen und wurden ziemlich nass. Vor dem Restaurant durften wir dann in unseren feuchten Klamotten warten, bis ein Platz frei wurde. Am liebsten wären wir wieder gegangen, aber die Auswahl an geöffneten Lokalen war am Montag sehr klein. Nach einem mäßig guten Essen verzichteten wir auf unseren Abstecher zum Strand. Das Wetter war einfach zu schlecht.

In der Ferienwohnung relaxten wir und planten den nächsten Tag. Nun stand unser großer Ausflug zum Fischland an, nach Wustrow und Ahrenshoop. Die Wetterprognose war nicht berauschend. Wir konnten nur hoffen, dass es nicht dauernd schütten würde. Über das Wetter und unsere weiteren Erlebnisse werde ich berichten.

Zingster Wolkentheater # 5 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Zingster Wolkentheater # 4

14.9.2024 – Spaziergang rund um Zingst, Fotografieren mit einem Leihobjektiv

Nach einem ausgiebigen Sonntagsfrühstück mit Eierspeisen, frischem Orangensaft und Brötchen schaute ich im Max-Hünten-Haus vorbei. Es handelt sich um eine großartige Einrichtung, in der neben einer Fotoschule mit Workshops, Fotoausstellungen und eine öffentliche Bibliothek zu Fotothemen zu finden sind. Außerdem gibt es ein Printstudio, Arbeitsplätze für die Bildbearbeitung und einen Verleihservice für Kameras, Objektive und sonstiges Zubehör.

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Nachdem ich mir die Fotoausstellung (sehr beeindruckend !) angesehen hatte, ließ ich mich von der Mitarbeiterin am Tresen beraten. Mein 18 – 135 mm Objektiv reichte mir oft nicht. Ich interessierte mich für Linsen mit höherer Brennweite. Zunächst wurde mir ein 100-400 Objektiv angeboten, das mir mit 1100 g aber zu schwer war. Dann schlug mir die Dame das Sigma 16-300 mm Objektiv mit einem Gewicht 615 g vor. Zusammen mit dem Body würde meine Kamera knapp unter 1000 g wiegen, was gerade noch akzeptabel war. Ich lieh mir das Objektiv für einen Tag aus und ging zurück zur Ferienwohnung, um H. einzusammeln.

Wir spazierten zum Hafen und dann auf dem Rad-/Wanderweg am Bodden nach Osten. Es hatte inzwischen aufgehört zu regnen. Die Sonne schien schwach und die Vegetation strahlte in frischem Grün. Die Temperatur war, wie angekündigt, stark gefallen, was aber sehr angenehm zum Laufen war.

Im Max-Hünten-Haus hatte man mir gesagt, dass das Objektiv für die Tierfotografie nicht ausreichte. Das stimmte : die Schwäne im Bodden wurden nur als Punkte abgebildet. Aber das Fotografieren von Tieren, insbesondere Vögeln, ist ohnehin nicht mein Ding : bin viel zu langsam ! Ansonsten machte mir das Fotografieren mit dem Objektiv viel Spaß. Es fokussierte sehr schnell und ich genoss die zusätzliche Brennweite bis 300 mm.

Auf der Höhe der Aussichtsplattform bogen wir ab ins Landesinnere und spazierten über einen etwas öden betonierten Weg nach Norden, um zur Ostsee zu kommen.

Inzwischen plagte uns der Hunger. Wir landeten in einem Strandbistro hinter dem Deich mit sehr nettem Service. Aus dem begrenzten aber leckeren Speisenangebot bestellten wir uns zusammen eine schmackhafte Riesencurrywurst mit Pommes. Alle paar Jahre kann man dieses Gericht wohl essen!

Danach spazierten wir am Strand entlang bis zur Seebrücke. Dort nutzte ich die Gelegenheit, die höheren Brennweiten des Sigma Objektivs auszuprobieren. Mit dem Ergebnis war ich recht zufrieden, allerdings musste ich mich an das Gewicht der weit ausgefahrenen Linse gewöhnen.

Die Tauchgondel bei der Seebrücke wurde gerade sehr langsam so weit abgesenkt bis sich die Fenster unter der Wasseroberfläche befanden. Ein sehenswertes Schauspiel ! Allerdings glaubten wir nicht, dass es in der Gondel viel zu sehen gab, ein paar Fische vielleicht, aber wohl hauptsächlich die von Algen und Muscheln bedeckte Betonbrückenteile.

