Arbeit

20 01 2026

Es war früh und es war kalt, doch der Wagen kam auf die Minute pünktlich. Siebels öffnete von innen den Schlag. „Steigen Sie ein“, begrüßte er mich, und kaum hatte ich die Tür ins Schloss gezogen, trat der Fahrer unvermittelt aufs Gas. Die Straßen waren leer. Wir fuhren in hohem Tempo über die Südtangente, stadtauswärts. Langsam wurde es hell.

Und schon waren wir da. Der trutzige Klotz der Kaiser-Wilhelm-Kaserne lag in ganzer Baufälligkeit im Halbdunkel, von einigen Laternen erhellt, hinter dem schmiedeeisernen Zaun. Wo vor Jahrzehnten Sturzkampfgeschwader, Luftwaffensanitätsstaffeln und die Fliegerhorst-Kommandantur Krieg spielten, bröselte nun seit Jahrzehnten der Putz von Wänden und Decken. Der TV-Produzent reckte sich. „Beste Location“, sagte er zufrieden. „Wenn hier etwas in die Brüche geht, merkt das keine Sau.“ Immerhin war der durchgehend geflieste Boden begehbar. Es roch nach Reinigungsmittel. Irgendwo klackte es in einem müden, aber regelmäßigen Rhythmus. Die Schritte hallten durch den Saal, den Aufgang zum Obergeschoss und die Korridore. Klebezettel an den Wänden wiesen zum Westflügel. A44. Registratur.

„Das geht auch schneller!“ Ich war überrascht, dass der Aufseher keine militärische Uniform trug, sondern einen blütenweißen Arbeitskittel. Am Tisch saß ein junger Mann mit weinerlichem Gesicht. Ich stutzte. „Das ist doch…“ Siebels nickte. „Was meinen Sie wohl, warum wir hier sind.“ Dass er Politiker unter jedem denkbaren Vorwand in ein Fernsehstudio lockte, war mir bekannt. Wie er sie aber an diesem gottverlassenen Ort festhalten und mit Büroaufgaben quälen konnte, war eine echte Überraschung. „Ich kann das nicht“, jammerte der Mann. „Das sehe ich selbst“, knurrte der Wärter, „und das ist bei einer Anlerntätigkeit völlig egal.“ Er hatte einzelne Blätter aus einem der zahlreichen Ordner herauszusuchen und sie in einer bestimmten Reihenfolge in einem Aktendeckel abzuheften. Das war also nicht das Geräusch, das wir von unten gehört hatten. „Jetzt habe ich mich auch noch am Papier geschnitten!“ „Meine Güte“, stöhnte der Aufseher. „Was für Waschlappen wählen wir da in den Bundestag!“ Siebels zog mich zur Tür. Mir war das recht, ich hatte genug gesehen, und nicht viel davon wunderte mich.

Das Geweine war noch lange zu hören. In einem Nebenzimmer saß eine verzweifelte Frau, die im Akkord Blätter abzählte, immer drei, und sie unter den Locher legte. Das also war das Geräusch, das durch den ganzen Flügel vernehmbar war. Sie legte wieder drei Blätter in den Locher, viel zu langsam und zu vorsichtig, als dass man hätte annehmen können, sie wüsste genau Bescheid, wie das ginge, und drückte dann eine kleine Spur zu langsam auf den Hebel, so dass statt des üblichen kurzen und schneidenden Klangs ein mattes Quietschen ertönte. Auch hier war eine Aufsichtsperson vorhanden, die mit skeptischem Blick dieser Übung zusah. „Ihnen kann man ja beim Weglaufen die Schuhe besohlen“, moserte sie. Auch hier wurde gejammert. „Ich bin seit einer Stunde am Lochen, ich muss eine Pause haben!“ „Das ist natürlich Unsinn“, bemerkte ich, „die steht ihr zwar zu, aber nur ab sechs Stunden Arbeitszeit.“ „Ich muss aber…“ „Schluss jetzt!“ Siebels zuckte regelrecht zusammen. „Wenn Sie als OP-Schwester arbeiten oder einen Güterzug fahren, können Sie auch nicht ständig eine rauchen gehen!“

„Ist Ihnen etwas aufgefallen?“ Ich sah Siebels fragend an. „Eben“, bestätigte er. „Dass wir diese Inszenierungen alle aufzeichnen, dass die Kameras gut sichtbar in den Räumen aufgehängt sind, haben auch Sie gar nicht bemerkt.“ Damit hatte er einen Punkt. Die Politiker wussten, sie sind nur Teil einer Show, hatten es aber unmittelbar mit ihrem Einsatz verdrängt. Was sich von ihren üblichen Tätigkeiten allerdings nicht besonders unterschied.

Der nörgelnde Parteivorsitzende, der seinem Inspizienten mit schlecht ausgedachten Vorschriften aus einem Bundesarbeitsgesetz auf die Nerven ging, verstummte jäh, als das Knallen einer Reißschiene auf dem Tisch ihn unterbrach. Siebels runzelte die Stirn und bog linksum, wo die Treppe ins Parterre führte. Das Geschrei schwoll an. Da waren wir.

„Auf so eine Missgeburt höre ich nicht!“ Es war aber nicht der Wärter, sondern nur das sich zackig gebärdende Männchen, das auf dem Steinfußboden der alten Latrine aufstampfte. „Mach die Scheiße hier alleine, ich bin kein Sklave!“ Das also war der Maulheld, der die als Totalverweigerer bezeichnete, die keiner einstellen will. „Er hat ein individuelles Verhältnis zur Arbeit“, bemerkte der Aufseher. „Mir scheint, er weiß überhaupt nicht, was das ist, sonst würde er nicht ständig darüber reden.“ Siebels zog mich am Arm zurück. „Bin ich im Bild?“ Da begriff ich. Das in der blauen Montur steckende Männchen schob mit dem Fuß den Blecheimer über den Boden und stampfte noch einmal auf. „Ich werde mich bei meinem Vorgesetzten beschweren, ich werde dieser Drecksau das Leben zur Hölle machen!“ Siebels rückte noch einen Schritt ab. „Nur zu“, sagte der Aufseher kalt, „Ich bin ganz Ohr.“

