klirrend frostig

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Das Jahr verabschiedet sich frostig. Tage und Nächte bleiben unter Null Grad. Im Gewächshaus zündet der Meister allabendlich die Öllampe und eine Grabkerze an, um unsere Pflanzen im Winterquartier durch diese kalte Zeit zu bringen. 

Der Igel ward in den letzten Tagen zum Glück nicht mehr gesehen. Tapste er doch bis Anfang Dezember noch durch den Garten, und dem Meister beim abendlichen Vogelfutter verteilen im Dunklen vor die Füße. Einmal vor der Wasserschale, ein anderes Mal unterm Vogelhaus.
Hoffentlich hat er jetzt sein „Schlafgewicht“ erreicht und wir sehen ihn erst im Frühjahr wieder. Ein ziemlich kleines Kerlchen war das. Ich tippe auf einen Jungigel. Bei Begutachtung war keine Verletzung oder starkes Untergewicht zu erkennen. Was man halt so sehen kann im Taschenlampenlicht. Er sah gesund aus. Zur Sicherheit gab es ein kleines Häufchen Mehlwürmer vor die Nase. Nach einer halben Stunde war der Igel weg – die Würmer auch.

Wir haben dieses Jahr endlich wieder so einige Weihnachtsmärkte „mitgenommen“, sobald sich das Wetter dazu anbot. Nachdem es gesundheitlich im letzten Jahr nicht möglich war, habe ich dies sehr genossen.
Eingeläutet wird alljährlich die Weihnachts- und damit Lebkuchenzeit Anfang November in Pulsnitz. Der Pfefferkuchenmarkt ist ein Muss und macht Appetit auf noch mehr buntes Klingelingeling.
Mein Meister bevorratet sich meist gleich für die gesamte Adventszeit mit Leckereien – mich fuchst das Angebot eher nicht an, da ich ja keine „echten“ Lebkuchen vertrage. Manchmal entscheide ich mich für eine Tüte Kokosmakronen.

In Freiberg waren wir zum ersten Mal zur Weihnachtszeit, und auch dann ist es herrlich in dieser Stadt zu sein, wie wir feststellen durften – keine Überraschung. Mein Meißen ist sowieso IMMER eine Reise wert. Und der Hallenser Weihnachtsmarkt ist mit der S-Bahn von uns aus super bequem und einfach zu erreichen.
Damit waren wir im Advent weihnachtlich gut einlullt und konnten alle Bratwurst-, Lebkuchen-, Glühwein- und Räucherkegelgerüche konzentriert auf- und mitnehmen. Wunderbare Weihnachtsmarktzeit. 

Und nun ist es schon Winter. Kalt und Frostig. Die Tage sind kurz, und werden trotzdem schon wieder länger. Merkt man schon, oder? An irgendwas muss ich mich ja aufrichten.
Sooft wir können, und das Wetter mitspielt, machen wir nach wie vor einen Spaziergang. Dann eben jetzt noch ein Shirt mehr drüber ziehen und den dickeren Schal umlegen. Selbst mein Meister greift da zur Mütze! Und ab in den Wald!

Wie von Väterchen Frost weiß gepudert zeigt sich die Landschaft. Er hat ganze Arbeit geleistet.
Beim Laufen knirscht es frostig unter den Stiefeln. Die Wildgänse fliegen in Formation schnatternd über uns. Hier im Wald schützen uns die Bäume vor dem eisigen Wind. Es geht eine große Runde um die drei Teiche. Sie sind alle zugefroren. Festgehalten in ihren alltäglichen Wasserbewegungen.

Mein Meister kann sich nicht halten als er diese Winterpracht sieht. Als erstes schlittert ein Stock über die Eisfläche. Kurz darauf fällt der ein Kilo schwere Stein, ohne einen Kratzer zu verursachen. Selbst die Fläche zu betreten traut er sich dann doch nicht. 

Es ist eine  ruhige Zeit geworden. Die Zeit „zwischen den Jahren“ ist eine besinnliche, nachdenkliche, und mystische Zeit. Auch die Zeit der Raunächte. 
Wir rekapitulieren das vergangene Jahr und formen einige Wünsche an das Neue. Vielleicht sind aber auch alle Geschichten schon geschrieben.? Wer will es wissen?

Kommt alle gut ins nächste Jahr.