Abends speisten wir gemütlich in einem italienischen Restaurant und danach ging es wieder auf die Seebrücke. Die Sonne war schon untergegangen, aber das Fotografieren zu Beginn der blauen Stunde lohnte sich noch.

Nach dem recht erholsamen Tag begaben wir uns gegen 22 Uhr zu Bett. Für den nächsten Tag waren längere Regenperioden angesagt. Wir wussten nicht, ob es mit dem geplanten Ausflug nach Prerow klappen würde. Lasst euch überraschen (Bericht) !

Zingster Wolkentheater # 4 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Zingster Wolkentheater # 3

13.9.2025 – Weststrand und Born auf dem Darß

Morgens fuhren wir zum südlichen Parkplatz „Drei Eichen“ in der Nähe von Ahrenshoop. Nach einem kurzen Waldspaziergang (1,5 km) kamen wir schon am Weststrand an. Der 14 km lange Naturstrand, der nur zu Fuß und mit dem Fahrrad zu erreichen ist, und durch den Wald abgeschirmt wird, wurde vom Fernsehsender arte zu einem der 20 schönsten Strände der Welt gekürt.

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Unsere Wanderung durch den feinen weißen Sand bei leichtem Wellengang, schwachem Wind und herrlichem Sonnenwetter fanden wir richtig toll. Im Vorfeld hatte ich ausgezeichnete Fotos gesehen, die angeschwemmte Hölzer und Baumstämme und oft auch die urigen Windflüchter darstellten, also hohe Bäume, deren Wuchsform durch den hauptsächlich vom Meer wehenden Wind bestimmt wird.

Mit meinen Fotos klappte es aber nicht so ganz, wahrscheinlich war das Licht am Vormittag nicht ideal oder ich fand nicht den richtigen Blickwinkel. Wahrscheinlich Beides ! Was das angeschwemmte Holz, z.B. die knorrigen Äste, betraf, kam es mir so vor, als ob die Fotografen entweder direkt nach einem Sturm geknipst oder die Teile motivgerecht platziert hatten. Wie dem auch sei, es war ein wunderbares Erlebnis an dem wilden Naturstrand entlang zu schlendern.

Nachdem wir ein gutes Stück gelaufen waren, bogen wir ab und liefen durch den Darßer Wald zurück. Dort war es fast noch schöner : ein lichter Märchenwald mit federndem Waldboden und bizarr geformten, zum Teil zusammengewachsenen Baumstämmen.

Auf der Rückfahrt parkten wir in Born, einem hübschen Boddendorf, mit bunt angemalten Häusern. Zunächst schauten wir uns den kleinen Hafen am Bodden an. Dort wirkte das Wasser ausgesprochen schaumig, was aber möglicherweise am kabbeligen Wellengang lag. Als uns der Hunger plagte, legten wir eine Mittagspause mit Fischbrötchen ein , sehr lecker und frisch, aber riesig.

Danach spazierten wir zu den im Reiseführer beschriebenen Häusern (u.a. in der Schulstraße 2 in Gelb und Blau) und schließlich zur Fischerkirche, einer Holzkirche mit Tonnengewölbe.

Abends ging es wieder einmal auf die Seebrücke, wo wir erneut eine fantastische Abendstimmung bewundern durften.

Sehr schmackhafte Fischgerichte in einem sehr gemütlichen Lokal rundeten den herrlichen Tag ab.

Am nächsten Tag planten wir zunächst ein gemütliches Sonntagsfrühstück und dann einen längeren Spaziergang rund um Zingst. Seid gespannt, was wir erlebt haben!

Zingster Wolkentheater # 3 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Zingster Wolkentheater #2

12.9.2025 – Ausflug zum Darßer Ort

Morgens fuhren wir nach Prerow und parkten am außerhalb gelegenen Platz am Bernsteinweg. Dort kostete das Parkticket doch tatsächlich 12 € pro Tag!

Wir spazierten 4,5 Km durch den Wald bis zum Leuchtturm „Darßer Ort“ und besuchten dort das „Natureum„, eine Abteilung des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund. Im Café im Innenhof, saßen wir sehr nett, genossen ein 2. Frühstück in der Sonne und stiegen auf den historischen Leuchtturm von 1848 (126 Stufen – uff!).

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Die Aussicht auf den naturbelassenen Weststrand, wohl der schönste deutsche Strand, 14 km lang mit feinem weißen Sand, fand ich grandios, war nur ein bisschen enttäuscht, weil ich mir einen Blick auf den „Darßer Ort“, die Nordspitze der Halbinsel Fischland Darß Zingst, erhofft hatte.