Es ging dann ganz schnell. Der Parteisekretär hieb mit dem Schrubberstiel nach dem Wärter, doch der griff in den Eimer, zog den nassen Putzlappen heraus und schlug ihn dem Angreifer ins Gesicht. Dann stieß er den Eimer um. „In fünf Minuten ist das weg, sonst ist hier Karneval, Freundchen!“ Wir drückten uns schnell in den Korridor, um das laute Geheul nicht abzukriegen. „Vielleicht ist das an der einen oder anderen Stelle drastisch“, sagte Siebels, „aber im Kern entspricht es der Wirklichkeit.“ „Die Arbeitswelt?“ Er lächelte. „Wo denken Sie hin, die Ansichten von Politikern selbstverständlich.“





Verfassungsfeindliche Sabotage

19 01 2026

„… mit brutalstmöglichster Härte gegen alle Linksextremen vorgehen wolle, die die deutsche Energieversorgung schädigen würden. Mit dem Energiehauptsicherheitsgesetz werde Dobrindt die volksverräterischen Kräfte, die der vorsätzlichen Zerstörung der Wirtschaft Vorschub leisten wollten, mit drakonischen Strafen…“

„… die mit dem Gesetz verbundene massive Personalaufstockung in den Geheimdiensten nicht zielführend sei. Ebenso hätten Hilfsorganisationen moniert, dass gut eine Million Videokameras zur lückenlosen Überwachung in Deutschland keine geeignete Präventivmaßnahme darstellen würden, um weitere Anschläge auf eine…“

„… dass eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Gesetz nur geringe Erfolgsaussichten haben werde. Der Schutz der kritischen Infrastruktur sei Staatsaufgabe und müsse nach Auffassung der Bundesrichter mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln vor jeglicher…“

„… auch mit neuartigen kriminaltechnischen Methoden gegen die Bedrohung der inneren Sicherheit vorgehen werde. Dobrindt plane, alle migrantischen, stark rassefremd aussehenden oder anderweitig potenziell bösartigen Personen in der Bundesrepublik einmal am Tag eine eidesstattliche Versicherung abgeben zu lassen, dass diese nicht mit der Durchführung einer staatsgefährdenden…“

„… innerhalb der CSU auf Zustimmung stoße. Gegenralsekretär Huber habe sich lobend über die Tatkraft seines Parteikollegen geäußert, der sich nicht mit langwierigen Aufklärungsbemühungen bei einem auf widernatürliche Art unchristlichen Verbrechen gegen die gottgegebene Ordnung aufhalte, sondern sofort einen Schuldigen habe, dem man die Kommunistenfresse mit dem…“

„… ein Sondervermögen notwendig sei, um die von links kommende Gefahr durch eine anlasslose Komplettüberwachung der Bundesrepublik so schnell wie möglich zu eliminieren. Merz fordere von Grünen, ihre gegen den Willen des Volkes gerichtete Blockadehaltung aufzugeben und sich zu einer konstruktiven…“

„… auch Klimaaktivisten in den Fokus der Ermittler geraten würden. Es müsse sichergestellt werden, dass alle, die das Menschenrecht auf ungehinderten Autoverkehr auf linksextremistische Art durch Terrormordprotestanschläge beschneide, mit dem finalen Rettungsschuss oder anderen…“

„… auf einer Dienstreise in Rheinland-Pfalz von Beamten des BKA festgenommen und sofort dem Haftrichter vorgeführt worden sei. Reiche habe sich bisher nicht zu der…“

„… eher mäßigende Töne zu hören seien. Das von Dobrindt im Eilverfahren erlassene Gesetz sei nicht grundsätzlich rechtsstaatsfeindlich, da es sich zum Beispiel nicht gegen nachweislich rechte Täter oder Banden richte, die glaubhaft machen könnten, dass sie Auftrag und Bezahlung für ähnliche Taten wie den Anschlag auf die Berliner Stromversorgung von Unbekannten erhalten hätten, die sich danach bei ihnen nie wieder…“

„… vom Gericht bestätigt worden sei. Das Vorgehen der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie sei eindeutig als verfassungsfeindliche Sabotage zu bewerten, da sie allein durch das gegen EU-Recht verstoßende Vorhaben, Gaskraftwerke im Kapazitätsbereich von 20 Gigawatt zu baue, eine erhebliche staatsgefährdende…“

„… sich mehrere gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr ereignet hätten, die nach dem Gesetz als staatsgefährdende Gewalt gegen alle anderen Autofahrer gelten würden. Das Landgericht Coburg habe drei Landwirte, die mit Traktoren und Anhängern eine Straßenkreuzung blockiert und eine Wagenladung Mist auf der Fahrbahn ausgebracht hätten, zu einer lebenslänglichen Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung wegen…“

„… als gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung gerichtet werte. Merz werde vom Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof als mutmaßlicher Terrorverdächtiger verhört, da seine Entscheidung, Verbrenner weiterhin auf deutschen Straßen zuzulassen, gegen Artikel 20a GG verstoße und damit nicht mehr im Rahmen des…“

„… die Ingewahrsamnahme verunglückt sei. Die Polizei habe Thelen wegen widerrechtlichen Befüllens eines Schwimmbeckens trotz der von der Kommune angeordneten Wassersparsamkeit zur Befragung in die Dienststelle mitnehmen wollen, der Investor habe die drei Beamten jedoch mit einer Kettensäge angegriffen und sich damit den…“

„… es nach gängiger Rechtssprechung schwer sei, bestimmte Tatverdächtige je nach politischer Richtung von einer Strafverfolgung auszuschließen und diese bei Amtsinhabern eine Ermittlung gar nicht erst einzuleiten. Spahn habe angekündigt, dass er sein bisher erworbenes Wissen im Zuges seiner privaten Vermögensbildung gerne zur Verfügung stellen werde, falls er im Gegenzug ohne jeden…“

„… vor dem Oberlandesgericht Rostock geklärt werden müsse, ob das mutwillige Abschalten von Windkraftanlagen im Falle eines AfD-Wahlsieges bereits als Linksextremismus gelte, weil so eine…“

„… das Ziel verfehlt habe, die Infrastruktur wirksam zu schützen und Notfallpläne für etwaige Katastrophenlagen vorzuhalten. Es sei jedoch nicht klar, ob Dobrindt damit der Berliner Regierung nur die alleinige Schuld gebe oder sie deshalb auch als Verantwortliche für den Stromausfall zu den linksextremistischen Gruppierungen rechne, die mit aller Härte des…“





Melusine oder Lob der Nachhaltigkeit

18 01 2026

für Robert Gernhardt

Im vorgerückten Alter blickt man trüb
auf dieses, jenes, Tat, Begehr und Streben,
und findet, keine ist dem Herzen lieb,
und wünscht sich endlich noch den Bund fürs Leben.