Lasst es Euch gut gehen.

reformationstag

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Der Reformationstag verlangt nach Reformationsbrötchen. Seit Wochen werden sie bereits verkauft. Jaa, eben nur nicht hier..
Seit unserem Umzug aufs Land sind wir, bzw. mein Meister völlig unterversorgt mit diesen leckeren Teilchen. Letztes Jahr gab es nicht ein einziges für ihn, diesjährig haben wir einen einzigen Bäcker ausgemacht der sie anbietet, und da muss man hin kommen.
Kommt man aber immer näher an die Stadt Leipzig heran, wird die Reformationsauslage diesbezüglich in den Backstuben dichter und dichter, haben wir dieses Jahr auch heraus gefunden.
Und gestern bei einer Stippvisite in Thüringen waren sie Mittags bereits ausverkauft.

Sei es drum. Mein Meister konnte sich bevorraten. Und ich? Nun ja. Ich lebe davon, dass er ein derart schlechtes Gewissen hat, dass er mir welche backt. SO.

Es heißt zwar, die Reformationsbrötchen sind aus einem ‚leichten‘ Stollenteig, aber der Hefeteig will gut und lange und überhaupt dauerhaft geknetet werden. Wer soll’s machen? Jemand kräftiges. Also bitte. Da brauchts einen starken Kerl. Denn für die Rührmaschine ist es bei mir einfach auch zu wenig Teig, mit 250g Mehl. Das wird nix.
Ich bin nachfolgend die Dekorateurin und für die Formung zuständig.

Wir haben sie vor längerer Zeit schon einmal gemacht und sie waren auch da richtig lecker. Aber neue Zeit – neues Rezept. Es soll nie langweilig werden. Diesmal wurden die Brötchen so hergestellt:

für 6 Reformationsbrötchen

150g glutenfreies Mehl (Mantler
80 g Bisquit und Kuchenmehl (Mantler)
10 g Hafermehl
1EL Stärke

1/2 Würfel Hefe
125 ml Milch (lauwarm)
15 g Zucker (ohne bisquitmehl etwas mehr, da dies zucker enthält)

50 g Butter
1 EL Zitronat (fein gehackt)
1 Prise Salz
Zitronenpaste (oder Abrieb einer Schale, oder Zitr.aroma)
50 g gehackte Mandeln

Erdbeerkonfitüre
gehobelte Mandeln

100 g Puderzucker
Zitronensaft

Zuerst die Mehlmischung in eine Schüssel geben und darin in einer Mulde etwas von der Milch, der zerkrümelte halbe Würfel Hefe, der Zucker und wenig Mehl zusammen vermengen. Dies ca. 20 -30 Minuten abgedeckt gehen lassen.

Dann die weiche Butter, das Zitronat, Salz, Zitronenpaste, gehackte Mandeln und die restliche Milch dazugeben und alles gut verkneten, bis der Teig die Schüssel putzt.
Jetzt 6 kleine Kugeln formen und auf ein Backblech geben.
Die Kugeln mit einer Schere kreuzweise ziemlich tief einschneiden und die 4 Ecken nach außen legen.
Erdbeermarmelade in die Mitte geben, gehobelte Mandeln darüber streuen.

Im Backofen bei ca. 190 Grad 20 – 30 Minuten backen.

Auskühlen lassen und mit dem Puderzucker und Zitronensaft eine feste Paste rühren und über die Reformationsbrötchen streichen, wie dick ihr wollt.

Wer will, kann dem Teig noch Rosinen hinzufügen. Die gehören klassisch rein. Nur nicht bei mir 😉
Das Mehl könnt ihr nach Belieben mit normalem glutenfreien Mehl austauschen. Ist nur eine Geschmacks- und Vorratsfrage.

hier immer noch ohne zuckerguss. und die marmelade verschwand im fluffigen teig .. das hatte ich auch noch nie.

Was nun auch immer noch für eine Diskussion um die Form dieser Teilchen herrscht, wie gerade gestern wieder im Autoradio verfolgt, hier gab und gibt es immer nur 4 Ecken. Und das soll wohl die Ansicht einer Bischofsmütze (Mitra) von oben sein.

Ich wünsche Euch gutes Gelingen und einen schönen Feiertag.

