Mietspiegel 2026 : Wohnen in Offenbach wird teurer

Offenbach ist nicht nur attraktiver Standort für zukunftsträchtige Unternehmen geworden, sondern auch beliebte Wohnstadt in der Metropolregion. Das hat Folgen.
Demnach ist der Nettomietzins, die Kaltmiete ohne Nebenkosten, im Schnitt und über alle Baualtersklassen der Miethäuser hinweg um gut 4,1 Prozent gestiegen. Je Quadratmeter bedeutet das eine Anhebung zwischen 20 und 50 Cent. Der Mietspiegel teilt Häuser ein in Altersklassen bis Baujahr 1960, von 1961 bis 1978, von 1979 bis 1994, von 1995 bis 2007 und von 2008 bis 2019.
Geförderte Wohnungen nicht enthalten
Den vorliegenden einfachen Mietspiegel erarbeiten der Mieterbund, der Verein der Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer sowie das städtische Wohnungsamt gemeinsam. Er wird alle zwei Jahre neu aufgelegt. Betrachtet werden darin nur nicht preisgebundene Wohnungen von 35 bis 100 Quadratmeter Fläche. Öffentlich geförderte Wohnungen werden nicht berücksichtigt, Neubauwohnungen ebenso nicht.
Trotzdem gilt der Mietspiegel als wichtigste Hilfe für Mieter, um die Angemessenheit der verlangten Miete und etwaiger Erhöhungen beurteilen zu können. Besonders häufig wird der Mietspiegel auch im gesetzlich geregelten Mieterhöhungsverfahren genutzt, mit dem Vermieter die Zustimmung des Mieters zu einer Erhöhung der vereinbarten Miete bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen können.
Von 5,85 bis 12,95 Euro je Quadratmeter
Die Untergrenze in der Mietzinstabelle des neuen Spiegels bilden 5,85 Euro je Quadratmeter für große Wohnungen in einfacher Wohnlage und in einem Haus bis einschließlich Baujahr 1960. Dem stehen bis zu 12,95 Euro je Quadratmeter gegenüber für eine kleine Wohnung in guter Wohnlage, mit einer Fläche zwischen 35 und 59 Quadratmetern, in einem Haus, das zwischen 2008 und 2019 gebaut wurde.
Bürgermeisterin Sabine Groß (Die Grünen) sieht in den dokumentierten Mietzinserhöhungen auch einen Auftrag: „Die steigenden Mieten belasten viele Menschen spürbar, weshalb die Schaffung bezahlbarer Wohnungen weiterhin eine der wichtigsten Aufgaben in Offenbach ist“, sagt sie. Bis 2030 werde die Gemeinnützige Baugesellschaft mbH Offenbach (GBO) daher mehr als 150 Millionen Euro in 300 neue Wohnungen investieren. Rund zehn Millionen Euro aus vom Bund zugesagten Mitteln sollen der GBO zudem als Unterstützung zufließen.
Groß weiß, dass das allein nicht reichen wird, um den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Offenbach zu beseitigen. Für die Grünen-Politikerin ist „die konsequente Einhaltung der Quote von 30 Prozent geförderter Wohnungen bei Neubauvorhaben“ ein weiteres wichtiges Mittel, um für alle Teile der Bevölkerung ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen – auch für diejenigen, die sich die im Mietspiegel betrachteten nicht geförderten Wohnungen nicht leisten können. Die Tabellen des Mietspiegels hat die Stadt unter www.offenbach.de ins Netz gestellt.