Und weil man, Greis schon, unbezahnt und kahl,
nicht will, dass diese Lust der Umwelt schadet,
so fällt am Ende glücklich diese Wahl
auf eine Frau, die nur am Samstag badet.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXVII)

17 01 2026

Für Hühner erbaut Blaž in Wrege
ein stattliches Freiluftgehe.
Die Vögel sind frei dort,
doch fand er kein Ei dort.
Es gibt keinen Busch fürs Gelege.

Es wollte Miles früh in Marlette
zur Navy. Doch schon als Kadett
verhasst war ihm Seetang,
noch schlimmer der Seegang.
Das machte die Seeluft nicht wett.

Es hat Nejc Haustiere in Furten,
die nachts ohne Unterlass knurrten.
Trotz dieser Befunde
sind es keine Hunde,
da sie am Tag unentwegt schnurrten.

Es stutzte sich Hal stets in Hart
am Mittwoch und Sonntag den Bart.
Er kämmte die Spitzen,
damit sie gut sitzen.
Das war im Ergebnis apart.

Es zitterte Vinko in Züber,
es war ihm, als hätte er Fieber.
So misst er recht fleißig
sich: Siebenunddreißig,
das war eher drunter als drüber.

Virigina verputzte in Tower
von innen im Haus jede Mauer.
Dann fegt sie den Schmutz raus.
Dann ging ihr der Putz aus.
Für draußen blieb nichts. Sie war sauer.

Es gönnte sich Špela in Schein
am Abend gern ein Gläschen Wein
vom weißen. Den roten
hat man ihr verboten.
Sie schlief regelmäßig dann ein.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCLXCVII): Die Abonnementsfalle

16 01 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Januar. Das Jahr beginnt. Langsam nimmt das Leben wieder Gestalt an, wenn auch unförmig im Bereich der Körpermitte, so dass im ökonomischen Loch nach Weihnachten wenigstens eine Branche auf dem Umsatzhoch surft: Fitnessbuden, jene wie Pickel im Stadtbild sprießenden Etablissements, die man nach der Autofahrt aufsucht, um ein bisschen viszerale Polsterung loszuwerden, zumindest für die ersten beiden Monate. Oder Wochen. Was aber dem Betreiber nicht so weh tut wie der Muskelkater der Minusmännchen nach einer Viertelstunde Hanteln, denn die Kündigungsfrist lässt sich nicht umgehen, schon gar nicht bei den hinterlistig beworbenen Sparpreisen im Abonnement: zahl für zehn Monate, komm zwei Monate, macht zusammen zwölf und erspart allen Beteiligten Leid. Falle zu, Affe tot.

Denn der Mensch ist ein Gewohnheitstier, das sich oft nur einmal kurz bewegt, um dann nichts mehr zu müssen. So werden dem gutbürgerlichen Haushalt Milch, Brötchen und Zeitung angeliefert, später dann im Lesezirkel allerhand Periodika, und fürs Gemüt beordert man Theater, Oper, Konzert oder Fußball als Dauerkarte. Den Theatermann freut’s, hat er doch für wenig Preisabschlag ein nie ganz leeres Haus, solventes Publikum und dazu eine Stammkundschaft, die vor allem im Parkett sitzt, um im Parkett zu sitzen. Die Kunst geht nach Brot, nichts daran ist neu.

Dann aber entdeckt der Handel den Kunden neu als Opfer, beispielsweise in Form des Buchklubs, der ihm zum vermeintlichen Preisvorteil jedes Quartal für einen Mindestbestellwert irgendeinen Druckziegel vor die Tür kloppt, von dem er weiß: das wird nicht gelesen, aber solange der Depp nicht kündigt, läuft die Chose. Vorbei die Zeiten, da man als Subskribent noch in Leder gebundene Lexika erwarb, hier ballert der Kapitalismus aus vollen Rohren. Wo noch Kohle aufzufinden ist, wird nicht genügend konsumiert. Und dann kam das Internet.

Lockte bisher das Dauerschuldverhältnis noch mit Kinkerlitzchen, die selbst als Werbegeschenk ein eher trübes Licht auf den Anbieter fallen ließen, Lachsmesser, Katzengold aus Neu-Gablonz oder formunschön mundgetöpferte Behältnisse, die man schnell in der Endablagerung verschwinden ließ oder im Küchenschrank – in manchen Häusern ist da kein Unterschied auszumachen – so schwiemelt sich jetzt die Industrie mit tausend Tentakeln in die gebeutelte Verbraucherseele, die wie die Fliege an Shops mit Sonderangeboten kleben bleibt und für lächerlichen Rabatt irgendeinen Kruscht kauft, um selbiges dann im Monatsrhythmus wiederholen zu müssen. Hartnäckige Täter entblöden sich nicht, mit Sammelzeug wie Militaria, Spucknäpfen oder Turmuhren aus Lummerland ihre Dulder überhaupt erst gefügig zu machen.