Lasst es Euch gut gehen.

regionales alpaka

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Nicht oft stricke ich so Sachen, die meine ungeteilte Aufmerksamkeit erfordern. Decken, die sich fast von allein nebenher als Meditation stricken, dürfen es lieber sein. Nein, die müssen sogar sein. Sie halten auch auf, können aber jederzeit länger beiseite gelegt werden, ohne Angst haben zu müssen ich weiß beim nächsten Mal nicht mehr ‚wie weiter?‘. Bei dieser Jacke war das eher schwierig. Hier blieb ich mal lieber am Ball, sozusagen am Wollball.

Aber hin und wieder tut es gut für eine längere Zeit fest an einem größeren, nicht ganz so leichtem Projekt zu ‚kleben‘. Das Werden eines solchen Stückes ist immer etwas besonderes.
Nicht so ein huschi husch, wie manch kleine Mütze, sondern ein langsames entstehen. Und dabei immer zu erleben wie es einem ans Herz wächst, um so länger ich daran arbeite. Und doch muss ich sie alle hergeben…

Und damit heute mal wieder ein Blick in die Vergangenheit meiner entstandenen Stücke. Denn diese Jacke ist schon wieder Geschichte.

Auf einem Markt erwarb ich vor etlichen Jahren diese Alpaka Faser von einem lokalen Anbieter. Und das freut mich immer am meisten, wenn man zudem noch die eigene Region unterstützen kann, und dabei das hauseigene Alpaka auch gleich noch daneben steht, und ich ihm im Stillen verspreche ‚ es wird was feines aus deinem haar ‚.

Dann begann ich nun vor mehr als 5 Jahren an dieser Jacke zu werkeln und schloss sie dennoch mit den letzten vernähten Fäden und besetzen der Knöpfe erst letztes Frühjahr ab. Unser Hausbau drängelte sich zu dieser Zeit ja auch noch dazwischen und sorgsam möchte ich meine Teile sowieso beendet wissen. Gut Ding will Weile haben.

Diese Jacke ist ein quer kraus rechts gestricktes Ausdauerstück nach einer Brigitte Anleitung, von mir verfeinert mit zwei kleinen Lochmusterreihen.

Und dann ist doch nach langer gemeinsamer Zeit der Abschied gekommen und es ist einem sowieso nie ganz unwichtig wohin so ein Lieblingsstück geht. Doch sicher ist immer: es findet seinen Platz und seine Bestimmung, auch wenn es länger dauert.
Auf unserem kleinen Markt im Dorf, im letzten Jahr, durfte sie sich vorstellen und hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Das war das Stück mit den meisten Hinguckern, den meisten Nachfragen, und den meisten AAhhs und OOhhs. Erwärmen konnte sich vor Ort dennoch keiner so schnell, aber das ist auch verständlich. Sie wurde schon gemocht, allein Verwendung dafür hatte keiner. Noch keiner…
Wenig später wurde sie abgeholt und fand ihren neuen Besitzer. So ist es recht.

Lasst es Euch gut gehen.

dorf, wie ich es mag

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Noch gibt es sie, die warmen Abende. Diese „ich lese hier bis ich nix mehr sehe“ Abende auf der Terrasse. Leider werden sie immer kürzer, die Sonne kreist immer tiefer um uns herum.

Auf den Feldern ist es laut und staubig. Die Traktoren fahren unentwegt.
Selbst der Traktor Fahrschüler drängelt uns vom Feldweg und fährt zügig, mit seinem Lehrer neben sich, grüßend und heftig wippend an uns vorbei. Wie zwei Wackeldackel schaukeln sie auf dieser Buckelpiste in ihrer Fahrerkabine hin und her.

Wir laufen so oft wir nur können und das Wetter es zulässt. Eine und eine viertel Stunde ist das Mindestmass. Das ist die kleine Runde.
Die ganz Große geht zuerst durch die „Puszta“ (einem ortsteil), anschließend durch den Wald, und dort vorbei an drei Seen. Da laufen wir knapp 3 Stunden und nehmen sie daher weniger „mit“. Es gibt noch 2-3 andere mit einem Mittelmass.

Meist verabschiedet uns am Dorfausgang der kleine Malteser und dümpelt hernach gemächlich den Weg zurück auf sein Grundstück, woher er angerannt kam. Immer wieder das gleiche Spiel: angebellt, beschnuppert, angestupst …. erledigt. ‚Die kenn‘ ich – nicht weiter interessant.‘
Zwei junge Füchse begrüßen uns später auf dem Rückweg am Ortseingang.