Dann suchten wir nach dem Rundweg um die Landspitze, landeten aber zunächst am Weststrand. Das Gehen durch den tiefen Dünensand war mühsam und am Strand war es recht voll und längst nicht so schön wild wie auf den Fotos. Wir beschlossen, diese Strandwanderung an einem anderen Tag von an einer anderen, nicht so belebten Stelle aus, zu beginnen (Bericht folgt) und gingen ein kleines Stück zurück ins Inland, wo wir den Bohlenweg bald entdeckten.

Wir spazierten durch eine atemberaubende Dünen-, Heide- und Sumpflandschaft mit lichten Wäldchen, und kamen an den kleinen Inlandsgewässern Otto- und Libbertsee vorbei, die wichtige Rast- und Brutplätze für zahlreiche Vögel bilden. Auf Aussichtsplattformen kann man die Tierwelt beobachten. Wir stiegen auf die Hirsch-, Adler- und Entenplattform. Die Adlerplattform war durch die Stative von Fotografen mit ausgesprochen fetten Teleobjektiven (bis ca. 800 mm) belegt. Ich ergatterte noch ein Plätzchen auf der Seite, konnte aber mit bloßem Auge und meiner 135er Linse keinen Raubvogel erkennen. Zum Ausgleich wurde mir ein Hirschrudel mit kapitalem Bock und Kühen am anderen Ufer des Libbertsees gezeigt : ein kleiner dunkelbrauner Punkt und mehrere kleinere hellbraune Flecken. Die Ausblicke über die Seen und zur Ostsee in der Ferne waren jedoch ein wunderschönes Erlebnis.



Der Rückweg auf dem 3,7 km langen Wanderweg nach Prerow war für mich etwas quälend. Mein Rückenproblem machte sich bemerkbar, obwohl H. nun meinen Daypack trug. Eigentlich wollten wir mit der Darßbahn, einer touristischen Bimmelbahn, abkürzen, aber der nächste Zug fuhr erst in 40 Minuten. Daher liefen wir weiter. Wir wollten eine Pause einlegen und suchten eine Abzweigung von dem Waldweg, wo auch wieder viele Radfahrer unterwegs waren. Schließlich landeten wir auf einem Campingplatz in den Dünen.

Das Eiscafé war nach dem Saisonende leider schon geschlossen. Im Supermarkt holten wir uns Kaffee vom Automaten (toller großer Cappuccino !) und ich genehmigte mir einen saftigen Rhabarberstreuselkuchen. Damit setzten wir uns an einen Tisch in der Sonne. Lange konnten wir die Kaffeepause leider nicht genießen. Binnen kurzer Zeit zogen riesige schwarze Wolken herbei, und es begann zu donnern. Wir brachen schnell auf und eilten die restlichen 1,5 km zum Parkplatz zurück . Unser Weg führte durch den Campingplatz und direkt hinter den Dünen entlang. Den Blick auf Strand und Meer sparten wir uns aber. Uns fehlte die Energie zum Laufen durch den tiefen Sand und wegen des Gewitters mussten wir uns auch beeilen.

Als wir ins Auto stiegten, begann es heftig zu schütten und auf der Rückfahrt hagelte es sogar. Glück gehabt ! Die vielen Radler auf dem Deichweg, die ich als lahme Wanderin am Vortag noch beneidet hatte, taten mir nun ziemlich leid.

Abends schauten wir zunächst beim Treffen der Shantychöre auf der Freilichtbühne am Kurpark vorbei, fanden es aber nicht so interessant. Geboten wurde nicht authentische Volksmusik, sondern eher Schlager zum Mitschunkeln, so dass wir wie viele Andere bald wieder aufbrachen. Der allabendliche Gang auf die Seebrücke folgte, aber auf den Sonnenuntergang warteten wir dieses Mal nicht.

Nach einer etwas längeren Suche fanden wir schließlich einen Platz zum Abendessen. Reservieren konnten man in den meisten Lokalen nicht und am Freitagabend war fast alles belegt.

Schon um 20 Uhr kehrten wir in unsere Ferienwohnung zurück, wo wir nach dem wunderschönen aber auch anstrengenden Ausflug, einen gemütlich faulen Abend verbrachten.

Am nächsten Tag planten wir eine kleine Wanderung am bekannten Weststrand. Ich war gespannt, wie uns der wilde und abgeschiedene Naturstrand gefallen würde (s. Bericht).