Schnappt die Falle zu, kann unser Mustermann einpacken. Sein Leben ist nicht viel mehr wert, als was sich auf seinem Konto noch anfindet. Digitale Drückerkolonnen lauern hinter jedem Link, um ihn nach allen Regeln der Kunst abzuzocken. Netify und Spotflix schreiben ihm seinen Geschmack vor, weil er einfach nur irgendwie die Zeit totschlagen wollte. Den Rest seiner Energie verbringt er damit, irgendwelche Newsletter aus dem Maileingang zu popeln, die er nie abbestellt hat, nachdem er das verdammte Häkchen beim Unterhosenabo gesetzt hatte. Dinge, die man immer und überall braucht, Socken, Zahnbürste, aber nie rechtzeitig nachkauft, Schnittblumen, Waschmittel, kriegt der Nappel frei Haus auf die Fußmatte oder an den Ablageort, der dem gestressten Paketboten halt gerade ins Auge springt. Und wo die Leibwäsche schon nicht mehr in der Hand des Betrachters liegt, auch die Kochbox samt Rezepten drängelt sich regelmäßig in Hipsters Küche, damit er sich Quinoa reinpfeift und allerlei welkes Gemüse, das aus der Schachtel rausweint. Sieht scheiße aus, aber wer sich den halben Tag mit Sonderangeboten herumschlagen muss, die einem den Posteingang verstopfen, ist wahrscheinlich mit dem Erwerb von Nudeltüten in der fußläufig zu erreichenden Kaufhalle überfordert. Wer es etwas gediegener schätzt, lässt sich die Gemüsekiste von der SoLaWi aufschwatzen: krumme Karotten und Mangold bis zu Erbrechen, sandiger Spinat, und nie wieder einen Fuß vor die Tür setzen, um damit den Nachbarn seine Neigung zum Bionade-Biedermeier zu zeigen. In der Ökotonne trifft sich eh alles.

Hier und da bimmelt’s noch, weil man irgendein Würstchen und seinen Videokanal bestellt hat, da Kollege FOMO hart reinkickt, und dann lauern auch noch zwei Dutzend Podcasts, in denen sich die dümmsten Dullis der Hemisphäre mit verbalem Gerümpel beschmeißen, aber irgendwer muss das Zeug ja weghören. Und als reichte das nicht aus, nölt der Drucker, dass er Tintenpatronen bestellen will, regelmäßig natürlich, die in der Schublade eintrocknen, während das Küchenkochgerät nicht mehr ohne Mailadresse anspringen will, weil es alle drei Tage einen Satz neuer Rezepte herunterlädt. Bald wird das Auto den Dienst verweigern, weil das Navi neue Daten fordert, natürlich gegen Kohle. Dann der Traktor. Dann die Spülmaschine. Gläser und Besteck nur noch gegen Registrierung. Aber vielleicht gibt es ein kostenloses Lachsmesser.





Deutschland-Korb

15 01 2026

„… immer mehr zur Belastung für die Menschen in der Bundesrepublik würden. Da die Steigerung der Lebensmittelpreise die gesunde Ernährung für viele Bürger unerschwinglich mache, fordere die Chefin des Verbandes der Verbraucherzentralen Pop ein Eingreifen der Politik in den…“

„… keine sozialistischen Experimente dulde. Merz werde durch Reformen im Herbst 2026 oder 2027, spätestens aber im…“

„… eine spürbare Entlastung der Verbraucher notwendig sei. So würden sich in der SPD die Stimmen mehren, dass eine staatliche Regulierung der Preise und eine nationale Beobachtungsstelle im Einzelhandel die…“

„… eine Abschaffung der Arbeitgeberanteile an den Sozialversicherungsabgaben zu mehr Jobs im Einzelhandel führen werde. Linnemann sei sicher, dass dadurch die Preise für einige Nahrungsmittel auch mittelfristig…“

„… habe Klingbeil abgekündigt, das Thema in den anstehenden Landtagswahlkämpfen bewusst zu adressieren, damit die sozialdemokratische Stimme wieder Gewicht in der deutschen Politik bekomme. Es sei für Lösungen noch zu früh, deshalb wolle er zunächst auch keinen…“

„… die CO2-Besteuerung ein Preistreiber sei, den die Politik sofort beseitigen könne. Söder habe daher vorgeschlagen, die für den Wirtschaftsaufschwung nötigen 500 Kleinreaktoren für eine kostenneutrale und umweltfreundliche…“

„… nach dem Vorbild anderer EU-Länder eine stärkere Bindung an Preisvorgaben erwirken werde. Bas sehe auf der anderen Seite die Verbraucher in der Pflicht, da der Markt oft schnell reagiere, wenn durch Konsumverweigerung Güter nicht mehr in gewohntem Umfang aus den…“

„… die Bürger mehr in die Pflicht nehmen müsse. Merz wolle mit einer Gastro-Datei, die auf Erkenntnissen des Verfassungsschutzes und einer noch zu entwickelnden KI beruhe, sicherstellen, dass im Gegenzug mehr Restaurantbesuche von denen, die Preisermäßigungen ausnutzen würden, sowie andere Umsätze in den…“

„… sich die Einzelhandelsketten für den SPD-Vorschlag, ihre Verkaufspreise entweder generell um einen einheitlichen Prozentsatz zu senken oder sie einzufrieren, nicht offen zeigen würden. Dies sei ein Eingriff in den Markt, der einseitig den Kunden nutze, nicht aber der Wirtschaft, die eventuell Jobs abbauen oder Standorte in der…“

„… in Form von Sachleistungen bereitgestellt werden könnten. Söder fordere mindestens ein Kilo kostenlose Fleisch- und Wurstwaren pro Kopf, um die tägliche Ernährung für Arbeitnehmer, die nicht von Sozialleistungen abhängig seien oder andere Hinderungsgründe für einen…“

„… eine Abschaffung der Umsatzsteuer für Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte strikt ablehne. Bas begrüße diesen Vorschlag sehr, halte ihn auch für leicht umsetzbar und zielführend, werde ihn aber als Co-Vorsitzende der SPD nicht umsetzen, da er ursprünglich von den Grünen komme, die mit ihrem Ausscheiden aus der Regierung gezeigt hätten, dass der Volkswille an ihren Vorstellungen weder ein Interesse noch eine…“

„… zu teuere Produkte wie Bio-Gemüse und vegane Lebensmittel durch eine Verordnung aus dem Sortiment nehmen müssten, um insgesamt ein niedrigeres Preisniveau zu erreichen. Söder sehe darin auch den Vorteil, dass man Tofuterroristen aus Deutschland vertreiben und das Land wieder für normale Menschen und ihren gesunden…“