Unsere Wege sind gesäumt abwechselnd von unzähligen Äpfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und verschieden farbigen Mirabellenbäumen. Dieses Jahr sind auch wirklich alle schwer behangen.

Die eigenen Mirabellen sind bereits eingekocht. Die lässt man nicht umkommen. Zum Mirabellenröster gekocht. Eine feine Sache. Also eigentlich lapidar zum „Kompott“, aber der österreichische Begriff „Röster“ gefällt mir besser. Perfekt für Eierkuchen oder Waffeln.

Die Äpfel und Birnen brauchen alle noch bis zur Reife, nur die Mirabellen wurden stets als Wegzehrung verkostet und die Pflaumen werden jetzt regelmäßig verbacken, solange wir noch welche finden. Nachdem schon der volle Eimer vom Nachbarn in Gläser gewandert ist. Pflaumenröster! Und einen Kuchen abwarf.

Ringsum fallen die Früchte von den Bäumen bevor sie reif sind. Die Bäume können sie nicht mehr tragen und wahrscheinlich auch nicht nähren. Es ist zu trocken. Überall in den Gärten sieht man Holzstützen unter den Ästen damit nicht alles abbricht.
Und da hier jeder schon genug Obstbäume im eigenen Garten stehen hat wird das wilde Obst erst recht missachtet. Was tut uns das leid.
Der Nachbar kommt uns mit dem Elektrorad entgegen. „Ich wollt mal gucken ob es stimmt dass hier die Birnen in Massen unten liegen.“ Ja, leider, es stimmt. Und Trauben von Fliegen und Wespen um diese ‚Fruchtplätze‘, so dass man einen Bogen drumrum läuft.

Nun kommt der Herbst, ob ich es will oder nicht. Ich hoffe nur, wie jedes Jahr, es gibt noch ausreichend warme sonnige Tage.

Lasst es Euch gut gehen.

decken gibt’s auch noch

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Ein größeres Projekt, was mehr Zeit in Anspruch nimmt, liegt auch immer parat neben den Mützen. Das sind die Decken. Immer mindestens eine angefangene befindet sich in der Projekttasche und wird dann zur Hand genommen wenn es mal ohne viel nachzudenken weiter gehen soll. Das Entspannungsprojekt zwischen den Mützen.

Und am liebsten mache ich diese Decken natürlich mit den einfachsten Mustern. Aber nicht nur der Entspannung wegen, sondern weil sie damit am besten aussehen, finde ich.

Wolle: creative cotton camouflage (rico); fb 004 „sandy beach“
Größe: 63 cm X 47 cm


Die kleinere ist nach einer Anleitung aus dem Buch „Heiße Nadel“ von Joelle Hoverson gefertigt. Das Muster gefällt mir richtig gut, und es ist einfach zu stricken mit abgehobenen Maschen und hat einen tollen optischen Effekt. Und nebenbei wird sie auch noch dicker und damit griffiger.

Wolle: creative cotton camouflage (rico); „005 misty forest“ + „006 pepple beach“
Größe: 1,17m X 0,80m

Eine weitere ist in glatt rechts fertig geworden. Sie durfte etwas größer werden, weil sie nicht ganz so dick und schwer ist, bei diesem Muster. Wer es dann dicker möchte kann sie doppelt legen. Dafür kommen hier die wechselnden Farben im Garnverlauf als Streifen vielleicht etwas mehr zur Geltung.

Lasst es Euch gut gehen.

jalta, lwiw, uman, kachowka und donezk

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Es ist mir ein großes Bedürfnis gleich die nächste Runde an fertig gestrickten Mützen zu zeigen.
Natürlich wieder alle mit ukrainischen Städtenamen versehen und fertig zur Abreise nach Guatemala, oder auch dem früheren Verkauf derer auf Märkten. Was eben am ehesten und besten klappt. In jedem Fall gehen sie als Spende ihren Weg und tun hoffentlich gutes.

Die „Jalta“ hatte ich schon einmal auf Insta gezeigt, aber der Vollständigkeit zuliebe gehört sie ebenso hierher. Und wenn ich diesen Städtenamen der Ukraine höre oder lese, kommen besonders gute Gefühle bei mir hoch, weil ich mich doch noch an so einiges von meinem Besuch in Jalta erinnern kann.