Zingster Wolkentheater #2 erschien zuerst auf Wanderlustig.

Zingster Wolkentheater #1

11.9.2025 – Relaxen in und um Zingst

Morgens ließen wir es sehr gemütlich angehen, frühstückten ausgiebig und zogen schließlich los zum Hafen an der Boddenküste. Für diejenigen, die nicht wissen, was ein Bodden ist : Bodden sind durch Inseln oder Landzungen vom Meer abgetrennte flache Küstengewässer. Die Bodden in Vorpommern befinden sich südlich der Halbinsel Fischland/Darß/Zingst.

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Auf dem Weg zum Hafen kamen wir an nett bemalten Stromkästen vorbei, sozusagen die örtliche Street Art, von der wir in den kommenden Tagen noch mehr sehen sollten. Der Hafen war überschaubar. Auf dem Uferweg gingen wir schnell in Richtung Osten weiter. Die Mittagssonne brannte und war zum Fotografieren nicht ideal. Bald stellten wir auch fest, dass unser Urlaubsziel hauptsächlich für Radfahrer geeignet war, die sich auf den langen ebenen und meistens asphaltierten Wegen in großer Zahl tummelten. An diesem Morgen trafen wir nur wenige Spaziergänger oder Wanderer. Ständig mussten wir den Radlern ausweichen. Obwohl sich die Leute immer sehr nett bedankten, nervte das ein bisschen. Auch konnten wir auf dem schmalen Pfad, der auf einer Art Deich verlief, nicht nebeneinander laufen.

Ein bisschen früher als geplant bogen wir nach Norden zum Strand ab. Es folgte eine kleine Wanderung am feinsandigen Strand entlang zurück bis zur Seebrücke. Dort war Einiges los. Zahlreiche Spaziergänger waren unterwegs und einige Leute badeten sogar noch.

Nach einem wunderbaren Fischbrötchensnack an der Seebrücke kehrten wir ins unsere Wohnung zurück, wo wir uns noch einmal gründlich ausruhten. Ich legte mich auf eine Gartenliege, sonnte mich ein bisschen und bewunderte die großartig aufgetürmten, schnell vorbeiziehenden Wolken. Ein veritables Wolkentheater !

Nachmittags bummelten wir durch den Zingster Ortskern, um unseren Urlaubsort kennenzulernen. Zingst ist sicher keine klassische nordische Dorfschönheit, obwohl dort auch einige reetgedeckte Häuser stehen, aber ein sehr netter Urlaubsort mit Seebrücke und herrlichem Strand, durch den man entspannt flanieren kann. Für Zingst hatten wir uns entschieden, weil das Zentrum kompakter ist als in den Nachbarorten Prerow und Ahrenshoop (Bericht über diese Orte folgen).

Zur Ortserkundung gehörte natürlich auch ein Besuch in einem örtlichen Café. Wir kehrten im Wiener Café Melange (Werbung ohne Auftrag) ein. Im traditionell eingerichteten Lokal saßen wir recht gemütlich und ließen uns den guten Kaffee und Kuchen schmecken. Möglicherweise ist das Jammern auf hohem Niveau : aber ganz so köstlich wie in den original Wiener Kaffeehäusern, die ich kürzlich besucht hatte, war es dann doch nicht.

Während wir im Café saßen, begann der angekündigte Regen. Und es hörte während des gesamten restlichen Tages nicht mehr auf ! Trotzdem gingen wir abends zum Strand. Auf der Seebrücke, auf der bei dem miesen Wetter nur wenige Passanten unterwegs waren, bestaunten wir einen Sonnenuntergang vom Feinsten. Herrlich, wie die Sonne unter der Wolkendecke herauskam! Fotografieren war etwas schwierig. H. hielt den Schirm über die Kamera und als es etwas stürmte, auch mich beim Knipsen fest. Aber der Spaziergang hatte sich wirklich gelohnt.

Zum Abendessen verspeisten wir äußerst leckere Fischgerichte in einem sehr beliebten Lokal. Dass wir so schnell einen Platz bekommen hatten, hing sicher mit dem schlechten Wetter zusammen.

Da wir uns von der weiten Anreise erholt hatten, stand am nächsten Tag der erste Ausflug an. Wir wollten von Prerow zum Darßer Ort wandern.

Wie es uns gefallen hat, könnt ihr in meinem Bericht nachlesen.

Zingster Wolkentheater # 1 erschien zuerst auf Wanderlustig.