„… den ‚Deutschland-Korb‘ auf freiwilliger Basis vorschlage. Klingbeil habe angeregt, dass die Handelskonzerne bestimmte deutsche Erzeugnisse zu einem dauerhaft günstigen Preis anbieten sollten, um die Ernährung auch für Haushalte mit geringem Einkommen zu…“

„… das Management billiger Lebensmittel nach dem Vorbild der Bundesagentur für Arbeit denkbar sei. Linnemann halte es für durchaus zumutbar, dass Verbraucher aus Bremen und Niedersachsen für verbilligtes Obst nach Thüringen oder Bayern reisen müssten, da dies schon statistisch gesehen eine Senkung der Ausgaben um bis zu…“

„… dass der Hauswirtschaftsunterricht in der Sekundarstufe I gestärkt werden müsse. In den SPD-geführten Ländern sei geplant, Kochen aus frischen Zutaten besonders in den Fokus zu rücken, um hochverarbeitete und kostspielige Lebensmittel schnellstmöglich aus dem…“

„… den ‚Deutschland-Korb‘ unterstütze. Der Unionsexperte für Champagner, Blattgold und synthetische Drogen Spahn befürworte generell jede Paketlösung, deren Preis man jährlich so weit steigern könne, bis es sich niemand mehr…“

„… die Öffnung der Tafeln für Besserverdiener ernsthaft geprüft werden müsse. Klüssendorf werde sich dafür einsetzen, dass auch die Mittelschicht, die nicht über ein Privatflugzeug verfüge, von den solidarischen Maßnahmen der…“

„… verhindern, dass der ‚Deutschland-Korb‘ für linksgrünen Wahn genutzt werde. Söder ahne, dass Bananen als kolonialistisch und männerinnen- oder frauerichfeindliches Obst die ideologische Verbotshetzerpartei dazu bringen werde, Anschläge auf Supermärkte und…“

„… werde die Bundesregierung im Laufe der kommenden Wochen diskutieren, um im Kabinett zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen. Die SPD werde sich unterdessen dafür einsetzen, dass die Mieten in Deutschland erschwinglich bleiben und für ausreichend bezahlbaren…“





V-Fall

14 01 2026

„Er hat was getan!?“ „Das mit der Kriegserklärung war jetzt vielleicht wirklich etwas schwierig, aber…“ „Was war denn daran schwierig, dass jetzt die Amis einmarschieren wollen?“ „Dass er denen vorher schon den Krieg erklärt, ist das etwa normal?“ „Er hätte sich ja wenigstens Zeit mit der rechtlichen Einordnung nehmen können, wo die Sachlage schon so unübersichtlich war.“

„Aber die Regierung musste doch ins Handeln kommen.“ „Einfach mal machen, oder was!?“ „Das ist ein Angriffskrieg im Sinne des Grundgesetzes!“ „Seit wann hat denn diese Regierung irgendwas auf die Verfassung gegeben?“ „Außerdem ist ja nur die Vorbereitung eines Angriffskrieges verfassungswidrig.“ „Und?“ „Sie wollen mir doch nicht weismachen, diese Nulpe hätte irgendwas in ihrem Leben mit Vorbereitung getan.“ „Aber…“ „Und in Artikel 26 steht auch nur, die Vorbereitung eines Angriffskrieges sei unter Strafe zu stellen.“ „Wenn das Gesetz existiert, reicht das schon – ob sich die Regierung daran hält, ist egal.“ „Aber er hat doch gesagt, dass er Trump für einen Diktator hält und ihm den Prozess machen will.“ „In Nürnberg, nehme ich an?“ „Das wäre ja bereits ein Angriff gegen Organe und Vertreter ausländischer Staaten!“ „Er will Trump doch nur zeigen, dass er genau dasselbe kann wie er.“

„Aber er weiß schon, dass mit dem V-Fall…“ „Ist das jetzt überhaupt einer?“ „Sobald die USA die BRD platt gebombt haben.“ „Also nur kurz.“ „… auch Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist?“ „Das wird ihm sein Adjudant schon erklärt haben.“ „Der!?“ „Um Gottes Willen!“ „Vielleicht geht ja alles ganz schnell.“ „Sie meinen, die Amerikaner schmeißen Atombomben auf Deutschland?“ „Dann muss er sich wenigstens keine Sorgen mehr machen, als miesester Kanzler in die Geschichte der Bundesrepublik einzugehen.“ „Stimmt auch wieder.“

„Und was ist dran, dass er Pistorius offiziell zum V-Kanzler machen will?“ „Weil der V-Minister ist?“ „Nein, er meinte den Vizekanzler.“ „Das ist doch gar kein offizielles Amt.“ „Das wissen ja auch alle, nur er nicht.“ „Er ist ja auch das erste Mal im K-Amt.“ „Als Kanzler?“ „Zum Klempner hat’s bei ihm nicht gereicht.“ „Und deshalb macht er den V-Minister erst mal zum K-Minister?“ „Das muss ich verpasst haben.“ „Trump hat das auch gemacht.“ „Wer Trump besiegen will, muss eben genau wie Trump denken.“ „Da war er bei den Nazis ja auch schon ungeheuer erfolgreich.“

„Und seine Strategie?“ „V-V.“ „Bitte was?“ „Vorwärtsverteidigung.“ „Also doch Angriff.“ „Der Adjudant hat ihm empfohlen, jetzt auf jeden Fall das Verbrennerverbot…“ „Noch mal V-V.“ „… zu beseitigen, weil im Falle eines amerikanischen Angriffs die Stromversorgung weg ist.“ „Und wie will er dann…“ „Alles schon geklärt, er baut auf die Schnelle ganz viele Kleinkraftwerke, die ganz Deutschland sofort mit Energie versorgen, damit wir synthetische Kraftstoffe tanken können.“ „Ich hätte es wissen können.“ „Als Brückentechnologie müssen wir natürlich weiterhin fossile Kraftstoffe nutzen, die wir dann aber als offizieller Gegner der Vereinigten Staaten wieder bekommen dürften.“ „Ich hätte es wissen müssen.“ „Was?“ „Dass alles wieder auf Gas hinausläuft.“