Dann gibt es noch diese weiteren:

Mütze Donezk.
Links gestrickt, mit 2 Blütenranken auf der – ja, genau – der anderen Seite.
Garn: Baby Merino (drops)

Mütze Lwiw.
Garn: Baby Merino (drops)

Mütze Uman.
Garn: Baby Merino (drops)

Mütze Kachowka.
Garn: Baby Merino (drops) in Perlmuster.

Damit ist dies kleine Häufchen gezeigt. Einige andere warten noch auf ihre Namensgebung, dann stellen auch sie sich hier vor.

Lasst es Euch gut gehen.

kreminna, kramatorsk, isjum, herza, siwersk, balta

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Und wieder ging ein großer Karton voller Babymützen und Babyhauben 2023 auf den Weg. Es sind wie eigene Kinder, denen man nur alles Gute für die Zukunft wünscht und dass sie den richtigen Platz im Leben finden mögen. Damit das alles einen Sinn ergibt.

Hier hatte ich sie alle schon einmal verbloggt, gemeinsam im Stapel. Doch ich möchte sie auch noch einmal einzeln zeigen. Ich glaube das hat jede einzelne verdient und ist vielleicht so manches Mal auch eine Inspiration zum nachmachen.

baby merino (drops), eigenes muster

restwolle, eigenes muster

creative cotton fleece (rico), muster aus zeitschrift knit now 41

wolle: luxury organic cotton (rico)  links: muster aus zeitschrift knit now 39, rechts: eigenes muster

wolle: creative summer sprinkles (rico), eigenes muster

Lasst es Euch gut gehen.

fröhlich lesen

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So manches Mal komme ich zu einem Buch wie die Jungfrau zum Kinde. Urplötzlich und unerwartet. Wie auch hier zu dem Buch von Susanne Fröhlich „Verzogen“.

Es ist nicht das Erste was ich von ihr lese. Vor Jahren habe ich mir im Urlaub am Strand von meinem Meister den Reader ausborgen müssen. Ich war einfach schneller mit dem Lesen meines Buches fertig als ich dachte und hatte mir daher kein weiteres zum Strandgang eingepackt. Er nahm sich eine Lesepause, schnappte sich sein Handy zum Musik hören und/oder Spielen zur Hand und überlies mir seinen elektronischen Lesefreund. Das Buch hieß „Kann weg!“

Das war dann doch auch eine leichte Umstellung für mich, nicht mit einem klassischen Buch zu lesen, sondern mit dem Reader. Aber es ging ganz gut, obwohl ich mir nach wie vor ein klassisch gedrucktes Buch weiterhin vorziehe. Aber mal in der Not, oder auch im Flugzeug, geht das recht gut. Jahaa, im Flieger ist man besonders gut dran, im Dunkeln nicht auf die funzelige Deckenlampe angewiesen zu sein, bei selbst leuchtenden Seiten.

Ich hatte nun bei meiner Premiere manchmal eine Seite zuviel umgeblättert, da reagierte er dauernd empfindlich drauf und ich musste regelmäßig die Seitenzahl kontrollieren. Aber sonst brauchte ich mit dem Reader in der Hand kaum die Liegeposition zu wechseln. Die Haltestellung blieb immer gleich. Hatte auch was neu- ungewohntes.

Nun schrieb mich über Bookcrossing eine Lesefreundin an, die sich ein Buch in meinem digitalen Regal ausgesucht hatte und einen Ringtausch wünschte. Und in ihrem Bücherregal fand ich das Buch „Verzogen“ von Frau Fröhlich. Somit war der Tausch zügig beschlossen. 3 Tage später plumpste es in meinen Briefkasten.

Das Buch handelt von einer 365 Tage Challenge. Und diesmal zieht ihre Protagonistin Frau Schnidt mit ihrem Mann auf das Land. In ein Dorf. Na, wenn das mal nicht mein Thema ist!

Ein Jahr, hat sie Ihrem Mann gesagt, probiert sie das Dorfleben aus. Ohne eine Ahnung zu haben was auf sie zukommt. Die Freundinnen fernab, erlebt sie fortan die wahrgewordenen Klischees eines Dorfes und ergibt sich ihnen schlussendlich.

