Ostrhauderfehn

Stromkasten „Klotzi“ wird nach Farbattacke zum Symbol im „Kampf gegen Rechts“

Veröffentlicht am 14.12.2025Lesedauer: 2 Minuten
PRODUKTION - 13.12.2025, Niedersachsen, Ostrhauderfehn: Der Stromkasten «Klotzi» in dem ostfriesischen Ort ist nach einer nächtlichen Farbaktion erneut instand gesetzt worden... mit sichtbaren «Pflastern» (unter anderem mit der Aufschrift «O-fehn ist bunt») auf seiner Oberfläche. Der Stromkasten wurde mit der Bundestagswahl 2025 zu einem Zeichen gegen rechts. Foto: Lars Penning/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Nach einer rechtsextremen Attacke auf „Klotzi“ in Ostrhauderfehn haben Bewohner den Stromkasten mit Pflastern und bunten Farben geschmückt, um ein Zeichen gegen Hass zu setzenQuelle: Lars Penning/dpa

Der Stromkasten „Klotzi“ in Ostrhauderfehn ist zu einem lokalen Wahrzeichen gegen Rechtsextremismus geworden. Nach einer rechtsextremen Schmiererei reagierte die lokale Gemeinschaft mit einer kreativen Gegenmaßnahme: bunte Pflaster und Unterstützung aus der Region.

Der in den vergangenen Jahren zu einem lokalen Symbol gegen Rechtsextremismus gewordene bemalte Stromkasten „Klotzi“ in Ostrhauderfehn (Ostfriesland) ist nach einer rechtsextremen Farbattacke teilweise gereinigt worden. Fans des freundlichen Stromkastens im Landkreis Leer brachten zudem eine Vielzahl an Pflastern auf ihm an, darunter eines mit der Aufschrift „O-fehn ist bunt“.

Unbekannte hatten „Klotzi“ vermutlich in der Nacht zu Freitag mit schwarz-weiß-roten Streifen beschmiert. Wer dafür verantwortlich ist, blieb zunächst unklar. Über die Schmiererei hatten zuerst die „Ostfriesen-Zeitung“ und der „NDR“ berichtet.

Die schwarz-weiß-rote Flagge war die Nationalflagge des Deutschen Kaiserreichs und ist heute als solche nicht verboten. Sie wird jedoch häufig von Rechtsextremen als Ersatzsymbol für verbotene Kennzeichen des Nationalsozialismus genutzt.

„Klotzi“ wurde über soziale Netzwerke zur Kultfigur

Der Stromkasten mit dem Spitznamen „Klotzi“ ist seit etwa 2022 mit aufgesprühten Augen und einem breiten Grinsen versehen und hatte über soziale Netzwerke regionale Bekanntheit erlangt. Während des Bundestagswahlkampfs war er von Unterstützern als Zeichen gegen Rechtsextremismus genutzt worden. In Ostrhauderfehn hatte die AfD bei der Wahl die meisten Zweitstimmen erhalten.

„Klotzi“ ist auf Google Maps mittlerweile sogar als Sehenswürdigkeit eingetragen. 61 Rezensionen hat der freundlich lächelnde Stromkasten bisher erhalten ‒ mit einer überragenden durchschnittlichen Bewertung von 4,9 von 5,0 Sternen.

Rezensent: „Klotzi ist zu schön, um wahr zu sein.“

Die humorvollen Kommentare reichen dort von „Ich komme immer gerne wieder und lasse hier die Seele baumeln“ über „Wahnsinnig Interessant Ostfriesisches Denkmal“ und „Monumental erhebt sich sein erhabenes Antlitz behaglich strahlend inmitten unwirtlicher Straßenschluchten“ bis „Was für ein toller Kasten!“.

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Ein Nutzer, der lediglich einen von fünf Sternen vergab, hat dafür einen triftigen Grund: „Klotzi ist zu schön, um wahr zu sein.“

dpa/ceb

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