„Aber er ist doch nicht nur militärischer Führer, sondern weiterhin Regierungschef.“ „Richtig, aber nach aktuellen Entscheidungen der Partei muss die Wirtschaft natürlich Vorrang haben, sonst können wir uns den Staat nicht mehr leisten.“ „Was!?“ „Die Bekämpfung der Bürokratie und die Sicherheit für die Verbraucher, dass sie sich nicht aus Versehen ein Schnitzel aus Pflanzeneiweiß kaufen, das muss selbstverständlich alles weitergehen.“ „So gewinnt man doch keinen Krieg!“ „Da kennen Sie ihn aber schlecht – er macht das zum ersten Mal, aber er weiß jetzt schon ganz genau, dass er alles weiß.“ „Vor allem besser.“ „Bitte?“ „Ach, nichts.“ „Das ist wirklich ein V-Fall.“ „Wieso?“ „Vergeltung?“ „Nee, Versager.“

„Also jetzt mal ohne Scheiß: wenn wir die größte Armee der Welt auf deutschem Boden besiegen wollen, dann können wir doch nicht diese Nummer mit Veggiewurst und Verbrennern…“ „Er hat ja an alles gedacht.“ „Wer?“ „Der Adjudant.“ „Der Adjudant?“ „Er wird hundert Millionen Bürgergeldempfänger…“ „So viele gibt es doch gar nicht!“ „Auf dem Papier schon.“ „Das reicht dem Führer!?“ „Sie wollten ‚Kanzler‘ sagen.“ „Wollte ich nicht!“ „Jetzt geben Sie mal Ruhe!“ „… in die offene Feldschlacht gegen den…“ „Es gibt ja nicht mal so viele Deutsche!“ „Deshalb werden die in Deutschland lebenden Migranten auch alle für die Dauer ihres Kriegseinsatzes mit der deutschen Staatsbürgerschaft ausgestattet, die danach wieder aberkannt wird, bevor man sie gegebenenfalls in ihre Herkunftsländer abschiebt.“ „Das ist der größte Blödsinn, den ich je gehört habe!“ „Warten Sie ab, bis Sie von der Zuwanderungskampagne hören.“ „Was!?“ „Natürlich nur für bereits ausgebildete Fachkräfte, die sich dann durch die Teilnahme an der militärischen Spezialoperation qualifizieren.“ „Die sollten ja sowieso irgendwann kommen.“ „Aber die Regierung hat beschlossen, dass alle, die in den nächsten zwanzig Jahren einwandern dürfen, dieses Jahr schon da sind.“ „Du liebe Güte!“ „Und dann erfolgt der Angriff des Adjudanten.“ „Und der Bundestag darf natürlich nicht aufgelöst werden.“ „So dass der Kanzler immer Führer bleibt.“ „Oder umgekehrt.“ „Oder so.“ „Also mir reicht es jetzt.“ „Wo wollen Sie denn hin?“ „In den Bunker – woanders ist man ja nicht sicher vor dem Mann!“





NaZieh

13 01 2026

„… die Zahl der Schulverweigerer im vergangenen Jahr nochmals zugenommen habe. Die Politik sehe darin ein Alarmzeichen, dass eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen von ihrem…“

„… Strafverschärfungen gefordert habe, die an der Grenze des verfassungsrechtlich Möglichen auf keinen Fall Halt machen dürften. Linnemann wisse zwar noch nicht, was und wie bestraft werden solle, werde dieses Ziel aber mit aller Härte auf die…“

„… als eine schulpolitische und pädagogische Bankrotterklärung bezeichnet habe. Die Vorsitzende Bensinger-Stolze der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sehe den Jugendarrest als Bestrafung kritisch und halte ihn für eine nicht zu…“

„… auch die Gründe berücksichtigen müsse, warum der Schulbesuch vorgetäuscht werde. Der Unionsexperte für Kinder, Bildungsferne und berufsmäßiges Lügen Spahn könne sich Situationen vorstellen, wo früh einsetzende Erwerbsarbeit für die Volkswirtschaft zunächst Kosten einspare, die erst von einer anderen Bundesregierung durch die Abschaffung des Sozialstaats wieder…“

„… werde es auch von Lehrern als weitgehend wirkungslos oder überwiegend kontraproduktiv angesehen. Junge Menschen einzusperren habe lediglich den Effekt, ohne eine Lernwirkung Schule noch negativer darzustellen und mit ausschließlich abschreckendem…“

„… der Staat frühzeitig und ohne Mitleid auf die Verweigerungshaltung von Jugendlichen reagieren müsse, wenn er nicht eine Generation von linken Spinnern und Terroristen heranzüchten wolle, die nur Sozialismus und Gottlosigkeit im Sinn habe. Für den Bundeskanzler dürfe der Föderalismus, der in weiten Teilen eine sehr komplexe Sache sei, zu der sich die Regierung vorerst nicht äußere, nicht zur Ausrede werden, wenn man gemeinsame Ziele für eine leistungsorientierte…“

„… vor allem Mädchen unter Mobbing leiden würden. Der Unionsexperte für Macht, Missbrauch und geldwerte Vorteile Spahn fordere dagegen, dass sich junge Frauen selbst aktiv an Schikanen gegen Schwächere beteiligen sollten, um Resilienz zu entwickeln und sich selbst an gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gegen Schwächere zu versuchen, um eine bessere Stellung im…“

„… nicht auf eine angebliche Überforderung der Kinder schieben, die sich demotivierend auswirke. Für eine abstumpfende Erziehung sei nach Söders Erfahrung das Lehrpersonal zuständig, das überaus kritische Meinungen und ständiges Nachdenken als Ausdruck einer linksgrünen Ideologie frühzeitig erkennen und bekämpfen müsse, um Staatsbürger zu erzeugen, die sich wirtschaftlich leicht zu…“

„… trotzdem individuelle Tätergruppen unter den Schwänzern zu identifizieren. Merz lege großen Wert darauf, dass man wisse, ob es sich um faule Schweine, Asozialtouristen oder kleine Paschas handele, die aus Hass auf die Überlegenheit der deutschen Leitkultur das Stadtbild der…“

„… dass ein Großteil der Jugendlichen aus nicht geordneten Lebensverhältnissen stamme. Es liege für Linnemann auf der Hand, dass ausschließlich eine dauerhafte Internierung mit ständigen Strafen das Problem lösen könne, das die anständigen Bürger mit den aufsässigen…“