Ich fand das Buch nicht ganz so lustig wie das vorhergehend gelesene von ihr. Aber es war auch klassisch Fröhlich. Damit meine ich zum einen die gute leichte Sommerunterhaltung, aber zum anderen auch was die Gags betrifft.
Bei Frau Fröhlich finde ich diese ziemlich vorhersehbar. Der Gedanke: ich hab’s kommen sehen“ kam hier noch öfter bei mir auf, als bereits beim ersten gelesenen Buch „Kann weg!“.

Alles in allem hatte ich aber eine gute Zeit mit diesem Buch und habe mich auch jedes Mal darauf gefreut es wieder zur Hand zu nehmen. Das ist das entscheidende für mich. Hier verspricht der Inhalt keine Anstrengung. Einfach nur Entspannung. Das darf ja auch mal sein.

Lasst es Euch gut gehen.

das süße ende

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Bis zum Dessert hat es sich doch noch ganz schön hingezogen.. merkt ihr, oder?

Im Moment fällt es mir schwer mich auf’s Schreiben zu konzentrieren und gar Zeit dafür zu erübrigen. Es scheint immer alles andere wichtiger und drängender zu sein. Was es dann auch immer ist.
Da sind die letzten Gurken Pflanzen ins Freie zu setzen, dann sind es die Kartoffelkäfer an den Pflanzen, die abgelesen werden müssen, weil kein Jauche sprühen und Steinmehl streuen mehr hilft, und dann ist es das Erdbeeren ernten, so viel wie noch nie.
Wir sind beim dritten großen und elften mini Erdbeerkuchen, in der zweiten Eisrunde je 400g Früchte, bei 10 Gläser Erdbeermarmelade, und bei unzähligen abendlichen Erdbeer-Joghurts. Und das von ca. 35 Pflanzen auf unserem „Feld“. Und was für Pflanzen! Dieses Jahr geben sie wirklich alles.
Unser Häschen Rudi hat auch bei der ‚Vernichtung‘ mitgeholfen, jetzt aber streikt er und wendet sich lieber den Kirschen zu.

Und ich wende mich nun dem letzten Gang von unserem Grillevent zu. Dem Kompott und süßen Nachtisch. Und der war sowas von lecker.

Rezept Sally Özcan: Schokoladenbrownies mit Baiserhaube

So, und hier könnte ich auch schon aufhören. Damit ist doch schon alles gesagt, oder nicht? Fertig, aus. Backt es. Kann nur gut werden.

Wurde es auch. Der große Gag bei uns war allerdings, wir hatten das Fett vergessen! Also gut, ich habe es vergessen.
Ich steck die Butter zum wärmen in die Mikrowelle und vergesse sie dort. Auch mein Meister hat nix gemerkt. Sie hat sich sicherlich mit lautem Piepen gemeldet – wurde von uns beiden aber gut ignoriert. Damit kam die Butter nicht mit dem Kuchen in Berührung. Und was passierte? Nix! Der Kuchen wurde selbst mit meinem glutenfreien Mehl suuuper saftig und war einfach nur lecker zu nennen. Also so wirklich lecker. Da will man mehr von. Und wir waren schließlich nach drei Gängen schon richtig satt.

Die Schokoladenchunks machen es zudem schön cremig, die gehackten Mandeln knusprig. Eine feine Kombi.
Wollen wir da jetzt wirklich noch über den, im Rezept geforderten, Kamm reden? Mmmhh?? Lieber nicht. Brauchte es den? Nein! Warum also? Keine Ahnung.

Eigentlich sollte damit ein Muster auf dem Eischnee entstehen. Meinem Meister brauche ich mit derart Spielerei gar nicht erst zu kommen. Und um seinen womöglich brüskierten Blick zu verhindern, bekam er gleich von mir lapidar die Anweisung: mach ein ansprechendes Muster, egal wie! Und er griff zur dreizinkigen Vorlegegabel und legte los. Das kam dabei heraus (nach dem backen):

Geht also auch so. Dabei war es das erste Mal, dass ich mich, oder wir, überhaupt an Baiser ran trauten. Hat mich bisher immer abgehalten, in der Annahme: klappt eh nicht, ist zu aufwendig, und überhaupt, nicht notwendig. Denkste!
Es klappt gut. Der Schnee muss zwar eine ganze Weile geschlagen werden, ist aber machbar. Wer nicht wie wir mit dem Handmixer arbeitet, sondern eine Tischmaschine sein Eigen nennt ist hier klar im Vorteil. Aber der Aufwand hält sich in Grenzen.
Und notwendig ist das Baiser hier auch. Denn das ist wirklich das besondere Sahne- äh Eihäubchen auf dem Abschluss, dem süßen Ende.