„… am Suchtmittelkonsum der Jungen liege. Da Söder ohnehin die Cannabis-Legalisierung wieder rückgängig machen wolle, plädiere er hier zu einer therapeutisch begleiteten Umstellung auf Alkohol, der nicht nur sozial akzeptiert sei, sondern auch die Wirtschaft durch regelmäßigen Konsum wieder…“

„… ab drei Fehltagen die Sozialleistungen der Eltern komplett streichen wolle. Linnemann wolle durch frühzeitige Sanktionen verhindern, dass erziehungsunfähige Schmarotzer Totalverweigerer heranzüchteten, die täglich mindestens eine Trilliarde Euro von den hart arbeitenden…“

„… die Strafmündigkeit auf zwölf Jahre senken werde. Dobrindt erhoffe sich davon vor allem eine höhere Quote an rassenfremden Tätern, die man auch in Begleitung ihrer ganzen Familie abschieben könne, da sie nicht ausreichend integriert und …“

„… mit dem Programm einer Nationalen Erziehungsanstalt, kurz NaZieh, die für die wirtschaftliche Verwertung unwilligen Kinder und Jugendlichen durch Beobachten und Strafen in ihre vorgesehene Rolle zu führen. Merz vertrauen seinem Generalsekretär, den er als Beauftragten für Zucht und…“

„… im gut begründeten Einzelfall auch durch individuelle Maßnahmen nachhelfen müsse. Söder wisse, dass es im Freistaat Bayern nicht immer einen Schulpsychologen brauche, um den Willen der Kinder zu formen, sondern oft eine Tracht Prügel, die jeden Zweifel an der Autorität des…“

„… sei der Vorschlag, nicht unmündige Kinder, sondern ihre Eltern zu bestrafen, vielfach gar nicht durchführbar. Der Unionsexperte für Gesellschaft, soziale und asoziale Fragen Spahn könne sich das Modell bei Armen und Erwerbslosen vorstellen, es sei aber ungerecht, wenn Besserverdiener wegen einer Ordnungswidrigkeit derart brutal bestraft würden. Er wolle erreichen, dass wenigstens der entgangene Verdienst während der Haftstrafe oder der Sozialstunden aus Steuermitteln den…“

„… darauf hingewiesen habe, dass Absentismus, die Neigung zu Straftaten und das Abrutschen in ein sozial gefährdetes Milieu oft lebenslange Folgen zeitige, die die Gesellschaft schädigen könnten. Die GEW-Vorsitzende nannte Merz und Linnemann als mustergültige Beispiele, wie aus fehlgeleiteten Jugendlichen im Erwachsenenalter geradezu…“





Reichsbürgerwehr

12 01 2026

„Siebzehn? Schönes Alter, da steht einem ja alles offen, man kann seine eigenen Erfahrungen machen und sich noch in jede Richtung orientieren. Und in ein paar Monaten wird er dann sowieso volljährig, da sind Sie als Vater nicht mehr zuständig, ob er das bei uns macht. Natürlich erst mal freiwillig.

Das muss man ja auch erst mal rausfinden, ob diese Vorwürfe so stimmen. Es gibt einen latenten Antimilitarismus in der Gesellschaft, der redet alles schlecht, was bei uns in der Bundeswehr passiert. Dabei sind andere Armeen sicher nicht schlimmer. Oder nicht sehr viel schlimmer als die Bundeswehr. Und wenn sie wirklich schlimmer wären, ist es gut, dass unsere Jungs zur Bundeswehr kommen. Und das vorerst auch noch freiwillig, was ja auch seine Vorzüge hat, denn so kommen nur die dahin, die das auch aushalten wollen.

Das haben Sie jetzt aber falsch verstanden. Die Wehrpflicht ist ja nicht deshalb ausgesetzt worden, damit wir nur die in der Bundeswehr haben, die mit Rechtsextremismus und Sexismus sowieso keine Probleme haben. Wir werden sie nur deshalb auch wieder einführen, damit wir genau den Querschnitt durch die Bürger haben, die teilweise mit Gewalt oder Extremismus eben nichts zu tun haben wollen. Wie das dann umgesetzt wird, das ist noch mal eine andere Sache, aber darum kümmert sich ja auch die Bundesregierung.

Wer hat Ihnen denn das erzählt, dass wir eine frauenfeindliche Organisation sind? Als moderner Arbeitgeber gestalten wir das geschlechtergerecht, und andererseits müssen Sie zugeben, Frauen sind Sexismus schließlich gewohnt. Wir verbinden also sozusagen Tradition und Moderne in der Armee. Und Ihr Sohn kann sich nicht beschweren, bei uns werden diese Traditionen wirklich hochgehalten.

Ihr Sohn ist doch keine Frau? Ich bitte Sie, das ist eine ganz normale Frage – das kann sich heute ständig ändern, da steckt man als Eltern nicht drin. Und Sie sind auch nicht jüdisch versippt? Dann ist da auch nicht die Gefahr, dass Sie mit antisemitisch motivierter Hetze konfrontiert werden. Wenigstens nicht, was Sie betrifft oder andere Mitglieder Ihrer Familie. Aber ansonsten muss man sich ja auch mal Gedanken machen, was da auf einen zukommt, im Falle eines Falles. Soldaten sind eben nicht für den Ponyhof, das muss einem klar sein. Deshalb legen wir nach wie vor Wert auf einen sehr praxisnahen Umgang mit der Wirklichkeit in der Ausbildung.

Hier, wie hieß der noch, der sich in Afrika zum Horst gemacht hat? Richtig, Köhler. Der wusste ja schon, wie das laufen würde, wenn die Bundeswehr eines Tages die Absicherung der Handelswege vor den befreundeten Wirtschaftsnationen übernehmen sollten. So eine absatzorientierte Politik, für die alle ein bisschen mehr arbeiten müssen, kommt nun mal nicht ohne Tote aus, und wo wir das gerade jetzt bei unseren Bündnispartnern beobachten: was machen wir denn, wenn wir aus rein marktwirtschaftlichen Gründen in China einmarschieren müssen, um die Elektroautos zu besorgen, die unsere Industrie nicht gebaut kriegt? Das sind alles wichtige Fragen, auf die wir heute noch keine Antworten haben, aber wir müssen auf jeden Fall irgendwas tun, das erwartet die Politik von uns als Armee, und wir von denen auch, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Aber man muss jetzt nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Wir sind keine Reichsbürgerwehr, also weder Bürger- noch Reichswehr. Wir sind nur Bürger in Uniform, abzüglich einiger Rechte, die beim Betrieb so einer Streitmacht nun mal nicht funktionieren. Hier herrscht das Prinzip von Befehl und Gehorsam, und wie es die Sprecherin so richtig sagt, haben Gewalt, Sexismus und Extremismus in unserer Bundeswehr keinen Platz. Ja gut, Gewalt schon, aber dafür haben wir ja auch Prinzipien: im Krieg wird einem immer genau gesagt, wer gerade der Feind ist, und dann ist Gewalt gerechtfertigt, da sie unseren Wohlstand schützt. Und so Sachen wie unsere Frauen und Kinder, die Leitkultur, der ganze Scheiß halt? Das Grundgesetz? hatte ich doch eben gerade erwähnt, hören Sie mir nicht zu?

Sehen Sie mal, der Bundeskanzler hat gesagt, wir müssen für die Zeitenwende eine ganze Menge Zumutungen aushalten. Nun ist der Mann ja bereits eine gewaltige Zumutung, aber offensichtlich reicht das der Regierung nicht aus. Also müssen wir da nachsteuern, aber wie gesagt, darum kümmert sich die Bundesregierung. Die verankert ja jetzt schon den Umgang mit problematischen Ansichten zu Themen wie Extremismus und Gewalt in der Mitte der Gesellschaft.

Wenn wir die Ausbildung praxisnah gestalten, ist da für einen Hitlergruß gar kein Platz. Den wird man in der Gefechtssituation sicherlich auch kaum anwenden können, es sei denn, wir werden in einer internationalen Truppe eingesetzt und müssen uns eindeutig als Deutsche identifizieren. Bis dahin kann Ihr Sohn seinen Führerschein machen oder die Produktvielfalt deutscher Bier kennen lernen. Dann hat er später im Berufsleben sogar Vorteile, falls er nicht bei der Truppe bleiben will. Und im Stadtbild fällt er dadurch auch nicht negativ auf, falls er dabei seine Uniform trägt.

Selbstverständlich können Sie Ihrem Sohn das ausreden. Das müssen Sie schon selbst entscheiden, dann wird er eben kein richtiger Mann. Dann kann er später auch nicht so tolle Geschichten erzählen, wie es beim Bund war. Und dass es ihm letztlich nicht geschadet hat. Tradition und Moderne. Und dass wir unseren Wohlstand nicht dadurch sichern, dass wir Behinderten den Arsch abwischen. Oder was meinen Sie, wofür wir uns diese ganzen Migranten ins Land holen?“





Verschonungsbedarf

11 01 2026

26 Millionen Euro. So schlecht geht es uns, dass wir nur noch 10 Billionen Geldvermögen haben, das heißt: einige ganz, ganz arme Superreiche, die unmittelbar vor der Verelendung stehen, keine Jobs mehr schaffen, ihre Steuern ab sofort im Ausland hinterziehen, wenn wir ihnen nicht alles durchgehen lassen. Ab 26 Millionen werden daher ein Erbe oder eine Schenkung eigens geprüft, ob die nicht eine Bedürftigkeit auslösen; wer also der Oma ihr klein Häuschen überschrieben kriegt, der blecht, und bei einem Handwerksbetrieb mit Vermögen werden die üblichen Steuern fällig. Der Verschonungsbedarf für Milliardenkapital aber ist hier so angelegt, dass bei großen Summen der Fiskus fast alles durchwinkt. Seit 2021 7,4 Milliarden Euro, ein Großteil in Bayern. Geld, das für Brücken, Schulen und Kitas fehlt, aber zur Sicherung der Familienunternehmen nötiger ist. Auch in Form von Aktienpaketen. Söder, der sich schon aus privaten Gründen bestens mit Schweinen auskennt, verteidigt den Mechanismus, hält Erbschaftsbesteuerung für reinen Neid und gibt an, dass der Freistaat ja gar nicht alleine aus der Steuergesetzgebung aussteigen könne, weil es sich um ein Bundesgesetz handelt, und da mache er als guter Deutscher mit. Erinnern wir ihn doch beim nächsten Mal, wenn er den Länderfinanzausgleich verlassen will. Alle weiteren Anzeichen, dass es für Kleptokraten inzwischen völlig ausreicht, sich in die Obhut der Politik zu begeben – gerne auch als Politiker – um mit Nichtstun legal ein Vermögen zusammenzuraffen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 21 Tage nach der Weihnachtspause.

  • merz führung: Ich lege mich fest: beschissenster Witz der Jahres.
  • parasiten bekämpfen: Keiner zwingt Sie, diese Kanzlerkarikatur noch einmal zu wählen.
  • csu atomreaktor: Die sind doch jetzt schon komplett verstrahlt.
  • kanzler neuwahl: Dufte, wir haben ja gerade Übung darin.
  • kastenwesen indien: Bier ist da auch vom Fass verfügbar.
  • pizza ananas: Wir haben ja noch nicht genug internationale Konflikte.
  • aluminium gefährlich: Kommt darauf an, ob Sie es essen, anzünden oder rauchen wollen.
  • reinkarnation therapie: Ob das der SPD helfen würde?
  • merz rente: Der Erfinder der eiskalten Progression.
  • verbrenner aus: Wir warten einfach, bis das Öl alle ist.
  • söder hüfte op: Normales Berufsrisiko bei Steißtrommlern.
  • böller verbieten: Das würde viele Arbeitsplätze in der Chirurgie kosten.
  • csu abschiebungen: Wer würde die denn nehmen?
  • wehrpflicht frauen: Irgendwer muss ja die Uniformen bügeln.
  • spahn geruch: Eins reicht zum Kotzen.
  • wagenknecht moskau: Heim ins Reich.
  • pflege privat: Reich ins Heim.
  • linnemann nazi: Man muss manche Sachen einfach mal so stehen lassen.