Fazit:   wieder bewahrheitet sich lafers spruch: die gute küche besteht aus weglassen
baiser öfter machen!
brownies öfter machen!
fett kann ignoriert werden!

Lasst es Euch gut gehen.

im heißen heu

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Wir liegen sehr gut in der Zeit und ‚grillen‘ stets ein paar Minuten vor, um dann im Live-Stream kontrollieren zu können ob wir alles richtig gemacht haben. Nee, kleiner Scherz. Natürlich nicht. Ganz im Gegenteil. Manchmal wäre es besser vorher zu gucken wie’s gemacht wird.

Nun sind wir schon gut satt, wen wunderts nach zwei Gängen. Die Sonne kommt jetzt auch dazu, nach diesem ordentlichen Regenguss und damit kommt der dritte Gang.

Hauptgang von Johann Lafer:

In Aromen gegartes Rind mit rauchigem Sellerie und Caesar Salat

Und der dritte Gang hat’s in sich. Genauer gesagt hier hat’s das Heu in sich.
Für uns mal so gar kein Problem. Mit Kaninchen im Haus ist Heu immer verfügbar, und seit es Feinschmecker Rüdiger „Rudi“ bei uns gibt auch aller feinstes und sowieso Bio-Heu. Je grüner, je besser. Alles andere rührt der feine Herr nämlich nicht an.
Und wir haben dahingehend Glück dass zwei Dörfer weiter die Gaststättenbetreiber selber einen kleinen Zoo mit Meerschweinchen, Kaninchen, Ziegen und neuerdings auch Rehen beheimaten und ihr Heu selber machen und auch etwas davon verkaufen.
Hier wird’s Rudi nicht stören wenn wir jetzt etwas abknapsen.

Dieser Gang entpuppt sich für uns aufwendiger als gedacht und unser Zeit Vorsprung schwindet.
Ohne Grill und Backofen stellt sich nun die Frage wie und ob überhaupt Heu in den Ofen soll. Geschmacklich ist es nicht ganz unerheblich ob Heu oder nicht – also lieber dran.
Die Auflaufform wird mit Heu befüllt und wir betten darin die gewürzte Rinderhüfte. Rosmarin und Thymian wird aus dem Steingarten geerntet -feine Sache, bis dahin.

Im Ofen gart das Fleisch langsam vor sich hin, so zumindest der Plan. Doch es wird nicht ansatzweise durch, obwohl die Temperatur es hergeben sollte. Aber Grill ist nicht gleich Backofen, und welche Temperatur ist hier nun angesagt?
Nach 10 Minuten nehmen wir es raus und geben es in eine heiße Pfanne. Ein paar Aromen vom Heu sollte es hoffentlich abgekriegt haben. Danach geht es nochmal in den warmen Ofen zum Ruhen.

Nun widmen wir uns dem Gemüse, und hier kommt kein Sellerie für uns in Betracht. Beim rechtzeitigen Rezepte-Check konnten wir noch entscheiden keinen mitzunehmen und haben uns für Möhren entschieden. Die gehen bei uns immer und schmecken auch prima mit der Kräuterbutter.

Und eigentlich wissen wir auch schon dass wir keinen Caesar Salat mögen und hätten auch diesen gleich abwählen sollen. Aber nun, ein besonderer Tag mit besonderen Gängen veranlasst uns diesen doch zuzubereiten. –
– Und er fand bei uns keinen großen Anklang. Also es bleibt dabei: für uns ist Caesar Salat nix.

Nun wird angerichtet, und dabei festgestellt dass die Rinderhüfte etwas „drüber“ ist, aber dennoch sehr lecker schmeckt. Unsere glasierten Möhrenstreifen mit der Kräuterbutter sind derart vorzüglich geraten, und ein Toastbrot hätte es für uns hier auch nicht gebraucht.

Fazit: weitere Heu-Verwertung kennengelernt
nie wieder Caesar Salad
vielleicht noch öfter Johann Lafers Spruch „die gute Küche besteht aus weglassen“ beherzigen

 

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